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Päda (Subject) / Klausur (Lesson)
Päda-Klausur
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- Definition von Schule Neben der Familie ist die Schule der wichtigste Ort des Aufwachsens. Zeitliche Präsenz der SuS in Schule wesentlich ausgedehnter als früher --> Grund: veränderte Arbeitszeiten der Eltern => Schule leistet auch großen Teil der Erziehungsarbeit Zukunftforscher meinen, dass informelles Lernen immer wichtiger wird --> Betonung für die Schule ==> Daher Leitfrage: Welche Funktion hat Schule für die Gesellschaft? Inklusion Demokratisierung Integration Qualifikation ...und deren Sicherung.
- In welchen vier Bereichen des „Unterrichts als Kerngeschäft der Schule“ kann die Partizipation der Schülerschaft gestärkt werden? "Handelnde Teilhabe an der Disposition und Gestaltung des Unterrichts ist in einer hierarchisch und zentral regulierten Schule eine komplizierte Angelegenheit und stößt schnell an die Grenzen einer schulischen Organisation, die Fach, Person, Gruppe und Zeit in den rigiden Panzer eines alles beherrschenden Stundenplans einsperrt. Zur Sprengung dieses Panzers ist die Ganztagsschule das wichtigste Angebot entgegenkommender Verhältnisse, das eine Pädagogik des Verantwortungsdelegation in Deutschland seit Jahrzehnten erhalten hat“.
- Moderne Funktionen von Schule 1. Reproduktionsfunktion (Vermittlung grundl. Fähigkeiten, um Weiterbestand der Gesellschaft zu sichern) 2. Humanfunktion (Schule= geschützer & geförderter Lebensraum der nachwachsenden Generation) 3. Bildungsfunktion (Förderung der Einzelbildung -> Talente finden) 4. Qualifikationsfunktion (Abschlüsse sichern) 5. Enkulturationsfunktion (Einübung der SuS in kulturell historische Zusammenhänge) 6. Allokationsfunktion (Verteilungsprozesse -> Legitimation) 7. Integrationsfunktion (Vermittlung mod. & klass. Tugenden und Werten, damit SuS in Gesellschaft zurechtkommen)
- Welche vier Bereiche der Gestaltung von der Schule fallen in die Zuständigkeit von Bund und Ländern? Struktur und Organisation des Deutschen Schulsystems Richtlinien und Lehrpläne Bildungsstandards Lehrausbildung und professionelle Entwicklung
- Schule als zu gestaltende Institution: Was können LuL bei der Entwicklung beitragen? Schulentwicklung Curriculumentwicklung Anregung und Unterstützung von Lernprozessen Lern- und Leistungskontrollen Erziehungsprozesse
- Erklären Sie die Zielsetzung und Reichweite des Programms „FÖRMIG“ (Hornberg 2013). Ziel des Programms ist, Kindern und Jugendlichen aus zugewanderten Familien eine bessere sprachliche Förderung zu bieten, um ihre Erfolgschancen an deutschen Schulen zu erhöhen (Internetquelle, nicht in Folien) Das BLK-Programm FÖRMIG wird realisiert durch die Projekte in den Bundesländern. Seit Programmstart am 01. September 2004 nehmen die Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz am Modellprogramm teil. Neu hinzugekommen sind im Jahr 2005 die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein. (Internetquelle, nicht in Folien)
- Definieren Sie den Begriff Schulentwicklung (Herzmann 2012). Schulentwicklung wird vielfach als die dauerhafte und systematische Weiterentwicklung der Einzelschule definiert. Schulen werden diesem Verständnis entsprechend als Problemlösungsschule bezeichnet, oder es wird die Fähigkeit der Schulakteure betont, dynamisch mit Komplexität und systemimmanenten Widersprüchen umzugehen. Als gemeinsamer Nenner kann ein komplexes Entwicklungsverständnis von Schule als dauerhaft lernender Organisation ausgemacht werden.
