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Psychologie (Subject) / Entwicklungspschologie (Lesson)
Bindung
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- Bindung (attachment) „Die starke, liebevolle Verbundenheit, die Menschen für wichtige andere Personen in ihrem Leben empfinden, die zu einem Gefühl von Wohlbefinden und Freude führt, wenn sie mit diesen Menschen interagieren oder sich in deren Nähe in Stresssituationen besser fühlen.“ {Berk 2011 #7: 259}
- Bindungs-Q-Sort(ierung) (Attachment Q-Sort) „Ein Verfahren zur Beurteilung der Qualität einer Bindung bei Kindern im Alter zwischen einem und vier Jahren durch Beobachtung einer Reihe von Bindungsverhaltensweisen im häuslichen Umfeld .“ {Berk 2011 #7: 263}
- Einfühlsame Fürsorge (sensitive caregiving) „Eine Fürsorge, bei der auf die Signale eines Säuglings schnell, zuverlässig und passend reagiert wird; er wird zärtlich und vorsichtig gehalten.“ {Berk 2011 #7: 266}
- Ethologische Bindungstheorie (ethological theory of attachment) „Bowlbys Perspektive hat unter den Bindungstheorien die breiteste Zustimmung gefunden und hält die emotionale Bindung des Säuglings zu seiner Bezugsperson für eine evolutionär entstandene Reaktion, die das Überleben begünstigt.“ {Berk 2011 #7: 260}
- Fremden-Situation (Strange Situation) „Ein Laborverfahren, bei dem ein Kind und seine Bezugsperson mehrfach kurz getrennt werden und dann wieder zusammengeführt werden. Es dient der Beurteilung der Bindungsqualität eines Kindes zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr und seiner Bezugsperson.“ {Berk 2011 #7: 261}
- Inneres Arbeitsmodell (internal working model) „Eine Reihe von Erwartungen über die Verfügbarkeit von Bezugspersonen und die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei Belastungen Unterstützung leisten. Es wird zu einem sehr wichtigen Teil Persönlichkeit und dient als Leitlinie für alle zukünftigen, engen Beziehungen.“ {Berk 2011 #7: 261}
- Sichere Bindung (secure attachment) „Das Bindungsmuster eines Säuglings, dessen Eltern eine sichere Basis für die Erkundung seines Umfeldes sind. Das Baby mag verzweifelt auf eine Trennung von der Bezugsperson reagieren, sucht jedoch aktiv Kontakt und ist nach der Rückkehr der Bezugsperson leicht zu trösten. Sie ist zu unterscheiden von unsicher-vermeidender, unsicher-ambivalenter und unsicher-desorganisierter/desorientierter Bindung.“ {Berk 2011 #7: 262}
- Synchrone Interaktion (interactional synchrony) „Eine Art der Kommunikation, bei der die Bezugsperson auf die Signale eines Säuglings in zeitlich abgestimmter, rhythmischer und passender Weise reagiert und die Partner ihre emotionalen Zustände – insbesondere positive – aufeinander abstimmen.“ {Berk 2011 #7: 266}
- Trennungsangst (separation anxiety) „Die verzweifelte Reaktion eines Säuglings auf eine Trennung von der vertrauten Bezugsperson.“ {Berk 2011 #7: 260}
- Unsicher-Ambivalente Bindung oder widerstrebende Bindung (resistant attachment) „Das Bindungsmuster eines Kleinkindes, das stets die Nähe zur Bezugsperson sucht und es unterlässt, vor einer Trennung das Umfeld zu erkunden. Es ist in der Regel verzweifelt, wenn die Bezugsperson es verlässt und zeigt bei deren Rückkehr eine Kombination aus klammerndem, wütendem und widerspenstigem Verhalten. Sie ist zu unterscheiden von sicherer, unsicherer-vermeidender und unsicher-desorganisierter/desorientierter Bindung.“ {Berk 2011 #7: 262}
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- Unsicher-Desorganisierte Bindung oder Desorientierte Bindung (disorganized/disoriented attachment) „Das Bindungsmuster, das die größte Unsicherheit zeigt und typisch für Säuglinge ist, die verwirrte und widersprüchliche Reaktionen an den Tag legen, wenn sie nach einer Trennung wieder zu ihrer Bezugsperson kommen. Sie ist zu unterscheiden von sicherer, unsicher-vermeidender und unsicher-ambivalenter/widerstrebender Bindung.“ {Berk 2011 #7: 262}
- Unsicher-Vermeidende Bindung (avoidant attachment) „Die Qualität einer unsicheren Bindung, die kleine Kinder charakterisiert, die nicht mit offenen Stressreaktionen auf die Trennung von einer Bezugsperson reagieren und diese meiden oder nur verzögert begrüßen, wenn sie zurückkehrt. Sie ist zu unterschieden von sicherer, unsicher-ambivalenter/widerstrebender und unsicher-desorganisierter/desorientierter Bindung.“ {Berk 2011 #7: 262}
