Welche Arten von Impfstoffen gibt es?
Tot: Vollkeim: inaktivierte, immunologisch wirksame Erreger Spalt: nur die immunologisch relevante Komponente des Erregers = Pertussis, HBs-Ag, Meningokokken C, Pneumokokken, Influenza, HPV, Cholera Konjugat: Versärkung nötig für ausreichende Immunantwort = Pneumokokken+Meningokokken Lebend: gute+ meist lebenslange Immunität (MMRV, Gelbfieber - 10 Jahre, Schluckimpfung ggn. Rota), kühlkettenpflichtig Kombinationen: lebend+tot problemlos möglich, allerdings kontralateral
Aus welchen Symptomen besteht SIRS?
Körpertemperatur min. 38°C ODER max 36°C Herzfreuqenz min. 90bpm Tachypnoe min. 20/min oder Hyperventilation mit pCO2 min. 33mmHg Leukos min. 12.000 oder max. 4000/ml oder 10% Stabkernige -> Zwei davon zur Feststellung des Symptomenkomplexes SIRS
Wie ist ein septischer Schock definiert?
Hypotension systolisch max. 90mmHg ODER mittlerer arterielle Druck max. 65mmHg ODER Abfall des Ausgnags-RR um >40mmHg für mindestens 1h, die nicht auf Volumengabe anspricht ODER den Einsatz von Vasopressoren zur Aufrechterhaltung des RR auf siehe oben erfordert
Welche Organdysfunktionen kann eine Sepsis hervorrufen?
septische Enzephalopathie: Vigilanzminderung, Desorientiertheit, Unruhe, Delir PNS: Critical-Illness-Polyneuropathie=Paresen distal bei sehr lange bestehender Sepsis DIC Lunge: resp. Insuffizienz, ARDS Niere: ANV mit Olgurie/Anurie Leber: akute Insuffizienz oder akutes Versagen=Transaminasen und Bili hoch, Gerinnungsstörungen, hepat. Enzephalopathie durch hohes Ammoniak -> Lactulose zur Verminderung der Aufnahme! Herz: Sept. Kardiomyopathie = linksventrikuläre Ejektionsfraktion schlecht
Veränderungen der Laborparameter bei Sepsis
CRP, BSG, Prokalzitonin hoch (PKT am empfindlichsten) Leukozytose mit Linksverschiebung und tox. Granulation oder Leukopenie Laktat hoch Thrombozytenabfall >50%/24h Änderung der IL-6-Konzentration = schöechtere Prognose DIC: ATIII und Fibrinogen tief, D-Dimere hoch Niere: Retentionsparameter hoch Leber: Transaminasen, Bili, Ammoniak hoch, Albumin tief, Hypoglykämie BGA: zunähst resp. Alkalose wgn. Hyperventilation, später metabol. Azidose
Welche Antibiotika nimmt man bei Sepsis?
V.a. Staphylokokken: Vancomycin V.a. Anaerobie (abdominelle Infektionen): Metronidazol
Aktinomykose - welche Erreger, Klinik, Therapie?
