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NEU (Subject) / Neu (Lesson)

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  • Was ist ein Interview? Zielgerichtete, mündliche Kommunikation zwischen einem oder mehreren Befragern/Befragten für eine Informationssammlung über Verhalten und Erleben. Das Gespräch läuft nach impliziten und expliziten Regeln ab, um Infos zur Beschreibung/Erklärung/Vorhersage individuellen Verhalten zu erheben.
  • Was ist Exploration? Erkundung des subjektiven Lebensraums eines Probanden. Hauptmethode der biographischen Persönlichkeitstheorie von Hans Thomae
  • Was ist Anamnese? Erhebung von Daten zur Vorgeschichte einer erkrankten Person, bevor die eigentliche Behandlung beginnt.
  • Was ist Katamnese? Rückblickende Sammlung von Infos nach einer Behandlung. Sie dient dazu die Stabilität der Behandlungseffekte abzuschätzen.
  • Was ist Eigenanamnese? mit Beispiel! Betroffene Person gibt selbst Auskunft über ihre Vorgeschichte. Bsp.: systemisch orientiertes Erhebungsinventar zur Eigenanamnese bei Kindern von Kubinger: Gesprächsleitfaden für 6-16 jährige symptombeladene Kinder. DIent dazu Beziehungen, Beziehungsbewertungen und Verhalten im Problemsystem, Stabilisierungsmechanismen und Ressourcen zu erfahren.
  • Fremdanamnese? mit Beispiel Bezugspersonen geben Auskunft über die Vorgeschichte. anamnesistischer Elternfragebogen von Deegener: Eltern geben schriftlich Auskunft über Gründe für die Vorstellung beim Arzt und Patientenvorgeschichte, wie Entwicklung, Schule, Verhältnis zu Geschwistern, Gleichaltrige, Erwachsene.
  • Unterschiede zwischen einem Alltagsgespräch und einem Interview? Wiederholungen werden im Alltag vermieden Im Interview stellt nur der Interviewer Fragen, explizite Rollenverteilung Interviewer steuer allein durch explizite Signale den Redefluss; Unterbrechungen sind dadurch möglich Alltagsgespräche basieren auf implizitem, gemeinsamen Hintergreundwissen Im Interview sollen implizite Wissensbestände explizit gemacht werden Im Interview sind Details wichtig. Im Alltag werden sie aus Höflichkeit vermieden Interviews sind regelgeleitet und folgen einem Zweck. Im Alltag ist kein expliziter Zweck nötig
  • Interviews unterscheiden sich hinsichtlich? Mit Erklärung! Settings, Medien:Reale Begegnung, Telefon, Internet Dauer: 60- 90 Minuten sollten nie überschritten werden Anzahl der Beteiligten: beides kann variieren. Bei einem Panelinterview:mehrere Interviewer und ein Kandidat; Bei einer Focus Group: Ein Interviewer stellt einer Gruppe Fragen. Rolle des Befragers: Weich: Schaffung einer offenen warmen Atmosphäre (Carl Rogers: Positive Wertschätzung, Empathie, Kongruenz/Echtheit) oder Neutral: Zurückhaltend-interessierte Rolle (Fehlerquellen minimieren, Vergleichbarkeit) oder Hart: Durchbrechung der Abwehr und erzwingen der Offenheit (Stressinterview: Dabei wird man mit Fragen bombardiert um die Stressresistenz zu erfasssen) Ziele: umfassende Beschreibung (Persönlichkeitsforschung von Thomae), Identifikation von auslösenden/aufrechterhaltenden Bedingungen für dysfunktionalem Verhalten (klinischer Bereich), besten Bewerber auswählen (Interview) Strukturierung/Standardisierung: Strukturierung des Ablaufs, Standardisierung der Fragen/Antworten
  • Was lässt sich in einem Interview standardisieren? Fragen: Mikrostruktur: Worlaut, Anzahl, Abfolge Antworten: Ja/nein, offen Auswertung: Standardisiert: Antworten werden nach bestimmten Regeln vorgegebenen Kategorien zugeorndet/auf zurvor festgelegten Merkmals-/Anforderungsdimensionen quantitativ eingeschätzt. Verhalten des Interviewers: hängt eng mit der Fragenstandardisierung zusammen; wie wird auf Nachfragen reagiert? All das legt die Makrostruktur fest. Das Ausmaß ist graduell und lässt sich auf Kontinuum zwischen zwei Extremen erfassen. Bei völlig standardisierten ist alles festgelegt.
