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Psychologie (Subject) / Diagnostik (Lesson)

RUB SS 2014

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  • Kriterien zur sozialen Validität (Schuler, 2002) Information Partizipation/Kontrolle Transparenz Urteilskommunikation/Feedback
  • Persönlichkeitsentfaltungsverfahren: Vergleich zu objektiven Persönlichkeitstests (auch: projektive Verfahren) 1) Verzicht auf Selbstberichte2) aus Verhalten der Testperson in einer standardisierten Testsituation wird auf deren Persönlichkeitseigenschaften geschlossen3) Test ist für die Probanden weitgehend undurchschaubar -> man könnte projektive Verfahren zu den objektiven Persönlichkeitstests zuordnen Heben sich aber durch die Projektion eigener Eigenschaften in das mehr oder weniger diffuse Testmaterial ab
  • Persönlichkeitsentfaltungsverfahren: Beispiele - Baum Test (Koch, 1952) - Rorschachtest (Rorschach, 1921) - Familie in Tieren (Bem-Gräser, 1995)
  • Leistungstest: Definition Verfahren, die- nach Regeln der Testtheorie konstruiert werden- Stichprobe jener Verhaltensweise erheben, die zum Zielmerkmal gehören und es gleichsam operational definierenAntworten klassifizierbar in "richtig" oder "falsch"Test-Score = Summe der Punkte für richtige Antworten
  • Leistungstest: Allgemeine - Intelligenztests - Konzentrationstests - Gedächtnistests
  • Leistungstests: Konzentrationstests (Beispiele) d2-R: Aufmerksamkeits-Belastungs-Test KLT: Konzentrations-Leistungs-Test
  • Leistungstests: Intelligenztests (Beispiele) Army Alpha (erster Test zur Rekrutierung in der Armee, 1917) Wilde-Intelligenz-Test (WIT) bzw. auch WIT-2
  • Begriffliche Herleitung von Diagnostik Dia: durch, hindruch, zwischen, auseinander Gnosis: Erkenntnis also Diagnostik als Erkenntnisgewinnung zur Untersuchung zwischen Objekten
  • Arten von Diagnostik (Amelang & Schmidt-Atzert, 2006) Institutionell (ABO- und pädagogische Psychologie)- wiederkehrende Aufgaben wie Selektionsdiagnostik (Personenselektion, Bedinungsselektion) Individuell (Klinische Psychologie)- spezifische, häufig wechselnde Problemstellungen (Verhaltensmodifikation, Bedingungsmodifikation)
  • Unverzichtbare Voraussetzungen für psychologische Diagnostik - es existieren interindividuelle Unterschiede - es gibt Regelmäßigkeiten in den Beziehungen zwischen diagnostischen Indikatoren und Indikatoren für die Konsequenzen der diagnostischen Verhaltensweise ...
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  • Voraussetzungen bei Eignungsentscheidungen (Althoff, 1984) - Unterschiede in der Kompetenz zwischen Menschen - Einschätzungen dieser Unterschiede sind ausschlaggebend für Personalwahlentscheidungen - Personalauslese ist unausweichlich (würde auch ohne Psychologen stattfinden) - ohne diagnostische Verfahren werden die Personalentscheidungen undurchsichtiger und wesentlich subjektiver (Chefs wählen Mitarbeiter selbst)
  • Typische Fragestellungen in der Diagnostik Mangelverwaltung (Sozial akzeptierte Entscheidungskriterien)Optimale Treatmentauswahl (Welche Behandlung?)Rechtfertigung (Wie begründe ich meine Urteile/Vorurteile?)Funktionsanalyse (Wie kann ich individuelles Verhalten erklären?)Unsicherheitsreduktion (Wie erkenne ich meine Mitmenschen?)Selbsterkenntnis (Wer bin ich?)
  • Zielsetzung psychologischer Diagnostik Diagnostik erfüllt konkrete praktische Bedürfnisse, die interessengeleitet sind.
  • Selbsterkenntnis - Interesse "schon seit Menschengedenken" vorhanden - Heute viele Ratgeber, Illustrierten-"Tests", sinnvolle und sinnlose Psycho-Trainings sowie individuelle psychologische Beratung
  • Funktionsanalyse (Typische Fragestellung der Diagnostik) Man versucht Objekte, Steuerung und Verhalten in einen funktionalen Zusammenhang zu bringen. - Typisch für Technik und Medizin Beispiele:Rehabilitationsmaßnahmen, Therapievorbereitung
  • Unsicherheitsreduktion (Typische Fragestellung der Diagnostik) Um optimale Entscheidungen treffen zu können ist es notwendig die Unsicherheit zu reduzierenKörpermerkmale- Bewertung des Reifezustandes (bei Rekrutierung/Strafmündigkeit)- Ähnlichkeit mit Tieren (Aristoteles, etc.)Verhaltensmerkmale- Graphologie (Beurteilung anhand der Handschrift)- Ausdrucksbewegungen ("nonverbales Verhalten")
  • Rechtfertigung (Typische Fragestellung der Diagnostik) Behandlung von anderen Menschen, dass dies bei dem Handelnden selbst Unbehagen auslöst -> Rechtfertigung in Form einer Diagnose(Sollte man logischerweise äußerst kritisch sehen) "Krasses" Beispiel: Hexenverfolgung Andere: Unfaire Testverfahren
  • Mangelverwaltung (Typische Fragestellung der Diagnostik) Wenn bspw. Selektionsbedarf besteht. Beispiel: Zu viele Menschen wollen Psychologie oder Medizin studieren. Lösung: - nicht-diagnostische Prinzipien (Losverfahren, Reihenfolge, etc.) - Psychologische Verfahren mit einem relativ geringen Prognosewert sind meist besser -> Welche mögliche Prozedur hat die günstigsten Auswirkungen für die Gesellschaft?
