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33040 (Subject) / Erziehung (Lesson)

Grundbegriff Erziehung

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  • 2. Diskutieren Sie den Unterschied von Absicht und Wirkung am Beispiel Kafkas! Am Beispiel Kafkas wird das Machtverhältnis zwischen dem sich entwickelnden Kind und dem fertigen Mann sehr deutlich. Die Absicht des Vaters ist durch 'hartes Anpacken' einen kräftigen und mutigen Jungen zu erziehen. Durch das ungleiche Machtverhältnis, das dem Jungen sehr gegenwärtig ist, ist die Wirkung aber Einschüchterung. Die in guter Absicht vorgemachten Schwimmbewegungen, die den Jungen zur Nachahmung ermuntern sollen, haben eine niederdrückende und beschämende Wirkung. Die aufgestellten Tischmanieren werden nicht als allgemeine Regeln sondern als Unterdrückung empfunden. All diese Beispiele zeigen, dass man als Erziehender die Sicht des zu Erziehenden nicht außer acht lassen darf. Wenn eine Erziehungsmaßnahme nicht die gewünschte Wirkung hat, muss es nicht am zu Erziehenden sondern es könnte auch an der Methode liegen.Zum Abschluss noch einen Spruch, der den Unterschied zwischen Absicht und Wirkung inne hat: 'Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht'.
  • 7. Auf welches theoretische Deutungsspektrum verweisen die Definitionen von Erziehung? die Schwierigkeiten, die Sie mit der Einordnung der unterschiedlichen Perspektiven auf den Erziehungsbegriff haben, gründen im Begriff der Erziehung selbst.Erziehung, als ein, nach Tenorth* etwas "unklarer" Begriff bezeichnet nämlich:- den Prozess (das was geschieht zwischen Erzieher und zu Erziehendem)- das Ergebnis (von intentionalen Handlungen sowie von sozialisatorischen Einflüssen)- die Handlungen des Erziehers (denen eine Absicht zugrunde liegt)- die Wirkungen auf den zu Erziehenden (im SB von Kafka beschrieben)- der Begriff kann deskriptiv wie normativ verwendet werdenDie unterschiedlichen Deutungen und Perspektiven lassen sich also so erklären, dass jeweils andere Aspekte von Erziehung fokussiert werden.
  • 3. Klären Sie die Verbindung von Erziehung und Anthropologie! Die Vorstellungen, wie man durch Erziehung auf einen Menschen einwirken kann, sind eng mit der Vorstellung, die man vom Menschen hat, verbunden. Die Antrophologie, als Lehre vom Menschen, beschäftigt sich mit der Natur des Menschen. Dabei stehen biologische , aber auch philosophische Aspekte zur Diskussion. Das Bild, das man sich vom Menschen macht, beeinflusst die Wahl der Erziehungsmethode. Verschiedene Auffasungen über die Anthropologie des Menschen, sei es bezüglich seiner Lernfähigkeit, seiner biologischen Festlegung auf bestimmte Eigenschaften, der Beeinflussbarkeit seiner Intelligenz, seiner Formbarkeit, seiner Möglichkeit zur Selbststeuerung, lassen jeweils andere Methoden sinnvoll erscheinen. Ändert sich also das Menschenbild, dann ändert sich auch das Verständnis von Erziehung. in Ihren Antworten verweisen Sie auf den Einfluss, der von der Anthropologie, als Lehre vom Menschen, geprägten Vorstellungen vom Menschen auf das erzieherische Denken und Handeln. Diese Vorstellungen, die sowohl philosophisch wie auch naturwissenschaftlich ausgerichtet sein können, unterliegen, wie in einigen Antworten beschrieben, Veränderungen. Mit ihnen wandeln sich auch das Verständnis von Erziehung.
  • 4. Erläutern sie den metaphorischen Gehalt des Begriffs Erziehung! "Jeder Mensch der über Erziehung nachdenkt, oder erzieht hat eine bestimmte Vorstellung von Erziehung. Einmal soziokulturell, aber auch durch eigene Erfahrungen und Erlebnisse geprägt. Dieses individuelle Bild von Erziehung gibt Sicherheit im Tun und ein subjektives Verständnis wie Erziehung ablaufen kann. Metaphorische Bilder sind meist unreflektiert." ich verstehe die Frage, dass nach der Bildlichkeit die in dem Wort 'Erziehung' selber steckt gefragt wird, also auf die Wortherkunft zielt.Hier würde ich also anführen, dass es den jüdisch-christlichen Verständnis der Zucht und Ordnung inne hat (musar), wie auch den griechischen Gedanken der freien Selbstentfaltung (paideia).  
