98
Kognition/ Sensorik und kognitive Psychologie (Subject) / Seminar sprache Gegenstandsbereich Sprache (Lesson)
Sprache als Artspecifiku,
Sprachspezifisches Wissen
Sprachpsychologie
This lesson was created by naldi.
This lesson is not released for learning.
Advertisement
- Kritik an der Holzwegtheorie: War zwar als universelles Modell für menschliche Sprachverarbeitung geplant,bei Sprachen mit komplexen Strukturen versagte das minimal-attachment. bei Relativsatzambiguitäten z.B. in deutsch, niederländisch, französisch etc. konnte late-closure nicht nachgewiesen werden. Construaltheorie: Revision der Holzwegtheorie von Frazier und Clifton (1996)
- Prosodische Einheiten: Trennung von Satzteilen in bedeutungstragende Einheiten z.B. durch: Kurze Sprechpausen, Wechsel der Tonhöhe, Kommata, eigenständige Unterteilung in ausgewogene Einheiten, etc. Verändern Anbindungsambiguitäten Erleichtern das Hör- und Leseverständnis
- Kontext: Referentieller Schluss → Auswirkung des Kontextes auf das Satzverständnis Ein starker visueller Kontext kann zu einem referentiellen Schluss führen. Filtert Syntaxanalysen aus
- Episodisches Gedächtnis: dort sind bestimmte Ereignisse und Zeitabschnitte gespeichert (z.B. Reise nach Paris)
- Semantisches Gedächtnis: dort ist unser generelles Faktenwissen gespeichert (z.B. Paris = Hauptstadt von Frankreich)
- mentales Lexikon = (geistiges) Wörterbuch
- Enzyklopädie = Die Gesamtheit unseres semantischen Wissens
- Tulving 1972: Zwei Arten von GEdächtnissen Episodisches Gedächtnis und Semantisches Gedächtnis: Diese beiden Gedächtnissysteme sind eng miteinander verknüpft.Inwieweit sich aber unsere Gedankengänge dort integrieren ist (bisher) noch nicht klar.
- Kategorien Bildung Die Bildung von Kategorien ermöglicht es uns, Dinge in Gruppen zusammen zu fassen, so dass sämtliche Beispiele derselben Kategorie etwas gemeinsam haben. So haben alle Wörter ein zugrunde liegendes Konzept, aber nicht alle Konzepte sind durch ein bestimmtes Wort gekennzeichnet.
- Rosch 1978 Es ist nicht beliebig wie wir die Welt kategorisieren, dies ist durch zwei wichtige Merkmale unseres kognitiven Systems festgelegt: Wahrnehmung Kognitive Wirtschaftlichkeit
- Advertisement
- Rosch 1978; Wahrnehmung Wahrnehmungsmerkmale sind miteinander verknüpft, weil sie Objekten eine Form verleihen und weil sie sich Funktionen teilen. - Bsp: Wir können alle Farben benennen, nehmen sie aber unterschiedlich wahr.
- Rosch 1978; kognitive Wirtschaftlichkeit. Unser semantisches Gedächtnis vermeidet übermäßige Wiederholungen. --> Zwischen dieser Wirtschaftlichkeit und dem letztendlichen Informationswert geht allerdings immer etwas verloren Bsp: Hätten wir nur die Kategorien: -Tier, -Pflanze und –alles Übrige, so wäre das zwar sehr ökonomisch aber wenig informativ. (je wirtschaftlicher das Gedächtnissystem, desto weniger Informationen werden gebildet und wir brächten mehr Zeit um bereits gespeicherte Informationen abzurufen.)
- Kategorien bilden Aus zwei Kategorien kann auch eine neue gebildet werden.Bsp: Aus den beiden Kategorien -Geist- und –unsichtbar- kann auch eine dritte, - unsichtbarer Geist- gebildet werden.- Was unterscheidet Elemente der einen Kategorie von denen einer anderen?- Wie muss man die Rangfolge einer Kategorie erfassen?Die Basis Ebene der Kategorie -Hund- hat sowohl eine große Anzahl übergeordneter Ebenen (z.B. Säugetier, Tier, Lebendes Ding) als auch untergeordneter (z.B. Terrier, Rottweiler, etc.)
