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Entwicklungspsychologie (Subject) / Erwachsenenalter (Lesson)
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- Konzept der Wendepunkte im Leben. Kann man mit Hilfe von Wendepunkten Diskontinuität in der Entwicklung beschreiben, erklären, vorhersagen? Wendepunkte= bedeutsame Lebensereignisse, die Veränderungen der Entwicklungsrichtung bewirken oder zumindest eine gewisese Veränderung von Prioritäten -können Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen oder blockieren -können zu Veränderung von Lebensstil, Rollen, Selbstkonzepten oder der Sicht auf die Welt führen -können zu positiven oder zu negativen Entwicklung führen -Es gibt WP über die das Individuum Kontrolle hat und unkontrollierbare Ein bestimmtes Lebensereignis wirkt nicht für alle Individuen als WP Wendepunkte beschreiben Veränderungen im Leben (weil sich z.B. neue Möglichkeiten aufgetan haben) aber das Konzept eignet sich schlecht zur Vorhersage von künftigen Veränderungen oder Entwicklungen.( Jede Person reagiert unterschiedl. auf versch WP; WP sind selbst schwer vorauszusehen)
- Leitsätze der Lebensspanne (Baltes) Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess Multidirektionalität (versch. Bereiche/Aspekte der Entwicklung können einen unterschiedlichen Verlauf aufweisen) Entwicklung als Gewinn und Verlust (Wachstum&Abbau) Plastizität der Entwicklung Entwicklung ist eingebettet in Kontexte: - normative alres- &lebenszeitgebundene Einflüsse; - normative kulturelle und historische Einflüsse; - nicht normative Einflüsse Veränderung der Dynamik zwischen Biologie und Kultur über die Lebensspanne Entwicklung kann als Zusammenspiel von Selektion, Optimierung und Kompensation verstanden werden Multidisziplinäre Betrachtung der Entwicklung
- Was sind die Komponenten des SOK-Modells und wie verändern sich diese im Erwachsenenalter? Theorie der selektiven Optimierung mit Kompensation: Beschreibt erfolgreiche/s Entwicklung/Altern Selektion: Auswahl von Zielen und Verhaltensberreichen (kann verlustbasierend oder um bestimmte erwünschte Ziele zu erreichen erfolgen) Optimierung: bezogen auf zielrelevante Handlungsmittel oder Ressourcen (beinhaltet Einsatz, Stärkung, Verfeinerung von Handlungsressourcen, die zur Zielerreichung notwendig sind); bezieht sicht auf Ressourcen, also auf Mittel & Mechanismen, die die Erreichung der Entwicklungsziele ermöglichen; Bsp.: Fähigkeiten üben, neue Fähigkeiten erwerben, Aufmerksamkeit auf Ziel lenken, Energie investieren Kompensation: Aufrechterhaltung eines bestimmten Funktionsniveaus, wenn bestimmte Mittel zur Zielerreichung nicht länger verfügbar sind; bezieht sich auf Schaffung/Nutzung neuer zielrelevanter Handlungsmittel und Ressourcen; bezieht sich auf adaptive Reaktion auf Verlust von Mitteln/Ressourcen; Bsp.: mehr Zeit und Energie in Aktivität investieren; soziale Abwärtsvergleiche... Veränderung der SOK über die Lebensspanne mit Zunehmedem Alter sollen eigentlich Selektion und Kompensation an Bedeutung gewinnen, da: Erwachsene ihr Verhalten bewusster steuern als Kinder/Jugendliche &mehr Handlungswissen haben man im EA eher damit konfrontiert wird, dass man nicht alle Ziele gleichzeitig verfolgen kann im Alter Verluste zunehmen und darauf reagiert werden muss Andererseits bedeuten aber im Alter zunehmende Verluste auch, dass man weniger Ressourcen für die Ausübung von SOK hat (Abnahme der Plastizität) Befunde: Elektive Selektion nahm im Alter zu (r=.23), die anderen Strategien waren bei Personen im mittleren Erwachsenenalter am stärksten ausgeprägt Beschränkung auf wenige Ziele und Fokussieren auf zentrale Ziele (Selektion) nahmen von mittleren zuhöheren EA zu In hohem Alter ab 70 Abnahme der 4 Komponenten (el.Selektion,Verlust sSelektion, Opimierung, Kompensation)
