Interferenz (=Störungs)-Konkurrenz um Raum bei sessilen Tieren und Pflanzen
Konkurrenz um Nist- oder Brutplätze Oft durch allelochemische Substanzen realisiert (Substanzen, die von Organismus produziert werden und für einen anderen Organisms toxisch sind oder deren Wachstum hemmen) zB Catechin der Flockenblume: exudiert aus den Wurzeln in den Boden und hemmt das Wachstum anderer Pflanzen --> Standortsicherung
Stress und Anpassung
Belastungsschwankungen (mit Trainings- bzw. Abhärtungseffekt) vs. destruktiver Stress Anpassung durch Evolution (= Angepasstheut durch selektive Prozesse und adaptive Merkmale) 1. modulative/ akklimate Merkmale = reversible Phänotypsveränderungen (zB Frosthärte bei Pflanzen) 2. modifikative Merkmale = irreversible Phänotypsveränderungen (zB das Schaffenblatt) 3. genetisch-fixierte Merkmale = erblich, nicht modulierbar
Phytozönose
= Gesamtheit der Pflanzen im Ökosystem; pro Art meist mehrere Induviduen (= Population); nicht alle Individuen sind genetisch unterschiedlich, zT klonale Entstehung (Ausläufer zB) Funktionelle Struktur der Phytozönose: 1. Prinärproduzenten2. (direkt) Herbivoren (Phytophage)3. (indirekt) Carnivoren (Räuber 1., 2., 3. Ordnung usw.)4. Destruenten (Abbau toter organischer Rüvkstände)
Verteilung der Pflanzensubstanz innerhalb der Phytozönose
Biomasse: lebendes oder- und unterirdisches Pflanzenmaterial inklusive toter Innengewebe (Xylem) Nekromasse: äußerlich anheftendes totes Gewebe Phytomasse: Biomasse + Nekromasse Streu: loses, totes Pflanzenmaterial (Bodenstreu, ...) Humuskomlex: mit bloßem Auge keine Organstruktur erkennbar
Blattflächenindex
LAI = leaf area index --> m² Blattfläche/ m² Bodenfläche LAD = leaf area density --> m² Blattfläche/ m² Bestandsvolumen
Wurzelsysteme
Feinwurzeln nahe der Oberfläche --> Mineralaufnahme, Mykorhizza tiefliegende Wurzeln --> Wasseraufnahme Stockwerkartige vertikale Verteilung --> Nischendiffrenzierung
Standortfaktoren vs. Umweltfaktoren
Standortfaktoren: über lange Zeiträume irreversible Faktoren: Klima, Relief, Boden, zT biotische Einflüsse Umweltfaktoren: kurzfristig stark variabel: Strahlung, Wärme, Feuchtigkeit, machanische und biologische Störgrößen
Standort
Wuchsort
Habitat
Standort = durch einheitliche Standortfaktoren gekennzeichnete Fläche Wuchsort = Fundort, konkrete Stelle Habitat = Lebensraum einer bestimmten Pflanzenart/ -artengruppe
Boden
Muttergestein + Relief + Klima + Organismen = Bodenbildung Edaphon = Gesamtheit aller im Boden lebenden Bodenlebewesen Rhizosphäre = Schnittstelle
Pflanzenareale - Klima
Klima = mittlerer Zustand der Atmosphäre und durchschnittlicher Verlauf der Witterung über viele Jahre Wetter = Momentaufnahme Klimate = charakteristisch durch Ausmaß und Verteilung von Wärmezufuhr und Niederschlag Arid = jährlicher Niederschlag < Evapotranspiration humid = jährl. NS > Evapotranspiration
Pflanzenareale - Klimadiagramme
warm-gemäßigtes Klima: mit kontinentalem Einfluss (mit WInterregen und Sommertrockenheit) gemäßigtes Klima: mit ozeanischem Einfluss (NS zu jeder Jahreszeit) tropisch-humides Klima: mit ausgeprägter Regenzeit
Pflanzengesellschaften
= Zusammensetzung erklärbar über verschiedene Komplexitätsebenen - Populationen einer Art - Arten - Individuelle Vegetationseinheiten übergeordneter historischer Prozess: Evolution --> Florenreiche
