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Finanzierung und Investition (Subject) / Außenfinanzierung (Lesson)

Kapitel: 2.1 ; 2.2 ; 2.3

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  • Welche Nachteile haben Anleger und bisherige Eigentümer bei nicht emissionsfähigen Unternehmen (Einzelunternehmen, OHG, KG, GmbH, Genossenschaften) Nachteile für Anleger: • Fehlen eines organisierten Sekundärmarkts, d.h. keine Veräußerbarkeit über organisierten Markt („lack of marketability“) • „Schwierigere“ Unternehmensbewertung • Ggf. eingeschränkte Verlässlichkeit Jahresabschluss (Informationsasymmetrien) • Eingeschränkte Einschätzbarkeit des Risikos (Informationsasymmetrien), keine Sicherheiten • Verbundenheit Altgesellschafter mit Unternehmen • Erhöhtes Risiko wird durch deutliche Bewertungsabschläge kompensiert  Nachteile für bisherige Eigentümer: • zusätzliche Mitsprache • Zwang zur Erzielung höheren Gewinns
  • Was ist eine mögliche Form der Beteiligungsfinanzierung bei Einzelunternehmungen? stille Beteiligung
  • Was ist eine stille Gesellschaft und was sind ihre Eigenschaften? Stille Gesellschaft: reine Innengesellschaft, die nach außen nicht in Erscheinung zu treten braucht • Einlage des stillen Gesellschafters geht in das Vermögen des Einzelunternehmers über (ein Eigenkapitalkonto). • Der stille Gesellschafter ist stets angemessen am Gewinn zu beteiligen, am Verlust nimmt er nur in Höhe der Einlage teil. Typische stille Gesellschaft: beim Ausscheiden aus der Unternehmung wird der typische stille Gesellschafter mit seiner Einlage abgefunden • Atypische stille Gesellschaft:  beim Ausscheiden aus der Unternehmung wird der atypische stille Gesellschafter am Vermögenszuwachs beteiligt Bei OHG kann eine Beteiligungsfinanzierung a) durch Einbringung neuen Kapitals der bisherigen Gesellschafter oder b) durch Aufnahme neuer Gesellschafter erfolgen. a) ist durch die Vermögensverhältnisse begrenzt, b) steht die Leitungsbefugnis entgegen. In der Praxis weist die OHG 2-4 Gesellschafter auf. Bei der KG muss die Anzahl der Vollhafter begrenzt bleiben (s. OHG). Ausweitung der Kapitalbasis durch weitere Kommanditisten GmbH: Erhöhung Stammkapital.  Alternativen der Kapitalbeschaffung: i.w.S. Kapitalbeteiligungs-gesellschaften (Private Equity, Venture Capital) oder Privatpersonen (Business Angels)
  • Was ist Private Equity? Zeitlich begrenzte Eigenkapital-Beteiligung an typischerweise nicht börsennotierten Unternehmen zur Finanzierung des Wachstums von Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien oder für spezielle Finanzierungsanlässe (z.B. Buy-Outs), „later stage“, Überbrückung der Zeit bis zum Verkauf
  • Was sind Venture Capital und Business Angels? Venture Capital: „Wagnis- bzw. „Risikokapital“: Sonderform von Private Equity zur Finanzierung überwiegend  sehr junger und wachstumsträchtiger Unternehmen  (z.B. aus der Hochtechnologie-Branche) insb. in Gründungs- und Aufbauphase („early stage“) mit unternehmerischer Betreuung Business Angels:  Finanzierung durch vermögende Privatleute, insb.  sehr junger und wachstumsträchtiger Unternehmen vor allem in der Gründungs- und Aufbauphase oft mit unternehmerischer Betreuung