- Welche 5 ökologischen Systeme/Umwelten unterscheidet das Modell von Bronfenbrenner? (In denen sich Menschen entwickeltn, bzw von denen sie beeinflusst werden) Mikrosystem (System, dem Individuum angehört, z.B. Familie, Arbeitsplatz, Dorf,...) Mesosystem (Verbindungen & Prozesse zwischen 2 oder mehreren Mikrosystemen) Exosystem (Beziehungen und Prozesse zwischen zwei oder mehr Systemen, wobei Individuen zumindest einem dieer Systeme nicht angehören) Makrosystem (Merkmaler einer gegebenen Kultur oder Subkultur) Chronosystem (Individuum ist im Laufe seines Lebens verschiedenen Systemen ausgesetzt=> diese bilden zusammen das Chronosystem)
- Wie verbreitet sind Kindesmisshandlung und -Vernachlässigung und welche möglichen Folgen haben sie? Prävalenz: In den USA: 2000 wurden 900 000Fälle von Kindesmisshandlung angezeigt (7,5% der Kinder) wenn Missbrauch: eher im minimalen Maße Emotionale Vernachlässigung und körperliche Vernachlässigung verschiebt sich schon ein wenig mehr mäßig/schwer (verhältnismäßig mehr Fälle als bei Missbrauch) Entwicklungsfolgen von Missbrauch: mehr aggressives und gestörtes Verhalten häufig Zurückweisung durch Gleichaltrige Rückstand der kognitiven und sprachlichen Entwicklung erhöhte Schulprobleme Rückstand in körperlicher Entwicklung bei schwerer Vernachlässigung möglich Deutschland: Misshandlung 2% Vernachlässingung 7-10%
- Wie unterscheidet sich die Entwicklung von Menschen in stärker kollektivistischen Gesellschaften von individualistischen Gesellschaften? Individualistisch: Eltern legen mehr Wert auf Unabhängigkeit und Selbstkontrolle der Kinder erwarten frühere Selbstständigkeit Wünsche und Präferenzen der Kinder von klein auf berücksichtigt Autonomie förderndes Verhalten fördert u.a. ein frühes Selbsterkennen des Kindes Autobiographische Erinnerung entsteht früher und sie hat einen stärkeren Selbstbezug Jugendliche erwarten z.B. früher Übergang zu mehr Unabhängigkeit von den Eltern zu vollziehen Kollektivistisch: Eltern fördern besonders Verbundenheit und Respekt gegenüber Älteren und Streben nach Harmonie Bedürfnisse des Kindes werden durch die Eltern weniger erkundet und berücksichtigt und das Verhalten der ELtern wird mehr auf eigene Sozialisationsziele ausgerichtet Verbundenheitsförderndes Verhalten fördert due Entwicklung von Fügsamkeit
- Was sind die 5 typischen Rollenübergänge zum Erwachsenenalter? Ist Erwachsenenalter daran festzumachen, dass man die Rollenübergänge hinter sich gelassen hat? Abschluss der Schule/Ausbildung Auszug aus dem Elternhaus Beginn der Berufstätigkeit Heirat Geburt des ersten Kindes Erwachsenenalter ist nicht an Rollenübergängen festzumachen: Sozialer Wandel: Übergänge werden im Mittel später vollzogen: Anstieg des Auszugsalters in den letzten 20 Jahren um ca. 3 Jahre (Männer bzw 1,5 Jahre (Frauen) Gründe: u.a. längere Ausbildungsdauer und spätere ökonomische Selbstständigkeit; Zeitpunkt der Elternschaft nach vorne verlegt Große Zahl von Personen vollzieht einige Übergänge nicht: sinkende Heiratsneigung (Grund: gewachsene Akzeptanz des Zusammenlebens ohne Trauschein und höhere wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frau); Anteil der Kinderlosen steigt, ca. 20% der Frauen bleiben kinderlos Desynchronisierung der Übergänge: z.B. Heirat und Auszug aus Elternhaus zunehmend entkoppelt
- Welche Faktoren sagen einen früheren Übergang in das Erwachsenenalter vorher? Geschlecht: Frauen vollziehen Übergänge meist früher (außer Schulabschluss und Übergang in Beruf) Zeitpunkt der Pubertät: Frühpubertierende verlassen Schule im Mittel früher, heiraten früher, werden früher Eltern Problemverhalten im Jugendalter: beschleunigt Auszug aus Elternhaus, frühere Elternschaft, spätere Heirat Hoher sozialökonomischer Status der Eltern: alle 5 Übergänge werden später vollzogen Geschwisterzahl: größere Geschwisterzahl mit früherer finanzieller Unabhängigkeit verbunden, früherer Auszug und frühere Heirat (nur bei Männern) Widrige Umstände in Herkunftsfamilie: Scheidung der Eltern und negatives Elternverhalten in Kindheit beschleunigen Auszug Elterliche Erwartungen: über Zeitpunkte der Übergänge stehen mit tatsächlichem Vollzug der Übergänge in Verbindung, sie verlieren aber mit zunehmendem Alter des Kindes an Bedeutung Makrosozialer Kontext: z-B. setzt die materielle Unabhängigkeit sowie der Auszug von Haupt- und Realschülern in westdeutschland später ein als in Ostdeutschland
