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Geschichte (Subject) / Mittelalter (Lesson)
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- Vielfalt des Mittelalters - Ketzterverbrennung vs. Universitätsgründungen - Gottesgnadentum vs. kommunale Selbstverwaltung - Kreuzzüge gegen den Islam vs. Wissensrezeption arabischer Gelehrsamkeit - Abhängiges Bauerntum vs. vor-industrielle Lohnarbeit - Verachtung der Welt vs. weltzugewandte Vagantenlieder
- Einteilung des Mittelalters - Frühmittelater - Spätmittelalter - Hochmittelalter
- Epochengrenzen Religiöse Einheitslkultur des Mittelalters: Toleranzedikt Kaiser Konstantin 313 --- Thesenanschlag Luthers (1517) Bipolare Welt des Mittelalters (Mittelmeer und Nord-,Ostsee): Aufstieg des Isams und Ende der Einheit des des Mittelmeers (622) --- Entdeckung Amerikas (1492) Vollendeter Bruch mit römischer Kontinuität: Ende des weströmischen Reichs (476) --- Ende des oströmisch/byzantinischen Reichs durch die Eroberung Konstantinopels (1453) Verlust und erneuerung der heidnsichen Antike: Schließung der Akademie in Athen durch Justinian (529) --- Dichterkrönung Petrarcas (1341) Klerikale Bildungskultur des Mittelalters: Gründung Benediktinerklosters in Montecassino (520er Jahre) ---- Erfindung des Buchdrucks (1440er Jahre)
- Vielfalt des Mittelalters im Raum: Drei historische Grenzen - Limes des römischen Reichs - Ostgrenze des Karolingischen Imperiums - Grenze zwischen katholischer und orthodoxer Christenheit
- Reichsteilung 395: Gegensätze zwischen Ost & West - Sprachgrenze (Latein/Griechisch) - Dogmatische Differenzen (päpstlicher Primat im Westen - vier Patriarchate im Osten) - Balkan als Landerverbindung verloren gegangen (Ansiedlung von Barbaren) - Persergefahr im Osten - Germanengefahr im Westen: unterschiedliche politische Strategien - Zwei Unterschiedliche Höfe, Bürokratien, Feldarmeen
- Warum ging der römische Staat (im weströmischen Reich) zugrunde? Endogene Ursachen: Religiös: Aufstieg des Christentums Innenpolitisch: Versagen der Elite, Korruption, Demilitarisierung und Barbarisierung des Heeres Exogene Ursachen: Völkerwanderung: Anstoß durch die Hunnen, Beschleunigung der Entwicklung der germanischen Welt
- Ethnogenese Vorgang der Entstehung eines Volkes erklärt plötzliches Auftauchen und Verschwinden von Völkern verbundenheit durch: gemeinesame Kultur, gemeinsame Sprache, gemeinsame Mythologie, Bewusstsein einer Zusammengehörigkeit Aber auch Einflüsse, wie zum Beispiel Klima oder Geografie, Flora und Fauna können die Entstehung eines Volkes bewirken Verschmelzung von zwei Völkern (Bsp. Völkerwanderung, Mauerfall DDR)
- Gründe für das Überleben des oströmischen Reichs während der Völkerwanderung Reiche Provinzen (Ägypten, Syrien) lagen außerhalb der Reichweite der Hunnen: versorgung des Heeres und der Hauptstadt war gesichtert Balkanprovinzen boten keine Lebensgrundlage für ein konkurrierendes Reich: Hunnen und Awaren siedelten im Karpatenbecken Bau der Theodosianischen Mauer um Konstantinopel: strategische Sicherung der Hauptstadt Perserreich im Osten unter den Sassaniden befand sich im 5. Jh. in einer Krise: kein Zweifrontenkrieg
- 5 Patriarchate Rom Konstantinopel Alexandria Jerusalem Antiochia
- Aufstieg des Islam - Ereignisse 630 Eroberung Mekkas durch den Propheten Muhammed - Einfälle in byzantinisches Territorium 636 Schlacht am Yarmuk: Sieg über das byzantinische Herr und Eroberung bis Kleinasien 638 Sieg über das persische Sassanidenreich und Eroberung der persischen Hocheben 641-645 Eroberung Ägyptens
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- Reihenfolge Innere Verhältnisse 610 Mohammed tritt in mekka als Prophet auf 622 Hidschra: Mohammed emigriert nach Medina 632 Tod Mohammed 632 - 661 Die Rechtgeleiteten Kalifen Kalif Abu Bakr Kalif Omar Kalif Othman 661 - 750: Kalifat der Omaryaden in Damaskus ab 750: Abbasiden
- Vertrag von Verdun (843) Teilung des karolingerreiches - Teilreiche Ostfranken Westfranken Hoch-Burgund Nieder-Burgund Königreich Italien Teilung in ein Mittel, Ost und Westreich; Kaiser Lothar I erhält das Mittelreich mit den Kaiserstädten. Aachen und Rom. Ludwig der Deutsche erhält das Ostfrankenreich. Karl der Kahle das Westfrankenreich. Ideell und nominell bleibt die Reichseinheit gewahrt.