  • Welche Möglichkeiten haben Firmen nicht emissionsfähiger Unternehmen diese aufzulösen? Insolvenz: unbeabsichtigter Exit Buy Back: Rückkauf der Anteile durch die Alteigentümer/ Management Buy-Out: Übernahme der Anteile durch das Management Secondary Purchase: Verkauf der Anteile an einen anderen Finanzinvestor/ Beteiligungsgesellschaft Trade Sale: Veräußerung des Unternehmens/ der Unternehmensanteile an einen strategischen Investor Going Public: Initial Public Offering (IPO)
  • Welche Vorteile haben emissionsfähige Unternehmen (AG KGaA)  Vorteile: • Aufteilung des Kapitals in kleine Teilbeträge   • Verkehrsfähigkeit der Anteile (Existenz Sekundärmarkt)   • Große Anzahl Eigentümer möglich (Trennung Management und Eigentum)   • Genaue rechtliche Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrags durch AktG  
  • Nennen Sie den Unterschied zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien Aktienarten nach Umfang der Rechte: Stammaktien und Vorzugsaktien • Stammaktien gewähren dem Inhaber sämtliche im Aktiengesetz für den Normalfall vorgesehenen Rechte: Teilnahme an der Hauptversammlung (HV), Recht auf Auskunftserteilung auf der HV, Stimmrecht auf HV, Recht auf Dividende, Recht auf Anteil am Liquidationserlös, Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen.  • Vorzugsaktien gewähren Vorrechte hinsichtlich der Ansprüche auf Dividenden, Stimmrecht, Bezugsrecht oder Liquidationserlösen gegenüber Stammaktionären.    Absolute Vorzugsaktien: zusätzliche Rechte  Relative Vorzugsaktien: Vorzug, dafür aber Nachteil in anderem Recht  
  • Was versteht man unter Aktieninvestitionen • Erstemission bisher nicht börsennotierter AGs oder KGaAs (Going Public,Initial Public Offering, IPO) • Kapitalerhöhungen bereits börsennotierter Gesellschaften (SPO,Secondary Public Offering)
  • Nennen Sie die vier rechtlichen Formen von Kapitalerhöhungen und die generelle Voraussetzung • Generelle Voraussetzung: ¾ Mehrheit des auf der HV vertretenen Kapitals 1. Ordentliche Kapitalerhöhung gegen Einlagen §§ 181-192 AktG 2. Bedingte Kapitalerhöhung: abhängig von der Ausübung von Bezugs- und Umtauschrechten §§ 192 bis 201 AktG 3. Genehmigte Kapitalerhöhung §§ 202 bis 206 AktG 4. Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln §§ 207-220 AktG (Passivtausch, hier erhöht sich das Eigenkapital nicht !)  1-3: Erweiterung der Kapitalbasis, 4: Umschichtung des Kapitals
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  • Was versteht man unter einer ordentlichen Kapitalerhöhung? Ordentliche Kapitalerhöhung: • Erhöhung des gezeichneten Kapitals der AG durch Ausgabe neuer / junger Aktien • Üblich: Ausgabe neuer Aktien mit einem Abschlag zum aktuellen Kurs (Gründe: Zeichnungsanreiz, Volatilität Aktien) • Konsequenzen ordentliche Kapitalerhöhung: Stimmrechtsverwässerung und Vermögensverschiebung • Lösung: Bezugsrechte  Jeder Aktionär kann das Bezugsrecht innerhalb der Bezugsfrist (i.d.R. 2-3 Wochen) nutzen oder verkaufen. Bezugsrechtsausschluss möglich (HV).  Bezugsverhältnis gibt an, wie viele Bezugsrechte zum Erwerb einer jungen Aktie notwendig sind. Rechnerischer Wert des Bezugsrechts ist abhängig von: Bezugsverhältnis, Bezugskurs der jungen Aktien und Börsenkurs der alten Aktien. Tatsächlicher Wert der Bezugsrechte wird über Börsenhandel bestimmt.
