Psychologie (Wolfradt) MLU (Subject) / Skriptfragen (Lesson)

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Skriptfragen Allgemeine Psychologie

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  • Warum sind Forschungsmethoden wichtig? - Verzerrung der eigenen Wahrnehmung- Zufall vermeiden- empirische Überprüfung- wissenschaftliche Ergebnisse verstehen und beurteilen- Objektivität gewähren Beschreibung...- Isolierung des Phänomens bzgl. verschiedener Dimensionen- interessierende Dimensionen messen, Zusammenhang zwischen diesen Dimensionen bestimmen (Einzelfallstudie, Befragung, Beobachtung)Erklärung...- zu erklärendes Phänomen ist bekanntes Ereignis der Gegenwart- Erklärung für Phänomen wird gesuchtVorhersage...- zu erklärendes Phänomen ist in der Zukunft liegendes Ereignis- Erklärung wird am vorherzusagendem Ereignis geprüft
  • Gegenüberstellung zweier Richtungen der Psychologie... 1. Geisteswissenschaftliche OrientierungIdiographieZiele: Suche nach Einmaligen und Unverwechselbaren, Forderung nach Konkretheit  Methode: Beschreibung komplexer Gegenstände2. Naturwissenschaftliche OrientierungNomothetikZiele: Suche nach allgemeingültigen Gesetzen und Regeln, VerallgemeinerungMethode: analytisches Denken und Experimente
  • Eine wissenschaftliche Theorie... Theorie > Hypothese > Messung von Variablen > Erneute Messung von Variablen
  • Forschungsmethoden der Psychologie (Theorien) Theorie: System von Definitionen, Annahmen, Schlussfolgerungen zu bestimmten ThemenbereichVoraussetzungen:- logische Konsistenz und begriffliche Präzision (notwendig)- kein Widerspruch zur beobachtbaren Realität (zusätzlich)Theorien müssen an der Realität überprüft und prinzipiell der Möglichkeit des Scheiterns ausgesetzt werden (Verifizierung vs. Falsifizierung)
  • Stufen des Forschungsprozesses... Forschungsgebiet auswählen, Literaturrecherche, Hypothesen formulieren, Forschungsmethode auswählen, Datensammlung, Datenanalyse, Ergebnisbericht
  • Forschungsmethode auswählen... Wo soll die Studie stattfinden? Feld: natürliche Umwelt (Beziehung zwischen Variablen) Labor: kontrolliertes Umfeld (Manipulation von Variablen)(a) Einzelfallstudie: intensive Beobachtung eines einzelnen Individuums, Aufdeckung universeller Prinzipien(b) Beobachtung in natürlicher Umgebung (Feldbeobachtung): Verhalten in natürlichen Situationen unter Verzicht auf Manipulation oder Kontrolle der Situation (z.B. Aggressionsbeobachtungen)(c) repräsentative Befragung (Meinungsumfrage): Ziel ist die Beschreibung charakteristischer Merkmale mehrerer Bevölkerungsgruppen über Zufallsstichprobe
  • Selbstbeurteilungsmaße... Zwei Methoden zur Erfassung von Selbstbeurteilungsdaten: Fragebogen, Interview
  • Verzerrungen bei Befragungen... soziale Erwünschtheit, Hinweise des Untersuchungs, kontextesKonfundierung (Einfluss geht auf Drittvariable zurück), falscher Konsensus, Interventionen
  • Was versteht man unter einer Korrelation? Stärke des Zusammenhangs von zwei Merkmalen (Variablen)Bsp.: Gewicht und Größe von Menschen, Anzahl von Lerndurchgängen und GedächtnisleistungProblem: kausale Interpretation ist nicht möglichVerhalten ist eine Funktion von Person und Umwelt (Lewin)Kind ist aggressiv > Kind wird unbeliebt > Isolation / TV > bevorzugt Sendungen mit agg. Inhalt > Kind ist aggressivEinfluss von Drittvariablen: Kind übernimmt Einstellungen und Verhalten von z.B. den ElternIllusorische Korrelation: Wahrnehmung eines nicht existenten Zusammenhangs
