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Einführung WiPäd (Subject) / Zusammenfassung (Lesson)

mögliche Fragen

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  • Kritische Rationalisten... .... sind kritisch demgegenüber, dass jedes konkrete Ding neben der materiellen Komponente auch aus dem ihm innewohnenden Wesen besteht (geisteswissenschaftlicher Glaube) .... bezweifeln die Existenz einer außermenschlichen „objektiven Vernunft“  und „Werten“, die man ebenso wie reale Dinge erkennen und beschreiben kann (Kritische Theorie, Frankfurter Schule)
  • Ockham Prinzip als kritische Realisten gerade so viele Dinge als existierend anzunehmen, wie es zum Verständnis unserer Welt unbedingt nötig ist
  • Berufspädagogische Forschung im KR Ontologische Annahme über die Psyche <-> Psyche (Wissen, Intelligenz, Motivation, ...) gehört zu den zentralen Untersuchungsgegenständen Die Annahme der Existenz der Psyche ist für die KR aber lediglich eine Hypothese. Im Gegensatz zur Kritischen Theorie und der Geisteswissenschaft – die Existenz immaterieller Wesenheiten gehören zum unbezweifelbaren ontologischen (WH: Lehre des Seienden) Grundbestand  
  • Besonderheiten der österreichischen Berufsbildungsarchitektur (Josef Aff; Wien) ·      50% der Absolventen von WiPäd gehen in Lehrberuf ·      Sekundarstufe I – gegliedertes Schulsystem (Hauptschule, gymnasiale Unterstufe) ·      Quasimonopol von Gymnasien durch Ausbau berufsbildender höheren Schulen (2006: 59%) gebrochen ·      duale System – 35-40% der Jugendlichen im Sekundarbereich II (Gewerbe, Handwerk, Handel, Industrie,...) ·      „Zwei-Säulen-Struktur“ (Vollzeitschule, duales System) ·      Wirtschaftspädagogen unterrichten praktisch nur an BMHS und nur wenige in Berufsschulen des dualen Systems, wirtschaftliche Fächer ·      Unterrichten in Berufsschule – keine akademische Ausbildung vorausgesetzt ·      keine vergleichbare Ausbildung für Lehrer technischer Fächer ·      demographische Voraussetzung: gute Chancen für Job an Schulen ·      wirtschaftlichen berufsbildenden höhere Schulen mit 55% höherer Marktanteil als technische ·      Handelsakademien die traditionsreichste wirtschaftliche höhere Schule, danach HLW (zusätzlich hauswirtschaftlich-gewerbliche Bildung)
  • Was ist wohlverstandene Polyvalenz? Polyvalenz: Verwendbarkeit eines Abschlusses in mehreren beruflichen bzw. Ausbildungszusammenhängen. (Wiki) professionelle Lehrerausbildung mit Qualifikation für unterschiedliche berufliche Handlungsfelder in der Wirtschaft zu knüpfen  in Österreich erfolgreich umgesetzt  50,5 % der Wiener und 64 % der Grazer Absolventen sind in der Wirtschaft tätig. Tätigkeiten streuen breit, (Erwachsenenbildung, RW/Controlling, Bankenbereich) Begriff Polyvalenz in 80er Jahren in Linz/Innsbruck (nichtschulische, aber pädagogisch fokussierte Arbeitsfelder als 2. Standbein) anders akzentuiert als Wien/Graz  Y-Modell entscheidet sich neben den fachübergreifenden Qualifikationen vorallem an seiner allgemeinen bwl Qualifikation            
  • Was ist wohlverstandene Praxisorientierung? Integrationskonzept: Bereiche des Wissen und Denkens einerseits und des Handelns andererseits prinzipiell zur Deckung zu bringen. Wissen in möglichst hohem Maße handlungsteuernd werden, Handeln sich als reflektiert ausweisen. Nichtüberschneidungen Wissen / praktischen Können gelten dabei als Betriebsunfälle, träges Wissen, blinde Routine Phasenkonzept: folgt Differenztheorem, praktisches/persönliches Wissen und Buchwissen müssten nahezu ohne Rest ineinander aufgehen. Es muss nicht alles zugleich und am ungeeigneten Ort erledigt werden. epistemologische Differenz zwischen explizitem Wissenschaftswissen und implizitem Handlungswissen
