19

2 Konzepte über Entstehung, Verlauf psych Stör. (Subject) / 2.1 Epidemiologie (Lesson)

2.1.1 Begriffe und Methoden

This lesson was created by kristina83.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

Advertisement
  • Prävalenz Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Merkmal (z.B. eine Diagnose) in einer Population vorkommt   In den Industriestaaten wird derzeit z.B. pro 650 Geburten ein Kind mit Down-Syndorm geboren.
  • Punktprävalenz Prävalenz zu einem Stichtag oder im Augenblick
  • Periodenprävalenz untersucht wird ein Zeitraum (in der letzten Woche, in der Kindheit, im letzten Jahr)
  • Lebenszeitrisiko gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit man im Laufe seines Lebens an einer best. Störung erkrankt Bsw. beträgt das Lebenszeitrisiko für ein Melanom 1%, d.h. jeder 100s Mensch ist betroffen
  • Inzidenz Anteil von Neuerkrankten im Verhältnis zur Anzahl der Untersuchten, die während einer definierten Zeit registriert werden z.B. in einem Zeitraum von einem Jahr erleiden 76 von 2000 rauchenden Männern im Alter zwischen 60 und 80 Jahren einen Myokardinfarkt die Inzidenz des Infarkts für diese Personengruppe beträgt 76/ 2000=3,8%
  • Relatives Risiko Häufigkeit, mit der ein Ereignis (z.B. Lungenkrebs) bei Angehörigen einer Population mit einem bestimmten Merkmal auftritt (z.B. Raucher) dividiert durch die Ereignishäufigkeit bei nicht Merkmalsträgern (z.B. Nichtraucher) aus der Population
  • Attributales Risiko berechnet sich aus dem relativen Risiko und der Prävalenz des Risikofaktors in der Population gibt den Anteil der Erkrankung an, der mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Risikofaktor zurückgeführt werden könnte, wenn der Risikofaktor eliminiert werden würde so kann man z.B. Aussagen darüber machen, wie viele Todesfälle durch Herzinfarktv vermeidbar wären, wenn der Cholesterinspiegel in der Bevölkerung normalisiert werden könnte
  • Schutzfaktoren Epidemiologie erfasst auch Schutzfaktoren (z.B. Normalgewicht), die die Gefahr für Erkrankungen senken
  • Primär- und Sekundärdaten Primärdaten entsprechen den Rohdaten, die bei einer Datenerhebung unmittelbar registriert werden. Die daraus abgeleiteten Daten, wie statistisch ermittelte Werte und Daten aus Generalisierung, Klassifizierung oder Interpretation, sind Sekundärdaten.
  • Fallregister dokumentiert an zentraler Stelle kontinuierlich alle Kontakte von Pat. mit den verschiedensten medizinischen Diensten einer umschribenen Region relativ teuer, wirft Datenschutzprobleme auf Vorteil: Längsschnittcharakter
  • Advertisement
  • Feldstudien Untersuchungen erfolgen in der natürlichen Umgebung problematisch ist die geringe Kontrollierbarkeit der Situation
  • Soziodemografische Variablen Geschlecht Alter Personenstand Schicht
  • Geschlecht und deren Einfluss auf psych Störungen, Gründe bei Frauen z.B. häufiger Depressionen, Ess- und Angststörungen, dissoziative und posstraumatische Belastungsstörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen und funktionelle Störungen diagnostiziert häufiger Suizidversuche als bei Männern Männer: Artikulationsstörungen, aggressives oder asoziales Verhalten und Drogenkonsum, öfter Suizid Gründe für Unterschiedlichkeit: biologisch (genetische oder hormonelle), psychologisch (subj Rollenverpflichtungen) und psychozial (Erziehung oder soziale Unterstützung)
  • Punktprävalenz für psychische Störungen bei Kindern ca 17% ADHS 2-10% der Kinder oppositionelles Verhalten: 6-10% Angststörungen: 5-20% Depressionen: 2-20%
  • Jahresprävalenz für psych Störungen vor 18-65Jährigen 32% Angststörungen: 14,5% depressive Störungen: 11,5% somatoforme Störungen 11% in allen Altersgruppen etwa gleich verteilt
  • Prävalenz bei über 65Jährigen 25% Demenz: 75% dieser Fälle Delir: 50% (Menschen in Einrichtungen) schwere depressive Störungen: 2-5% paranoide Syndrome: 4% Alkoholabhängigkeit: 2 %
  • Personenstand und deren Einfluss auf psych Stör Stressfaktoren Tod des Ehepartners, eheliche Trennung und Ehescheidung von allen kritischen Lebensereignissen am belastendsten erlebt allein Erziehende, v.a. Mütter, leiden gehäuft unter psychischen und physischen Störungen verheiratete zu sein, stärkt dagegen die Gesundheit: scheint für Männer etwas mehr zu gelten als für Frauen
  • Schicht und deren Einfluss auf psych Stör je niedriger die soziale Schicht, umso häufiger psych Stör v.a. Psychosen finden sich in den unteren Sozialschichten je höher die Schicht, umso größer die Wahrscheinlichkeit psychotherapeutisch behandelt zu werden niedrigere Schichten bekommen eher somatische Behandlung, institutionelle Verwahrung oder gar keine Behandlung
  • Drift-Hypothese Die Social-Drift-Theorie postuliert einen sozialen Abstieg der Erkrankten als Folge der Erkrankung.