22
Psychologie (Subject) / Klinische Psychologie (Lesson)
Kapitel 1
This lesson was created by chica_bonita.
This lesson is not released for learning.
Advertisement
- Mit was befasst sich die klinische Psychologie? den Entstehungs- u Aufrechterhaltungsbedingungen psychischer Störungen der Klassifikation & Diagnostik, sowie Verbreitung, Prävention u Behandlung psychischer Störungen den psychischen Aspekten körperlicher Erkrankungen
- Die Geschichte der klinischen Psychologie? Lightner Witmer 1896 1. Psychological Clinic 1907 Herausgeber der 1. Fachzeitschrift für Klinische Psychologie 1917 Gründung der "American Association of Clinical Psychologists". (APA) 1919 -> wird diese als eigenständige Sektion in die APA aufgenommen -> Anerkennung der klinischen Psychologie als offizielles Fach der akademischen Psychologie.
- Was unterscheidet psychische Störungen von körperlichen Erkrankungen? -> Bei psych. Störungen können keine genauen Ursachen/Wirkungen gefunden werden, da Ursachen/Folgen/Trigger/individuelle Verarbeitungsprozesse in einem Wechselverhältnis zueinander stehen.
- Wie lautet die Definition von Krankheit im allgemeinen medizinischen Krankheitsmodell? Krankheit = Defekt Krankheit entsteht durch eine spezifische Verursachung (Ätiologie) hat einen voraussehbaren Ablauf (Prognose) ist durch spezifische Phänomene oder Manifestationen beschreibbar (Symptome) lässt sich mit voraussehbaren Ergebnissen behandeln (Therapie)
- Reihenfolge allgemeines psychologische Störungsmodell? Ätiologie Psychogenese (Verarbeitung der Ursachen) Störungsdisposition (Pathologische Veränderungen in der Person) Störung Störungsfolgen
- Wie heißen die beiden Klassifikationssysteme von psychischen Störungen? ICD-10 "International Classification of Diseases" - WHO DSM-V "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" - Amerikanische Psychiatrische Vereinigung
- Was ist die Kritik vom Bio-Psycho-Sozialen Modell? es ermöglicht keine genauen Mechanismen des Ineinandergreifens der verschiedenen Ebenen erlaubt keine störungsspezifischen Aussagen schließt keine Entwicklungs- u Lebensspannenperspektive mit ein.
- Was ist die Diagnose "Störung des Sozialverhaltens" SSV (Conduct Disorder)? -> Verhaltensmuster bei Kindern/Jugendlichen, die wiederholt Grundrechte anderer oder altersangemessene soziale Regeln verletzen.
- Was ist die Prognose u Subtypen der SSV? ASPS: 60-90% mit hatten SSV im Kindes/Jugendalter. Fast 50% der Jungen mit SSV bekommen eine im Erwachsenenalter. Untergruppe der SSV: Kinder/Jugendliche mit ausgeprägter Gefühllosigkeit: -> chronische Kriminalität, reagieren schlechter auf therapeutischen Eingriff SSV bringt nicht nur ein Risiko für eine ASPS sondern auch für Angststörungen, Depressionen, Drogenmissbrauch usw. SSV= sehr behandlungsbedürftig, erhebliche gesundheitliche Risikofaktoren für die Zukunft
- Was sind die komorbiden Störungen bei der SSV? Psych. Störungen sind selten allein. Oft mehrere psych. Störungen bei einer Person. Häufigsten komorbiden Störungen der SSV sind das Oppositionelle Trotzverhalten, ADHS u Drogenabuse. Bis zu 17% der SSV-Patienten erfüllen Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung.
- Advertisement
- Was sind die Entstehungsursachen für SSV? genetische + Umweltbezogene Dysfunktionale Eltern-Kind-Interaktionen: Kritische Lebensereignisse Erlebnis eines Missbrauchs in der Kindheit Risikofaktoren wirken stärker, wenn diese akkumuliert (angehäuft) auftreten, sie können durch Schutzfaktoren (Intelligenz, soz. Unterstützung) eingedämmt werden.