- Frühkindliche Deprivation Mangel {Fuhrer 2005 #12: 192}
- Bindungstheorie (attachment theory) „Die auf John Bowlbys Arbeiten zurückgehende Theorie, welche die biologische Veranlagung von Kindern postuliert, Bindungen zu Betreuern und Bezugspersonen zu entwickeln, um die eigenen Überlebenschancen zu erhöhen.“ {Siegler 2011 #13: 418}
- Sichere Basis (secure base) „Bowlbys Begriff dafür, dass die Anwesenheit einer vertrauten Bindungsperson dem Säugling oder Kleinkind ein Gefühl von Sicherheit bietet, das es ihm ermöglicht, die Umwelt zu erforschen.“ {Siegler 2011 #13: 418}
- Sichere Bindung (secure attachment) „Ein Bindungsmuster, bei dem Säuglinge oder Kleinkinder eine qualitativ hochwertige, relativ eindeutige Beziehung zu ihrer Bindungsperson haben. In der Fremden-Situation weint ein sicher gebundenes Kind vielleicht, wenn die Bezugsperson weggeht, freut sich aber, wenn sie zurückkehrt, und erholt sich schnell von seinem Unbehagen. Wenn Kinder sicher gebunden sind, können sie ihre Bezugsperson als sichere Basis für die Erkundung der Umwelt nutzen.“ {Siegler 2011 #13: 421}
- Unsichere Bindung (insecure attachment) „Ein Bindungsmuster, bei dem Säuglinge oder Kleinkinder eine weniger positive Bindung zu ihrer Bezugsperson haben als sicher gebundene Kinder. Unsicher gebundene Kinder können eingeteilt werden in unsicher-ambivalent, unsicher-vermeidend oder desorganisiert.“ {Siegler 2011 #13: 422}
- Unsicher-ambivalente Bindung (insecure/resistant or ambivalent attachment) „Ein Typ unsicherer Bindung, bei dem Säuglinge oder Kleinkinder klammern und nahe bei der Bezugsperson bleiben, statt ihre Umwelt zu erkunden. In der Fremden Situation werden unsicher-ambivalent gebundene Kinder häufig ängstlich, wenn die Bezugsperson sie allein im Raum lässt, und können von Fremden nicht leicht beruhigt werden. Wenn die Bezugsperson zurückkehrt, lassen sie sich nur schwer beruhigen; einerseits suchen sie Trost, andererseits widersetzen sie sich den Bemühungen, sie zu trösten.“ {Siegler 2011 #13: 422}
- Unsicher-vermeidende Bindung (insecure/avoidant attachment) „Ein Typ unsicherer Bindung, bei dem Säuglinge oder Kleinkinder gleichgültig gegenüber ihrer Bezugsperson erscheinen und diese gegebenenfalls sogar meiden. In der Fremden Situation erscheinen sie der Bezugsperson gegenüber gleichgültig, bevor diese den Raum verlässt, und gleichgültig oder vermeidend, wenn sie zurückkehrt. Wenn sie weinen, nachdem die Bezugsperson sie allein gelassen hat, können sie von einem Fremden ebenso leicht beruhigt werden wie von der Mutter oder dem Vater.“ {Siegler 2011 #13: 422}
- Bindungsmodelle bei Erwachsenen „Arbeitsmodelle von Bindung im Erwachsenenalter, von denen man annimmt, dass sie auf den Wahrnehmungen der eigenen Kindheitserfahrungen – besonders der Beziehungen zu den Eltern – sowie auf der Wahrnehmung des Einflusses dieser Erfahrungen auf das Erwachsenenalter basieren.“ {Siegler 2011 #13: 423}
- Adult Attachment Interview (AAI) Interview(methode) zur Messung der frühen Kindheitsbindungen von Erwachsenen.
- Bindungsmuster bei Erwachsenen • autonome Erwachsene (sicher gebunden)• abweisende Erwachsene (unsicher gebunden)• verstrickte Erwachsene (unsicher gebunden)• ungelöst-desorientierte Erwachsene (unsicher gebunden)
- Bindungsmuster von Eltern und Kindern Autonome Eltern (sicher gebunden) --> sicher gebundene Kinder Abweisende Eltern (unsicher gebunden) --> Unsicher-vermeidend gebundeneKinder Verstrickte Eltern (unsicher gebunden) --> Unsicher-ambivalent gebundene Kinder Ungelöste Eltern (unsicher gebunden) --> Desorganisierte Kinder
- Bindungsverhalten „Verhalten mit dem Ziel, Nähe zur Bindungsperson herzustellen und das Gefühl von Sicherheit zu erreichen. Dies kann sich zeigen in: Kommunikationsverhalten, das die Bezugsperson in der Nähe bringt, wie z. B. Schreien, Rufen; Verhalten, das die Bezugsperson in der Nähe hält, wie z.B. Anklammern; Direktes Nähesuchen, wie Nachfolgen“ {Hasselhorn 2007 #8: 327}
- Bindungsdesorganisation „Fehlen bzw. Unterbrechung einer eindeutigen Organisation des Bindungsverhaltens.“ {Hasselhorn 2007 #8: 327}
- Bindungsrepräsentation „Organisation bindungsrelevanter Erinnerungen und Bewertungen von Erfahrungen mit den Bezugspersonen (evaluativ-deklarative Ebene). Wichtigstes Kriterium: Kohärenz der sprachlichen Darstellung. Erfasst im Bindungsinterview (z. B. Adult Attachment Interview; BISK).“ {Hasselhorn 2007 #8: 328}