Bedeutung der Qualität im Geundheitswesen
Effektivitäts- und Effizienznachweis (Möglichkeiten der modernen Medizin übersteigen den Finanzierungsspielraum) Forderung nach Transparenz Infragestellung des Wissensmonopols der Ärzte Komplexität des Gesundheitsversorgungssystems Forderung nach Reorganisation von Strukturen: Mitarbeiterpartizipation, Prozessoptimierung, Patientenpartizipation
Qualität 2 Definitionen
Übereinstimmung des Ist-Zustandes einer Tätigkeit/Dienstleistung mit festgelegten/vereinbarten Zieleigenschaften (Soll-Zustand) das Ausmaß, in dem Gesundheitsleistungen die Wahrscheinlichkeit erwünschter Behandlungsergebnisse erhöhen und mit dem gegenwärtigen professionellen Wissensstandes übereinstimmen.
Beispiel für Qualitätsaspekte
Zugänglichkeit Angemessenheit Kontinutität und Koordination (der Pflege) Effectiveness Efficacy Efficiency Patientenorientierung Sicherheit Rechtzeitigkeit
Efficacy
potentielle Wirksamkeit
Efficiency
Wirksamkeit in Relation zum Aufwand
Effectiveness
tatsächliche Wirksamkeit in der Praxis
Relativität von Qualität?
vereinbarte Zieleigenschaften: immer abhängig vom Verhandlungspartner, welche Ziele er hat! Bsp. Patient, Therapeut, Kostenträger unterschiedliche Ziele.
Qualitätssicherung Definition
systematische Bemühung des Dienstleistungserbringers zur Sicherstellung der Erfüllung der vereinbarten / festgelegten Anforderungen. Die Anforderungen betreffen z. B. Leitlinien, Einhaltung fachlicher Standards, Regelung von Arbeitsabläufen etc. Die Bemühungen beruhen auf dokumentierten Konzepten/ Methoden.
Interne QS
initiiert und durchgeführt vom Leistungserbringer selbst, z. B. Fortbildung, Qualitätszirkel, Supervision, Basisdokumentation
Externe QS
z. B. vom Kostenträger durchgeführt. Beispiel: Behandlervergleiche (Benchmarking), Zertifizierung, Gutachterverfahren
Definition Qualitätsmanagement
Verankerung von Qualitätssicherungsmaßnahmen in einer Organisation durch Maßnahmen der Leistungsebene.
Wie kann die Leistungsebene bspw. Qualitätssicherungsmaßnahmen verankern?
erforderliche Strukturen schaffen, z. B. Qualitätszirkel Festlegung der Qualitätspolitik Definition von Verantwortlichkeiten und Qualitätszielen Festlegung der Prinzipien des internen Qualitätsmanagementsystems
PDCA-zyklus
Plan - Do - Check - Act planen, umsezten, Erfolg überprüfen, ggf. Korrektur der Maßnahme
Beispiel QM in der Psychotherapie
Internes QM durch Therapeuten (Supervision, Intervision, Selbstevaluation) Kollegiales QM (Qualitätszirkel) Externe Qualitätssicherung (Vorgabe von Leitlinien und Standards, Patientenrückmeldung etc.) Organisatorische Rahmenbedingungen (QS-Beauftragte, QS-Insitutute etc.)
Qualitätsanforderungen für Psychotherapiepraxis:
Qualifizierte Ausbildung Begutachtung von Therapieanträgen Verpflichtung zur regelmäßigen Fortbildung, Patientenaufklärung, Dokumentation, regelmäßige Supervision
Gemeinsamkeiten QS-Evaluationsforschung:
Fokussierung auf Bewertung von gesundheitsbezogenen Dienstleistungen Interdisziplinäre Ausrichtung (medizinische, psycholog., sozialwissenschf., wirtschaftswissenschaftl. Perspektiven integriert) Verwandte Kernkonzepte (intern- extern, prozess und ergebnis) >>> Unterschiede gibt es viel mehr, siehe Tabelle!