  • 5. Erziehungsmetaphoriken Erziehungsmetaphoriken beschreiben die Ansprüche und Praktiken der Erziehenden bildlich veranschaulicht und enthalten häufig das eigentliche Verständnis von Erziehung. Fundamentale Bilder sollen die Erziehungsmethoden und – stile legitimieren. Die jeweils favorisierten Bilder decken sich oft mit dem Alltagsverständnis der Zeit und aktuell gültigen soziokulturellen Normen und Menschenbildern. Die Erziehungsmetaphoriken sind nur das der Perspektive des Erziehers, die Wirkung auf den zu Erziehenden bleibt unausgesprochen. Das Gelingen der Erziehung bei planmäßigem Vorgehen wird nicht in Frage gestellt. Aus der Sicht des Zöglinge verändern die Bilder ihr Gesicht, hier kann Führung reine Gewalt bedeuten. In den Bildern für Erziehung stimmen die Absichten von Erzieher und zu Erziehendem stets zusammen. Erst aus der Perspektive des zu Erziehendem wird die asymmetrische Machtstruktur deutlich, die diese Bilder eventuell gerade zu kaschieren suchen. Wachsenlassen: Der Erzieher als Gärtner Führen: Der Erzieher als Hirte Erziehers als Disziplinierenden - Zähmen und Disziplinieren Erzieher als Schiedsrichter Licht und Erweckung: Der Erzieher als Aufklärer  
  • 6. Erörtern Sie Bestimmungen des Begriffs Erziehung! es geht "um die Reflexion der Machtstrukturen und der Disziplinierung, um die Fragen, wer erzieht wo,wen, womit und wozu und die Frage, ob sich Erziehung an einer Absicht oder eher einer Wirkung orientieren sollte". Die Frage zielt für mich darauf, was unter Erziehung verstanden werden soll.Wird als Erziehung nur die Handlung angenommen, die intendiert ist? (Intentionale Erziehung) Oder werden auch nicht intendierte Einflüsse als Erziehung gewertet? (Funktionale Erziehung (oder besser als Sozialisation bezeichnet?))Auch die Absichts-Wirkungs-Frage kann eine Bestimmung des Erziehungsbegriffes sein. Wird die Erziehung durch das beabsichtigte Ergebnis oder doch eher durch das tatsächliche Ergebnis beschrieben? (siehe Beispiel Kafka)Was sind dann Erziehungsversuche, die keine Wirkung haben oder Wirkungen, die nicht erwünscht wurden?In dem hier gespannten Raum von intendierter und funktionaler Erziehung, Absicht und Wirkung, Freiheit und Zwang, Selbst- und Fremdbestimmung in der Wechselwirkung von Erzieher und Erziehenden ist der Erziehungsbegriff angesiedelt. Es geht also auch um die Grundlage / das Ziel / das Allgemeine / das gesellschaftlich Erwartete woraufhin erzogen wird, z.B. Werte und Normen, Verhaltensweisen etc. die durch Religion, Gesellschaft, Wissenschaft etc. bestimmt werden und im Zeitverlauf Veränderungen unterliegen.Würde zur Beantwortung der Aufgabe auch die Fragen nach dem wer, wen und wo gehören? Also dass Eltern, Erzieher und Lehrer meist Kinder und Jugendliche in der Familie und Institutionen erziehen. Meist Kinder und Jugendliche oder werden auch Erwachsene z.B. Insassen von Justizvollzugsanstalten in dem Sinne erzogen? Auch hier ist ja das Ziel den Menschen zu gesellschaftlich akzeptierten Verhalten zu erziehen. Sozialisieren wäre mir hier zu 'schwach', da es ja eine konkrete Maßnahme mit einem konkreten Ziel / Absicht ist.
  • 1. Diskutieren sie, ob von Erziehung gefordert werden kann, dass Auschwitz sich nicht wiederhole! Ich denke, prinzipiell kann vieles von Erziehung gefordert werden, auch „dass Ausschwitz sich nicht wiederhole“. Die im Studienbrief vorgestellten Erziehungsmetaphoriken haben alle das Ziel, wenn auch mit unterschiedlichen Methoden, Technologien und Schwerpunkten, den Heranwachsenden zu einem mündigen, vernunftgeleiteten, sozial integrierten, seine individuellen Möglichkeiten erfolgreich und zufriedenstellend nutzenden Erwachsenen aufzuziehen. Reicht hier der gute Wille der Erziehenden aus? Haben die Eltern, Erzieher und Lehrer der Aufseher und Mörder in Ausschwitz, sowie die sie umgebende nazi-duldende und –unterstützende Gesellschaft ihre Kinder absichtlich oder versehentlich zu Mördern, Statthaltern und Unterstützern eines menschenverachtenden Systems erzogen? Ohne Untersuchungen zu diesem Thema zu kennen, denke ich zunächst mal nein. Was ist also falsch gelaufen? Wenn wir die Erziehungsmethaphoriken und Theorien betrachten, finden wir wenig zu den Einflüssen der peergroupe, der Gesellschaft, der Medien, der Veranlagung, der individuellen sozialen Problemlösungskompetenz, u.v.m. also zu den nicht intendierten Einflüssen auf die Erziehung. Insofern bin ich Eurer Meinung, dass diese Forderung an die Erziehung durchaus gestellt werden kann, ja sogar gemacht werden muss,dass allerdings der Gesellschaft auch bewusst sein oder gemacht werden muss, dass die individuellen Anlagen des Heranwachsenden, des Erziehenden und die soziokulturellen Bedingungen zum Gelingen dieses Anspruchs vorhanden sein oder hergestellt werden müssen.
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