29

Psychologie (Subject) / Angst (Lesson)

1.Staatsexam

This lesson was created by kaatje.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • 1. Definition Allgemein Oelsner Bevor auf die beiden Formen der Schul- und Prüfungsangst eingegangen werden kann, muss zunächst die Angst selbst beschrieben werden. Dabei ist festzuhalten, dass Angst ein hypothetisches Konstrukt, eine Abstraktion ist, die zur Erklärung eines Phänomens dient. Sie kann nur wahrgenommen aber nicht gemessen werden. Messbar sind lediglich die Auswirkungen von Angst (Vgl. Oelsner).
  • 2.Definition Rost Desweiteren existiert kein einheitlicher Angstbegriff und so werden in der Forschung verschiedenen Definitionen für dieses Phänomen gegeben. So beschreibt Rost die Angst als „Spezialfall eines Erregungs- und Spannungszustandes mit spezifischen somatischen, psychischen und behavioralen Empfindungen und Reaktionen.“ Im Mittelpunkt stehen „Erwartungen, Vorstellungen, aktuelle Empfindungen oder auch Erinnerungen einer persönlich bedeutsamen realen oder auch nur eingebildeten Unsicherheit, Bedrohung oder Gefahr...“
  • 3.Definition Schwarzer /Mietzel Schwarzer definiert Angst als ein unangenehmes Gefühl tritt in Situationen auf, die als unangenehm interpretiert werden Mietzel definiert die Angst als „unangenehmen Gefühlszustand mit bestimmten körperlichen Begleiterscheinungen…Erleben allgemeiner Unruhe, unheilvoller Ahnung und Anspannung“.
  • 4.Definition Lazarus Einige Autoren wie Lazarus unterscheiden zwischen Angst (als eine von innen aufsteigende Bedrohung mit unbekannter Gefahrenquelle in der das Individuum nicht angemessen handeln kann) und Furcht (eine von außen kommende Bedrohung durch eine spezifische Gefahr auf die zielgerichtet gehandelt wird (Bsp. Flucht oder Angriff)). Jedoch werden Angst und Furcht meist als ein Phänomen abgehandelt.
  • 5.Definition Schulangst Schwarzer nach Schwarzer eine Mischform aus Leistungsangst udn sozialer Angst, da es immer im sozialen Kontext steht Zur Unterscheidung von Schul- und Prüfungsangst sollen jeweils einige Definitionen dienen. 
  • 6.Definition Schulangst Sieland Sieland schreibt: „Schulangst bezieht sich auf alle Besorgnisse, die im weiten Kontext der Schule denkbar sind“, so beispielsweise die Schule als sozialer Ort, wo viele Bedürfnisse befriedigt, bedroht oder frustriert werden können, die Schule als Ort an denen alle Beteiligten ihre mitgebrachten Ängste, Aggressionen und Frustrationen manifestieren oder die Schule als ein Ort, wo alle Personen und Situationen potentiell als auslösende, aufrechterhaltende und löschende Bedingungen für positiver und negativer Gefühle und Verhaltensweisen in Frage kommen.
  • 7. Definition Schulangst Wahl/Weinert/Huber Schulangst ist nicht gleichzusetzen mit Schulphobie, die sich auf die kindliche Trennungsangst primär im familiären Bereich bezieht, noch mit Schulschwänzen, die Verweigerung des Schulbesuchs ohne Wissen der Eltern. wenn der gesamte schulische Bereich als Bedrohung gesehen wird, häufig eine Kmbination aus Leistungsangst und sozialer Ängstlichkeit
  • 9.Definition Prüfungsangst Mietzel Versagen mit ungünstigen Folgen für das Selbstwertgefühl (mit möglichem materriellen Verlust)
  • A 1. Definition Unterschied Schulangst Prüfungsangst Beide Ängste stehen in Verbindungen mit Leistungen, so dass die Grenzen zwischen Ihnen oft verwischen. Jedoch bezieht sich die Prüfungsangst als Unterkategorie der Leistungsangst auf die Furcht vor Misserfolg in Bezug auf die Leistungsanforderungen, während Schulangst auch die Furcht vor Misserfolg im Bezug auf Leistungsanforderungen im sozialen Kontext (Bsp. Schule oder Elternhaus) beinhaltet und nicht speziell auf eine konkrete Situation gerichtet ist.
