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Psychologie, Arbeitspsychologie (Subject) / TU Chemnitz WS 14/15 (Lesson)
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- Arbeitsschutz: Maßnahmen Primäre Maßnahmen (Vermeiden der Entstehung einer Gefährdung) Sekundäre Maßnahmen (Technische Vermeidung der Ausbreitung der Gefährdung) Tertiäre Maßnahmen (Technische / organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung der Einwirkung der Gefährdung auf den Menschen) Beispiele: 1. unschädliche Lösungsmittel 2. Abschirmung 3. Schutzanzüge
- Untersuchungsbeispiel „Eliminierung“ von Unfallwiederholern in einer Stichprobe von Rangierarbeitern (Adelstein) ⇒ trotz Eliminierung: Unfallrate nicht höher ⇒ Widerspruch zur "Unfällerpersönlichkeit"
- Arbeitsaufgaben einer Person/Gruppe von einem Außenstehenden/durch sich selbst gestellt sein; besteht aus einem Reizkomplex und einer Reihe von Anweisungen, was gegenüber diesemReizkomplex zu tun ist. Die Instruktionen geben an, welche Operationen durch den Handelnden (oder die) Handelnden im Hinblick auf die Reize durchgeführt werden müssenund/oder welche Ziele zu erreichen sind
- Die Theorie der Risikohomöostase ein Fahrer bildet aus motivationalen Zielen heraus eine Risikozielgröße (”akzeptiertes Risiko”). Aus der Aufnahme und Verarbeitung fahrrelevanter Informationen ergeben sich Erwartungen bezüglich zukünftiger Verkehrssituationen; diese werden zu einem "wahrgenommenen Risiko" verdichtet. Der Fahrer versucht nun stets, das wahrgenommene und das gewünschte Risikoniveau in Einklang zu bringen (Risiko). Die Annahme einer relativ konstanten Risikoakzeptanz führt zu der Schlußfolgerung, daß alle Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die diese Zielgröße nicht verändern – also nicht-motivational sind – zumindest langfristig ohne Effekt bleiben.
- Psychologie der Arbeitssicherheit (Diagramm) Erfahrungen, Motivationen und eingeschätztes Risiko ⇒ Einstellung zur A-Sicherheit ⇒ Risikoentscheidung oder vermeidung ⇒ Verhalten ⇒ Erfolg des Verhaltens ⇒unterschiedliche Art der Rückkopplung zur Erfahrung (Verstärkung sicheres/unsicheres Verhalten)
- Gefahrenkognition und Verkerspsychologische Experimente (Hoyos) Teil der Situationswahrnehmung im Prozess der Redefinition der Arbeitsaufgabe, Erkennen und Schätzen von Gefahren und Gefahrensignalen ⇒Ergebnis: „internes Gefahrenmodell“ Grenzen: Beschränkungen des menschl. Wahrnehmungsapparates (z.B. Hörvermögen) Wichtig: „Erfahrung“ (aus verkehrspsychologischen Untersuchungen): Visuelle Präsentation statischer/dynamischer Verkehrssituationen Gefährlichkeits- bzw. Risikoeinschätzungen Altersgruppenvergleiche → altersspezifische Merkmale der Wahrnehmung und Verarbeitung von Gefahrensignalen zu
- Fragebogen zur Sicherheitsdiagnose (Hoyos & Ruppert) Theoretische Konzepte: Gefahr, Verhalten in gefährlichen Situationen, Gefahrenkontrolle Anwendung: Gefährdungsanalysen in Dienstleistung und Industrie,branchen- und berufsunspezifisch, Verhältnisprävention Verfahrensanwender: Fachkräfte für Arbeitssicherheit Datenerhebung: Beobachtung durch geschulte Beobachter Aufwand und Umfang: 3-4 Std./149 Items (7 Kapitel) Analyseeinheit: Arbeitsplatz Gütekriterien: -Mittlere Beobachterübereinstimmung -Korrelationen der Kapitel "Aufmerksamkeit für Gefahren" und "Handlungsabläufe bei Gefahr in richtiger Reihenfolge" mit Unfallhäufigkeiten und –schwere (Validität)
- Menschliche Handlungsfehler und Fehlhandlungen - Definitionen (Hacker) Fehlhandlung: Störungen in der Ausführungsregulation von Tätigkeiten aufgrundgestörter Informationsaufnahme, Informationsverarbeitung oder –wiedergabe Handlungsfehler: Folgen der Fehlhandlungen von kompetenten Personen
- Menschliche Handlungsfehler und Fehlhandlungen - Klassifikation nach Reason Drei-Fragen-Algorithmus bei der Analyse menschlicher Handlungsfehler:1. Lag der Handlung eine Absicht zugrunde?2. Liefen die Handlungen wie geplant ab?3. Führten die Handlungen zum gewünschten Ziel? Unbeabsichtigt: Patzer → Aufmerksamkeitsfehler Schnitzer → Gedächtnisfehler Beabsichtigt: Fehler → Regelbasiert/Wissensbasiert Verstoss → z.B. Sabotage
- Hierarchie von Arbeitssicherheitsmaßnahmen Beseitigung der Gefahr Abschirmung der Gefahr Technische Schutzvorrichtungen Persönliche Schutzvorrichtungen Verhaltensregeln und Einstellungsbeeinflussung
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- Arbeitspsychologie - Personenbezogene Intervention Rückmeldungen und Anreizsysteme Monetäre Anreize (z.B. Prämiensysteme für Unfallfreiheit) Soziale Anreizsysteme (Sicherheitskommunikation über Führungskräfte) Partizipative Anreizsysteme (z.B.innerbetriebliches Vorschlagswesen) Trainingsmaßnahmen präventiv vs. antizipatorisch kognitiv vs. verhaltensorientiert
- Arbeitssicherheit - Bedingungsbezogene Intervention (Bamberg) Ausführungs- und Umgebungsbedingungen Gestaltung von Signalen Rahmenbedingungen (z.B. Arbeitszeit) Finanzielle Anreiz-/Prämiensysteme Arbeitsaufgabe (Arbeitsinhalte) [...]
- Ältere Arbeitnehmer künftiges Arbeitskräfteangebot immer geringer und die Arbeitskräfte zugleichimmer älter (jetzt schon 50% 55-64 Jahre) Ältere Personen öfter krank Krankenstände aber nicht häufiger arbeitsunfähig aufgrund von Unfällen alterskorrelierter Rückgang wichtiger Leistungsvoraussetzungen wieReaktionsgeschwindigkeit, Kraft und Ausdauer, Wahrnehmungsfähigkeit, Beweglichkeit ABER: Rückgang bis 60J. für die meisten Berufsgruppen unbeachtlich
- Empfehlungen zur Arbeitsgestaltung für „Ältere“ Arbeitnehmer Reduzierung der Geschwindigkeit von Arbeitsabläufen, belastendem Lärm, belastenden klimatischen Bedingungen, Haltearbeiten Vermeidung von Schichtarbeit.
- Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten von Psychologen im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz Anforderungs- und Gefährdungsanalysen Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsstrukturierung Entwicklung von verhaltensregelnden Richtlinien undGrundsätzen Schulungs- und Trainingsmaßnahmen
- Bewertung von Arbeitszeitmodellen Kriterien: z.B. Lage & Dauer der Arbeitszeiten, Intensivität der Nutzung Organisatorischer & Rechtlicher Rahmen: z.B. Vertragliche Absicherung Bewertungsbereiche: z.B. Gesundheit, Familie, Einkommen