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Literaturwissenschaft (Subject) / Einführung in die Liwi (Lesson)

Germanistik Erstes Fachsemester, Wiegandt

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  • Silbe = kleinste Sprecheinheit
  • Versfuß = kleinste rhythmische Einheit eines Verses
  • Prosodie =  Besonderheiten der Aussprache, phonologische Eigenschaften einer Einzelsprache
  • quantitierendes Prinzip antike Dichtung: Kriterium der Verslänge
  • silbenzählendes Prinzip romanische Dichtung = Kriterium der Silbenanzahl
  • Merkmale des akzentuierenden Versprinzips •Verse sind durch den Wechsel von betonten und unbetonten Silben (Hebungen und Senkungen) gekennzeichnet–regelmäßiger Wechsel = Alternation–unregelmäßiger Wechsel (mehrere Senkungen zwischen den Hebungen) = Füllungsfreiheit•Versanfang: mit oder ohne Auftakt–auftaktig: Vers beginnt mit Senkung (‚jambisch‘)–auftaktlos: Vers beginnt mit HebungBsp.: Es ist schon spät, es wird schon kalt, ( => Auftakt) Dämmrung will die Flügel …(=> ohne Auftakt)
  • Metrische Notation 1. Notation ohne separate formalisierte Darstellung der Silbenreihen: Unterstreichung der Vokale der betonten SilbenEs ist schon spät / Dämmrung will die Flügel 2. Formale Darstellung: Silbe durch _ markieren, Betonungen mit Akzenten setzen_ ´ _ ´´ _ ´ _ ´ _
  • dramatische Texte - Figur auf der Bühne (Dramenfigur) - gebundene Rede oder ungebundene Rede - Apell (an Dialogpartner), etwas zu tun
  • Alexandriner sechshebig, alternierend, Auftakt, feste Zäsur nach 3. Hebung _*_*_*/_*_*_*(_)
  • Zäsur syntaktisch metrisch oder lautlich bedingte Einschnitte innerhalb von Versen wenn zwei Hebungen aufeinander treffen = Hebungsprall
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  • Pentameter feststehende Zäsur zwischen zwei Hebungen Dihärese = wenn dann noch Wort- und Versfußgrenze zusammenfallen
  • morphologisches Enjambement Wort wird durch Versgrenze getrennt
  • Kolon (Einzahl: Kola) reicht nie über Versgrenze hinaus Sprechakt beim harten Enjambement wird ein Syntagma in zwei Kola zerlegt
  • Syntagma eine grammatisch und logisch eng verbundene Wortgruppe innerhalb eines Satzes z.B. Artikel + Substantiv + Prädikat Sytagmen in einem Vers = Kolon oder Sprechakte
  • Volksliedstrophe vierzeilige Strophen dreihebige füllungsfreie aber meist alternierende Verse mit unterbrochenem Kreuzreim
  • Inversion Umstellung von Satzgliedern dient der Einpassung der Sätze ins Schma der Volksliedstrophe semantische Funktion = bestimmte Worte erhalten größere Bedeutung
  • Antike Metrik in Antike: wurde hochdifferenziertes System von Vers- und Strophenformen entwickelt, das bis heute Vorbildfunktion hat und metrische Terminologie dominiert
  • diachrone Bezüge ziehen --> Intertextualität inhaltlich durch direkte, indirekte Zitate formale durch Wiederbenutzung und Abwandlung historisch überlieferter Formen
  • formale Kontexte des Gedichts, diachron Es werden Bezüge gezogen zu: einzelnen früheren Gedichten formal gleich oder ähnlichen Gedichten Lyrik derselben oder anderer Nationalitäten Tradition der abendländischen Lyrik insgesamt
  • formale Kontexte des Gedichts, synchron Gedicht hebt sich von Alltagssprache ab durch: Überstrukturiertheit = Verselbstständigung der sprachlichen Mittel ggü. dem ausgesagten Inhalt durch zusätzliche Pausen u.a. man muss formale Unterschiede zwischen Lyrik und nichtlyrik analysieren
  • Metonymie Verschiebung der Benennung außerhalb der Ebene des Begriffsinhalts Ich lese Stephen King. (= seine Werke) Das 18. Jahrhundert war prüde. (= die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts)
  • ut pictura poesis Horaz Dichtung und Malerei sind verbunden "Dichtung dem Gemälde gleicht" wirkungsästhetisches Prinzip Versuch, Bildlichkeit auf Vorschriften und Regeln festzulegen
