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4 Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Subject) / 4.1.1 Enwicklungspsychologische Grundlagen (Lesson)
Säuglings-, Kleinkind-, Schul- und Jugendalter
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- Bindungsklasse B sicher gebunden Kind sucht Nähe des Kindes, um von dieser Basis aus Erkundungsverhalten zu zeigen. Wenn die Mutter abwesend ist, sind die Kinder beunruhigt. Sie reagieren erleichtert, wenn die Mutter wiederkommt und bevorzugt die Mutter eindeutig. Kinder mit sicherer Bindung sind in sozialen Kontakten aufgeschlossen.Die Mütter reagieren responsiv, loben häufi, greifen weniger ein und kontrollieren weniger.Es gibt mehr Kontakte außerhalb der Familie.
- Bindungsklasse C ambivalent-unsicher die Signale werden mal feinfühlig und mal ablehnend beantwortet, es kommt zu Trennungsängsten und Abhängigkeitskonflikten Die Kinder zeigen dann relativ viel Angst oder Aggressionen.
- Desorganisierte Bindungsmuster kann gemeinsam mit A, B oder C vorkommen die Kinder erstarren mitten in der Bewegung z.B. beim Lauf zur Mutter mit einem Trance ähnlichen Gesichtsausdruck. Diese bizarren Verhaltensweisen kommen oft bei misshandelten Kindern und bei ängstigenden oder ängstlichen Eltern vor.
- Erziehungsstile nach Baumrind, 1971 - autokratisch/ autoritär- autoritativ/ demokratisch- laisser-faire/ permissiv- indifferenter Typ man kann die Erziehungsstile auch in einem Koordinatensystem mit den Achsen Liberalität/ Kontrolle und Ablehnung/ Zuwendung darstellen.
- autokratischer/ autoritärer Erziehungsstil unterbrechende Befehle, wenig konstruktive Kritik, Tadel, Erwartung von Gehorsam und bedingungslose Unterordnung
- autoritativer/ demokratischer Erziehungsstil Billigung spontaner Aktivität des Kindes, Anregung zu Selbständigkeit, viel Lob, Angebot von Hilfe, elterliche Kontrolle bei warmer Kommunikation, Erwartung von verantwortungsbewusster Einordnung
- Laisser-faire/ permissiver Erziehungsstil kaum Kontrolle, kaum Strafen, ungezügelte Selbstentfaltung
- indifferenter Erziehungsstil minimaler Zeitaufwand für das Kind
- Ergebnisse der Erziehungsstilforschung Vielzahl von Untersuchungen zeigt, dass sich Echtheit im Erziehungsverhalten und eine verständnisvolle, zugewandte Grundhaltung sowie die Förderung der Eigeninitiative positiv auf die Entwicklung der Kinder auswirkt.
- Forschung zur Affektregulation Affektregulation ist eine wichtige Determinante der sozialen Reife.Erst nach der Pubertät können die eigenen Gefühle kontrolliert und die Gefühle des Gegenübers sicher eingeschätzt werden. Die Steuerung der Affekte steht in enger Beziehung zum Bindungsverhalten.Sicher gebundene Kinder empfinden z.B. negative Gefühle als wenig bedrohlich, unsicher-vermeidende Kinder scheuen sich vor emotional erregenden Situationen und unsicher-ambivalente Kinder empfinden vieles als ängstigend.
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- Forschung zur Temperamentsentwicklung (+Def) Temperament ist der Verhaltensstil eines Menschen. Es umfasst Persönlichkeitsmerkmale, die schon im ersten Lebensjahr beobachtbar und sehr stabil sind. Neben der Affektregulation (z.B. Erregbarkeit) ergeben sich schon früh Unterschiede in den Dimensionen Aktivität, Stimmungslage, Rhythmus biologischer Funktionen, Intensität von Reaktionen und Soziabilität. Je nach Ausprägung dieser Faktoren unterscheidet man "schwierige", "leichte" und "langsam auftauende" Kinder.
- Wechselwirkung zwischen biologischen & psychischen Veränderungen Die biologischen Veränderungen definieren den Zeitplan der Entwicklung und geben vor, wann best. Umweltweinflüsse wirksam werden können. Biologische Veränderungen und Umwelteinflüsse determinieren die psychische Entwicklung.