- Möglichkeiten, wie Wörter miteinander in Beziehung stehen. (Beispiele) Manche Wörter leiten weiter zu Begriffen, die man mit ihnen assoziiert: (Hund, Leine) Manche meinen genau das Gegenteil:(heiß, kalt) Es gibt auch die Möglichkeit, Begriffe zu definieren: (unverheirateter Mann, Junggeselle) Außerdem können Wörter in ihrer Bedeutung verwandt sein ohne miteinander verbunden zu sein: (Jacht, Schiff)
- Lund, Burgess und Atchley 1995 Wörter mit ähnlicher Bedeutung sich in einem Satz austauschbar (z.B. Bett u. Tisch).Es ist nicht immer plausibel, allerdings ergibt es einen SinnBsp:-Das Kind schläft auf dem Bett-Das Kind schläft auf dem TischAußerdem gibt es Wörter die miteinander in Beziehung stehen aber nicht austauschbar sind (z.B. Wiege u. Baby)Bsp:-Das Kind schläft in der Wiege-Das Kind schläft in dem BabyDie Semantik ist also die Schnittstelle zwischen Sprache und dem Rest der Wahrnehmung und Erkenntnis.
- Jackendoff 1983; Bedingungen Grammatikalische Bedingung Kognitive Bedingung
- Grammatikalische Bedingung: Es geht darum, dass Syntax (Satzlehre) und Semantik (Wortbedeutung)in eine sinnvolle Beziehung miteinander gesetzt werden.
- Kognitive Bedingung: Schnittstelle zwischen der Semantik und anderen psychologischen Darstellungen. Es gibt eine Ebene der Darstellung, wo sprachliche-, motorische-, und sensorische Informationen miteinander kompatibel sind.
- Klassischer Zugang zur Semantik Unterscheidung zwischen Benennung/(Bedeutung) und Assoziation: - Die Benennung/(Bedeutung) eines Wortes ist der Kern (z.B. Hund) bei jedem gleich! - Die Assoziation zu dem Wort Hund könnte sein: nett, beängstigend, übelriechend bei jedem unterschiedlich! Bei gegenständlichen Begriffen wie z.B. Hund sind wir uns alle einig über die Bedeutung.
- Referential Theorie Die Referential Theorie besagt, dass die Unterscheidung zwischen Bedeutung und Assoziation bei abstrakten Begriffen wie Gerechtigkeit eher schwammig ist.Außerdem gibt es Abgrenzungen zwischen einem Wort und den Dingen auf die es sich bezieht.Bsp:-Abendstern - Hesperus-Morgenstern - PhosphorusBeide beziehen sich auf ein und denselben Planeten, die Venus.Intension = Sinn/Bedeutung z.B. Abendstern und MorgensternExtension = worauf sich das Wort bezieht, also die Venus
- Semantische Netzwerke Wortbedeutungen können immer nur im richtigen Kontext erschlossen werden.Behaviouristen glaubten, dass sich die Benennung/Bedeutung von der Assoziation ableitet. Bsp: Hund erlangt erst durch bellen Bedeutung, ansonsten könnte es auch eine Ziege etc. sein. Problem: In einem assoziativen Netzwerk gibt es keine Struktur, keine Beziehung zwischen Wörtern, keine Rangfolge von Informationen und keine kognitive Ökonomie. Lösung: Das semantische Netzwerk! Dieses kann die zusätzlichen Aspekte der Bedeutung vollständig erfassen und miteinander verknüpfen.
