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Psychologie (Subject) / Instruktionspsychologie (Lesson)

TU Chemnitz Rindermann SS2012

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  • Was ist die Grundlage und die Annahme vom Mastery Learning (zielerreichendes Lernen)? Grundlage: Modell schulischen Lernen (Carroll, 1963) Annahmen: - bei normalverteilter Fähigkeit in einem Unterrichtsfach und derselben Instruktion: - normalverteilte Leistung als Endergebnis- starker erwarteter Zusammenhang zwischen Fähigkeit und Leistung (r = +.70) - bei normalverteilter Fähigkeit in einem Unterrichtsfach und einer Instruktionsqualität sowie Lernzeit die optimal an die Merkmale jedes Lernenden angepasst sind:- Mehrheit der Lernenden meistert das Unterrichtsfach- erwarteter Zusammenhang zwischen Fähigkeit und- Leistung geht gegen Null
  • Beschreibe das Modell schulischen Lernens nach Carroll. •Lernen = f(tatsächliche Lernzeit / erforderliche Lernzeit)•Ist die tatsächlich aufgebrachte Lernzeit so groß wie oder gar größer als die erforderliche Zeit  so ist das Lernen erfolgreich!•Verlängerung der Lernzeit und instruktionale Hilfen genügt, um das Lernen sicherzustellen und Leistungsunterschiede auszugleichen Motto: „Alle schaffen es, Lernerfolg für jeden.“
  • Welches sind nach dem Mastery Learning die 4 Variablen auf denen Lernerfolg basier? Fähigkeit •Bestimmt die Zeit / den Aufwand / die Unterstützung, die ein Lerner benötigt um den Inhalt zu vestehenUnterrichtsqualität •„Das Ausmaß der Anpassung der Darbiertung, Erklärung und Anordnung der Elemente einer Lernaufgabe an einen Lernenden“Motivation •Bestimmt die Zeit, die ein Lerner investieren möchte, um einen Inhalt zu verstehenVerfügbare Lernzeit •Nach Caroll „der Schlüssel zum Mastery Learning“
  • Erläutere die Vorgehensweise des Mastery Learning. - Formulierung eines Lernziels; abschließen einer Aufgabeneinheit als Voraussetzung für Wechsel zur nächsten Einheit(Mastery Standard, meist zw. 80% - 100% richtige Antworten)- Sequenz von hierarchisch angeordneten Lerneinheiten; diagnostische Tests= formative Evaluation- ggfs. korrektives Lernmaterial, erneuter Test- Abschlusstest, summative Evaluation
  • Was hat man in Evaluationsstudien über das Mastery Learning herausgefunden? - Metaanalysen (z.B. Kulik & Bangert-Drowns, 1990):- statistisch bedeutsamer Effekt zugunsten des Mastery Learning- aber: deutlich längere Lernzeit- schwächere Schüler profitierten mehr- Programm förderte das Interesse am Lehrstoff
  • Nenne die 6 Hauptkategorien der kognitiven Lehrziele der Lehrzieltaxonomie nach Bloom. 1.Wissen, Kenntnisse =Sachverhalte wiedergeben können2.Verständnis =Mit eigenen Worten wiedergeben und interpretieren3.Anwendung =Regeln, Gesetzmäßigkeiten auf Sonderfälle übertragen und so Probleme Lösen4.Analyse =Sachverhalte in ihre Struktur zerlegen5.Synthese =Elemente zu einem neuen Komplex zusammenführen6.Bewertung =Sachverhalte nach Kriterien beurteilen Später: Entwicklung weiterer Lehrzieltaxonomien:- Affektive Lehrziele- Psychomotorische Lehrziele