KEIN Pilz, sondern grampositive, nichtsporenbildende anaerobe Stäbchen Klinik: bei Schleimhautverletzungen oder Entzündungen bildet sich chronische Infektion mit Nekrosen, Fisteln und charakteritischen Granulationen (sog. Drusen=Bakterienkolonien) im Eiter orofazial&zervikal: ev. harte Knoten in Gesicht und am Hals tastbar pulmonal/thorakal: Infektionen der Rippen, Pleuritis, unspezifische Allgemeinsymptome wie Husten mit Hämoptysen, Fieber, Gewichtsverlust abdominal/intestinal: ileozökal nach Appendektomie, ev. bei Intrauterinpessar Diagnostik: Drusen mit Zentrum und radikuläre Ausläufer, Kultur Therapie: oft Mischinfektion -> Metronidazol+Penicillin oder Ampi+Tetrazyklin über Wochen bis Monate bis zur vollständigen Ausheilung; ggf. Fistelspaltung und Drainage
Borreliose - Erreger
Borrelia burgdorferi
Borreliose - Übertragung & Inkubationszeit
Schildzecken= Ixodes ricinus o. Ixodes scapularis Saugzeiten >24h nötig zur Infektion, 3% Infektion nach Biss, 98% asymptomatisch Inkubationszeit: 4-18 Tage NICHT meldepflichtig
Borreliose - Stadien
Stadium 1: Woche 1-5 mit Erythema migrans und grippalen Allgemeinsymptomen Stadium 2: Wochen bis Monate p.i. mit Lympgadenitis cutis benigna (oft am Ohrläppchen), Karditis und lymphozytärer Meningopolyneuritis (bilaterale Faszialis- & Augenmuskelparesen) Stadium 3: Monate bis Jahre p.i. mit Neuroborreliose, Lyme-Arthritis, Acrodermatitis chronica atrophicans, Augenbetiligung (Uveitis, Iridozyklitis)
Borreliose - Klinik des Stadium 3
Neuroborreliose: Enzephalomyelitis mit Para- und Tetraparesen, Neuritis nervi optici (Verfall d. Sehschäfe, ev. zentrales Skotom), progrediente ditsal-symmetrische Polyneuropathie (auch Lähmungen), Blasenfunktionsstörung, Gangataxie Lyme-Arthritis: große Gelenke, v.a. Knie Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer: Atrophie der Haut und des subkutanen Fettgewebes -> pergamentartige, gefältelte Haus und durchscheinende Gefäße Augenbeteiligung: Uveitis (Iritis/Iridozyklitis), Keratitis, Episkleritis
Borreliose - Diagnostik nach Stadien
1: Zeckenbissanmanese (nur 50% erinnern sich), AK-Nachweis im Blut (nur 40% erfolgreich, CAVE Kreuzreaktionen) 2: IgG im Blut, Bestätigung mit Western Blot, Lyme-Arthritis: Erregerachweis im Punktat 3: AK-Nachweis in Blut & Liquor, Liquorbefund: lymphozytäre Pleozytose, Eiweiß hoch, gelegentlich Erregernachweis
Borreliose - Therapie
1: Doxycyclin o. Erithromycin p.o. für 2 Wochen 2: Cephalosporine der 3. Generation (Ceftriaxon), Penicillin G i.v. für 2-3 Wochen bei ausgeprägten Symptomen 3: Cephalosporine der 3. Generation (Ceftriaxon) i.v. 2-3 Wochen
Borreliose - Prophylaxe
KEINE Antibiotika-Proophylaxe bei Biss, keine Impfung verfügbar Sofort mit Zeckenzange entfernen Einstichstelle beobachten und bei Rötung reagieren
Rückfallfieber
Auftreten als Reisekrankheit (Tropen, Subtropen), übertragen druch Läuse Erreger Borrelia recurrentis, B. duttoni Leitsmyptom: rezidiv. Fieberschübe, 3-5 Tage lang, mit Schüttelfrost, Muskel und Gelenkschmerzen Hepatosplenomegalie diffuse petechiale Blutungen steckandelkopfgroßes makulöses Exanthem Kompliaktionen: bei 30% Koma, Krampfanfälle, Hemiplegie, ZNS-Blutung, Mokarditis mit Arrhythmie & Leberversagen Nachweis: Serologie unzuverlässig -> Dunkelfeldmikroskopie im peripheren Blut Therapie: Erythromycin, alternativ Tetrazyklin
