240
Agrarwissenschaften (Subject) / Nutztierwissenschaften 2 (Lesson)
Advertisement
- 14) Wie lässt sich die Zahl der Sauengruppen ermitteln? - Rein- Raus- Belegung: 1-wöchiger Umtrieb - Bei 3-wöchiger Säugezeit: 20 Wochen Zwischenwurfzeit, also ergeben sich 20 Sauengruppen (1-wöchiger Umtrieb) - Bei 4-wöchiger Säugezeit & 1 – wöchigem Umtrieb also 21 Sauengruppen - Bei 3-wöchigem Umtrieb dann 7 Sauengruppen
- 15) Wie ermittelt man die Tierplatzzahlen für das Raumprogramm? - Gruppenzahl = Zwischenwurfzeit (Wo) / Umsatzrhythmus (Wo)- Tierbestand = Gruppenzahl x Gruppengröße- Zahl der Abteile = Aufenthaltsort im Abteil (Wo) / Umsatzrhythmus (Wo) - Zahl der Tierplätze (im Haltungsabschnitt (incl. Reserveplätze) ) = Zahl der Gruppen im Haltungsabschnitt x Gruppengröße x Sicherheitszuschlag
- 16) Welche Vorschläge für Sicherheitszuschläge sind gegeben? - Abferkelabteil: 10%- Deckzentrum: 20%- Wartestall: 10%
- 17) Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es mit Bezug zu Technik & Bauwesen? - Schweinehaltungsverordnung (eigentlich „Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO“) - Tierseuchen-Hygiene-Verordnung - Regelt unter anderem:▪ Futter- & Wasserversorgung ▪ Flächenansprüche der Tiere ▪ Anforderungen der Tiere ▪ Anforderungen an Böden ▪ Temperaturansprüche ▪ Beschäftigungsmaterial
- 18) Was regelt die Schweinehygiene-Verordnung? - Einzäunung der Stallanlagen - Hygieneschleusen (Trennung schwarz / weiß (= man muss Stalleigene Kleidung anziehen) - Separate Arbeitsgeräte - Quarantänezeiten
- 19) Was ist der sog. „Depressionseffekt“? - Je mehr Tiere ein Betrieb hat, desto geringer ist die Akh pro Tier
- 20) Was sind die Bestandteile einer Abferkelbucht? - Kostenstand für die Sau (Erdrückungsschutz für die Sau) - Futter - & Wasserversorgung für Sau & Ferkel (Sauen sind dabei sehr eingeschränkt inihrer Bewegung, damit sie die Ferkel nicht erdrücken)
- 21) Wie sieht ein Ferkelnest aus? - „Kleinklimazone“ für die Ferkel durch Strahlungsheizung
- 22) Wie erfolgt die Wasserversorgung für Schweine? - Beckentränke▪ Als Schwimmer oder Zungenventiltränke ▪ Vor allem für kleinste Tiere zum Anlernen geeignet ▪ Wasservergeudung relativ gering ▪ Feste Anbindung der Tränke (keine Höhenverstellung) ▪ Hygiene unbefriedigend, da Tiere in das Becken Kot oder Harn absetzen Zapfentränke: ▪ Verschiedene Bauformen ▪ In Praxis hauptsächlich Nippel- oder Beißtränke ▪ Vergeudung im Wesentlichen abhängig vom richtigen Einbau
- 23) Welche Fütterungsmöglichkeiten konkurrieren bei der Gruppenhaltung von Sauen im Wartestall? Dribbel-Fütterung mit Futtervorratsbehälter, die sich langsam in den Trog entleeren - Kastenstände / Fangfressstände, die nur während der meist manuellen Futtervorlagen geschlossen sind - Abruffüttungsanlagen für 30 Tiere, mit elektronischer Identifizierung → Futterverzehrsaufzeichnung & Selektionsmöglichkeit
- Advertisement
- Definiere Gesundheit! - Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen & sozialen Wohlbefindens & nicht allen das Fehlen von Krankheiten & Gebrechen
- 2) Was soll durch Qualitätsmanagement erreicht werden? - Schwachstellen erkennen - Produktionsprozesse verbessern - Fehlerkosten senken
