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Psychologie (Subject) / Wissenschaftstheorie (Lesson)
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- Theorie Eine Theorie ist ein System von Hypothesen, das sich auf einen Ausschnitt der Realität bezieht und Aussagen darüber macht, in welcher kausalen Beziehung bestimmte Variablen zueinander stehen Eine gute Theorie... ist widerspruchsfrei (konsistent) gibt Art und Richtung des Zusammenhang zwischen Variablen an gibt Grund für Zusammenhang an (Kausalmodell) erlaubt prezise und empirisch überprüfbare Vorhersagen Einfachheit und Erklärungspotenzial (Darwin, Einstein) steht im Einklang mit anderen wohl etablierten Theorien (Widerspruchsfrei) stimuliert neue Forschung (Fruchtbarkeit von Theorien kann im Widerspruch zur Validität einer Theorie stehen) Validität einer Theorie Problem: Phänomen lässt sich häufig durch verschiedene Theorien erklären, welche auf unterschiedlichen Kausalmodellen basieren -> nur eine Theorie kann wahr sein -> eine Theorie ist unwahr (trotz valider empirischer Daten) -> Suche nach Phänomenen, bei denen die Theorie zu unterschiedlichen Vorhersagen kommen -> empirisch gegeneinander testen
- Irrelevant für eine gute Theorie sind.. Der Verweis auf Introspektion "Also bei mir ist das so.." -> Stichprobe = 1 und kein introspektiver Zugang zu Gedanken und Motiven Der Verweis auf Einzelbeispiele Kohl Subjektive Überzeugungsstärke Nationalsozialismus Persönliche Werte - Grundsatz der Werturteilsfreiheit empirischer Forschung -> völlig irrelevant, ob im Einklang mit persönlichen Werten Der Verweis auf Autoritäten (Status, Ideologien, Bibel, Religionen) Die moralische Bewertung eines Forschungsergebnisses →Forscher haben das Recht, aufgrund eigener Werturteile bestimmte Forschung bzw bestimmte Anwendungen abzulehnen, was aber keine Aussage über den Wahrheitsgehalt einer Theorie macht SEIN≠SOLLEN
- Deduktion und Induktion l formale Logik l Chalmers 2007 Deduktion Auf Basis einiger weniger Prämissen wird mit Hilfe logischer Argumente eine bestimmte Schlussfolgerung abgeleitet, die wahr sein muss, wenn die Prämisse wahr sind. -> Von allgemeinem Gesetz wird auf einen Einzelfall geschlossen Prämisse 1: Alle Menschen sind sterblich Prämisse 2: Sokrates ist ein Mensch Konklusion: Sokrates ist sterblich ->>> kann nicht unwahr sein, wenn die Prämisse wahr sind ->>>gilt für alle Ewigkeit, so lange nicht räumlich oder zeitlich beschränk ---->>> hauptsächlich Mathematik, Pythagoras-Satz l nicht gut für empirisch arbeitende Wissenschaftler wie Psychologen, Biologen, Archäologie) Induktion Von einem oder mehreren Einzelfällen wird auf ein allgemeines Gesetz geschlossen --->>>Wissen über Einzelfälle erlangt Wissenschaftler durch empirische Beobachtungen Problem: zu aufwändig, die Grundgesamtheit einer Zielgruppe zu untersuchen - daher Stichproben. Die Stichproben können allerdings zufällig von ihrer Grundgesamtheit abweichen Qualitative und quantitative Erhebungen Meta-Analysen Induktionsproblem l Hume: Aus einer Beobachtung von noch so vielen Einzelfällen kann nicht auf eine Grundgesamtheit geschlossen werden. Die Richtigkeit ist niemals bewiesen. Von Vergangenheit auf Zukunft schließen - Sonne aufgehen Lottozahlen ziehen Die Richtigkeit kann nicht durch ein Argument belegt werden, welches die Richtigkeit der zu beweisenden Aussage unterstellt, kann die Logik des Induktionsschlusses nicht bewiesen werden Induktive Schlüsse sind niemals logisch gültig induktive Schlüsse funktionieren im Alltag als adaptive Heuristik (sind nicht auf formaler Logik begründet) ⇒im Alltag l wir schließen vom Einzelfall auf eine Grundgesamtheit (Reichenbach) ------>>>>adaptive Heuristik: wenn von vergangenen auf zukünftige Ereignisse geschlossen wird
- Wege zur Wahrheitsfindung Empirie (speziell) Induktion Theorie (allgemein) Theorie (allgemein) Deduktion Empirie (speziell)