  • Nenne und Erkläre die 4 Strategiekomponenten zur Motivierung des Lernenden des ARCS-Modells (Keller, 1987). - Attention strategies - Interesse erlangen- Interesse aufrechterhalten- Neugier ansprechen- Orientierungsverhalten provozieren durch das Verwenden überraschender, widersprüchlicher oder ungewisser Ereignisse - Neugier bzw. Frageverhalten anregen - Abwechslung durch Variation der Instruktionselemente- Relevance strategies- Instrumentalität des Lernens für bestimmte Ziele - Bedeutsamkeit des Lehr-Lern-Prozesses an sich - Vertrauen und Zielorientierung- Vertrautheit durch Verwendung eines konkreten Sprachstils und möglichst anschaulicher Beispiele mit Bezug auf Erfahrungen und Werten des Lerners aufweisen - Vermitteln einer Lehrzielorientierung durch Betonen der Nützlichkeit  der Instruktion zum Erreichen eigener Ziele - Anpassung an Motivationsprofile - Confidence strategiesFörderung der wahrgenommenen Kompetenz- Kontrollierbarkeit- Lernhilfen und Erfolgsmöglichkeiten- Persönliche Verantwortung- Transparenz der Leistungsanforderungen - Gelegenheit für Erfolgserlebnisse bieten, indem unterschiedliche Leistungsniveaus realisiert werden - Selbstkontrolle & positive Kausalattributionen ermöglichen - Satisfaction strategies - Extrinsische und intrinsiche Anreize- Freude am Lernen unterstützen; Gelegenheit zur Anwendung erworbenen Wissens in realen oder simulierten Situationen - Belohnungen - Stimmigkeit von Beurteilungsmaßstäben und Konsequenzen erbrachter Leistungen
  • Nenne die Methoden der direkten Instruktion. –klar strukturierte Lernerfahrungen–kleine Schritte, flottes Tempo–detaillierte und redundante Erklärung–viele Fragen und Aufgaben, alle Schüler üben aktiv–viele Rückmeldungen, viel Korrigieren von Schülerantworten–kurze Stillarbeitsphasen Überwachen der Schülerarbeit–Lernerfolg durch Überlernen
  • Was ist der Leitgedanke und das Lehrziel der direkten Instruktion? Leitgedanke: wenn ich will, dass meine Schüler was lernen, dann muss ich es ihnen beibringen. Lehrziel: jeden kind so viel beibringen wie möglich, schülkerantworten sollen zum schluss fast automatisch kommen und 100 % richtig sein
  • Was ist die Kritik der direkten Instruktion am konventionellen Unterricht? - zu flüchtige Präsentation des neuen Lehrstoffs; sture Lehrplanerfüllung; zu wenig Wiederholung- zu wenig Übung unter Anleitung- Lehrer ruft nur wenige und immer dieselben Schüler auf- anfängliche Fehler der Schüler nicht sorgfältig korrigiert- Stillarbeitsphasen zu lang & bleiben ineffizient •einmalige Darbietung des Lehrstoffs bzw. nicht oft genug wiederholt bis alle es können
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  • Was ist gut und schlecht an der direkten Instruktion? Laut Beobachtungsstudien angewandt von besonders effektiven Lehrern,deren Schüler den höchsten Leistungszuwachs erzielten.Effektivität in experimentellen Studien repliziert, mittlere positive effekte kritik: •übermäßige Lenkung durch Lehrer•Effektivitätsdenken, zu testbezogen•passive Methode des Unterrichts, zu wenig Förderung der Denkfähigkeit
  • Erkläre die Aspekte problemorientierter Lernumgebungen des Cognitive Apprenticeship (Collins, Brown & Newman, 1989) Inhalte:•Domänenspezifisches Vorwissen (Vermittlung im konkreten Anwendungskontext)•Heuristiken (häufig erfahrungsbasierte, allgemein effektive Techniken)•Kontrollstrategien (Expertenwissen als allgemeine Regel für Novizen formulieren)•Lernstrategien (Verallgemeinerung spezifischer Regeln auf grundsätzliche Vorgehensweisen beim Lernen und Problemlösen) Methoden:•Lehreraktivität:–Modelling: Experte demonstriert Aufgabenlösung und externalisiert kognitive Prozesse–Coaching: Unterstützung und Feedback / Integration verschiedener Fertigkeiten–Scaffolding: Unterstützung