  • Wann ist die Umwandlung von einem Interview in einen Fragebogen möglich? Fragen, Antworten und Auswertung sind standardisiert. Beobachtung ist irrelevant
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  • Hoch Standardisiertes Interview: Merkmale und mit Beispiele Inhalt, Reihenfolge, Interviewerverhalten, Antwortklassen und Auswertung sind festgelegt. Individuelle Variationen sind nicht erwünscht. Guter Vergleich zwischen Interviews, ökonomische Auswertung.Gütekriterien können einfach ermittelt werden und die Anforderungen an den Interviewer sind gering. Fehler sind kontrollierbar und reduzierbar. Subjektiver Lebensraum/Repräsentationen ist evtl unangemessen. Wortäquivalenz ist nicht zwingend Bedeutungsäquivalenz.Wirkt unnatürlicher Beispiel: DIPS: Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen. oder Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV
  • Unstandardisiertes Interview? Gewisse Themen sind festgelegt. Weitere können und sollen exploriert werden. Subjektive Repräsentationen werden besser erfasst. Sprachstil wird auch angepasst Möglichkeit des adaptiven Diagnostizierens. Passende Anschlussfragen können gestellt werden. Vergleichbarkeit ist geringer. Keine Garantie, dass alles erfasst wird. Vom Interviewer werden mehr Fähigkeiten gefordert. Bedeutungsäquivalenz ist wichtiger als Wortäquivalenz. Beispiel: Narratives Interview von Schütze.
  • Was ist eine Filterfrage? "Adaptives im strukturierten Interview": Frage im strukturierten Interview, bei der ein neuer Fragenzweig weiter verfolgt werden kann und ein anderer nicht in Abhängigkeit von der Antwort. Meist im klinischen Bereich.
  • Teil-/Halbstruturiertes Interview: Gesprächsleitfaden mit mehr/minder ausformulierten Fragen, die angesprochen werden müssen. Vergleichbarkeit ist dadurch leichter möglich. Zusatzfragen und individuelle Variationen sind trotz Leitfaden möglich.
  • Interaktionen im Interview aus verschiedenen Perspektiven? Kognitionspsychologisch: Infoverarbeitungsprozesse werden von Emotionen  & Erwartungen begleitet. Non- und Paraverbale Signale müssen wahrgenommen, verstanden und abgestimmt werden. Relevante Gedächtnisinhalte werden abgerufen und ausformuliert. Vor und während der Befragung können Emotionen aufkommen. Tiefenpsychologisch: Emotionen können auch durch Übertragungsprozesse/Gegenübertragung erklärt werden (Susan Anderson) Vergangene Beziehungen haben Einfluss auf aktuelle Beziehungen! Jeder hat mentale Repräsentationen von positiv/negativ. Bisher wurden keine Studien im Zusammenhang mit Interviews gemacht. Motivation: Bedürfnis nach Kontrolle und Komplexitätsreduktion, Selbstdarstellung (Guten Eindruck machen bei sexy Interviewer), Selbstwertregulation (Vermittlung eines bestimmten Bildes der eigenen Person, um den Selbstwert aufrechtzuerhalten), altruistische Motive, Machtmotivation. Lernpsychologie: Wechselseitige Verstärkungsprozess, Redefluss des Probanden wird stimuliert durch non-/verbale Verstärker (Studie: Doughtery, Turban, Callendar) Sozialpsychologie: Beim ersten Treffen kommt es zu Ersteindrucks-/Stereotypisierung-/Kategorisierungsprozesse, die durch äußeres mitbedingt werden. Attributionsverzerrung: Attribution auf dispositionale statt auf situative Bedingungen. Asymmetrischer Kommunikationsprozess: Nur der Interviewer fragt, dabei kommt es zu Machtspielen.