- Poppers Idee des Falsifikationismus Die Frage, was eine gute Theorie ist Früher: Beginn 20ten JH, Naiver Induktivismus -->>> Theorie schien umso besser, je häufiger sie in der Vergangenheit vestätigt worden war. Freud's Theorie galt als besonder gut, weil sie gut gestützt war. Jedes denkbare Ereignis konnte als Bestätgung gesehen werden -->> Popper widerlegte dies durch Bestätigung einer Theorie ist kein Zeichen für ihre Gültigkeit, wenn sie nicht zuvor angibt, welches empirische Ereignis sie falsifizieren würde Logik des Falsifikationismus: Aufstellen möglichst präziser Hypothesen, die angeben, zu welchem Ergebnis die Studie führen wird Eine Hypothese muss angeben, unter welchen Bedingungen sie als falsifiziert gilt. Je präziser eine Theorie, umso falsifizierbarer ist sie. Eine Hypothese ist umso präziser, je größer die Menge vorstellbarer Ereignisse ist, die diese Hypothese falsifizieren. Beispiel: Die Intelligenz von Männern und Frauen ist unterschiedlichFrauen sind intelligenter als MännerMänner sind intelligenter als Frauen hinsichtlich dreidimensionaler Rotationsaufgaben und zugleich sind Frauen intelligenter hinsichtlich der Erinnerung an die Lokation von Objekten und zugleich gibt es hinsichtlich aller anderen Dimensionen keinen Geschlechterunterschied Eine Hypothese ist umo preziser, je größer die Menge ihrer potenziellen, d.h. vorstellbaren Falsifikatoren ist im Vergleich zur Menge aller potenziellen Ereignisse, die eine Bestätigung der Hypothese darstellen. Auch wenn eine Hypothese in vielen Versuchen nicht falsifiziert werden konnte, bedeuted dies nicht dass ihre Validität bewiesen ist. --->>> Wissenschaftliche Hypothesen sind als Allaussgen und nicht als Existensaussagen formuliert Wenn eine Theorie nicht falsifiziert wurde, sollte an dieser festgehalten werden Wenn eine Theorie falsifiziert wurde, solle diese verworfen und eine alternative Theorie entwickelt werden, bis diese wieder falsifiziert werde
- Allaussagen vs Existenzaussagen All-Aussagen haben die Form: Alle x haben die Eigenschaft y Beispiel: In allen Schulklassen sind die Jungen im Schnitt größer als die Mädchen Sie können immer nur falsifiziert, aber niemals verifiziert werden Existenzaussagen haben die Form: Es gibt mindestens ein x mit der Eigenschaft y Sie können immer nur verifiziert (bewiesen), aber niemals falsifiziert werden Beispiel: Es gibt zumindest eine Schulklasse auf der Welt, in der Mädchen im Schnitt größer sind als die Jungen
- Absolute vs. Statische Hypothesen Absolute Hypothesen: "alle x sind y.." Falsifikation durch einen Einzelfall (√Popper) sehr präzise Hypothesen können nie verifiziert werden sind in den Sozialwissenschaften sehr selten Statistische Hypothesen: "es gibt keine..." .."mindestens..".."im Schnitt.." Hypothese nicht durch einen einzelnen Fall falsifizierbar können nicht falsifiziert werden Regelfall in den Sozialwissenschaften
- Fazit Falsifizierung Wenn eine Hypothese verifiziert wird, heißt dies nicht, dass sie tatsächlich wahr ist Wenn eine Hypothese falsifiziert wird, heißt dies nicht, dass sie tatsächlich unwahr ist Es kann kein absoluten Wissen erlangt werden Ziel Popper's Objektives Kriterium um echte Wissenschaft von Pseudowissenschaft zu unterscheiden Lösung des Induktionsproblems Gute Wissenschaft: Entwiklung falsifizierbarer Theorien und Hypothesen. So lange an Theorie fethalten, bis sie falzifiziert wurde + Entwicklung einer alternativen Theorie Poppers Argument ist auch induktivistisch nach Chalmers. Je häufiger man Vertrauen in die Gültigkeit einer Theorie hat, weil Falsifikationsversuche fehlgeschlagen sind. Von der Menge der bisher erfolglosen Falsifikationsversuche schliesst man induktiv darauf, dass eine Theorie auch in Zukunft nicht falsifiziert werden wird.
