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Applied Economics (Subject) / MWU15 Alle Fragen (Lesson)

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  • 1. Die zentrale Annahme der Ökonomik ist, dass die Akteure ihren Eigennutzen verfolgen, allgemein formuliert: sie versuchen, ihre Situation zu verbessern. Dass das Verfolgen des individuellen Eigennutzens dabei (ohne dass dies den Akteuren bewusst wäre) zugunsten der Gesellschaft bzw. Dritter erfolgt, setzt voraus, ·         dass die Akteure auch konsequent mit den Kosten ihrer Handlungen konfrontiert werden, dass also in möglichst allen Bereichen das Haftungsprinzip durchgesetzt ist.
  • 2. Eine auf strikten Budgetausgleich ausgerichtete Fiskalpolitik ... ·         wirkt antizyklisch, das heißt den Konjunkturzyklus dämpfend, weil gerade dann, wenn die privaten Akteure mehr sparen, der Staat seine Nachfrage ausweitet, sodass eine Rezession abgeschwächt bzw. überwunden werden kann.
  • 3. Der Continuity Bias ... ·         bezeichnet die menschliche Neigung, Entwicklungen der unmittelbaren Vergangenheit für die unmittelbare Zukunft fortzuschreiben.
  • 4. Als Zentralbank-Put bezeichnet man ·         Alle Aussagen sind korrekt. ·         die Rolle der Zentralbank als Lender of last Resort. ·         die Zinssenkungen der Zentralbank, wenn „die Wirtschaft“ oder die Vermögenspreise auch nur ein klein wenig einbrechen. ·         die Liquiditätseinschüsse der Zentralbank, wenn „die Wirtschaft“ oder die Vermögenspreise auch nur ein klein wenig einbrechen.
  • Halter von Anleihen einer Bank damit rechnen können, dass diese Bank im Falle von ernsthaften Schwierigkeiten vom Staat aufgefangen wird, dann ·         Alle Aussagen sind korrekt. ·         dann kommen diese Bankgläubiger in den Genuss einer Versicherung und sind daher bereit, weniger Zinsen für ihre Kredite zu verlangen, was eine implizite Subvention für die Banken darstellt. ·         dann haben sowohl die Bankaktionäre wie die Bankmanager einen großen Anreiz, eher risikoreiche Geschäfte zu tätigen, denn wenn diese gutgehen, winken große Gewinne bzw. Boni. ·         dann ist es für die Banken leichter, zu Krediten zu kommen, und daher werden die Banken auch mehr Kredite aufnehmen! Tendenziell erhöht sich damit ihre Leverage.
  • 6. Anna plant, Aktien im Wert von € 60.000,- zu kaufen. Sie hat dafür € 20.000,- zur Verfügung, für die restlichen € 40.000,- wird sie einen Kredit aufnehmen. Sie rechnet fix mit einer Aktienwertsteigerung von 10%. Wie hoch darf der Fremdkapitalzinssatz maximal sein, wenn Anna eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15% lukrieren möchte? (Geben Sie nur den Zinssatz ein, ohne Prozentzeichen: z.B.: 3,5 für 3,5%) 7,5
  • 7. Das Bruttoinlandsprodukt ·         ist die Summe der in einem Jahr in einer Volkswirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen des Endverbrauchs.
  • 8. Beim Bail-in … ·         ist zu beachten, dass bei der Miteinbeziehung der Gläubiger in einen Sanierungsversuch diese selbst nicht in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten und damit möglicherweise ein Domino-Effekt ausgelöst wird.
  • 9. Wenn wir z.B. einen Kredit in einer niedrig verzinsten Währung aufnehmen und den Kreditbetrag in einer höher verzinsten Währung anlegen, um so aus der Zinsdifferenz zu profitieren, damit allerdings auch ein Wechselkursrisiko eingehen, ·         dann nennt man das Carry-Trade.
