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Psychologie (Subject) / Emotionen & Motivation (Lesson)
Naturwissenschaftliche Ausdruckspsychologie, Behavioristische Triebtheorien, Behavioristische Emotionstheorien, Psychoanalyse, Humanistische Kommunikationspsychologie, Kognitive Motivations- und Emotionspsychologie
James, Baer et al., Watson, Skinner, Mowrer, S. Freud, A. Freud, Klein, Bühler, Maslow, Rogers, Schwarz, Arnold, Lazarus, Weiner,
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- Naturwissenschaftliche Ausdruckspsychologie Die ausdruckspsychologische Theorie: Darwin's Ausdruckslehre: grundlegende Emotionen wie Furcht, Freude, Trauer, Stolz, Scham. Ausdruck: Haltung, Mimik, Gestik, Stimme, Haut. Emotionen als angemessene Reaktionen auf Notsituationen in der Umwelt, die die Überlebenschancen erhöhen: z.B. automatischer Handlungsimpuls für die Flucht. Emotionen sind im infrahumenen Bereich zweckgerichtet, im humanen Bereich nur noch rudimentär / unvollständig vorhanden. (Siehe auch Ekman & Friesen) Die Instinkttheorie: Ererbter Mechanismus des Instinkts: Instinktdisposition mit sensorisch-motorischen Reflexkreisen: afferent (Schlüsselreize, Auslöser), zentral (viszerale Organe, Blutgefässe, Drüsen werden angeregt), efferent (leitet Nervenimpulse zu den Muskeln). McDougall: Liste von Instinkten : Emotionen als Kern der Instinkte Ereignis-Körperreaktions-Emotions-Theorie: James: zuerst Körperreaktion = Gefühl Zwei- und Drei-Faktoren-Theorie: Schachter und Singer: Reiz- Erfahrung-Erregung Facial-Feedback-Hypothese: Izard: Gesichtsmuskeln +situative Bedingungen- Meldung an sensorische Zentren in der Grosshirnrinde - bewusstes Emotionserlebnis
- Die 8 primären Emotionen von Plutchik Die 8 primären Emotionen beruhen auf basalen Verhaltensmustern zur Bewältigung von Anpassungsproblemen: Protektion: Flucht-Furcht, Reproduktion: Sex-Freude, Reintegration: Verlust-Trauer, Destruktion: Hindernisbeseitigung für Triebbefriedigung-Ärger, Erkunden: Umgebung-Erwartung, Orientierung: Kontakt-Überraschung, Einverleiben:Stimuliakzeptanz-Vertrauen, Ausscheidung: Schädliches zurückweisen- Ekel. Merke:) ADE OPERR
- Postulate zu Plutchik's evolutionspsychologischer Emotionstheorie Emotionen basieren auf genetischen Voraussetzungen. Sie sind Anpassungsformen und komplexe Reaktionsketten, die ein Gleichgewicht herstellen (Homöostase des Verhaltens) mit 8 Primäremotionen, die Ähnlichkeitsbeziehungen und Gegensätzlichkeiten aufweisen. Alle weiteren Emotionen sind Kombinationen primärer Emotionen. "Eine Emotion ist eine erschlossene komplexe Abfolge von Reaktionen auf einen Reiz; sie umfaßt kognitive Bewertungen, Veränderungen im subjektiven Erleben, Aktivierung des autonomen und zentralen Nervensystems, Handlungsimpulse sowie Verhalten, welches dazu bestimmt ist, auf denjenigen Reiz einzuwirken, der die komplexe Sequenz ausgelöst hat." (Plutschik, 1984, S.217) Kreismodell von Plutschik: Liebe-Reue, Optimismus-Enttäuschung, Ehrfurcht-Aggressivität, Unterwerfung-Verachtung
- Wundt versus Darwin Wundt's Lehre von den Ausdrucksbewegungen ist ähnlich wie Darwin's Ausdruckspsychologie, aber er postuliert ausdrücklich, dass die Ausdruckbewegungen (Gefühlsausdruck) nicht nur im Tierreich von Nutzen sind, sondern auch bei den Menschen, wo sie der interindividuellen Kommunikation (besonders nonverbal, paralingual) dienen. Wundt und Darwin denken, dass Emotionen einen ausweisbaren Nutzen haben, welche ursprünglich Reflexe waren, die dem Gesetz der Anpassung unterliegen. Wundt reduziert das Psychische nicht nur auf eine physiologische Grundlage. Er ging von einfachen Empfindungen aus, die er als bewusst erlebbare sinnliche Gefühle auffasste, die verschmelzen können, damit höhere Gemütsbewegungen entstehen.
