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Literaturwissenschaft (Subject) / Oschmann (Lesson)

Vorlesung Literatureinführung

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  • Was und warum veränderte sich ab/um 1750 -          Regelpoetik entwickelte sich zu Generalästhetik -          Sattelzeit = Moderne wird in den Sattel gehoben -          Freiheit und Lebendiges wird zunehmend verbunden, die Bewegung nimmt größeren Stellenwert ein -          Befreiung von Regeln, Freiheit wird als eigenständiger Wert entdeckt -          Im 18. Jahrhundert wird Wissen verzeitlicht, Zeit wird konkret phänomenologisch betrachtet, Zeit-Dauer-Folge -          Einteilung, die daraus folgt: Literatur = Zeitkunst, Kunst/Malerei = Raumkunst -          Zeit soll durch Literatur erfahrbar werden -          Wissen wird nicht mehr taxonomisch (= in ein bestimmtes System eingeteilt) dargestellt, da zu komplex, sondern auf Zeitstrahl; Geschichten werden zu Geschichte = allgemeine Verzeitlichung -          Mensch = wandelbar, Mittelgeschöpf, Maß aller Dinge -          Ästhetik wird wissenschaftliche Disziplin, jedes Kunstwerk soll einzigartig sein
  • Welche Fragen stellt man an den Text?        Was wird dargestellt? Ebene des Dargestellten 2.       Wie wird dargestellt? Eben der Darstellung 3.       Warum? Funktion Bsp.-Text: Kafka: „Der Verschollene“ --> realistischer Text, nichts märchenhaftes (http://gutenberg.spiegel.de/buch/amerika-168/2)
  • Nutzen der Literatur (nach Horaz): o   podeme = soll über bestimmte Zusammenhänge lehren, Wissen wird organisiert und mitgeteilt o   delectare = Literatur bereitet Vergnügen o   movere = Literatur erregt das Gemüt
  • Aristoteles: Mimesis = Literatur ahmt Natur durch Sprache nach
  • 3 Stufen der Fiktionalbildung nach Iser: 1.       Selektion 2.       Kombination 3.       Selbstanzeige der Fiktion
  • Kriterien der Literatur: 1.       Fiktionalität = Selbstanzeige, Text weist sich selbst so aus 2.       Schönheit = verbunden mit der Vorstellung von Symmetrie, Vollkommenheit ·         Gedicht = vollkommene, sinnliche Rede ·         Unzertrennliche Verbindung von Gutem, Schönen, Wahren = kalokagathia (wird im 19. Jahrhundert zerschlagen, z.B. Dorian Gray; „Das Aas“ von Baudelaire à Paradigmenwechsel) 3.       Baut Welten aus Sprache, verbindet Wirkliches mit Möglichem 4.       Anschaulichkeit = sinnlich konkrete Details in der Rede (Elidentia) ·         Zugänglichkeit ·         Eintreten in implizierte Wertungszusammenhänge ·         Hohes Maß an Detailierung ·         Sinnliche Spezifikationen (Hütte, Villa, Palast) ·         Autor wählt auf Ebene eines Paradigmas aus welches Wort er nimmt und fügt es in das Syntagma ein 5.       Literatur = Wertungsgeschehen = eine wertende Verständigung über Werte ·         Wertungsprozesse aus:                                                                            i.      Figurenebene, Handlungsebene                                                                          ii.      Erzählebene                                                                         iii.      Leserebene 6.       Formensprachlichkeit = Geformtheit der Sprache, „Intention auf die Sprache“, wie wird etwas gesagt, Art der Form, Form als Sprache = Gattungen 7.       Literarizität/Poetizität (Jakobson) o   Strukturales Sprachfunktionsmodell o   Sprache hat verschiedene Funktionen: 1.       Ausdruck 2.       Apell 3.       Darstellung
  • Jakobson sagt, es gibt 6 Stufen o   Referenzielle Funktion o   Expressive Funktion o   Appellative Funktion §  Diese 3 = Hauptfunktionen o   Phatische Funktion = Beziehungsaspekt, z.B, über das Wetter reden, weil man nicht weiß, worüber man sonst redet, um Beziehung aufrecht zu halten o   Metasprachliche Funktion = in Sprache wird über Sprache gesprochen, z.B. „kein Grund hier laut zu werden“ o   Poetische Funktion = in jeder sprachlichen Äußerung Spürbarkeit der Zeichen = selbstreferentielle Aktivität der Sprache Diese 3 = Nebenfunktionen
  • Paranomastik Sprachspiele, formale Überstruktuiertheit