  • Experimentelle Forschung... Experimente dienen der Bestimmung von Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen zwei Variablen (Placeboeffekt, Doppelblindversuch, Versuchsbedingung, Kontrollbedingung, Zufallszuweisung)
  • Datenbeschreibung... Bei der Darstellung von Daten im Säulendiagramm muss auf die Skalenbezeichnung (Variationsbreite) geachtet werden. Maße der zentralen Tendenz:Modalwert (häufigster Wert), Mittelwert (Durchschnitt), Median (Wert, der die Verteilung in der Mitte teilt) Maße der Variabilität (Dispersionsmaße):Variationsbreite (Differenz zwischen höchsten und niedrigsten Wert einer Verteilung)Standardabweichung (Streuung der Daten um den Mittelwert) Notwendige Bedingungen für Interferenzstatistik:nur repräsentative Stichproben sind aussagekräftig, Beobachtungsdaten mit geringer Streuung sind zuverlässiger, große Stichproben sind besser als kleine
  • Validität... (a) interne Validität: Veränderung der abhängigen Variablen (AV) durch Manipulation der unabhängigen Variablen (UV)(b) externe Validität: Beziehungen lassen sich auch auf andere Kontexte und Personen übertragen(c) Konstruktvalidität: AV und UV messen auch die theoretischen Konstrukte, die sie abbilden sollen
  • Grundlagen der Wahrnehmung... Reizmenge: um Reiz wahrzunehmen, ist Mindeststimulation nötig (absolute Schwelle, 50% der Fälle)Signalentdeckungstheorie: Vorhersage, wie und wann ein schwacher Reiz unter Hintergrundstimulation wahrzunehmen ist.Reizunterscheidung: bzgl. ihrer Intensität Weber´sches Gesetz: Regel, nach der sich zwei Reize um einen konstanten minimalen Prozentsatz unterscheiden müssen, damit der Unterschied zwischen ihnen wahrgenommen wirdSubliminale Wahrnehmung: Wahrnehmung liegt unter der absoluten Schwelle (Studie von Murphy und Zajonc, 1993)Sensorische Adaption: verminderte Empfindlichkeit gegenüber Reizen, wegen konst. StimulationTransduktion: Schaffung neuronaler Botschaften, die das Gehirn weiterverarbeitet, Umwandlung von Reizenergie in NervenimpulseVisuelle Informationsverarbeitung: Parallelverarbeitung als gleichzeitiges Verarbeiten mehrerer Aspekte eines Objekts oder Problems Farbensehen, Dreifarbentheorie (Helmholtz, Young), Gegenfarbtheorie (Hering), Farbkonstanz, das Ohr und das Hören, Frequenz (kurze Wellen haben hohe Frequenz und damit hohe Tonhöhe), Geräuschlokalisation, Ortstheorie (Helmholtz), Frequenztheorie (Anzahl der übertragenen Nervenimpulse entspricht der Frequenz eines Tones)
  • Wahrnehmungsorganisation... Formwahrnehmung: Gesetze der Gestalt – Tendenz unserer Wahrnehmung Stimuli zu kohärenten Gruppen zusammen zufassen („Die Summer ist mehr als die Summe seiner Teile“: Max Wertheimer)Tiefenwahrnehmung: Fähigkeit des dreidimensionalen Sehens, obwohl einfallende Bilder zweidimensional sind (Einschätzung von Entfernungen); Visuelle Klippe: Studie von Gibson und Walk (1960) > Babys können im Alter von 6-14 Monaten Tiefe wahrnehmen;Querdisparation: Augen liegen etwa 6cm auseinander > unterschiedliche Bilder auf beiden Netzhäuten (Ausmaß dieser Unterschiedlichkeit lässt Rückschlüsse über rel. Entfernung der Objekte zu)
  • Grundlagen der Wahrnehmung... Tiefenwahrnehmung; Monokulare Merkmale der Wahrnehmung: (a) Interposition: verdeckte Objekte werden als näher wahrgenommen(b) Texturgradient: gleichabständige Strukturen scheinen weiterentfernt, je dichter gepackt sie sind(c) relative Höhe: Objekte die sich näher am Horizont befinden, werden als weiter entfernt interpretiert(d) Unscharfe Objekte scheinen weiter entfernt Relative Größe: kleineres Bild auf der Netzhaut wird als weiter entfernt wahrgenommenRelative Bewegung (Bewegungsparalaxe): Eigenbewegung  es scheint als bewegen sich ebenfalls unbewegliche Objekte (je näher das Objekt, desto schneller die scheinbare Bewegung)
