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Psychologie (Subject) / Agression (Lesson)
Prüfungsvorbereitung zum 1.Staatsexamen
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- D 5. Klassifikationssysteme zur Diagnostik DSM-IV Die Störung mit oppositionellem Trotzverhalten nach DSM-IV-Kriterien Störung wird durch ein negatives, feindseliges und trotziges Verhalten gegenüber Autoritätspersonen bestimmt Kinder mit dieser Störung streiten schnell mit Erwachsenen und sind in ihrem Verhalten schnell ausfallend Sie widersetzen sich den Anweisungen von Erwachsenen Feindseligkeit kommt durch das absichtliche Ärgern anderer zum Ausdruck Um die diagnostischen Kriterien der Störung mit Oppositionellem Trotzverhalten zu erfüllen, müssen mindestens vier der folgenden Symptome mindestens sechs Monate auftreten ¬ wird schnell ärgerlich ¬ streitet sich häufig mit Erwachsenen ¬ widersetzt sich häufig aktiv den Anweisungen von Erwachsenen ¬ verärgert andere häufig absichtlich ¬ schiebt häufig die Schuld für eigene Fehler auf andere ¬ ist häufig wütend und beleidigt ¬ ist häufig boshaft und nachtragend
- D 6. Klassifikationssysteme zur Diagnostik DSM-IV Kritik Kritik an dem DSM IV: 1. Die schnelle Etikettierung mit einer bestimmten Störung kann zu einer Stigmatisierung des Kindes führen 2. Die Schwellenwerte für die Symptome, anhand derer bestimmt wird, ob eine Störung des Sozialverhaltens oder eine Störung mit Oppositionellem Trotzverhalten vorliegt, wurden recht willkürlich festgelegt 3. Symptome haben alle den gleichen Stellenwert, müssten aber eigentlich unterschiedlich gewichtet werden 4. Um als Symptom betrachtet zu werden, muss ein Verhalten häufiger auftreten, als es in der Regel bei Kindern der gleichen Altersgruppe anzutreffen ist
- E 1. Diagnose - Verfahren zur Erfassung aggressiven Verhaltens Verfahren zur Erfassung aggressiven Verhaltens Aufgrund der Vielfalt aggressiven Verhaltens ist ein umfassendes diagnostisches Vorgehen wichtig, um daraus pädagogische oder gar therapeutische Maßnahmen ableiten zu können. Untersuchung der Motive und Anlässe aggressiven Verhaltens, der sozialen Kontakte in Beobachtungen, Befragungen. 1.ISTZUSTAND 2.BEOBACHTUNG ÜBER MEHRERE SCHULSTUNDEN 3.SELBSBEOBACHTUNGSVERFAHREN 4.BEFRAGUNG DER ELTERN 5.BEFRAGUNG DER KINDER 6.INTERVENTION
- E 2. Diagnose - Verfahren zur Erfassung aggressiven Verhaltens Petermann/Petermann Petermann & Petermann empfehlen ein multimodales Vorgehen, also eine Diagnostik auf folgenden Ebenen: • Verhaltensbeobachtungen & Diagnostische Gespräche • Selbstbeoabachtung • Standardisierte Testverfahren Eine Kombination ist wichtig, da jede Methode mit Fehlern belastet ist!!! Aggressive Kinder neigen dazu, ihr aggressives Verhalten gegenüber dem Therapeuten zunächst zu leugnen.
- E 3. Diagnose - Verfahren zur Erfassung aggressiven Verhaltens 1.ISTZUSTAND Zu Beginn muss das Problem wahrgenommen und der ISTZUSTAND erfasst werden.
- E 4. Verhaltensbeobachtungen - 2.BEOBACHTUNG ÜBER MEHRERE SCHULSTUNDEN 2.BEOBACHTUNG ÜBER MEHRERE SCHULSTUNDEN Eine diagnostische Methode zur Klärung der Situation ist die BEOBACHTUNG ÜBER MEHRERE STUNDEN hinweg. Diese werden vom Lehrer in einem Protokoll festgehalten. Eine andere Methode ist die Beobachtung eines Schülers auf dem Pausenhof. Dadurch können Angstsymptome gezielt wahrgenommen werden (z.B. äußert Jörg Gefühle der Hilflosigkeit? Wird Jörg in bestimmten Momenten blass, oder rot? Schwitzt er? Formalisierte Fragebögen zur Erfassung von Problemverhalten bei Schülern können relativ einfach und ergänzend zum normalen Unterricht eingesetzt werden (Tücke) Mit der Lehrereinschätzliste für Sozial- und Lernverhalten LSL von Petermann & Petermann kann eine systematische Einschätzung des Kindes vorgenommen werden. Dieser Fragebogen soll es dem Lehrer erleichtern, einen Überblick über die Persönlichkeit einzelner Schüler aufgrund von beobachtbaren Verhaltensweisen zu gewinnen. Ein gängiges Verfahren zur Verhaltensbeobachtung ist der BAV (Beobachtungsbogen für aggressives Verhalten) Beim BAV handelt es sich um eine leicht handhabbare Einschätzliste, kann also auch von Lehrern oder Eltern angewendet werden. Der BAV kann im Rahmen der Diagnoserstellung dazu beitragen festzustellen, ob nach den Klassifikationssystemen DSM-IV oder ICD-10 die Kriterien für aggressives Verhalten im Rahmen einer Störung des Sozialverhaltens erfüllt sind und somit ein Aggressionstraining angebracht ist.