  • Vorteile eines Interviews gegenüber einem Fragebogen: Intervalle der Antwortskala bleiben konstant bei einem Fragebogen, bei wiederholter Messung kann sich jedoch die Bedeutung ändern (Rekalibrierung). Das Bedeutungssystem muss bei Post-Testunge noch anwendbar sein bei einem Fragebogen. Bei einem Interview kann neben der quantitativen Veränderung innerhalb eines bestimmten Systems auch die qualitativen Übergänge zwischen den Bedeutungssystemen erfasst werden, was im psychoterapeutischen Bereich aber auch bei Interventionen wichtig ist. Bsp: Personen lernen bei einer Therapie andere Sichtweisen kennen sich selbst zu sehen. Dies kann bei einem Interview besser erfasst werden.
  • SIFFM Strukturiertes Interview für das Fünf-Faktoren Modell: Ähnlich wie beim SKID: Antworten auf Frage entscheiden über den Verlauf - Erfassung adaptiver/klinischer relevanter Extremsausprägungen und Facetten und Faktoren der Big Five, welche auf Persönlichkeitsstörungen hinweisen. - Vorteile: Persönlichkeitsbeurteilungen erfolgen durch den Interviewer (objektiver VORTEIL GEGENÜBER FRAGEBOGEN) und das Verständnis der Fragen wird sichergestellt.
  • Wie sehen kognitiv komplexe Menschen Objekte und Sachverhalte? Sie neigen zu detaillierten Sichtweisen von Personen, Sachverhalten, Objekten und beurteilen/strukturieren dese mit mehreren Dimensionen. Komplexe Partner geben also differenziertere Antworten.
  • Konsequezen für die Interviewgestaltung: Bei weichen und neutralen Interviews: Transparenz: Eindeutige Info der Interviewsituation mit Ablauf, Ziel, Rollenverteilung und Dauer -->Schafft gleiche Bedingungen und alles scheint bewältigbar. Beziehungsgestaltung: Gute und Vertrauensvolle Beziehung, damit möglichst viel erzählt wird. Hermann: Befragter soll unterschiedliche Rollen annehmen! Freundlich aber neutral: Zeigen von non-/verbalem Interesse OHNE Wertung. Auf keinen Fall solidarisieren! Metakommunikation: Gegebenfalls Bezieheungsebene Thematisieren und über stattfindende Kommunikation reflektieren. Wenn zB der Befragte einem misstraut.
  • In welchen Bereichen (der Individualdiagnostik) ist die Interviewmethode indiziert: Erarbeitung einer diagnostischen Fragestelung (Warum sind sie zu uns gekommen) Abklärung des Kontextes der diagnostischen Fragestellung. (Beziehung zu Mitschülern bei Schwierigkeiten) Erhebung persönlicher und intimer Infos. (Beziehung zum Partner)
  • Wann ist ein Interview sinnvoller? Quantitatives Paradigma: Ergebnisse von Interview hat vorbereitenden Charakter. Qualitatives Paradigma: Interview ist die wichtige Forschungsmethode. Allgemein: Es gibt keinen geeigneten Fragebogen, dann Interview.
  • Interviews in verschiedenen Anwendungsfeldern mit Details: 1!: Klinische Psychologie und Beratung: Deskription einer Symptomatik/Deskriptive Diagnostik Klärung der Störungsbilder: aufrechterhaltende oder auslösende Bedingungen für ein dysfunktionales Verhalten. Klassifikatorische Einordnung: durch standardisierte Interviewleitfäden SKID-I und SKID-II Prädikative Diagnostik: zukünftige Verläufe planen Evaluation von Veränderungen Klinische Dokumentation SIFFM: strukturiertes Interview für das 5-Faktoren Modell: erfasst klinisch relevante und adaptive Extremausprägungen, die auf Persönlichkeitsstörungen hinweisen. Im Gegensatz zum Fragebogen hat es 2 Vorteile: Persönlichkeitsbeurteilungen werden weniger durch die aktuelle Stimmung beeinflusst und das Verständnis der Fragen kann sichergestellt werden. Es werden zunächst Ausgangsfragnstellt, die je nach Antwort genauer explioriert werden. Ein erfahrener Interviewer nimmt dann eine Einschätzung vor. Behandlungssteuerung 2!: Personalpsychologie Einstellungsinterview MMI EOG 3!: Forensisch: Zeugenbefragung: 1. Mentales Zurückversetzen in Wahrnehmungskontext 2. Alles Erzählen was einfällt 3. Schilderung in unterschiedlicher Reihenfolge 4. Schilderung aus unterschiedlichen Perspektiven
  • Ein Beispiel für ein qualitatives Paradigma: Der Interviewer passt seine Sprache an. Dies basiert auf einem konstruktivistischem Ansatz. Beispiel narratives Interview.
