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Finanzierung und Investition (Subject) / Außenfinanzierung (Lesson)

Kapitel: 2.1 ; 2.2 ; 2.3

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  • Was ist Mezzanine Kapital Mezzanine Finanzierungsformen sind eine Mischung aus Eigenkapital- und Fremdkapitalfunktionen. Mezzanine-Kapital kann eigenkapitalähnlich (sog. Equity Mezzanine) in Form von Genussrechten, wertpapierverbrieften Genussscheinen oder stillen Beteiligungen gegeben werden. Möglich sind darüber hinaus Wandel- und Optionsanleihen. Mezzanine-Kapital, das in Form von nachrangigen, partiarischen Darlehen oder Gesellschafterdarlehen gewährt wird, besitzt hingegen Fremdkapitalcharakter und ist in der Regel bilanziell als Verbindlichkeit zu erfassen (sog. Debt Mezzanine). Klassische Fremdkapitalgeber rechnen das Mezzanine i. d. R. dem wirtschaftlichen Eigenkapital zu, da es die potenziell verfügbaren Sicherheiten nicht schmälert. Dies hat zur Folge, dass nach Einbringung von Mezzanine-Kapital die Kreditlinie erhöht werden kann, was wiederum eine günstigere Mischfinanzierung (s. u.) erlaubt. Das Mezzanine-Mindestvolumen beträgt als Folge der im Vergleich zum klassischen Kredit höheren Transaktionskosten (aufwendigere Prüfung des Kapitalnehmers mangels Sicherheiten) i. d. R. mindestens 500.000 Euro. Die aufwendigere Prüfung erfolgt oftmals in Form eines externen Ratings oder durch eine umfangreiche Darstellung des Mezzanine-Nehmers inkl. Mehrjahresplanung. Eine detaillierte Mehrjahresplanung, die den Zeitpunkt der vorgesehenen Mezzanine-Rückzahlung einschließt, ist insbesondere für wachstumsorientierte Unternehmen von großer Bedeutung. Wachstumsstarke Unternehmen reinvestieren ihre generierten Cashflows, so dass diese grundsätzlich nicht für Tilgungen zur Verfügung stehen. Die Ausgestaltungsmöglichkeiten von Mezzanine-Kapital sind gesetzlich weniger stark reguliert als beispielsweise Aktienkapital, so dass flexible Finanzierungslösungen möglich sind, insbesondere in Bezug auf Laufzeiten (i. d. R. zwischen 7 bis 10 Jahre), Kündigungsmöglichkeiten (z. B. wenn der Mezzanine-Nehmer in der Folge eine vorher definierte Eigenkapitalquote unterschreitet), Verzinsungs-, Gewinn- und Verlustregelungen oder Rückzahlungsmodalitäten. Jedoch entscheiden gerade diese Punkte, wie das investierte Kapital haftungs- und steuerrechtlich betrachtet wird (Eigen- oder Fremdkapital). Verbriefte, an einem Publikumsmarkt (Börse) handelbare Wertpapiere (in Deutschland z. B. Genussscheine) unterliegen der Prospekthaftung und der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Mezzanine-Geber sind oftmals Private Equity-Gesellschaften, Banken sowie spezielle Mezzanine-Fonds. Die Mezzanine-Geber refinanzieren sich ihrerseits größtenteils über Fremdkapital bzw. reichen die gewährten Darlehen gebündelt in Form von Verbriefungen an Investoren weiter.
  • Was sind Genuss scheine Genuss-Scheine sind Wertpapiere, die Genussrechte verbriefen. Genussrechte sind Rechte auf Beteiligung am Reingewinn oder am Liquidationserlös. • Beispiel: An der Börse werden die Genuss-Scheine der Bertelsmann AG gehandelt, nicht jedoch ihre Aktien; sie befinden sich im Privatbesitz. • Genuss-Scheine sind die Finanzierungsart, bei der Eigen- und Fremdfinanzierung am stärksten verschmelzen (Mezzanine-Finanzierung). Sie verbriefen ein Recht auf eine Beteiligung am Gewinn, aber in der Form von Gläubigerrechten. Aus ihnen lassen sich auch keine Mitgliedschaftsrechte (Beispiel: Stimmrecht auf der Hauptversammlung) ableiten. Ihre Lebensdauer ist i. d. R. begrenzt. • Für das Unternehmen haben Genuss-Scheine den Vorteil, dass durch ihre Ausgabe z.T. Haftungskapital beschafft wird, rechtlich der Genuss-Schein aber keine Kapitaleinlage repräsentiert und als solche auch nicht passiviert wird.