- E 5. Verhaltensbeobachtungen 3. SELSTBEOBACHTUNGSVERFAHREN 3. SELSTBEOBACHTUNGSVERFAHREN • Hierbei protokolliert die betreffende Person (z.B. Schüler) ihr eigenes Verhalten kontinuierlich • Selbstbeoachtung dient dazu, die Häufigkeit des Problemverhaltens zu erfassen Können z.B. als tägliche Tagebucheinträge festgehalten werden
- E 6. Verhaltensbeobachtungen - 4.BEFRAGUNG DER ELTERN 4.BEFRAGUNG DER ELTERN In der Regel besitzen die Eltern die umfassendsten Informationen. Ziel eines Elterngespräches ist es, Informationen über die Entwicklung des Kindes und sein Problemverhalten zu sammeln. Dazu verwende ich z.B. den Elternexplorationsbogen für aggressives Verhalten bei Kindern (Petermann). Dieser enthält Informationen zu ϖ Auffälligkeiten in der bisherigen Entwicklung des Kindes ϖ zur Familiensituation ϖ der Beziehung des aggressiven Kindes zu Gleichaltrigen und Geschwistern, ϖ über die Schulsituation, ϖ der Symptomatik des aggressiven Verhaltens enthält alternativ: Mannheimer Eltern-Interview für Kinder von 6-16 Jahren ! Der Explorationsbogen bildet das Kernstück des diagnostischen Vorgehens. Wird die Elternexploration als Hausbesuch durchgeführt, dann kann zusätzlich darauf geachtet werden, ob die Wohnung geräuschbelastet ist oder ob das Kind ein eigenes Kinderzimmer besitzt. Im Anschluss an die Elternexploration schätzt ein Therapeut mithilfe einer Einschätzliste das Interaktionsverhalten der Eltern ein. Die aus der Exploration gewonnenen Informationen bilden eine wichtige Entscheidungsgrundlage, ob ein Training indiziert ist und in welchem Umfang die Interventionen mit Eltern und Kind zu planen sind um den Realitätsgehalt und den Grad der Zuverlässigkeit elterlicher Aussagen festzustellen, sollten die Informationen der Elternexploration zumindest mit den Daten der Verhaltensbeobachtung und dem EAS verglichen werden
- E 7. Verhaltensbeobachtungen 5. Befragung des Kindes Zunächst kann der Lehrer eine unstrukturierte Befragung durchführen, danach standardisierte Fragebögen verwenden: Mit Hilfe eines Schulpsychologen! Ziel dieser Befragung (Exploration) ist es, Absichten und Verhaltensgewohnheiten des Kindes festzustellen, die möglicherweise zum aggressiven Verhalten beitragen • außerdem soll in der Befragung geklärt werden, ob das Kind motiviert ist, sein Verhalten zu ändern und welche Ziele es mit einer Therapie verbindet • zur Befragung eines Kindes kann eine Reihe von Tests eingesetzt werden Erfassungsbogen für aggressives Verhalten in konkreten Situationen (EAS) von Petermann & Petermann Der EAS stellt aggressives Verhalten bei Kindern zwischen 9 und 13 Jahren fest. Beschreibungen in Form von Bildergeschichten sollen einem Kind das Eindenken und Einfühlen in andere Personen und deren Verhalten ermöglichen, jede Bildgeschichte besteht also aus einer Situationsbeschreibung, einer bildlichen Darstellung sowie drei Möglichkeiten, auf die beschriebene Situation zu reagieren. Die drei Antwortmöglichkeiten bestehen aus sozial erwünschtem, leichtem und schwer aggressivem Verhalten. Das Kind soll eine der vorgegebenen Reaktionen auswählen. Das aggressive Verhalten kann dabei gegen andere Personen, gegen Gegenstände oder gegen die eigene Person gerichtet sein und sich verbal, nonverbal, hinterhältig oder direkt ausdrücken. aus dem EAS lässt sich im Rahmen der Diagnoserstellung ableiten, ob ein Kind generell behandlungsbedürftig ist, wo sein Verhalten primär auftritt (Elternhaus, Schule, Freizeit) und in welcher Form es auftaucht (z.B. beobachtbar oder verdeckt). soll Aggressionen in verschiedenen konkret dargestellten Alltagssituationen erfassensoll folgende Fragen klären: Gegen wen richtet sich das Verhalten? Wie äußert es sich?In welchem Intensitätsgrad und in welchen Umweltbereichen tritt es auf? Initiiert das Kind von sich aus Konflikte? Dauer: 20-30 Minuten K-FAF (Kurzfragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren) Der Fragebogen ermöglicht Aussagen über die Bereitschaft zu aggressivem Verhalten bei Jugendlichen über 15 Jahren.