  • A 2. Angstsymptome Ortner/Ortner Krohne Nach Wahl können Angstsymptome aufgeteilt werden nach Emotional-subjektive Indikatoren (Bsp. Gefühle der Hilflosigkeit, Bedürfnis, der Situationen zu entfliehen, Pessimistische Leistungserwartungen, erleben aufsteigender Selbstwertbedrohung, Unwohlsein ) beobachtvare Verhaltensweisen (Bsp. Hektik, Verkrampfung, ziellose Ersatzhandlungen, unruhiger Wechsel zwischen verschiedener Tätigkeiten) und physiologischen Indikatoren (Bsp. Bluthochdruck, starkes Herzklopfen, verstärkte Darmbewegung, Harndrang , Blässe, Flucht, Aggressionen etc.)
  • Advertisement
  • A 3.Symptome von Schulangst nach Oelsner/Lehmkuhl starke Angst vor der Schule selbst, d.h.Leistungsanforderungen, Lehrer oder Schüler auftreten körperlicher Beschwerden ohne organischen Ursprungs, meist während des schulbesuchs Fehlen dissozialer Störungen
  • A 4. Symptome von Prüfungsangst nach Tücke körperliche Ebene psychol.Ebene: Sorgen um den Ausgang udn Konsequenz der Prüfung, Zweifel an der eigenen Leistung, Verzweiflung, Panik, Zukunftsangst, Ausweglosigkeit
  • A 7. geschlechtliche Unterschiede Jungen: Mädchen:
  • B 1. Lerntheorien - lerntheoretische Modell von Mowrer „2 Phasen Theorie" beschreibt, dass Angst eine gelernte Reaktion von Signalen ist, auf denen in der Vergangenheit unbedingte Auslöserreize von Angst gefolgt sind. Dabei greifen zwei Lernarten ineinander. Die erste Phase (Reiz-Reaktions-Lernen)=Klassisches Konditionieren in neutraler Reiz wird anfangs mit einem unangenehmen unkonditionierten Reiz (Schreck, Schmerz, Misserfolg) verknüpft was zu einer konditionierten Reaktion (z.Bsp.Angst) führt Reaktion Angst wird nach mehrmahligem Aufeinandertreffen beider Reize gelernt udn kann auch auftreten , wenn nur der ursprüngliche neutrale Reiz Einfluss hat In der zweiten Phase (instrumentelles Lernen) wird versucht die Angst zu vermeiden ( Angstauslösende Situation)  Vermeidungsreaktion wird positiv verstärkt, weil dadurch die Angst reduziert werden kann diese Angstreduktion verstärkt die Vermeidungsreaktion --> Angststabilsierung (beibehalten der Angst)
  • C 1. Symptome laut Krone: Angst beschreibbar aber nicht messbar - lediglich bestimmte Symptome / Indikatoren von Angst und Ängstlichkeit registrierbar → werden nach Krone und Ortner/ Ortner in 3 Beobachtungsebenen einge teilt:
  • B 2. „2 Phasen Theorie" anhand der Prüfungsangst Angewandt auf die Prüfungsangst bedeutet dies, dass auf einer Prüfung (neutraler Stimulus) ein Misserfolg (unbedingter Stimulus) folgte, was zu einer unbedingten Angstreaktion führte. Bei mehrfachen Versagen bei Prüfungen ist nicht mehr der Misserfolg Auslöser der Angstreaktion sondern lediglich die Prüfung. Nun folgt nach der Theorie von Mowrer in der zweiten Phase ein Vermeidungsverhalten, so dass Prüfungen generell aus dem Weg gegangen wird (wie dem Nichterscheinen zur der Prüfung), um die Angst zu reduzieren und dem Unwohlsein zu entfliehen.
