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Modul 1 - 03435 Kulturelle Vielfalt (Subject) / Kapitel 3 – Gender (Lesson)
Kapitel 3 – Gender
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- Begriffsdefinition -Im Deutschen Geschlecht oder Gender - Im Englischen sex und gender, sex = biologische Geschlecht, gender = soziokulturelle Dimension - Nach Oakley (1972) unterteilt in: biologisch → männlich/weiblich , sozial → maskulin/feminin - Forderung, Geschlecht als Kontinuum → Möglich 30% männlich 70% weiblich zu sein - Geichstand trotz gleicher oder besserer Bildung von Frauen noch nicht erreicht - gut belegte Ungleichheit in Führungspositionen - Gender Pay Gap = referenzierte Statistik über Lohnunterschiede - Unterschied im Beschäftigungsumfang → Konfundierung
- Geschlechts(rollen)stereotype -Person mit hoher Kompentenzausprägung und geringer Wärme-Ausprägung = maskulin -Person mit geringer Kompetenzausprägung und viel Wärme-Ausprägung = feminin -populärer Fragebogen zur Erfassung von Maskulinität oder Femininität nach BRSI-R -nicht entweder oder sondern auch hohe Ausprägung auf beiden Skalen möglich → androgyn -Stereotype lassen sich in jeweils 4 Subgruppen unterteilen: -Frauen: sex object, career woman, housewife, athletic -Männer: businessman, athletic man, blue-collar workingman, macho man
- Theorien zu Streotypen -Evolutionsbiologische Theorien: geschlechtsspezifische Anpassung an unterschiedliche Probleme (Frauen und Männer gleiche Probleme konfrontiert, doch durch Gebärfähigkeit größere Fürsorge) -Psychologische Theorie:Motivation (Belohnung),Kognitionen (Infogewinnung durch Rückmeldung, soziale Strukturmodelle verknüpft mit Rollenvorstellungen, Erwartungen, Interaktionsprozesse) Grafik Seite 46: Geschlechtsrollenerwartung Arbeitsteilung zw. Geschlechtern Geschlechtsunterschiede im soz. Handeln geschlechtsspezifische Fähigkeiten und Überzeugungen
- drei Mentalitätsmuster von männlichen Führungskräften, die den geringen Frauenanteil unterstützen: konservative Männer, für die Führungspositionen klassisch eben zu Männern gehören und Frauen im bewährten männlich dominierten System stören Männer mit aufgeschlossener Haltung, für die Frauen ins mittleren Management, aber nicht ins harte (also untypisch feminine) Top-Management passen Männer mit Postgender-Haltung, die einen Geschlechtseinfluss bei der Auswahl negieren und vermuten, dass sich einfach weniger Frauen für Führung interessieren.
- Think-Manager-Think-Male-Phänomen: Die Schnittmenge zwischen männlichen und führungstypischen Eigenschaften war sehr groß, wohingegen die gemeinsame Menge an weiblichen und führungstypischen Eigenschaften nur gering ausfiel.
- Lack-of-Fit-Modell mangelnde Passung des weiblichen und des Führungsstereotyps. Frauen in Führungspositionen verletzen also immer die Erwartung eines Stereotyps – entweder das der Geschlechtsrolle oder das der Führungsrolle.
- Personen mit hoher Kompetenz-Ausprägung und geringer Wärme-Ausprägung werden als maskulin wahrgenommen
- Personen mit geringer Kompetenz- und hoher Wärme-Ausprägung werden als feminin wahrgenommen.
