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Psychologie (Subject) / Psycho Folie 7 (Lesson)
Moralische Entwicklung
Neuere Lernmodelle: Lernen durch Einsicht
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- Prinzipien von Stufen- / Phasenmodellen •alle Phasen müssen in dieser Abfolge durchlaufen werden (unidirektional) •dies geschieht in einem bestimmten Entwicklungszeitraum mit zum Teil erheblicher interindividueller Variabilität •es kommt zu qualitativen / quantitativen Veränderungen •keine Phase kann übersprungen werden •ein Zurückfallen in eine vorherige Stufe ist nicht möglich •die Entwicklung erfolgt in Richtung eines End- oder Reife-zustands
- Moralentwicklung nach Jean Piaget 1.Stadium der heteronomen Moral Regeln und Pflichten als unveränderbare Tatsachen bis ca. 7 Jahre (kognitives Stadium der konkreten Operationen wurde noch nicht erreicht) 2.Übergangsphase von ca. 7 - 10 Jahren vermehrte Interaktion mit Peers führt zur vermehrter Perspek-tivenübernahme Regeln werden als von der Gruppe aufgestellt und veränderbar erlebt 3.Stadium der autonomen Moral (= moralischer Relativismus) Regeln sind veränderbar und ein Produkt sozialer Interaktion Gerechtigkeit und Gleichberechtigung als wichtige Faktoren hinsichtlich neuer Regeln Berücksichtigung von Motiven und Absichten
- Kohlberg entwickelte auf Basis der Überlegungen Piagets sein Stufen-konzept Kohlberg entwickelte auf Basis der Überlegungen Piagets sein Stufen-konzept: Piaget: Stadium der heteronomen Moral Stadium der autonomen Moral Kohlberg: •diskontinuierliche und hierarchische Abfolge der Moralentwicklung •die Stufen unterscheiden sich hinsichtlich der Qualität
- Moralentwicklung nach Lawrence Kohlberg •Das moralische Urteil ist eng mit der kognitiven Entwicklung des Individuums verbunden. •Erst durch entsprechende kognitive Fähigkeiten ist das Individuum in der Lage, moralische Konflikte zu bearbeiten. •Kohlbergs Interessensschwerpunkt liegt auf der Analyse der Gründe der normativen Urteile und den Orientierungen, somit auf den Kognitionen, nicht auf der Analyse der Handlungsent-scheidung. •Die Erforschung dieser Normenbegründung erfolgt durch hypo-thetische moralische Dilemmasituationen.
- Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung (Niveaus) präkonventionelles Niveau (ca. 9 Jahre) 1. Stufe: Strafe und Gehorsam (physische, nicht soziale Konsequenzen sind entscheidend) „Jede Handlung ist gerecht, für die ich belohnt werde." 2. Stufe: naiver instrumenteller Hedonismus (pragmatische Orientie-rung) „Gerecht ist, wenn ich jetzt etwas für Dich tue, und Du später auch etwas für mich." Autoritätsorientierung konventionelles Niveau (ca. 17 Jahre) 3. Stufe: interpersonale oder Gruppenperspektive ("gutes Mädchen" / "gu-ter Junge") „Gerecht sind jene Handlungen, die in meiner Gruppe gut geheißen werden." 4. Stufe: Gesellschaftsperspektive (Orientierung an Recht und Ordnung) „Alle Handlungen sind gerecht, wenn sie den vereinbarten Regeln der Gesellschaft folgen." Konventionsorientierung postkonventionelles Niveau (ab der Adoleszenz) 5. Stufe: Orientierung am Gesellschaftsvertrag (sozialer Kontrakt, Hedonismus) „Gerechtigkeit bedeutet, dass Menschen ihre fundamentalen Rechte wahrnehmen können." 6. Stufe: Orientierung an allgemeingültigen Prinzipien (universelle ethische Prinzipien; s. kategorischer Imperativ von Kant) „Versetze dich in die Perspektive von allen an einer moralischen Situation Beteiligten, beachte ihre Rechte und Pflichten, und fälle dann ein Urteil." Prinzipienorientierung
- zentrale Aussagen Kohlbergs zum Niveausystem •Unterschiede zwischen den Stufen liegen nicht in einem zunehmenden Wissen über Werte und Normen, sondern in qualitativ differenten Kognitionen über moralische Probleme. •Das Stufensystem wird der Reihe nach durchlaufen und jede Stufe bildet die Voraussetzung für die nächsthöhere. •Die Stufenfolge wird nicht grundsätzlich von jedem Menschen bis zum Ende durchlaufen. •Die Stufe der „Orientierung an allgemeingültigen Prinzipien" (6) stellt eine Idealform dar, die nur von wenigen erreicht wird und wird häufig als Erweiterung der fünften Stufe angesehen. Entwicklung des moralischen Urteils als lebenslange Aufgabe! •Je höher die moralische Stufe, desto moralischer das Handeln. •In Kohlbergs Entwicklungsmodell besteht die Möglichkeit, bei einzelnen moralischen Urteilen im Stufensystem zurückzufallen. Dies kann bspw. bei starker emotionaler Beteiligung der Fall sein. •Kohlberg postuliert die Universalität der Stufen.
