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Psychologie (Subject) / Selbstkontrolle (Lesson)

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This lesson was created by Janaw55.

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  • Was ist ein Selbstkontrollproblem? Entscheidung zwischen 2 Alternativen Alternative 1: Langfristig positive Konsequenzen Alternative 2:: Kurzfristig weniger positive Konsequenzen Im Entscheidungsmoment erscheint die Alternative mit den unmittelbaren Konsequenzen anziehender Menschen wissen oft bereits zum Zeitpunkt der Handlung, dass sie diese bereuen werden.
  • Häufigkeit von Selbstkontrollproblemen In vielen alltäglichen Situationen muss man den „inneren Schweinehund“ überwinden(Kindererziehung, Studium/Arbeit, Drogen, Rauchen) Diabolische Eigenschaft vieler Süchte  - Positive Konsequenzen des Konsums nehmen ab - Negative Konsequenzen des Verzichts auf Konsum nehmen zu
  • Arten von Selbstkontrollproblemen Bewusstsein, dass ein Selbstkontrollproblem besteht Aber Schwierigkeit, den Vorsatz in die Tat umzusetzen Aber kein Vorsatz, auf kurzfristigen Genuss zu verzichten  Vermutung, dass ein Selbstkontrollproblem besteht Aber die relative Bewertung der Alternative bleibt unklar Weder Bewusstsein noch Vermutung, dass ein Selbstkontrollproblem besteht  
  • Die BIG FIVE und Selbstkontrolle Menschen unterscheiden sich deutlich im Ausmaß ihrer Selbstkontrolle Substantielle Korrelation der Selbstkontrollskala mit nur 2 der BIG FIVE GewissenhaftigkeitEmotionale Stabilität  Je selbstkontrollierter eine Person, desto gewissenhafter und emotional stabiler ist die Person Mit den anderen Dimensionen keine oder wenige Zusammenhänge
  • Erfolg im Leben und Selbstkontrolle Selbstkontrolle = Erfolg im Leben Selbstkontrollskala von Tangney = Werte der Selbstkontrollskala wurde mit Variablen korreliert, die auf Erfolg im Leben hinweisen (gute Noten im Studium) > Big Five: Korrelation zu Gewissenhaftigkeit und Emotionaler Stabilität Befragte mit niedrigem Selbstkontrollwert: Häufiger Probleme mit Alkohol Häufiger Probleme mit Ernährung Neigen zu Depressionen, Ängstlichkeit, Paranoia, Psychotizismus Zeigten in hohem Maße antisoziale und sadistische Tendenzen  Kritik: lediglich Selbstberichte verwendet Beispiel: Marshmallow Test > Versuchsleiter kam niemals von alleine zurück ins Zimmer - Korrelation: Je länger ein Kid gewartet hatte, desto besser wurden seine soziale Integration in die Klasse, Schulnoten, Frustration, Versuchungen bestehen, aufmerksamer, konzentrationsfähiger   Selbstkontrolle kann als situationsübergreifendes Merkmal gesehen werden Selbstkontrolle hat viel mit der Persönlichkeit zu tun und die Grundlagen werden bereits in der frühen Kindheit gelegt.   