- Was besagen die 2 Hypothesen über positive/negative Folgen eines frühen oder späten Übergangs ins Erwachsenenalter? Welche Hypothese ist besser gestützt? 1. Entwicklungsschluss-Hypothese: Ein zu früher Vollzug des Übergangs hat negative Folgen weil anzureichernde Ressourcen zu dessen Bewältigung fehlen Pseudoreife: Erreichen von sozialer Reife (sich älter fühlen als man ist, Übernahme von Rollen der Erwachsenen) ohne zugleich die damit verbundene psychische Reife zu erreichen vor dem 18. Lebensjahr aus dem Elternhaus ausziehende Mädchen werden z-B- früher Eltern, heiraten früher und erreichen einen schlechteren Bildungsabschluss 2.Devianzhypothese: negative Folgen von zu früh oder zu spät vollzogenen Übergängen; Verstoß gegen die soziale Erwartungen und oder weil in anderen Zeitfenstern weniger Opportunitäten vorhanden sind wenig Befunde zu Folgen verspäteter Übergänge (schlechter gestützt) Jugendliche, diezwei Jahre nach Schulende keine Lehrstellehatten, bekamen später keine mehr
- Welche Auswirkungen hat Elternschaft auf den Verlauf der Beziehungsqualität? Im Mittel verstärktes Absinken der Ehezufriedenheit nach Geburt eines Kindes Eltern haben etwas niedrigere Ehezufriedenheit als Nicht-Eltern(r=-.19) bei Eltern mit Kleinkindern ist der Unterschied am größten (d=-38) sehr schwache negative Korrelation der Ehezufridenheit mit Kinderzahl (r=-.06) Differentielle Verläufe: Teilgruppen mit beschleunigtem Absinken linearer Abfall Stabilität Anstieg der Zufriedenheit und Ehequalität vorfindbar Risikofaktoren für Unzufriedenheit nach Geburt eines Kindes: jüngere Paare, kurze Ehedauer, niedriger sozialöko. Status, geringe Sensibilität für Gefühle des Partners/der Väter, niedriger Selbstwert beider geringe Beziehungskompetenz & schlechtes Paarklima vor Elternschaft Unerwünschte Elternschaft Schwieriges Temperament des Kindes Geschlecht: Mütter zeigen im Mittel stärkeres Absinken der Ehezufriedenheit als Väter
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- Schildere die 3 Faktoren des Austauschtheoretischen Modells? (Levinger; Risikofaktoren für eine Trennung) Geringer Nutzen des Verbleibens in der Ehe Geringe Trennungsbarrieren (innere barrieren: moralische Bedenken, Furcht vor Alleinsein,Deutung einer Trennung als persönliches Versagen, Sorgen um Kinder usw; äußere Barrieren: erwartete finanzielle Einbußen, Statusverlust, Aufgeben der gewohnten Umgebung) Verfügbarkeit attraktiver Alternativen zum Fortbestand der Ehe
- Welche Auswirkungen hat der Auszug der Kinder auf die Eltern? früher wurde "Empty Nest" als Auslöser für eine Krise angesheen, vor allem für die Mutter (Empty Nest Syndrom): Verlust einer/der identitätsstiftenden Rolle, Rolle der Nutzlosigkeit Befunde: - Nur Minderheit erlebt Krise (vor allem familienorientierte Frauen, denen andere Rollen fehlen, oder wenn der Auszug der Kinder konfliktbelastet ist) -Meist Mischung aus Gewinn und Verlust (Zunahme persönlicher Freiheit, Abnahme von Kontakt mit Kindern) Empty Nest erhöhte bei kürzer verheirateten das Scheidungsrisiko, senkte es jedoch bei länger verheirateten (+35Jahre)
- Wie verändert sich die Arbeitsmotivation im Erwachsenenalter? Abnahme der Motivation bei: Wettbewerb: im jungen & mittleren Erwachsenenalter gleich, erst spätere Abnahme Persönliches Wachstum: sinkt immer weiter ab, verliert an Bedeutung (->durch Routine keine neuen Inputs) Berufliches Weiterkommen: Anfangs wichtig, später weniger (wegen eingetretenem Aufstieg...) Zunahme der Motivation bei: Persönlichen Grundsätzen: Im Alter ist es nicht mehr wichtig, sich für andere zu verbiegen Autonomie Allgemein steigt im Alter: Intrinsische Arbeitsmotivation Engagement Identifikation Loyalität gegenüber Unternehmen Erlebte Kontrolle Allgemein sinkt im Alter: Stress am Arbeitsplatz Erlebte Überforderung (stark) Arbeitsplatzunsicherheit (leicht)