  • weitere Kriterien für Literatur: 1.       Entpragmatisierung = autonome Rede 2.       Formale Überstrukturiertheit 3.       Polythematische Totale = alles kann Thema sein Alle nummerierten sind Kriterien für Literatur, aber keins kann allein stehen Literatur = Sprache ² x Anthropologie
  • Kanon -          Maßstab, Richtschnur, Regel o   Liste der heiligen Schriften o   Kirchenamtliches Verzeichnis o   Kirchenrechtliche Norm o   Verzeichnis mustergültiger Texte -          Bestand literarischer Texte, deren Kenntnis zu bestimmter Zeit als Bildungskanon galt -          Seit 18. Jahrhundert gibt es Bildungskanones -          Bsp. Hermann und Dorothea (Goethes wichtigstes Werk) o   Reagiert auf französische Revolution o   Laut Goethe schrecklichstes Ereignis o   Schul- und Bildungskanon -          Bildungskanones: nationalliterarisch bestimmt, jede Nation hat eigenen -          Binnengliederung: Kernzone der am höchsten bewerteten Texte (in Mittelpunkt sitzt Faust, auch: Kafka, Schiller, T. Mann Lessing u.a.) -          Hierarchische Ordnung bei den Kanones basiert auf Wertung und Deutung -          Seit 30, 40 Jahren Untergang des humanistischen Bildungskanons -          Herrschaftsautoren: Goethe, Dante, Rousseau à bestimmen Diskurse, obwohl schon tot -          Außenseiter: Kafka, Benjamin, Kleist, Büchner, Hölderlin: nach Tod Jahrzehnte vergessen, erst später in Kanon aufgenommen -          Gegenkanon: gegen gebräuchlichen Kanon -          Individueller Kanon -          In Pluralismus keine Verallgemeinverbindlichkeit, nur in Diktaturen -          Nicht das meistgelesene kommt in Kanon -          Im 19 Jahrhundert beginnt es mit Bildungskanones -          Erste große literaturwissenschaftliche Geschichten, Kanones werden zusammengestellt -          Rangordnung wird erstellt, Klassik = Blütezeit -          Klassik um Goethe, Schiller, Phase des Idealismus, 1800
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  • Kanonisch vs. Klassik 1.       Klassik = Epochenbegriff, Zeitbegriff 1880-1920 2.       Klassisch (deskriptiv) = bestimmtes Kunst- oder Stilverständnis, Ideal der Humanität, bestimmte formale Merkmale 3.       Klassisch als Synonym für kanonisch, musterhaft, normbildend, überlieferungswürdig, Wertungsbegriff -          Kanonbildung = Wertbildungsprozess, setzt bestimmten Literaturbegriff voraus -          Literatur = Sozialsystem, konkret organisiert
  • Innere und äußere Kanonisierung -          Äußere: Lektüreliste von Professor, innerinstitutliche Handlung -          Schulkanon, von Ministerien erstellt -          Bibliotheken, DNB -          Verlage mit ihrem Programm -          Museen, Geburtshäuser -          Literaturzeitungen -          Innere: Markierte (Zitate) und unmarkierte (man muss belesen sein, um diese zu erkennen) Intertextualität (bezeichnet die Beziehung(en), die Texte untereinander haben) à Text erweitert sich, Texte nehmen Bezug auf andere Texte „…Echos früherer Texte im Text hören…“ -          Dialogistizität: Texte treten in Dialog mit anderen Texten -          Intermedialität: Zitate aus Buch in Film -          Gedächtnisfunktion der Literatur = wesentliche Form der Kanonbildung -          Innerer Kanon setzt sich durch gegen äußere Kanonisierung
  • Editionswissenschaft als Form der Kanonbildung -          Wesentlich zur äußeren Kanonbildung durch Institutionen (z.B. Verlage) -          Editionswissenschaft = Zusammenfassung verschiedener Einzelwissenschaften, die sich mit Editionen und Texten befassen -          Konjektur, kondizieren = Vermutung, die Deutung ist -          Büchner Woyczeck: nur lose Kapitel, wurde nicht fertiggestellt;  Szenen muss man sortieren -          Im frühen 19. Jahrhundert Editionswissenschaft entwickelt, an Texten aus Antike und Mittelalter -          Karl Lachmann brachte 1826 Nibelungenlied heraus -          Mittelalterliche Texte handschriftlich -          Leithandschrift: auf diese legt man sich fest, wenn es mehrere Varianten gibt -          Gedruckte Form = autorisiert -          Bsp. Don Carlos von Schiller o   5 Fassungen, aufgrund