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Medizin (Subject) / Neurologie (Lesson)

Syndrome mit Klinik und Therapie

This lesson was created by MoritzMayr.

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  • Allodynie Schmerzempfingund bei Stimuli, die normalerweise keine Schmerzen auslösen. Z.B. leichte Berührung, Bettdecke. Z.B. im Rahmen von: Polyneuropathie metastatische Infiltration eine Plexus bei CA in Anamnese
  • Funikuläre Myelose Entmarkung durch VitB12 (Cobalamin)-Mangel ausgelöst. Beginnend in den Hintersträngen. Erst Brennen in den Händen + Füßen mit konsequenter Ausbreitung auf die Extremitäten, dann Lähnung der Beine und Störung der Bewegungskoordination (=Ataxie). Lahmung ist progredient mit Ausbreitung auf Arme und Blasenstörung. Querschnittssymptomatik als Endstadium Untersuchung: Schwächung der Bein- und Armmuskulatur, anfangs Hyperreflexie dann Hyporeflexie, Störung der Sensibilität und des Lagesinnes. Diagnostik: Schilling-Test mit Gabe von radioaktiv markiertem VitB12 mit und ohne Intrinsic-Faktor -> Urinausscheidung, Magenspiegelung, BB Therapie: VitB12-Substitution, anfangs Eisen und Kalium substituieren wegen vermehrter Hämatopoese
  • Ataxie Störung der Bewegungskoordination. Auslöser: Störungen des Cerebellums bzw. seiner Afferenzen bei: Tumor M. Wilson Prozess an Hintersträngen
  • Strahleninduzierte Plexus-Brachialis-Lähmung Auftreten mit Latenz von Monten bis 15 Jahren. Progrediente Schmerzen mit Störung der Sensomotorik.
  • Paraneoplastische Polyneuropathie = Denny-Brown-Syndrom Asymetrische Parästhesien + Pseudorikuläre Schmerzen. Können dem eigentlichem Tumor (oft SCLC) Jahre voraus gehen.
  • Pseudoradikuläre Symptomatik Gegenteil zu radikulärer Symptomatik  bei tatsächlicher Wurzelkompression) unspezifische + örtlich begrenzte Schmerzen, einseitig, periodisch ausstrahlend in Arm oder Bein. Schmerzen und Empfindungsstörung OHNE Lähmung
  • Tabes dorsalis Spätmanifestation bei Syphillis = Lues (durch Treponema pallidum) Entmarkung der Hinterstränge ->Störung der Tiefensensibilität, Ataxie, einschießende Schmerzen in den Beinen
  • Olfaktoriusmeningiom Anosmie + Wesensänderung langsam wachsend -> kein Verdrängungsödem im MRT, starke KM-Anreicherung
  • Subdurales Hämatom durch Zerreißen der Brückenvenen -> Einblutung zwischen Dura und Arachnoidea -> konkaves Hämatom. akut: meist schweres SHT chronisch: leichtes Trauma vor mindestens 2 Wochen, Begünstigende Faktoren: Hohes Alter -> Hirnatrophie -> Zug an Brückenvenen, Gerinnungshemmung (Marcoumar, Alkohol) Kopfschmerzen, Druckgefühl, Bewusstseinstrübung
  • Subarachnoidal-Blutung Durch Platzen eines Aneurysmas -> Einblutung unter die Arachnoidea z.B. in die basalen Zysternen -> Blut im Liqour nachweisbar Vernichtungskopfschmerz!
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  • Epiduralblutung Meist durch SHT -> Zerreißen der Gefäße auf der Dura, die dem Schädelknochen anliegen, meistens A. meningea media Symptomfreies Intervall -> dann wieder Verschlechterung mit Hirndruckzeichen, Hamätom ist linsenförmig Therapie: Trepanation
  • Intrazerebrale Blutung Ursache: Arteriosklerose der kleinen Hirngefäße durch langjährigen Hypertonus, aber auch Amyloidablagerungen oder Gefäßmutationen, SHT + Gerinnungshemmung; Häufigster Auslöser: Rhexisblutung der A. centrales anterolaterales bei den Stammganglien
  • Zerebelläres Syndrom laute + abgehackte (skandierende) Sprache, ataktisches Gangbild, horizontaler + vertikaler Nystagmus, Dysmetrie, Intentionstremor, fehlende Supression des VOR
  • Choreatisches Syndrom Unwillkürliche einschießende Bewegungen
  • Hirntumor Langsame (!) Wesensveränderung und Ausfälle jeder Art.