- Benediktinerorden Handarbeit als zentrales Element verbreitung seit dem 7. Jahrhundert, Karolinger trugen zur Verbreitung bei Oberstes Ziel: Hinwendung zu Gott Umfassende Struktur und Detailliertheit --> Eignung fur gemeinschaftliches Leben Gebets-, Arbeits-, Schlafens-, Essenszeit ist festgelegt Rezeption bis heute Es ist nicht klar ob Benedikt wirklich gelebt hat
- Franziskanerorden Bettelorden, entstehung im 13. jahrhundert Minoriten oder Barfüßer, Fratres Minores, FM Leben in apostolischer Armut, Leben in Christusnachfolge, apostolische Nachfolge Franz von Assisi: Gründer des Franziskanerordens --> historisch belegt
- Klerus Weltgeistliche (Säkulargeistliche) --> für sakramentale Versorgung und Seelsorge der Laien zuständig Ordensgeistliche (Religiose) --> Religiose von der Welt abgewandt, Leben nach einer Regel & der Trias: "Armut, Keuschheit, Gehorsam"
- Papst servus servorum Papst an der Spitze durch Petrusnachfolge legitimiert
- Orthodoxe Kirche erkennt römischen Primat bis heute nicht an (Morgenländisches Schisma von 1054)
- Kirche im Alltag Abindung jedes getauften christen an eine Pfarrei Kirchen als Versammlungsorte Bruderschaften als religiös motivierte Genossenschaften Memoria (Totengedenken): Karikative Gründung & Aufgaben: Heiligenverehrung, Messen und Fürbitten für das Seelenheil des Toten Christlicher Festtagskalender zur Orientierung im Jahr: als strukturelles element für Abgabentermine, Gerichtstermine etc. Laienfrömmigkeit
- Papstkirche Dictatus Papae, Gregor VII 1075: Papst als Spitze der römischen Kirche, Zentrum der Christenheit Glaube, Kirchenrecht, Politik Ausbau der Kurie, Bildung eigener Ressorts für Gerichtsbarkeit, Finanzen, Kanzlei Rasant ansteigende Urkundenproduktion
- Monasterium Gemeinschaft der Mönche Gesamt klösterlicher Gebäudekomplex Nur das Kirchengebäude
- Kennzeichen der Ordensgeistlichen Tonsur beu Mönchen, Schleier bei Nonnen Habit (Ordenskleidung)
- 4 Ordensregeln Basilius Augustinus Benedikt von Nursia Franzikus von Assisi
- Reihenfolge der Universitäten Paris, Bologna um 1200 Prag 1348 Wien 1365 Heidelberg 1386 Köln 1388
- Bildung im Mittelalter Frauen & Juden ausgeschlossen Wissen durch Tradition: Weitergabe von Wissen steht im Vordergrund, nicht neue Entdeckungen bzw. Erkenntnisgewinne Kirche als die wichtigste Trägerin und Vermittlerinh von Wissen - päpstliches Privileg
- Schulen im MA Klosterschulen Dom- Kathedralschulen Gründung von Schulen in allen Bischofssitzen Pfarrschulen Privatschulen Universitäten
- Zwei Typen von Universitäten Professoren Universität: nur Magister sind Vollmitglieder, Magister werden aus Pfründen bezahlt, es gibt einzelne Fakultäten Studenten Universität: Studenten Vollmitglieder, Magister sind Angstellte mit Vertrag die von den Studenten bezahlt werden
- Wann war die Kaiserkrönung Karl des Großen? 25.12.800 in Rom in der Peterskirche durch Papst Leo III.