  • Ein kurzer Streifzug durch Geschichte der österreichischen Wirtschaftspädagogik Anfänge eng mit Entwicklung der kaufmännischen Schulen in der Habsburgermonarchie verknüpft (Wirtschaftsschuldpädagogik) 1846 Leipzig  höhere Handelsschule 1857 Wien  1. Handelsakademie 1870 eine der ersten Prüfungsordnungen für das Lehramt der Handelswissenschaften, jedoch Ausbildung noch ungeregelt à Selbststudium 1907 Prüfungsordnung wissenschaftliche Ausbildung festgeschrieben Handelslehrerseminar „Seminar für Methodik des kaufmännischen Unterrichts 1928 „betriebswissenschaftlich-pädagogische Institut“ à heutige Institut für Wirtschaftspädagogik (1942) 1935 gesamte Ausbildung an der Hochschule für Welthandel konzentriert (heute WU) à Diplomkaufmann aufgrund ihrer 3-jährigen Dauer nicht als vollwertiger Akademischer Grad anerkannt. à 2-semestriges Aufbaustudium à Staatsprüfung 1935 Hans Krasensky „Grundzüge der Wirtschaftspädagogik“ 1. Mal das Wort „Wirtschaftspädagogik“ 1966 große Reform des österreichischen Hochschulwesens à Neuregelung der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungenà WiPäd erstmals als eigenständige Studienrichtung mit Mindeststudiendauer von 8 Semestern etabliert. (Mag, zunächst nur an der WU) in Deutschland bis heute noch nicht 1970er-1980er flächendeckender Ausbau berufsbildender mittlerer und höherer Schulen in allen österr Bezirkshauptstädten à mehr qual. Lehrer benötigt. àEinführung der wirtschaftspädagogischen Studienrichtung an der Wirtschaftsfakultät der Uni Linz; 1978/1979 Uni Innsbruck , 1979/80 Graz Wien /Graz Lehrerbildung fokussiert, große Nähe zur BWL Linz/Innsbruck Tradition der Erziehungswissenschaften 1983 Verlängerung auf mind. 9 Semester (Schulpraktikum) 2002 alle 4 Standorte verschiedene curricular à standortspezifische Ausdifferenzierung
  • Fallibilismus man muss daher ausgehen, dass jeder seiner Problemlösungsversuche falsch sein kann
  • Sozialisation ... als der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt. ... wie sich der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt entwickelt. Persönlichkeit als spezifisches Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen, die einen einzelnen Menschen kennzeichnen.
  • Phasen des Sozialistatiosprozesses Säugling frühe Kindheit -> Eintritt in den Kindergarten Kindheit -> Schuleintritt Jugend -> evt. Eintritt in Berufsbildung Erwachsenenalter -> Eintritt in Berufstätigkeit, Familiengründung Alter -> Pensionierung
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  • Ebenen der Sozialisationsbedingungen 1. Ebene Subjekt ⇒ Bildung von Persönlichkeitsmerkmalen; Erfahrungsmuster, Einstellungen, Wissen, emotionale Strukturen, kognitive Fähigkeiten 2. Ebene Interaktionen und Tätigkeiten → Interaktionen mit der Umwelt;Eltern-Kind-Beziehung, schulischer Unterricht, Kommunikation zwischen Gleichaltrigen 3. Ebene Institutionen → Beeinflussung von Medien und Schulen...;Betriebe, Massenmedien 4.Ebene Gesamtgesellschaft; ökonomische, soziale, politische, kulturelle Strukturen ⇒ höhere Ebene setzt Rahmenbedingungen für die Abläufe der nächstniedrigen
  • Familiäre Sozialisation   Persönlichkeitsentwicklung Eingehen auf den/die Einzelnen Geborgenheit als wichtiger Faktor: Beziehungsfähigkeit, emotionale Bindung Kleine Gruppen: enge Bindung zwischen den Mitgliedern Freiräume und Entfaltungsmöglichkeiten gesamter Lebensbereich ist miteinbezogen: Vermittlung allgemeiner Einstellungen und Werte einengend und eingrenzend Wechsel der Gruppe ist kaum möglich großer Einfluss auf geschlechtsspezifische Sozialisation  