- Emergenz-Prinzip Ein System besitzt emergente Eigenschaften, wenn es Merkmale sichtbar werden lässt, die seine Elemente nicht selbst besitzen. Emergenzprinzip: Hervortreten psychischer Gehirnfunktionen als höhere Systemeigenschaften, die auf der Ebene der Subsysteme fehlen (Leib-Seele-Problem).
- James Ereignis-Körperreaktion-Emotion-Theorie (Pragmatiker) Starke Emotionen werden von Körperempfindungen begleitet: Laut James kommen Emotionen nicht primär psychisch zustande, sondern sie werden körperlich ausgelöst! Das heisst: Das bewusste Empfinden der körperlichen Veränderungen (hohe interindividuelle Variabilität) als Reaktion auf ein Ereignis ist die Emotion. Diese Theorie gilt auch bei positiv konnontierten Gefühlen: Duft-Wasser läuft im Mund zusammen-Lust. Diese Emotionen sind nützlich, weil sie vermeiden helfen (Furcht, Ekel) oder zu einer Annäherung (Lust) führen.
- Überprüfung von James' Theorie Experiment: 210 Vpn bekommen Adrenalin gespritzt, was zu körperlichen Erregungszuständen führt. Ergebnis: Die meisten fühlen keine Emotionen! Andere (ein Drittel) berichten von als-ob-Emotionen...Nur wenige sagen, sie hätten richtige Emotionen gespürt, sofern die körperlichen Veränderungen von passenden Kognitionen begleitet waren (vergleiche kognitive Emotionstheorie).
- Darwin-Wundt-James Darwin: monistischer Ansatz: Begründung Selektionstheorie, materialistischer Wissenschaftler Wundt: idealistische Momente James: phänomenologische Momente, eher Eindrucks- als Ausdruckspsychologie Alle drei berücksichtigen den körperlichen Aspekt der Emotionen.
- Parallelschaltung von Erregung und Emotionen von Cannon Cannon: nicht jeder Emotion geht eine körperliche Veränderung voraus. Emotionen treten auf, wenn die Grosshirnrinde Infos aus den unteren Hirnregionen bekommt, unabhängig von Rückmeldungen aus andern Körperregionen (im Unterschied zu James und Lange). Nicht klassisch materialistische Auffassung (James): körperliche Reaktionen schaffen Emotionen! Nicht klassisch idealistische Auffassung (Wundt): körperliche Reaktionen durch Emotionen. Sondern: Zwischenhirn-Region des Thalamus als Verursacher von Emotionen. Parallelschaltung von subjektiver Emotion (Botschaft an ZNS) und (körperlicher) Erregung des ANS.
- Zwei- und Drei- Faktoren-Theorie (Schachter & Singer) Schachter und Singer (waren von Maranon beeindruckt): Um eine Emotion zu generieren, muss auch ein Grund für Erregung vorliegen (später auch kognitionspsychologische Emotionstheorien), d.h. 2 Faktoren: physiologische Aktivierung (Quantität / Intensität des emotionalen Erlebnisses) + Kognition (Qualität). Dies findet normalerweise in dieser Reihenfolge statt: Kognitiver, dann physiologischer Faktor (zuerst war die umgekehrte Variante nach James und Langes Einfluss gültig, später nur noch als Sonderfall!) Wahrnehmung-Wissen/Erfahrung-Einschätzung-körperliche Erregung- Wahrnehmung der Erregung-Attribution-Emotion (eher idealistischer Ansatz). Schliesslich 3 Faktoren: Das Gefühl als Ergebnis integrierter Informationen: Reizfaktor (Situation), kognitiver Faktor (Erfahrung), körperlicher Faktor (Erregung des ANS)
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- Feedback-Hypothese (Izard) Izard: Wahrnehmung des eigenen (Gesichts-) Ausdrucks ist Voraussetzung für differenzielle Gefühlserlebnisse. Die Bewegungen der Gesichtsmuskulatur wird über afferente Bahnen an die Grosshirnrinde zurückgemeldet, was dann nach der Verarbeitung zu bewussten emotionalen Erlebnissen führt. Das Facial-Feedback ist eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung für die Entstehung einer Emotion.