  • Beispiel Bezugsrecht Beispiel Bezugsrecht: Eine Aktiengesellschaft erhöht ihr Aktienkapital von 15 Mio. € um 5 Mio. € auf 20 Mio. €. Verhältnis der alten zu den neuen Aktien = Bezugsverhältnis 3:1. 3 alte Aktien zum Börsenkurs von 300 € = 900 € 1 junge Aktie zum Bezugskurs von 150 € = 150 € 4 Aktien = 1050 € 1 Aktie kostet 1050 € : 4 = 262,50 € = Durchschnittskurs Kurs der alten Aktie 300,00 € - Durchschnittskurs 262,50 € Innerer oder rechnerischer Wert des Bezugsrechts: 37,50 €
  • Formel Bezugsrecht B = Ka – Kn       m       n +1 Ka = K urs der alten Aktie m/n = Bezugsverhältnis Kn = Kurs der neuen Aktie B = rechnerischer Wert des Bezugsrechts 300 € - 150,00 € 3/1 +1 = 37,50
  • Was ist eine bedingte Kapitalerhöhung? Bedingte Kapitalerhöhung: • Die Erhöhung des Grundkapitals ist von der Ausübung von Options- oder Umtauschrechten abhängig. • Zulässig zur Abdeckung von Umtauschrechten in Aktien aus Wandelschuldverschreibungen bzw. Optionsschuldverschreibungen, zur Vorbereitung von Unternehmenszusammenschlüssen und zur Ausgabe von Optionsrechten an Arbeitnehmer im Rahmen einer Gewinnbeteiligung.
  • Was ist eine genehmigte Kapitalerhöhung? Genehmigte Kapitalerhöhung: • Ermächtigung des Vorstands während eines Zeitraums von längstens 5 Jahren das Grundkapital um maximal die Hälfte des bisherigen Grundkapitals zu erhöhen. • Vorstand kann Kapitalerhöhung optimal an den Eigenkapitalbedarf der Gesellschaft und die Kapitalmarktlage anpassen.
  • Was bedeutet Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln? Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln: • Umwandlung der Gewinn- oder Kapitalrücklagen in Grundkapital • Änderung der Zusammensetzung des Eigenkapitals • Das Vermögen des einzelnen Aktionärs bleibt von der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unberührt, weil der Aktienkurs proportional zur Erhöhung der Aktienzahl sinkt Durch einen Aktiensplitt (keine Kapitalerhöhung) lassen sich vergleichbare Effekte erzielen:
  • Was bedeutet die Definition Going Public? Definition Going Public • i.e.S.: Umgründung eines Unternehmens anderer Rechtsform in eine AG • i.w.S.: Börseneinführung einer Gesellschaft (Initial Public Offering), d.h. i.d.R. ordentliche Kapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss der Altaktionäre • I.w.S.: erstmalige Veräußerung von Aktien als verbriefte Anteile an externe Kapitalgeber an organisierten Finanzmärkten
  • Welche Motive gibt es für einen IPO (Initial Public Offering) Der erstmalige Gang an die Börse: Übernahmenfinanzierung Wachstumsfinanzierung Höhere Attraktivität für Mitarbeiter Eigenkapitalstärkung Einfacher Weg zur Mitarbeiterbeteiligung Spin-Off Verbessertes Marktstanding Unternehmensnachfolge Erhöhung des Bekanntheitsgrades Privatisierung Exitmöglichkeitenfür VCGesellschaften
  • Welche Bedenken gibt es gegenüber einem IPO Vertrauen der Öffentlichkeit erfordert eine offene Informationspolitik Schwerfällige Entscheidungsprozesse (Hautversammlung) Die Beteiligungsquote und die Einflussmöglichkeiten der Altgesellschafter verringern sich Um der Informationspolitik gerecht werden zu können, bedarf es eines ausgefeilten Rechnungswesens Das Risiko einer unfreundlichen Übernahme könnte auftreten Durch die Publizität wird das Unternehmen für die Wettbewerber analysierbar(er) Es entstehen zusätzliche Einmal- sowie fortlaufende Kosten Rechtfertigungszwang vor Mitaktionären