  • impliziter Autor unsichtbare, aber durchgängig anwesende Steuergröße z.B. bei Die Leiden des jungen Werthers, die Person, die angeblich gefundene Schriften herausgibt
  • empirischer Autor ist als tatsächlich existente Person durch messbare Merkmale festgelegt
  • narrative Texte erzählende Instanz ungebundene Rede Darstellung eines Geschehens als Zustandsänderung
  • lyrische Texte Einzelsubjekt gebundene Rede Ausdruck von Zuständen, Gefühlen, Einstellungen
  • Was und wie kann erzählt werden? 1. reale oder erfundene Vorgänge (was wirklich geschehen ist vs. was geschehen könnte)2. im Rahmen alltäglicher Rede oder im Rahmen dichterischer Rede
  • Liedvers 3-4 Hebungen, alternierend, 8-10 Silben, Kreuzreim
  • Knittelvers 4 Hebungen, füllungsfrei, 6-16 Silben strenger Knittel: 8-9 Silben Paarreim
  • Spanischer Romanzenvers 4 Hebungen, alternierend, ohne Auftakt, weibliche Kadenz, 8 Silven, keine Zäsur, mit oder ohne Reim
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  • Vers commun 5 Hebungen, alternierend, mit Auftakt, 10-11 Silben, Zäsur nach 2. Hebung, mit oder ohne Reim
  • Blankvers 5 Hebungen, alternierend, mit Auftakt, 10-11 Silben, keine Zäsur, kein Reim
  • Hexameter 6 Hebungen, 5 Daktylen, 1 Trochäus, ohne Auftakt, weibliche Kadenz, 13-17 Silben, Zäsur meist nach 3. Hebung oder folgender Senkung, kein Reim
  • Pentameter 6 Hebungen, Daktylus, ohne Senkung nach 3. und 6. Hebung, ohne Aufttakt, männliche Kadenz, 14 Silben, Zäsur nach 3. Hebung, kein Reim
  • Paarreimstrophe 4 Verse, 4-hebig, auftaktig, immer männl. Kadenz, aabb
  • Volksliedstrophe 4 Verse, 3-4-hebig, auftaktik, alternierend (Doppelsenk. mögl.)abwechs. männl. + weibl. Kadenz, abab
  • Chevy-Chase-Strophe vier jambische, alternierend vier- und dreihebige, aber immer 'männliche' Verse, mit Reim des zweiten und vierten Vers
  • Ambiguität Mehrdeutigkeit Strauß = Vogel oder Blumen lexikalische A. = Polysemie, Homonymie kompositionale A. = grammatische, syntaktische
  • Vagheit z.B. schön verschiedene Meinungen darüber, was schön ist, fällt es in das Konzept oder nicht? - wenn der Begriffsumfang (Extension) ungenau ist
  • Wortschöpfung völlig neue Wörter: Huschhusch, Wauwau, Plopp
  • Entlehnung Wörter aus anderen Sprachen werden in die Eigene übernommen: Friseur, Tempo, Jeans
  • Wortbildung (6 Varianten) - neue Wörter werden aus schon vorhandenem Sprachmaterial gebildet Affigierung: entgiften, bedrohen, launisch, Lehrer Basisveränderung: kämpfen, wüten, Trank, Flug Reduplikation: Pinkepinke, Tingeltangel Tilgung: Auto, Uni, Cello, notlanden Verbindung von sonst selbstständigen Wörtern: Haustür, Rotwein, frühreif Bildung ohne sichtbare Veränderung: aus Verbstamm "lauf-" wird Substantiv "Lauf"
  • Lexem Wörterbuchwörter umfasst alle Wortformen mit derselben lexikalischen Bedeutung, die sich nur in ihrer grammatischen Funktion unterscheiden
  • Wortformen Textwörter verschiedene formale Ausprägungen eines Lexems lautliche oder graphische Repräsentationen eines Lexems, Ausdrucksseite
  • morphosyntaktisches Wort spezifische grammatische Ausprägung eines Lexems Einheit, die aus einer Wortform eines Lexems sowie der lexikalischen Bedeutung dieses Lexems und bestimmten morphosyntaktischen Merkmalen besteht Karl kam mit dem Fahrrad (Dativ Singular), Paul lässt sein Fahrrad (Akkusativ Singular) lieber zu Hause stehen.
  • Stamm Ausgangspunkt für alle der Flexion dienenden morphologischen Prozesse (mit Ausnahme der Suppletion)
  • Basis jeweils der Teil eines Wortes, auf den ein morphologischer Prozess angewandt wird
  • Wurzel Teil von Wörtern, die Ausgangspunkt für ALLE morphologischen Prozesse sind
  • Flexionsparadigma umfasst alle faktisch realisierten, von der jeweiligen Sprache grammatisch vorgesehenen Wortformen eines Lexems gilt als Abstraktion gefüllter Paradigmen der Lemmata einer gleichen Wortart
  • syntaktische Funktionen Subjekt, Prädikat, Objekt, Adverbial, Attribut