- Einfluss sozialer Faktoren (Beispiele) relevante soz. Faktoren für eine gesunde Entwicklung sind z.B. das familiäre Einkommen, Stabilität der Familie oder das Wohnumfeld. Man hat bsw. festgestellt, dass Vernachlässigung eng mit schlechter ökonomischer Situation korreliert oder dassMigration einen gesundheitlichen Risikofaktor darstellt.
- Erbe-Umwelt (unterschiedliche Theorien) Nach exogenistischen Theorien (z.B. Behaviorismus) basiert Entwicklung auf der Einwirkung von Umweltreizen. Endogenistische Theorien: Entwicklung beruht auf genetischen Gegebenheiten und Reifungsprozessen. Nach interaktionistischen Entwicklungstheorien: erbliche und konstitutionelle Faktoren stecken den Rahmen ab, in dem die Umwelt wirksam werden (Oerter, Montada, 2002).
- Abhängigkeit der Sozialisation vom Geschlecht Die Zuschreibung der Geschlechterrollen beginnt direkt nach der Geburt (Jungen: stark, munter; Mädchen: zart, niedlicht) und zwar unabhängig von Größe, Gewicht und Reflexbereitschaft. Das gleiche Verhalten wird, wenn es von einem Jungen oder Mädchen gezeigt wird, unterschiedlich bewertet. Im Laufe der Entwicklung übernehmen Ki&Ju geschlechtstypische Rollen. Als Erklärung gibt es verschiedene Theorien (psychoanalytisch, Lerntheorie, Kognitionspychologie - ander Karteikarten)
- psychoanalytische Theorie zu geschlechtstypischen Unterschieden Zur Geschlechtsdifferenzierung kommt es in der phallischen Phase durch Lösung des Ödipuskomplexes, die zur Identifikation des Jungen mit dem Vater und des Mädchens mit der Mutter führt.
- Lerntheorie zu geschlechtstypischen Unterschieden Geschlechtstypische Unterschiede entstehen, weil Jungen und Mädchen unterschiedlich verstärkt werden und verschiedene Modelle haben.
- kognitionspschologische Theorie zu geschlechtstypischen Unterschieden Je nach Alter ordnet sich das Kind in neue Klassen ein. Die Geschlechtlichkeit wird demnach weniger vermittelt sondern angeeignet.
- Genderaspekte (in der Entwicklung) Im ersten Lebensjahrzent verläuft Entwicklung unauffälliger als die von Jungen. Ab der Pubertät treten bei Mädchen und Frauen mehr Entwicklungsstörungen auf. Geschlechtstypische Entwicklungsunterschiede kann man z.B. auch im Risikoverhalten beobachten: Jungen zeigen nach außen gerichtete Verhaltensweisen, wogegen bei Mädchen eher körpermanipulatives Risikoverhalten auftritt.
- Interkulturelle Aspekte (&Beispiel) Kulturelle Faktoren sind wesentlische Bedingungen der Sozialisation und wirken sich damit auch auf die lebensgeschichtliche Entwicklung aus. z.B. wurde gezeigt, dass zwar universell ein Bindungsverhalten zwischen Kind und wichtiger Betreuungsperson ausgebildet wird, die zahlenmäßige Verteilung von sicherem, vermeidend-unsicherem und ambivalent-unsicherem Verhalten ist jedoch kulturspezifisch unterschiedlich (Kornadt, Husarek, 1989)
- Mehrgenerationen- und Loyalitätsproblematik Der Mehrgenerationenansatz verbindet eine psychoanalytische, systemtheoretische und soziologische Sichtweise. Es wird davon ausgegangen, dass sie die Erfahrungen früherer Generationen (z.B. Flucht oder Krieg) auf die aktuelle Familiensituation auswirken. Diese Einflüsse können therapeutische bearbeitet werden, ohne dass die Großfamilie in jeder Sitzung anwesend sein muss. Häufiges Thema sind Loyalitätsansprüche, die den Individuationsbedürfnissen der einzelnen Familienangehörigen entgegenstehen können.
- Einfluss wichtiger außerfamiliärer Entwicklungsbedingungen Je älter die Kinder werden, um so mehr werden ihre Bedürfnisse nicht nur in der Familie, sondern auch in anderen Kontexten befriedigt. Die Kontakte entwickeln sich von proximal zu distal-differenziert.Der quantitative und qualitative Einfluss der außerfamiliären Sozialisationsumfelder steigt vor allem ab der späten Kindheit. Freundschafts- und Liebesbeziehungen haben dabei in jedem Lebensalter eine andere Funktion.