  • Welche Kriterien gibt es für einen erfolgreichen Börsengang? Operative Kriterien: Formalrechtliche Mindestanforderungen des Gestzgebers und der Börsen: Börsengesetz Börsenzulassungsverordnung Börsenordnung Subjektive Kriterien: Unternehmensinterne Kriterien Quntitative Kriterien: Ertragsaussichrten Umsatzhöhe Umsatzwachstum Kapitalstruktur Innenfinanzierungskraft (Cashflow) Platzierungsvolumen Unternehmensgröße Historie des Unternehmens Qualitative Kriterien: Markt- und Wettbewerbsposition Innovationspotential Managementqualität Organisationsstruktur Planungs- und Rechnungswesen Reputation des Unternehmens Unternehmensexterne Kriterien: Konjunkturzyklus Perspektiven des Aktienmarktes Konkurrenssituation am Emissionsmarkt Steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen
  • Was ist der Unterschied zwischen General und prime Standard • Bei einer Notierung von Aktien an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse können Emittenten zwischen den beiden Segmenten General Standard und Prime Standard wählen. • Im General Standard gelten die Anforderungen des Gesetzgebers für den Amtlichen Markt und den Geregelten Markt. Im Prime Standard müssen Emittenten über das Maß des General Standard hinausgehende internationale Transparenzanforderungen erfüllen. • Zur Aufnahme in Indizes wie DAX, TecDAX, MDAX oder SDAX ist die Zulassung im Prime Standard Voraussetzung.
  • Was bedeutet Wirtschaftliche Börsenfähigkeit? • In qualitativer Hinsicht: ausgezeichnete Managementqualität hervorragende Unternehmensstruktur technisches Know-how, Marktstellung (keine „me-too“-Unternehmen) nachhaltige Wettbewerbsvorteile Wachstum höher als Marktwachstum; Unternehmen bewegt sich in einem wachsenden kaum durch Verdrängung gekennzeichneter Markt detaillierter, plausibler Business Plan ausgefeiltes Finanz-/Controlling-/Rechnungswesen • In quantitativer Hinsicht: Mindestunternehmensgröße Ertragskraft
  • Wie funktioniert die Planung und Strukturierung des IPO Planung des Prozesses Auswahl des Börsensegments Aufstellung des vorläufigen Zeitplan Zuordnung der Aufgabenverteilung Mandatierung der Berater 2. Vorbereitung zum IPO Präsentation Markt Due Diligence Bewertung Prospekterstellung 3. Festlegng der Emissionsstruktur Syndikatsstruktur Angebotsstrukturierung Provisionsregelung Timing Rechtsfragen Marketingplan 4. Marketing bei Investoren Veröffentlichung Research bei internationale Investoren Pressearbeit Pre-Marketing 5. Angebot und Verkauf der Aktien Bookbuilding Roadshow Pricing Zuteilung
  • Welche Fehlervermeidung/- Minimierung gibt es bei IPO • Keine Auswahl ungeeigneter oder abhängiger Berater. • Frühzeitige Gesamtplanung der einzelnen Schritte in der Vorbereitung des IPO. • Keine Abgabe von maßgeblichen Geschäftsanteilen vor dem Börsengang zu niedrigen Konditionen. • Keine zu frühe Bindung an eine Bank bzgl. der Platzierungsfunktion. • Möglichst Erhaltung der Mehrheit der Altaktionäre. • Keine deutlich zu hohe Platzierung des gezeichneten Kapitals als objektiv notwendig! • Möglichst nicht zu niedrige Erlöse aus der Emission erzielen. • Vermeidung zu hoher Kosten und Risiken bei der Emission. • Keine Unterschätzung der zeitlichen und kapazitiven Belastung bei der Vorbereitung und Durchführung des Börsengangs. • Keine zu frühe Publikation hinsichtlich Timing und Details des Börsengangs. • Beachtung des richtigen saisonalen Timings der Erstemission! • Keine Unterschätzung der Folgepflichten des Börsengangs.
