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Klausur Kiper (Subject) / Schule als Institution (Lesson)
schultheorie
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- • Welche Funktionen haben Institutionen für die Gesellschaft? Institutionen werden von der Gesellschaft eingerichtet zur • dauerhaften Bewältigung von Kernaufgaben (hier: Vermittlung von Lesen, Schreiben, Rechnen, wissenschaftliche Perspektiven auf die Welt, Berufspropädeutik, Wissenschaftspropädeutik), • Zielerreichung mittels bestimmter Technologien • Verstetigung dieser Aufgabenbearbeitung (Einführung eines verantwortlichen Berufsstandes mit Zugangsregeln) • Problembewältigung durch die Arbeit von Professionellen
- • Was versteht Hans Merkens unter der >regulativennormativen< und der >kulturellen< Säule des Schulsystems? nter regulativen Institutionen versteht man im Kern Gesetze und explizit vorgegebene Regeln. Es werden die begrenzenden und regulierenden Aspekte von Institutionen im Hinblick auf das Handeln thematisiert. Diese Institutionen erlangen ihre handlungsgenerierende Kraft über den Mechanismus von Zwang und Macht. Kontrolle und Sanktionen im Falle des Nichtbefolgens bzw. Belohnungen bei Befolgen der Regularien stehen im Fokus der regulativen Konzeption von Institutionen. Hier stellen Institutionen das Ergebnis absichtsvollen Handelns dar. Der Archetyp dieser Institutionalisierungsform ist die Gesetzesverabschiedung · Bezüglich der normativen Dimension bezieht man sich auf Normen und Werte. Diese Säule beschreibt die bewertenden und verpflichtenden Dimensionen von Institutionen. Normen geben vor, wie Aufgaben erledigt werden sollen und definieren legitime Mittel zur Erreichung von Zielen. Normative Systeme bestimmen Ziele und zeigen angemessene Wege zur Erreichung dieser auf. · Mit der kulturell-kognitiven Säule sind Elemente von Institutionen angesprochen, welche die Art und Weise der Wahrnehmung der Wirklichkeit prägen und durch welche die Wirklichkeit sinnhaft erschlossen wird. Institutionen bestehen aufgrund von Typisierungen und Skripten, weil Routinen wie selbstverständlich und alternative Verhaltensweisen unvorstellbar erscheinen. Im Mittelpunkt stehen generell kognitive Schemata, Kategorisierungen und Typisierungen. Es geht um unhinterfragte und selbstverständliche Annahmen, im Sinne von Konzeptionen der Wirklichkeit.
- • Was ist eine Organisation? Eine Organisation lässt sich als Strukturierung von Systemen zur Erfüllung von Daueraufgaben bezeichnen (Groschkla 1983, 13, zitiert nach Vahs 1997, 8)) · Organisationen sind „soziale Gebilde, die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden sollen“ (Kieser & Kubicek 1992, 4, zitiert nach Vahs 1997, 8)) · Organisationen sind zielgerichtet. Ziele sind Aussagen über erwünschte Zustände (Ziele für die Organisation; Ziele der Organisation). · Organisationen sind soziale Systeme. „Unter einem System ist grundsätzlich eine gegenüber der Umwelt abgegrenzte Gesamtheit von Subsystemen und Elementen zu verstehen, die miteinander in Beziehung stehen (d.h. eine Struktur aufweisen) und sich gegenseitig beeinflussen). · Organisationen weisen eine formale Struktur auf. „Organisationsstrukturen sind ein Instrument zur Steuerung des Verhaltens und der Leistung der Organisationsmitglieder im Hinblick auf die Organisationsziele“ (Vahs 1997, 11)