- 3) Was soll durch Gesundheitsmanagement erreicht werden? - Risikofaktoren erkennen - Informationsaustausch verbessern - Medikamentenkosten senken
- 4) Erkläre den Sinn des Gesundheitsmanagements genauer! - integrierter, ganzheitlicher wirtschaftlicher Ansatz - auf Eigeninitiative und Daten aufbauenden - Vermeidung von Erkrankungen - Steigerung der Leistung - Belastungsfaktoren und Risiken im Umfeld der Tiere erkennen undrechtzeitig beseitigen - Erkrankungen beim Einzeltier im subklinischen Stadium zu entdecken, um rechtzeitiggezielte Metaphylaxemaßnahme ergreifen zu können
- 5) Was gehört zum präventativen Gesundheitsmanagement im tierhaltenden Betrieb? - Primäre Prävention▪ Strukturelle, gruppenbezogene und individuelle Maßnahmen → um das Auftreten von Störungen zu verhindern - Sekundäre Prävention ▪ Vorbeugende Maßnahmen → um bei identifizierten Gruppen die Weiterentwicklung von Störungen vorzubeugen - Tertiäre Prävention▪ Maßnahmen, um einer Verschlechterung der Störung vorzubeugen, die Folgen von Störungen zu mindern- Belastungsfaktoren & Risiken im Umfeld der Tiere erkennen & rechtzeitig beseitigen - Erkrankungen beim Einzeltier im subklinischen Stadium frühzeitig entdecken, um rechtzeitig gezielte Metaphylaxe –Maßnahmen zu ergreifen
- 6) !!! Nenne die 9 Elemente des Gesundheitsmanagements!!!!! 1. Gesundheitsüberwachung → aktuelle Erfassung, Aufklärung, Abstellen und Vorbeuge von Gesundheitsschäden 2. Herdendiagnostische Auswertung als Analyse zu Leistungen und Tiergesundheit mit Schlussfolgerungen für die Betreuung, Haltung Organisation 3. Umfelduntersuchungen zur Ermittlung von Risiko- und Belastungsfaktoren für die Tiere & Schwachstellen im Management 4. Staatliche Überwachung zur Überprüfung & Sicherung der Rechtskonformität 5. Informations- & Dokumentenaustausch, Anmeldung zu risikoreichen Fleischuntersuchung 6. Vor- & Nachbearbeitung von Sondermaßnahmen, Epidemiologisches Monitoring 7. Erstellen von Vorberichten für Betriebsbesuche, internes Audit, Koordination der Betriebsbewertung & Lieferantenbeurteilung 8. Bereitstellung von Frühwarn- & Alarminformation 9. Erstellung von Gesundheitszertifikate
- Wie erfolgt die allgemeine Seuchenprophylaxe? - Alles Rein- alles Raus Prinzip - Krankenstall - Tierkörperbeseitigung - Abproduktbeseitigung - Prozesshygiene (Melk-, Geburtshilfe) - Entwesung - Reinigung, Desinfektion - Fütterungshygiene - Soziale, sanitäre Einrichtung Spezielle Seuchenprophylaxe:- Prophylaktisch –diagnostische Untersuchungen - Prophylaktische Impfungen - Medikamentelle Prophylaxe - Überwachung der Mitarbeiter auf Zoonosen
- 8) Worauf läuft das Tiergesundheitssystem beim Schwein hinaus? - Gesundheit & Leistungsfähigkeit hängen unmittelbar von tierhygienischen Bedingungen ab
- 9) Was versteht man unter dem Begriff Tierhygiene? - Unter dem Begriff Tierhygiene versteht man die Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Umwelt & Tier mit dem Ziel der: ▪ Erhaltung der Gesundheit ▪ Artgemäßen Haltung & Pflege ▪ Vermeidung von Verhaltensstörungen ▪ Sicherung der genetischen Leistung ▪ Schutz der Umwelt vor der Beeinträchtigung durch die Tierhaltung
- 10) Wie wird die Zielsetzung verwirklicht? - Umweltanalyse - Hygienische Umweltgestaltung
- 11) Was wird in der Klinik behandelt? - Durchfall, deutlich schlankere Tiere, Gesäugeschäden....
