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Psychologie (Subject) / PS 2.1 / 2.2 Sitzung 6 (Lesson)
das psychodynamische Paradigma, Ursachenzuschreibung & Verhalten: Attribution
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- psychoanalytische Persönlichkeitstheorie (Freud) allgemeines Interpretation von Aussagen aus Psychotherapien & Verallgemeinerung auf Nicht-Klienten deutendes Erschließen von Trieben & Motiven aus dem Verhalten (Träume, Assoziationen...) Frühkindheit als entscheidende Lebensphase für die Persönlichkeitsentwicklung (nach Freud mit dem 5. Lebensjahr weitgehend abgeschlossen)
- psychoanalytische Persönlichkeitstheorie (Freud) Energie Menschenbild: Energiesystem. wenn Energie in einem Kanal blockiert wird, findet sie einen anderen Weg nach draußen Lebenstrieb (Eros) & Todestrieb (Thanatos) bestimmen jedes Verhalten Energie stammt aus den Trieben: geeignete Triebhandlung möglich: Triebentladung, Entspannungnicht möglich: Triebstau, Spannung, Unlust, Abbau der Energie in Ersatzhandlungen
- Freuds Strukturmodell drei psychische Instanzen steuern die Verarbeitung dieser Energie: ES: unbewusst, angeboren, folgt dem Lustprinzip, Triebe, kennt keinen Aufschub der Triebbefriedigung ICH: bewusste & unbewusste Anteile, vermittelt zwischen Es, Über-Ich & Außenwelt, stellt Gleichgewicht her & folgt dem Realitätsprinzip ÜBER-ICH: bewusste & unbewusste Anteile, verinnerlichte soziale Normen & Ideale, Gewissen, folgt dem Moralitätsprinzip
- drei Ebenen des Bewusstseins das Bewusste: alles (Gedanken, Gefühle, Erinnerungen...), was zu einem bestimmten Zeitpunkt bewusst erlebt wird das Vorbewusste: dieselben Inhalte, wie auch bewusster Ebene, deren Stärke noch nicht ausreicht, um das Bewusstsein zu erreichen ('Ihr Name liegt mir auf der Zunge...') das Unbewusste: alles, was nicht bewusst ist & auch nur unter bestimmten Umständen bewusst wetrden kann, dennoch beeinflussen diese Inhalte unser Verhalten (Fehlleistungen, irrationale Verhaltensweisen) verdrängen, z.B. aus Angst
- Persönlichkeitsentwicklung - interindividuelle Differenzen die typische Triebdynamik (= Charakter) einer Perosn ist eine gemeinsame Funktion von angeborener Konstitution & Erfahrung Erklärung für interindividuelle Unterschiede: Stärke der Es-Ansprüche kann konstitutionell bedingt variieren Stärke & Form der Ich-Funktion kann erfahrungsbedingt variieren Ansprüche des Über-Ich können erfahrungsbedingt variieren individuelle Triebbefriedigung der frühkindlichen Phasen führt zur Fixierung der phasentypischen Triebimpulse & bestimmt fortan den Charakter elterliches Verhalten --> Charakter
- Beispiele für Fixierungen orale Phase: z.B. übermäßige Abhängigkeit von anderen, übermäßiges Essen, Trinken, Rauchen anale Phase: zwanghaft ordentlicher, pedantischer, geiziger Charakter phallische Phase: übertriebenes Erfolgsstreben im Beruf, machohaftes Gehabe
- Beispiele für Abwehrmechanismen (Bourne & Ekstand, 2008) Reaktionsbildung: Abneigung gegen Tiere --> Tierpfleger Verdrängung: unbewusster Hass zeigt sich nur durch Angst Regression: Angst vor Exmatrikulation --> Bettnässer Rationalisierung: Begründen des eigenen Verhaltens Projektion: Vater behütet Tochter vor Männern, da die nur Sex wollen Verleugnung: pleite, dennoch der selbe Lebensstil Sublimierung: sexuell frustiert, Ablenkung durch Arbeit Verschiebung: keine Beförderung --> Kündigen von andere Mitarbeiterin
- Freuds Entwicklungstheorie im Überblick 1. Lebensjahr: orale Phase 2.-3. Lebensjahr: anale Phase 3.-6. Lebensjahr: phallische Phase 5.-6. - Pubertät: Latenzphase ab Pubertät: genitale Phase
- Methoden der Psychoanalyse Unbewusstes soll bewusst gemacht werden durch: freie Assoziation: Der Klient liegt auf der Couch und soll alles erzählen, was ihm gerade durch den Kopf geht. Da laut Freud nichts zufällig geschieht, sucht der Analytiker in den Erinnerungsbruchstücken nach Zusam-menhängen und bietet dem Klienten seine Deutung an. Traumdeutung
- naive Handlungsanalyse nach Heider (1958) zentrale Fragestellung: Wie gehen Menschen vor, wenn sie sich das Verhalten anderer oder auch das eigene Verhalten erklären? Fritz Heider (1958): Menschen als naive Wissenschaftlersubjektive Interpretation von Ereignissen ist verhaltensrelevant
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- Prozess der Attribution „Im Unterschied zu weiten Bereichen der Psychologie beschäftigt sich Attributionsforschung nicht direkt damit, warum die Handelnden das tun, was sie tun, sondern konzentriert sich stattdessen darauf, zu welchen Schlussfolgerungen die Beobachter darüber kommen, warum die Handelnden das tun, was sie tun (…).“
- Attributionsprozesse nach Heider Menschen suchen die Ursachen für Verhalten auf der internen oder externen Ebene Lokalität, Stabilität, Kontrollierbarkeit
- Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen nach Jones & Davis (1965) durch die Betrachtung eines Verhaltens wird auf die Absichten & Dispositionen des Akteurs rückgeschlossen dies geschieht vor allem durch den Vergleich der Effekte der gewählen Handlungsalternative mit denen anderer, nicht gewählter Handlungsmöglichkeiten
- Kelleys Kovariationsprinzip (1967) Grundannahme: um sich das Verhalten anderer zu erklären, stellen sich die meisten Menschen drei grundlegende Fragen: Wie haben sich andere Personen in der gleichen Situation verhalten? (Vergleich über Personen hinweg) --> Konsensus des Verhaltens Hat eine Person sich schon zu anderen Zeitpunkten so verhalten?(Vergleich über die Zeit hinweg) --> Konsistenz des Verhaltens Hat eine Person sich schon gegenüber anderen Dingen oder Personen in anderen Situationen so verhalten? (Vergleich über Entitäten hinweg) --> Distinktheit des Verhaltens
- Kritik an Kelleys Kovariationsprinzip (1967) Problem: die Erhebung der Information, die nach dem Kovariationsmodell zur Attribution benötigt werden, ist häufig für den Beurteiler sehr schwierig oder sogar gar nicht möglich --> Rückgriff auf kausale Schemata (kann zu vollkommen verschiedenen Schlussfolgerungen und damit Verhaltensweisen führen)