  • Optimale Treatmentauswahl (Typische Fragestellung der Diagnostik) Nutzenmaximierung von Diagnostik:Menschen mit Problemen müssen behandelt werden. Auf Untersuchung basiert die Therapieauswahl.
  • Modelle der Struktur zwischen Indikator und Diagnose - Induktionsschluss (Wer jetzt etwas kann, kann es später auch nocht) - Analogieschluss (Wer viel gelernt hat, ist auch neuen Aufgaben gewachsen) - Zuordnung des individuellen Stellenwertes in ein Zusammenhangsmodell (Erfassung der Beziehungen zwischen Indikatoren und Kriterien) - Zuordnung von diskreten Ursache-Wirkungs-Modellen (Es gibt x Arten von Y-entzündungen)
  • Induktionsschluss (Modelle Indikator-Diagnose) Wer jetzt etwas gut kann, kann es später auch noch gut. Beispiele für solche Induktionsschlüsse: - Alle Formen von Probezeiten im Beruf - Meisterprüfung im Handwerk
  • Analogieschluss (Modelle Indikator-Diagnose) Schlussfolgerung von spezifischen Eigenschaften eines Menschen auf andere Kriterien. Beispiel: - Schulnoten als Grundlage für die Aufnahme von Bewerbern in Firmen - Geschichtlich: Aufnahme von englischen Kolonialbeamten für Mandarine im alten China (wichtig waren Kunst, Philosophie)
  • Individueller Wert im Zusammenhangsmodell (Modelle Indikator-Diagnose) Jeder Mensch hat unterschiedliche Parameterwerte. Durch detailierter Verrechnungsvorschriften ist es möglich Abschätzungen des Nutzenwertes zu treffen. (Gegenteil: Allgemeine Psychologie -> für alle Menschen gilt das gleiche Modell")
  • Zuordnung von diskreten Ursache-Wirkungsmodellen (Modelle Indikator-Diagnose) Verknüpfung von Objekt (Mensch) und dem Verhalten über ein Modell. Vor allem in medizinischer Diagnostik:- Krankheit als Verknüpfungsmodell Auch:- Begriffsbildung im Alltag ("Genie", "Verrückter", ...)- Psychologie ("Overachiever", "Neurotiker", ...)
  • Enzelentscheidungen bei Diagnostik (und allem anderen rationalen Handeln) - Nutzen (der Entscheidung)- Schaden (der Entscheidung)- Kosten (der Entscheidungsfindung/Diagnose)- Ertrag (der Entscheidungsfindung)
  • Anwendungsfeld: Auswahl von Führungskräften - Verfahren:Assessment-Center, Graphologie, Interviews, Intelligenztests, Persönlichkeitstests, Lebenslaufanalyse - Alternativen:Referenzen, Empfehlungen, Beziehungen
  • Anwendungsfeld: Fahreignungsdiagnostik - Verfahren:sensorische und motorische Funktionsprüfungen, Konzentrationstests, Intelligenztests, Interviews - Alternativen:Jeder, der erwischt wird, wird ausgeschlossen; nach x-mal durchfallen Abbruch;
  • Anwendungsfeld: Flugeignungsuntersuchungen - Verfahren:Simulationstechniken, sensorische und motorische Funktionsprüfungen, mechanische und technische Verständnistests, Intelligenztests, Leistungstests, Interviews - Alternativen:Arzt
  • Anwendungsfall: Berufswahlunterstützende Diagnostik (Arbeitsamt) - Verfahren:Allgemeine Intelligenztests, allgemeine und spezielle Leistungstests, bundesanstaltseigene Testbatterien, Interessentests, Interviews - Alternativen:Zeugnisse, Empfehlungen, Probezeit, Praktiker fragen
  • Anwendungsfall: Diagnostik im pädagogischen Bereich - Verfahren:IntelligenztestsEntwicklungstestsmotorische und sensorische TestsKonzentrations- und LeistungsprüfungenExplorationsgespräche - Alternativen:Arzt, Lehrerurteil, Aufnahmeprüfung
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  • Anwendungsfall: Diagnostik in psychiatrischen Kliniken - Verfahren:projektive TestsPersönlichkeitsfragebogensensorische und motorische FUnktionsprüfungenklinische TestsExplorationsgesprächeInterviewsAngstskalenVerhaltensbeobachtung - Alternativen"gesunder Menschenverstand", Arzt
  • Anwendungsfall: Eignungsdiagnostik der psych. Dienste der Berufsförderungswerke (Rehabilitations- und Behindertendiagnostik) - Verfahren:spezielle Testbatterien für Behinderte (TKJ, TGL, TBS)IntelligenztestsFeststellung des Lernfortschritts in der Anfangsphase der SchulungsmaßnahmeInterviews - Alternativen:ArztProbezeitSelbsteinschätzungnur Berufsberater