  • Schulische Sozialisation Qualifikationsentwicklung "isolierte" Umgebung Hierarchie Vorbereitung auf die berufliche Laufbahn Wechsel von Gruppen ist möglich - unterschiedliche Sichtweisen durch Loslösen Mehrere Bezugspersonen Mehr Forderung nach Disziplin Konkurrenz/Vereinzelung vs. Kooperation Leistungsorientierung vs. soziale Interaktion Weniger Einfluss auf geschlechts- und schichtspezifische Sozialisation
  • Funktion der Schule Reproduktion und Weiterentwicklung der Gesellschaft durch schulische Sozialisation: Qualifikationsfunktion: Sach-, Sozial-, und Kritikfähigkeit Selektionsfunktion: Disziplin, Leistungsorientierung Integrationsfunktion: Anpassung an bestehende Normen und Traditionen Aufwachsen in Menschlichkeit behüten, pflegen, beschäftigen, ästhetisches Gestalten Freisetzung des Menschen zu sich selbst (Mündigkeit) Aufklärung, Ermutigung zur Kritik, Weckung von Selbstvertrauen, Befähigung zum solidarischen Handeln
  • Formen der Sozialisation Familiäre Sozialisation Schulische Sozialisation Schichtspezifische Sozialisation Einteilung? Sprache Stellenwert (Schul)Bildung Geschlechtsspezifische Sozialisation: Soziales Geschlecht (Gender) Rollenverständnis Bildungsbeteiligung Berufliche Sozialisation Arbeitsplatz
  • Was versteht man unter einem Paradigma? (Kuhn) "Darunter verstehe ich allgemein anerkannte wissenschaftliche Leistungen, die für eine gewisse Zeit einer Gemeinschaft von Fachleuten maßgebende Probleme und Lösungen liefern." -> Denkstilgemeinschaft "Das Studium der Paradigma,(...) ist für den Studierenden die wichtigste Vorbereitung für die Mitgliedschaft in einer bestimmen wissenschaftlichen Gemeinschaft, in der er später arbeiten will."
  • kulturpädagogische Perspektive   Vertreter: Schlieper-Schule (Köln) Friedrich Schlieper: „Ales Seiende hat seinen Sinn“ d.h., alles wird als Berufserziehungsfaktor gedeutet (zB auch die Wirtschaft) WIPÄD als eine auf kulturphilosophischer Basis ruhende Wissenschaft (Friedrich Feld) Geistesswissenschaftliche Einflüsse (insb. Hermeneutik􏰀Methode des Verstehens) hermeneutische Differenz: unser Verständnis vs. Verständnis des Autors h. Zirkel: zum Zeitpunkt t0 best. Vorwissen mit dem wir Text lesen und versuchen zu verstehen; zum Zeitpunkt t1 nochmals lesen und besser verstehen, zum Z. t2 noch besser... Einfluss der Kulturphilosophie von Eduard Spranger „Wirtschaft und Erzeihung als Kultursachbereiche“ Leitgedanke: Individuum kann sich voll entfalten während gesellschaftliche Leistungsansprüche befriedigt werden (harmonistische Ordnungsvorstellung􏰀Ökonomie sollte Menschen dienen) 
  • Zählt "Wirtschaft" zu unserer Kultur?   Schlieper – Ja, doch auch Nein von anderen Seiten eindeutiges „Ja“ in den 70er-Jahren zB HAK-Schulen (Prototyp der Ja-Sager) 
  • Harmonie zwischen Wirtschaft und Erziehung als Kultursachbereich?   lt. Kulturpädagogen: beides muss dem Menschen dienen aus pädagogischer Sicht: wie kann sich Mensch entwickeln, Kompetenz und Mündigkeitsvermittlung wirtschaftliche Sicht: wenn Mitarbeiter lernwillig ist, ist dies gut für den Betrieb    -> WIPÄD muss alles kritisch betrachten und in Frage stellen 
  • Diskussion der kulturpädagogischen Perspektive   Pro: Schaffung der begrifflichen Grundlagen Schaffung der philosophischen Begründung der Wirtschaftspädagogik Contra: hypothetisch deduktives System Randnotiz: deduktiv versus induktiv (2 Formen wie ich zur Erkenntnis komme) - induktiv (deskriptiv, beschreibend, IST): viele Daten erheben􏰀Theorie daraus bilden - deduktiv (normativ, wertend, SOLL) aus einer Theorie heraus􏰀Praxis gestalten (ableiten) fehlender Wirklichkeitsbezug (keine empirische Testung) idealisierend, spekulativ (methodische Schwächen) praktische Relevanz liegt nur im Appell Vorwurf der Zementierung bestehender V erhältnisse 