- Was bedeutet der KMK-Beschluss zu „Demokratiebildung und Geschichtslernen“ für die Schule und die Schulentwicklung? (3 Aspekte) Etablierung von Demokratiepädagogik in Lehreraus- und –fortbildung Förderung einer Auseinandersetzung mit allen Formen des Extremismus, mit Fremdenfeindlichkeit, Fundamentalismus, Gewalt und Intoleranz Unterstützung von Schulen bei der Verankerung von demokratiepädagogischen Aspekten in schuleigenen Curricula Etablierung von Demokratieerziehung und demokratischer Schulkultur als kriterium von Schulentwicklung Merkmalskatalog „demokratiepädagogischer Schulen“
- Drei Qualitätsstandards von Schulprogrammen nach Schratz et al. 2002 Klare gemeinsame Zielvorstellung Wirksame Maßnahmen zur Umsetzung Transparenz nach innen und außen Stimmiges internes Steuerungssystem der Entwicklungsprozesse Wirksame Qualitätssicherung Verfügbarkeit und Einbindung von Ressourcen
- Führen Sie vier – für die moderne Schule relevante – Funktionen der Leistungsbeurteilung an. Orientierung Sozialisierung Beurteilung Rückmeldung Selektion Disziplinierung Demokratisierung
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- Welche vier gesellschaftlichen Entwicklungen trugen zur Zunahme von Differenz und Sensibilität für Heterogenität bei? Globalisierung Internationale Migrationsbewegungen Pluralisierung familialer Lebensformen Demokratiedebatte Individualisierung
- Welche Bedeutung haben Bildungsstandards einerseits für das Schulsystem und andererseits für die Einzelschule? Die Einzelschule gilt als Motor der Entwicklung (Studien zur Schulqualität belegen größere Unterschiede zwischen Schulen desselben Schultyps als Systemunterschiede zwischen den Schulformen); die Schuleffizienzforschung hat seit 2000 dazu beigetragen, dass sich die Schulentwicklung im Zuge von Output-Orientierung und Standardisierung zwischen der Gesamtsteuerung des Systems und der Einzelschule bewegt;
- Outputorientierung: was heißt das? Beispiele: > Kompetenzorientierung/ Lernstandserhebungen
- Welche drei zentralen schulpädagogischen Begründungen sprechen für den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen? Ganztagsschule als bildungswirksame Einrichtung zur Lernförderung und Kompetenzbildung Schulleistungsstudien im internationalen Vergleich Verschiedenheit des Lebens und Lernens als Herausforderung für die Schule in der Demokratie Förderung individueller und gesellschaftlicher Gestaltungskompetenz Lerntheoretischer Perspektivenwechsel Lernförderung und soziale Pädagogik
- Welche vier Instrumente und Verfahren ermöglichen Schülerpartizipation in der Lernbegleitung? Kennzeichen kompetenzorientierter Leistungsrückmeldung: Kompetenzorientierter Unterricht in allen Fächern und Jahrgangsstufen Neue Formate der dialogischen Rückmeldung und Ebenen der Reflexion (Sache, Lernen, Person, Leistung) Etablierung von Feedback als effektstärkstem Aspekt der Lernbegleitung Kompetenzbasierte Zeugnisse auf der Basis von Bildungsstandards und individueller Kompetenzentwicklung
- Welche drei diagnostischen/didaktischen Maßnahmen gehören zur Individualisierung? Kollegiale Verständigung zu Diagnostik und Beratung Logbücher/Lernplaner oder Kompetenzraster Lernumgebung und individualisiertes Angebot
- Die sechs Qualitätskriterien des Deutschen Schulpreises lauten (bitte genaue Bezeichnung)… Leistung Umgang mit Vielfalt Unterrichtsqualität Verantwortung Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner Schule als lernende Institution
- 3 Funktionen der Schule nach Fend 1. Qualifikationsfunktion -> Vermittlung grundl. Fähigkeiten wie Rechnen, Schreiben, Lesen 2. Sozialisationsfunktion -> Vermittlung grundl. Werte & Normen, damit SuS in Gesellschaft klar kommen 3. Selektionsfunktion -> Rüttelsieb -> schulische Leistung jedes Einzelnen wird zum Verteilungsprinzip
- 4 Aspekte von Schule nach WIATER Wiater (2013, S. 15ff.) benennt vier zentrale Aspekte von Schule: –Die Schule ist ein Subsystem der Gesellschaft. –Die Funktionen, die Aufgaben und die Strukturen der Schule sind historisch gesellschaftlich bedingt. –Die Schule ist ein Lern- und Lebensraum für die jungen Gesellschaftsmitglieder.–Die Schule muss ihre Effektivität nachweisen.
