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Entwicklungspsychologie (Subject) / 10. Entwicklung von Geschlechtsunterschieden (Lesson)

Geschlechtsunterschiede und Geschlechterrollen

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  • Stimmt die Annahme, dass Mädchen sozialer sind als Jungen? Nein, keine Unterschiede im Sozialverhalten. In bestimmtem Alter verbringen Jungen sogar mehr Zeit mit Gleichaltrigen als Mädchen
  • Stimmts, dass Mädchen leichter beeinflussbar sind? Nein.
  • Stimmts, dass Jungen ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen haben? Ja. Unterschiede gingen jedoch in den letzten Jahren zurück
  • Unterschiede in motorischen Fähigkeiten >  Kraft: Geschlechtsunterschiede erst ab einem Alter von ca. 10 Jahren  >  Grund: Statur und Körperproportionen ändern sich geschlechtsspezifisch in der Pubertät >  Körperfett/Muskelmasse: Jungen 1:3; Mädchen 5:4 
  • Wer ist grundsätzlich besser in Sprachen und lernt auch eher früher an zu sprechen? Mädchen Jedoch aufgepasst, wenn mit Computern getestet wird. Denn dort haben Jungs mehr Erfahrung und schneiden besser ab
  • Beeinflussen die Stereotypen die Leistung? Ja, denn wenn man denkt das man schlechter ist, ist man es auch.
  • Was ist der Stereotype Threat? Es bedeutet, dass die Probanden beeinflusst werden durch positive oder negative Aussagen. Bsp: Frau nimmt teil. Positives Stereotyp: Frauen sind besser in der Perspektivenübernahme negatives Stereotyp: Männer sind besser in räumlichen Aufgaben Je nach dem schnitten die Frauen besser oder im zweiten Fall schlechter ab als die Kontrollgruppe
  • Gibt es Vorteile bei separater Beschulung? Mädchen sind ein bisschen besser in Physik, wenn sie monoedukativen (nur unter Mädchen) Unterricht erhalten. Gegenteil: Koedukativ (gemischte Klasse)
  • Wie äussern sich Aggressionen bei den einzelnen Geschlechtern? Männer: offen aggressiv und offen in Beziehungen aggressiv Frauen: in Beziehungen aggressiv (=Gerüchte, Mobbing)
  • Anfälligkeiten für Entwicklungsverzögerungen und Entwicklungsstörungen Jungen deutlich höhere Prävalenz für —  Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten —  Sprach- und Sprechstörungen —  Hyperaktivität   Mädchen in Bezug auf —  Angststörungen  —  Depressivität
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  • Wer hat stärkere Präferenz für geschlechtsspezifisches Spielzeug? Jungen! Spielen viel lieber mit Junge Spielzeug als Mädchen. Bei Mädchen ist dies weniger ausgeprägt, aber ab 3 Jahren spielen auch sie lieber mit Mädchen Spielzeug. Geschlechtsunterschiede kommen also weniger durch Mädchen zustande
  • Was gibt es zu Mittelwertunterschieden zu sagen bezüglich der Geschlechter? Mittelwertsunterschiede sind in Bezug auf die meisten Geschlechtsunterschiede absolut gesehen gering, und die Verteilungen weisen starke Überlappungen auf. Die Werte streuen um den MW herum. Es gibt Jungs, die besser lesen als der MW der Mädchen. Die Werte sagen also nichts über das einzelne Kind aus
  • Wie kann biologisch erklärt werden, wenn Mädchen signifikant mehr mit Jungen-Spielzeug spielen? Wenn die Mädchen einer Überproduktion der Mutter von Androgenen ausgesetzt sind (CAH)
