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Entwicklungspsychologie (Subject) / Grundbegriffe (Lesson)

Die Definition von Entwicklung und des Gegenstands der Entwicklungspsychologie kennen. Die Aufgaben der Entwicklungspsychologie sowie unterschiedlicher Zeitstrecken, auf die sich Entwicklung beziehen kann, differenzieren können. Alter und Entwicklungsstand unterscheiden können. Bereichsabhängigkeit von Entwicklungsverläufen und Differenzierung zwischen quantitativen und qualitativen Entwicklungsveränderungen verstehen. Beiträge von Anlage und Umwelt zur Entwicklung kennen.

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  • Wie lässt sich der Begriff Entwicklung definieren? Entwicklung bezieht sich auf relativ überdauernde intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens über die Zeit hinweg. Dies bedeutet, dass es um Veränderungen innerhalb eines Individuums über die Zeit hinweg geht (z. B. die Veränderung der intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen im Laufe seiner Kindheit). Zusätzlich ist zu postulieren, dass die einzelnen Entwicklungsschritte aufeinander bezogen sein müssen. Eine Definition dient der Abgrenzung und es stellt sich daher die Frage, welche intraindividuellen Veränderungen demnach nicht als Entwicklung gelten Nicht als Entwicklung gelten beispielsweise kurzfristige Befindlichkeitsänderungen oder Veränderungen durch abrupt eintretende äußere Ereignisse.
  • Welche Aufgaben der Entwicklungspsychologie lassen sich unterscheiden? Zu den stärker grundlagenorientierten Aufgaben der Entwicklungspsychologie gehören zum einen die Beschreibung von Entwicklungsphänomen und zum anderen ihre Erklärung (Suche nach den Ursachen bzw. Bedingungen für das Zustandekommen einer Entwicklung). Zu den stärker anwendungsorientierten Aufgaben der Entwicklungspsychologie gehören die Diagnose des aktuellen Entwicklungsstands, die Prognose des künftigen Entwicklungsstands sowie die Suche nach Möglichkeiten zu einer gezielten Beeinflussung des Entwicklungsgeschehens. Mit der Bestimmung des aktuellen Entwicklungstandes befasst sich die Entwicklungsdiagnostik . Bei der Entwicklungsdiagnostik geht es im Wesentlichen darum, den Entwicklungsstand eines Kindes in Relation zu einer Bezugsgruppe festzustellen. Aus der Diagnose des aktuellen Entwicklungsstands lässt sich der künftige Entwicklungsstand prognostizieren, wenn eine Merkmalsstabilität gegeben ist. Mit der Suche nach Interventionsmöglichkeiten kann die Entwicklungspsychologie dazu beitragen, Entwicklungsergebnisse zu optimieren.    
  • Auf welche Zeitstrecken lässt sich der Begriff der Entwicklung beziehen? Der Entwicklungsbegriff kann sich auf unterschiedliche Zeitstrecken wie beispielsweise die Phylogenese , die Anthropogenese oder die Ontogenese beziehen (Trautner, 1992), wobei die Entwicklungspsychologie sich in erster Linie mit der Ontogenese befasst. Die Kenntnis der Phylogenese bzw. der Anthropogenese kann für die Entwicklungspsychologie bedeutsam sein, da manche Erlebens- und Verhaltensweisen des Menschen erst verständlich werden, wenn man ihre Wurzeln kennt. So lässt sich die Bedeutung mancher Reflexe , die man auch heute noch bei Säuglingen findet, nur dann verstehen, wenn man ihre phylogenetische Funktion berücksichtigt Aus der Tatsache, dass die Ontogenese von der Konzeption bis zum Tod reicht, folgt für die Entwicklungspsychologie, dass auch sie sich mit der Entwicklung im gesamten Lebenslauf befasst. Entwicklungsveränderungen finden nicht nur im Kindes- und Jugendalter, sondern auch im Erwachsenenalter statt  
  • Warum bezog sich die Entwicklungspsychologie traditionell besonders stark auf das Kindes- und Jugendalter? Dennoch fokussiert die entwicklungspsychologische Forschung traditionell vor allem auf das Kindes- und Jugendalter. Die wichtigsten Gründe mögen dabei darin zu suchen sein, dass die Entwicklung in diesen Altersabschnitten besonders schnell vonstattengeht und dass viele Entwicklungsphänomene von Anfang an verfolgt werden können (Trautner, 1992). Dies lässt sich am Beispiel der Sprachentwicklung leicht verdeutlichen: Die Sprachentwicklung beginnt im Säuglingsalter und lässt sich teilweise sogar bis in vorgeburtliche Zeiträume zurückverfolgen. In jedem Fall kann man sie vom Beginn an untersuchen. Die Fortschritte, die Kinder dabei erzielen, sind gerade am Anfang der Entwicklung rapide. Die Entwicklungsprozesse lassen sich dadurch leichter identifizieren.
  • Welche Voraussetzung sollte vorliegen, damit eine Orientierung am Lebensalter bei der Beschreibung von Entwicklungsverläufen sinnvoll ist? Vielfach wird Entwicklung in Abhängigkeit vom Alter betrachtet. So könnte beispielsweise der Sprachentwicklungsstand von 3-jährigen Kindern mit dem von 4-jährigen Kindern verglichen werden, und man könnte dadurch feststellen, wo die Unterschiede zwischen diesen beiden Altersgruppen liegen. Eine Orientierung am Lebensalter ist jedoch nur so lange sinnvoll, wie bei einem Entwicklungsmerkmal die Varianz zwischen den Altersgruppen größer ist als die Varianz innerhalb der Altersgruppen. Häufig lassen sich homogenere Gruppen bilden, wenn nicht das Lebensalter, sondern derEntwicklungsstand als Kriterium zur Gruppenbildung genutzt wird.
  • Welche Hinweise lassen sich als Indiz dafür nutzen, dass es auch in der Humanentwicklung qualitative Entwicklungsveränderungen geben könnte? Es gibt Hinweise darauf, dass es auch im Humanbereich qualitativ unterschiedliche Entwicklungsstadien gibt. Als mögliches Beispiel ist der Übergang von einem vorsprachlichen zum sprachlich-symbolischen Denken zu nennen.
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