Brucellose - Erreger, Übertragung, Inkubationszeit
Brucella melitensis -> Malta-Fieber Brucella abortus -> M. Bang Reisekrankheit aus Mittlemeerländern, Indien, Zentral- und Mittelamerika, Teile von Afrika, Nahem Osten Übertragung: Erreger besiedeln lebenslang ihren Wirt (Schafe, Ziegen, Rinder, Hund, Schwein) und werden über Urin, Milch, Plazenta ausgeschieden direkter Kontakt mit Tieren&Sekreten oder deren Produkten (unpasteurisierte Milch) -> Schäfer, Landwrite, Metzger, Melker, Tierärze = Berufskrankheit & Nachweis namentlich meldepflichtig hohe Kontagiosität -> Laborinfektionen mgl. Inkubationszeit: 2-4 Wochen
Brucellose - Pathogenese & Klinik
Erreger befallen retikuloendotheliales System, Bewegungsapparat, Urogenitaltrakt - akute & chronische Immunantwort -> epitheloidzellige Granulome mit/ohne Verkäsung oder Abszessbildung, v.a. in KM, Leber, LN, Knochen Klinik: 90% subklinisch Prodromalstadium mit unspez. Allgemeinsymptomen, Ceph- & Myalgien danach unregelmäßiges hohes Fieber, Schüttelfrost, relative Bradykardie Malta-Fieber: wellenförimger Feiberverlauf, 1-3 Wochen anhaltende Episoden, danach mehrere Wochen Ruhe + Lymphadenopathie, Hepato- u/o Splenomegalie, Serositis, Schwächegefühl, Gewichtsverlust gelegentlich Chronifizierung und Rezidive Komplikationen: Neurobrucellose mit Meningoenzephalitis Endokarditis mit hoher Letalität Osteomyelitis eitrige Arthritis
Brucellose - Diagnostik & Therapie
Diagnostik: Expositions-/Berufsanamnese Entzündungsparameter hoch, im Verlauf aber Leukopenie Erregernachweis während Feiberansteig=Bakterieämie in Blutkultur Außerhalb der Feiberschübe in KM-, LN-, Gelenkpunktat AK eine Woche nach Symptombeginn Diagnostik nur in hochsicherem Labor, vorher Verdachtsdiagnose melden! -> 1-2 Wochen Diagnostikzeit Therapie: Doxycyclin+Streptomycin für 4 Wochen Bei Endokarditis & Neurobrucellose länger anschließend 4-8 Wochen Doxy+Rifampicin Erreger werden selten eliminiert, sondern persistieren meist lebenslang im retikuloendothelialen System und rezdivieren bei Immunschwäche.
Campylobacter - Epidemiologie, Übertragung, Inkubationszeit
Campylobacter jejuni Häufigste bakterielle Enteritis in Mitteleuropa, häufig im Sommer Kontaminierte Lebensmittel (Geflügelfleisch, Rohmilch) oder Wasser Inkubationszeit 2-7 Tage
Campylobacter - Klinik, Diagnostik, Therapie
Klinik: 2-3 Tage Prodromalphase mit Fieber, Ceph- und Myalgien, Abgeschlagenheit dann wässrige Diarrhö, ev. Blutbimengungen und kolikartige Bauchschmerzen selbstlimitierend, 3-4 Tage, Rückfälle möglich Kreuzreaktive AK: reaktive Arthritis, Guillain-Barré Diagnostik: Stuhlkultur (eine Woche) oder PCR, 4 Wochen Erregerausscheidung Therapie: orale oder i.v. Dehydratation, Makrolide nur bei Risikopat. oder schweren Verläufen
DD anogenitales Ulkus: Primärläsion, Lymphadenpathie und Erreger
Lues/Syphilis: Treponema pallidum -> schmerzloses Ulcus durum -> harte, meist indolente Schellung der regionalen LN -> Penicillin Lymphogranuloma venereum: Chlamydia trachomatis -> schmerzlose herpetiforme Papel o. Ulkus -> schmerzhafte, weiche Lymphadenopathie, Neigung zur Fistelung -> Doxycyclin Ulcus molle: Haemophilus ducreyi -> multiple schmerzhafte weiche Ulzerationen -> sehr dolent, abszedierend, nichtulzerierend -> Azithromycin Granuloma inguinale: Klebsiella granulomatosis Donovania -> weiche, wenig schmerzhaftes Granulom -> fehlt -> Doxycyclim