- F 1.Intervention nach Keller Grundlage: Genaue Exploration der Faktoren, die Aggression auslösen (Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern, Schulpsychologen, Ärzten) Besonders bei Mobbing sind die folgenden Maßnahmen hilfreich ! (Es ist nicht notwendig alles umzusetzen) Interventionsmaßnahmen bei Unterrichtsstörungen nach Keller - Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, - direktes Reagieren in der Störungssituation, - Konfliktgespräch mit dem Schüler, mit den Eltern, mit der Klasse, - Konfliktbearbeitung in der Klassenkonferenz, - Konfliktbearbeitung in der Supervisionsgruppe, - Verhaltensmodifikation durch Tokens - Trainingsraummethode - außerschulische Hilfen - positive Autorität - Zusammenarbeit mit den Eltern
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- F 2.Intervention nach Olweus Interventionsmaßnahmen nach Olweus Schulebene verbesserte Pausenaufsicht Gestaltung des Schulhofes zu einem attraktiven Platz von Begegnung mit Tobe- und Ruheflächen Kontakttelefon Konfliktsprechstunde bzw. Mediationsraum Entwicklung der Schulkultur Treffen von Lehrkräften und Eltern Lehrkräftegruppen für die Entwicklung eines positiven Schulklimas Elterngesprächskreise (Lern- und Diskussionsgruppen)
- F 3. Intervention - Klassenebene Klassenebene gemeinsame Erarbeitung von Klassenregeln gegen Bullying Klarstellung, Lob, Sanktionen Wertschätzung Opfer-Täterausgleich Wiedergutmachung Aufarbeitung von Konflikten durch Aufstellung regelmäßige Klassentreffen kooperatives Lernen Treffen von Lehrkräften und Eltern/Kindern allgemeine positive Tätigkeiten; Rollenspiele
- F 4. Intervention - Individuelle Ebene Individuelle Ebene intensive Gespräche mit Schlägern und Opfern intensive Gespräche mit Eltern von beteiligten Kindern fantasievolle Maßnahmen seitens der Lehrkraft Hilfe von 'neutralen' Schülerinnen bzw. Schülern Ratschläge für Eltern (Elternbroschüre) Diskussionsgruppen mit Eltern von Schlägern und von Opfern letztes Mittel: Klassen- oder Schulwechsel
- F 5. Intervention - Rolle Lehrer Welche Rolle hat der Lehrer in einem solchen Fall? Der Lehrer hat die Pflicht, die Schüler vor seelischen und körperlichen Schäden zu bewahren. Daher muss die Lehrkraft in jedem Falle aktiv werden und die Möglichkeiten, die durch das Schulrecht gegeben sind, ausschöpfen!