bezieht sich auf Aufgabenteile und verdeutlicht dem Lernenden die Struktur der Aufgabe–Fading: Ausblenden instruktionaler Unterstützung •Artikulation > Schüler diskutieren ihr Wissen•Reflektion > Vergleich des eigenen Vorgehens mit den Herangehensweisen anderer; kritische Grundhaltung gegenüber dem eigenen Vorgehen•Exploration > eigenes Modell hinterfragen, kritisieren, Schwachpunkte herausarbeiten Sequenzierung:•Veränderung des Lehrprozesses bei zunehmender Expertise (d.h. zunehmende Komplexität und Variabilität; globale vor lokale Fertigkeiten) Soziologie:•Situiertes Lernen•Expertenorientiertes Lernen•Intrinsische Motivation•Kooperatives Lernen•Ausnutzen von Konkurrenzverhalten
  • Gib ein Beispiel und erläutere daran die Ergebnisse des Cognitive Apprenticeship. 1.Lehrer und Schüler lesen Text zunächst leise2.Schüler übernimmt Lehrerrolle, stellt Fragen zum Text, fasst Text zusammen, trifft Vorhersage usw.3.Lehrer moderiert diesen Prozess, coacht den Schüler im Formulieren guter Fragen und Zusammenfassungen4.Unterstützung seitens des Lehrers nimmt nach und nach ab (scaffolding, fading) Methode extrem effektivIndividuelles Lehren mit Schülern mit schlechten Leseleistungen verbessert deren Textverstehensscores von 15% auf 85%Lehren in Kleingruppen verbessert Textverstehensscores von 30% auf 80%In Klassenuntersuchungen werden Textverstehensscores von 40% auf 80% gesteigert
  • Was ist der Grundgedanke der Aptitude-Treatment-Interaktion? Wechselwirkung zwischen Schülereigenschaften und Merkmalen der Instruktion. optimale Lehrmethode abhängig von merkmalen des einzelnen Lernenden > Notwendigkeit zur Adaption
  • Gibt Beispiele für individuelle Eigenschaften von Lernern (ATI). - Domänenspezifisches Vorwissen- Intelligenz und Begabung- Allgemeine und Teilleistungsschwäche- Lese-Rechtschreib-Schwäche- Kognitive Stile- Lernstile und Lernstrategien- Arbeitsverhalten und Arbeitsprobleme- Einstellungen zu Instruktion- Motivation, Volition und Emotion
  • Was ist adaptive Instruktion (ATI) und deren Ansatzpunkte nach Salomon? Adaptiv ist ein Unterricht dann, wenn die instruktionalen Interventionen an dieIndividuellen Eigenschaften der Lernenden so angepasst werden, dass für jedenEinzelnen Lernenden möglichst gute Lernbedingungen entstehen •Fördermodell: Beseitigung individueller Defizite des Lerners z.B. durch Erhöhung des Zeitaufwandes•Kompensationsmodell: Ausgleich von Lerndefiziten•Präferenzmodell: gezielte Nutzung spezifischer Stärken des Lerners
  • Was ist das allgemeine Ziel päda-psych Interventionsmaßnahmen? Transfer=Übertragung des Gelernten auf Situationen außerhalb des InterventionskontextesProblem: Transfer bleibt häufig aus > mögliche Erklärungen (Renkl, 1996):- Metaprozesserklärungen (metakog. Defizit, motivat. Defizite, dysfunkt. epistemolog. Überzeugungen)- Strukturdefiziterklärungen (Defizite im konzeptuellen Wissen)- Situiertheitserklärungen (kontextgebundenheit)Außerdem: - Schulekontext vs. Komplexität des „wahren Lebens“