  • Carl Rogers Gesprächspsychotherapie Kennzeichen: Empathie, Wertschätzung, Echtheit, Kongruenz. Dadurch wird der Klient zur Selbstexploration angeregt.
  • Lösungsorientierte Kurzzeittherapie: Kennzeichen und Beispiel Spezielle Fragentechnik zur Exploration von Ressourcen/Ausnahmen von Problemmustern. Einbindung hypothetischer Fragen. Beispiel Wunderfrage: Wie würden Sie wissen, wenn ein Problem über Nacht verschwinden würde?
  • Spielbasierte Befragung: Umsetzung der mündlichen Befragung im Medium Spiel. Ein Beispiel ist das projektive Verfahren: Szeno-Test: Holzkiste mit 16 Figuren von denen 8 Kinder und 8 Erwachsene sind, daneben liegen andere Bausteine und Zusatzmaterial (Elefant, Einhorn, Funkelstein, Fernseher, Löwe, Prinz, Schrubber). Das Kind soll anschließend etwas aufbauen. Bei Kindern zwischen 4 und 8. Es können nämlich schnell Loyalitätseffekte oder Langeweile entstehen.
  • MMI? Multimodales Interview: Schuler entwickelt ein teilstandardisiertes Interviewsystem damit Interviews möglichst valibe, reliabel, objektiv gestaltet werden können: Gesprächbeginn Selbstvorstellung des Bewerbers Freier Gesprächsteil Berufsinteresse, Berufs-/Organisationswahl Biographiebezogene Fragen Realistische Tätigkeitsinfos Situative Fragen
  • EOG: Entscheidungsorientiertes Gepräch: dienen der Vorbereitung möglichst zufriedenstellender Entscheidungen. (Westhoff) Entschedungsorientierte Gespräche zeichnen sich durch Teilstandardisierung und Verhaltensorientierung aus. V= fI(U,O,K,E,M,S): Verhalten ist eine Funktion aus Umgebung, organismischer/körperliche Bedinungen, kognitiver/leistungsfähigkeit, emotionaler/Umgang mit Belastungen, motivationaler/Leistungsmotive, sozialer Variablen/soziale Intelligenz und Einstellung und der Wechselwirkun (Index I).
  • Erinnerungshilfe/Kognitives Interview in der forensischen Psychologie: Mentales/Emotionales Zurückversetzen in den Wahrnehmungskontext: Dadurch werden Erinnerungsleistungen verbesserst wird. Alles Erzählen: Auch unwichtiges. Dabei werden Assoziationen aktiviert. Im freien Bericht resultieren mehr korrekte Infos. Schilderung der Ereignisse in unterschiedlicher Reihenfolge: Assoziationen werden ausgelöst! Schilderung des Ereignisses aus unterschiedlichen Perspektiven: Gefahr von Spekulationen
  • Interviews in psychologischer Forschung: ohne Erklärung Biographisch-idiographischer Ansatz und Biografischer Ansatz
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  • Biographisch-idiografischer Ansatz: Von Hans Thomae. Individuum und seine Welt möglich genau, WERTNEUTRAL, THEORETISCH-METHODISCH UNVOREINGENOMMEN beschreiben. Damit grenzt sich Thomae von normativen Ansichten ab, deren idiosynkratischer Elebnisstrom durch item-gestütze Erhebung zerstört wird. Naiv-Empirische Haltung. WENIG STRUKTURIERT. Freie Exploration als Methode. Dabei soll der Interviewpartner frei über sich erzählen und ist somit Experte seines Daseins. Er verfolgt dabei einen radikal idiographischen Ansatz, hat aber 2 Ansätze vorgeschlagen: - Konzept der Daseinstechniken (später Reaktionsformen, coping): wertneurtrale Bewältigung impliziert bereits aktive und erfolgreiche Versuche der Bewältigung/Möglichkeit des Umgangs mit bedeutenden/belastenden Lebensereignissen.  