Cholera - Erreger, Übertragung, Inkubationszeit
Vibrio cholerea Serovar O1 -> Choleratoxin Übertragung: kontam. Wasser und Zubereitungen daraus Inkubationszeit: wenige Stunden bis zu einer Woche
Cholera - Pathomechanismus, Klinik
Pathomechanismus: Choleratoxin aktiviert membranständige Adenylatzyklase der Enterozyten -> cAMP-Bildung hoch -> hypersekretion von Elyten&Wasser sowie Hypermotalität des Dünndarms Klinik: 85% symptomlos -> CAVE Ausscheider plötzliche reiswasserartige Durchfälle, bis zu 30mal/d, starkes Erbrechen -> Exsikkose mit Anurie (Tubulusnekrose im Verlauf) kein Fieber Flüssigkeitsverluste bis 25l/d metabol. Azidose, Tempabfall, Muskelkrämpfe Enterotoxinvergiftung als Komplikation: hypovolämischer Schock -> rasch letaler Ausgang
Cholera - Diagnostik, Therapie
Diagnostik: Kultur auf Spezialmedien, sofortige mikroskopische Diagnosesicherung mit spezifischer AK-Färbung Vibrionellen trocknen schnell aus -> schnell ins Labor, vorher Bescheid sagen Verdacht ist meldepflichtig an WHO! Therapie: Rehydratation schwere Verläufe: Doxycyclin/Cotrimoxazol
Cholera - Pathomechanismus, Klinik
Pathomechanismus: Choleratoxin aktiviert membranständige Adenylatzyklase der Enterozyten -> cAMP-Bildung hoch -> hypersekretion von Elyten&Wasser sowie Hypermotalität des Dünndarms = sekretorische Diarrhö Klinik: 85% symptomlos -> CAVE Ausscheider plötzliche reiswasserartige Durchfälle, bis zu 30mal/d, starkes Erbrechen -> Exsikkose mit Anurie (Tubulusnekrose im Verlauf) kein Fieber Flüssigkeitsverluste bis 25l/d metabol. Azidose, Tempabfall, Muskelkrämpfe Enterotoxinvergiftung als Komplikation: hypovolämischer Schock -> rasch letaler Ausgang
Welcher ist der häufigste Erreger der Reisediarrhö ud welche Art von Diarrhö macht er?
enterotoxische E. coli -> sekretorische Diarrhö
Gasbrand - Erreger, Klinik
v.a. Clostridium perfringens, meist Mischinfektion mit Anaerobiern -> tiefe verschmutzte Wunden (50%), OP-Wunden nach Gallen- oder Darm-OP (30%), seltener bei Kolon-Ca oder septischem Abort Klinik: schnelle Entwicklung, Inkubationszeit 5 Stunden- 3 Tage lokaler Wundschmerz bei optisch eher unauffälligem befund später Wunde ödematös, Entelerung vo serösem Sekret Haut wird bronze-/kupferfarben mit typischem süßlichem Geruch Spätsymptom: Knistern unter der Haut (Krepitationen) Fieber bis 40°C, tachykard, MOV: Anömie, Ikteurs durch Hämolyse, Atmeinsuff, ANV
Gasbrand - Diagnostik, Therapie
Diagnostik: klinisches Bild, radiologisch Muskelfiederung Erregernachweis aus WUndabstrich mit Gramfärbung kulturelle Anzüchtung zur Sciherung - dauert aber zu lang Therapie: Wunde eröffnen, sorgfältig abtragen, spülen, oft Amputation Penicillin+Metronidazol
Gonorrhö - Klinik
50% Frauen und 25% Männer asymptomatisch - Ansteckungsrisiko! Frauen: Urethritis mit Dysurie, Zervizitis mit gelbem bis weißlichgelbem Fluor und stechenden Schmerzen Bartholinitis mit druckschmerzhafter geröteter Abszessbildung = untere Gonorrhö Unbehandelt Endometritis mit Menorrhagie&Zwischenblutungen, Adnexitis mit Fieber und Schmerzen = obere Gonorrhö Gyn. Untersuchung: Rötung+Schwellung der Portio, Portioschiebeschmerz, Kontaktblutungen -> KEINE Kolpitis bei erwachsenen Frauen, da die Neisserien nur Zylinderepithel befallen und kein unverhorntes Plattenepithel -> Kolpitis bie Mädchen möglich Männer: eitrige Urethritis mit Dysurie und eitrigem Ausfluss Protatitis, Vesikulitis, Funkulitis, Epididymitis Komplikationen: Rektum: Pruritus, Proktitis mit Schmerzen, Tenesmen, Obstipation Oropharynx: häufig asymptomatisch Konjunktiven: Ophthalmoblennorrhoea adultorum mit Juckreiz, Brennen, Tränenträufeln, Photophobie durch Autoinokulation, bei peripartaler Transmission purulente Konjunktivitis meit 5 Tage pp