- 12) Was ist Haptoglobin? Haptoglobin ist....▪ ein sensitiver Parameter zur Einschätzung des allgemeinen Gesundheitsstatus von Schweinen ▪ kann im Rahmen der tierärztlichen Bestandsbetreuung und von überbetrieblichen Gesundheitsvorsorgeprogrammen hilfreich sein
- 13) Wie erfolgt die Bewertung der Tiergesundheit? - Die Beurteilung der Tiergesundheit stützt sich auf 3 Säulen ▪ Die klinisch Beurteilung der Tiere (erfassen klinischer Symptome) ▪ Die Analyse der Betriebs- & Leistungsdaten (labordiagnostisches Verfahren) ▪ Die serologische & pathomorphologische Untersuchung der Tiere ▪ Bei Infektionen ist Ziel, den Ausbruch zu verhindern ▪ Screening
- 14) Welches sind die Kernaufgaben im überbetrieblichen Qualitäts- & Gesundheitsmanagement? - Bestandsbetreuung weiter systematisieren - Dokumente einheitlich lenken & archivieren - Audit besser steuern & für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess einsetzen - Informationen zur Prozessverbesserung & Lieferantenbeurteilung überbetrieblich nutzen - Schlachttier- & Fleischuntersuchungen - Risiken besser analysieren & managen - Strategische Entscheidungen aus monetärer Sich unterstützen
- 1) Was ist Gesundheit ? - Gesundheit ist der Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens (und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit)
- 2) Nenne die Einflüsse der Tierhaltung auf die Tierhaltung am Beispiel der Mastitis! - Mastitis = Euterentzündung - Genetische Veranlagung (z.B. Zitzenforn) - Mastitiserreger - Melkanlage (Vakuum, Pulstakt) - Melktechnik - Stand- und Laufflächen, Liegeboxen - Stress (z.B. Transport, Hitze) - Stoffwechselerkrankungen - Fütterung - Genetische Veranlagung (z.B. Zitzenform)
- 3) Definiere Pathologie! Die Lehre von den Funktionsstörungen (Pathophysiologie) und den krankhaften Veränderungen der Organe und Gewebe (pathologische Anatomie) sowie deren Ursachen.
- 4) Was ist Ätologie? - Die Lehre von den Krankheitsursachen
- 5) Was wird als Pathogenese betrachtet? - Die Entstehung & der Verlauf einer Krankheit
- 6) Was ist Disposition? - Die angeborene oder erworbene, ständige oder vorübergehende Anfälligkeit in Bezug auf eine bestimmte Krankheit. Die Krankheit entsteht erst dann, wenn eine Noxe hinzukommt. → Disposition + Noxe = Krankheit - Man unterscheidet: Art-, Rassen-, Familien-, Geschlechts- & Altersdisposition
- Advertisement
- 7) Was ist eine Noxe? - Stoff oder Umstand, der auf einen Organismus oder ein Körperorgan eine schädigende, pathogene Wirkung ausübt - Im weiteren Sinne versteht man unter einer Noxe jede Art von Krankheitsursache - Die Krankheit entsteht erst, wenn eine Noxe hinzukommt → Disposition + Noxe = Krankheit
- 8) Welche Arten der Disposition kennen Sie? - Man unterscheidet: Art-, Rassen-, Familien-, Geschlechts- & Altersdisposition
- 9) Was versteht man unter einer Konstitution? - Summe der erworbenen Dispositionen
- 10) Was versteht man unter Kondition? - Summe der ererbten & erworbenen Dispositionen
- 11) Welche verschiedenen Krankheitsverläufe gibt es? - Akut: rascher Beginn, kurzer Verlauf - Chronisch: schleichender Beginn, langwieriger Verlauf
- 12) Nenne die verschiedenen Krankheitsausgänge von chronischen Erkrankungen! - Heilung - Defekte bleiben zurück (Leiden) - Rezidiv (= erneutes Auftreten einer Erkrankung nach vorausgegangener Heilung) - Letal