  • Biographisch-narrativer Ansatz: Von McAdams. Menschen unterscheiden sich in Art und Weise wie sie Identität und Bedeutung im Rahmen der Lebensgeschichte konstruieren. Identität=narrative Identität/Internalisierte Geschichte, die man immer erzählt, um Vergangenheit und Zukunft in kohärentes Ganzes zu integrieren. Kultureller Kontext kann Lebensgeschichte stark beeinflussen. Jede Kultur hält ein Menü von Themen, Bildern und Plots bereit für die Konstruktion der narrativen Identität Amerikaner: Neigen zu Erlösungsgeschichten. Erzählen ihr Leben in Episoden mit anschließend höherem Status und dadurch der Gesellschaft was zuruckgeben. Das narrative Paradigma hat sich durchgesetzt. Identität als bewusst erreichtes, gefundenes. Es gibt sogar eine Zeitschrift Narrative Inquiry.      
  • Was ist qualitative Sozialforschung? Eigenständiges Paradigma, die als Opposition zum quantitativen Paradigma zählt.
  • Grundannahmen der qualitativen Sozialforschung 1. Sozial-konstruktivistische Position: Soziale Wirklichkeit wird in Integrationsprozessen der beteiligten Akteure gemeinsam hergestellt und konstruiert. 2. Es interessiert der Prozesscharakter und Reflexivität der sozialen Welt. 3. Objektive Lebensbedingungen werden durch ihre subjektive Bedeutung für Individuum relevant. Der subjektive Sinn soll durch hermeneutische Methoden interpretiert werden. 4. Kommunikation wird auch methodisch durch dialogische Verfahren der Datenerhebung umgesetzt.
  • Kennezeichen der qualitativen Sozialforschung Methodisches Spektrum statt Einheitsmethode Gegenstandsangemessenheit von Methoden Orientierung am Alltagsgeschehen/Alltagswissen Kontextualität als Leitgedanke Perspektive der Beteiligten Reflexivität des Forschers Verstehen als Erkenntnisprinzip Prinzip der Offenheit Fallanalysen als Ausgangspunkt Konstruktion der Wirklichkeit als Grundlage Qualitative Forschung als Textwissenschaft Entdeckung und Theoriebildung als Ziel
  • Interviewer as a Miner: Quantitative Orientierung! Wissen muss ausgegraben werden, dabei wird es nicht verändert oder kontaminiert. Wissen ist somit standardisiert und gegeben.
  • Interviewer as a traveller. Qualitative Orientierung: Wissen wird in der Konversation mit anderen konstruiert. 
  • es gibt 19 qualitative Interviewtypen von Bortz und Döring. Dazu zählt das Leitfadeninterview. 2 davon: Narratives Interview ! (Unstrukturiert, Schütze): Meist in qualitativer Biographieforschung (auch autobiographisches-narratives Interview genannt). Haupterzähung wird durch initiale Aufforderung stimuliert, kein Nachfragen; Aufrechterhalten des Gesprächs durch non/verbale Signale. Nachfragen und tangentielles Erzählpotential ausschöpfen, NOCH NICHT WARUM WAS PASSIERT. Bilanzierungsphase: Abstrahierung von konkreten Details; Identifikation von wiederkehrender Muster. Fokussiertes Interview: von Merton. Fokussierung auf bestimmtes Objekt/Gegenstand, der als Geprächsanreiz fungiert. Ursprünglich als Gruppeninterview genutzt.Hypothesen zum fokussierten Gegenstand bestätigen aber auch neue subjektive Erfahrungen erschließen.