  • Wann liegt eine Zahlungsunfähigkeit vor? Zahlungsunfähigkeit, § 17 InsO: Zeitpunkt-Illiquidität andauerndes Unvermögen, die (wesentlichen) fälligen Geldverbindlichkeiten noch zu berichtigen. Drohende Zahlungsunfähigkeit, § 18 InsO: Zeitraum-Illiquidität Überschuldung (nur bei juristischen Personen), § 19 InsO  Der Deutsche Bundestag hat am 09.11.12 beschlossen, die bisher bis zum 31. Dezember 2013 befristete Regelung zur insolvenzrechtlichen Überschuldung (§ 19 Abs. 2 InsO) unbefristet auf Dauer beizubehalten. Danach liegt eine Überschuldung auch nach dem Jahr 2013 nicht vor, wenn die Fortführung des Unternehmens nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ist.
  • Nennen Sie die Gründe für eine Kapitalherabsetzung Gründe für eine Kapitalherabsetzung: • Entnahmen von Gesellschaftern • Ausscheiden von Gesellschaftern • Verminderung des Kapitalbedarfs • bilanzielle Sanierung der Gesellschaft
  • Nennen Sie die drei Möglichkeiten einer Kapitalherabsetzung bei einer AG 1.Ordentliche Kapitalherabsetzung (§§222-228 AktG 2. Vereinfachte Kapitalherabsetzung (§§229-236 AktG) 3. Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien (§§237-239 AktG
  • Was ist die Voraussetzung für eine Kapitalherabsetzung und was bedeutet sie? Kapitalherabsetzung: Verminderung der Eigenkapitalbasis, i.e.S. Herabsetzung des Grundkapitals • Ziel: bilanzieller Ausgleich der Verluste, die offene Rücklagen übersteigen, um Passivseite an geschrumpfte Aktivseite anzupassen Voraussetzungen: ¾-Mehrheit auf der HV Eintragung der Herabsetzung in das Handelsregister Keine Gewinnrücklagen vorhanden, gesetzliche Rücklage und Kapitalrücklage betragen max. 10 % des Grundkapitals
  • Nennen Sie die Merkmale der Finanzierung mit Fremdkapital Fristigkeit des Fremdkapitals: Es kann kurz-, mittel- und langfristiges Fremdkapital unterschieden werden. Die zeitlichen Begrenzungen werden in der Betriebswirtschaftslehre unterschiedlich angesehen. Entsprechend der Klassifizierung der Bundesbank gilt überwiegend: Laufzeit kurzfristigen Fremdkapitals bis 1 Jahr, Laufzeit mittelfristigen Fremdkapitals 1 bis 4 Jahre, Laufzeit langfristigen Fremdkapitals über 4 Jahre. Geber des Fremdkapitals:  Kreditinstitute  Lieferanten  Kunden  Sonstige Unternehmen  Personen  Staat Verwendung des Fremdkapitals: Als Investitionskredite zur Beschaffung von Anlagevermögen Als Betriebsmittelkredite zur Beschaffung von Umlaufvermögen Als Zwischenfinanzierungskredite zur Überbrückung mittel- oder langfristiger Finanzierungen
  • Nennen Sie die vier Schritte des Kreditantrags Kreditantrag Kreditwürdigkeitsprüfung Kreditzusage Kreditkontrolle
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  • Was bedeutet Rating • eine Aussage („Benotung“) üer die zuküftige Fähigkeit eines Unternehmens zur vollständigen und termingerechten Rückzahlung (Zins+Tilgung) seiner Verbindlichkeiten, • mit dem Ziel der Ermittlung von Ausfallwahrscheinlichkeiten auf der Basis von Unternehmensanalysen. • Das Rating fasst das Ausfallrisiko eines Kreditnehmers zu einer einzigen Kennzahl zusammen, • benotet die Bonität von Schuldnern, • nimmt erheblichen Einfluss bei der Bestimmung der Kosten für Fremdkapital.