  • Wahrnehmungsorganisation... Wahrnehmungskonstanz: Objekte werden unverändert wahrgenommen, auch wenn sich die Beleuchtung oder retinale Bilder verändernBeispiele für Größe-Entfernung-Beziehung:(a) Ponzo-Täuschung: zwei gleichgroße Objekte auf einem Bild, wobei das eine weiter entfernt scheint und deswegen größer wirkt(b) Mond-Täuschung: Horizontmond erscheint weiter entfernt als Zenitmond und wird wegen des gleichen Netzhautbildes daher als größer wahrgenommen(c) Müller-Lyer-Täuschung: gleich große Linien werden als Kante oder Ecke gesehen und daher unterschiedlich weit entfernt vermutet(d) Ames-Raum: Helligkeitskonstanz: wir nehmen Objekte mit konstanter Helligkeit wahr, auch wenn die Beleuchtung sich verändert
  • Sensorische Deprivation... Studie von Blakemore und Cooper (1970): Probleme waagerechte Formen wahrzunehmen; nachdem eine Katze von Geburt an (bis 5 Monate) nur einer Umgebung mit senkrechten Streifen ausgesetzt war > selektive Blindheit gegenüber waagerechten Stäben
  • Abgrenzung des Lernens gegenüber anderen Prozessen... (a) Ermüdung: Verhaltensänderung durch Veränderungen in den körperlichen Bedingungen(b) Reifung: Reifeprozesse sind angeboren und genetisch bedingt(c) Prägung: angeborene Reaktionstendenz innerhalb einer sensitiven Phase, ist instinktgesteuert(d) Gewöhnung: Habituation als Erlöschen nicht-spezifischer Reaktionen bei wiederholter Darbietung
  • Assoziatives Lernen... als Lernprozess, dass bestimmte Ereignisse zusammengehören. Bei den Ereignissen kann es sich um zwei Reize oder eine Reaktion und ihre Folge handeln.
  • Klassisches Konditionieren... (a) klassisches Konditionieren: Lernen, bei dem ein Organismus Reize koppelt; Ein neutraler Reiz wird durch wiederholte Darbietung mit einem unkonditionierten Reiz, auf den eine Reflexreaktion folgt, gekoppelt > ursprünglich neutraler Reiz löst dann auch die Reaktion aus (Experiment: Iwan Pawlow, Hund / Futter / Stimmgabel)Löschung (Extinktion): schwächer werden der konditionierten ReaktionSpontane Erholung (Spontanremission): erneutes Auftreten einer gelöschten konditionierten Rkt.Reizgeneralisierung: Tendenz, dass bestimmte Reize, die dem kond. Reiz ähneln, ähnliche Rkt. auslösenReizdiskrimination: gelernte Fähigkeit, den kond. Reiz von anderen Reizen zu unterscheiden, die keinen unkonditionierten Reiz ankündigenBei der klassischen Konditionierung können sowohl kognitive Prozesse, als auch biologische Veranlagungen Einfluss nehmen.
  • Operantes Konditionieren... Gesetz des Effekts, nach dem Verhaltensweisen mit angenehmen Konsequenzen häufiger sind, als Verhaltensweisen mit unangenehmen Konsequenzen. (Thorndike)Lernform bei der sich sie Wahrscheinlichkeit einer Rkt. auf Grund einer Veränderung ihrer Konsequenzen ändert (Skinner)Verstärkerbedingungen:direkt: Verstärkung / Bestrafung zeitlich nah nach dem gezeigten Verhaltenkonsequent: Verstärkung / Bestrafung sollte immer nach dem gezeigten Verhalten erfolgen motivationsadäquat: Verstärkung / Bestrafung entfaltet nur dann eine Wirkung, wenn diese individuell auf die Bedürfnisse der Person abgestimmt ist Prinzipien des operanten Konditionierens beeinflussen nicht nur das Verhalten der Schüler, sondern auch das Verhalten des Lehrers. (Klasse laut > Lehrer zeigt Video > Klasse ist dabei sehr ruhig > Lehrer setzt das Medium Video öfter ein)latentes Lernen: Form des Lernens, die erst sichtbar wird, wenn ein Anreiz besteht, das Gelernte zu zeigen.