  • Was sind die 3 Teilbereiche der kognitiven Entwicklungstheorie nach Lawrence Kohlberg? 1. Geschlechtsidentität (mit 1,5 bis 2 Jahren) = Kind bezeichnet sich richtig als Mädchen oder Junge 2. Geschlechtsstabilität (3 – 4 Jahre) = Bewusstsein, dass das Geschlecht über die Zeit hinweg stabil bleibt; „Wenn Du einmal gross bist, wirst Du dann ein Papa oder eine Mama sein?“ 3. Geschlechtskonstanz (5 - 7 Jahre) = Bewusstsein, dass Geschlecht sich nicht ändert, wenn sich Aussehen (Haare, Kleidung) ändert
  • Was besagt die sozial-kognitive Theorie? •  Wahl des Spielzeugs: Erwachsene ermuntern Kinder zu geschlechts-typischem Spielzeug •  Spielart/stil: Jungen werden zu aktivem Spielen ermuntert, Mädchen entmutigt •  Abhängigkeit: bei Mädchen wird auf hilfesuchendes Verhalten positiver reagiert als bei Jungen •  Emotionen: verbaler und verhaltensmäßiger Ausdruck von Emotionen bei Mädchen mehr toleriert und praktiziert •  Kontrolle: Jungen erhalten mehr verbale und physische Kontrolle •  Aufgabenverteilung: im Haushalt werden Jungen „Männeraufgaben“ und Mädchen „Frauenarbeiten“ übertragen
  • Was sind Quellen sozialer Einflüsse? 1.  Eltern 2.  Lehrer   3.  Peers   4.  Medien
  • Was ist der Prozess der geschlechtsbezogenen Selbstsozialisation? Prozess durch den Kinder in Folge ihrer Tendenz, sich in Übereinstimmung mit ihrer Geschlechtsidentität zu verhalten, mehr Wissen und Expertise im Umgang mit solchen Gegebenheiten erwerben, die ihrem eigenen Geschlecht entsprechen
  • Was ist Geschlechtssegregation? Geschlechtssegregation (Geschlechtertrennung) fängt um das 3. Lebensjahr an,  bei Mädchen etwas früher als bei Jungen •  in mittlerer Kindheit immer ausgeprägter •  spontanes Phänomen, schwer zu verändern •  interkulturell gleich, auch bei anderen Spezies
  • Was ist unterschiedlich bei den Interaktionsstilen der beiden Geschlechter? Nur-Jungen Gruppen spielen anders als Nur-Mädchen Gruppen, haben andere Interaktionsstile:  Jungen: mehr Befehle und Drohungen Mädchen: mehr Einverständnis und aufeinander eingehen
  • Was ist der Bio-ökologische Ansatz der Geschlechterunterschiede? Erwachsene kreieren verschiedene Umfelder: >  Mikrosystem (direkt): Eltern gestalten Entwicklungskontext für Kinder, dem diese sich kaum entziehen können >  Mesosystem (Schule/Familie): Leistungserwartungen und Geschlechtsstereotypen -> self-fulfilling prophecy >  Exosystem (indirekt): Geschlechterrollen-Verteilung in der Gesellschaft (z. B. typische Berufe) >  Makrosystem (Kultur): Geschlechter erfahren unterschiedliche Wertschätzungen, erleben unterschiedliche Erwartunge >  Chronosystem (Wandel): Interaktion mit anderen System-Levels
  • Zusammenfassung der Geschlechtsunterschiede •  Es gibt wenige konsistente und bedeutsame Geschlechtsunterschiede, die meisten Stereotypen lassen sich empirisch nicht halten. •  Überlappungen sind gross und verändern sich im Laufe der Entwicklung. •  Im Verlauf der Entwicklung ist eine Geschlechtssegregation zu beobachten, die von den Kindern auszugehen scheint, die schwer veränderbar ist, und die auch aufgrund von inkompatiblen Verhaltens- und Spielstilen zustande kommt. •  Geschlechterkonzepte und das Wissen über Stereotyp-konformes Verhalten ist bei Kindern ab einem Alter von ca. 2 J. bereits festzustellen •  Die Entwicklung der Geschlechtsidentität scheint einer festen Abfolge zu folgen, was für eine biologische Ursache spricht. Flexibilität mit und Unabhängigkeit von Stereotypen und Erwartungen sind erst relativ spät in der Entwicklung zu finden.