- 3 Unterschiede von gebundener und offener Ganztagsschule Merkmale von Ganztagsschulen in gebundener Form: obligatorische Mittagsversorgung konzeptionelle Einbindung der Hausaufgaben Verteilung gebundener und ungebundener Freizeit auf Vor- und Nachmittag stärkere Berücksichtigung von Projektunterricht nicht nur am Nachmittag Merkmale von Ganztagsschulen in offener Form: fakultative Mittagsversorgung tägliches Angebot professioneller fakultativer Hausaufgabenbetreuung fakultative Freizeitangebote am Nachmittag in gebundener und ungebundener Form Projektunterricht, Angebote im Sinne von „Öffnung der Schule“ usw. am Nachmittag
- 8 Kriterien/Merkmale einer demokratischen Schule Partizipation (in Leistungsbeurteilung, Klassenrat, Parlamente...) Gerechtigkeit (jedem Schüler gerecht werden) Verantwortung (Öffentlichkeitsarbeit, Projekte...) Toleranz (Standards für Mobbing & Gewalt) Autonomie ( individuelle Schulprofile & -curicula) Transparenz (kollegiale, elternliche Hospitation; Transparenz Leistungsbeurteilung...) Anerkennung (Beschämungsangst überwinden) Kommunikation
- Funktionalistische Bildungskonzeption der Schulleistungsstudien Aufgabenkonstruktion orientiert sich an Grundbildungs- bzw. Literacy-Konzept Literacy-Konzept fragt nach Basisqualifikationen, die in einer modernen Wissensgesellschaft die berufliche, kulturelle und politische Teilhabe an der Gesellschaft mit Erfolg absichern Auch Lehrplanbezug aber Einkleiden von Sachverhalten in authentische Situationen Unterscheidung von Inhaltsbereichen (fachspezifisch) und kognitiven Anforderungsbereichen (fächerübergreifend-> Reproduzieren, Anwenden, Problemlösen) Muttersprache und ihre Beherrschung dient dabei als zentrales Werkzeug zur Aneignung der eigene Kultur
- Zwei Bespiele für die Reformierung der Hausaufgabenpraxis heute geben - Weniger Hausaufgaben - Differenzierte Hausaufgabenpraxis
- Leistungsbeurteilung Ziel: Lernförderung -> Lebens- & Lernchancen entfalten muss partizipativ, kommunikativ und kompetenzförderlich sein muss Selbstkonzept ausbauen und Selbstwirksamkeitserfahrungen steigern Tortzdem immer wieder Rückgriff auf Noten, da diese justiabel und verrechenbar sind
- Leistungsbeurteilung im Wandel klassischen Reformpädagogik: Leistungsbeurteilung & individuelle Würdigung -> Geburtsstunde der Berichtzeugnisse & Verbalbeurteilungen -> Einführung offener Unterricht -> pädagogischer Leistungsbegriff entwickelt sich 19.Jahrhundert: Leistungsbeurteilung als Aufstieg & Ausschluss -> Abschlüsse zunächst nur für Adel möglich, später auch Bildungsbürgertum -> ab 1908 auch Frauen 70er Jahre: Leistungsbeurteilung als Beteiligung -> Strukturplan: GTS, Gesamtschule, Reform Grundschule... -> Laborschulen, Reformschulen bis zur 8. Klasse nur Berichtzeugnisse 21. Jahrhundert: Leistungsbeurteilung als Dialog & Rekonstruktion des Lernens -> Kommunikation mit SuS muss gepflegt werden und daraus neue Motivation geschöpft werden!
- 7 Funktionen der Leistungsbeurteilung Orientierung (Wo wird Wert drauf gelegt?)Beurteilung (Wie gut ist meine Leistung?)Sozalisation (Wo stehe ich, auch in Bezug zu anderen SuS?)Rückmeldung (Habe ich meine Ziele erreicht?)SelektionDisziplinierung (Was ist lobenswert, was muss ich tadeln?)Demokratisierung=> die wichtigsten Bausteine der schulischen Leistungsbeurteilung sind Rückmeldung und Demokratisierung -> Leistungsrückmeldung im Sinne der Demokratisierung => gute Schulen gewichten Orientierung, Rückmeldung & Demokratisierung am stärksten!
- Individualisierung und Differenzierung nach Bohl Individualisierung: nimmt die zuvor erfassten Lernvoraussetzungen und/oder Interessen der einzelnen SuS als Ausgangspunkt und stellt daraufhin passende individuelle Lernagebote zur Verfügung => Ko-konstruktive Perspektive muss vorhanden sein, sonst funktioniert Indiv. nicht -> Selbstdiagnose der SuS und Lerngespräche mit Lehrern Differenzierung: nicht zwangsläufig auf das Individuum ausgerichtet, sondern bezieht sich auf eine mermalsbezogene Gruppierung in der Lerngruppe z.B. nach Leistung oder Interesse.