  • Was sind Wandelanleihen Wandelanleihen (auch Convertible Bonds genannt) sind Schuldverschreibungen mit festgelegtem Zinskupon und definierter Laufzeit. Im Unterschied zu einem ”gewönlichen” festverzinslichen Wertpapier rämen diese dem Anleger das Recht ein, die Anleihe in einem bestimmten Umwandlungsverhältnis in Aktien zu tauschen. • Die Emission setzt einen Hauptversammlungsbeschluss mit ¾ -Mehrheit voraus • Den Aktionären steht ein gesetzliches Bezugsrecht zu • Emissionen von Wandelanleihen machen eine bedingte Kapitalerhöhung erforderlich, damit das Umtauschrecht der Obligationäre gesichert werden kann • Das Grundkapital wird nur insoweit erhöht, als die Gläubiger von ihrem Umtauschrecht Gebrauch machen • Wandelschuldverschreibungen werden i.d.R. mit einem Nominalzins ausgestattet, der unter dem jeweiligen Zins des Kapitalmarkts liegt
  • Was ist eine Optionsanlleihe Optionsanleihen (Optionsschuldverschreibungen, Warrants)sind Anleihen, die zusätzlich das Recht verbriefen, Aktien des Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem bestimmten Kurs (Bezugskurs) zu beziehen. Im Gegensatz zu Wandelanleihen bleibt bei Optionsanleihen das Forderungsrecht durch die Ausübung des Bezugsrechts unberührt. Meistens ist das verbriefte Bezugsrecht als Optionsschein von der Anleihe abtrennbar. Mit Optionsscheinen können spekulative Anleger von Aktienkurssteigerungen überproportional profitieren. Sie akzeptieren deshalb geringere Zinsen. Dies senkt die Finanzierungskosten des Unternehmens. Problematisch ist wie bei Wandelanleihen die mögliche Verwässerung des Aktienkapitals.
  • Vor und Nachteile eines Mezzanine aus Sicht des Mezzanine Nehmers Vorteile von Mezzanine aus Sicht des Mezzanine-Nehmers: • Erhöhung des wirtschaftlichen Eigenkapitals • Ggf. Vergünstigung der Fremdkapitalfinanzierung und Ausweitung der maximalen Kreditgewährung • Rückgang der Abhängigkeit von bisherigen Kapitalgebern • Flexibilität (Anpassung der Zahlungsströme) Nachteile von Mezzanine aus Sicht des Mezzanine-Nehmers: • Hohe Transaktionskosten (insb. Such- und Vereinbarungskosten) • Transparenz- und Reportingerfordernisse • Ggf. Veränderung der Anteilsverhältnisse durch Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten • Hohe laufende Vergütung • I.d.R. befristete Laufzeiten (ca. 7 Jahre)
  • Definieren Sie Leasing  Definition Leasing: • entgeltliche Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsguts auf Zeit • Unterteilung in Operating Leasing und Finance Leasing  Merkmale Operate Leasing: • Mietvertrag i.e.S. • Kurze Laufzeiten und schnelle Rückgabemöglichkeiten • Kündbare Mietverträge (von beiden Vertragsseiten) unter Einhaltung gewisser Fristen • Investitionsrisiko trägt der Leasinggeber (LG), z.B. Universalmaschinen • Bilanzierung Operating Leasing:  Aktivierung des Leasingguts erfolgt beim LG (Abschreibung über Nutzungsdauer)  Leasingnehmer (LN) verbucht Leasingraten als Aufwand  Merkmale Finance Leasing • Vereinbarung einer festen Grundmietzeit, während der nicht gekündigt werden kann • Grundmietzeit i.d.R. zwischen 40-50% bis 75-90% der wirtschaftlichen Nutzungsdauer (ND) • Grundsätzlich trägt der LN das Investitionsrisiko • Unterteilung Financial Leasing zwischen Vollamortisations- und Teilamortisationsverträgen • Bilanzierung beim LN: Aktivierung der AK + AfA Passivierung einer Verbindlichkeit in Höhe der aktivierten Kosten ergo: Bilanzierung beim LN ökonomisch nicht sinnvoll