- Bewertung älterer Arbeitnehmer gegenüber jüngeren - Vorurteile oder begründete Annahmen? Ältere Arbeitnehmer werden im Mittel negativer als jüngere bewertet ABER: Leistungseinbußen sind bereichsspezifisch (v.a. bei Anforderungen, die schnellere Reaktionen verlangen) Zahlreiche Leistungseinbußen werden kompensiert Gesunde ältere Arbeitnehmer haben weniger Fehltage als vergleichbare jüngere, chronisch Kranke ältere aber mehr weniger Arbeitsplatzunfälle bei älteren Angestellten. aber längere Zeit zur Genesung nötig Stärken/Potentiale älterer Arbeitnehmer: Beurteilen von Situationen aufgrund von Erfahrung ===> bei der Mehrzahl der Beruf bringen ältere Arbeitnehmer die gleiche Leistung wie jüngere (manchmal aber auch tatsächliche Abnahmen) ===> negative Sicht auf ältere Arbeitnehmer (in Bezug auf Motivation, Produktivität) ist in der Regel nicht haltbar!
- Auswirkungen des Ruhestands auf körperliches und psychisches Empfinden? (Differentielle Verläufe und 3 Verlaufsmuster) Differentielle Verläufe: vorher schlechter, nachher Stimmungshoch, dann wieder Ernüchterung keine negative Veränderung, allerdings bei frühpansionierten-> schlechter kein Einfluss, Depression sinkt im Vgl. zu Berufstätigen Einsamkeit, Langeweile, Sinnverlust & andere Probleme 3 Verlaufsmuster (allgemeiner Lebenszufriedenheit): Absinken vor Pensionierung; wenn schlechtere Gesundheit vor Pensionierung, späteres Pensionierungsalter, Anstieg mit Pensionierung; vorher häufiger arbeitslos, schlechte körperliche Gesundheit vor Pensionierung (mehr Geld in Rente als Hartz 4, keine Lust mehr auf Job "endlich frei") keine Veränderung: nicht durch Pensionierung beeinflusst; bei hohen Ressourcen ==> Im Mittel keine großen Auswirkungen (nur kurzfristige Effekte) & Abhängigkeit von den individuellen Bedingungen/Gegebenheiten und Gründen/Art der Pensionierung
- Was sind die Annahmen der Theorie der sozioemotionalen Selektivität? Kontaktbedürfnisse verändern sich über die Lebensspanne, Menschen stiften/beenden aktiv soziale Kontakte Grundmotiver sozialer Kontakte sind: Wissenserwerb, Emotionsregulation & Aufrechterhaltung des Selbstwerts Wissenserwerb vor allem in Kindheit und Jugend wichtig (wenig Vorwissen, längere Zeit, um neues Wissen zu verarbeiten) Emotionale Funktion der Kontakte wird im höheren Alter wichtiger (denn die verbleibende Lebenszeit wird weniger) -> Man sucht unmittelbare emotionale Befriedigung (da weniger Zeit verbleibt, das neue Wissen zu nutzen) Hinter Selektionsprozess steht also die Endlichkeit des Daseins (das Auslaufen der Lebenszeit)
- Was sind Belege dafür, dass nicht das Alter, sondern die Begrenztheit der Zukunft/verbleibenden Lebenszeit die Kontaktpräferenzen ändern? Ältere Menschen sollen sich vorstellen, dass man mit neuen Medikamenten das Leben um 20 Jahre verlängern kann, jetzt interessieren sie sich auch für Kontaktpartner, die neue Infos liefern (wie junge Menschen) Vor der Rückgabe von Hong Kong an China zeigten viele junge Leute Bevorzugung emotional naher Kontakte (viele Bewohner wollten vor Rückgabe auswandern) AIDS-Kranke im mittleren Alter gruppierten Kontaktpartner am Stärksten nach dem emotionalen Potential der Kontakte, asymptomatische HIV-infizierte in geringerem Maß, gleichaltrige Gesunde am wenigsten (Carsten & Fredericksen) Erwachsene Krebspatienten bevorzugen generell Kontakt mit Angehörigen bei Gesunden traf das nur auf ältere Personen zu ; spätere Therapieerfolge gingen mit Veränderung der Kontaktpräferenzen einher, die neue Informationen liefern (Pinquart & Silbereisen) 20-90 jährige sollten angeben, ob sie ihre Zukunft als offen oder auslaufend sahen, -> wahrgenommene Offenheit der Zukunft sagte stärker als das Alter vorher, welche sozialen Motive und Kontaktpräferenzen man hatte: wenn verbleibende Zeit als begrenzt erlebt-> eher emotionale Ziele (Generativität,emotionale Regulation) sonst Autonomie und soziale Anerkennung Begrenzte Zukunft: wenig Interesse an Kontakt mit Freunden/Bekannten, mehr Interesse an Kontakt mit Familie und Ärzten ==> Effekte der Kontaktfunktion auf Beziehungszufriedenheit variieren mit Begrenztheit der Zeitperspektive (wahrgenommener Begrenztheit: Wissensreiche Kontaktpartner-> unzufrieden mit Beziehung Lang&Larstensen) Funktion des Kontaktpartners (wissen vs. emotional) -------------->Beziehungszufriedenheit ^^^^^^^^ ||||||||||||||||| wahrgenommene Begrenztheit der Zeitperspektive
- Wie verändern sich flüssige Intelligenz und kristalline Intelligenz in Erwachsenenalter? Flüssige Intelligenz/Mechanik: Basisprozesse der Informationsverarbeitung, stark von biologischen und weniger von kulturellen Bedingungen beeinflusst, Verarbeitung neuartiger und komplexer Information->Bsp.: Räumliche Orientierung, Schlussfolgerndes Denken Kristallisierte Intelligenz/Pragmatik: erfahrungsbasierend, kulturabhängig ->Wissen, verbales Verständnis Veränderungen: A) altersassoziierte Veränderung B) Veränderung die mit dem Tod zusammenhängt C) krankheitsbedingte Veränderung flüssige Intelligenz sinkt im Längsschnitt nach dem mittleren Erwachsenenalter verbales Verständnis (Wortschatz, kristallisierte Intelligenz): erst nach dem 75. Lebensjahr Abfall unter das Niveau eines 25jährigen -> dann deutlicher Abfall - 2 Teilbereiche flüssiger Intelligenz zeigen besonders starken Abfall: Merkfähigkeit und Wahrnehmungsgeschwindigkeit hatten negativen Zusammenhang mit dem Alter als der Generalfaktor der flüssigen Intelligenz (bzw. als das räumliche Vorstellungsvermögen und logisches Denken) -> Hier evntl. bestimmte Teile des ZNS oder Funktionen stärker beteiligt, die besonders starke Verschlechterungen zeigen (etwa Nervenleitgeschwindigkeit, neuronale Plastizität zum Aufbau neuer Synapsen) oder es ist hier weniger Kompensation durch kristallisierte Intelligenz möglich Kohorteneffekt: Jüngere Kohorten schneiden in den meisten Tests besser ab als ältere Kohorten Ausnahme: Rechenaufgaben
- Welche Belege gibt es für die Common-Cause-Hypothese? 5 Hypothesen: Geschwindigkeitshypothese (nachlassende Geschwindigkeit der Infoverarbeitung) Verschlechterung der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses Nachlassen der Fähigkeit zum Hemmen irrelevanter Informationen Abnahme der sensorischen Leistungsfähigkeit Veränderung der Zuordnung von Ressourcen - Hypothese der gemeinsamen Ursachen: Hinter den 5 Erklärungen/Prozessen für Abnahme der Intelligenz verbirgt sich eigentlich das Gleiche => Hirnerhaltung (d.h. Nachlassen der Funktionsfähigkeit des ZNS) Vorteil dieser Hypothese: Sparsamkeit Nachteil dieser Hypothese: kann nicht differentielle Verläufe von verschiedenen Aspekten der Intelligenz erklären (bei Tucker-Drob nur 39% der Varianz der Veränderung von 12 kognitiven Maßen durch einen gemeinsamen Faktor erklärt!) ==> Vermutlich gibt es gemeinsame und spezifische Ursachen für kognitive Veränderungen Hauptargument für Common-Cause-Hypothese: Nachlassen der Infoverarbeitungsgeschwindigkeit, der Gedächtnisspanne, der sensorischen Leistungsfähigkeit und der Hemmung irrelevanter Informationen sind hoch miteinander korreliert! -->wenn man für einen dieser Faktoren statistisch kontrolliert, klären witere nur noch wenig zusätzliche Effekte des Alters auf Intelligenz auf (Beachte: Hinter Überschneidungen der obigen 4 Prozesse stehen zum Teil auch methodische Überschneidungen bei der Messung der Prozesse) weitere Belege: Altersunterschiede in Gehirnstruktur und -funktion (->Hirnerhaltung) - Größen- und Gewichtsreduktion des Gehirns, Abnahme dendritischer Verzweigungen und synaptischen Verbindungen, Abnahme von Dopamin und seinen Rezeptoren, Verringerung des zerebralen Blutflusses und Gehirnstoffwechsels, Abnahme Gehirnregionen ==> Befunde nicht eindeutig