- Schulstrukturelle Maßnahmen nach PISA Einführung der Bildungsstandards (Ziele der päd. Arbeit zu einem best. Zeitpunkt, nur Kompetenzerwartungen, keine Stoffgebiete) Ausbau Kitas & GTS Ausbau der Sprachförderung in Kita & GS Einführung der flexiblen Eingangsphase in GS Einführung zentraler Prüfungen Abschaffung des. 13 Jahrgangs am Gym Abschaffung des Kastensystems der Oberstufe am Gym Einführung der Profiloberstufe Inklusionsprogramm Umbau des Sekundarschulsystems -> Zwei-Säulen-Modell KMK hat Gesamtstrategie zur Qualitätssicherung entwickelt -> beschreibt wie Bildungsmonitoring abläuft -> landesweit repräsentative Stichproben im 5jährigen Rhythmus, zeitlich gekoppelt an Iglu
- Schule als pädagogische Handlungseinheit (Fend) verweist auf Autonomie der Einzelschulen Das Kollegium einer Schule kann in Zusammenarbeit mit Schülern & Eltern pädagogische einiges bewegen und ihre Schule zu einer guten Schule machen! Schulen solle sich individuell und unterschiedlich zu anderen Schulen entwickeln. Aufgrund eigener Überlegungen sollen Schulprofile, Bildungsprofile erstellen und sich so auf die Entwicklungen einstellen!
- Welche vier zentralen Spannungsfelder kennzeichnen die moderne Schule? zwischen differenzierender/ individualisierender Didaktik & Bildungsstandards zwischen Beschleunigung und Entschleunigung zwischen Förderung & Selektion zwischen Lernförderungen, dialog. Leistungsrückmeldung & hierarchisierender Leistungskontrolle
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- Nennen Sie 5 Gegenstandbereiche der Schulpädagogik 1. Allgemeine Didaktik und Theorie des Unterrichts2. Berufsbild und Professionalisierung von Lehrenden3. Bildungs- und Schulpolitik4. Schulorganisation und Schulentwicklung5. Theorie der Schule und des Schullebens
- Im Rahmen seiner Schultheorie schreibt Fend der Schule drei Funktionen zu. Welche sind das? 1. Qualifizierung2. Sozialisation3. Selektion
- Gemeinsame Merkmale von Schule • Orientierung des Unterrichts an akademischen Disziplinen• Zeittafeln für die Fächer• Lehrerzentrierte Kommunikationsformen• Dominanz von Belehrung vor Erfahrung• Präsenz von Buch- und Lernkultur
- 5 Besonderheiten des Schulsystems in Deutschland Mehrgliedrigkeit (HS, RS, Gym, Gesamtschule) Homogenisierung Frühe Selektion Größtes Gefälle zw. guten und schlechten Schülern Höchste Sitzenbleiberquote Soziale Herkunft determinierend für Bildungserfolg
- 3 Selektionsmaßnahmen im Schulwesen Sitzenbleiben Zurückstellen (Vorschule) Ausgliedern (Förderschule, andere Schulform) Sonderschulüberweisung Abschulung
- 5 Merkmale, die Reformschulen und innovative Schulen als Ganztagsschulen auszeichnen Diese Schulen realisieren eine Choreographie der Verschiedenheit. Bildungserfahrungen und Bildungsperspektiven werden offengehalten. Ein Lernen im Gleichschritt, eine Benotung und frühe Fixierung auf Leistungsprodukte entfällt. Lerntagebücher, Selbsteinschätzungen, Portfolios und Berichte finden Anwendung. Die Schulen haben Dienste und Angebote der Schulsozialarbeit (differenzierte Hausaufgabenpraxis, Spiel- und Freizeitangebote). Lehrerkooperation und multiprofessionelle Netzwerke spielen eine große Rolle.