Gonorrhö - Komplikationen
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Gonorrhö - Extragenitale Komplikationen
Komplikationen: Rektum: Pruritus, Proktitis mit Schmerzen, Tenesmen, Obstipation Oropharynx: häufig asymptomatisch Konjunktiven: Ophthalmoblennorrhoea adultorum mit Juckreiz, Brennen, Tränenträufeln, Photophobie durch Autoinokulation, bei peripartaler Transmission purulente Konjunktivitis meit 5 Tage pp Pelvic inflammatory disease mit Peritonitis und Douglas-Abszessen Perihepatitis acuta gonorrhoica disseminierte Gonokokkeninfektionen: selten, v.a. nach Abort, Geburt, bei Mens, intermittierendes Fieber, Arthralgien, Dermatitis, septische Monarthritis, Meningitis, Endo-, Myo- Perikarditis, Augitiden :-) und Ausaat hämorrhagischer Pusteln an den distalen Extremitäten Reiter-Syndrom: HLA-B27, Arthritis, Konjunktivitis, Urethritis
Gonorrhö - Diagnostik & Therapie
Anamnese, körperl. Untersuchung, Erregernachweis auf speziellen Transportmedien Therapie: Umkompliziert: Ceftriaxon/Cefixim, alt. Gyrasehemmer V.a. Koinfektion mit Chlamydien: Makrolide/Tetrazykline (Doxy) Ende erst wenn Abstrich negativ, Partnerbehandlung obligat Kompliziert: Ceftroaxon i.v., dann p.o.
Katzenkratzkrankheit - Erreger, Klinik
Bartonella henselae Inkubationszeit bis Hautläsion 3-10 Tage, bis LN-Schwellung 15-50 Tage Klinik: bei Eintrittstelle kleines, schmerzloses Bläschen, papelig/verkrustet für mehrere Monate 30-50% Allgemeinsymptome, Exanthem, Erythema nodosum, Parotisschwellung meist fällt nur einseitige lokalisierte Lymphadenitis auf, bis zu 5cm Durchmesser, proximal der Eintrittspforte 90% obere Extremität: axilläre, supra-/subklavikuläre LN 6% okuloglanduläres Syndrom (Parinaud): granulomatöse Konjunktivitis und submandibuläre o. präaurikuläre Schwellung
Katzenkratzkrankheit - Diagnostik, Therapie
Diagnostik: Anamnese IgG-Titer sicher, IgM nicht immer nachweisbar PCR nach LN-Biopsie o. Blutkultur Therapie: leichte Formen keine Therapie schwer oder disseminirt: Azithromycin Immunschwäche: Rifampicin
Leptospirosen - Facts
Reservoir: Nagetiere, Hunde & Schweine, Ausschiedung über Urin oder Hautläsionen -> Infektionen bei Landarbeitern, Kanalarbeitern, Tierpflegern, Laborpersonal, Anglern, Badenden im ufenahen Wasser Inkubationszeit 4-15 Tage leichter anikterischer Verlauf oder schwerer mit Bakteriämie und Organbesiedlung Septikämie: schlagartiges Einsetzen von Fieber, Schüttelfrost, starken Cephalgien, Myalgien -> pathognomonisch: auf Druck auslösbare Wadenschmerzen Organmanifestation: 1-3 Tage fieberfrei, dann erneuter Anstieg und möglich sind Meningitis, Hepatitis, Nephritis, Myokarditis, Iridozyklitis, Vaskulitis, hämorrhagische Diathese M. Weil: klassisch mit ikterischem Verlauf Therapie: Penicillin o. Doxycyclin -> CAVE Herxheimer-Reaktion Typisch: Badende im ufernahen Wasser haben plötzlich hohes Fieber und Ikterus -> Penicillin!
