Psychologie (Subject) / Diagnostik_Kapitel 7 (Lesson)

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Pilszle Stoff

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  • Wesentliche Punkte des Arbeitsbündnisses - gemeinsame Motivation auf ein sachbezogenes Arbeitsziel - Garantie des Schutzes vor Missbrauch der gegebenen Information  - Einwilligung in eine asymmetrishe Kommunikation 
  • Unterbegriffe von Befragung - Anamnese - Exploration  - Interview - entscheidungsorientiertes Gespräch
  • Unterschied Verhör und Befragung Verhör ist in einer Zwangssituation. Befragung ist auf Verständigungsbereitschaft angewiesen 
  • Voraussetzung für Verständigungsbereitschaft setzt kommunikationsfähige Interviewpartner voraus --> Schwierigkeiten mit kleinen Kindern, mit schweren Sozialisationsdefiziten, Sprachbarrieren, Abbaua von Hirnorganischer Abbau und Konzentrationsmangel, Persönlichkeitsstörungen)
  • wichtige Voraussetzung für die Befragung - Freiwilligkeit der Teilnahme am diagnostischen Gespräch - Fehlen eines Abhängigkeitsverhältnisses - Gewähr, dass die Äußerungen weder materiellen Schaden noch Vorteil bringen - Schweigepflicht und Datenschutz
  • Abhängigkeit des Gelingen und Scheitern des diagnostischen Gesprächs? Abhängig von der Verständigung der Interviewpartner über die Ziele und für das Erreichen der Ziele notwendige Rollenverteilung. Ziele und Besonderheiten werden dann im Arbeitsbündnis festgehalten
  • Gesprächsorganisation: Vorphase dient der Kontaktaufnahme und dem Vertrautwerden Entspricht einer Alltagskommunikation, hat aber großen Einfluss auf die Gesprächsatmophäre
  • Gesprächsorganisation: Orientierungsphase Festlegung der Zielsetzung, Rahmenbedingungen des Gesprächs aushandeln und die Voraussetzungen für die Kooperation (Arbeitsbündnis) Dazu  zählt --> Zielsetzung und Verwertung des Gesprächs, Art der Gesprächsführung, Dauer des Interviews, falls erforderlich die Einwilligung von Tonbandaufnahmen, Vereinbarung des Datenschutzes
  • Gesprächsorganisation: Kernphase Interviewer muss Themen vorgeben, Fragen stellen, Unklarheiten nachzufragen und für vertrauensvolle Atmospähre sorgen. Wichtig für Tiefgang zu sorgen, also heikle Themen ansprechen und Konfrontation nicht zu scheuen. Mit Gesprächskrisen in angemessener Weise umzugehen.  Rolle des Intervieweten --> gemäß dem Arbeitsbündnis angemessen zu kooperieren, wahrheitsgemäß und aufrichtig zu den jeweiligen Themen zu äußern 
  • Gesprächsorganisation: Abschlussphase Bewertung des Gesprächverlaufs durch den Befragten  Werden Konsequenzen aus dem Interview gezogen Wird besprochen wie es weitergehen soll 
  • Gesprächsorganisation: Nachphase kehren zur Alltagskommunikation zurück. Werden nocht wichtige Bemerkungen zum Gespräch gemacht Formblatt mit den erforderlichen demographischen Daten des Interviewten wird gemacht und fehlende Daten werden ergänzt  
  • Gesprächsorganisation: Nachbereitungsphase 1. Schritt --> Kontextprotokoll nach Abschluss des Gesprächs: Zustandekommen des Interviews, Ort, Zeit, Situation, Verlauf, wichtige Eindrücke und GEfühle über Gespräch, Situation, zur eigene Person, ...  2. Schritt --> Supervision und Auswertung des Interviews
  • Typische Gesprächsfehler - ins Wort fallen  - Fachjargon  - Themenwechsel bei heiklen Themen  - unzureichende Gestaltung der Situation   - unklare Rolle des Interviewers - einlassen auf Machtkampf - ungleiche Verteilung von Nähe/Distanz - unklare Zielvorgabe - Arbeitsbündnis - laufen lassen  - Leitfadenbürokratie - Mehrfachfragen - Suggestivfragen  - Konfluenz - Zustimmungsbedürfnis - emotionaler Kontrollverlust - Abwertung des Interviewten 
  • Typische Gesprächsfehler - ins Wort fallen  - Fachjargon  - Themenwechsel bei heiklen Themen  - unzureichende Gestaltung der Situation   - unklare Rolle des Interviewers - einlassen auf Machtkampf - ungleiche Verteilung von Nähe/Distanz - unklare Zielvorgabe - Arbeitsbündnis - laufen lassen  - Leitfadenbürokratie - Mehrfachfragen - Suggestivfragen  - Konfluenz - Zustimmungsbedürfnis - emotionaler Kontrollverlust - Abwertung des Interviewten 
  • Krisen im Gespräch - technische Pannen  - Störung durch Dritte - Vertrauensverlust/Kränkung - Redeschwall  - Pseudointerview - Aggressionen  - Schweigen  - extreme Wertediskrepanz  - Machtkampf  - Kampf um Rollenverteilung - Kampf ums Thema  - Mauern  - Gegenfragen       