- Was versteht man unter Terminal Decline? Beschleunigtes Absinken der Intelligenz in den Jahren vor dem Tod (ca. 3 Jahre vorher) ->Small: Personen, die in den nächsten 3 Jahren verstarben erbrachten zum Teil schlechtere kognitive Leistungen -> zudem stärkerer Abbau der Intelligenz innerhalb von 3 Jahren bei denen, die in den darauffolgenden 3 Jahren verstarben Zusamenhang gilt auch bei Kontrolle für gesundheitliche Einschränkungen Todesursache spielt keine Rolle Zusammenhang gilt für verschiedene kognitive Tests->offenbar generelles Nachlassen der Funktionsfähigkeit in den letzten Jahren vor dem Tod
- Wie kann man anhand der Befunde von Baltes das unselbstständige Verhalten vieler Heimbewohner erklären? Personal zeigt mehr Verhalten, das Abhängigkeit unterstützt als Verhalten, das Unabhängigkeit unterstützt-> Pflegeheim besonders stark der Fall! Analyse von Interaktionssequenzen: - unselbstständiges Verhalten des älteren Menschen-> Unterstützng dieses Verhaltens durch Personals - selbstständiges Verhalten des älteren Menschens-> Personal reagiert oft mit Ignoranz und unselbstständigkeitsunterstützendem Verhalten (bei Kindern hingegen wird Selbstständigkeit unterstützt) --> ältere Menschen reagieren auf Unterstützung der Selbstständigkeit und der Unselbstständigkeit durch das Personal mit reziprokem Verhalten ==> ältere Menschen: selbstständig/unselbstständig -> Personal unterstützt Unselbstständigkeit (Ignoranz) -> ältere Menschen werden unselbstständig
- Was sind Kriterien der allgemeinen Weisheit? (alle 5 wissen!) (Baltes) Basiskriterien (gilt allgemein für Experten): a) Reiches Faktenwissen über grundlegende Fragen des Lebens b) Reiches prozedurales/strategisches Wissen über Umgang mit grundlegenden Fragen des Lebens (Problemlösung usw) Metakriterien (spezifisch für Weisheit): c) Denken in Kontexten des Lebensverlaufs (situationsspezifisch) d) Relativierendes Denken im Hinblick auf Wertvorstellungen und Lebensziele (mehrere Perspektiven) e) Denken, das die Ungewissheiten des Lebens berücksichtigt und bewältigt. (Möglichkeit des Falschliegens) ==> Notwendig für Weisheit sind hohe Werte in allen Kriterien!
- Welche Altersunterschiede gibt es bei der allgemeinen Weisheit und wie kann man diese erklären? Herausbildung der allgemeinen Weisheit im Jugendalter (Zunahme bis 24/25), danach im Mittel keine weiteren Altersunterschiede (erst bei über 85 jährigen negative Korrelation von Alter und allgemeiner Weisheit r=-.31) aber nur wenige Fälle untersucht) Warum keine Zunahme der allgemeinen Weisheit im höheren Alter?: Früheres Wissen durch neu hinzukommende Erfahrungen überformt oder vergessen (verlieren von Lebenserfahrungen) Abnahme fluider/flüssiger Intelligenz wirkt dem Zuwachs der Weisheit entgegen (z.B. Problemlösefähigkeiten) Sozialer Wandel und Altern führen zu neuen Problemen, für die ältere Menschen keine Vorerfahrungen haben Altersassoziativer Zuwachs an Lebenserfahrung ist bei vielen Personen begrenzt
- Wie verändern sich die Big5 Persönlichkeitsmerkmale im Erwachsenenalter? (Meta-analyse grob) größte positive Veränderung in Offenheit und Extraversion: junges Erwachsenenalter (18-22): größte positive Veränderung in Offenheit und Extraversion junges-mittleres Erwachsenenalter(22-40): größte Zunahme emotionaler Stabilität und große Zunahme in Gewissenhaftigkeit spätes Erwachsenenalter (50-60): stärkste positive Veränderung in Verträglichkeit jenseits von 60 Jahren: negative Veränderung in Offenheit und Extraversion, nochmal starke Zunahme von Gewissenhaftigkeit ab 70 nimmt emotionale Stabilität und Extraversion leicht ab, nur noch Zunahme von Gewissenhaftigkeit ==> Altersassoziation: Zunahme interindividueller Unterschiede in der Veränderung der Persönlichkeit und Stabilisierung dieser
