Neuerung des ToT-Ansatzes
neben Sicherheitspolitik auch Entwicklungspolitik beachtet Entwicklung nicht nur von internen Sondern auch von Externen Faktoren abhängig These: Außenhandel kann unter bestimmten Voraussetzungen zum Wohlstandverlust führen
Grundlagen von Singer/Prebisch
2 Ländergruppen: Zentren (gewinnen mit Neoklassik) und Peripherie (verlieren) Industrieländer (Zentren) exportiern Fertiggüter Entwicklungsländer (Peripherie) exportieren Primärgüter empirisch nachweisbar anhand Im- und Exportpreisentwicklung von Primär- und Fertiggütern Datengrundlage: Gesamtheit aller Waren eines Landes Wohlstandgewinne und ~verluste werden aus der ToT-Entwicklung ersichtlich Erkenntnis: internationaler Handel ist ein Nullsummenspiel
Handlungsleitfaden für Entwicklungsländer gem. Singer/Prebisch
Binnenmarktorientierung statt Weltmarktorientierung Importsubstitutionsindustrialisierung Bufferstocks Protektionismus Mehrkosten werden von ToT-Zunahme (mehr Wohlfahrt) refinanziert
Berechnung Net Barter ToT
Importpreisindex / Exportpreisindex
Berechnung Commodity ToT
Exportpreisindex / Importpreisindex
Berechnung Income ToT
(Exportpreisindex / Importpreisindex) x Exportvolumen
Berechnung des Single Factoral ToT
(Exportpreisindex / Importpreisindex) x Produktivitätindex(Exportgüter)
Berechnung des Double Factoral ToT
(Exportpreisindex / Importpreisindex) x (Produktivitätsindex(Importgüter) / Produktivitätsindex(Exportgüter))
ToT Berechnungsgrundlagen
Importpreise: cif (cost, insurance, freigt) Exportpreise: fob (free on board)
Empirisches Verfahren des ToT
Absicht: Langfristigkeit (Trenddarstellung) Problem: Datenzuverlässigkeit (I. WK) Lösung: GB als Hegemeon (hohe Industrialisierung, Fertigwarenexport, wichtigster Weltwirtschaftl. Akteur) bis 1914 als Datenbasis Annahme: Brit. Importe ≈ Exporte der EL; Brit. Exporte ≈ Importe der EL
Konsequenzen von Prebisch/Singer
Außenhandel nach neoklassischer Theorie führt zu einem Realeinkommenstransfer von EL in IL (Geringe Exporteinkommen, sinkende Importkapazität, Zahlungsbilanzprobleme, Verschuldung) Sinkendes ToT resultiert aus: Produktivitätssteigerung schneller in der verarbeitenden Industrie als in den Primärgütersektoren Difussion von Produktivitätsteigerungen erfolgt in den EL nur in den Exportsektoren (ToT-Steigerung, Preeissenkungen) durch Gewerkschaften wird in IL Produktivitätsteigerungen mit Lohnerhöhungen kompensiert unterschiedl. Nachfrageelastizität (Fertigwaren mehr als Primärgüter nachgefragt sogar Substitution möglich Vorteile destechn.Fortschritts bleien in den IL Masseneinkommen des Zentrums durch Ausbeutung der Peripherie Neokl.: opt. weltw. Faktorallokation vs. P/S: Verteilungsgerechtigkeit von Einkommenszuwächsen
Empirische Kritik an Prebisch/Singer
Datenzuverlässigkeit GB repräsentativ? (starke Schwankungen mit anderen Ländern und Gütern) größte Primärgüterexpoteuresind nicht EL (USA, Kanada, Australien, Russland) EL können auch Fertiggüter exportieren (Ostasien) Ölpreisexplosion verkehrt ToT
Theoretische Kritik an Prebisch/Singer
Fertigwaren nicht homogen Net Barteroder Commodity berücksichtigen keine Produktivitätsentwicklung Factorial aus Datenmangel nicht erhoben
Antikritik an Prebisch/Singer
kein empirischer Gegenbeweis Anstoß einer Grundsatzdebatte über externeDimension der Entwicklungsproblematik und deren Handelspolitischen Konsequenzen Freihandelbisher erst nach Spitzenstellung Japan/China nie Freihandelsorientiert