  • Ergebnisse des Marshmallow Test (Erfolg im Leben und Selbstkontrolle) Wartezeit der Kinder in der Studie korrelierte 10 Jahre später mit Ihrer sozialen Integration in der Klasse Ihre Schulnoten Ihre Konzentrationsfähigkeit Ihre Fähigkeit, mit Frustration umzugehen Ihre Fähigkeit, Versuchungen zu widerstehen Ihre Fähigkeit, die Zukunft zu planen Fazit: Die Grundlagen für die Fähigkeit zur Selbstkontrolle sind bereits in der frühen Kindheit gelegt Selbstkontrolle hat viel mit der Persönlichkeit eines Menschen zu tun
  • Häufigkeit sexueller Gewalt Ca. ein Viertel aller Frauen berichteten, schon einmal Opfer einer versuchten oder vollendeten Vergewaltigung geworden zu sein Bedeutung: Viele Frauen werden Opfer sexueller Gewalt und viele Männer begehen sexuelle Gewalt  
  • Unter welchen Bedingungen können Menschen sich selbst kontrollieren? Unterscheidung von Selbstkontrollproblemen nach ihrer stammesgeschichtlichen Erscheinungshäufigkeit Wenn sich ein Selbstkontrollproblem im Laufe unserer evolutionären Vergangenheit immer wieder stellte, wird es motivational gar nicht mehr als solches empfunden Wenn ein Selbstkontrollproblem jedoch das Produkt unserer modernen Umwelt ist, sind wir ihm oftmals hilflos ausgesetzt (süße und fettige Speisen, Drogen)
  • Selbstkontrolle und die Frage nach dem Selbst Grund für Selbstkontrolleproblem: Menschen können zukünftige Ereignisse antizipieren und sind nicht in der Gegenwart gefangen Daher können wir uns die Zukunft vorstellen und versuchen, sie nach unserem Willen zu gestalten Problem beim Umgang mit Zukunft: kognitive Fähigkeiten > motivationales System Das Selbst als Illusion – Ist der Mensch Summe oder Opfer seiner Leidenschaften?Annahme: Feste Persönlichkeiten mit einem unteilbaren Kern. Es gibt ein Selbst und diesem Selbst fehle es oft an Selbstdisziplin, die Vorsätze auch in die Tat umzusetzen. Wir erleben uns nicht als Summe unserer Leidenschaften sondern fallen diesen zum Opfer.  Von Ainslee l Andere Möglichkeit: Verschiedene Teilsysteme des Selbst, die miteinander im Konflikt stehen und günstigenfalls halbwegs stabile Kompromisse schließen.  > Gedanke hilft zu der Einsicht, dass zu viel Selbstkontrolle schädlich sein kann  Menschen werden zum Gefangenen dieser zu strikt auferlegten Regeln (manchmal brechen!)  Viele positive Emotionen sind nur denkbar, wenn das Selbstkontrollzentrum abgeschaltet ist   
  • Selbstkontrolle aus evolutionärer Perspektive Evolutionspsychologisch gesehen sind die Selbstkontrollprobleme nicht allgegenwärtig Menschen und andere Spezies sind in vielen Situationen sehr gut in der Lage, hohe psychische und somatische Kosten von Handlungen, die erst langfristig von Nutzen sind, zu tragen Sitzen, Stehen, Laufen lernen bei Kleinkindern Flug der Zugvögel in den Süden Schwangerschaft (9 Monate kurzfristige Nachteile für langfristigen Nutzen) Zwei Arten von Situationen lassen sich genau voneinander unterscheiden: Wenn sich ein Selbstkontrollproblem im Laufe unserer evolutionären geschichte immer wieder stellte, wird es motivational gar nicht mehr als solches empfunden. Nur wenn ein Problem das Produkt unserer modernen Umwelten ist, sind wir Menschen ihm oftmals hilflos ausgesetzt. (Drogen, Süßes oder Fettes)   