  • Welches sind die Transferarten der Taxonomie von Transfereffekten & -distanzen (Barnett & Ceci, 2002)? 1.Inhalt (Was wird transferiert?)–Gelernte Fertigkeiten (Prozedur, Repräsentation, Prinzip / Heuristik)–Leistungsveränderung (z.B. hinsichtlich Geschwindigkeit, Genauigkeit, Ansatz z.b. beim Problemlösen)–Gedächtnisanforderungen (z.B. stark automatisierter Abruf vs. vorheriges bewusstes Wiedererkennen erforderlich) 2. Kontext (Von Wo nach wo wird transferiert?)–Wissensdomäne (verwandte vs. nicht-verwandte Gebiete)–physikalischer Kontext (Lernen und andwendung am selben o anderen Ort)–zeitlicher Kontext (Lernen und andwendung innerhalb einer sitzung o zeit dazwischen)–funktionaler Kontext (Anwenden in anderem Kontext)–sozialer Kontext (anwendung allein oder in gruppe)–Modalität der infoverarbeitung (gleich o wechsel)
  • Was ist der Ausgangspunkt des Anchored Instruction und erläutere ein Beispiel. Cognition and Technology Group at Vanderbilt (1993)Ausgangspunkt: Semantisch reichhaltige “Anker” setzen, die Problemlösesituationen veranschaulichen Beispiel: Jasper-Projekt (jasper adventure series)- Set videobasierter Abenteuergeschichten: motivierenden & realistischen Kontext, Umgang mit komplexen Problemen- Am Ende jeder Geschichte fasst einer der Charaktere die zu lösende Problemsituation kurz zusammen- Geschichten kombinieren Wissen aus verschiedenen Bereichen- gewünschte Lernaktivitäten: Teilziele festlegen, relevante Informationen identifizieren, kooperieren, um komplexe Probleme zu lösen, Vor- & Nachteile diskutieren, Perspektiven vergleichen, interessante Ereignisse aus Geschichte erklären- Nachdem Aufgabe erfüllt, können Lernende sich eine mögliche Problemlösung auf Video anschauen
  • Erläutere die 7 Designprinzipien des Jasper-Projekts. - Videobasiertes Format (Motivierend, hilf weniger guten Lesern, Soll Informationssuche erleichter & komplexes Verstehen erleichtern)- Abenteuergeschichte mit realistischer Problemstellung (Einprägsam, Relevanz von Mathematik und Schlussfolgern für Alltagsereignisse soll verdeutlicht werden)- Generatives Lernen (Schüler müssen die zu lösenden probleme selbst definieren, der Schüler generiert > er erzeugt für sich den Bedeutungsinhalt)- Eingebettete Daten (Alle Daten sind auf dem Video enthalten, Ermöglicht Entscheidungsfindung, vermitteln vergleichbares Vorwissensniveau)- Problemkomplexität (jedes Abenteuer enthält mind. 14 Problemschritte, überwindet Tendenz zum zu frühen Aufgeben, symbolisiert realistische Probleme, fördert das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten)- Paare aufeinander bezogener Abenteuer (Zusätzliche Übung; helfen zu klären, was transferiert werden kann und was nicht (zu jedem Video gibt es noch ein ähnliches Video))- Verknüpfungen über das Curriculum hinaus (Helfen, mathematisches Denken auf andere Bereiche (z.B. Geschichte, Physik) auszuweiten, unterstützen Wissensintegration; unterstützen das Finden von Informationen)
  • Welche 5 Ansätze sprechen für kooperatives Lernen? Erläutere ihre Aussagen. Motivationale Perspektive:Voraussetzung ist gegenseitige Abhängigkeit der Lernenden (Wissen zusammentragen zu müssen) & individuelle Verantwortlichkeit für die Zielerreichung, Ressourceninterpendenz : jeder bringt Informationen ein Neopiagetsche Perspektive: Multiple Perspektiven bei Peer-Interaktion lösen sozio-kognitive Konflikte aus > bewirkt Kognitive Umstrukturierung Neovygotskische Perspektive: Leicht kompetentere Peers unterstützen Lernende dabei, die Zone der nächsthöheren Entwicklung zu erreichen, zuvor nicht meisterbare Anforderungen können mit Peerhilfe bewältigt werden, Peer-Erklärungen verständlicher als Expertenerklärung Perspektive der kognitiven Elaboration und Metakognition: Gemeinsame Wissenskonstruktion erfordert Lernstrategien (mit Vorwissen verknüpfen, interpretieren, organisieren, überwachen, Wissenslücken indentifiezieren, eigene Sichtweisen rechtfertigen) Förderung sozialer Kompetenzen: Das wir uns auf die Aufgabe konzentrieren, Manche konzentrieren sich mehr auf „Recht“ haben und weniger auf die Aufgabe
