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33040 (Subject) / Grundbegriffe (Lesson)
Grundbegriffe
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- 1. Nennen Sie wichtige Eckpunkte der geschichtlichen Entwicklung von Bildungswissenschaft Antike - Gegenstand theoretisch-philosophische Reflexion1779 - erster Lehrstuhl an einer deutschen Universität (E.C.Trapp)Bedeutung steigert sich mit steigender Bedeutung der Schulebis 1933 - an 14 Universitäten vertretenab 1960 - Einzelfach an den UniversitätenBezeichnung:Pädagogik - Ende 18.JH bis Wechsel 19./20.JHErziehungswissenschaft - Anfang 20.JH, Höhepunkt 1960erBildungswissenschaft - heutzutage Die Geschichte der Bildungswissenschaft ist eng an die Entwicklung eines allgemeinen Schulsystems gekoppelt.Bereits in der Antike beschäftigten sich Philosophen mit Theorien zu Erziehung und Bildung, aber erst im Zeitalter der Aufklärung gewann die Pädagogik als Methode zur Vervollkommnung des Menschen an Gewicht. Es wurde ein allgemeines Schulsystem eingeführt und damit ergab sich die Notwendigkeit einer guten Ausbildung der Lehrkräfte. Der erste Lehrstuhl der Pädagogik wurde 1779 in Halle eingerichtet. Um die Pädagogik von ihren Nachbardisziplinen abzugrenzen enstanden um/ab 1800 zentrale Werke der Pädagogik wie z.B. Herbarts "Allgemeine Pädagogik" und Schleiermachers "Pädagogische Vorlesungen". Bis 1933 wurde das Fach im Rahmen der Lehrerausbildung ausgeweitet und Professuren, die zumeist noch an Philosophie, Psychologie oder Philologie gekoppelt waren, an zahlreichen deutschen Universitäten eingerichtet. Während der Naziherrschaft wurden jüdische Professoren entlassen, sodass die Zahl von 79 Lehrstühlen im Jahr 1933 auf 38 nach Ende des zweiten Weltkrieges fiel. Ende der 1960er Jahre, als die Lehrerbildungsstätten geschlossen und die Lehrerausbildung (wieder?) an die Universitäten verlagert wurde, konnte sich die Erziehungswissenschaft als Einzeldisziplin etablieren und ein eigenständiger Masterstudiengang wurde eingerichtet. Heute zählt die Pädagogik/Erziehungs-/Bildungswissenschaft zu den sechs stärksten Fächern an deutschen Universitäten.Zunächst wurde der Begriff Pädagogik verwendet, bis im 20. Jahrhundert die Bezeichnung Erziehungswissenschaft aufkam und sich 1960 durchsetzte. Dabei betonte Erziehungswissenschaft den sozialwissenschaftlichen Ansatz mit Anwendung von empirisch-analytischen Methoden im Vergleich zum theoretischen Ansatz mit Einsatz von Hermeneutik und anderer geisteswissenschaftlicher Methoden. Heute wird zunehmend auch der Begriff Bildungswissenschaft gebraucht, wobei keine bedeutenden Unterschiede zwischen Pädagogik, Erziehungs- und Bildungswissenschaft (mehr) bestehen.