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  • Strategien zur Stärkung der eigenen Selbstkontrolle: Räumliche und somit zeitliche Distanz zu möglichen Verführungen aufbauen (Süßigkeiten gar nicht erst kaufen) Kosten erhöhen, die es mit sich bringt, einer Versuchung nachzugehen (öffentliche Erklärung auf Silvester-Party) Den Gedanken an kurzfristige Verführer durch systematische Aufmerksamkeitskontrolle aus dem Bewusstsein verbannen (Ablenken) Kultivieren von Emotionen bzw. "Reaktionsformation" (Freud) (Leckerer vs. Fettiger Big Mac) Vielversprechendste Methode ist die Entwicklung persönlicher Regeln Man erklärt sie für sich selbst verständlich Man versucht von ihnen möglichst nicht abzuweichen Man versucht sie möglichst spezifischer zu formulieren, weil nur dann ihre Einhaltung kontrolliert werden kann (Genau definieren, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten man joggen gehen will)
  • Anwendungsidee: Wie kann ich mich selbst besser kontrollieren? Entwicklung persönlicher Regeln Erhöhung der Kosten Erhöhung der Bindung an eine Entscheidung Mit Versprechen verbindenVersprechen schriftlich fixierenVersprechen öffentlich äußern
  • Ist zu viel Selbstkontrolle schädlich? Eine Überwindung unserer Selbstkontrollprobleme ist nur sinnvoll, wenn wir dadurch mehr positive Emotionen erleben Selbstdisziplin und Mäßigung könnten aber auch zu weniger positiven Emotionen führen Positive Emotionen sind oft nur denkbar, wenn unser Selbstkontrollzentrum abgeschaltet istEs macht Sinn, Regeln zu brechen, um nicht ihr Gefangener zu werden
  • Ursachen sexueller Gewalt: Subjektive Berechtigung durch frauenfeindliches Weltbild Vorstellung heimlicher sexueller Befriedigung bei Frauen durch Vergewaltigung „Cold state“ und „hot state“ Theory – Die Haltung und die Neigung zu sexueller Gewalt hängt bei Männern von dem Grad ihrer Erregung ab Sexuell erregte Männer waren weniger wählerisch und neigten stärker zu sexueller Gewalt -> Sex mit Tieren, mit extrem übergewichtigen Partnerinnen -> Sexuelle GEwalt: sadomasochistische Spielarten (Fessel l passiv oder aktiv) Tatsache: Ca. 50000 Anzeigen wegen sexueller Gewalt Ca. 2500 Tötungsdelikte  
  • The General Theory of Crime l Gottfredson&Hirschi Mangelnde Selbstkontrolle ist eine der wesentlichen Ursachen kriminellen Verhaltens: Eigenschaften typischer krimineller Handlungen Kriminelles Verhalten führt zu unmittelbaren Belohnungen Kriminelle Handlungen sind selten geplant, sondern erfolgen zumeist spontan Der „Gewinn“ einer kriminellen Handlung ist meist gering Typische kriminelle Handlungen lohnen sich also eigentlich nicht im Vergleich zu anderen auf langfristigen Erfolg angelegten Handlungen Wenig Selbstkontrolle ist somit eine Ursache für Kriminalität Gottfredson&Hirschi 1990 Alkoholprobleme Rauchen Drogenmissbrauch Schulabbrüche Instabile Erwerbskarrieren Ungewollte Schwangerschaften Ehescheidungen Verkehrs- und andere Unfälle Kritik an der Theorie:  General Theory of Crime ist nicht in der Lage, anhand einer einzigen unabhängigen Variable (Selbstkontrolle) eine so vielschichtiges Phänomen zu erklären Gottfredson und Hirschi teilen die Menschen in 2 Kategorien ein: Menschen mit hinreichend hoher und Menschen mit zu nierdriger Selbstkontrolle.   