  • Was sind typische Phänomene unstrukturierter Kooperation nach Renkl, 2008 und welchen Lösungsansatz gibt es? - Der-Hans-der-macht’s-dann-eh - Da-mach‘-ich’s-doch-gleich-lieber-selbst - Ja-bin-ich-denn-der-Depp - Kann-und-mag-ich-nicht-mach‘-Du - Ich-erzähl‘-dir-was-was-du-schon-weißt - Ich-habe-meinen-Teil-erledigt - Gruppenarbeit-nein-danke Lösung: Einsatz von Kooperationsskripts =Skript schreibt vor welche Rolle jeder, wann übernimmt (ähnlich Drehbuch)
  • Nenne und erkläre die Ansätze zur Strukturierung von Kooperation nach Renkl, 2008. Motivationale Perspektive:- nach Gruppenarbeit sowohl individuelle Tests & Bewertung der Gruppe- Gruppe nur dann erfolgreich wenn alle durch hohen Lernzuwachs beitragen Neo-piagetsche Perspektive:- 5 Komponenten: (1) Organisieren von Informationen & Ableiten von Schlussfolgerungen, (2) Präsentation & Verteidigen der eigenen Position, (3) Herausgefordert werden durch abweichende Meinungen, (4) Auslösung von konzeptuellem Konflikt & Unsicherheit, (5) Rekonzeptualisierung / Synthese / Integration (anfangs gegenteilige Position vertreten, Konsens erarbeiten) Neo-vygotskische Perspektive: - Gegenseitiges Lehren: zu erwerbende Strategie auf sozialer Ebene praktiziert, im Verlauf internalisiert > Lernender wird von Gruppe unabhängig Perspektive der kognitiven Elaboration und Metakognition: - Skript schreibt Lernaktivitäten & Rollenverteilung vor  
  • Erläutere die Ergebnisse der Metaanalyse zur Wirksamkeit von computerbasiertem Unterricht (Kulik & Kulik, 1991). - CBI steigert Wissenserwerb um 0.30 Standardabweichungen, dh. CBI- Schüler 62% besser - um 0.42 SD bei kurzer Unterrichtsdauer (≤ 4 Wochen)  im Vergleich zu längerer Unterrichtsdauer (ES = 0.26) > Erklärung: Neuheitseffekte von CBI, stärkere Kontrolle bei kürzeren Studien - CBI-Unterrichtsdauer um 2/3 kürzer als konventionelle Unterrichtsdauer - Einsatz verschiedener Lehrer erhöht CBI-Effektivität (ES = 0.39; 110 Studien) im Vergleich zu demselben Lehrer (ES = 0.25; 124 Studien) > Erklärung: fähigere Lehrer im CBI oder cBi förderlich für Lehrerleistung - Leistung in einem Follow-up-Test (2-10 Wochen; nur in 20 Studien): CBI: ES = 0.21 - Einstellung gegenüber Computern verbessert nach CBI um 0.34 SD - Einstellung gegenüber Unterrichtsqualität positiver in CBI-Klassen (ES = 0.28; 22 Studien) - Einstellung gegenüber Schulfächern geringfügig positiver in CBI-Klassen (ES = 0.05; 34 Studien) - vollständige Kursteilnahme geringfügig häufiger in konventionellen - Klassen (ES = -0.06; 23 Studien)
  • Erkläre die Strukturen & Funktionen der menschlichen kognitiven Architektur (CLT). - Arbeitsgedächtnis: Inhalte bewusst; begrenzte Kapazität- Langzeitgedächtnis: dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich; Kapazität theoretisch unbegrenzt, Inhalte: Schemata, dir unterschiedlich stark automatisiert sind; automatisierte Prozesse benötigen kaum kognitive Kapazität> hoher Grad an Expertise durch Schemaautomatisierung- Schemaaneignung: Aktiver Konstruktionsprozess im Arbeitsgedächtnis