- Assoziationen erfassen alle Bedeutungsaspekte keine hierarchische Anordnung d. Informationen, welche durch die Assoziationen gewonnen wurden lose Anordnung v. Informationen; ohne Strukturierung keine Darstellung v.Beziehung zw. den Assoziationen
- Bedeutung ist die Summe aller Assoziationen zu einem Wort gibt an wie ein Wort in ein Netzwerk aus anderen Bedeutungen eingebettet ist
- Dekompositionstheorie = Theorien, welche semantische Eig. gebrauchen Wörter sind in Bausteine zerlegbar, diese lassen sich kategorisieren u. einordnen zu bestimmten Merkmalen die Bedeutungseinheiten/ Bausteine werden als semantische Eig. bezeichnet es sind hierarchische Anordnungen innerhalb möglich Nachteil: hauptsächlich anwendbar in einfacheren Bereichen wo die Beziehungen zw. den Bedeutungen klar sind Beispiel: Mensch – männlich od. weiblich männlich – jünger od. älter weiblich – jünger od. älter etc.
- Semantische Primitive = Grundbausteine kleinste Bedeutungseinheiten, es gibt nichts dem untergeordnetes
- Semantische Primitive bei Schank Bedeutung eines Satzes definiert sich über die Abhängigkeiten zw. den semantischen Primitiven
- Semantische Primitive bei Wilks Reduzierung d. Wortbedeutung auf 80 Primitive
- Semantische Primitive bei Wierzbicka semantische Primitive besitzen universelle Merkmale
- Prototypentheorie beinhaltet die Sortierung v. Begriffen zu Kategorien Prototyp= d. beste Vertreter einer Kategorie = steht im Zentrum einer Kategorie = Maßstab f. die Kategorisierung Kategorie – innerhalb dieser erfolgt eine prototypische Abstufung d.h. Mitglieder d. Kategorie haben unterschiedlichen Status Mitglieder – haben Familienähnlichkeit
- Prototypentheorie (Vogel Beispiel) Kategorie VOGEL Familienähnlichkeit – typische Merkmale: kann fliegen, hat Flügel, Federn . . . Grenzen zw. Kategorien sind unscharfWas ist mit Heißluftballons, Flugzeugen etc.?Können auch fliegen, sind aber keine Vögel weniger typischer Merkmale: Tierfüße, . . . Prototypen/ Familienähnlichkeit ist global bestimmttypischer Prototyp f. einen Vogel in Neuseeland: Kiwi in Deutschland: Rotkelchen
- Advertisement
- Instanzen-/ Mustertheorie es existieren Konzepte/ Muster diese repräsentieren sich über bereits vorher dagewesene Beispiele d.h. wir vergleichen immer mit anderen Beispielen wir nähern uns folglich immer mehr an die Instanzen an dies ist aber abhängig v. d. Anz. d. gespeicherten Muster u. deren Qualität Vorteil – großer informativer ReichtumNachteil – gewisse Ähnlichkeit zw. Prototypen- u. Instanzentheorie Beispiel:Als erstes sehen wir einen normal aussehenden Hund d. bellt.Danach nehmen wir einen seltsam aussehenden Hund wahr, d. nicht bellt.Nun sehen wir noch einen Hund, d. auch seltsam aussieht, wir werden aber nicht automatisch schlussfolgern dass dieser auch nicht bellt, wie das Muster vorher.
- Instanzen-/ Mustertheorie (Beispiel Hund) Beispiel:Als erstes sehen wir einen normal aussehenden Hund d. bellt.Danach nehmen wir einen seltsam aussehenden Hund wahr, d. nicht bellt.Nun sehen wir noch einen Hund, d. auch seltsam aussieht, wir werden aber nicht automatisch schlussfolgern dass dieser auch nicht bellt, wie das Muster vorher.
- Instanzen-/ Mustertheorie (Beispiel Hund) Beispiel:Als erstes sehen wir einen normal aussehenden Hund d. bellt.Danach nehmen wir einen seltsam aussehenden Hund wahr, d. nicht bellt.Nun sehen wir noch einen Hund, d. auch seltsam aussieht, wir werden aber nicht automatisch schlussfolgern dass dieser auch nicht bellt, wie das Muster vorher.