Pflanzenareale
Verbreitungsgebiet von ArtenErgebnis stammesgeschichtlicher und raum-zeitlicher Entfaltungbestimmt durch morphologische/ ökophysiologische Konstitution (bzw Anpassungsfähigkeit)konkurrenzkraftAusbreitungschancen/ -Schranken im Laufe der ErdgeschichteVorkommen geeigneter StandortePotentielles vs. aktuelles Areal Areale = Summierung der Fundorte eines TaxonsBeschreibung vor allem durch Ausdehnung/ Kontinuität/ Besiedelungsdichte
Arealtypen
Arealerweiterung (mit der Zeit größer werdend) disjunkt (mehrere kleine Ausläufer, mit dr Zeit weiter voneinander entfernt) reliktär/ paläoendemitisch aloopatrische Differenzierung Pseudovarianz/ Schwestertaxa (kein gemeinsamer Ursprung) Formenkreis/ Radiation (mit Diversitätszentrum, Reliktenendemiten, Neoendemiten)
Fragmentierung von Arealen
wenn Areallücken nicht mit normaler Ausbreitung überwunden werden könnenExklavenDisjunktion durch: Reduktion geschlechtlicher Ausbreitungsgebiete, seltene Fälle von Fernausbreitung
Geoelemente
= geologische Beiehungen zwischen den Arealen - klimatische Florenzonen: Areale oft gürtelförmig den Breitengraden folgend, dem allgemeinen Temperaturgefälle folgend --> latitudinale Zonen
Kontinentalität
Jahres- und tageszeitliche Ausgleichungen von Feuchtigkeit und Temperatur einerseits: küstennah, humid, geringe Temperaturschwankungen über das Jahr andererseits: küstenfern, arid, große Temperaturschwankungen über das Jahr + alles dazwischen
Ausbreitungsbiologie
Diasporen: Ausbreitungseinheiten (Sporen/ Samen, Schließfrüchte, ...) Nah- und Fernausbreitung
Florenreich - Antarktis
kontinentalferne Inseln im Bereich der Weltmeere 1. Kontinent Antarktika --> Spermatophyten nur noch mit 1 Poaceaen- und 1 Caryophyllaceaenart vertreten --> vor allem reiche Moos- und Flechtenvegetation 2. Subantarktis -> Acaena (Rosaceae), Azorella (Aiaceae), Nothofagus (Nothofagaceae)
Biome - boreale Wälder
Gürtel nördlich der temperaten Zone Nadelbäume dominieren bis -70°C im Winter, Sommer teilweise sehr heiß Fichten sind tief beastet und schlank --> gute Lichtausnutzung, geringe Schneelast, Bodenwärme riesige Ausdehnung --> wichtiger globaler Klimafaktor (CO2-Speicher, Strahlungsabsorption) Dominante Taxa: Pinus, Larix, Picea, Abies, Betula, Moose+Flechten
Biome - Wüsten der temperaten Zone
frostiges Winterklima, regenloser Sommer, Verdunstung > Niederschlag Halophyten, death valley, Asteraceaenreich
Biome - Steppen und Prärien
kontinentale Bereiche temperater Zonen riesige Grasländer, geformt vom Klima/ Huftieren/ Mensch Argentin, Pampa
Biome - alpine Vegetation
oberhalb der natürlichen Waldgrenze Mikroklima entscheidend! --> niedriger kompakter Wuchs: geringe Abgabe von Strahlungswärme baumlos (weil oberhalb der Waldgrenze) Zwergsträucher, Grasartige, Polsterpflanzen, Rosettenbildner, Kryptogamen kaum/ fehlend: Geophyten und Anuelle wichtigste Taxa: Asteraceae/ Poaceae/ Cyperaceae/ Caryophyllaceae --> machen zusammen oft 50% aus Ericaceae/ Gentianaceae/ Rosaceae/ Ranunculaceae
Biome - Laubabwerfende Wälder
typische vegetation der humien mittleren Breiten der Nordhemisphäre Südhalbkugel: nur kleine Areale von Nothofagus am artenreichsten in Ostasien, Ostküste Nordamerika in Mitteleuropa eiszeit bedingt am artenärmsten kaum Rohhumusbildung Taxa: Quercus, Acer, Fagus, Tilia, Betula, Prunus