- • Nennen Sie einige Organisationstheorien und erläutern Sie, wie diese die Organisation erklären. z.B. systemorientierte Ansätze, soziotechnischer Ansatz oder Bürokratieansatz von Max Weber · Soziotechnischer Ansatz: „Als soziotechnische Systeme werden komplexe Arbeitssysteme bezeichnet, in welchen einerseits technisch-technologische (…), andrerseits soziale (d.h. Menschen und Arbeitsgruppen sowie informelle Strukturen) Teilsysteme bei der Erfüllung einer Aufgabe zusammenwirken. Merkmale der Arbeitstätigkeit in soziotechnischen Systemen: · Gestaltungs- und Handlungsspielräume für flexibles und autonomes Handeln · Selbstregulation zum Auffangen und Puffern der Schwankungen und · Störungen im System und zur Bewältigung der Belastungen und Beanspruchungen · Systemorientierte Ansätze: „Die systemorientierten Ansätze begreifen Organisationen als zweckorientierte, offene, dynamische, soziotechnische Systeme, die mit ihrer Umwelt (oder: dem Übersystem) in materiellen, sozialen und kulturellen Wechselbeziehungen stehen und über die Fähigkeit zur Selbstorganisation verfügen. Dabei entwickeln sie bestimmte Verhaltensregeln oder passen vorhandene Regeln den veränderten Bedingungen an, ohne dass diese bewusst aufgestellt oder in Kraft gesetzt worden sein müssen“ (Vahs 1997, 33) · Bürokratie-Ansatz von Max Weber: Strukturmerkmale einer spezifisch modernen Form von Verwaltung · Bürokratiemodell als leistungsfähige Organisationsform, gekennzeichnet durch · Arbeitsteilung und Befehlsgewalt (mit sachlich abgegrenztem Aufgabenbereich und der zur Aufgabenerfüllung erforderlichen Entscheidungs-, Weisungs- und Leitungsbefugnisse: Befehlsgewalt), Zuordnung generell und personenunabhängig (>Amtsträger<), · Amtshierarchie (streng hierarchischer Instanzenweg mit Befehlsweg von oben nach unten und geregeltem Appellationsweg für Beschwerden von unten nach oben) · Regelgebundenheit der Amtsführung (nach technischen Regeln und Normen mit Blick auf Leistungen, Kompetenzen, Verfahren, Dienstweg) · Aktenmäßigkeit der Verwaltung (Dokumentation der Vorgänge in schriftlicher Form zur Kontrolle der Maßnahmen und Kontinuität bei Wechsel des Amtsinhabers)
- • Inwiefern weist die Schule Merkmale einer bürokratischen Organisation auf? Arbeitsteilige Funktionsgliederung , die Lern-, Lehr-, Beratungs- und Verwaltungsaufgaben den Inhabern spezifischer Positionen zuweist; · Lehr- und Verwaltungsrollen mit Amtscharakter, mit formalisierter Rekrutierung auf der Basis von Kompetenz und Bewährung, gesetzlich geregelten Anstellungsverhältnissen, mit funktional spezifischer Leistungserwartung und universalistisch orientiertem, prinzipiell affektiv neutralem Umgang mit den Adressaten der Leistung · Hierarchische Ordnung der Ämter, mit der eine Autoritätsstruktur auf der Basis gesetzlich definierter und begrenzter Amtsvollmacht, ein formeller Entscheidungsmodus und vorgezeichnete Kommunikationslinien (Dienstweg), Weisungsbefugnisse und Mitzeichnungen verbunden sind und · Regelhaftigkeit der Handlungsvollzüge, die durch spezifizierte Ziel- und Durchführungsbestimmungen dienstlicher Maßnahmen der willkürlichen Amtsausübung Grenzen setzen (Ulber 2006, 37 f)
- • Inwiefern kann die Schule als >loosely-coupled-system< verstanden werden? Erziehungssysteme können als „Loosely-coupled-Systems (Weick (1976) beschrieben werden. Elemente beeinflussen sich plötzlich (statt kontinuierlich), gelegentlich (statt regelmäßig), geringfügig (statt bedeutsam), indirekt (statt direkt) und langfristig (statt sofort). • Organisationen reagieren nicht als geschlossene Einheit auf Änderungen der Umwelt (Teile beharren, andere Teile verändern sich). • Sie unterstützen aufgrund der hohen internen Unterschiedlichkeit Veränderungen und neue Lösungen. • Gefördert wird eine lokale Anpassung. • Zentrale Steuerung ist weitgehend unmöglich. • Fehlschläge wirken sich nicht auf alle Organisationseinheiten aus.