- Fürsorgemoral (C. Gilligan) Fürsorgemoral (C. Gilligan) •(weibliche) Fürsorgemoral vs. (männliche) Gerechtigkeitsmoral •Frauen neigen eher dazu, ihr Augenmerk auf Fürsorge und Verantwortung anderen gegenüber zu richten als auf die Balance von Rechtsansprüchen und Verträgen •Fokus der Moral auf Fürsorge/Pflege/Zuwendung und das Gefühl für Verantwortung und Beziehungen •Definition von Moral ist allerdings nicht an das Geschlecht gebunden, sondern an die jeweilige Thematik
- Fürsorgemoral vs. Gerechtigkeitsmoral Fürsorgemoral Individuen sehen sich als Teil eines Beziehungsgeflechts oder Beziehungsnetzwerks Urteilsmodus ist ausdrücklich situationsbezogen und kontextintensiv Voraussetzung für das moralische Handeln nach Gilligan ist Anteilnahme und die Fähigkeit zu verstehen, was ein anderer erlebt (Empathie) Ethik der Gerechtigkeit; Logik gegenseitiger Rechte und Pflichten Verantwortungsethik psychologische „Logik der Beziehungen " Gerechtigkeitsmoral Gerechtigkeitsperspektive Urteil ist getrennt von eigenen Beziehungen und Erfahrungen autonome Position Logik der Gleichberechtigung und der Gegenseitigkeit rational
- Wahrnehmungs- bzw. Gestaltgesetze •Gesetz der Ähnlichkeit •Gesetz der guten Gestalt •Gesetz der Kontinuität •Gesetz der Nähe
- Lernen durch Einsicht •Köhlers Beobachtungen: –„gute Fehler" der Tiere, da sie unterschiedliche Lösungsmöglich-keiten ausprobieren, die innerhalb des Experiment prinzipiell funktionieren könnten –die Tiere lösen komplexe Probleme sehr plötzlich •Widerlegung von Thorndikes Annahme, dass Tiere durch Versuch und Irrtum lernen (diese spielen nur eine unterge-ordnete Rolle)
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- Lernen durch Einsicht in Phasen + Fazit 1.Wahrnehmung aller Komponenten einer Problemsituation 2.Herstellung von Beziehungen zwischen den Komponenten 3.zielgerichtete Ausführung lösungsführender Handlungen kognitive Umstrukturierung führt zu … …Einsicht = Wahrnehmung einer Struktur / Organisation ("Aha-Erlebnis") Fazit •Jede verbale Wissensvermittlung zielt auf Einsicht ab: hierbei soll kein Lernen durch Versuch und Irrtum ent-stehen, sondern der Lernende soll verstehen, wie das Besprochene funktioniert. •Wahrnehmungsvorgänge spielen beim Lernen durch Einsicht eine entscheidende Rolle für das Verständnis des Lernprozesses. •Einsicht erhöht auch die Transferleistung! –Transfer = die Übertragung des Gelernten auf strukturell ähnliche Situationen •Verhalten kann nicht durch einzelne, isolierte Bestandteile verstanden, wohl aber in diese zerlegt werden.