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Buch: Verhaltensgestört? (Subject) / Interaktionspädagogischer Ansatz von Norbert Myschker (Lesson)

Wichtigstes zusammengefasst

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  • Interaktionspädagogischer Ansatz Norbert Myschker 3 Säulen: Symbolischer Interaktionismus Systemtheorie Kommunikationspsychologie Definition SI: Der Mensch konstituiert sich im sozialen Umgang mit anderen. Dieser Umgang wird beherrscht von Symbolen. Sozialisation vollzieht sich durch symbolische Interaktion. Symbole haben eine allen gemeinsame Bedeutung, die durch Übereinkunft zustande kommt. Der Mensch entwickelt als reflexives Subjekt eine Identität.
  • I and Me Die Identität oder das Selbstbewusstsein eines Menschen steht in der symbolischen Interaktion immer wieder auf dem Prüfstand, muss ausbalanciert und bewahr werden. "I": persönliches Ich; personale Identität (entspricht der Eigenperspektive, dem Eigenanspruch) "Me": soziales Ich, soziale Identität (entspricht den gesellschaftlichen Ansprüchen, Normen und Werten bzw. den durch Gruppen und Institutionen repräsentierten Verallgemeinerungen) I and Me manifestieren sich in den Grundqualifikationen des Verhaltens (Empathie, Antizipation, Rollendistanz, Ambiguitätstoleranz und Fähigkeit zur Metakommunikation)
  • Rollendistanz = Fähigkeit, sein Rollenverhalten auf veränderte Situationen hin einstellen und korrigieren zu können.
  • Ambiguitätstoleranz = die Fähigkeit, divergierende eigene Bedürfnisse oder Rollenerwartungen auszuhalten und sich im Spannungsverhältnis unterschiedlicher Tendenzen sozial adäquat verhalten zu können.
  • Metakommunizieren  = über sein eigenens Verhalten und/oder das Verhalten anderer zu reflektieren und  zu kommunizieren
  • Interaktionstheorie abweichenden Verhaltens (Becker 1973) ... > Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche Die Umwelt erwartet, dass ein Mensch diese für Interaktionen bedeutsamen Qualifikationen entwickelt. Gesellschaftliche Gruppen stellen Regeln auf > Verletzung der Regeln konstituiert Aussenseiter > Teufelskreis von Stigmatisierung/Zuschreibungen und self-fulfilling-prophecy (8 Phasen)  kommt in Gang Typisierungen und Stigmatisierungen verändern also die Selbstidentifikation durch Identifikation mit dem Fremdbild, was insbesondere bei Kinder und J. Leben, Lernen, Arbeiten und Verhalten und selbst das körperliche Wohlbefinden wesentlich beeinflussen kann (Brusten/Hurrelmann, 1974).
  • Das offene System ... (auch Bezug zum SSG)  ist mehr als die Summe seiner Teile hat eine selbstregulierende immanente Tendenz zu Stabilität und Gleichgewicht > Homöostase (= dynamisches Gleichgewicht)/Autopoiese beabsichtigte Veränderung eines Systems (weil eine Erscheinung als Störung empfunden wird) kann Systemwiderstand hervorrufen, weil diese "Störung" innerhalb des Systems eine sinnvolle, stabilisierende Funktion haben kann alle tragen Mitverantwortung > keine Schuldigen systemisches Denken ist zirkulär, d.h. es wird in grösseren Zusammenhängen gedacht  und Wirkgefüge werden einbezogen
  • Interaktionssysteme haben ganzheitlichen Charakter > Änderung in einem Teil bewirkt Änderung im ganzen System (Watzlawick et al. 1969)
  • Kommunikationspsychologie Schulz von Thun, 1997: Mit der Kommunikation werden nicht nur Mitteilungen gemacht/Informationen gegeben, sondern sie ist auch auf Wirkungen ausgerichtet.  Interaktionspartner beeinflussen sich nicht nur verbal, sondern auch nonverbal.
  • Kommunikationstheorie von Watzlawick: 1. und 2. Axiom Mittel der nonverbalen Kommunikation? "Man kann nicht nicht kommunizieren!" "Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist." > Tonfall der Stimme, Mimik, Gestik, gesamte Körperhaltung geben Beziehungssignale
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  • Double bind Schwerste Störungen bei Kindern, wenn sie auf der Inhalts- und Beziehungsebene sich widersprechende Informationen bekommen > verwirrt, zerrissen, verstört ("Beziehungsfalle")
  • 3. Axiom ... die Natur einer Beziehung wird durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe zwischen den Partnern bestimmt. Kernthema: der schwierige Bereich von Wahrnehmung und Interpretation von Realität damit zusammenhängend: ... es gibt nur eine Wirklichkeit, nämlich die Welt wie ich sie sehe > fatale Folge davon: Jede Abweichung von "meiner" Wirklichkeit wird als Irrationalität des Betreffenden oder als böswillige Verdrehung der Tatsachen interpretiert. "Diskrepanzen auf dem Gebiet der Interpunktion sind die Wurzeln vieler Beziehungskonflikte."
  • 4. Axiom > Konsequenzen "Jede Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten. ... digitale K.: (verbal) komplexe, vielseitige logische Syntax, aber auf der Beziehungsebene eine unzulängliche Semantik analoge K.: (nonverbal) besitzt das semantische Potential, dafür fehlt die logische Syntax, die für eine eindeutige Kommunikation erforderlich wäre Fehlinterpretationen analoger K. führen häufig zu schwerwiegenden Beziehungsproblemen und Interaktionsstörungen.
  • 5. Axiom "Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nach dem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht." Pädagogische Aufgabe (Eltern-Kind/SuS-LP) besteht darin, aus der komplementären eine symmetrische erwachsen zu lassen. Kleine Kinder brauchen die komplementäre Beziehung; sie wollen wissen, dass ein "signifikanter Anderer" für sie da ist, der ihnen Halt und Trost gibt und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.
  • wichtig Ergänzung: Axiom von Baacke "Jede Kommunikation bedeutet eine Festlegung der an ihr Beteiligten sowohl im Hinblick auf den Gegenstand wie auf die Beziehung. Je länger die Kommunikation dauert, desto grösser ist die Festlegung. ..." > Rollenübernahme, z.B. Klassenclown