- Risikowahl- Modell von Atkinson Der kontextuelle Anreiz (externer Anreiz, Vergleichsgruppe) ist laut Atkinson ausschlaggebend, um extrinsische Leistungsmotivation (LM) zu erreichen. Je höher das Ziel, desto grösser der Erwartungsanreiz (EA). LM = EA x Erfolgswahrscheinlichkeit EW! Die beiden Parameter sind gegenläufig: Der Anreiz des Erfolgs steigt von leicht noch schwierig, die Erfolgswahrscheinlichkeit sinkt mit der Schwierigkeit der Aufgabe! Mittelschwierige Aufgaben werden bevorzugt (Heckhausen). Erfolgszuversichtliche wählten häufig mittelschwierige Studienprogramme, nicht so die Misserfolgsorientierten (Isaacson). Erfolgsorientierte warfen häufiger und meist im mittleren Bereich (Atkinson).
- Behavioristische Trieb- und Emotionstheorien klassisch-behavioristisch: Watson, Morgan: Emotionen sind eine rein körperliche Reaktionen auf einen Stimulus, ungelernte (Reflexe) oder gelernte/konditionierte Reaktionen. Operante Konditionierung: Skinner, Thorndike: reinforcement=Verstärkung. Differenz: Skinner: Verstärker ist nicht räumlich, sondern temporal. Abfolge: spontanes Verhalten-Verstärkung- Anreiz. Shaping neobehavioristische Zwei-Stufen-Theorie: Mowrer kontextbezogene Motivationstheorien: Lewin Risiko-Wahl-Modell: Atkinson
- Formal-behavioristische Triebtheorie von Hull Stimulus UV - Intervenierende Variable iV: Organismus/Drive (Konstrukte) - Reaktion AV. Dies ist ein 1. Schritt Richtung Neobehaviorismus. Frequenz = Häufigkeit, Latenz: Zeit zwischen S und R, Amplitude: Stärke und Geschwindigkeit des Verhaltens.
- Intervenierende Variablen (Antrieb/Drive, Habit, Reaktionspotential, Hemmungspotential) Konstrukte Ein wichtiges Konzept war neben dem Antrieb /Drive die Gewohnheit/Habit. Drive und Habit müssen miteinander gegeben sein, damit eine Verhaltensweise gezeigt werden kann. Verhaltenstendenz = Habit x Drive Experiment von Crespi: Ratten, die viel Futter vorfanden, gelangten schneller ans Ziel. Deshalb: Verhaltenstendenz = Habit x Drive x Anreiz Bedürfnis: Durst, Hunger, Zärtlichkeit, Sexualität (können sich zu einem Trieb aufsummieren) Trieb: allgemein, unspezifisch, antreibende Wirkung: Trieb energetisiert die der Situation angemessene Gewohnheit.
- Neobehavioristische 2-Stufen-Theorie Neu: Einschluss von psychologischen Konstrukten (Emotion, Motivation und Kontext wurden bei Behaviorismus vernachlässigt) Mowrer kombinierte die klassische und die operante Konditionierung: Konditioniert werden Emotionen, die durch sekundäre Verstärkungen (Hinweissignale) konstituiert werden. Übergang zur kognitiven Verhaltenspsychologie. Sekundär verstärkendee Reize bewirken Fluchtbewegung, Hemmung, Annäherungsbewegung oder Reaktionserleichterung. Propriozeptive Signale: Mit dem eigenen Körper vermittelte Signale (Reize, die Kribbeln, gute Gefühle auslösen). Organismus nimmt eine bestimmte Position ein (= Positur, siehe auch Gestalttherapie). Der sekundäre Verstärker ist jetzt im Körper. Reizgeneralisierung.