  • 11. Übersteigen die Schulden eines Unternehmens den Wert der Aktiva, ·         so liegt Insolvenz vor, die im Falle einer Kapitalgesellschaft vom Geschäftsführer anzuzeigen ist, um eine persönliche Haftung auszuschließen.
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  • 12. Illiquidität bedeutet, … ·         dass man seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.
  • 13. Ein Bail-out einer in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Bank durch den Staat ...     rettet die Bankgläubiger, denn ihre Forderungen werden zeitgerecht und vollständig erfüllt.  
  • 14. Ein Haircut ... ·         ist ein zumindest teilweiser Schuldenerlass. Damit soll es dem Schuldner ermöglicht werden, „wieder auf die Beine zu kommen“ und so aus eigener Kraft zumindest einen Teil der Schulden bedienen bzw. abzahlen zu können.
  • 15. Wenn wir uns in unserem Verhalten daran orientieren, was die anderen tun, ·         dann nennt man das Herdenverhalten, das besonders bei unvollständiger und asymmetrischer Informationsverteilung zu beobachten ist.
  • 16. Bei einem realen Haircut … ·         bleibt der nominell geschuldete Betrag zwar unverändert, infolge von Zinsreduktionen, Fristerstreckungen und/oder Moratorien wird aber der tatsächlich geschuldete Betrag real vermindert.
  • 17. Wenn der reale Zinssatz negativ ist, wie das in einigen Ländern, so auch in den USA, in den Jahren vor der Finanzkrise der Fall war, … ·         so macht es Sinn, die Verschuldung zu erhöhen, denn man zahlt schlechteres Geld zurück als man sich ausgeborgt hat.
  • 18. Die „Explosion der Zentralbankbilanzen“ im Zuge der akuten Finanzkrise … ·         ist auf die Übernahme der Funktion des Interbankenmarktes durch die Zentralbank zurückzuführen. Während sich normalerweise Banken untereinander ohne Sicherheiten Kredite gewähren, ist das in der Krise nicht mehr der Fall.
  • 19. Wenn infolge von Quantitative Easing … ·         der Wechselkurs der eigenen Währung fällt, dann ist es nicht sicher, ob der damit möglicherweise verbundene Anstieg der Exporte auch das Wirtschaftswachstum erhöht. Denn zum einen reduziert der gesunkene Wechselkurs ja die Kaufkraft der eigenen Währung – das inländische Realeinkommen fällt damit; zum anderen steigen die Preise der aus dem Ausland zu beziehenden Vorleistungen, was die Produktionskosten erhöht und die Exporte damit teurer macht.
  • 20. Great Recession ·         bezeichnet den Wirtschaftseinbruch in der Folge der Finanzkrise von 2007/08.
  • 21. Finanzmarktstabilität liegt vor, wenn ·         auch Banken jederzeit pleitegehen können, wenn also Marktdisziplin auch für die Banken gilt. Nur wenn sich Banken und ihre Kunden die Kosten ihrer Handlungen selbst tragen müssen und sich dieses Risikos bewusst sind, werden sie sorgsam handeln.
  • 22. Der reale Zinssatz …     ·         ist der um die Inflationsrate bereinigte nominelle Zinssatz.  
  • 23. Quantitative Easing ·         führt ceteris paribus zu einer Erhöhung der Preise für Vermögensgüter, was jenen einen zusätzlichen Gewinn bereitet, die diese Vermögensgüter besitzen.
  • 24. Wenn die Exporte eines Landes die Importe eines Landes übersteigen und der Wechselkurs dieses Landes am Devisenmarkt durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, ·         dann besteht ein großer Druck auf den Wechselkurs dieses Landes, dem die Zentralbank, wenn sie hier gegensteuern will, durch Angebot an eigener Währung entgegentreten muss, was die Devisenreserven erhöht.