  • Soziales Lerntheorie... Soziale Lerntheorie: Soziales Verhalten ist vornehmlich durch Beobachtung und Imitation der Handlungen anderer gelernt und zweitens durch die Belohnung und Bestrafung unserer eigenen Handlungen (Bandura, 1979)
  • Zwei Komponenten Lerntheorie... Zwei-Komponenten-Lerntheorie von BanduraKompetenzerwerb durch klassische Konditionierung mit der Voraussetzung: Aufmerksamkeit bei der Beobachtung des Verhaltens und Speicherung der Verhaltensmuster im Gedächtnis Ausführung (Performanz): durch direkte oder stellvertretende Bekräftigung gesteuert... Voraussetzungen: Motivation und Fähigkeit der Beherrschung des VerhaltensDas Verhalten eines Modells wird dann bedeutsam, wenn:- das beobachtete Verhalten verstärkende Konsequenzen erbringt- das Modell als positiv, beliebt und respektiert wahrgenommen wird- eine Ähnlichkeit im Hinblick auf Merkmale und Eigenschaften des Modells mit dem Beobachter besteht- der Beobachter dafür belohnt wird, seine Aufmerksamkeit auf das Verhalten des Modells zu lenken- das Verhalten des Modells gut sichtbar ist- es für den Beobachter im Rahmen seines Möglichen ist, das Verhalten zu imitierenFaktoren, welche die Beziehung zwischen Gewalt der Zuschauer und Gewalt der Medien moderieren (Comstock, Paik, 1991)- Effektivität- Normativität- realistischer Bezug- Empfänglichkeit
  • Definition des Gedächtnisses Das Gedächtnis ist notwendig, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden zu können:(1) alte Information muss gespeichert werden(2) aktuelle Ein- und Ausgaben müssen überwacht werden(3) Pläne für zukünftige Handlungen müssen generiert und gespeichert werden(4) neue Gedächtnisinhalte werden mit bereits existierenden Wissensinhalten verbunden(5) alte Gedächtnisinhalte werden durch neu hinzukommende Information verändert(6) aus den alten Erfahrungen werden Elemente abstrahiert, die genutzt werden, um Pläne zu generieren
  • Inhalte des Gedächtnisses (1) Sinnesempfindungen und Wahrnehmungen von Räumen und Gegenständen(2) Vorstellungen und Gedanken(3) Gefühle und Stimmungen(4) Bedürfnisse, Absichten und Handlungen
  • Funktion des Gedächtnisses (1) Identifizierung von Personen, Objekten, Ereignissen auf der Grundlage langfristig gespeicherter Wahrnehmungsschemata(2) Wahrnehmung zeitlich erstreckter Ereignisse, deren Teile nacheinander aufgenommen werden(3) Wahrnehmung von Räumen und räumlich ausgedehnten Gegenständen, wenn diese nicht simultan zu erfassen sind, sondern nur durch sukzessives Abtasten(4) Ausführung von Handlungen und sprachlichen Äußerungen, basiert auf der Speicherung von Handlungsplänen, Aktionsmustern und Sprachregeln(5) Koordination im zeitlichen Zusammenhang aufgrund kurzfristiger Speicherung von aktuell laufenden Handlungen und sprachlichen Äußerungen
  • Methoden der Gedächtnisprüfung (1) Freie Wiedergabe (Reproduktion)(2) Vorhersage (Antizipation)(3) Paarlernen(4) Wiedererlernen (Ersparnismethode)(5) Wiedererkennen (Rekognition)(6) Methode der Erinnerungshilfen
  • Modell der Informationsverarbeitung... Sensorischer Input > Enkodieren > Speichern > Abrufen(1) Enkodierung (Einprägen): Aufbau einer mentalen Repräsentation im Gedächtnis(2) Speicherung (Behalten): Behalten enkodierter Information über eine Zeitspanne hinweg(3) Abruf (Erinnern): Wiedergewinnung gespeicherter Information aus dem Gedächtnis
  • Modell Haltezeit: etwa 10sec (KZG) / unter Umständen ein Leben lang (LZG)Erlebte Beständigkeit der Spuren: flüchtig (KZG) / beständig (LZG)Zeitdruck bei der Reproduktion: groß (KZG) / klein (LZG)Kapazität: ca. 10 Einheiten (KZG) / nicht bekannt, Größenordnung: 1.000.000 (LZG)vorherrschende Ordnung: nach sensorischen, insb. akustischen Merkmalen (KZG) / nach semantischen Merkmalen (LZG)
  • Speichern im Arbeitsgedächtnis... zentrales Kontrollsystem koordiniert den Fluss der eingehenden Informationen, Zuordnung zweier Hilfssysteme: phonologische Rückkopplungsschleife, visuell-räumliches System
  • Gedächtnis und Gehirn... Stresshormone bewirken Veränderung der Gedächtnisorganisation; starke Emotionen mit hoher Erregung bedeuten starke Erinnerung.