  • Das konstruktivistische Paradigma 1. Experiment (lesen)   Stern und Punkt malen – mit einem Aug Stern fixieren und Blatt bewegen – Punkt verschwindet) Erklärung zum Experiment: dort wo der Sehnerv austritt ist ein ‚blinder Fleck‘. Wir sehen etwas nicht, was aber da ist. „In den Erregungszuständen einer Nervenzelle ist nicht die physikalische Natur der Erregungsursache codiert. Codiert wird lediglich ein ‚wieviel‘, aber nicht ein ‚was‘“ (von Foerster) Folgerung: „Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen ist eine Erfindung.“ (von Foerster) Das menschliche Gehirn ist ein operational geschlossenes System (=es ist nur über Kommunikation zugänglich). Wahrnehmung geschieht durch einen kognitiven Akt, nicht durch die Sinnesorgane. 􏰀Wahrnehmung passiert im Gehirn: bestimmtes Bild entsteht. Bsp: Stellen Sie sich einen Hund vor􏰀wenn wir über einen „Hund“ unterhalten, unterhalten wir uns nicht genau über das gleiche – durch die Kommunikation wird es stimmig. 
  • Konstruktivistische Paradigma 2. Experiment (lesen)   (zwei Personen umfassen einen Stift und zeichnen zusammen ein Haus - ohne zu sprechen) • Aufgrund der gemeinsamen Sozialisation und Erziehung (vergangene Interaktions- und Kommunikationsbeziehungen) kann das recht einfach bewältigt werden 
  • Konstruktivistisches Paradigma 3. Experiment   (zwei Personen umfassen einen Stift und zeichnen zusammen ein vietnamesisches Haus - ohne zu sprechen) • Diese Aufgabe würde eine Interaktion/Kommunikation erfordern. Durch das Sprechverbot ist dies ausgeschlossen. Hierdurch wird es schwieriger, die subjektiven Konstruktionen von ‚vietnamesischem Haus‘ zu einem gemeinsamen Bild zu vereinen. Es fehlt ein konsensueller Bereich. 
  • Schlussfolgerungen aus Experimenten Konstruktivistischen Paradigma   Wie kommt es, dass wir uns trotz unserer individuell unterschiedlichen Konstruktionsakte doch auf eine gemeinsame Wirklichkeit verständigen können? Wir bilden über Interaktionen (v.a. Kommunikation) konsensuelle Bereiche aus die zu einer intersubjektiv (= wenn nicht der Fall, keine Diskussion, keine Objektivität) geteilten Wirklichkeitswahrnehmung führen. 
  • Einige Eckpunkte zum Konstruktivismus als Erkenntnistheorie   Erkenntnistheoretische Gemeinsamkeit aller Ansätze: eine objektive Wirklichkeit kann vom Menschen nicht erkannt werden Es gibt nur subjektive oder intersubjektiv validiert (=wirksame) Zugänge zur Wirklichkeit. Die Wirklichkeit, in der der Mensch lebt, ist das Konstrukt seines Gehirns (in extremer Auslegung: autopoietisches System􏰀auf sich selbst bezogen, nicht auf Umfeld!!) Wissen ist konstruiert. Es gibt kein überlegenes Wissen, höchstens ein variableres (= gangbar) (􏰀jedes Wissen ist gleichwertig, kein überlegeneres Wissen) Kein einheitliches theoretisches Gebäude: Vielfalt konstruktivistischer Ansätze 􏰀grundsätzliche Erkenntnistheorie über menschliches Wahrnehmen (Wie lernt man?) ----> Konstruktivismus (sagt, dass man objektive Realität gar nie erkennen kann), ist starker Kontrast zum kritischen Rationalismus (sagt, dass es theoretisch möglich ist, die objektive Realität zu erkennen) 
  • deduktive Logik Deduktive Logik heißt Herleitung vom Allgemeinen Deduktion kommt aus dem lateinischen und heißt so viel wie Herleitung oder Herbeiführung.  Die deduktive Logik ist ein Verfahren der Schlussfolgerung, welches auf den griechischen Philosophen Aristoteles zurückzuführen ist.