- 13) Nenne endo- & exogene Krankheitsursachen! - Endogen:▪ Genetisch (Chromosomenaberrationen , Mutationen) - Exogen▪ Verletzungen (Traumen) ▪ Chem. Oder physikalische Schädigungen (Noxen) → z.B. Gift, Strahlung, Hitze, Kälte,... ▪ Alimentäre Faktoren ▪ Belebte bzw. vermehrungsfähige Krankheitserreger ▪ Störungen der Sauerstoffversorgung oder –verwertung ▪ Psychosoziale Schäden
- 14) Was kann man über Protozoa als Infektionserreger sagen? - Meist sehr schnelle Teilungsrate → Überschwemmung der Wirte - Bedeutsame Erkrankungen - Entwicklung von verschiedenen Strategien, um im Freien zu leben &/oder auf einen neuen Wirt übertragen zu werden
- 15) Nenne wichtige Parasitosen! - Amöbiasis (Amöbenruhr) - Coccidiose (Kokzidiostatika) - Malaria - Toxoplasmose
- 16) Was sind Helminthes? - = Würmer - Wichtige Parasiten, die durch Lebensmittel übertragen werden können ▪ Trichinose ▪ Bandwurmbefall (Taeniasis) ▪ Fuchsbandwurm, Hundebandwurm (Echinococcose) ▪ Spulwurmbefall (Ascaridiase)
- 17) Was sind Arthropoden? - Spinnentiere (Zecken, Krätze, Milben) - Insekten (Läuse, Flöhe, Mücken, Fliegen) - Arthropoden können Krankheiten direkt verursachen, haben aber zugleich große Bedeutung als (transmissive) Vektoren
- 18) Warum können Viren als Krankheitsursache dienen? - Pathogene Wirkung von Viren beruht auf zellschädigender Wirkung bei der Vermehrung in der Wirtszelle ▪ Zellzerstörende Prozesse ▪ Zelltransformierende Prozesse (onkogene Viren) ▪ Koexistenz von Virus & Zelle ohne erkennbare Zellschädigung bzw. nur mit partieller Zelldysfunktion
- 19) Nenne Beispiele für virale Erkrankungen! - Maul- und Klauenseuche (MKS) - Blauzungenkrankheit - Tollwut - Europäische Schweinepest - Influenza
- 20) Was kann man über Pilze sagen? - Eukaryonten - Einzellige Mikroorganismen - Von Zellmembran umschlossen - Kein Zellwand - Asexuelle Vermehrung (2 – oder 4- fach Teilung = Merogonie = Schizogonie*) - Einige Arten können sich auch sexuell fortpflanzen - * Schizogenie = Form der ungeschlechtlichen Fortpflanzung
- 21) Was sind Infektionskrankheiten? - Durch Erreger (biotische Faktoren) hervorgerufene Erkrankungen → Infektion ≠ Erkrankung
- 22) Was lösen obligat pathogene MO’s aus? - Primärinfektiöse Krankheiten, echte Infektionserkrankheiten, Organismus erkrankt
- 23) Was lösen fakultativ pathogene MO’s aus? - Lösen Erkrankungen nur aus, wenn besondere äußere & innere Umstände zusätzlich aud den Organismus einwirken - Sekundär-infektiöse Krankheiten = Faktorenkrankheiten („Opportunisten“)
- 24) Nennen Sie Symptome einer Entzündung! - Entzündung = gleichförmige Reaktion des Gefässbindegewebes auf schädliche Einflüsse (Noxen) - Rötung (Rubor) - Schwellung (Tumor) - Überwärmung (Calor) - Schmerz (Dolor) - Gestörte Funktion (Funtio laesa)
- 25) Was sind nicht-infektiöse Krankheiten? - Sind nicht durch Krankheitskeime verursacht - Sind nicht ansteckend - Machen das Tier anfälliger für infektiöse Krankheiten
- 26) Nenne Beispiele für nicht-infektiöse Krankheiten? - Ernährungsbedingte Krankheiten (Stoffwechsel- und Mangelerkrankungen) - Vergiftungen - Andere (z.B. Fremdkörper, Labmagenverlagerung, Fruchtbarkeitsstörungen)