- Der Forschungsprozess Entdeckungsphase: Ein Forschungsthema wird fewählt und Untersuchungsmethoden generiert Begründungsphase: Vorab aufgestellte, falsifizierbare und möglichst präzise Hypothesen werden wissenschaftlich überprüft Verwertungsphase: Praktische Verwendung für die wissenschaftliche Erkenntnis wird gesucht
- Wissenschaftstheoretische Besonderheiten der Psychologie Subjektivität des Foschungsgegenstandes Das Verhalten eines Menschen ist davon beeinflusst, wie er seine Umwelt subjektiv empfindet und interpretiert individuelle Bedeutung bei, was ihr Verhalten nachhaltig beeinflusst (-> Thomas Theorem) Fehlende Objektivität gilt sowohl für bewusste als auch für unbewusste psychische Prozesse (Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Entscheiden) → Forscher können nicht in den Kopf eines Menschen hineinschauen, um zu wissen was sie denken und fühlen. Man muss die Sachverhalte erst beobachtbar machen Scheitern Behaviorismus (Verzich auf internale Prozesse) Ohne latente (nicht unmittelbar beobachtbare) Konstrukte geht es nicht ---> z.B. Einstellungen, Stereotype so gut wie möglich operationalisieren ---->>>> indirekte Erschließung von Eigenschaften, Gefülen, Motiven, Gedanken einer Person durch bestimmte, mesbare Indiaktoren
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- Latente Konstrukte Latente Konstrukte = nicht unmittelbar beobachtbare, wie z.B. Einstellungen oder Stereotype !Ohne latente Konstrukte geht es nicht! Messung latenter Konstrukte Zur Messung müssen Operationalisierungen (Messungen) festgelegt werden Diese Werkzeuge sollte man nicht jedes Mal neu erfinden, sondern bestehende Werkzeuge anwenden Dies gilt für Persönlichkeits- und Einstellungsskalen ebenso wie für experimentelle Paradigmen
- Selbstauskünfte (Befragungen) = von psychologen am häufigsten verwendeten Daten = unmittelbare Befragung nach den Einstellungen, Meinungen, Einschätzungen einer Person + Niemand weiß über befragte Person so viel wie sie selbst + Handlungen sind von ihrem eigenen Selbstbild geprägt (Thomas-Theorem) - Probanden wollen keine zutreffenden Angaben über sich machen - Probanden können keine zutreffenden Angaben über sich machen (kein introspektiver Zugang zu eigenen Gefühlen etc.)
- Angaben von Informanten = Informationen über eine Personen, die von anderen stammen + Auskunftsperson erlebte Zielperson in vielfältigen Situationen+ Aussagen beziehen sich auf Alltagsereignisse (nicht nur Verhaltensstichprobe wie im Experiment)+ Handlungen einer Person sind in hohem Maße davon geprägt, wie diese von ihrer Umwelt wahrgenommen werden (Thomas Theorem)- Bezug auf nur einen Verhaltensausschnitt der Person- Angaben müssen nicht zutreffend sein (Entwicklungsstand überschätzt, rosarote Brille)
- Objektive Daten = Objektiv messbare Eigenschaften einer Person (z.B. Alter, Geschlecht, Familienstand; Religion, Größe,Vorstrafenregister, Bildungsstand, Jugendfotos, Schulaufsätze) + Hohe intrinsische Bedeutsamkeit und hohe psychologische Relevanz in der angewandten Forschung (Personalpsychologe misst künftigen Berufserfolg ) - Hohe Multideterminiertheit (Oft werden Variablen in Beziehun zu anderen gesetzt, ohne dass dadurch kausale Zusammenhänge erhellt würden)
- Beobachtungsdaten = Beruhen auf systematischer Beobachtung der Versuchsperson ---->>> siehe Behaviorismus + Bedingungen, unter denen beobachtet wird können natürlich oder künstlich vom Versuchsleiter herbeigeführt werden+ Beobachtung von overtem Verhalten und Messung physiologischer und neurologischer Prozesse möglich-->>>Probanden werden einem bestimmten Stimulus gezielt ausgesetzt - Ambivalenz bei Interpretation des Verhaltens--->>> Gefangenendilemma (Eigennützig, Kooperativ) ABER Defektieren kann viele andere Gründe haben (Angst vor Ausbeutung, Ausbeutung)
- Triangulation Überprüfung von Theorien und Hypothesen durch Verwendung verschiedener Arten von Daten -> wenn verschiedene Methoden eine Hypothese stützen, steigert dies ihre Bewährtheit. -> wenn verschiedene Methoden zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, kann dies Hinweis darauf geben, dass eine Theorie überarbeitet werden sollte.