- Aufgaben des Hausmeiers (Major domus) Zunächst: Unfreier Verwalter am Königshof Dann Spitzenmann der königlichen Gefolgschaft Schließlich maßgeblicher Großer eines Teilreiches und faktischer Leiter der Politik
- Karolingische Minuskel Vereinheitlichung der Schrift, runde Schrift, kleine Buchstaben, Bildung wurde im Laufe der Zeit auch einfachem Volk zugänglich.
- Niedergang der Merowingerkönige Biologischer Zufall unterstützt das Machtstreben der Hausmeier in den letzten 110 Jahren der Merowingerherrschaft (639-751) Merowingerkönige bei Herrschaftsantritt jünger als 25 Jahre, nur wenige werden älter als 30 Jahre keiner war eine starke Herrscherpersönlichkeit die älteren und erfahrenen Hausmeier dominieren die Politik
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- Karolingische Imperium als Missgeburt Europas nach Jacques Le Goff Vision eines gentilen Europa: Herrschaft der Franken über andere Völker Karl der Große als Gewaltherrscher und Glaubensfanatiker Kaisertum war eine Rückkehr zur Vergangenheit, keine integrative Idee für Europa Ideal einer christlichen Einheitsreligion im Widerspruch zur Vielfalt Europa kein politischer Begriff für die Karolinger
- Etappen des karolingischen Aufstiegs im Frankenreich 687: Sieg Pippins des Mittleren über den neustrischen Maiordomus (Hausmeier) --> Kontrolle über das merowingische Königtum, Dominanz Austrasiens über Neustrien 718-741: Karl Martell - Vereinigung von Austrasien und Neustrien, Unterwerfung der Selbstständigen Herzogtümer, Sieg über das arabische Heer (732), Unterstützung der Mission des Bonifatius 741 - 768: Pippin der Jüngere - Königserhebung im Jahr 751, Allianz mit dem Papsttum (Pippinische Schenkung), Kampf gegen die Langobarden in Italien
- Bündnis zwischen König Pippin I. und Papst Stephan II. 753-756 Papst Stephans II. reist ins Frankenreich, dort Salbung der "gotterwählten" Königsfamilie (Pippin, Karl der Große) und Ernennung der männlichen Mitglieder zu patricii Romanorum (Schutzherren Roms)
- Pippinischen Schenkung 756 Überlassung von Teilen Italiens an den Papst die Pentapolis (von Ravenna bis südlich von Ancona) das Gebiet um Narni nördlich von Rom Teile der Emilia (um Bologna und Ferrara)
- Pippin der Jüngere - Pippin I. (751-768) 751 erster karolingischer König 754 Königssalbung als Zeichen göttlicher Legitimation 756 Pippinische Schenkung Freundschaftsbündnis mit dem Papst & Italienzüge
- Adelskategorien Kaiser König Herzog Markgraf Pfalzgraf Graf Herr von.. Ministeriale
- Dictatus Papae 1075 Papst Gregor VII Über die Kirche Papst allein kann Bischöfe absetzen und wieder einsetzen. Papst Gregor beansprucht den Vorrang der Kirche. Salier! (1024 - 1125)
- Alle Germanenreiche waren gewissermaßen aus den Wanderungen oder Siedlungsbewegungen großer Völkergemische - nicht aber ganzer Völker - auf der Suche nach neuem Siedelland, als Folge äußerer Bedrohungen (Hunnen) wie auch innerer Spannungen, teilweise in engen Beziehungen zum Römischen Reich, entstanden.