Listeriose - Facts
Vermehren sich bei 4°C noch, also auch im Kühlschrank -> Infektion auf kontam. Nahrungsmitteln V.a. bei immungeschwächten Patienten: Meningoenzephalitis mit Übelkeit und Erbrechen, Cephalgien, Fieber, Meningismus, epilept. Anfällen, Verwirrung, Koma okuloglanduläre Listeriose mit Ophthalmitis und LN-Schwellung septische Listeriose mit Organmetastasen dirtthäufigster Meningitiserreger bei Erwachsenen Konnatale Listeriose: 1. Trimenon: Amnioninfektionssyndrom mit Abort 3. Trimenon: Early-Onset als Infektion des Neugeborenen mit Sepsis, ARDS, Hautläsionen, Granulomen in Lu+ZNS peripartal: Late-Onset mit Exanthem, Zeichen d. Meningitis o. Meningoenzephalitis in 2. Lebenswoche Diagnostik: Glukose im Liquor erniedrigt direkter Erregernachweis in Kultur oder PCR aus Blut, Liquor etc. Therapie: Aminopenicillin, ggf. +Aminoglykosid (Gentamicin) über min. 2 Wochen
Was ist die Janisch-Herxheimer-Reaktion?
Bei Lues/Syphilis hauptsächlich 5-8 Stunden nach Penicillingabe massive Endotoxinfreisetzung durch Bakterienzerfall -> Symptome eines grippalen Infektes & Verschlechterung der Bescherwerden
Lues - Erreger, Übertragung, Inkubationszeit
Treponema pallidum Übertragung: Früh- & Primärstadium: Schmierinfektion an Hautläsionen Tertiärstadium: Hautläsionen nicht mehr infektiös, Übertragung durch Blut, PLazenta Vektorenübertragung unmöglich, Treponemen sterben schnell ab Inkubationzeit: 2-3 Wochen
Lues - Stadien Frühsyphilis
1) Primär: 1-5 Wochen p.i. Primärkomplex mit schmerzlosem Ulkus mit hartem Rand an Eintrittstelle & vergrößerte regionale LN -> 60-70% heilen spontan nach 2-6 Wochen ohne Therapie Übergang in weitere Stadien 2) Sekundär: 2-3 Monate hämatogene & lymphogene Streuung grippeartige Symptome generalisierte Lymphadenopathie typische schuppend-papulöse Veränderungen an Fuß - und Handinnenseiten ohne Pruritus generalisierte nichtjuckende Exantheme Condyloma lata ödematös-entz. Tonsillitis Haarausfall selten Organmanfestationen: Iritis, Hepatitis, Meningitis...
Lues - Stadien Spätsyphilis
Latenzstadium: Lues latens seropositiva, meist asymptomatisch, geleg. Rückfall ins Sekundärstadium 3) Tertiärstadium: Jahrzehnte p.i. Nekrotischer Zerfall der betroffenen Gewebe kutanes tertiäres Syphiloid: braunrote, derbe Hautknoten mit Ulzerationen & Nekrosen subkutane und viszerale "Gummen": gummiartige Granulome der Haut, Knochen (Sattelnase), Muskeln, Gefäße etc. 4) Quartärstadium: Jahrzehnte p.i. Neurosyphilis gummös: Verdränung Hirngewebe durch Granulome, Symptome je nach Lokalisation meningovaskulär: Meningitis, Persönlichkeitsveränderungen, Apoplex Tabes dosalis: Demyelinisierung mit einschießenden brennenden Schmerzen der Beine und Bauch, Ataxie, Inkontinenz etc. Demenz, Krampf...