  • 26. Deleveraging … ·         bezeichnet den Abbau von Schulden bzw. zumindest den Versuch, Schulden abzubauen. Dies passiert meist nach Phasen der Hochkonjunktur, in denen, in Fortschreibung der gute Zeiten, viele Akteure zu viele bzw. zu hohe Schulden gemacht haben, die aber in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nicht mehr zu tragen sind.
  • 27. Die EZB gewährt den Geschäftsbanken Kredite – allerdings gegen die Stellung von Sicherheiten … ·         Die EZB akzeptiert grundsätzlich die Staatsanleihen aller Euro- Mitgliedsländer, berechnet allerdings einen Haircut entsprechend der Bonität der jeweiligen Länder, die z.B. durch Ratings von Rating- Agenturen oder durch die Preise von Credit-Default-Swaps zum Ausdruck kommt. ·         Die EZB akzeptiert grundsätzlich keine Staatsanleihen von Euro- Mitgliedsländern, denn das würde ja bedeuten, dass sie das Finanzierungsverbot öffentlicher Haushalte durch ihre Sicherheitenpolitik umgeht und Staatshaushalte indirekt finanziert. ·         Die EZB akzeptiert grundsätzlich die Staatsanleihen aller Euro- Mitgliedsländer, allerdings nur im maximalen Umfang des Anteils des BIP eines Mitgliedsstaates an der Eurozone. ·         Keine der Aussagen ist korrekt.
  • 28. Das Mispricing of Risk, die Fehlbepreisung von Risiko ·         gilt als eine zentrale Ursache der Finanzkrise.
  • 29. Angenommen, die nominellen Zinsen betragen für langfristig gebundene Einlagen 5 % per annum. Wie viele Jahre dauert es, bis sich der Anlagebetrag verdoppelt? (Bitte nur Zahl eintragen!) 14
  • 30. Wenn Sparer infolge einer staatlichen Einlagensicherung, die nicht nach dem Risikograd des Geschäftsmodells von Banken differenziert, vor dem Verlust ihrer Ersparnisse geschützt sind, ·         dann haben die Sparer einen Anreiz, ihre Ersparnisse zu jener Bank zu geben, die die höchsten Zinsen zahlt, ohne das damit möglicherweise verbundene Risiko zu beachten. ·         Alle Aussagen sind korrekt. ·         dann veranlasst die Anreizstruktur die Bankmanager, verstärkt Risiko zu nehmen. ·         dann tragen weder Sparer, noch Bankmanager und Bankeigentümer das Risiko ihres Handelns selbst, sondern können dieses auf die Gesellschaft insgesamt abwälzen. Es liegt also Moral Hazard vor.
  • 31. Vermögenspreisblasen (Asset Price Bubbles) … ·         lassen sich durch den Vergleich des Marktwerts von Vermögensgütern mit ihrem Fundamentalwert näherungsweise identifizieren. Dabei ist freilich die Bestimmung des Fundamentalwerts des Vermögensguts das größte Problem.
  • 32. Great Moderation ... ·         ist ein anderer Begriff für die weltweit positive Wirtschaftsentwicklung vor dem Ausbruch der Finanzkrise von 2007/08.
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  • 33. Laut ökonomischer Theorie ist die individuelle Verfolgung von Eigennutz ·         nur dann auch aus ökonomischer und gesellschaftlicher Sicht sinnvoll und daher zu begrüßen, wenn die Akteure auch die Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Handlungen übernehmen müssen und durch Wettbewerb in ihrem Verhalten diszipliniert werden.
  • 36. Anna plant, Aktien im Wert von € 60.000,- zu kaufen. Sie hat dafür € 10.000,- zur Verfügung, für die restlichen €50.000,- wird sie einen Kredit aufnehmen. Sie rechnet fix mit einer Aktienwertsteigerung von 10%. Wie hoch darf der Fremdkapitalzinssatz maximal sein, wenn Anna eine Eigenkapitalrendite vonmindestens 16% lukrieren möchte? (Geben Sie nur den Zinssatz ein, ohne Prozentzeichen: z.B.: 3,5 für 3,5%) 8,8