  • Was ist das Ziel und der Gegenstandsbereich der Cognitive Load Theory? Gegenstandsbereich der Theorie (Chandler & Sweller, 1991, S. 294): „Die Art, wie kognitive Ressourcen fokussiert & verwendet werden während des Lernens & Problemlösens.“ Ziel: unnötige Belastung des Arbeitsgedächtnisses reduzieren, um Erwerb & Automatisierung von Schemata zu fördern
  • Erkläre die 3 Arten von kognitiver Belastung nach Sweller, van Merrienboer & Paas. Intrinsic Cognitive Load- Element interactivity: Zahl der Elemente die für Schemakonstruktion integriert werden müssen, dh Verarbeitung simultan im Arbeitsgedächtnis- Belastungsart liegt in der „Natur des Lernmaterials“ -lässt sich reduzieren Extraneous Cognitive Load- ineffektiv, nicht zur Sache gehörend; überlastet Kapazität des- Arbeitsgedächtnisses, Vermeidung: bessere Instruktion Germane Cognitive Load- zusätzliche lernförderliche Verarbeitungsstrategien: Elaboration, Abstrahierung, Vergleich, Schlussfolgerung- kann durch Lernmaterial angeregt werden> Voraussetzung: noch genügend kognitive Ressourcen frei
  • Wie erreicht man Reduktion von Extraneous Cognitive Load und Steigerung von Germane Cognitive Load? Reduktion von Extraneous Cognitive Load- Worked (out) examples: Darbietung vollständig gelöster Beispiele statt AUfgabe von Anfang an selbst zu lösen- Vermeidung eines „Split-Attention Effect:Infos die mental integriet werden müssen auch räumlich integriert darbieten- Modality Effect: Infos über versch. sinnesmodalitäten aufteilen und Verarbeitungskapazität der Verarbeitungskanäle besser zu nutzen- Vermeidung eines Redundancy-Effect: überflüssige Infos die das selbe sagen, vermeiden Steigerung von Germane Cognitive Load- Variability Effect: Unterschiedliche AUfgaben zu einem Thema darbieten, erhöht zwar kognitive Belastung, verbessert aber Transferleistung Problematisch:- Messung / empirische Unterscheidung der 3 kognitiven Belastungsarten
  • Definiere Multimediales Lernen und erkläre das Prinzip, das Ziel und das Problem der Neuen Medien und Kognitiven Theorie multimedialen Lernens nach Mayer. - Multimediales Lernen = Lernen aus Worten & BildernWorte: Bildschirmtext vs. gesprochene NarrationBilder: statisch (Graphiken) vs. dynamisch (Animationen) - Multimedia-Prinzip: Annahme dass man mit aufeinander bezogenen verbalen und bildlichen Infos besser lernt als mit verbalen Infos allein Ziel:- vertieftes Verständnis des Lerngegenstands- Organisation zu einer kohärenten kognitiven Struktur- Integration mit Vorwissen- Transfer/ Fähigkeit zur Wissensanwendung Problem der kognitiven Belastung:- begrenzte Verarbeitungskapazität muss bei der Gestaltung von multimedialem Lernmaterial berücksichtigt werden
  • Erläutere die Annahmen zur Informationsverarbeitung beim multimedialen Lernen. - Dual channel: 2 getrennte Verarbeitungskanäle für verbales & visuelles Lernmaterial- Limited capacity: Beide Verarbeitungskanäle weisen jeweils eine begrenzte Verarbeitungskapazität auf- Active processing: Lernen erfordert intensive kognitive Verarbeitung (gilt für beide Verarbeitungskanäle)
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  • Erkläre die Anforderungen an die kognitive Verarbeitung beim multimedialen Lernen. - Essential processing: Selektion, Organisation und Integration jeweils von Worten und Bildern, um den Sinn des Dargebotenen zu verstehen - Incidental processing: nicht erforderlich zum Verstehen, aber durch Gestaltung der Lernaufgabe getriggert (z.B. Hintergrundmusik) - Representational holding: mentale Repräsentation im Arbeitsgedächtnis aufrecht erhalten (wenn z.B. Bild und text an 2 getrennten Stellen)