- 2. Nennen Sie zentrale Merkmale von Wissenschaft empirisch fundierte oder hermeneutisch-kritische Deutung und Bestimmung von Mensch und Welt soll Phänomene für Menschen erklärbar und verstehbar machen versucht für Ordnung in einer Gesellschaft und im Umgang mit der Welt zu sorgen soll das "Näherrücken" an die Wahrheit ermöglichen methodische Vorgehensweise von Wissenschaft, die die intersubjektive Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglicht. Verwendung möglichst differenzierter Sprachformen und eines reflexiven Weltzugangs, durch die ein Gegenstandsbereich möglichst adäquat erfasst werden soll
- 3. Diskutieren Sie den Anspruch der Wissenschaften auf Objektivität und Gewissheit in Ihren Ergebnissen Wissenschaft stellt den Anspruch objektiv und in Gewissheit in ihren Ergebnissen zu haben. Das heißt, dass sie fordert, dass wissenschaftliches Wissen subjektiv und objektiv fürwahr gehalten werden kann, ja muss um diesen Anspruch zu genügen. Aber gilt denn dieser Anspruch? Immer? Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich das wiss. Wissen wandelt, es sogar zu Paradigmenwechseln kommen kann. Als Beispiele sei hier der Aufbau der Materien (Atom - kleinstes unteilbares Teilchen) genannt.Kann unter diesen Umständen der Anspruch auf Objektivität und Gewissheit in ihren Ergebnissen aufrecht erhalten bleiben? Wohl nur in einer wissenschaftliche Gemeinschaft, die diese Paradigmen und Methoden teilt. Über die Zeit gesehen, unter neuen Methoden, anderen reflexiven Zugängen kann sich dieser Anspruch nicht halten. Dabei stellen Sie sehr treffend das Spannungsverhältnis dar, das zwischen dem Anspruch von Wissenschaft auf Objektivität und den Begrenztheiten die wissenschaftlicher Praxis aufgrund der jeweils gegebenen historischen, gesellschaftlichen, technologischen Bedingungen sowie durch Interessen, Weltanschauungen, Wertvorstellungen der wissenschaftlich Handelnden auferlegt werden.Wie dennoch am Anspruch auf Objektivität festgehalten werden kann, beschreibt Frau Wingfield: "Sofern Wissenschaft sich dessen bewusst ist und in ihren wissenschaftlichen Arbeiten darlegt, unter welchen aktuellen soziokulturellen, politischen, psychosozialen Bedingungen und aktuellen Erkenntnissen sie mit welchen Methoden forscht und wissenschaftliche Theorien und Paradigmen erarbeitet und diskutiert, sich der offenen Fragen, die aus den neuen Erkenntnissen erwachsen, bewusst ist, kann Wissenschaft den Anspruch erheben objektiv und gewiss in ihren Ergebnissen zu sein."
- 4. Welche Bedeutung haben Theorien für die Wissenschaft von Bildung? theoreia – etwas aus der reflexiven Distanz betrachten und erkennen. Karl Popper beschreibt Theorie „als das Netz, das wir auswerfen, um die Welt einzufangen“. Dies zeigt die mindestens 2- wenn nicht 3-Dimensionalität der Theorie in der Wissenschaft von Bildung. Theorie als sich 1. distanziert auf das Subjekt rückbesinnende Betrachtungsweise, die 2. auf diese Weise Erkenntnis schafft und 3. bei Karl Popper als Netz (ich denke hier an ein Fischernetz, mit regelmäßigen geometrischen Strukturen) das eine vorgegebene Struktur liefert, die Ordnung schafft und Raum lässt für wissenschaftliche Erkenntnisse. Theorien sind das Ergebnis und die Grundlage wissenschaftlicher Forschung (das Netz, s.o.). Anders als praktisches Wissen, das im Alltag oder im Beruf erworben wird und seine mehr oder weniger reflektierte, unmittelbare praktische Anwendung findet, erlauben Theorien die reflektierte, kritische Auseinandersetzung mit pädagogischen Fragen („aus der reflexiven Distanz betrachten“). Zudem kann der Bildungswissenschaftler so die pädagogische Dimension einer Fragestellung erkennen („etwas aus der reflexiven Distanz…erkennen). Insofern sind die Theorien für die Wissenschaft von Bildung von grundlegender Bedeutung, ohne die wissenschaftliches Arbeiten nicht strukturiert, kritisch, distanziert und reflexiv möglich ist. Vor Beantwortung dieser Frage: Was ist eine Theorie?Hier möchte ich den Ursprung des Wortes Theorie anführen: 'etwas aus der reflexiven Distanz betrachten und erkennen.' S.12In diesem Satz steckt für mich all das drin, was auch bereits angeführt wurde: Zusammenhänge erkennen, die ohne Theorien nicht sichtbar wären, Phänomene von einander abgrenzen, die Dinge klarer, deutlicher, komplexer und vielschichtiger zu sehen.Zur Bedeutung von Theorien ein Zitat:'Grundbegriffe und Theorien sind unverzichtbar, wenn wir uns nicht der Möglichkeit von Kritik entledigen wollen.' S.17Theorien sind also Grundlage der wissenschaftlichen Reflexion.