- Die wichtigsten Dimensionen der Heterogenität und eine exemplarisch beschreiben sozioökonomischer Status (Auswirkungen auf Lebens- & Bildungschancen) Ethnizität/ Kultur ( Bildungsbenachteiligung mehrsprachig aufwachsender Kinder -> Grund: siehe 1, monolingualer Status der Schule, geringe kulturelle Kompetenz) Gender ( unterschiedliche Schulleistungen, Lernmotive, Interessen) Leistungsvermögen (Unterschiede in Lernvoraussetzungen & -bedingungen, GRUND: indi. Lernbiographien, Denkstrategien) Behinderung ( Inklusion) Bsp.: Gender Geschlechtdifferenz hinsichtlich unterschiedlicher Schulleistungen, Lernmotive und Interessen Der aktuelle Diskurs fordert Aufmerksamkeit für benachteiligte Jungen aus bildungsfernen Schichten und armen Familien mit Migrationshintergrund
- Reaktionsformen auf Lern- und Leistungsunterschiede nach Weinert 1. Ignorieren der Lern- und Leistungsunterschiede (passive Reaktionsform) 2. Anpassung der Schüler an die Anforderungen des Unterrichts (substitutive Reaktionsform) 3. Anpassung des Unterrichts an die lernrelevanten Unterschiede zw. den Schülern (aktive Reaktionsform) 4. Gezielte Förderung der einzelnen Schüler durch adaptive Gestaltung des Unterrichts (proaktive Reaktionsform)
- Tillmann: Homogenitätssucht und Selektionspraxis „Je geringer die Kompetenzunterschiede zwischen den Schülern, je angeglichener ihr Vorwissen, je ähnlicher ihre Verhaltensweisen – so diese Sichtweise – desto besser kann mein Unterricht funktionieren“ (Tillmann) Selektionsmaßnahmen: Zurückstellung vom ersten Schulbesuch, Sitzenbleiben, Sonderschulüberweisungen, Sortierung nach Schulformen, Abschulungen Zentrale These:„Die Funktionsmechanismen unseres Schulsystems – und die weit verbreitete Mentalität der daran Beteiligten – stehen in deutlichen Gegensatz zu einer integrativen und individualisierenden Pädagogik. Vielmehr wird durch eine Vielzahl von altbekannten Organisationsmechanismen in unserem Schulsystem immer wieder verursacht, die homogene Lerngruppe herzustellen, um dann den Unterricht an den „Mittelköpfen“ auszurichten. Dies ist zwangsläufig mit immer neuen Schritten der Selektion verbunden“ „Im internationalen Vergleich sind die deutschen Sekundarstufenklassen die homogensten; denn bei uns wird nach Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten sortiert, während in den meisten Ländern der Welt alle Kinder bis zum achten oder neunten Schuljahr eine gemeinsame Schule besuchen“ Zu hohe Leistungsanforderungen führen zum Sitzenbleiben und dann zur „Abschulung“. Dies wird als massives Versagen erlebt und führt zu erheblichen sozialen und emotionalen Beeinträchtigungen
- Was ist unter systematischer Beobachtung zu verstehen? Beobachtung meint eine aufmerksame, auf ein bestimmtes Verhalten oder eine Verhaltensäußerung gerichtete Wahrnehmung durch eine beobachtende Person (vgl. Jäger/Jäger-Flor 2003). Systematische Beobachtung unterscheidet sich von naiver Beobachtung durch die Fragestellung, systematische Planung und Aufzeichnung des Beobachteten und damit der Gütekriterien Objektivität, Zuverlässigkeit und Gültigkeit (vgl. Ingenkamp 1997).
- 3 Begründungen für den Einsatz von Beobachtungsbögen • einer effektiven Unterrichtsplanung und -durchführung;• eines frühzeitigen Erkennens von Stärken und möglichen Schwächen;• einen Förderbedarf wahrzunehmen;• den individuellen Lernprozesses zu erfassen;• einer fundierten Beratung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern;• der Anfertigung differenzierter Verbalzeugnisse.
- Nennen Sie 3 Befunde zur empirischen Notenkritik Zensuren sind nicht differenziert und transparent. Beurteilungssituationen unterliegen subjektiven Einflüssen. Objektivität, Reliabilität und Validität werden nicht eingelöst. Die von der KMK definierte Zensurenskala lässt subjektive Interpretation zu. Zensuren werden schulart-, klassen- und landesspezifisch vergeben. Beliebte Schülerinnen und Schüler erhalten bessere Zensuren. Der prognostische Wert ist zu gering, um begründete Laufbahnentscheidungen treffen zu können.