von Zensus und weil Text am Anfang 5-6 h Theaterstück benötigt hätte -          Texte können in verschiedenen Varianten vorhanden sein -          Verschiedene Ausgabeformen: o   Leseausgabe (Studienausgabe, Lesernähe, reiner Text ohne Anmerkungen, moderne Orthographie) o   Editio princeps (Erstdruck) o   Ausgabe letzter Hand (Autor hat nochmal drüber geschaut) o   Werke o   Gesammelte Werke o   Sämtliche Werke (alle Werke) o   Kritische Ausgabe (alle Werke) o   Historisch-kritische Ausgabe (Autornähe, alle Werke, vollständige Textausgabe) §  In historischer Gestalt gedruckt §  Gesamte Geschichte der Texte wird abgedruckt §  Fehler werden behoben = emendiert §  Constitutio lexus = beste Version der Texte, so nah wie möglich am Autor -          Frühfassung wird gegenüber Spätfassung favorisiert -          Zitieren nur aus historisch-kritischer Ausgabe, wenn dort nicht, dann aus kritischer, wenn dort nicht, dann aus Gesamtwerken -          Nicht aus Hamburger Leseheften zitieren! -          Nur Autoren von Rang bekommen historisch-kritische Ausgabe
  • Grundlagen der Textgestaltung -          Produktionsästhetik = wie Autor Text schreiben -          Rezeptionsästhetik = wie wird mit Text umgegangen nach Druck; Leseverhalten o   Welche Texte, welche Übersetzungen erfahren o   Wie sich Textverständnis historisch wandelt o   Historizität des Verstehens o   Verständnis eines Textes entfaltet sich in seiner Geschichte
  • Poetik, Regelpoetik -          Theorie der Dichtung, Theorie ihres Machens -          Aristoteles, Horaz, Opitz, Gottschedt -          Bis 1750 Regelpoetik, danach Genieästhetik, jeder macht sein, das war ein Paradigmenwechsel
  • Poetik -          Techniken der Textbildung lernen / erlernbar -          Aristoteles Hauptwerk „Poetik“ -          Literatur ahmt durch Handlung und Sprache nach -          Sprache hat Rhythmus, Formalität -          Figuren sollen mittlere Helden sein, ein bisschen böse, ein bisschen gut -          Charakter und Handlung müssen zusammenpassen
  • Mimesis -          bis 1770/1780 als Nachahmung übersetz -          um 1770 beginnen Autoren Mimesis als Darstellung zu übersetzen -          à Autonomieästhetik = Kunst folgt keinen fremden Regeln -          Gesetzmäßigkeiten der eigenen Kunst folgen -          Was zeichnet Künste aus? -          keine Vermischung von Malerei und Poetik -          Poetik soll keine Landschaft darstellen, Malerei zeigt Dinge nebeneinander im Raum ohne Bewegung -          Poesie ordnet Dinge nacheinander in Bewegung und in Zeit -          Malerei soll auf Rede verzichten -          Poesie zeigt Bewegung durch Handlung der Personen -          Folge der Wörter = Folge der Handlung -          Text soll fei gestaltet sein (Maria Stuart war eigentlich 40 Jahre alt, im Buch aber 20 à es ergeben sich ganz andere Konflikte) -          Rezipient soll beim Lesen so frei sein wie Autor bei Verfassen -          jeder Autor überlegt wie er es nun macht ohne Regeln
  • Rhetorik -          Regelpoetik hat mit Rhetorik zu tun -          Rhetorik = Kunst der Rede -          Aristoteles, Cicero, Quintilian (römische Antike)
  • Wie organisiert man eine Rede? in fünf Schritten: 1.       Inventio (Finden des Stoffs) a.       Finden, nicht erfinden, Stoff gibt es schon b.      allgemein gesellschaftlich anerkanntes Wissen, Argumente aufgreifen c.       wie geht man damit um 2.       Dispositio (Anordnung des Stoffs, innere Struktur herstellen) 3.       Elocutio (Sprachliche Umsetzung auf der Basis von Ildicium (Urteilsvermögen)) a.       was angemessen ist, ist dreifach angemessen                                                                i.      Leser, Sprecher, Gegenstand b.      formale Kriterien                                                                i.      brevitas (Kürze)                                                              ii.      puritas (Richtigkeit)                                                             iii.      perspicuitas (Klarheit, Verständnis) 4.       Memoria (Einprägen der Rede) 5.       Pronunciato/Actio (Vortrag)