  • Nennen Sie 8 Ratings Produktrating: z.B. Versicherungs-produkte, i.d.R. keine Kombination mit Ausfallwahrscheinlichkeit Kreditrating: Aggregation bonitätsbeeinflussender Faktoren zu einer Note inkl. Def. v. Ausfallwahrscheinlichkeit. Aktienrating: i.d.R. Kauf- Verkaufs- oder Halteempfehlung. Country Risk: Schätzung der allgemeinen Umstände in einem Land Emittentenrating: Echte Bewertung des Kreditnehmers ohne Berücksichtigung von Sicherheiten. Emissionsrating: Kombination von Kreditnehmer und Sicherheiten Projektrating: Basis ist der Cash Flow einer Immobilie oder eines Projektes. Sovereign risk: Rating des Staates als Kreditnehmer
  • Basel III • Eigenkapital Eine Bank muss EK in Höhe von mindestens 8 Prozent der Risikopositionen vorweisen. Fällt sie unter diese Grenze, muss die Banken-aufsicht Maßnahmen zur Abwendung von Ge-fahren anordnen. • Kernkapital Es gibt unterschiedliche Arten von Eigenkapital. Zur Absicherung der Risiken ist das Kernkapital wichtig. Es ist ein Bestandteil des Eigenkapitals. Die Kernkapitalquote gibt an, wie viele risikotragende Positionen einer Bank (z.B. vor allem Kredite) durch bankeneigenes Kernkapital gedeckt sein müssen. • Hartes Kernkapital Es gibt hartes und weiches Kernkapital. Für die Stabilität von Banken ist das harte Kernkapital besonders relevant. Hartes Kernkapital besteht z. B. aus eigenen Aktien und einbehaltenen Gewinnen. Neue Struktur des Eigenkapitals Künftig wird mit Basel III die Struktur des zwingend notwendigen Eigenkapitals geändert. Es muss mehr hartes Kernkapital vorgehalten werden. Dadurch erhöht sich die Kernkapitalquote. Das sorgt für mehr Stabilität von Banken und Finanzsystem.  Zusatzpuffer Durch weitere Puffer sollen Banken ihre Risiken besser auffangen können – aus eigener Kraft und ohne staatliche Hilfe.  Kapitalerhaltungspuffer Ein Teil des Zusatzpuffers ist der Kapitalerhaltungspuffer. Er verhindert, dass Kapital im Krisenfall zu schnell aufgezehrt wird. Unterschreitet die Bank den vorgegebenen Wert, wird sie durch Beschränkungen ihrer Dividende sanktioniert.  Antizyklischer Kapitalpuffer Ein weiterer Teil des Zusatzpuffers ist der antizyklische Kapitalpuffer. Banken können mit dem zusätzlichen Puffer, den sie in guten Zeiten angelegt haben, ihre Verluste in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ausgleichen.