Lues - Diagnostik
Diagnostik: direkter Erregernachweis in Dunkelfeldmikroskopie Serologischer Nachweis der IgG mit Treponemen-Hämagglutinin-Suchtest (TPHA) oder IgG-Fluoreszenz-Treponema-AK-Absorptionstest (IgG-FTA-ABS-Test) -> beides lebenslang positiv Aktivitätsbeurteilung durch IgM -> kann falsch positiv sein bei SS, Infektionen, Autoimmunerkrankungen Therapie: Penicillin (keine Resistenzen) bei Allergie: Doxy, Tetrazyklin, Ceftriaxon, Erythromyci mindestens zehn Tage, je nach Erkrankungsstand und Generationszeit der Treponemen IMMER Partner mitbehandeln CAVE Jarisch-Herxheimer-Reaktion -> ist selbstlimitierend, nicht das Penicillin absetzen
Lues - Meldepflicht
Nichnamentliche Meldepflicht ans RKI -> Therapieverweigerer namentlich
Milzbrand - Abstract
Bacillus anthracis Tierärzte, Metzger, Landwirte, selten kontaminiertes Fleisch Klinik: Haut: nach 3-8 Tagen rötlicher Knoten mit schmerzhaftem schwarzen Ulkus und Satellitenbläschen in Umgebung = Milzbrandkarbunkel Lunge: rasch progredient, septisch, hohes Fieber, Dyspnoe, Zyanose, Hämoptoe selten Menigitis und Sepsis durch Streuung oder Darmmilzbrand als akutes Abdomen Diagnostik: klinisches Bild, mikorkop. Untersuchung eines tiefen Abstrichs, kulturelle Anzucht zur Sicherung, Rö-Thx: breites Mediastinum, freie Lungen Therapie: Penicillin oral bei Hautmilzbrand, i.v. bei anderen Formen -> NICHT chirurgisch Meldepflichtig
Typhus & Paratyphus - Erreger, Inkubationszeit, Übertragung
Salmeonella typhi / paratyphi 5-21 Tage abhängig von der Infektionsdosis Übertragung duch ausgeschiedene Erreger über Hände und kontaminiertes Wasser
Typhus & Paratyphus - Klinik
Stadium incrementi: langsamer Fieberanstieg über mehrere Tage auf 40°C Stadium fastigii: septisches Fieberkontinum ohne Schüttelfrost (Febris continua), spricht nicht auf ASS an und ält unbehandelt 3-4 Wochen an Stadium decrementi: Fieber fällt ab Benommenheit, Cephalgien, relative Bradykardie trotz septischer Temperaturen (!), Splenomegalie, Abdominalschmerzen, diskrete lachsfarbene Roseolen auf Bauchhaut 1. Krankheitswoche: Obstipation 2.-3.: erbsbreiartige Diarhhö Komplikationen: Geschwüre in Darmwand, die perforieren und zu massiven Darmblutungen & Peritonitis führen können septische Organmetastasen: Meningitis, Myokarditis, Osteomyelitis, Spondylitis, Cholezystits, Pneumonie Immunschwäche -> Gefahr Salmonellensepsis
Typhus & Paratyphus - Diagnostik & Therapie
Diagnostik: Reiseanamnese & Klinik 1. Woche Erreger in Blutkultur 2. Woche Erreger im Stuhl 3. Woche Widal-Reaktion positiv BB: Aneosinophilie&absolute Leukopenie mit Linksverschiebung sowie Thrombopenie Therapie: Isolation Dehydratation Ciprofloxacin 7-10 Tage (NICHT bei Kindern!) alt. Ceftriaxon, Azithromycin Dauerausscheider (2-5%): 4 Wochen mit Ciprofloxazin orale Lebendimpfung vor Reisenatritt möglich Namentliche Meldepflicht bei Verdacht, Erkankung und Tod sowie Erregernachweis!
Shigellose - Abstract
fäkal-oral, kontaminiertes Wasser Inkubationszeit Stunden bis 4 Tage cAMP-Aktivierung -> sekretorische Diarrhö Weiße Ruhr = wässrige Diarrhö, Fieber, Bauchweh Rote Ruhr = schwererer Verlauf mit Zerstörung des Kolonepithels -> fibrinös-ulzerierende Kolitis mit Tenemsen, Fieber, Darmkrämpfen, blutig-schleimiger Diarrhö Meist selbst-limitierend Komplikationen: Darmperforation mit Peritonitis, HUS, reaktive Arthritis mit Reiter-Trias Diagnostik: Stuhlkulturen CAVE schwierig und nicht selten fasch-positiv, halten sich besser trocken als feucht Therapie: symptomatisch, bei Komoriditätem und Immunsuppression Ciprofloxazn/Azithromycin
Tetanus-Trias
Risus sardonicus: unwillkürliches verkrampftes Grinsen Opisthotonus: Hyperlordosierung der WS durch Verkrampfung der Rückenextensoren Trismus: Kiefersperre durch Masseter-Spasmus
Tetanus - Therapie
ITS in reizarmer Umgebung Beseitigung der Toxinquelle durch ausgedehntes Débridement sofortise Toxinneutralisierung durch passive Impfung: Ig Penicillin oder Metronidazol Glukokortioide zur Dämpfung der Toxinwirkung auf Neurone