- Nennen Sie 4 Standards konstruktiver Leistungsrückmeldung Anrede der Schülerinnen und Schüler Eindeutige und angemessene Sprache Mehrdimensionalität und Bezugsnormen Ermutigung Fehlertoleranz Ausgewiesene Beurteilungszeiten Transparenz der Anforderungen Portfolios, Lerntagebücher und Selbsteinschätzungen Zeitnahe Leistungsrückmeldungen Eltern-Kindersprechtage
- Worauf beziehen sich die Abstraktionsebenen „Makroebene, Mesoebene und Mikroebene“ im Kontext von Schulentwicklung „Die Mikromethodik erfasst kleine und kleinste, oft nur ein oder zwei Sekunden dauernde Lehr-Lern-Situationen, die von Lehrern und Schülern mithilfe der routinemäßig beherrschten, oft aber nur wenig reflektierten Inszenierungstechniken gestaltet werden. (verlangsamen, zeigen, vormachen) Die Mesomethodik erfasst feste Formen methodischen Handelns, die Minuten bis Stunden andauern können. Ich untergliedere sie in drei Dimensionen, mit denen die Sozial-, die Handlungs- und die Prozessstruktur des Unterrichts erfasst werden. Die Makromethodik erfasst die institutionell fest verankerten methodischen Großformen, die sich über Monate und Jahre erstrecken können“ (Freiarbeit, Lehrgänge, Projektarbeit)
- Theorien zum Verhältnis von Schule und Gesellschaft sprechen von Qualifikation, Sozialisation und Selektion. Was ist darunter zu verstehen? • Qualifikation, Sozialisation und Selektion sind die Funktionen von Schule in der Gesellschaft.• Sozialisation umfasst die Qualifikation und dient der Reproduktion des Berufs- und Beschäftigungssystems, der Vermittlung grundlegender Normen und Werte so wie der Reproduktion des politischen Systems. Die Selektion gleicht einem Rüttelsieb, durch das die einzelnen Schüler nach ihren schulischen Leistungen sortiert werden.
- Nennen Sie 3 Bereiche, die den Paradigmenwechsel der Schule beschreiben und erläutern Sie einen Bereich „Vom Lehren zum Lernen“MikroebeneMesoebeneMakroebene--> Die Makromethodik erfasst die institutionell fest verankerten methodischen Großformen, die sich über Monate und Jahre erstrecken können“ (Freiarbeit, Lehrgänge, Projektarbeit)
- Fünf Besonderheiten des Schulsystems in Deutschland • Unterteilung in Elementarbereich, Primarbereich, Sekundarstufe I + II und Tertiärbereich• Grundschulzeit dauert 4 Jahre• Sek. I und Sek. II kann in 4 (5 mit Förderschule) Schulformen durchlaufen werden Mehrgliedriges Schulsystem• Bildungsabschlüsse nach dem 10., 12. und 13. Schuljahr möglich 4 verschiedene Abschlüsse• Orientierungsstufe am Anfang der Sek. I
- Reformhoffnungen mit der Einführung von Gesamtschulen in den frühen 1970er Jahren Schule als gesellschaftlicher Lebens- und Erfahrungsort Verbesserung der Qualität und Verstehenstiefe des Lernens Verbesserung der sozialen und Persönlichkeit prägenden Aspekte der Erziehung
- Sechs Merkmale für leistungseffektive und pädagogisch anspruchsvolle Ganztagsschule Veränderungen des Zeitmanagements unterstützen; Verlässliche Zeit- und Personalplanung betreiben; Verbindlichkeiten zwischen Schule, Schülerschaft und Elternhaus stärken; Individualisierung als Messlatte lernförderlicher Curricula werten; Heterogene Lernarrangements zulassen; Differenzierte Hausaufgabenpraxis fördern; Lernförderung durch kommunikative Formen der Leistungsbeurteilung realisieren; Schüler für die Schule in Verantwortung nehmen.
- Welche neuen Erkenntnisse prägen die Heterogenitätsdebatte? Soziale Herkunft: In keinem anderen Land ist der Bildungserfolg so stark abhängig von der sozialen Herkunft. Dadurch ist die Möglichkeit des sozialen Aufsteigs für „Jedermann“ nicht mehr gewährleistet. --> Soziale Herkunft determiniert Bildungserfolg! Gender: Mädchen sind nicht mehr bildungsbenachteiligt, sondern erreichen sogar zum Teil höhere Abschlüsse als Jungen und durchlaufen die Schullaufbahn in kürzerer Zeit