  • Störungen des Gedächtnisses... Amnesie: Verlust des GedächtnissesUnterscheidung:(1) retrograde Amnesie: Unfähigkeit, bereits abgespeicherte Information wieder aufzurufen(2) Anterograde Amnesie: Unfähigkeit, neue Information langfristig zu speichern(3) Hypermnesie: Fähigkeit sich an viele Details zu erinnern(4) Hypomnesie: Unfähigkeit, sich an Dinge zu erinnern(5) Paramnesie: z.B. Deja Vu
  • Enkodierung... (1) automatische Verarbeitung: unbewusste Enkodierung von beiläufiger Information(2) bewusste Verarbeitung: Form der Enkodierung, die Aufmerksamkeit und bewusste Anstrengung erfordert
  • Enkodierungsphänomene... (1) Next-in-Line-Effect: Personen erinnern sich schlecht an den Namen ihres Sitznachbarn, wenn sie selber gleich drankommen(2) Informationen kurz vor dem Einschlafen werden nur selten erinnert(3) Spacing-Effect: Tendenz, dass durch zeitlich verteiltes Lernen bessere Langzeitsbehaltenerfolge erzielt werden, als bei massiven Lernen(4) serieller Positionseffekt: Personen sehen Liste mit Namen und Wörtern, sofort Erinnerung an die letzten Worte und später Erinnerung eher an die ersten Worte
  • Arten der Enkodierung... Fragen, Visuell, Akustisch, Semantisch
  • Speichern: Sensorisches Gedächtnis (Studie von Sperling) Wie viel Information kann ein Mensch mit einem einzigen Blick aufnehmen?(a) vollständige Wiedergabe: Karte mit neun Buchstaben; Zeit: 50-500msec; VP können 4-5 Buchstaben wiedergeben Ist dies ein Indikator dafür, dass unsere Informationsaufnahme begrenzt ist?(b) Methode der Teilwiedergabe (jede Zeile wird mit einem Ton verknüpft)Ergebnis: Wenn das Behaltensintervall kürzer als 500msec wird, können die VP die Zeilen fast vollständig wiedergeben (nach 500msec; Zerfall)
  • Speichern im KZG... Zerfall der Kurzzeiterinnerung: verbale Informationen können schnell vergessen werden, wenn sie nicht wiederholt und geübt werden.