  • Wie ermittelt sich die EK-Unterlegung? Risikoaktivum (Kredit) x Risikogewicht x 8% = EK-Unterlegung
  • Wie beurteile ich das Kreditrisiko anhand von vier Parametern? Beurteilung anhand von vier Parametern: • Ausfallwahrscheinlichkeit (PD, Probability of Default) • Verlust(-quote) bei Ausfall (LGD, Loss given Default) • Ausstehende Forderung bei Ausfall (EaD, Exposure at Default) • Restlaufzeit (M)
  • Nennen Sie die Formel für die EK-Unterlegung Risikoaktivum (Kredit) x Risikogewicht x 8% = EK-Unterlegung
  • Wie beurteilt man das Kreditrisiko? 4 Parameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD, Probability of Default) Verlust(-quote) bei Ausfall (LGD, Loss given Default) Ausstehende Forderung bei Ausfall (EaD, Exposure at Default) Restlaufzeit (M)
  • Wie kallkuliert man einen Kreditzinssatz? risikoloser Fremdkapitalkostensatz = Realrendite, Inflationsprämie, LaufzeitrisikoprämieKundenbonität = Standardrisikokosten, EigenkapitalkostenLiquidität = LiquiditätsrisikoprämieBankeffizienz = BearbeitungskostenMarge der Bank = Gewinnmargen
  • Welche Vorteile hat ein Rating? • Objektive und unabhängige Klassifizierung• Zwang zur kritischen Bestandsaufnahme• Versachlichte Diskussionsbasis• Messung der Performance• Arbeitsgrundlage für Aufsichtsgremium• Basis für Unternehmenswertbeurteilung• Verbesserter Informationsstand bei Kreditwürdigkeitsprüfung
  • Welche Angaben erhält die Kreditzusage  Kreditart und –höhe Kreditlaufzeit Zins- und Provisionsberechnung Kreditsicherheiten Kreditbereitstellung
  • Was soll mit Hilfe von Kreitkontrollen offengelegt werden? Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers Wertminderung der Sicherheiten Vereinbarungsgemäße Verwendung der Kreditmittel
  • Was zählt alles zu Realsicherheiten? Recht an beweglichen Sachen: Eigentumsvorbehalt Pfandrecht Sicherungsübereignung Sicherungsabtretung Recht an unbeweglichen Sachen: Grundpfandrechte
  • Nennen Sie die drei Arten des Eigentumvorbehalts und was dieser ist.  Von Eigentumsvorbehalt wird gesprochen, wenn ein Käufer durch Übergabezum Besitzer einer beweglichen Sache wird, der Verkäufer jedoch bis zurvollständigen Zahlung des Kaufpreises Eigentümer bleibt. Der Eigentumsvorbehalt ist eine vielfach vereinbarte Form der Kreditsicherung,die insbesondere beim Lieferantenkredit zum Einsatz kommt. Nach dem Umfang des Eigentumsvorbehaltes werden unterschieden:• Der einfache Eigentumsvorbehalt, der sich aus § 455 BGB ergibt, wonach einVerkäufer die Möglichkeit hat, bei Zahlungsverzug des Käufers seinen Rücktritt zuerklären und die Herausgabe der Sache zu fordern.• Der verlängerte Eigentumsvorbehalt liegt dann vor, wenn Käufer und Verkäufervereinbaren, dass an Stelle des Eigentumsvorbehalts, wenn dieser durchWeiterveräußerung erlischt, die aus dem Verkauf entstehende Forderung treten soll.• Der erweiterte Eigentumsvorbehalt zum Schutz gegen den Verlust des Eigentumsdurch Verarbeitung.
  • Was ist Rating  Rating ist • eine Aussage („Benotung“) üer die zuküftige Fähigkeit eines Unternehmens zur vollständigen und termingerechten Rückzahlung (Zins+Tilgung) seiner Verbindlichkeiten, • mit dem Ziel der Ermittlung von Ausfallwahrscheinlichkeiten auf der Basis von Unternehmensanalysen. • Das Rating fasst das Ausfallrisiko eines Kreditnehmers zu einer einzigen Kennzahl zusammen, • benotet die Bonität von Schuldnern, • nimmt erheblichen Einfluss bei der Bestimmung der Kosten für Fremdkapital. 76
