10
Krankheitslehre / Altenpflegeausbildung (Subject) / Stoma (Lesson)
- Gründe für eine Darmstomaanlage Deviation ( Umleitung ): z.B. Ilius ( Darmverschluss ) Protektion ( Schutz ): z.B. nach OP's, später kann der Darm zurückverlegt werden Entfernung: z.B. nach Tumoren, nach starken Entzündungen
- Formen von Darmstoma - Kolostomata - Ileostoma
- Was gehört zum Ileostoma? Lokalisation: - im rechten oder linken Mittelbauch Anlage: - ca. 2 - 3 cm über Hautniveau ( prominent ) Stuhl: - Anfangs 1-2L, später 500 - 750 ml / tgl. flüssiger bis dünnbreiiger Stuhl → Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ist hoch↑ →aggressiver Stuhl mit reichlich Gallensäuren und Verdauungsenzymen ! Bei Hautkontakt Gefahr der Mazeration.
- Was gehört zum Kolostoma ? Sigmakolostomie Lokalisation: - im linken Mittel oder Unterbauch Anlage: - 0,5 cm prominent Stuhl: - dickbreiig bis geformt, Frequenz= 1-3x am Tag Zökostomie Lokalisation: - im re. Unterbauch Anlage: - 0,5 cm prominent oder Hautniveau Stuhl: - Anfangs 1-2 L, später 500-750 ml tgl. bis dünnbreiiger Stuhl Transverstomie Lokalisation: - im re. o. li. Oberbauch Anlage: - 0,5 cm prominent Stuhl: - dickbreiiger bis geformter Stuhl, Frequenz: 3-4x am Tag
- Welche Anlagen von Stomata gibt es? mit Begründung Endständig: → Endstück des Darms wird über eine Öffnung in der Bauchdecke nach außen geleitet und mit der Bauchdecke vernäht →kann nicht zurück verlegt werden Doppelläufig: →eine Darmschlinge wird über eine Öffnung nach außen gelagert. Um ein Zurückrutschen zu verhindern wird in den ersten 10-15 Tagen ein Reiter unterlegt, bis eine Verklebung stattgefunden hat. Die Darmschlinge wird eröffnet und über dem Hautniveau fixiert. Eine Zurückverlegung ist probemlos möglich. Es gibt einen zuführenden ( Stuhlfördernd ) und einen abführenden ( stillgelegt ) Schenkel. Ileoanaler Pouch: →Kontinenzerhaltende OP: Entfernung des Kolon und der Schleimhaut des Rektums. Durch Dünndarmschlingen wird ein Reservoir geformt und am Rektumstumpf fixiert. →Hohe Stuhlfrequenzen und evtl. Kontinenzprobleme
- Urostoma / Inkontinente Harnableitungen 1.) Zystostomie = SPK ( Suprapubischer Katheter ) 2.) Nephrostomie = transcutan eingelegter Katheter leitet den Urin aus dem Nierenbecken ab. 3.) Heum-Conduit ( frz. Ruine )= Entfernung der Harnblase / Harnleiter werden in ein ausgeschaltetes Stück vom Dünndarm eingepflanzt. - Reservoirfunktion nicht vorhanden=permanenter Abfluss=feuchtes Stoma - Kolonconduit ( Verwendung von Dickdarm ) 4.) Ureterokutaneostomie ( Harnleiterhautfistel ) - Harnleiter wird einseitig oder zweiseitig aus der Bauchdecke nach außen geleitet 5.) Transureterokutaneostomie ( TUUC ) - Harnleiter werden verbunden und zusammen ausgeleitet
- Nenne Kontinente Harnableitungen ! 1. Mainz - Pouch → 80cm Darm ( Ileum ) wird zur Kugel vernäht. →Die Harnleiter werden eingenäht. → Ein Anschlussstück wird nach aussen geleitet. →Die Anschlussstelle wird so eingenäht, dass sie wie ein Ventil funktioniert. →Steigender Druck in der Blase komprimiert das Anschlussstück, so dass eine Abdichtung entsteht. →Der Urin kann aussen mit einem Katheter abgeleitet werden. 2. Neoblase →gleiches Vorgehen wie beim Mainz-Pouch, nur das hier ein Anschluss an die Harnröhre möglich ist
- Nenne Komplikationen beim Urostoma ! 1.) Stomablockade beim Darmconduit → Ursache: - meist durch Darmschleim → Symptome: reduzierte Harnmenge, Schmerzen im Nierenlager, Fieber, weißlicher Belag am Stomaeingang → Maßnahmen: durch vorsichtigen Druck ( 5cm rund ums Stoma ) den Pfropfen lösen oder vorsichtige Spülung mit sterilem, weichen Katheter und NaCl 0,9% (10ml) 2.) Urinkristallbildung → : Hautschutzplatte zu großausgeschnitten, Harnwegsinfektionen (ph↑), ungenügende Flüssigkeitszufuhr, System ohne Rücklaufsperre verwendet, undichte Stomaversorgung →
- Nenne Besonderheiten beim Versorgungswechsel ! 1.) Kolostomien - Versorgungswechsel nach Stuhlentleerung - es werden geschlossene Beutel empfohlen - es kann zwischen ein- und zweiteiligen Systemen gewählt werden 2.) Ileostomien - ein- oder zweiteilige Ausstreifbeutel ( hohe Stuhlfrequenz ) - Wechsel zu einem geeigneten Zeitpunkt ( Stomatagebuch, 2 Std. vorher nicht essen und trinken, denn jede Nahrungsaufnahme löst reflexmäßig eine Entleerung aus ) - Verwendung eines Adhäsivhautschutzes - korrekte Ausmessung der Öffnungsgröße 3.) Urostomien - Versorgung gleich morgens nach dem Aufstehen, sonst eine Stunde vorher nicht mehr trinken - spezielle ein- oder zweiteilige Beutel verwenden, mit Rücklaufsperre und Auslasshahn - peristomale Haut muss trocken gehalten werden, trockene Kompressen zum Abdecken bereithalten ( Urin fließt permanent ) - Hautschutz verwenden - Beutel täglich erneuern
- Ernährung bei Stomaträgern Es gibt keine spezielle Diät für Stomaträger. Wichtig ist: - die Mahlzeiten in Ruhe einnehmen, Nahrung gut kauen - blähende Speisen meiden: alle Kohlsorten, Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Getränke mit Kohlensäure - auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, etwa 2L - um eine mechanische Verstopfung ( Stomablockade ) zu vermeiden, sollten faserhaltige Nahrungsmittel nicht übermäßig verzehrt und gut gekaut werden z.B.: Nüsse, Pilze, Ananas und Zitrusfrüchte - damit Nahrungsunverträglichkeiten frühzeitig erkannt werden, ist es sinnvoll, die Zeiten der Nahrungsaufnahme und die Beschaffenheit der Ausscheidung zu protokollieren
Advertisement