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Psychologie (Subject) / Befunde (Lesson)

Kapitel 2: Gewohnheiten

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  • Rotter (1961)*: Einfluss kognitiver Variablen auf Löschungsresistenz Eine Gruppe erledigte eine zufallsabhängige Aufgabe und eine zweite eine fähigkeitsabhängige, bei der es um motorische Geschicklichkeit ging. In der ersten Bedingung erhielten die Probanden eine kontinuierliche Verstärkung (100% der richtigen Verhaltensweisen)  und in der zweiten Bedingung eine 50%-partielle Verstärkung. Bei zufallsabhängiger Aufgabe zeigte sich bei kontinuierlicher Verstärkung eine geringere Löschungsresistenz als bei partieller Verstärkung. Dies steht im Einklang mit Skinner. In der fähigkeitsabhängigen Gruppe war die Löschungsresistenz dagegen bei kontinuierliche größer. Dieser Befund zeigt, dass Verstärkerpläne aus Tierexperimenten sich nicht eins zu eins auf Menschen übertragen lassen, da bei diesen auch höhere kognitive Funktionen eine Rolle spielen. Die kontinuierliche Verstärkung stärkte in der fähigkeitsabhängigen Gruppe das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das nicht so schnell verlorengeht (Attributionstheorie nach Heckhausen).
  • Bargh (1996)*: Aktivierung der IVS durch subliminales Priming Die Probanden sollten entweder Sätze mit Wörtern aus dem Wortfeld „unhöflich“, „höflich“ oder mit neutralen Wörtern bilden. Daraufhin wurde gemessen, mit welcher Latenz und Häufigkeit die sie den Versuchsleiter unterbrachen, der ein Gespräch mit einer anderen Person simulierte. Die „unhöflich“-Gruppe unterbrach ihn häufiger/schneller als die neutrale KG und diese wiederum häufiger/schneller als die höfliche KG. Das subliminale Priming hat einfache Verhaltensroutinen angeregt (Verhaltenspriming).
  • Gollwitzer & Brandstätter (1997): Durchführungs- und Zielintention (Aufhebung des Willens) Probanden sollten Absichten nennen, die sie während der Weihnachtsferien umsetzen wollten (bspw. Referat). In der Durchführungsintentionsgruppe war der Ort und die Zeit der Ausführung spezifiziert, während in der Zielintentionsgruppe unspezifizierte Absichten vorlagen. Bei subjektiv schwierigen Absichten war die Umsetzungsrate bei der Spezifizierung größer, während die Umsetzungsrate bei subjektiv einfachen Absichten ähnlich hoch war. Dieser Befund zeigt die Vorteile des objektgesteuerten Verhaltens → die Spezifizierung mach die Handlungsdetails zu Objekten.
  • Lengfelder & Gollwitzer (2001): Durchführungs- und Zielintention Die Probanden sollten als Primäraufgabe zunächst einen Kreis und ein Quadrat in Deckung bringen. Als Sekundäraufgabe sollten die Probanden nur bei einer Zahl und nicht bei Buchstaben eine Taste drücken und hier besonders schnell bei der Zahl drei. Eine Durchführungsintention wurde induziert, indem die Probanden sich immer wieder die Aufgabe vorsprechen sollten, während sich die Probanden in der Zielintention lediglich mit der Zahl drei beschäftigen sollten. Sowohl normale Probanden als auch Frontalhirnpatienten mit beeinträchtigter Selbststeuerung zeigten bei der Durchführungsintention eine schnellere Reaktionszeit. Sollte statt der Go/No-Go Aufgabe das Spiel Turm von Hanoi bearbeitet werden, das exekutive Funktion erforderte, war der Leistungsvorteil bei den Frontalhirnpatienten und normalen Probanden in der Durchführungsintention gleichermaßen schwächer. Die Spezifikation der Ausführung macht die willentliche Kontrolle überflüssig, da die Durchführungsintention an das IVS delegiert wurde, weshalb auch Patienten mit beeinträchtigter willentlicher Selbststeuerung davon profitieren konnten.
  • Chartrand & Bargh (1999): Intuitives Verhalten bahnt A+ Ahmt ein Confederate die intuitive Ausdrucksweise (Gestik, Mimik) einer Person nach, entsteht Sympathie und die soziale Interaktion verläuft subjektiv reibungsloser. Intuitives Verhalten bahnt also positiven Affekt.
  • Schwarz (1996): Pathologie der Intuitiven Verhaltenssteuerung Bei Zwangspatienten (exzessive Wiederholung einer Handlung) sind Orbitofrontaler Kortex und Basalganglien übernormal aktiviert (Überaktivierung von OES und IVS). Nach einer Therapie hat Aktivität des rechten Ncl. Caudatus (Basalganglien) abgenommen. Teile der Basalganglien sind für automatisierte Verhaltensroutinen verantwortlich
  • Goodale & Milner (1992): Bewusste Objektwahrnehmung bei Objektagnosie unnötig Eine Patientin mit einer Läsion im ventralen System litt unter einer visuellen Objektagnosie und konnte daher Objekte nicht erkennen bzw. ihre Finger der Größe des Objektes entsprechend zu spreizen. Wurde die Patientin allerdings aufgefordert nach dem Objekt zu greifen, spreizten sich ihre Finger automatisch in der entsprechenden Distanz. Dies belegt die Trennung von IVS und OES in zwei unterschiedliche Wahrnehmungssysteme
  • Haffenden & Goodale (1998): Titchener Täuschung und IVS Die Probanden hatten um einen Kreis entweder viele größere oder kleinere Kreise. Wurde der Kreis von kleineren umgeben, wirkte er im Vergleich größer, da die objektorientierte Wahrnehmung getäuscht wird. Sollten die Probanden dagegen nach dem inneren Kreis greifen, spreizten sie die Finger gleich, unabhängig davon ob der zentrale Kreis von kleineren oder größeren Kreisen umgeben war, da die intuitive Wahrnehmung nicht getäuscht wird.
  • Decety (2002): Aktivierung dorsaler Regionen bei (reziproker) Nachahmung Bei Nachahmung einer fremden Person sind im PET linksparietale Regionen aktiviert, während die Nachahmung einer eigenen Bewegung durch andere rechtsparietale aktiviert
  • Meltzoff & Moore (1989): IVS bei Säuglingen → Spiegelneurone Neugeborene imitieren das Verhalten der Mutter unmittelbar und einen Tag danach, was auf die Existenz von Spiegelneuronen und genetisch vorbereiteten, intuitiven Programmen deutet.Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um eine Prüfung ob es die gleiche Bezugsperson ist.Verhaltenspriming kommt daher auch ohne Vermittlung höherer Prozesse aus, da diese bei Säuglingen nicht angenommen werden.
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