  • Diagnostische Gesprächsformen dienen folgenden Zielen - Verstehen der Biografie, Lebensumstände, aktuelle Probleme - Erhebung von fehlenden Hintergrundinformationen für Interpretation des Textergebnisses - Eignunsdiagnostik  - Prozessbegleitende Diagnostik bei psycholoigsch-therapeutischen Interventionen  - Persönlichkeitsdiagnostik  - Entscheidungsgrundlage für die Indikation in Beratung und Therapie - Evaluation und Erfolgskontrolle psychologischer Interventionen  - Datenerhebung in der sozialökologischen Diagnostik  - Diagnostik bzw. Klassifikation psychischer Störungen  - Gutachtenerstellung   
  • 2 Ziele des diagnostischen Gesprächs - Diagnostik als Verstehen von Lebensumständen  - Diagnostik als Klassifikation eines Individuums 
  • Anfänge der Befragung als Diagnostik- und Forschungsinstrument im vorigen Jahrhundert entwickelt Emil Kraepelin führte in seinen Lehrbüchern als erstes die Krankengeschichte als Teil des Lebenslaufs als Instrument der psychiatrischen Diagnose ein  Sigmund Freud nutzte die die Erkundung der Lebensgeschichte schon lang für seine Studien zur Hysterie Psychoanalyse --> liefert viele Grundlagen für diagnostische Gesprächsformen 
  • Anfänge der Befragung als Diagnostik- und Forschungsinstrument im vorigen Jahrhundert entwickelt Emil Kraepelin führte in seinen Lehrbüchern als erstes die Krankengeschichte als Teil des Lebenslaufs als Instrument der psychiatrischen Diagnose ein  Sigmund Freud nutzte die die Erkundung der Lebensgeschichte schon lang für seine Studien zur Hysterie Psychoanalyse --> liefert viele Grundlagen für diagnostische Gesprächsformen 
  • Wofür dient das psychiatrische Gespräch? dient der Diagnose- und Indikationsstellung und für das Verständnis für Lebenszusammenhänge, was für die Therapieplanung nötig ist
  • Aus was besteht das Gespräch? - Exploration (gegenwärtige Beschwerden und ihre Vorgeschichte) - Anamnese (Krankengeschichte und Biografie) Außer dem psychiatrischen Gespräche kommt noch hinzu: - körperliche Untersuchung - Labor- und Testdiagnostik  --> Diagnostikstellung beruht aber immer noch auf 90% auf der Befragung der Patienten (Eigenanamnese) und seiner Angehörigen (Fremdanamnese)
  • Definition der Anamnese in der Medizin schränkt sich auf die Vorgeschichte der Erkrankung ein, d.h. das Auftreten und Abfolge von Krankheitsanzeichen  und das Vorhanden sein möglicher verursachenden Bedingungen  Soziale Aspekte werden ausgeklammert
  • Definition Anamnese Prozess der Datenerhebung und das Endergebnis dieses Prozesses  --> geht um die Abklärung der Lebenssituation  Vorgeschichte wird erfasst. Dabei geht es um eine somatische Anamnese (betrifft die Vorgeschichte), biologische Entwicklung, biographische Anamnese und sozioökonomische Anamnese  Geht nicht nur daruam die Störung des Verhaltens zu ermitteln, sondern um eine Erkundung des gesamten Entwicklungsverlaufes 
  • Von was hängt die Objektivität bei der anamnestischen Erhebung ab? - Strukturiertheit der benutzten Instrumente -schulischre Ausrichtung und den damit von ihm gewichteten Daten  inrapersonelle Objektivität wird durch systematische und unsystematische Fehler eines Diagnostikers beeinträchtigt interpersonlle Objektivität beschreibt die Konkordanz zwischen 2 oder mehreren Diagnostikern 
  • pathologic bias wenn im extrem Ausmaß spezifischen Daten  mehr Bedeutung zugemessen als es andere Beurteiler tun würden  d.h. eine Grundhaltung, allem Möglichen in den Berichten des Klienten einen klinisch-pathologischen Anstich zu geben 
  • Wie können durch die Objektivität bei Anamnese die Daten verfälscht werden? - Zensurhaltung --> durch mehr oder wenig bewusste Vorstellung - Informationen werden ergänzt - Informationen werden übergangen  - auf Grund eines Gesamtbildes werden Informationen stimmig gemacht
  • Wie können durch die Objektivität bei Anamnese die Daten verfälscht werden? - Zensurhaltung --> durch mehr oder wenig bewusste Vorstellung - Informationen werden ergänzt - Informationen werden übergangen  - auf Grund eines Gesamtbildes werden Informationen stimmig gemacht - schulische Voreinstellung  - Vorinformationen --> besonders Schichtzugehörigkeiten  Männliche Diagnostiker schätzen Frauen sexuell offener ein, als es weibliche Diagnostiker tun. Auch schätzen Männer Frauen hysterischer und hyperthym ein. 