- Kontextbezogene Motivationstheorien Der Kontext wurde beim Behaviorismus zu wenig berücksichtigt. Neu: Verhalten, Person (Kognition, Denken, Gefühle, Bedürfnisse), Umgebung (Situation, Lebensraum). Lewin: Verhalten als Funktion von Person und Umgebung.
- Typologischen Konfliktmodell nach Lewin, Unterschied zu Hull Kampf der Motive (Zielkonflikte), Dominanz eines Motivs, Umgebung/Situation (Kontext), Entscheidungsakt (Verhalten wird vollzogen), Spannungsreduktion Lewin: Spannungsreduktion = Voraussetzung des Verhaltens und der Annäherung an das Ziel. Hull: Spannungsreduktion = Folge des Verhaltens und des Erreichens der Ziele 3 Konflikte nach Lewin: Appetenzkonflikt ++, Appetenz-Aversionskonflikt + -, Aversionskonflikt - -, Doppelter Appetenz-Aversionskonflikt (ergänzt durch Miller, Schüler von Lewin) + - / + - (beides hat Vor- und Nachteile)
- Psychoanalyse nach Freud: Übersicht Triebkonzept Libidotheorie Instanzenlehre Traumdeutung Übertragung
- Unbewusstes nach Freud Das Unbewusste ist eine Leerstelle X in einer Assoziationskette. Es wird so lange assoziiert bis dieses X gefunden wird.
- Triebkonzept nach Freud Trieb ist ein Konzept im Grenzbereich zwischen Psychischem und Somatischem. Trieb = Drang, sehr kraftvoll. Organismus ist dem ausgesetzt. Ziel: Triebbefriedigung: Aufhebung des Reizzustands ist lustvoll, befriedigend. Trieb braucht ein Triebobjekt (Gegenstand, Person), woran der Trieb abgeführt werden kann, bzw. die Triebspannung reduziert werden kann.
- Libidotheorie nach Freud Triebe sind flexibel. Die Triebenergie (Libido) wird auf Gegenstände oder Personen übertragen, untergebracht und immer wieder neu umverteilt. Sie lässt sich transferieren, sublimieren. Bei Entwicklungsstörungen stagniert die Libido oder es kommt zu einer Regression.
- Instanzenlehre nach Freud Bei Triebbefriedigung: Beachtung der Aussenwelt (Realität) und der sozialen Normen und der eigenen Ansprüche. Über-ich: Gewissen, Normen der Eltern, Es =Trieb, ich: vermittelnde Instanz. Alle drei sollten auf die gleiche Ebene gebracht werden.
- Abwehrmechanismus nach Anna Freud Empirisch nachweisen lassen sich diese Abwehrmechanismen allerdings kaum, da die psychoanalytischen Konzepte "vage formuliert und nicht operational definiert sind" (Zimbardo/Gerrig 2004, S.619). 1 x F, K, P, U S 2x I, 3x P, V Identifikation: Erhöhung des eigenen Selbstwertgefühls durch Identifikation mit einer Person oder Institution, die einen höheren Rang besitzt. Introjektion: Wertorientierungen der äußeren Welt werden in die eigene Ich-Struktur übernommen, so dass man sie als Individuum nicht mehr als Drohungen von außen erleben. Kompensation: Schwäche wird durch Überbetonung eines erwünschten Charakterzuges verhüllt. Frustration auf einem Gebiet wird durch übermäßige Befriedigung des Bedürfnisses auf einem anderen Gebiet ausgeglichen. Fantasie: Wünsche, die in der Realität nicht erfüllt werden können, gehen in einer reinen Vorstellungswelt imaginär in Erfüllung (Tagträume u. ä.). Projektion: Eigene Unzulänglichkeiten, die man missbilligt, oder Wünsche, zu denen man selbst nicht stehen kann, weil sie u. U. gemeinhin