- Beschleunigung im Wechsel von Krise und Konsolidierung Eindringen der Goten ins Reichsgebiet; Niederlage gegend die Goten 378 bei Adrianopel: Kaiser Valens stirbt in der Schlacht, und Goten bleiben als autonomes Volk im Reichsgebiet Rheinübergang der Babaren 406/7 (Verlust Britanniens) und Plünderung Roms durch den Goten Alarich: erste Eroberung Roms seit 800 Jahren (traumatisches Ereignis) Eroberung Nordafrikas durch die Vandalen: Destabilsierung des ökonomischen Systems Ende der theodosianischen Dynastie (454): Kaisertum wird Spielball der Kräfte und Anziehungspunkt für Konflikte unter den Babarenkönigen
- 476: Absetzung des letzten Weströmischen Kaisers Romulus als Epochenjahr? Ein Babar, König Odoaker, hat römischen Kaiser abgesetzt Herrschaft eines Königs über Italien, Übergabe der Insignien an den Kaiser in Konstantinopel Das reguläre romische Heer in Italien wurde aufgelöst Offizielle Verzichtspolitik auf die westlichen Gebiet außerhalb Italiens Stabilisierung Italiens durch Theoderich d. Große (489 - 526): Beseitigung des Kaisertums als Zankapfel und dualistische Ordnung zw. katholischen Römern (zivilisten) und arianischen Goten (Kriegern)
- Arianismus Jesus von Gott verschieden sei; Jesus konne nicht gleichzeitig Mensch und Gott sein Gott Vater & Gott Sohn können nicht eins sein, nur ähnlich
- Herrscherdynastien Frühmittelalter: Merowinger (ca. 425/ 455-751) & Karolinger (751-911) Hochmittelalter: Ottonen (919-1024) & Salier (1024-1125) & Staufer (1125-1250) Spätmittelalter: Habsburger, Luxemburger, Wittelsbacher
- Machtkampf in Gallien um 480 Zwischen Franken, Burgundern und Westgoten Katholische Taufe und Kooperation mit gallo-römischer Elite (kein Dualismus) Militarisierte Gesellschfaft in Nordostgallien aufgrund unsicherer Grenzen seit dem 3. Jahrhundert (Waffengräber) Aufstieg der Franken in einer geopolitsichen Randlage des römischen Imperiums (Verbündete des Kaisers)
- Probleme mit dem Begriff der Völkerwanderung als Epochenbegriff Struktureller Wandel nicht erfasst: Ende des zentralrömischen Steuerstaates, Verlust der Zivilisation Völker sind keine stabilen Entitäten, sondern situative Konstrukte, Produkte der Krisenzeit und im ständigen Wandel (Theorie der Ethnogenese erklärt plötzliches Auftauchen und Verschwinden von Völkern) Unterschiedliche Formen der Migration: Völkerwanderung & Landnahme: Migration JA, Gewalt JA römisch-germanischer Kulturausgleich: Migration JA, Gewalt NEIN Elitentransfer: Migration NEIN, Gewalt JA Regimewechsel: Migration NEIN, Gewalt NEIN
- Warum kann man die Völkerwanderung nicht mit der heutigen Migration vergleichen? Völkerwanderung: hohes Gewaltaufkommen, kamen bewaffnet und mordeten - heutige Migranten kommen unbewaffnet Völkerwanderung: unnorganisierte Ströme die um ihr Leben bangen - heute strukturierter Völkerwanderung: Struktureller Wandel nicht erfasst Völkerwanderung: wollten Land einnehmen - Migration: wollen in neuen Land leben oder arbeiten, es aber nicht einnehmen
- Kaiser Justinian (527 - 565) Rückeroberung Nordafrikas, Italiens und der spanischen Küste: Restauration des römischen Weltreichs Kodifizierung des römischen Rechts im Corpus iuris civilis (Grundlage unseres heutigen Wissens über das römische Recht) Bau der Hagia Sophia und anderen Kirchen in Konstantinopel: Ende heidnischer Gelehrsamkeit Liturgisierung der kaiserlichen Kommunikation mit dem Volk der Hauptstadt Aber: Auftauchen der Beulenpest seit 540; Zweifrontenkrieg durch Angriff der Perser im Osten; Scheitern der Religionspolitik - konfessionelle Spaltung dauert an; Staatsbankrott zu Ende der Regierungszeit
- Reform reformare = wiederherstellen, zurückverwandeln wollen zu einem vormaligen Idealzustand zurückkehren
- Das Große Abendländische Schisma (1378-1417) 1378 Doppelwahl: In Italien Urban VI in Rom zum Papst erhoben, in Frankreich Clemens VII. in Avignon zum Papst erhoben Konzil von Pisa 1409: Wahl eines neuen Papstes Alexander V, ab 1410 Johannes XXIII da jedoch keiner der amtierenden Päpste seinen Anspruch aufgeben will, amtieren nun drei Päpste
- Jan Hus folgt John Wyclif, stellt den Gehorsam eines Christen gegenüber weltlichen Machthabern infrage seine Lehren werden als ketzterisch verurteilt wird 1415 als Ketzer verbrannt
- Konstanzer Konzil (1414-1418) von Papst Johannes XXIII und König Sigismund nach Konstanz berufen causa unionis = wiederherstellung der Kircheneinheit, nur noch ein Papst: 1417: Martin V., anderen wurden vom Konzil abgesetzt oder haben abgedankt causa reformationis: Reform der Kirche causa fidei: Auseinandersetzung mit ketzterischen Lehren, Verkündigung und Sakramentslehre