  • Objektivität in der Niederschrift wird nur 1/3 der aufgetauchten Problematik fixiert. Niederschrift von anamnestischer Daten ist meist sehr problemorientiert --> Defizite und Probleme und ihre Determinaten werden zusammengefasst Untersuchung von Movahedi --> ließ 70 Psychologen und Soziologen ihre Biographie sehr geprägt von negativen Ereignissen niederschreiben und beurteilen in 3 Problemkategorien. Weniger asl 10% wurde als normal eingestuft. Movahedi meint --> praktisch jeder kann zu einem pathologischen Fall gemacht werden
  • Anamnesefragebogen --> Abfrage von Fakten, um Objektivität zu verbessern - Minnesota-Briggs Histroy Record von Briggs et al.: 7 Skalen Familiäre Uneinigkeiten, Konflikte mit Eltern, Gesundheitsbewusstsein, emotionale Probleme und Abhängigkeit, Intraversion, Schul- und Berufsversagen,  - Psychological  Data Sheet von Cree: strukturierte Fragen, auf die frei geantwortet werden kann 
  • Exploration stammt aus der medizinischen Fachsprache --> Begriff für das Eruiren psychopathologischer Erscheinungen mittels Befragung des Patienten  In der Psychologie --> Ermittlung normaler psychischer Vorgänge mittels Befragung, wird im angloamerikanischen Sprachraum als interview bezeichnet. man unterscheidet zwischen: - in der Meinungsforschung verwendeten Exploration (Interview) --> ermittelt persönliche Daten oder Tatbestände - Exploration die Unklarheiten, Widersprüche und Lücken einer diagnostischen Untersuchung beseitigt - Exploration als diagnostische Methode zur Untersuchung von Persönlichkeitseigenschaften, Interessen, Werthaltungen, Einstellung, Problemen und Denkweisen.  Exploration ist ein Vorgehen, das darauf abzielt den Subjektiven Lebensraum des Probanden zu erkunden   
  • 4 Perspektiven des Interviews 1. Informationsvermittelung durch die Wechselrede von mindesten 2 Personen  2. Informationsfluss geht primär in eine Richtung  3. Interaktion läuft auf unterschiedlichen Ebenen ab: - Allgemeinpsychologisch --> Interaktion ist ein kogntiver Prozess - sozialpsychologisch --> unterschiedliche Formen der Interaktion (von neutralem Kontakt zu persönlichem) - lernpsychologisch --> Prozesse wechselseitiger Verstärknung finden statt, die als Belohnung und Bestrafung den Informationsstrom lenken  - Tiefenpsychologisch --> muss mit Abwehr- und Übertragungsvorgängen rechnen  4. Gespräch wird so angelegt, dass sich die Auswertung rational kontrollieren lässt. Gegebenfalls werden Informationen in quantifizierte Kategorien übertragen. 
  • standardisiertes Gespräche Fragen, Reihenfolge der Fragen, Antwortmöglichkeiten, Auswertung ist vorgegeben. Gibt keinen Platz für individuelle Variationen
  • Vorteile standardisiertes Gespräche - Anwendung und Auswertung sind ökonomisch  - Gütekritierien können leichter ermittelt werden   - unterschiedliche Interviews kann man gut miteinander vergleichen  - Fehler die auf unterschiedlichen Wortlaut bei der Frage oder auf unterschiedliche Auswertungen der Antworten zurückgehen können leichter kontrollierte und reduziert werden 
  • unstandardisiertes Gespräche Inhalte und Reihenfolge Fragen sind offen, Antwortmöglichkeiten und Auswertungskategorien sind nicht vorgegeben. 