Biome - Lorbeerwaldzone
im Tertiär weltumspannend, große Fläche heute anthropogen dezimiert, Reliktareale immergrüne Wälder in ~frostfreien, ~humiden Gebieten 25 Breitengrade umspannend Laurophyllie = Blätter ledrig, fast oval, ganzrandig --> Eukalyptus, Olivenbäume
Biome - mediterrane Zone
Grenzbereich zwischen subtropischen und temperaten Bereichen immergrüne Hartlaubvegetation Mittelmeergebiet, Californien, Chile, Kapregion, Sudan Derbe, langlebige Blätter: Sklerophyllie Feuer: alle 40- 100 Jahre --> pyrophile Pinusarten begünstigt wenn Feuer < 40 Jahre: Hartlaubbusch (Regeneration über Stockausschläge) eines der größten Biome mit größter Biodiversität (Winteranuelle, Geophyten, perennierende Stauden, Sträucher) Buschwald < 10m Höhe
Biome - Vegetation der heißen Wüsten
große Trockengebiete zwischen den Wendekreisen und temperater Zone beider Hemisphären Übernutzung an Wüste angrenzender Gebiete --> anthropogene Desertifikation Grundwassertiefe ist wesentlicher Faktor global am wichtigsten: Stäucher mit sehr tief reichenden Wurzeln/ Sukkulenten/ Geophyten u. Therophyten/ klonal wachsende Gräser Wüsten floristisch eher arm Taxa: Mimosaceae, Zygophyllaceae, Cactaceae
Biome - tropische Savannen
15 Mio. m² Fläche, Saisonalität des Wasserangebots prägend: Huftiere/ Elefanten, Termiten, Feuer Mikrotopographie: Mosaik von trockenen/ nährstoffarmen verwitterten Bödenfeuchtere nährstoffreichere Muldenausgelaugte Sandeohne Feuer/ Großherbivore: rasches Zuwachsen --> Wald/ Graslandverhältnis ist von Huf-/ Raubtieren gesteuert C4-Gräser, Akazien (stark bedornte Arten), Stammsukkulente
Biome - tropische halbimmergrüne Wälder
Saisonalität, periodische Belaubung regengrüne Wälder Monsunwälder Trokenwälder Winterhalnjahr ist trocken Monsun: Beginn und Intensität variieren mit zunehmender Trockenheit nimmt Baumhöhe, Epiphyten- und Lianenbesatz ab sehr gefährdetes Biom druch anthropogenen Einfluss leichte Brennbarkeit wegen der Trockenperiode einfache Rodung hohe Artenvielfalt: Malvaceae, Burseraceae
Biome - tropische/ subtropische Hochgebirgsvegetation
Bergwaldgrenze: 3600-4000 m Tageszeitenklima große Horstgräser Riesenrosetten/ Schopfrosettenbäume bis 6 m Höhe Wollfilzig ("Wollkerzenpflanzen") --> Strahlungs- und Benezungsschutz wichtige Taxa: Hypericaceae, Ericaceae, Poaceae, Asteraceae, Gentianaceae
Biome - feucht-tropische Bergwälder
1000- 4000 m unten bis 45 m hoch, an der Waldgrenze 3- 5 m (Krummholz) Rohhumusauflagen: kühl- nasse Bedingungen hemmen den Streuabbau Biodiversität: extrem artenreich im unteren Bereich üppiger Epiphysenbesatz Palmen, Maraceae, Rubiaceae treten zurück gegenüber dem Tiefland Fagaceae, Quercus Gymnospermen und Baumfarne nehmen mit der Höhe zu
Biome - feucht-tropische Tieflandwälder
flächenmäßig größte Klima- und Begetationszone frostfrei, immerfeucht ca. +/- 10°C Stoffumsatz im Boden durch Wärme/ Feuchte stark begünstigt --> stark ausgelaugte Böden Mineralstoffkapital ist in der Pflanzenmasse selbst Baumkronen 30- 50 (70) m + Epiphyten Lichtkonkurrenz ist entscheidender Faktor Diversität: auf 1 ha Fläche kommen ca 60- 100 (300) Baumarten (Grund: geringe Störungen)