unmoralisch gelten, werden auf andere Personen oder Dinge übertragen. Rationalisierung: Um sein eigenes Verhalten vor sich selbst und anderen zu rechtfertigen, redet man sich ein, dass es verstandes- und vernunftgemäß sei, also rational begründet werden kann. Reaktionsbildung: Angstbesetzte Wünsche werden dadurch vermieden, dass sie quasi in ihr Gegenteil verkehrt werden. Dabei werden diese gegenteiligen Absichten und Verhaltensweisen so sehr überbetont, dass einen nicht zu überwindenden »Schutzwall« gegen jeden Versuch bilden, solche Wünsche zu befriedigen. Regression: Um klarzukommen zieht man sich auf eine frühere Entwicklungsstufe der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zurück, die einem erlauben, einfacher und „primitiver“ zu reagieren und das häufig auch mit einem tieferen Anspruchsniveau. Sublimierung: Sexuelle Bedürfnisse, die nicht ausgelebt und erfüllt werden können, durch Ersatzhandlungen befriedigt, die von der Gesellschaft akzeptiert sind. Ungeschehen machen: Wünsche und Handlungen, die von einem als unmoralisch erlebt werden, führen zu einem Verlangen, dafür zu sühnen. Damit sollen sie ungeschehen gemacht werden. Verdrängung: Das Eindringen unerwünschter und/oder gefährlicher Impulse in das Bewusstsein wird verhindert, indem diese Impulse vom Bewusstsein in das Unbewusste abgedrängt werden. Dort können sie allerdings ohne Wissen des einzelnen zum Motor von so genannten Ersatzhandlungen oder Vorstellungen werden (Träume, Fehlleistungen). Verleugnung: Man weigert sich, Dinge, Ereignisse, Verhaltensweisen u. ä. überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, und will sich dadurch vor Unangenehmem schützen. Verschiebung: Aufgestaute, meist feindselige Gefühle werden auf Objekte entladen, die weniger gefährlich erscheinen als diejenigen, von denen die Erregung dieser Gefühle ursprünglich ausgeht.
- Triebarten nach Freud Selbsterhaltungstriebe = ich-Triebe (Hunger, Durst), können aggressiv sein, auch Narzissmus Sexualtriebe: prägenital (oral, anal, phallisch), genital (in ihnen werden prägenitale Triebe aufgehoben) später: Todestrieb: Aggressions- und Destruktionstrieb Frühkindliche Triebe sind Partialtriebe, die integriert werden müssen (genitale Sexualität), sonst Perversionen, welche aufgrund von Fixierungen entstehen.
- Traumdeutung nach Freud Traumdeutung ist der Königsweg zum Unbewussten: Freie Assoziation zu Teilen des manifesten Traums. Dadurch ergeben sich latente Traumgedanken (Traumarbeit). Dies ist ein Primärprozess, der aus Verschiebung und Verdichtung besteht: Das Unbewusste als Prozess).
- Übertragung und Gegenübertragung in der Psychoanalyse Übertragung: Unbewusste Wiederholung früherer Wünsche an neuen Objekten. Frühkindliche Probleme tauchen wieder auf und werden aufgearbeitet. Gegenübertragung: Unbewusste komlementäre Reaktion des Anlytikers auf die Übertragung des Patienten. (Freud: Gegenübertragungen sollten durch die Lehranalyse ausgeschlossen werden!) Paula Heimann betrachtete die Gegenübertragung (spontane unbewusste Reaktion des Therapeuten) als förderlich. Die Wirkung des Klienten auf andere Personen wird so sichtbar.