- Wie verändern sich die Lebensziele im Erwachsenenalter? Veränderung der Zielinhalte: Abnahme der Zahl von gewinnorientierten Zielen (->jetztige Situation verbessern: Abschluss, Job, Wohnung,...) und Zunahme der Zahl auf Vermeidung von Verlusten bezogener Ziele (-> Status quo aufrecht erhalten, Beziehung am Laufen halten...) ==> Gewinnmaximierung wirkt motivierender auf jüngere, Verlustvermeidung dagegen mehr auf ältere Erwachsene Je älter desto kürzer der Zeitraum, auf den sich die Ziele beziehen Ältere Menschen haben weniger inkompatible Ziele als jüngere (integrierteres Zielsystem im höheren Alter)
- Wie verändern sich interindividuelle Unterschiede in der Persönlichkeit mit dem Lebensalter? -Meta-Analyse über 54 Studien: Interindividuelle Unterschiede nehmen im jungen und mittleren Erwachsenenalter im Mittel zu (in 65% der Studien) /aber wenig Studien beziehen sehr hohes Alter ein, keine ganz verlässlichen Aussagen!) -Clusterstudien: Sehr hohes Alter Mehrzahl der Teilnehmer behielt Clusterzugehörigkeit bei Abnahme der Unterschiede zwischen den Clustern ===> Zunahme der Ähnlichkeit im hohen Seniorenalter (an ca 70)
- Sind 100 jährige eine positive oder negative Auslese der Bevölkerung? Widersprüchliche Annahmen: Kumulation von chronischen Krankheiten (-> unter diesem Aspekt eher Negativauslese im Gegensatz zum jüngeren Alter) Hochaltrige als Positivauslese, die vergleichsweise höhere Kompetenz aufweisen Kombination beider Phänomene => Auf die Frage gibt es verschiedene Antworten, je nachdem, was man als Vergleich heranzieht:ob man die gleiche Kohorte benutzt oder die anderen älteren Menschen, die noch nicht so alt sind
- Wie verbreitet sind hirnorganische Störungen/Demenzerkrankungen bei 100jährigen? Demenz: Verbreitung: Angaben variieren bei 100jährigen zwischen 40% und 60% weiter aufschlüsseln: Rott 22% weit fortgeschrittene Demenz, nur 36% waren kognitiv intakt ==> Demenzen sind recth verbreitet, in der Gruppe der 100jährigen, zumindest bei 50% kann man davon ausgehen, dass sie Demenzerkrankt sind
- Welche psychologischen Merkmale sagen Langlebigkeit voraus? Gibt es Vorhersagen, ob wir vergleichsweise älter werden oder es nicht schaffen, zu den 100 jährigen zu gehören? Am konsistentesten ein positiver Zusammenhang von Gewissenhaftigkeit psychischer Gesundheit und Intelligenz mit einer größeren Lebenslänge verbunden
- Welche Erkenntnisse haben Studien zum "Testing the limits" geliefert? Testing-the-limits-Ansatz über kognitive Plastizität testet Obergrenzen des Trainingsgewinns Trainiert werden in der Regeln Fähigkeiten->Transformation begrenzt auf ähnliche Aufgaben des selben Typs; Trainigserfolg nimmt bei stark kognitiv eingeschränkten Personen ab Sowohl junge, als auch alte Erwachsene zeigten einen Trainingszuwachs (Gedächtnisleistungssteigerung möglich) Im Trainingsverlauf wird ein Plateau der Leistung erreicht Jüngere zeigen einen stärkeren Leistungszuwachs als Ältere & haben höhere Obergrenzen: Unterschiede der Leistung jüngerer und älterer Teilnehmer nehmen zu (=geringe kognitive Plastizität Älterer) ==> aber nicht: je jünger, desto mehr profitieren (jüngere Erwachsene am meisten, Kinder zwischen jungen Erwachsenen und Alten Erwachsenen) sehr alte Leute (ca 84 Jahre alt) profitieren nur wenig 85% profitieren gar nicht während des Trainings nahm Einfluss der Wahrnehmungsgeschwindigkeit auf Testleistung zu und Einfluss des sozialen Vorwissens ab Die älteren Teilnehmer zeigten einen geringen Trainingszuwachs, die in den 6,5 zuvor eine starke Abnahme kognitiver Fähigkeiten aufwiesen viele ältere Teilnehmer wendeten die Methode der Orte nicht konsistent an-> waren offensichtlich überfordert