- Was ist die Bindungstheorie? Bindung = grundlegendes, menschliches Verhaltenssystem, dass bei Stresserfahrungen, Trennungen und generell Gefahr aktiviert wird und, evolutionsbiologisch verankert, das Überleben eines Individuums von der "Wiege bis zum "Grab" sichern soll. = Grundlage für Verständnis der ätiologischen Ursachen u Psychogenese der SSV. Bindung sichert das Überleben eines Menschen, Menschen haben das Bedürfnis Beziehungen etc aufzubauen. Bei Säuglingen -> Aktivierung des Bindungssystems führt zu einem spezifischen Bindungsverhalten. -> Folge: fürsorgliches Verhalten. Situationen werden von Kindern verinnerlicht, bilden Arbeitsmodelle von Bindung aus -> unbewusste generalisierte Erwartungen. Sicherheitsspendendes elterliches Verhalten wird durch inneres Gefühl d Sicherheit ersetzt -> auch ohne physische Anwesenheit einer Person.
- Was ist eine unsicher-vermeidende Bindung? Bindungsbedürfnisse werden nicht passend beantwortet -> häufig zurückweisende Erfahrungen erlebt-> Beziehungsvermeidung - Besonders aggressives Verhalten, allerdings nur in „Risikogruppen“
- Was ist eine unsicher-ambivalente Bindung? Fürsorgeperson reagiert unzuverlässig erreichbar -> wechselhaftes Bindungsverhalten
- Was ist die desorganisierte Bindung? -> haben sehr oft Jugendliche mit SSV Vor allem misshandelte Kinder; Wenn bindungsbezogener Stress chronisch die Emotionsregulation des Kindes überwältigt, so kann es mit Desorientierung und Hilflosigkeit reagieren.
- Was ist Inhibierung? (Hemmung der Mentalisierung) Versuch, sich an missbräuchliche Bindungskontexte anzupassen. Kinder sind von Fürsorgepersonen existenziell abhängig -> Im allg. Krankheitsmodell: -> psychogenetische Verarbeitung (Mentalisierungshemmung) einer spezifischen Ätiologie (brutalisierte Bindungsbeziehung).
- Was ist der Ausblick der SSV? aktuelle Forschung der SSV wird als reduktionistisch kritisiert. Es besteht ein großer Bedarf an ätiologisch u kausal orientierten Studien zu SSV bei Kindern u Jugendlichen, da effektive Programme zur Prävention u Intervention der SSV so lange fehlen, bis die Entwicklungswege besser erfasst worden sind. Forscher sollen puralistische und interdisziplinäre Ansätze verwenden.
- Von was geht das Multikausalitätsprinzip aus? Psychische Störungen haben oftmals einen bennenbaren Auslöser (Trigger),(z.B. Geburt der Tochter) dieser ist jedoch nicht identisch mit den zugrundeliegenden Ursachen (Prädispositionen).(= dysfunktional verarbeitete traumatische Kindheitserfahrung)
- Was ist Multifinalität? Dieselbe Ursache kann zu verschiedenen psychischen Störungen führen.
- Was ist die Ätiologie? = Bio-psycho-soziale Ursachen, die vermittelt über eine Psychogenese zu einer Störungsdisposition führen können.
- Was ist die Psychogenese? = individuelle psychische Verarbeitung von schwierigen äußeren und inneren Bedingungen in der lebenszeitumspannenden Entwicklung einer Person, die in eine Störungsdisposition münden kann.
- Was ist die Störungsdisposition? = pathologische Veränderungen in der Person/ im System -> kann eine Person anfällig für eine psychische Störung machen. Daher gibt es keine direkten kausalen Zusammenhänge. d.h. ein schwieriges Temperament oder traumatische Erfahrung mündet nicht automatisch in eine bestimmte psychische Störung.