  • Speichern im LZG LZG wird aufgeteilt in: explizites (mit bewusstem Abrufen) und implizites (ohne bewusstes Abrufen)(a) explizites: Fakten und Allgemeinwissen / selbst erlebte Ereignisse(b) implizites: motorische und kognitive Fähigkeiten / Priming der Wortform
  • Abrufen... (Merkmale) Priming: unbewusste Assoziationen aktivieren andereKontexteffekte: Wörter, die unter Wasser vorgelesen werden, wurden auch unter Wasser am besten reproduziert. Wörter, die am Strand vorgelesen wurden, wurden am Strand am besten reproduziert. Enkodier- und Abrufkontext haben großen Einfluss auf die Behaltensleistung. Stimmungskongruenz: Tendenz, sich an Ereignisse zu erinnern, die mit der aktuelle guten oder schlechten Stimmung übereinstimmenZustandsabhängiges Lernen: der Einfluss des psychologischen Zustands auf die Reproduktionsfähigkeit
  • Vergessen... Worauf beruht es?(1) Annahme, dass kein relevanter Abrufreiz gefunden wurde(2) Annahme von Interferenzen (Überlagerungen)(3) Information wird durch neue Information im LZG überschrieben
  • Vergessen: Sieben Gründe warum uns unser Gedächtnis im Stich lässt... Sünden des Vergessens:(1) Geistesabwesenheit(2) Vergänglichkeit(3) Abblocken Sünden der Verzerrung:(1) Fehlattribution(2) Beeinflussbarkeit(3) Verzerrungen Sünde der Aufdringlichkeit:(1) PersistenzSpeicherzerfall: selbst gut enkodierte Informationen werden häufig später vergessenScheitern des Abrufs: das Lernen von Information kann den Abruf anderer Information stören, besonders dann, wenn es sich um ähnliche bzw. konkurrierende Information handelt
  • Konstruktion der Erinnerung... Fehlinformationseffekt: irreführende Information, die in die Erinnerung an ein Ereignis eingebaut wird (besonders dann wenn der Vorfall in der Zeit verblasst)Quellenamnesie (Quellen-Fehlattribution): Zuschreibung eines Ereignisses oder von etwas, das wir erlebt, gehört, gelesen oder uns vorgestellt haben, zu einer falschen Quelle.Quellenamnesie zusammen mit Fehlinformationseffekt ist die Ursache für falsche Erinnerungen.
  • Gedächtnistraining... - wiederholtes Lernen verankert den Lernstoff besser- mehr Zeit für Wiederholung des Gelernten aufwenden und darüber nachdenken- das Gelernte in persönlichen Bezugsrahmen stellen- Memotechniken benutzen, um Listen mit unbekannten Begriffen zu erinnern- Gedächtnis auffrischen, indem man Abrufhilfen aktiviert- Erinnerungen an Ereignis reproduzieren, ehe man mit Fehlinformationen in Kontakt kommt- nach Möglichkeit Interferenzen vermeiden und Wissen testen
  • Praktisches Beispiel PQ4R Methode... P (Preview): Kapitel überfliegen, Bestimmung des allgemeinen ThemasQ (Question): Fragen zu den einzelnen Abschnitten formulierenR (Read): sorgfältiges Lesen eines AbschnittsR (Reflect): Nachdenken über Text und FragenR (Recite): Wiedergabe der gelesenen InhalteR (Review): Durchgehen des gesamten Artikels und Abruf der wichtigsten Punkte
  • Definition Denken Denken als Aktivität, die zur symbolischen Repräsentation unserer Welt und unseres Selbst sowie darauf gründendem Verhalten führt. (Roth, 1998)Einzelaspekte:(1) Bildung bzw. Erwerb von Begriffe(2) Lösen von Problemen(3) Entscheiden und Urteilen(4) produktives und schöpferisches DenkenDenken ist Problemlösen, ist Umwandlung bestimmter Sachverhalte mit Hilfe bestimmter Operatoren (Dörner, 1976)Problemlösendes Denken erfolgt, um Lücken in einem Handlungsplan zu füllen, der nicht routinemäßig eingesetzt werden kann. Dazu wird eine gedankliche Repräsentation erstellt, die den Weg vom Ausgangs zum Zielzustand überbrückt. (Funke, 2003)
  • Problemtypen... (1) gut definierte Probleme: AZ (Anfangszustand) und EZ (Endzustand) sind klar bestimmt(2) schlecht definierte Probleme: AZ und/oder EZ unklar(3) Transformationsprobleme: von AZ zu EZ durch passende Abfolge mehrerer Zwischenschritte(4) Neuordnungsproblem: Problemlösung durch Reorganisation der Elemente einer Ausgangssituation(5) Induktionsproblem: Auffinden einer allgemeinen Struktur aus BeispielenDefinition (Problemtypen):(a) semantische reiche Probleme: Vorwissen beim Problemlöser, das nicht aus der aktuellen Problemsituation stammt (Bsp.: Planung Bahnreise)(b) semantisch arme Probleme: kein Vorwissen beim Problemlöser (Bsp.: Knobelaufgabe)