- Identität und Lebenszyklus nach Erikson Erikson verband die menschlische Identität mit Persönlichem (unmittelbare Wahrnehmung der eigenen Gleichheit und Erfahrung von Kontinuität in der Zeit) und Sozialen. Krisen sind förderlich für das Wachstum, sofern sie bewältigt werden. 3 Abschnitte: Frühe Kindheit (3 Stadien: Urvertrauen/Urmisstrauen, Autonomie/Scham, Initiative/Schuldgefühle), Latenz- und Jugendzeit (2 Stadien: Werksinn/Minderwertigkeitskomplex, Identität/Identitätsdiffusion), Erwachsenalter (3 Stadien: Intimität/Isolierung, Generativität/Stagnation, Ich-Integrität/Verzweiflung)
- Humanistische Werk- Erlebnis- und Kommunikationspsychologie Nicht mehr das Verhalten, sondern das Erleben (von Gefühlen, Bedürfnissen) steht im Zentrum. Erklären ist der naturwissenschaftliche, Verstehen der geisteswissenschaftliche Ansatz.(Dilthey)
- Charlotte Bühler Ausdehnen der Ontogenese auf das ganze Leben. Vom Ende des Lebenslaufes her verstehen, was Personen möchten. Zentral: Erwerb und Verlust der Arbeit (produktive Leistungen = Werkdaten), Erwerb und Verlust von Positionen, Besitz, von Personen, Gemeinschaften (Verhaltensdaten). Charlotte Bühler untersuchte die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede in diversen Biographien. Im Alter ergibt es zwei verschobene Kurven für biologische und biographische Daten: Berufserfahrung kompensiert die schwindende Leistungsfähigkeit. Anfänglich Dominanz der Bedürfnisse, später Primat der Aufgabenstellung. Ein Dominanzwechsel ist notwendig: von funktionalen, d.h. bedürfnisorientierten zu mehr selbstbestimmten, d.h. aufgabenbedingten Auffassungen des Lebens. Wenn der Dominanzwechsel nicht gelingt, besteht die Gefahr von permanenter Zerstreuung und Unzufriedenheit. Ziel: Gleichgewicht von Leben und Werk (vgl. Goethe)
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- Pyramidenmodell der Bedürfnisse von Maslow Mangelbedürfnisse: Körper, Sicherheit., Bindung, Selbstachtung Wachstumsbedürfnisse: Selbstverwirklichung bewirkt eine verbesserte biologische Leistungsfähigkeit und führen zu Spannungssteigerung. Kritik: Zweiteilung der Bedürfnisse, tiefere Stufen sind nicht unbedingt Voraussetzung für höhere. Nicht alle bemühen sich, höhere Stufen zu erreichen, auch wenn die Grundbedürfnisse erfüllt sind.
- Erfahrungs- und Wahrnehmungstheorie der Gefühle (Rogers) 1. Selbstverwirklichungstendenz (epistemologisch primär): Überwindung der Diskrepanz zwischen Selbstbild und Idealbild (Ist-Soll-Wert). Bei grosser Differenz: Minderwertigkeitsgefühle, vor allem bei externen Vergleichen. 2. Aktualisierungstendenz (philogenetisch und ontogenetisch): Entwicklung seiner Möglichkeiten. Wenn die Selbsterfahrung nicht mit den organismischen Erfahrungen übereinstimmt, kommt es zu Inkongruenz, zu Verspannungen. Explizites (Selbstbild ist kohärent, Beratung) und implizites (bildet sich früher heraus / organismische Ebene beachten, Psychotherapie, Focusing) Funktionssystem. (Lux)
- Prozesskontinuum 7 Stufen 1. reden über Externes 2. reden über Probleme, die ausserhalb wahrgenommen werden 3. reden über das Selbst mit zeitlicher Distanz 4. beschreiben Gefühle in der Gegenwart ohne sie zu erleben 5. beginnen Gefühle zu spüren, dass ihre Äusserungen am organismischen Erlebenisfluss überprüfbar sind 6. erleben Gefühle im Hier und Jetzt verbal und nonverbal 7. Fully Functioning Person: Das Selbst nimmt durch Assimilation immer neuer Erfahrungen Gestalt an. Therapie: Verschiebung von innerer Diskrepanz /Inkongruenz zur Kongruenz! Kritik: Trennschärfe zwischen den Stufen ist nicht da.
- Experiencing-Focusing-Konzept Gendlin befasste sich mit den Phänomenen des Empfindens, Fühlens und Erlebens. Rogers: Der Klient ist der Experte. Gendlin: Der Körper ist der Experte. Focusing: aktives Hinhören und Wahrnehmen der eigenen Gefühle, verweilen, eingehen auf das körperliche Verständnis eines Problems. Verstreute Wahrnehmungen werden zusammengezogen, focusiert. Empfindungsmässige Hülle, körpernahe ganzheitliche Empfindung = Felt sense, den die Klienten passiv kommen lassen. Noch keine Emotion, unbestimmt. Der Körper kann die Antwort auf das Problem geben. Felt sense: impliziter Erlebnisaspekt, später explizite Bedeutungszuschreibung
- Ablauf Focusing Raum schaffen - Felt sense entstehen lassen - Symbol /Bild aus dem Felt sense herausfinden - passt das? - wenn nicht: zurück zum Felt sense und warten- Hin und Her bis zum Aha-Erlebnis (= Felt shift) - fragen nach stimmiger Symbolisierung / was bedeutet das für mein Problem? Was sollte jetzt geschehen? Was steht dem im Wege? Was wäre, wenn alles in Ordnung wäre? Fazit: Die Symbolisierung hilft zu explizieren, was im Felt sense schon implizit vorhanden ist.