- • Was erklären verhaltensorientierte Organisationstheorien? Verhaltensorientierter Ansatz: „Der Human Relations-Ansatz und die neueren motivationstheoretisch orientierten Ansätze stellen das menschliche Verhalten und die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Nicht die formale Organisation durch ein umfassendes System ordnender Regelungen, (…), sondern die informale Organisation und informale Gruppen bilden den Untersuchungsgegenstand. Zugrunde liege das Menschenbild des >social man<, der neben den geregelten Beziehungen zu anderen Organisationsmitgliedern auch informale Verbindungen unterhält“ (Vahs 1997, 27). Informale Verbindungen (resultierend z.B. aus gleichen Interessen, Einstellungen, sozialen Merkmalen) Ergänzung, Überlagerung oder Ersatz der formalen Regelungen durch informale Verbindungen und Beziehungen, Berücksichtigung von formalen und informalen Strukturen, Positive Einstellungen gegenüber der Arbeit und dem sozialen Umfeld führen zu hoher Arbeitszufriedenheit und hoher Arbeitsleistung (daher: Arbeitsklima, Geringhalten der Anzahl von Konflikten durch soziale Kompetenz der Führungskraft). o Mögliche Konfliktsituationen § Uneinheitlichkeit innerhalb der Kollegen § Beharrungsvermögen einzelner Lehrkräfte bei Veränderungen § Heterogenität der Lehrerschaft § Hohes Ausmaß an Selbstbestimmung daher hohe Arbeitszufriedenheit
- • Was versteht Vahs unter Aufgabenanalyse und Arbeitsanalyse? „Die Aufgabenanalyse umfasst das systematische Zerlegen der Gesamtaufgabe in ihre Teilaufgaben. Diese Teilaufgaben lassen sich in weitere Teilaufgaben zerlegen (…) (Teilaufgabenhierarchie) (…)) (Vahs 1997, 40) „Die Arbeitsanalyse ist eine Fortführung der Aufgabenanalyse unter besonderer Betonung der für die Aufgabenerfüllung erforderlichen Arbeitsschritte. Sie ist deshalb erforderlich, weil aus den in der Aufgabenanalyse gewonnenen Teilaufgaben nicht ersichtlich ist, wie sie räumlich, zeitlich oder personal zusammenhängen. Der Übergang von der Aufgaben- zur Arbeitsanalyse (…) ist prinzipiell immer da zu sehen, wo die Frage nach dem Aufgabeninhalt (Was?) in die Frage nach der Aufgabenerfüllung (wie?) übergeht“ (Vahs 1997, 44).
- • Was versteht man unter der Aufbauorganisation von Schule? „Die Aufbauorganisation gliedert ein Unternehmen in Teileinheiten (Stellenbildung), ordnet ihnen Aufgaben und Kompetenzen zu und ermöglicht die Koordination der verschiedenen Organisationseinheiten.
- • Welche Aufgaben hat die Schulleitung mit Blick auf die Sicherung des Bestands einer Schule und mit Blick auf ihre Weiterentwicklung? Dimensionierung von Aufgaben Vorgehensweise Information Sammeln und Zugänglichmachen aller (relevanten) Informationen Beratung Beratung der Verteilung der Aufgaben; Festlegungen im Konsens Entscheidung Gemeinsames Treffen von Entscheidungen oder Information über Entscheidungen Ausführung Wer setzt bis wann welche Entscheidungen mit welchen Ressourcen um; schriftliche Festlegung; Überprüfung im Prozess (Monitoring) und am Ende des Prozesses Evaluation und Rückmeldung Überprüfung der Aufgaben- und Problembewältigung; Rückmeldung an die Beteiligten und ggf. an die gesamte Schule
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- • Unterscheiden Sie die drei Führungsaufgaben „Führung“, „Management“, „Moderation“. In welchen Situationen und bei welchen Herausforderungen ist jeweils welches Handeln erforderlich? Führung Management Moderation Zielklärung Dienststellenleitung Projektplanung und -durchführung Systementwicklung Budgetmanagement Konsens-management Personal entwicklung Qualitäts-management Konfliktbearbeitung Evaluation Gesundheits-management Kooperation anbahnen; Teamentwicklung
- • Wo sind Lehrer/innen in der Organisation Schule zu Koordination, Kooperation und Abstimmung ihrer Arbeit herausgefordert? Lehrerhandeln im Unterricht · Leistungsanforderungen und Leistungsbewertung · Außerunterrichtliche Schülerbetreuung · Kooperation mit Schulen, Betrieben und anderen Partnern · Qualitätsentwicklung · Unterrichtsorganisation · Arbeitsbedingungen · Personalentwicklung · Weiterentwicklung beruflicher Kompetenzen · Lehrerkooperation