  • Rede hat 3 Funktionen: belehren, vergnügen, Gemüt bewegen -          Rhetorik verliert Maßgeblichkeit -          alles soll natürlich sein -          man entwickelt Postulat der stilistischen Natürlichkeit
  • Stilistik -          Zusammenhand zwischen Poetik, Rhetorik und Stilistik -          Anti Goeze: Schrift gegen Hauptpastor Goeze aus Hamburg, dieser will Lessing verbieten, Lessing sagt jeder hat eigene Ausdrucksweise, das soll einem nicht genommen werden, jeder hat eigenen Stil (https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Goeze) -          Stil = kann man nicht wählen; Schreibart = kann man wählen, Weisen des Sagens: hohe (genus grande), mittlere (genus medium), niedere (genus humile) Schreibart -          Form ist Mitausdruck, Form ist die Sache selber -          Wortwahl einerseits, Satzwahl andererseits -          nonpropostitionaler Ausdruck -          Redner: Talent, Ausbildung, Erfahrung, an Vorbildern orientieren -          Rede soll belehren, unterhalten, Gemüt bewegen -          Stil ist individuell, subjektiv, lässt sich analysieren -          in Tragödie kein genus humile, weil nur hohe Personen auftreten -          Komödie eher genus humile -          identische Info bei verschiedener Sprachrealisierung à Infowert ändert sich
  • Bildlichkeit -          literarische Rede = anschauliche Rede; dezidiert sinnliche Rede; uneigentliche Rede = im übertragenen Sinne -          Ausdrucksweise für übertragene Bedeutung -          TROPEN (Tropus) = Sprachbilder -          seit Antike: Aufgabe der Rhetorik diese Tropen zu bilden; Poesie -          am Grunde jedes Wortes ruht ein Bild und umgekehrt -          Bildhaftigkeit = lebendig, Anschaulichkeit (evidentia) -          Poesie als Art der Malerei verstanden à große Nähe zur Malerei, da es Bilder entwirft (Wechselhaftigkeit) -          du pictura poesis (Horaz)
  • Welchen Mehrwert hat die Bildlichkeit? -          lange Zeit als Schmuck angesehen à man braucht es nicht, ornatus -          neuere Theorien: entworfene Bilder = Mehrwert in Ästhetik und Erkenntnis; Spannung wird erzeugt zwischen Bildlichkeit und dem Gesagten -          Lakott: gibt Set an Bildern, Grundmustern, Muster der Reise, des Verfalls, sprachliche Bilder greifen zurück auf Grundmuster -          anderer Typ: Metaphorologie, Metaphern = Mensch kann nicht anders als sich in Bildern ausdrücken -          eigene Erkenntnisform -          Lichtmetapher hat sich seit Antike gewandelt -          bildhafte Rede ist intensional, unausweichlich Bilder zu benutzen
  • 3 wichtigsten Bilder: Allegorie, Symbol, Metapher -          bis 1750 allegorische Rede, nach 1750 symbolische Rede -          ab 1750: individuum soll sich ausdrücken, literarische Rede wird Ausdruck -          Allegorie: eineindeutiges Bild, Begriffsrelation; Justitia: immer Frau mit Waage und Augenbinde, Umkehrrelation -          Symbol: weist über sich hinaus -          Metapher ist Kernelement der lit. Rede -          je mehr Metaphern = je literarischer der Text -          um 1800 verliert es an Geltung, Wortspiel wird dominanter -          Metapher: Vorzug schnell und anschaulich kurz o   Beispiel: Beginn Heinrich von Kleist, „Der zerbrochene Krug“ Einstiegsdialog o   Stichomythie (schnelle Wechselrede) o   Antilabe (Rededuell, Steigerung der Stichomythie) o   Bildfelder werden entfaltet
  • Epik -          Gattung = literarisches System zu betrachten um Textgruppe zu bilden, diachron und synchron -          um 1800 entwickelt, 3 Grundgattungen, Naturformen der Poesie -          Epik = alle erzählenden Texte -          Was ist erzählen: Kulturtechnik, Disziplin, Grundform des menschlichen Selbstausdrucks -          Nationen berufen sich auf bestimmte Geschichten als Grundlagen -          Deutschland: Nibelungenlied, Sieg über Römer, Hermannsschlacht im Jahre 9, Ausstellung im Teutoburger Wald -          zwischen 1750 und 1850 etwa 300 Texte über diese Schlacht, wir haben Römer besiegt, wichtig für Identitätsbildung der Deutschen -          Erzählen ist Krisenbewältigung -          Moderne arbeitet mit Großerzählungen um sich zu verstehen -          westliche Welt = Großerzählung: Emanzipation, Befreiung -          Frage aus Kafkas Der Verschollene: Was gewinnen wir wenn wir auf Freiheit verzichten? -          Großerzählungen unterdrücken Kleinerzählungen -          Ethik des Erzählens: Anerkennung des Kleinen -          schönste Geschichte der Welt (aus Sicht von Ernst Bloch): Johann Peter Hebel „Unverhofftes Wiedersehen“, in Erzählung keine Erklärung -          Erzählforschung = Naratologie, alles was Prosa ist -          ab 200 Seiten ein Roman, aber Autoren halten sich nicht dran -          1797 Goethe und Schiller schreiben Buch: Unterschied im Zeitmoment zwischen Epik und Dramatik -          Epik: immer etwas vergangenes, Dramatik: immer Gegenwart -          Erzählen ist an Erinnern gekoppelt -          Epik: Schlachten, Reisen, sinnliche Breite, der Mensch außer sich -          Tragödie : nach innen geführten Mensch -          Beginn 20. Jahrhundert: Erzählforschung entwickelt sich -          Vladimir Propp: Die Morphologie des Märchens = 7 Grundmuster in allen Kulturen -          Goethe: Blick auf Naturkunde, Epik, Dramatik, Lyrik als Naturformen der Poesie -          Gerard Genette: wichtigster Naratologe´
  • Unterschied Allegorie und Symbol beide sind bildliche Redeweisen, Tropen Allegorie: eindeutig Symbol: mehrdeutig
  • Allegorie -          im engeren Sinne: Andersrede, unterscheidet sich vom offenen/öffentlichen Reden (z.B. auf dem Markt „Agora“) -          dunkle, geheime Rede -          poetisches Verfahren zur Erzeugung von 2 Bedeutungen die sich aufeinander beziehen -          etwas Besonderes steht für etwas allgemeines -          fiktionale Figur steht für abstrakten Begriff -          Justitia immer Gerechtigkeit immer wenn man diese Frauenfigur sieht weiß man was sie bedeutet -          Rückübersetzbar, Reziprok à eineindeutig -          allegorische Zeichen geht vollständig in der Funktion des Verweisens auf -          es muss immer das gleiche bedeuten -          Allegorie auch = Schreibweise, literarische Gattung, Deutungsmuster -          erst Gerechtigkeit, dann wie darstellen? à abstraktes Bild, Justitia
  • Symbol -          griech. Symbolon, Symballein à etwas zusammen werfen -          Erkennungszeichen, Wahrzeichen -          mehrdeutiges Zeichen zur Erzeugung von Uneigentlichkeit -          Textelement steht für abstrakten Sachverhalt -          höhere semantische Potenz, kann mehr bedeuten -          im Symbol können Ideen und Empfindungen anschaulich gemacht werden -          nicht vollständiges Aufgehen in Verweisungsfunktion, nicht rückübersetzbar -          zuerst Bild, dann suche nach abstraktem Sachverhalt -          Nathan der Weise: Ring = steht für Gleichrangigkeit der Religionen    
  • Moderne -          3 verschiedene Begriffe o   Antike à Mittelalter à Moderne (seit 14./15. Jahrhundert) o   in Philosophie: seit Französischer Revolution, seit 230 Jahren geschichtsphilosophisches Ereignis o   engster Begriff: klassische Moderne, seit Naturalismus
  • Postmoderne -          nachmodernes, Moderne überholt, neues Paradigma -          in 60er, 70er Jahren ist Begriff aufgekommen
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  • Große Erzählungen -          gesellschaftliche Muster der Selbsterklärung, Gesellschaften sind komplexe Themen -          Metaerzählungen -          im Abendland: o   Geschichte der Emanzipation zur Freiheit, wir glauben, das Freiheit universeller Wert ist o   Streben nach Wahrheit und Erkenntnis -          Gedanke der Postmoderne: nichts weiter als ein Sprachspiel, anarchisches Potenzial -          Erzählungen verlieren an Geltung und Glaubwürdigkeit -          Authentizität: Wahrheit, Echtheit, Wirklichkeit, Ursprünglichkeit Moderne Literatur seit 1790: Vorstellung des Innovationsdrucks, immer wieder neue Formen in Postmoderne spielen diese keine Rolle mehr in Postmoderne wird viel zitiert, wesentlicher Modus in Postmoderne -          Süsskind, Das Parfüm -          Eco, Name der Rose