  • Fragenformulierung? Einfach und kurz Eindeutig: Uneindeutig wirken Fragen mit doppelten Verneinungen, Keine Suggestionen. Außerdem: verständlich, klar, nicht zu lang,
  • Fragentypen Fragen lassen sich nach ihren Funktionen einteilen: Funktionale Fragen: Steuern größere Teile eines Gesprächs und übernehmen Gelenk-und Schaltaufgaben. Kontakt-/Einleitungsfragen können zu Beginn gestellt werden (=Smalltalk); Überleitungsfragen bremsen andere bzw. führen ein neues Thema ein; Kontrollfragen am Ende eines Themas zum Verständnis oder um auf Widersprüche hinzuweisen Beispiel dafür ist die COLOMBO-Technik (sich absichtlich dumm stellen); Filterfragen: Sprungregeln bei einer bestimmten Antwort folgt ein neuer Zweig. Formale Fragen: Dienen dazu, dem Partner mitzuteilen, wie er etwas darstellen soll: Offen vs. Geschlossen, direkt vs indirekt, allgemein vs konkret.
  • Herausforderung von Interviews bei Kindern LW, Hemmungen, Angst, Unsicherheit, Überforderung, Loyalitätskonflikte
  • Offene Frage Eine Frage ist offener, je weniger durch sie die Art zu antworten festgelegt wird. Freie Beantwortung möglich bei Themeneröffnung, !Ausführliche Behandlung eines Themas, Anregung konkreter Beispiele !Neues Thema
  • Geschlossene Frage Indektionsfragen (Wer, Wo, Was, Wie viele), Selektionsfragen (Studieren sie Psychologie, Soziologie oder BWL), Ja-Nein-Fragen Um im Anschluss an offene Frage Details zu klären, wenn lange Pause nach offener Frage bei gehemmten Personen, die lange Pausen nach offenen Fragen zeigen, Bei Befragten, die dazu neigen vom Thema abzuschweifen (insbesondere Selektionsfragen, um sich Klarheit zu verschaffen)
  • Direkte Frage Interviewter erkennt das Ziel der Frage direkt. Nicht immer geschlossene Fragen.
  • Indirekte Fragen Fast immer offene Fragen, Kommen zum Einsatz wenn Gedächtnisinhalte nicht unmittelbar abgerufen werden können oder bei intimen, belastende bzw. heiklen Fragen.
  • Allgemeine Frage Können offen und geschlossen gestellt werden. Der Proband soll zum einem bestimmten  Thema sprechen.
  • Konkrete Fragen Beziehen sich auf konkrete Erlebens-/Verhaltensweisen und können zusätzlich situative Bedingungen spezifizieren. Insbesondere in der Entscheidungsorientierungen Gesprächführung beliebt. Können in offenem bzw. geschlossenem Format gestellt werden.
  • Sequentielle Fragentechnik Gespräch beginnt mit allgemeiner  Frage und wird immer konkreter. Konkrete Fragen werden in diesem Kontext oft als Nachfragen verwendet um vage Äußerungen zu spezifizieren.
  • Aufbau eines Interviewleitfadens: Eröffnung: kurzer Smalltalk, Gegenstand und Ziel, Ablauf, Zeitrahmen, Einverständnis zur medialen Aufzeichnung (Audio meist erwünschter als Video), Anonymität (ethische und rechtliche Rahmenbedingungen!, Wer darf Aufzeichnungen sehen usw.), Fragen des Probanden klären. Hauptteil: Zu Beginn leichte/offene Einstiegsfrage eventuell mit Assoziationshilfe; Erst allgemeine dann konkrete Fragen, heikle Fragen zu belastenden Themen erst im letzten Drittel, Nach einer heiklen Frage bietet es sich an eine angenehme zu stellen. Am Ende eines Themas in eigenen Worten zusammenfassen, dadurch können Missverständnisse geklärt und Ergänzungen aufgeführt werden. Schluss: ! Dank, Aktuelle Stimmung abklären, Weitere Fragen klären, Weiteres Vorgehen erläutern, Small Talk, Verabschiedung. AUCH Gegenstand und Ziele des Interviews.
  • Kognitives Interview: Schilderung von Ereignissen in unterschiedlicher Reihenfolge, alles erzählen, mentales Zurückversetzen, Verschiedene Perspektiven.