- Ziele psychologischer Studien 1. Ziel psychologischer Studien: Nachweis des Zusammenhangs zwischen mind. 2 Variablen 2. Ziel psychologischer Studien: Nachweis der kausalen Beziehung zwischen mind. 2 Variablen
- Korrelationskoeffizient Eine Korrelation zwischen Variablen sagt aus, ob ein linearer Zusammenhang besteht liefert keine Informationen über die Kausalität des Zusammenhang Signifikanzprüfung, ob ein linearer Zusammenhang deshalb gefunden wurde, weil er tatsächlich in der Grundgesamtheit existiert oder nur zufällig 1. Zusammenhang: Betrag misst Stärke, Vorzeichen Richtung 1= perfekt linearer Zusammenhang 0= kein zusammenhang (Hyperbel?) 2. Signifikanz: Wahrscheinlichkeit, dass der identifizierte Zusammenhang nicht nur durch zufall gefunden wurde hängt von der Größe der Stichprobe und Stärke des Zusammenhangs ab (mind 95%, dass kein Zufall)
- Interpretation korrelativer Zusammenhänge Verschiedene Möglichkeiten zur Erklärungen für den Zusammenhang zwischen zwei Variablen Beispiel: Konsumpsychologie 1. Möglichkeit: Klare Verhältnisse A⇒B Der Geschmack eines Weines determinidert den Preis, zu dem er sich verkaufen lässt 2. Möglichkeit: Rückwärts A⇐B Je teuerer ein Wein, desto besser das Geschmacksurteil 3. Möglichkeit: Wechselspiel A⇔B Peis und Geschmacksurteil beeinflussen sich gegenseitig (Kenner und Konsument) 4. Möglichkeit: Die unbekannte Dritte C⇒ A und B Sowohl Preis und Geschmacksurteil sind eine Funktion der Herkunft eines Weines, kein Zusammenhang zwischen Preis und Geschmacksurteil 5. Möglichkeit: Indirekte Wirkung (Mediation) A ⇒C ⇒ B Der Preis hat Einfluss auf die Verpackung und diese determiniert das Geschmacksurteil -> mediiert (vermittelt) Preis⇒Verpackung⇒Geschmacksurteil 6. Möglichkeit: Moderation A⇒B (⇐ C) Der kausale Einfluss vom Preis auf das Geschmacksurteil wird beeinflusst durch den "Materialismus" einer Person (moderiert = bedingt) Preis ⇒ Geschmacksurteil (⇐Materialismus) --->>>> Man kann aus einer Korrelation zwischen 2 Variablen nicht auf eine Kausalbeziehung schließen
- Herstellen der Kausalbeziehung eines Zusammenhangs 1. Logische Überlegungen Zusammenhang zwischen Stimmung und Wetter 2. Zeitliche Reihenfolge der Variablen Image eines Produktes vor und nach einer Werbekampagne ⇒ Vorsicht: Weihnachten Analyse: Experiment
- Die Logik des Experiments Einzelne Versuchspersonen werden zufällig verschiedenen Experimentalbedingungen zugewiesen Unabhängige Variable = Verschiedene Experimentalbedingungen Prüfen des Zusammenhangs der unabhängigen Variable auf eine bestimmte abhängige Variable Systematische Manipulation einer oder mehrerer unabhängiger Variablen Konstanthaltung bzw. Kontrolle aller anderen Variablen Messung der Ausprägung einer oder mehrerer abhängiger Variablen Zufällige Zuweisung der Versuchspersonen zu den verschiedenen Experimentalbedingungen
