6

Modul 2 03607 Empirische Sozialforschung (Subject) / 4 Strategien der Operationalisierung und Indikatorenauswahl (Lesson)

4.1 Indikatoren 4.2 Indexbildung

This lesson was created by HSchorr.

Learn lesson

This lesson is not released for learning.

  • 4 Anforderungen, die an eine erfahrungswissenschaftliche Theorie bzw. an Hypothesen im erfahrungswissenschaftlichen Zusammenhang gestellt werden: 1) Erfahrungswissenschaftliche Theorien müssen empirischen Bezug haben, d.h. sie müssen empirisch überprüfbar sein, müssen an der Erfahrung scheitern können. 2) Die benutzten Begriffe der Theorie müssen präzise definiert sein. 3) Wenn der empirische Bezug der in der Theorie (Hypothese) verwendeten Begriffe nur indirekt herstellbar ist (z.B. Gruppenkohäsion, Feindschaft), müssen Indikatoren angebbar sein, die auf das Vorhandensein der mit dem Begriff gemeinten Sachverhalte schließen lassen (Beispiel „Gruppenkohäsion“, mögliche Indikatoren: Bejahung der Gruppe, Hilfsbereitschaft innerhalb der Gruppe, Bereitschaft der Gruppenmitglieder zu gemeinsamem Handeln).   4) Die Begriffe müssen operationalisierbar sein. D.h. in vorläufiger Formulierung: Zu den Begriffen (bei direktem empirischem Bezug) bzw. zu den Indikatoren (bei Begriffen mit nicht direktem empirischem Bezug) müssen Beobachtungsoperationen angebbar sein, so dass entschieden werden kann, ob der mit dem Begriff gemeinte Tatbestand in der Realität vorliegt, bzw. in welchem Ausmaß er vorliegt.
  • Von Nowak (1963) stammt die nützliche Unterscheidung in definitorische, korrelative und schlussfolgernde Indikatoren. Definitorische Indikatoren sind danach solche, durch die die zu untersuchende Merkmalsdimension selbst erst definiert wird. In unserem Standardbeispiel ist „Bildung“ als „formale Schulbildung“ definiert, und „höchster Schulabschluss“ ist ein definitorischer Indikator, falls dieser höchste Schulabschluss direkt erhoben wird.
  • Von Nowak (1963) stammt die nützliche Unterscheidung in definitorische, korrelative und schlussfolgernde Indikatoren.
  • Definitorische Indikatoren sind danach solche, durch die die zu untersuchende Merkmalsdimension selbst erst definiert wird. In unserem Standardbeispiel ist „Bildung“ als „formale Schulbildung“ definiert, und „höchster Schulabschluss“ ist ein definitorischer Indikator, falls dieser höchste Schulabschluss direkt erhoben wird.
  • Externer korrelativer Indikator Wir schließen aus der Antwort, dass der erfragte Sachverhalt tatsächlich vorliegt, weil wir wissen, dass die Ausprägung der Antworten von Befragten häufig mit der Ausprägung des eigentlich zu erhebenden Sachverhalts übereinstimmt. Diese etwas spitzfindige Unterscheidung lassen wir jedoch zunächst noch außer Betracht.
  • Es gibt aber auch Begriffe, die durch Antworten auf ein Befragungs-instrument definiert sind: z.B. „soziometrischer Status“ = df. Anzahl der positiven Wahlen, die ein Individuum in einer Gruppe erhält;  oder: „response set“ = df. die Tendenz des Befragten, unabhängig vom erfragten Sachverhalt bestimmte Antwortalternativen vorzuziehen.
Advertisement