  • Hepatische Enzephalopathie Druch verminderte Ammoniak-Elimination in der Leber -> Ammoniak erzeugt Ödem in Astrozyten -> Hirnorganische Psychosyndrom mit Bewusstseinstörungen + flapping Tremor + zerebelläre und extrapyramidale Störungen
  • Multisystem-Atrophie (allgemein) Autonome Störungen als Leitbild: Orthostatische Dysregulation, Blasenfunktionsstörung, erektile Dysfunktion, zerebelläre Störungen, symetrische Parkinson-typische Zeichen. Schlechtes Ansprechen der EPM-Störung auf L-Dopa
  • N. axillaris-Läsion U.: meist durch Schulter-Luxation mit Reposition, Humeruskopf-#, Plexusneuritis, Druck- + Lagerungsschäden N. axillaris (C5-C6) versorgt: M. deltiodeus + M. teres minor Symptomatik: Schwäche Abd. > 45° + Elevation des Armes, Hypästhesie über Deltiodeus (N. cutaneus brachii lateralis superior)
  • N. musculocutaneus-Läsion N. musculocutaneus (C5-C7) motorisch: M. biceps brachii, M. brachialis, M. coracobrachialis Läsion -> Ausfall Beugung, Supination, Elevation (Coracobrachialis) Sensibler Ast Nervus cutaneus antebrachii lateralis innerviert radialen Unterarm
  • N. radialis-Läsion N. radialis (C5-Th1): M. triceps brachii, M. brachioradialis, Extensoren des Handgelenkes und der Finger Läsion -> Fallhand, Ausfall Armstreckung Sensibel Streckseite Ober- + Unterarm + Dig I - III1/2
  • N. thoracicus longus-Läsion N. thoracicus longus: M serratus anterior Läsion -> Scapula alata
  • Foramen jugulare Syndrom (Vernet-Syndrom) Kompression der Nerven, welche durch das Foramen jugulare ziehen: N. vagus -> Schluckstörung + Heiserkeit N. glossopharyngeus -> Gaumensegelparese mit Kulisenphänomen N. accesorius -> M. sternocleidomastoideus + M. trapezius + belastungsabhängige Schulter- + Armschmerzen Auslöser: Tumor oder V. jugularis-Thrombose
  • A. cerebri posterior Infarkt Läsion -> homonymer Gesichtsfeldausfall, optische Halluzinationen Basilarisspitzensyndrom -> tiefer + beidseitiger Infarkt mit Thalamus-Beteiligung -> Bewusstseinstörungen
  • Postoperatives Durchgangssyndrom Klinik: Verwirrheit, Desorientierung, kognitive + affektive Symptome (alles zusammen = Psychosyndrom)
  • Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom 2 mögliche Ursachen: Hypertensive Enzephalopathie (gestörte Autoregulation) Störung Blut-Hirn-Schranke -> Toxineintritt Ausgelöst durch: Eklampsie, Transplantation, Autoimmunreaktion, Infektion. Viele unterschiedliche Symptome; reversibel
  • Meige-Syndrom unwillkürliches Augen zusammen kneifen (Blepharospasmus) + Mundwinkel-Zucken Th.: Botox-Injektion
  • Spasmus hemifacialis Zuckungen + tonische Verkrampfung der Augen- und Mundmuskulatur U.: Reizung des N. facialis durch Schlinge von A. inferior anterior cerebellaris
  • Tolosa-Hunt-Syndrom Granulomatöse Erkrankung der Fissura orbitalis superios -> Paraesen der äußeren Augenmuskeln (3, 4, 6), Reizung der N. ophthalmicus (orbitale Schmerzen) und des N. opticus (Sehstörung)
  • Narkolepsie / Kataplexie-Syndrom Untertags Einschlafattacken, durch Gefühlsregung -> Muskeltonuserschlaffunf bei vollem Bewusstein Im EEG: fragmentierter Nachtschlaf mit verfrühtem Eintreten der REM-Phase und verkürzter Einschlaflatenz
  • Subclavian-Steel-Syndrom Stenose der A. subclavia vor Abgang der A. vertebralis. Bei Bedarf (körperlicher Belastung) wird A. vertebralis angezapft -> Umgekehrter Blutstrom in A. vertebralis -> Schwinde, Übelkeit, Vigilanzstörung, Dysarthrie, Sehstörung D.: RR-Differenz Arm links - rechts > 30 mmHG
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  • Karotis-Sinus-Syndrom Im Karotis-Sinus sind Barorezeptoren. Bei Druck (z.B. Rasieren) auf Karotisgabel -> Bradykardie oder Asystolie V.a. bei alten Männern
  • Neuritis verstibularis Dauerdrehschwindel + Spontannystagmus zur gesunden / intakten Seite wegen Ausfall des peripheren N. vestibularis. Kein Tinitus, keine Hörstörung
  • Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel Dauer ~ 30 Sekunden, beim Seitwärtkippen des Kopfes -> Nystagmus zum unten liegenden Ohr; kann sich beim Aufrichten umkehren.