  • Die wichtigsten Merkmale eines Schulddarlehen Kosten: im Einzelfall aushandelbar, i.d.R günstiger als bei anderen langfristen Finanzierungsmöglichkeiten (etwas höherer Zins als bei Anleihen, aber im Gegensatz zu Anleihen keine Emissions - + Verwaltungskosten) Schnelligkeit der Kapitalbeschaffung: sehr hoch, weil nur geringe Formalitäten + Bonität Kreditnehmer sehr gut, kapital zw. 1 - 50 Mio€ Besicherung: erststellige Grundrechte, Einhaltung besonderer Bonitätskriterien, evtl. Negativklauseln oder öffentl. Bürgschaften LZ: 4-15 Jahre Vorteile:geringe Kosten im Vergleich mit anderen Formen langfristige Finanzierungschnelle Kapitalbeschaffung  Nachteile: hohe Anforderungen an Sicherheiten und Bonität schränken weitere Verschuldungsmöglichkeiten ein 
  • Wichtigsten Merkmale Commercial Paper Kosten: 1. Zins zum Geldmarktsatz (LIBOR, EURIBOR) +/- 1/4%2. Arrangierungsprovision ca. 1/8%3. sonstige Gebühren Schnelligkeit:hoch, wenn Rahmenvertrag bereits abgeschlossen Besicherungkeine, jedoch Sicherungsklauseln, z.B. Negativklausel Laufzeit: 7. Tage bis 2 JahreKündigung: keine während der LaufzeitRahmenvertrag Vorteile sehr günstigflexibel, Schuldner kann Laufzeit und Volument festlegenVerbreiterung der KreditgeberbasisNachteil: sehr hohes Volumen notwendig, 2,5Mio E insgesamt. 50 Mio €
  • Was ist eine Floating Rate Note FRN sind Anleihen mit variabler Verzinsung: wird anhand eines Referenzzinssatzes in festgelegten Zeitabständen (meistens 3-6 Monate) an die Marktzinsentwicklung angepasst Wegen dieser kurzfristigen Zinsanpassung dienen als Referenzzinssatz, wie bei Commercial Papers, i.d.R. der LIBOR und EURIBOR, berichtigt um einen kleinen bonitätsabhängigen Auf- oder Abschlag
  • Was ist ein Zerobond Zerobond (Nullkuponanleihe) Ist eine Anleihe ohne laufende Zinszahlungen. Emission zu einem Kurs weit unter dem Rückzahlungskurs, Differenz entspricht dem Zinsertrag bis zur Tilgung Vorteil für emittierendes U: Liquidität wird in der näheren Zukunft nicht durch Zinszahlungen belastet, keine laufenden Kosten für die Anleihebedienung Nachteil: Belastung der Liquidität zum Tilgungszeitpunkt sehr hoch. Vorteil Käufer: Privatanleger profitieren von einer Steuerstundung, da die Anleihe wegen des Zuflussprinzips erst bei Veräußerung/Einlösung versteuert werden muss. Ist dann der Steuersatz des Anlegers gesunken, tritt eine Steuerersparnis ein
  • Was sind Gläubigereffekte Gläubigereffekten: Effekten (frz. effets) ist heute primär ein börsentechnischer Sammelbegriff für am Kapitalmarkt handelbare und vertretbare (das heißt fungible) Wertpapiere, die der Kapitalbeschaffung und der Anlage von Kapital dienen. Früher wurde beweglicher Besitz allgemein als „Effekten“ bezeichnet. (Grammatisch handelt es sich bei dem Begriff um ein Pluraletantum.)
  • Was ist der Financial Leverage Effekt Financial Leverage-Effekt: Beschreibt funktionalen Zusammenhang zwischen EK-Rendite und Verschuldungsgrad  EK-Rendite nimmt mit steigendem Verschuldungsgrad zu, solange die Investitionsrendite (GKrendite, rGK) größer ist als der FK-Kostensatz i (sog. Leverage-Chance)Zielsetzung: optimales Verhältnis zwischen EK und FK, Maximierung der EK-Rendite Grenzen Leverage Effekt: Verschuldung ist nicht beliebig möglich (z.B. Stellung von Sicherheiten)Mangelnde Planbarkeit des BruttogewinnsFehlende Konstanz der Fremdkapitalzinsen Leverage-Gefahr: Investitionsrendite kleiner als FK-Zins, sinkt die EK-Rendite mit steigendem Verschuldungsgrad. Investitionsrenditen sind i.d.R. unsicherNimmt FK-kostensatz mit steigender Verschuldung zu, so ergibt sich eine unterproportionale Abhängigkeit der EK-rentabilität rEK vom Verschuldungsgrad V