- Prozess- Experienzielle Emotionstheorie von Greenberg Reiz Vorbewusst: Aufmerksamkeit - Emotionales Schema (Gefühle müssen belebt werden) Bewusst: Gedanke - Handlungstendenz (Übergang zu kontrolliertem Umgang mit Affekten und damit zu verantwortungsvollem Verhalten) - Emotion / Bedürfnis (Interaktion) Verhalten
- Prozess- Erlebnisorientierte Emotionstheorie nach Elliot 1. Schema: Nach Elliot besteht das emotionale Schema aus: Perzeptiven, körperlichen (neu), motivationalen (bei Greenberg: Bedürfnis) und symbolischen (bei Greenberg nicht aufgeführt, operiert in der Praxis mit der Attribution) Aspekten. Das Modell hilft strukturieren und ergänzen: Vermittlung zwischen schon expliziten und noch impliziten Funktionsweisen. 2. Prozess: adaptiv (der Situation angemessene Emotionen) oder maladaptiv: nicht angemessene Reaktion: Durcharbeiten des Schemas oder sekundär reaktiv: emotionale Reaktion auf eine primär adaptive Emotion reagiert (Ärger vorerst runtergeschluckt, statt angesprochen) oder instrumentell: simulierter Ausdruck einer Emotion mit bestimmten Interessen: Kontrolle, Manipulation
- Kognitive Motivations- und Emotionspsychologie Konstrukte eingefügt zwischen AV und UV. Kognitive Wende: Emotion = Kognition. Das Wesentliche an der Emotion ist die Bedeutungszuschreibung und Bewertung. KVT: Kognitive Umstrukturierung möglich
- Klassische kognitiv-evaluative Emotionstheorie nach Magda Arnold Emotionale Wirkung durch zugeschriebene Bedeutung, d.h. nicht in erster Linie das Ereignis ist wichtig, sondern die Interpretation. Stufenfolge bei der Entstehung von Emotionen: Wahrnehmung - Bewertung (appraisal) Faktische (Tatsachenüberzeugung, Sachverhalte) und evaluative (Wertüberzeugung, Erwünschtheit) Kognition. Baukasten: Tatsachenüberzeugung + Wertüberzeugung + Bewältigbarkeit führt zu emotionaler Handlung + Rückmeldung = Neueinschätzung (körperliche Reaktionen werden im Unterschied zu naturwissenschaftlichen Emotionstheorien auf ein Abstellgleis geschoben). Kritik: Das Organismische ist nicht oder zu wenig berücksichtigt. Verlaufen die Einschätzungsdimensionen parallel oder seriell?