  • Gib Gestaltungsempfehlungen für multimediales Lernmaterial. - Off-loading: Worte auditiv statt Text neben Bild (Modalitätseffekt)  - Segmenting: lernergesteuerte Geschwindigkeit (segmentation effect) - Aligning: gedruckte Worte direkt an korresp. Bildabschnitt (Spatial contiguity effect) - Eliminating redundancy: nicht die selben Inhalte sowohl auditiv als auch in Form von gedruckten Worten darbieten (redundancy effect) weitere: Pretraining; Coherence; Signaling; Temporal contiguity; Spatial ability
  • Was kannst du zum Vergleich klassischer instruktionaler Ansätze mit modernen Ansätzen im Hinblick auf die Förderung von Transfer sagen? - Auffassung von Lernen als rezeptives vs. konstruktives Geschehen- externale vs. internale Regulierung des Lernverhaltens- Uni-/ Bidirektionalität der Kommunikation- Rolle der semantischen Einbettung von Anforderungen: abstrakt vs. situiert- Einführung von KomplexitätZeitpunkt: graduell vs. von Anfang anArt: Anzahl von Teilfertigkeiten, Detailliertheit, zu berücksichtigende Rahmenbedingungen, Variabilität von Anforderungen, Ausmaß instruktionaler Unterstützung
  • Welche Kompetenztests werden in der schulpsychologischen Diagnostik unterschieden? - Leistungstests und Persönlichkeitstests- Einzel- und Gruppenverfahren- Individual- und Gruppendiagnostik
  • Welche Unterscheidungen sind bei Leistungstests denkbar? - Intelligenztest vs. Schulleistungstest- basale kognitive Fähigkeiten vs. komplexe- schulferne vs. schulnahe Tests- curricular valide vs. nicht auf ein Curriculum bezogene Tests
  • Wozu dienen Schulleistungs- und Schülerleistungsmessungen? - Schulleistungsmessungen dienen je nach Aggregationsebene dem Vergleich zwischen Lehrern, Schulen und Schulsystemen > sie lassen Rückschlüsse auf deren Qualität zu- Schülerleistungsmessungen mit auf ein Curriculum bezogenen Tests dienen der Objektivierung des Lehrerurteils und dem Vergleich zwischen Schülern
  • Was sind Matrizentests (z.B. beim Raven)? - in der Begrifflichkeit der Testautoren messen sie „eduktive Fähigkeiten“„the ability to make meaning out of confusion, the ability to generatehigh-level, usually nonverbal, schemata which make it easy to handlecomplexity“- also schlussfolgerndes Denken, Verstehen und Abstraktion, was sich mit der Definition von Intelligenz deckt- Klassifikation: ein schulferner, aber keineswegs schul- und unterrichtsunabhängiger figuraler Intelligenztest
  • Was ist der KFT? - der Kognitive Fähigkeitstest von Heller (Heller & Perleth, 2000) misst komplexe kognitive Fähigkeiten auf drei inhaltsdifferenzierten Dimensionen:- verbale Denkfähigkeiten- quantitative Denkfähigkeiten- figurale (nonverbale) Denkfähigkeiten - die ersten beiden Dimensionen sind zum Teil sehr schul- und wissensnah; hier steht der KFT zwischen einem Intelligenztest und einem Schulleistungs- oder Wissenstest- Klassifikation: ein in verbal und quantitativ sehr schulnaher und ein in nonverbal-figural schulferner Intelligenztest. Kein auf ein Curriculum bezogener Test
  • Klassifiziere PISA. - Klassifikation: PISA-Aufgaben sind in verbalen, quantitativen und naturwissenschaftlichen Teilen meist schulfern; messen unterschiedlich schulferne und schulnahe kognitive Fähigkeiten, zwischen den verschiedenen Skalen sind Anforderungen einander sehr ähnlich