- 5. Was ist wissenschaftliches Wissen im Unterscheid zu meinen oder glauben? Meinen, Glauben und Wissen unterscheiden sich durch den Grad der Überzeugung / Fürwahrhalten:Meinen - subjektives und objektiv unzureichendGlauben - subjektiv zureichen, objektiv unzureichendWissen - subjektiv und objektiv zureichendWissenschaftliches Wissen (in Theorien festgehalten) wird durch methodischen Zugang erhalten, ist intersubjektiv begründbar und kann argumentiert werden und ist auf die Zustimmung der wissenschaftlichen Gemeinschaft angewiesen. Dabei ist der Inhalt des wissenschaftlichen Wissens wandelbar! Das Zustandekommen nicht. für mich bedeutet 'das Zustande kommen nicht', dass es der Zustimmung der wissenschaftlichen Gemeinschaft bedarf um wissenschaftliches Wissen zu werden. Wenn die Allgemeinheit dem zustimmt ist es (nur) Wissen. Wissenschaftliches Wissen benötigt auch eine Akzeptanz der angewendeten Methoden und des Zugangs. Beim Wissen reicht es, wenn subjektiv und obkejtiv das Fürwahrhalten vorhanden ist, beim wissenschaftlichen Wissen wird mehr gefordert. Die Methoden sind mit der Zeit definitiv auch wandelbar. Durch den Methodenwandel und den geänderten Zugang zur Welt können dann auch Paradigmenwechsel hervorgerufen werden, aber nur wenn dieses neue Wissen aufgrund der angewendeten Methoden von der wissenschaftlichen Gemeinschaft fürwahr gehalten werden, wird es wissenschaftliches Wissen.
- 6. Erklären Sie den Unterschied zwischen wissenschaftl. Wissen, Professionswissen und Alltagswissen Wissenschaftliches Wissen ist das Wissen, das sich Studierende während ihres Studiums und ihrer wissenschaftlichen Arbeit aneignen. Wissenschaftliches Arbeiten setzt sich kritisch und reflektierend mit den wissenschaftlichen Theorien auseinander, forscht mit anerkannten wissenschaftlichen Methoden, beleuchtet pädagogische Fragestellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Nur das wissenschaftliche Wissen erlaubt dank des theoretischen Hintergrunds die kritische, distanzierte und reflektierte Betrachtung pädagogischer Fragestellungen. Die Vorteile wissenschaftlichen Wissens liegen für mich in der Möglichkeit kritisch und reflektierend zu hinterfragen, Kenntnis von Theorien zu haben, über einen Methodenpool zu verfügen, um ein pädagogisches Problem zu erkennen, zu untersuchen, distanziert und kritisch zu beleuchten. Alltagswissen Professionswissen Reflexionsniveau wenig, kaum reflektiert reflektiert erworben durch Sozialisation, Familie, Medien, Freunde, etc. Ausbildung, Studium Grundlage wissenschaftliches Wissen was sich Alltag bewährt wissenschaftlich begründete Konzepte Geltung Bewältigung des Alltages Bewältigung des Berufsalltges Professionswissen unterscheidet sich vom Alltagswissen in der Grundlage (wissenschaftliches Wissen oder nicht) sowie im Reflexionsniveau welche das Denken, Tun und Urteilen beeinflussen.
- 7. Was sind wissenschaftliche Begriffe und Grundbegriffe? Ein Begriff versucht ein zu beschreibendes Phänomen in einem Wort zu kompensieren. Diese präzise Beschreibung erhält ihren Sinn aber immer erst durch ihm zugrunde liegende Theorien und Ordnungen. Oft können Begriffe aber nicht endgültig bestimmt werden, was wiederum Freiraum für neue wissenschaflticheAnsätze bietet. Das zeigt sich auch als entscheidende Komponente für die Grundbegriffe einer Wissenschaft. Grundbegriffe sind historisch gewachsene Bezeichnungen für Phänomene, um jene sich der Diskurs einer Wissenschaft immer wieder dreht. Sie erhaltenso eine zentrale ordnungs- und sinnstiftende Aufgabe, die für eine kritischeAuseinandersetzung unverzichtbar sind.Zum einen sind Grundbegriffe und deren Definition grundlegendes Wissen für eine Disziplin. Zum anderen schaffen sie durch ihre Unbestimmtheit offene Frage- und Problemstellungen, die die Teildisziplinen einer Wissenschaft immer wieder einander annähern lässt.
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