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- Wie wirksam sind kognitive Trainings und körperliche Trainings zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit im höheren Erwachsenenalter? (im Vgl. zueinander) relativer Gewinn in Gedächtnistraining und aerobem Fitnesstraining (Gewinn der Trainingsgruppe im VGL zu KG): unterscheiden sich augenscheinlich nicht-> man findet in höherem Akter also ähnliche Effekte von körperlichem Training wie vom kognitiven Training Multimodale Intervention: Kombination von beidem (SIMA-Trainingsprogramm): Meisten positiven Effekte, wenn man das Training der Psychomotorik und das Gedächtnistraining kombiniert Langzeiteffekte über 5 Jahre bei Kombination (einzeln nicht!) Effektstärke von rund 0,6 Stdabweichungseinheiten Effekte waren auch bei statistischer Kontrolle des Gesundheitsstatus nachweisbar Viele Effekte lagen an der Verbesserungd es kognitiven Status
- Welche positiven und negativen Effekte haben Kontrollerhöhende Interventionen im Altenheim? Experiment mit Pflanze: Verbesserung von Befinden und Aktivität in der Interventionsbedingung (allerdings nicht des Kontrollerlebens) Exp mit Kontrolle über Besuche/Vorhersehbarkeit: Kurzfristig positive Effekte auf Aktivität und Befinden in Gruppe A&B& höhere Mentalität Auslaufen des Programms hatte längerfristig allerdings eine Verschlechterung des Befindens zur Folge, sogar unter Niveau des Prätests und der Gruppe D ==>wird eine stabile Kontrollerhöhung erreicht, sind dagegen auch längerfristige positive Effekte nachzuweisen
- Wie und warum verändert sich die Angst vor dem Tod im Erwachsenenalter? Wann ist die Angst am Größten und wieso? stärkste Angst vor Sterben und Tod im mittleren Erwachsenenalter (etwa nach dem Tod der Eltern, Bewusstwerden, dass man zur ältesten Generation in der Familie gehört -> Angst nimmt bis zum mittleren Erwachsenenalter zu, dann wieder ab) Erklärung für Zunahme der Angst: -Wahrnehmung der begrenzten verbleibenden Lebenszeit (man merkt: Tod ist etwas, was mich persönlich betrifft) -> wird bewusst durch: Differenz zwischen Alter und der durchschnittlichen Lebenserwartung (schon mehr Zeit hinter sich als vor sich) Verschlechterung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit Konfrontation mit Tod anderer Menschen Biologischer Überlebenstrieb Verantwortung für andere Durch Bewältigungsprozesse und Sinnsuche -> Abnahme der Angst vor Tod und Zunahme der Akzeptanz ==> Veränderung der Angst vor dem Tod verläuft nicht linear
- Was ist das Trauermodell von Stroebe und Schut? (Beschreiben anhand der Abbildung, Kennzeichnen) Trauer als Pendel zwischen Verlustorientierten und wiederherstellungsorientierten Aktivitäten (-> Leben wieder ins Gleichgewicht bringen/veränderten Alltag gestalten) -> also nicht linear (erst Trauer über verlust durchlaufen und danach neu orientieren) sondern hin und her pendeln Anfangs etwas stärker verlustorientiert, mit der Zeit nimmt das aber ab und Wiederherstellungsorientierung zu (macht sinn, weil man ja seinen Alltag weiter regelb muss, man wird also quasi zu wiederherstellungsorientierung gezwungen aber zwischendurch immer wieder verlustorientierung)
- Ist Trauer notwendig, um sich nach einem Verlust wieder gut zu fühlen= um über Verlust hinwegzukommen? ->Warum? Annahme Bowlbys, dass Trauer eine normative Entwicklungsaufgabe sei -> Hypothese: man muss trauern um wieder glücklich zu werden (normal, muss jeder, gehört dazu) -> dies Annahme wurde empirisch nicht bestätigt: -> Differentielle Reaktionen auf Partnerverlust: (11% Zunahme und nach 18 Monaten wieder normalisiert) fast 50%: nicht mehr depressive symptome als zuvor, bleibt gleich 10% vorher depressiver, nachher besser -> es gibt gewisse gruppen, die wenig Trauerzeichen zeigen und zugleich hohes ausmaß an psychischer gesundheit (verbesserung) ==> Trauerreaktion tritt häufig auf, aber die idee, dass alle leute einen trauerprozess durchlaufen müssen, hält die empirische prüfung nicht stand! nicht normativ