  • Diskontierung von Ereignissen Es ist grundsätzlich sinnvoll, einem Ereignis umso weniger Gewicht beizumessen, je weiter entfernt es in der Zukunft liegt Grund: Je weiter ein Ereignis in der Zukunft liegt, desto weniger sicher können wir sein, dieses Ereignis überhaupt zu erleben „In the long run we are all dead“ Keynes 1923 Normative Entscheidungstheorie macht keine Aussagen darüber, in welchem Maße wir in der Zukunft liegende Ereignisse niedriger bewerten als in der nahen gegenwart (Ökonomen:diskontieren) Beispiel: 100€ jetzt oder 110€ in einer Woche? 100€ in 52 Wochen oder 110€ in 53 Wochen? Eine Person handelt nur rational, wenn sie sich in beiden Fällen gleich entscheidet Ainslee 2001: Eine Rate, mit der Menschen zukünfige Ereignisse diskontieren, folge einer hyperbolischen Funktion Beispiel: Bier trinken oder Nicht Trinken -> Die Präferenzen wechseln im Laufe der Zeit    
  • Mögliche Kritik an der General Theory of Crime General Theory ist eine monokausale Theorie  ABER: Das komplexe Phänomen „Kriminalität“ ist nicht mit Hilfe nur einer unabhängigen Variable erklärbar Die Autoren unterteilen Menschen kategorisch in zwei Klassen Solche mit hoher und andere mit niedriger SelbstkontrolleSinnvoller wäre es, Selbstkontrollprobleme als integralen Bestandteil der conditio humana zu begreifen       
  • Diabolische Eigenschaft vieler Süchte Die positiven Konsequenzen des nächsten Konsums nehmen zu Die negativen Konsequenzen des nächsten Konsums nehmen ab
  • Selbstkontrollprobleme im Alltag Ernährung (Buffet) Rauchen Trinken Kaffee Lernen  "innerer Schweinehund" beim Sport Vorsorgeuntersuchungen Erziehung (Konflikte vermeiden) Treue in Beziehungen
  • Unmittelbar vs. langfristige Konsequenzen Zwei Alternativen, deren Konsequenzen unterschiedlich weit entfernt in der Zukunft liegen Alternative mit langfristigeren Konsequenzen wird positiver bewertet Im konkreten Entscheidungsmoment erscheint die Alternative mit den unmittelbaren Konsequenzen als die "vernünftige" Option Problem, sich für die Alternative zu entscheiden, die absolut den größeren Nutzen hat  Oft sind sich Menschen des Konflikts zwischen kurzfristien und langfristigen Zielen selbst in dem Moment bewusst, in dem sie sich für das kurzfristige Ziel entscheiden (Bestellung der Dessertkarte). Menschen treffen gar nicht erst den Vorsatz, selbstdiszipliniert auf kurzfristigen Genuss zu verzichten (Here for a good time, nor a long time) Menschen vermuten, dass es einen Gegensatz zwsichen kurzfristigen und langfristigen Zielen gibt, sind sich der relativen Bewertung der Alternativen aber nicht sicher. (kinderloses Ehepaar)  Fälle, in denen Menschen noch nicht einmal vermuten, dass es einen Gegensatz zwsichen Kurz- und langfristigen Zielen gibt (Niktin im vergangenen JH)
  • Selbstkontrolle als Muskel Ständiges Praktizieren von Selbstkontrolle ist ermüdend Baumeister: Selbstkontrolle kann mit einem Muskel verglichen werden, der durch Belastund zumindest kurzfristig an Stärke verliert Baumeister spekuliert, dass dieser "Muskel" an Stärke gewinnen könnte, wenn man ihn regelmäßig be- aber nicht überlastet Allerdings: Kaum Bestätigung dieser Theorie, aber Anwendung in vielen Eliteschulen, bei der Zen-Meditation, im dritten Reich)..
  • Selbstkontrolle und Staat Auch Sicht der neoklassischen Ökonomie existieren keine Selbstkontrollprobleme  Rationale Entscheider berücksichtigen sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Konsequenzen ihres Handelns > Diskontieren mit stabilem Zinssatz bei langfristigen Entscheidungen  Drogensucht, kriminelles Verhalten, Selbstmord seien somit rationale Handlungen 2 Konzeptionen Staat-Bürger Libertarismus: die Rolle des Staates auf ein Minimum zu beschränken, die Freiheit des Einzelnen sei ein Gut, in das der Staat unter keinen Umständen eingreifen dürfe Paternalistischer Staat: Staat als guter Vater für seine Kinder, die zur Not ihre eigenen Selbstkontrollprobleme lösen müssen. Beispiele für Problematik: Zwangseinzahlungen in die Sozialversicherung? Gebrauch von Suchtmitteln (Steuern, gesetzliches Verbot)? Selbstmorg - Zwangseinweisung? --> Belastung der Allgemeinheit ---> ANTWORT: libertären Paternalismus (Ökonomen) Anhänger lehnen Eingriffe des Staats in die Freiheit seiner Bürger ab, plädieren andererseits dafür, dass der Staat durch sinnvolle Vorgaben seine Bürger dazu motivieren soll, sich freiwillig im Sinne ihres eigenen langfristigen Interesses zu verhalten