  • D 1. Diagnostik Petermann&Petermann - multimodale Diagnostik  die kognitive, emotionale, psychologische Ebene und die Verhaltensebene berücksichtigt dabei sollten multimethodale Mittel eingesetzt werden dazu gehören diagnostische Gespräche wie das Schüler- Eltern und Lehrergespräch, die der Informationsgewinnung dienen, zudem Verhaltensbeobachtungen in bestimmten Situationen(in Prüfungen, in Interaktion mit verschiedenen Personen etc.), die systematisch oder gelegentlich erfolgen können oder Selbstreferenzen, wie z.B. Fragebögen oder Checklisten. Zudem gibt es Angsttests, die aber nicht allein vom Lehrer durchgeführt werden sollten. So gibt es den Angstfragebogen für Kinder (AFS: Der Fragebogen erfasst mehrere Faktoren wie die Prüfungsangst, allgemeine Angst und Schulunlust) nach Wieczerkowski --> nicht durch Lehrer ausführbar oder den Schulangsttest (SAT: zu zehn Bildkarten aus dem schulischen Bereich werden Geschichten erzählt und inhaltlich nach angstrelevanten Inhalten ausgewertet) nach Husslein --> nicht durch Lehrer ausführbar
  • F 1. Fördermaßnahmen/Interventionsmaßnahmen bei Leistungsangst/Schulangst - Rost Lehrer und Schule Schülerpersönlichkeit Elternhaus
  • F 2. Fördermaßnahmen/Interventionsmaßnahmen bei Leistungsangst/Schulangst - Rost Lehrer und Schule Vorbeugung der Leistungsängstlichkeit durch extensivere Ausnutzung der Klassenräume, Schaffung einer emotional warmen und experimentellen Atmosphäre, Entschärfung typischer Krisensituationen (Einschulung, Übergang zu anderer Schule), Entschärfung des Bedrohlichkeitscharakters von Leistungs- und Prüfungssituationen, lernpsychologische Optimierung des Unterrichts Bearbeitung von Schulangst als Unterrichtsgegenstand Veränderung in der Bewertung der Schülerleistung
  • F 3. Fördermaßnahmen/Interventionsmaßnahmen bei Leistungsangst/Schulangst - Rost Schülerpersönlichkeit Maßnahmen zur Veränderung der Persönlichkeitscharakteristika des Kindes hinsichtlich Angst --> Befähigung mit Angst (Schul- udn Leistungsangst) umzugehen udn zu reduzieren Erwerb von Arbeits- und Lerntechniken Desensibilisierung in Kombination mit positiver Verstärkung Erfolgserlebnisse schaffen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl erhöhen stabilisieren oder optimieren von Bewältigungskompetenzen
  • F 4. Fördermaßnahmen/Interventionsmaßnahmen bei Leistungsangst/Schulangst - Rost Elternhaus Maßnahmen die die Eltern vornehmen können Intensivierung von Kommunikation und Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, Eltern sollen schulische Situation offen und frei von persönlichen Abwertungen regelmäßig besprechen und Kind solidarisch unterstützen, vorhersehbares und konstante Reaktionen auf Leistungs- und Schulverhalten, Achten des Schülers als eigene Persönlichkeit (keine Kompensation des eigenen Ideals), Anpassen der Anforderungen an den Entwicklungsstand und Ressourcen des Schülers (kein übertriebenes Verständnis) Zusammenarbeit mit dem Elternhaus
  • B 3. Theorie der Angstentstehung in Anforderungssituationen nach Jacobs entstand in Anlehnung an LAZARUS wichtige Variabeln für die Entstehung von Angst in diesem Modell:  subjektive Kompetenz (Einschätzung eigener Fähigkeiten) Anspruchsniveau (Vorstellungen über das Ziel) Motivationsstärke (erwartetes Ausmaß der Beeinträchtigung, wenn Ziel nicht erreicht wird) zwischen den Variablen besteht enger Zusammenhang z.B. geringe Einschätzung des eigenen Könnens – hohes Anspruchsniveau = Diskrepanz wird von der betroffenen Person als Kompetenzdefizit