  • Problemtypen... (1) gut definierte Probleme: AZ (Anfangszustand) und EZ (Endzustand) sind klar bestimmt(2) schlecht definierte Probleme: AZ und/oder EZ unklar(3) Transformationsprobleme: von AZ zu EZ durch passende Abfolge mehrerer Zwischenschritte(4) Neuordnungsproblem: Problemlösung durch Reorganisation der Elemente einer Ausgangssituation(5) Induktionsproblem: Auffinden einer allgemeinen Struktur aus BeispielenDefinition (Problemtypen):(a) semantische reiche Probleme: Vorwissen beim Problemlöser, das nicht aus der aktuellen Problemsituation stammt (Bsp.: Planung Bahnreise)(b) semantisch arme Probleme: kein Vorwissen beim Problemlöser (Bsp.: Knobelaufgabe)
  • Komplexe Probleme... unterscheiden sich von einfachen statistischen Problemen:(1) hohe Anzahl veränderlicher Variablen(2) hohe Vernetztheit (Variablen hängen voneinander ab)(3) Intransparenz (Unklarheit über mögliche Problemzustände)(4) Eigendynamik (Variablen ändern sich ohne eigenes Zutun)(5) Polytelie (viel unterschiedliche EZ)Gute Problemlöser:(1) gezielte Exploration des Problems(2) Erinnerung an frühere systemeingriffe(3) Bereitschaft zur Revidierung bisheriger Annahmen
  • Problemlösen (1) Lernen: Behaviorismus: PL ist Bekräftigung / Verstärkung zielführender Verhaltensweisen nach Versuch und Irrtum, oder Reproduktion von Rkt., die vormals in der Problemsituation bekräftigt wurden (Studie Thorndike, 1898)(2) Einsicht: Problemlösen vollzieht sich nicht allmählich, sondern durch gedankliche Umstrukturierung der Problemsituation. Umstrukturierung führt zur plötzlichen Einsicht, verbunden mit „Aha“-Effekt.Stufen des Kreativen Prozesses nach Wallas (1929):Vorbereitungsphase (erste Versuche), Inkubationsphase (stilles Betrachten), Illuminationsphase (plötzliche Einsicht), Verifikationsphase (Überprüfung der Lösung)Problemstudie von Duncker (1935): Der gewohnte Gebrauch von Objekten verhindert ihre Verwendung in einer anderen Funktion (funktionale Gebundenheit)(3) Fixieren: Fixierung als Unfähigkeit, ein Problem aus einem neuen Blickwinkel zu sehen(4) Regeln: - Heuristik (einfache Denkstrategie für effiziente Urteile und Problemlösungen; Heuristiken machen das Finden der Lösung wahrscheinlicher, führen aber nicht immer zum Ziel); - Algorithmus (eine systematische logische Regel oder Vorgehensweise, die garantiert zur Lösung des vorliegenden Problems führt)- Repräsentationsheuristik (Beurteilung der Wahrscheinlichkeit von Aussagen je nachdem, wie genau sie bestimmte Prototypen darstellen oder ihnen entsprechen mit der Konsequenz wichtige Informationen zu vernachlässigen- Verfügbarkeitsheuristik (Beurteilung der Wahrscheinlichkeit von Ereignissen je nach ihrer Verfügbarkeit in der Erinnerung; wenn uns schnell Bsp. einfallen, halten wir ein solchen Ereignis für häufig)- semantische Selbstüberschätzung (Tendenz mit großem Selbstvertrauen auf falschen Aussagen zu beharren)- Beharren auf Überzeugungen (Festhalten an ursprünglicher Auffassung, sogar nachdem ihr die Basis entzogen wurde)- Bestätigungstendenz (Tendenz, Informationen zu suchen, die vorgefasste Meinung bestätigen)- Framing (Rahmen)-Effekt (Auswirkung der Darstellungsweise eines Gegenstands oder Themas auf die Beurteilung und Entscheidung(5) Deduktives Schließen (Aus bestimmten Vorgaben (Prämissen) eine eindeutige Schlussfolgerung (Conclusio) ziehen(6) Aussagenlogik(7) Abstrakte Denkregeln(8) Suppressionseffekt (Zusatzinformationen unterdrücken falsche Schlussfolgerungen)
  • Ursprünge der Sprache... (1) Ursprünge ähneln vermutlich durchaus der tierischen Kommunikation durch Gesten(2) Beeinflussung anderer Artgenossen (z.B. Drohgebärden beim Tier, Schrei des Babys verursacht Fürsorgeverhalten bei Eltern)