  • Nachteile standardisiertes Gespräche - subjektiver Lebensraum kann nur  unzureichend abgebildet werden 
  • Vorteile unstandardisiertes Gespräche - individuelle Anpassung an den Gesprächspartner  - Möglichkeit wichtige Themen länger zu behandeln  - sprachliche Anpassung an die Artikulationsfähigkeit
  • Nachteil unstandardisiertes Gespräche - wichtige Themen können im Laufe des Gesprächs vergessen werden  - kaum ein Vergleich zwischen verschiedenen Interviews möglich 
  • entscheidungsorientiertes Gespräch Bei entscheidungsorientierten Gesprächen geht es nich darum Standpunkte zu klären oder einander von etwas zu überzeugen. Diagnostische Gespräche können daran kranken, dass zu viel Ausstausch von Informationen stattfindet, die mit der eigentlichen Zielsetzung nichts mehr zu tun haben. Sie können zwar einen therapeutischen Effekt haben oder zu besseren Problemeinsichten führen --> doch als Nebeneffekt
  • Katalog möglicher Fehler bei entscheidungsorientierten Gesprächen laut Deegener - Intellektualisieren  - Nicht zuhören/Abschweifen  - Debattieren  - Monologisieren  - Dirigieren  - Fixieren  - Involvieren  - Identifizieren  - Bewerten  - Moralisieren  - Dogmatisieren  - Distanzieren  - Etikettieren  - Generalisieren 
  • Gefahr laut Kubinger bei entscheidungsorientierten Gesprächen Gefahr ganz auf den Leitfaden zu vergzichten --> kann zu Projektionen und Übertragungen führen 
  • Projektion Abwehrmechanismus. Verbotenes oder nicht befriedigende eigenen Motive werden auf andere Personen projiziert. 
  • Übertragung/Gegenübertragung Übertragung --> Gefühle die man für andere Personen hat werden auf den Therapeuten übertragen. Diese Übertragung löst beim Therapeuten wiederum Gefühl aus (Gegenübertragung) die zu einer verzerrten Wahrnehmung führen können und Urteilsfähigkeit beeinflussen. 
  • Eignungsgespräch --> was wird erhoben/besprochen - Erhebung arbeitsrelevanter Informationen bei Fragen zur beruflichen Entwicklung oder Personenauswahl  - sich gegenseitig besser kennen lernen  - Anforderungen besprochen  - Unternehmen vorgestellt  - Verhandlung/Vereinbarung der Vertragsbedingungen  --> aufgrund der Multifunktionalität sehr beliebt und billiger als Assesment-Center   
  • Eignungsgespräch --> was wird erhoben/besprochen was ist wichtig dabei? - Erhebung arbeitsrelevanter Informationen bei Fragen zur beruflichen Entwicklung oder Personenauswahl  - sich gegenseitig besser kennen lernen  - Anforderungen besprochen  - Unternehmen vorgestellt  - Verhandlung/Vereinbarung der Vertragsbedingungen  --> aufgrund der Multifunktionalität sehr beliebt und billiger als Assesment-Center  WICHTIG --> Leitfaden --> damit keine wichtigen Informationen oder Bereiche vergessen werden und der Interviewer sich besser auf den Bewerber und dessen Antworten konzentrieren kann 
  • Inter-Rater-Reliabilität Überprüft, wei übereinstimmend mit einem Interview Informationen erhoben und ausgewertet werden können 
  • Inter-Rater-Reliablitätskoeffizienten bei Unstrukturierten und strukturierten Formen (sowie Sammelreferate) - bei unstrukturierten Formen .34 - bei strukturierten Formen .87 (Sammelreferate .70)  
  • Koeffinzienten bei prognostischer Validität von strukturierten Interviews Koeffizienten bei Metaanlayse liegt zwischen .45 und .55
  • Verwendung der Daten von Eignungsgesprächen --> Verbot und Erlaubt keine Fragen zu: - zu Familie, Heiratsabsichten, intime Beziehungen (aber zu Gebursdaten der Kinder und Ehepartner, Beruf des Ehepartners) - Fragen zur Gesundheit. Doch ist verpflichtet über ansteckende Krankheiten zu berichten und welche wo beim Arbeitsplatz massiv einschränken  - mögliche Schwangerschaften  - Fragen zu Vermögensverhältnisse oder zum letzten Einkommen  - Fragen zu Vorstrafen, außer z.B.: als Kassier  - Fragen zu Religions-, Partei- oder Gewerkschaftszughörigkeit  --> bei unzulässigen Fragen darf man wahrheitswidrig antworten. Können jedoch Konfliktsituationen entstehen, wenn der Arbeitgeber belogen wurde  --> Daten dürfen nur zweckgerichtet verwendet werden 
  • Eignungsdiagnostische Interviewformen - Behavior Description Interview (BDI) von Janz, Hellervik und Gillmore  - Situational Interview (SI) von Latham, Saari, Pursell und Campion  - Multimodales Interview (MMI) von Schuler 
  • Behavior Description Interview (BDI) Grundannahme: Verhalten in bestimmten Situationen in der Vergangenheit sind ein guter Prädiktor für zukünftige Handlungen. Daher wird nach tatsächlich erlebten Situationen gefragt. Soll tatsächlich erlebte kritische Ereignisse schildern und wie er diese bewältigt hat.