wahrgenommen wird Defizit als hoch eingeschätzt schätzt Individuum Wahrscheinlichkeit eines Misserfolgs als sehr hoch ein je wichtiger es für das Individuum ist, dass angestrebte Ziel zu erreichen, desto größer ist die damit verbundene empfundene Bedrohung und Angst Strittmatter fasst die Hypothese von Jacaobs zusammen:  Prüfling hat dann Angst, wenn er im Vergleich zur Kompetenz ein hohes Anspruchsniveau hat und dem Anspruchsniveau einen großen Stellenwert beimisst Jacobs schuf damit Grundgerüst zur Angsttheorie, da wichtige Variabeln zur Bewältigung einer Situation hier verknüpft
  • B 4. Einfluss der Erziehung auf Angst - nach Walter Kinder zeigten oft Angst wenn: Eltern mit Strafen und Verboten und Liebesentzug heftig auf kindl. Fehlverhalten reagieren Kinder die von ohren Eltern häufiger streng bestraft werden, sind weniger aggressiv Verbinden mit aggressivem Verhalten Angst neben Aggressionsweckung und –unterdrückung Erziehung auch großen Einfluss auf Unabhängigkeit und Leistung zu hohe, zu frühe, zu geringe Anforderungen der Eltern in Bezug auf die Unabhängigkeit begünstigen Entstehung von Angst
  • B 5. Auswirkungen von Schulangst nach Strittmatter beeinträchtigt nachhaltig das subj. Wohlbefinden ! Einfluss auf Schulverdrossenheit und Interesse durch schule bedingte, induzierte Angst kann sich zu überdauernder Ängstlichkeit stabilisieren hat Ausbildg.einer allgemein ängstlichen Persönlichkeit Angst vermindert bei komplexen Aufg. die Leistungsfähigkeit Angst hat Einfluss auf emot. Befinden und auf Leistung
  • F 5. nach Rogers 3 Merkmale für vertrauens- und verständnisvolle soz. Beziehung: uneingeschränktes Akzeptieren und Wertschätzen einfühlendes, emphatisches Verstehen (sich in andere hineinversetzen zu können) Kongruenz (Übereinstimmung), Echtheit d.h. Schüler muss sich in seinen Gedanken und Gefühlen und Verhaltens weisen verstanden und akzeptiert fühlen L. sollte auch Akzeptanz zeigen, auch wenn Verhalten nicht ganz den Vorstellungen entspricht Schüler muss mit Würde und seinen persönlichen Besonderheiten behandelt werden die Wertschätzung des L sollte nicht vom aktuellen Leistungsstand und Verhalten abhängen Interesse, konzentriertes Zuhören, Beobachtung der nonverbalen Kommunikation, Wichtigkeit des Einzelnen, Geduld, interessierte Mimik, Gestik z.B. zugewandte Körperhaltung, freundliches Nicken, Tonfall sind entscheidend
  • 5.1. Angstformen nach Wahl, Weinert und Huber Existenangst Angst vor Tod, Krankheit, Dunkelheit soziale Angst Angst davor Machtpos. in der Clique, Familie, etc. zu verlieren Anerkennung zu verlieren nicht anerkannt zu werden Zurückweisung von Familie, Freunde, Kollegen, ... Leistungsangst Prüfungsangst Publikumsangst Angst Fehler zu machen
  • 6.1. Definition Schulangst nach Schwarzer Besorgtheit und Aufgeregtheit angesichts schulischer Anforderungen (Leist.die in einem bestimmten sozialen Kontext erbracht werden sollen, die als selbstwertbedrohlich eingeschätzt wird
  • 8.Definition Prüfungsangst Neubauer spezielle Erscheinungsformvon Angst in Leistungssituationen, wenn die Situation als bedrohlich wahrgenommen wird
  • E Verhaltensstörung Eine Verhaltensstörung definiert Seitz (1991, 7) als„eine Auffälligkeit ..., die in einer Störung eines Funktionsgleichgewichts des Person- Umwelt-Bezugs liegt, sei es, dass für eine bestimmte Funktion ... unangemessene, nicht regelgerechte Mittel ... eingesetzt werden oder dass eine bestimmte Teilfunktion des Gesamtsystems ... zu sehr in den Vordergrund tritt.