Gesetzliche Grundlagen Evaluation
Einrichtungsübergreifende QS ist verpflichtend für Krankenhäuser, Vertragsärzte, Reha-einrichtungen einrichtungsinterne QS soll von Krankenhäusern, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen eingeführt werden Reha-Träger vereinbaren gemeinsame Empfehlungen für QS und Qualitätsanalysen Zertifizierung verpflichtend seit Gesundheitsreform!!!
Strukturqualität
bezieht sich auf die Rahmenbedigungen (gesetzlich, rechtlich, finanziell) Personelle und materielle Ressourchen, wie räumliche Gegebenheiten, Ausstattung, Qualifikation des Peronals) Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten (Erreichbarkeit, Angebote, Konzept, Qualitätsleitsätze usw.)
Strukturnahe Merkmale der Prozessqualität
Konzeptionelle Grundlagen, Internes Qualitätsmanagement, Interne Kommunikation und Personalentwicklung
Prozessqualität in der Psychotherapie
Gutachterverfahren und Behandlungsanträge Systematische Organisationabläufe, Strukturierung und Standardisierung therapeutischer Prozesse Klinisch-Psychologische Leitlinien Dokumentation Therapiekontrolle, Evaluation Peer Review Verfahren
Peer Review Verfahren
Beurteilung durch erfahrene Kollegen (Peers) Beurteilung erfolgt anhand definierter, von Experten entwickelter Kriterien Bewertungsgrundlage: Dokumente aus der Patientenakte, Entlassungsbericht, individueller Therapieplan
Prozess-Indikatoren in Patientenbefragung, Beispiel
Ärztliche Betreuung (oder durch Pflegepersonal, Verwaltung, Psychologen etc.) Information und Aufklärung Organisation Stationsklima
Qualitätszirkel
zur Verbesserung der Prozessqualität. Kleingruppen (5 bis 10) Hierarchieebene gleich oder benachbart gemeinsamer Arbeits- und Erfahrungsbereich regelmäßige Treffen Arbeitszeit vergütet Moderator ist dabei Ziel: Qualitätsprobleme analysieren, Lösungsvorschläge erarbeiten mit Hilfe von Datenanalyse-, Problemlöse- und Kreativitätstechniken
Chancen der Arbeitsprozessanalyse
Herstellung interner Transparenz Kommunikation, Verbesserung von Arbeitsabläufen Hilfe bei Einarbeitung neuer Mitarbeiter
Gefahren der Arbeitsprozessanalyse
überzogene Standardisierung unnötiger Dokumentationsaufwand Entwicklung praxisferner Arbeitsabläufe ohne Nutzen
Medizinische Leitlinien
praxisorientierte Handlungsempfehlungen bez. therapeutischer Vorgehensweisen wissenschaftlich begründet / in systematischem KOnsensverfahren entwickelt bilden Handlungskorridore ab (keine Arbeitsablaufpläne)! Abweichung in begründeten Fällen erlaubt! sollten regelmäßig auf Aktualität überprüft werden.
Med. Leitlinien; Ziele?
Qualitätssicherung (einheitlich und hinreichend) Transport wissenschaftlicher Evidenz in die Praxis Entscheidungshilfe für den Therapeuten Vermeidung unnötiger Behandlungen (und Kosten) Informierung der Öffentlichkeit
Kritik an medizinischen Leitlinien
oft keine Belege für Empfehlungen kaum Evaluationen der Umsetzung von Leitlinien(z. B. Befolgung, Akzeptanz, Ergebnis, Konsequenzen) Widersprüchlichkeit versch. Leitlinien mangelnde Praktikabilität
Ergebnisqualität in der Psychotherapie
- Konstruktbereiche operationalisieren - Methoden der Veränderungsmessung: - indirekt - direkt Zielerreichungsevaluation (GAS z. B. ) - Designs - Kontinuierliche Evaluation - Punktuelle Erhebungen (Prä-Verlauf-Post-Katamnese) - Kriterien der Ergebnisqualität - empirisch (Normen, Cut-Off) - Konsensuell festgelegt (Auffälligkeitssignale) - klinische vs. statistsiche Signifikanz - Effektstärken