- Pragmatik (fragestellung) welche Rückschlüsse werden anhand des Gesagten gezogen; welche Zusatzinformationen (zur Aussage) gibt es? wie wird die Konversation aufrecht erhalten?
- Satzebenen bzw. Aussageebenen locutionäre Ebene: literarische BEdeutung der Wörter illukutionäre Ebene: Was will der Sprecher ausdrücken? Perlikutionäre Ebene: Welche Effekte hat der Satz schliesslich auf den Hörer?
- Sprechakt Sprechakte sind im Rahmen dessen zu betrachten, was sie erreichen sollen, und was sie schliesslich beim Höhere auslösen. 5 Kategorien nach Searle
- 5 Kategorien der Sprechakte nach Searle Direktiv: Man will den Zuhörer dazu bringen, etwas zu tun. Kommisiv: Man bringt selber mit zukünftig stattfinden Ereignissen in Verbindung. Expressiv: Der Sprecher offenbart eigene Gedanken, Gemütszustände,... Deklarativ: Durch eine Aussage wird ein neuer Zustand definiert. Repräsentativ: Man bringt eine Annahme zum Ausdruck.
- Direkte Sprechakte Die Intention des Sprechers lässt sich direkt aus der Bedeutung des gesagten Wortes ableiten.
- Indirekte Sprechakte Verlangt das Aufschlüsse der Aussage seitens des Hörers. (Je indirekter gesprochen wird, desto höflicher ist die Aussage meist formuliert)
- Konversationsmaxime: Sprecher und Hörer arbeiten zusammen, um eine möglichst angenehme, sinnvolle und zielführende Konversation zu führen. Dies ist die Vorraussetzung dafür, dass man sich an sogenannte Konversationsmaxime hält. 4 Maxime nach Grice
- 4 Konversationsmaime nach Grice: Maxime der Quantität: Die Aussage sollte so prägnant wie möglich formuliert werden, ohne unnütze Informationen einzubauen. Maxime der Qualität: Es sollten nur wahre Aussagen getätigt werden Maxime der Relevanz: Es sollten nur Aussagen getätigt werden, die dem Ziel der Konversation zugutekommen. Maxime der Art und Weise: Die Aussage sollte grammatikalisch und inhaltlich einwandfrei sein. Das Verständnis der Aussage muss gewährleisted sein.
- Konversative Implikatur Eine Form des Schlüsse Ziehens in Konversationen, die von den 4 Maximen von Grice abweichen. Sinn und Relevanz der Aussage( des Sprechers) wird bewahrt.
- Diskursanalyse sehr theoretisch versucht allgemeine Regeln herzuleiten (allgemein geltend)
- Konversationsanalyse sehr viel empirischer (als die Diskursanalyse) Untersuchung der Sprache (wie sie tatsächlich vorkommt)
- "Turn-talking" Jeder Zug, in dem gesprochen wird, ist unterschiedlich lang und kann mehrere Ideen/Aussagen enthalten "back-channel-communication" wird verwendet (Wörter wie "hm", "ja" oder "aha", um Rückmeldung zu geben) Es gibt sogenannte angrenzende Paare, die für einen Sprecherwechsel sorgen ( Frage-Andwort, Begrüssung-Begrüssung, Angebot-Annahme/Ablehnung)
- Audience design Anpassung des Aussage an die Situation, das Alter und das Verständnis des Gegenübers Möglichst zielführende Konversation führen
- Linguistische und nichtlinguistische Mehrdeutigkeit Linguistisch: Ein Wort hat mehrere literarische Bedeutungen. (zB. Flügel, Blatt, Kiefer) Nicht linguistisch: Im Blickfeld befinden sich mehrere Objekte gleicher Art, die sich nur durch wenige Merkmale voneinander unterscheiden, aber trotzdem durch dasselbe Wort beschreiben lassen (z.B. roter und blauer Stuhl).
- Woran muss man sich beim Turn talking hallten? Blickkontakt aufnehmen Gestikulation Sprechpause