- F 6. Intervention - Training mit aggressiven Kindern (Petermann und Petermann 1999) Training mit aggressiven Kindern (Petermann und Petermann 1999) richtet sich an aggressive Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren, in der Regel werden in einem Zeitraum von etwa sechs bis acht Monaten Einzeltraining, Gruppentraining, Elternberatung und Lehrerkontakte durchgeführt Ziel ist nicht nur der Abbau aggressiven Verhaltens, sondern auch das Einüben von kooperativem und einfühlsamem Handeln, Kinder lernen zudem, sich angemessen selbst zu behaupten Das Training ist ein kognitiv-behaviorales Programm und setzt sich im Wesentlichen aus Elementen der Verhaltensmodifikation, des Rollenspiels, des Beziehungsaufbaus und der familienbezogenen Beratung zusammen Aggression wird verstanden als gelerntes Verhalten, zentral für das Erlernen aggressiven Verhaltens sind nach Petermann & Petermann Verstärkungslernen und Modell-Lernen familiären Bedingungen wird ein entscheidender Einfluss zugesprochen, sowohl bei der Entstehung als I auch der Aufrechterhaltung von Aggression daher setzt das Programm nicht nur bei den aggressiven Kindern selbst an, sondern bindet auch deren Eltern in das Training mit ein vor Trainingsbeginn erfolgt mittels verschiedener, von den Autoren selbst entwickelter Erhebungsverfahren eine Indikationsstellung dabei werden sowohl das Kind seihst, als auch die Bezugspersonen befragt und beobachtet erhoben werden vor allem die Faktoren, die aggressives Verhalten auslösen und aufrechterhalten die Arbeit mit dem Kind gliedert sich in Einzeltraining und Gruppentraining (mit Rollenspielen)
- F 7. Intervention - Einzeltraining oder Gruppentraining (Petermann und Petermann 1999) Einzeltraining oder Gruppentraining jede Sitzung gliedert sich in vier Phasen Detektiv-Bogen mit Selbstbeobachtungs- und Verhaltensübungsaufgaben wird gemeinsam ausgewertet Erzählen einer Kapitän-Nemo-Geschichte zur Entspannung stundenspezifisches Training anhand von. Rollenspielen Eintausch der Tokens in Spielzeit Ziel des Trainings ist es, dass die Kinder lernen: sich zu entspannen. ihre Umwelt differenzierter wahrzunehmen. sich angemessen selbst zu behaupten, ohne aggressiv zu reagieren,| sich kooperativ und hilfsbereit zu verhalten, Ärger- und Wutreaktionen zu kontrollieren und sich in andere Personen einzufühlen trainingsbegleitend werden die Eltern im Rahmen von fünf Treffen beraten kann auch auf die Schule übertragen werden
- F 8. Intervention - Detektivbogen - Kapitän-Neo-Geschichten (Petermann und Petermann 1999) Detektivbogen anhand des Detektivbogens kann das Kind sein Verhalten jeden Tag beobachten und die in den Trainingssitzungen geübten Verhaltensweisen festhalten Entspannungsübungen um Anspannung und Unruhe beim Kind zu reduzieren Kind kann durch die Entspannungsübungen auf die Arbeitsphase eingestimmt werden Lernprozesse werden auf diese Weise unterstützt Kapitän-Nemo-Geschichten dienen als Entspannungsritual und bereiten das Kind auf das Training vor sorgen für emotionale Ausgeglichenheit und motorische Ruhe sind den imaginativen Entspannungsverfahren zuzuordnen
- F 9. Intervention - Yogaübungen - Token-Programm (Petermann und Petermann 1999) Yogaübungen um Schulstress, Verhaltensproblemen und motorischen Defiziten von Kindern durch Bewegungsarmut entgegen zu wirken Kinder ruhiger, Verhalten besser selbst regulieren, Konzentrationsfähigkeit zugenommen Token-Programm (Verstärkung) Das Token-Programm soll ein Kind motivieren, neues Verhalten einzuüben. Token sind Münzen, welche die Kinder als Verstärkung erhalten. Durch sie erhalten die Kinder eine direkte Rückmeldung. Die Token können nach festgelegten Regeln gegen Spielzeiten oder andere Vergünstigungen eingetauscht werden Ziel: Aufbau von positivem Verhalten, Förderung der Selbstbeobachtung und Selbstbewertung.
- G 1. Intervention - Rollenspiele (Petermann und Petermann 1999) Rollenspiele Konflikte werden mit der gesamten Klasse oder einem Teil der Klasse in einem Rollenspiel dargestellt Lösungen werden gemeinsam erarbeitet und im Rollenspiel ausprobiert Ziel ist die Erarbeitung und Übung von Handlungsalternativen zu aggressivem Verhalten in Konflikten Durchführung: Den Schülern wird eine konkrete Situation vorgeben (z.B. einen Konflikt aus der Klasse, eine Szene aus einem Jugendbuch oder einem Film,.. .) die Rollen werden so zugeteilt, dass die Schwächeren die Möglichkeit erhalten, die Rolle des Starken zu übernehmen. Dadurch können die Schüler eine neue Sichtweise kennen lernen Danach sollen die Schülern über ihre Erfahrungen im Rollenspiel sprechen und die alternativen Lösungswege diskutieren