- Vor- und Nachteile der Experimentelle Forschung + Möglichkeit zur Überprüfung von kausalen Zusammenhängen + Kumulativer Erkenntnisfortschritt (ein Experiment erklärt niemals die ganze Welt, aber viele Experimente tragen zu ihrer Erklärung bei, Bedingungen können verändert werden, Veränderung untersuchen) ⇒ Das Laborexperiment als am häufigsten angewandte Forschungsmethode in der Psychologie - Viele Phänomene lassen sich experimentell nicht manipulieren (Fragestellung zu komplex) - Ethische Grenzen des Experiments (Fehlgeburten) -> Ausweichen - Gefahr: Einschränkung des Gegenstandsbereichs auf das, was sich überprüfen lässt - Mögliche Einschränkungen in der Generalisierbarkeit
- Forschungsdesigns So viele Experimente wie möglich, so viele nicht-experimentelle Forschung wie nötig Triangulation
- Duhem-Quine Problem Was können wir in der Wissenschaft als gesichertes Problem ansehen? Wann können wir eine Hypothese als falsifiziert betrachten? Unterscheidung zwischen absoluten und statistischen Hypothesen Verzerrung von Stichproben (inadäquate Messung von Daten -> wenn einzelne Elemente unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten haben ein Element einer Stichprobe zu werden Falsche Operationalisierung von Daten empirisch falsifiziert → Grund: falsche Operationalisierung der Variablen Falsche Operationalisierung: Schwierig bei Einkommen, Bildung, Schulabschluss.. Fazit: Wir werden nie absolutes Wissen erlangen! - Theorie bestätigt ≠ wahr - Theorie falsifiziert ≠ falsch Daher: Induktives Vorgehen unerlässlich Präzise Hypothesen formulieren An wohl bewährten Theorien festhalten Bei Falsifikation periphere Annahmen ändern und an Kern festhalten
- Menge potentieller Falsifikationen Eine Hypothese ist umso präziser, je grösser die Menge aller potenziellen Falsifikatoren ist im Vergleich zur Menge aller potenziellen Ereignisse, die eine Bestätigung der Hypothese darstellen Hypothesen können immer falsifiziert, aber niemals abschliessend verifiziert werden. Grund: Wissenschaftliche Hypothesen werden als All-Aussagen und nicht als Existenzaussagen formuliert
- Lakatos Falsifikation Periphere Annahmen ändern und Kern nicht aufgeben (es gibt zu allen Theorien empirische Daten, die nicht im Einklang mit der Theorie stehen) Keine ex post Interpretation Theorie umstellen und neu überprüfen Widersprüche anerkennen und stehen lassen
- Forschungsprozess Entdeckungszusammenhang: Forschungsthema wählen und Untersuchungsmethoden generieren Begründungszusammenhang: a-moralische Überprüfung der Theorie Verwertungszusammenhang: wie sollen die Ergebnisse praktisch angewand werden? ⇒ Recht, bestimmte Theme aufgrund von Werthaltung zu untersuchen bzw nicht zu untersuchen (Tabakindustrie)
- Exkurs: Künstler vs. Wissenschaftler Künstler: einsam neu schaffen zu bestimmer Zeit Wissenschaftler Teamwork (niemals alleine) immer da gewesenes Phänomen (nicht neu) allgemeine Gesetze entdecken Personenunabhängig nicht zufällig (Frage der Zeit) wertneutral (sein ≠ sollen) → zunehmende Komplexität und Reife auch in technischen Innovationen
- Operationalisierungen Vorschriften zur Messung latenter Konstrukte Hilfstheorien, um abstrakte Begriffe konkret erfassen zu können können als Hilfstheorie wahr oder unwahr sein → oft ist die Art der Operationalisierung nicht zur Messung der untersuchten latenten Variable geeignet