  • Vor und Nachteile von Leasing  Vorteile von Leasing • Steuerspareffekte (Prämisse: Bilanzierung beim LG) • Schonung von Krediten und liquiden Mitteln • Ausdehnungen des Finanzierungsspielraumes • Investitionsobjekt/ Finanzierung preis-/zinsgünstiger • Erhöhung der Flexibilität  Maschinenauslastung • Fest vereinbarte Leasing-Raten = klare Kalkulationsbasis • Zusatzleistungen  Nachteile von Leasing • Ausgaben höher als bei Fremd- / Eigenfinanzierung • Bindung an den Vertrag • Steuerliche/ bilanzielle Zurechnung zum LN bewirkt massive Senkung d. betriebswirtschaftlichen Vorteile • Leasingges. sind in ihrer Refinanzierung auf Kreditinstitute angewiesen
  • Nennen Sie Arten des Factorings  Arten des Factoring • Echtes Factoring / Standard-Factoring / Full-Service-Factoring • Unechtes Factoring • Fälligkeitsfactoring • Offenes vs. Stilles Factoring • Export- versus Import-Factoring SS
  • Voraussetzung, Kosten und Nutzen von Factoring  Voraussetzungen für Factoring: • Mindestumsatzvolumen von 1,5 Mio. Euro • durchschnittliche Rechnungsbeträge von mind. 200 Euro • möglichst gleich bleibender Kreis von Abnehmern • Zahlungsziele zwischen 30 und 90 Tagen  Kosten des Factoring: • Factoringgebühr • Diskontkosten • Sonstige Kosten z.B. für Bonitätsprüfung  Nutzen des Factoring: • zusätzliche Ertragserzielung • zusätzliche Kosteneinsparungen • Verminderung von Unsicherheiten • Erfüllung subjektiver Präferenzen
  • Was sind Asset Backed Securities • Wörtlich übersetzt: durch Aktiva gedeckte Wertpapiere • Aktiva i.d.R.: Forderungen • Passende deutsche Übersetzung: forderungsgestützte Finanzierung  Grundidee: • Finanzaktiva (insb. Forderungen aus LuL bzw. Forderungen aus Kreditgeschäft) werden in Form eines gepoolten Treuhandvermögens an eine eigens gegründete Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) verkauft • Die Ansprüche an diesem Pool werden wertpapiermäßig verbrieft (Securitization). Handelbare Wertpapiere werden an Anleger (insb. institutionelle Anleger) verkauft • Risikotransfer, bei dem ein Forderungspool verbrieft und das Kreditrisiko auf Kapitalmarktadressen übertragen wird  ABS-geeignete Vermögenspositionen: • Rechtliche Separierbarkeit der Vermögensgegenstände • Homogene Vermögenswerte (Senkung der Transaktionskosten) • Prognostizierbarkeit zukünftiger Zahlungsströme (Verfügbarkeit historischer Datenbasis) • Niedrige Rate von Zahlungsverzögerungen bzw. –ausfällen • Breite Diversifikation hinsichtlich Branchen, Regionen, demographischer Eigenschaften der Forderungsschuldner • Erfüllung eines Mindestvolumens • Mindestlaufzeit der Forderungen • Cash Flow aus Einzug der Forderungen sollte jederzeit über dem Cash Flow an die Investoren liegen
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  • Vor und Nachteile einer ABS (  Vorteile einer Finanzierung durch ABS für Unternehmen: • Liquide Forderungen werden kapitalmarktfähig • Trennung des Risikos des Forderungsverkäufers (Originator) vom Risiko des Forderungspools • Weitere Vorteile sind:  Diversifizierung der Finanzierungsquellen  Bilanzentlastung und Erhöhung der Liquidität  Teilweise günstigere Refinanzierungsquelle  Kennzahlenverbesserung  Teilweiser Abbau von Delkredererisiken  bei revolvierendem Forderungsverkauf permanente Refinanzierungsquelle  Nachteile einer Finanzierung durch ABS für Unternehmen: • Komplexität Verträge • Hohe Strukturierungskosten bzw. hohe Mindestvolumina für ABSTransaktionen