- Motivational-relationale Emotionstheorie nach Lazarus Motivational (vermutlich Handlungstendenz)-relationale Emotionstheorie nach Lazarus Wichtig: Bewertung: primäre und sekundäre (zu bewältigen?) Einschätzung - dann Bewältigungshandlung anstelle der emotionalen Handlung (Coping = Bewältigung von Problemen). Es wird hier zwischen problemorientierter und emotionsorientierter Handlung unterschieden. Viel Interaktion¨
- Lazarus Emotionstheorie Situationprimäre Einschätzungsekundäre Einschätzung, Beurteilung der Bewältigungsmöglichkeiten Handlungstendenz (Motivation)→Bewältigungshandlung (und physiologische Reaktion)→problemorientiert oder emotionsorientiert
- Experimente Speismann et al. und Lazarus furchteinflössende Filme, UV mit Kommentar 1. echt (am meisten Stress) 2. Intellektualisierung (Distanz) 3. Verleugnung, AV: hautgalvanischer Reflex Interpretation: Stressreaktion ist abhängig von der Bewertung (primäre Einschätzung der Situation bei Lazarus)
- Coping = Bewältigung von Problemen unreflektiertes Coping im Alltag durch: Situationen vermeiden, die unangenehme Gefühle auslösen - nicht auf den Körper und die Empfindungen (später Emotionen) achten - Ablenkung - Auslöschung der Vorstellung / Erinnerung durch Überblendung (Alkohol, Drogen) Kritik: Bei Lazarus ist das Körperliche erst am Ende im Modell drin und trotzdem macht er körperliche Messungen! reflektiertes Coping: unangenehme Emotionen fokussieren, spüren, verbalisieren, Einsatz anderer Emotionen (Erinnerungen) als Gegenmittel = emotionsorientiert Verhalten, die zu Problemen führen, analysieren = problemorientiert. Coping: von VT zur KVT mit kognitiver Umstrukturierung
- Motivational-attributionale Emotionstheorie von Weiner Weiners Modell ist nahe bei Arnold: Tatsachenfeststellung (Überzeugungen + Ursachen = Tatsachenüberzeugung) + Wertüberzeugung / Verantworlichkeit + Schema / Gedächtnisfilter. Dies ist im Sinne von Heiders Attributionstheorie AT. Bewältigbarkeit (Arnold, Lazarus) und körperliche Reaktionen werden nicht mehr berücksichtigt. Emotion als Motivator des Handelns. Weiner hat Gefühle wie Nächstenliebe, Hoffnung und Mitleid untersucht. Schneller Weg über das Schema: Erfahrungen, Gedächtnisfilter, Automatismen, unverfälschte Grundemotionen → primäre Emotionen. Langsamer Weg: bei Schuld, Dankbarkeit, Mitleid, Stolz für die Weiner die Attributionstheorie anwendet. Wenn dies automatisiert wird, kann es auch über den Schema-Weg gehen. Bei allen kognitiven Modellen kommt zuerst die Bewertung.
- Gegenstandsbezogene Emotionstheorie von Ortony et al. mit Arnolds Tatsachenüberzeugung = Repräsentation + Wertüberzeugung, nun aber primär auf Gegenstände bezogen, welche in 3 Formen repräsentiert werden: Ereignis (erwünscht/unerwünscht), Handlung (lobenswürdig /tadelnswürdig), Objekt (anziehend / abstossend). Automatismus vorgesehen (wie bei Weiner), aber ohne den kognitivistischen Schema - Bergriff. Bewältigbarkeit wird wie bei Weiner nicht berücksichtigt. Kurz: Wahrnehmung - Repräsentation - Bewertung - Emotion (unbewusst / automatisch, ist ein Prozess) gibt Auskunft wie der Gegenstand nun behandelt wird, d.h. Emotionen haben einen informativen Charakter. Kritik: Keine Neubewertung
- Experiment Filter oder Prozess, Nachweis unbewusster Bewertungsprozesse Ortony: Emotionsprozess kann völlig unbewusst ablaufen (Klinger, Burton & Pitts), nachweisbar mit affektivem Primingverfahren. Vorgabe: Zielwörter (target): Adjektive positiv oder negativ bewertet (konnontiert) als Aktivierungswörter (prime), diekurz vor positiven oder negativen Substantiven präsentiert (UV) wurden. AV: Reaktionszeit, Taste drücken (positives oder negatives Wort?) Ergebnis wie erwartet: Bei gleicher Valenz schneller, auch wenn der Reiz nur kurz, d.h. unbewusst verarbeitet werden konnte (sublimale Wirksamkeit). Es gibt unbewusste Prozesse!
- Integratives Emotionsmodell von Levental & Scherer Modell ist umfassend, schliesst auch unwillkürliche, nicht kognitive Basisprozesse ein, mit Bewertung und Bewältigung, auch Tatsachenfeststellung (unerwartet /erwartet). 5 Reizprüfschritte: erwartet, angenehm, relevant, bewältigbar, vereinbar mit dem Selbst? 3 Verarbeitungebenen: sensomotorische (automatisch), Schema-Ebene (z.T. vorbewusst, schematisch reduzieren), begriffliche Ebene (bewusst, Einsicht, beurteilen durch erinnern, abschätzen der Bewältigbarkeit, Vermittlung durch kognitive Prozesse.