- Bem Sex Role Inventory Der wohl populärste Fragebogen zur Erfassung von Maskulinität und Femininität. eine Maskulinitätsskala (M-Skala) und eine Femininitätsskala (F-Skala) mit je 20 Items
- Instrumentalität vs. Expressivität Kompetenz vs. Wärme
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- benevolenter Sexismus (wohlwollender Sexismus) mit einer zunächst positiv erscheinenden Einstellung gegenüber Frauen als warmherzige, sanfte, einfühlsame Wesen. Diese „positive“ Einstellung ist aber im Grunde auch sexistisch, weil die traditionellen Geschlechterrollen aufrechterhalten werden: Frauen sind warm, aber nicht kompetent
- hostiler Sexismus feindseeliger Sexismus
- Ambivalence toward Men Inventory ein Pendant für ambivalenten Sexismus (auf der einen Seite wohlwollen auf der anderern Seite feindseelig) bei Männern.
- Backlash-Effekt Und so werden Frauen, die sich als ehrgeizig und leistungsfähig darstellen, zwar als führungskompetent bewertet, aber gleichzeitig werden ihnen soziale Kompetenzen abgesprochen, die der Geschlechtsrolle nach ja viel stärker ausgeprägt sein müssten als bei Männern
- Gläsernen Decke Frauen stoßen spätestens auf dem Weg zum Top-Management auf der Karriereleiter an eine unsichtbare Decke, die sie aber am Aufstieg hindert.
- glass cliff Das Aufsteigen in Top-Management-Positionen für Frauen nicht unerreichbar, aber deutlich riskanter
- Women-Are-Wonderful-Effekt Nun wählten in einigen Studien Personen doch eher Frauen für Führungspositionen aus als Männer oder bevorzugten im Durchschnitt weder Frauen noch Männer
- Genus-Sexus-Kongruenz (in der Grammatik) Sexus = biologisches Geschlecht, Genus = grammatisches Geschlecht stimmen meist überein.
- Das Deutsche zählt zu den sogenannten grammatical gender languages in denen einige Wortarten (im Deutschen: Nomen, Adjektive, Pronomen; z.B. in slawischen Sprachen teilweise auch Verben) ein Genus (grammatisches Geschlecht) besitzen und das bei Personen mit dem Sexus übereinstimmt.
- generische Maskulina die maskuline Form generisch (d.h. verallgemeinernd) zu verwenden. Bsp. Der Lehrer.
- Generische Maskulina führen... ...nicht zu gleichberechtigten mentalen Repräsentationen, sondern führen dazu, dass wir uns verzerrt „zu viele“ Männer vorstellen (male bias)
- Alternativen zu generischen Maskulina Femininisierung, also Nennung von Männern UND Frauen, und Neutralisierung, also Verwendung von neutralen geschlechtsabstrahierenden Begriffen.
- korrekte Schreibweise für Lehrer(mehrzahl) Lehrer/-inne/-n, Lehrer(innen) - Allerdings wird an dieser Form die Kritik geübt, dass in Klammern üblicherweise unwichtiges notiert werde und somit die eingeklammerte feminine Form nicht gleichberechtigt neben der maskulinen stehe.
- Unterstrich / Gender Gap Lehrer_innen
- Neutralisierung - Epizöna Beispiele: Puzhilfe, Kaufleute, Lehrkraft
- Kollektivbezeichnungen „Team“, „Gruppe“, „Belegschaft“
- Substantivierte Partizipien oder Adjektive im Plural (Neutralisierung) „Studierende“, „Jugendliche“, „Mitarbeitende“
- Pronomen im Plural (Neutralisierung) „alle“ statt „jeder oder jede“
- Umformulierungen (Neutralisierung) „Die Teilnahme verpflichtet zu …“ statt „Jeder Teilnehmer muss …“
- lexical gaps Wörter ohne Pendant im anderen Geschlecht wie „Kindermädchen“ oder „Zimmermann“
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- asymmetrische Wortpaare, „Masseur“ ist klar der medizinischen Massage zugeordnet, wohingegen „Masseusen“ oft in der erotische Massage zu finden sind. Um ein englisches Beispiel zu bemühen: Ein „governor“steht einem Land oder einem Unternehmen vor, eine „governess“ ist eine Hauslehrerin oder ein Kinderfräulein