  • Wallenberg-Syndrom Verschluss der A. cerebelli inferior posterior oder der A. vertebralis. -> Infarkt der Medulla oblangata: ipsilaterial: Horner-Syndrom, Ausfall Kornealreflex, Störung der Gesichtssensibilität, Stimmbandlähmung, Hemiataxie, Fallneigung zu erkrankten Seite kontralateral: dissozierte Empfindungsstörung nur am Körper, Nystagmus zur gesunden Seite
  • Morbus Menière Tinnitus, Hypakusis, akuter Drehschwindel durch Hydrops der Endolmphe Typisch mit 40 - 50 Jahren, meist mit unregelmäßiger Frequenz Th.: Vomex akute, Betahistin zur Dauerbehandlung
  • Herpes gestationes Bezug zu Herpes NUR historisch. Hauterscheinung wie bullöses Pemphigoid = gruppierte, straffe, stehende, subepidermale Hautblasen Ursache: HLA-Assoziation + Plazentaantigene Die Symptomatik kann auch das Neugeborene aufweisen. Verschlimmerung der Symptomatik mit jeder weiteren Geburt mit gleichem Vater.
  • Aspeptische Sinusvenenthrombose Risikofaktor: Schwangerschaft, Kontrazeptiva, Kortikoide
  • Cluster-Kopfschmerz einseitiger fronto-temporaler, seitenkonstanter Kopfschmerz bis zu 7 mal Tag 1/2 - 2 Stunden. Männer häufiger betroffen. Risikofaktoren: Alkohol und Nikotin
  • Horner-Syndrom Schädigung oder Irritation des Sympathikus -> Miosis, Ptosis, Enophtalmus Viele Ursachen: z.B. Dissektion A. carotis interna, Tumor, Cluster-Kopfschmerz, Wallenberg-Syndrom
  • Ganglion ciliare retrobulbär, Umschaltung der parasympathischen Fasern für die inneren Augenmuskeln. Läsion -> Mydriasis
  • N. glossopharyngeus (IX) Innervation: Gaumensegel, Muskulatur weicher Gaumen + Larynx + Pharynx. Sensibel + sensorisch hinteres Zungendrittel
  • N. hypoglossus (XII) Innervation des M. genioglossus Läsion -> Abweichen der Zunge zur kranken Seite bei Herausstrecken
  • Heparin (fraktioniert) Wirkungskontrolle Wirkungskontrolle über Bestimmung Anti-Xa-Aktivität. Bei Voll-Heparinisierung -> Anhebung auf 0,4 - 0,8 IE/ml
  • Heparin (unfraktioniert) Wirkungskontrolle kurze HWZ, daher i.v. Dauerapplikation mit Perfusor -> tägliche PTT-Bestimmung
  • Amaurosis fugax temporäre Erblindung durch Verschluss der ipsilateralen A. ophthalmica, welche aus A. carotis interna entspringt. Z.B. Arteriitis temporalis, Carotisdissektion
  • Sehbahn Gliederung Auge -> N. opticus -> Chiasma -> Tractus opticus -> Corpus geniculatum laterale (1. Umschaltung) -> Sehstrahlung (Radiatio optici) -> durch Capsula interna hindurch -> primäre Sehrinde
  • Versivanfall einfach, partial epileptischer Anfall mit Drehung von Augen, Kopf und Rumpf in kontralaterale Seite. Bewusstsein bleibt erhalten.
  • Uhthoff-Phänomen reversible Verschlechterung der MS-Symptomatik durch Wärmeeinwirkung (z.B. Bad). Kein Schub!
  • Phenprocuomon-Einnahme bei SS Marcoumar-Übertragung  durch Muttermilch. VitK-Substitution beim Säuglin.
  • Normaldruckhydrozephalus Trias: Demenz, Gangstörung, Harninkontinenz Gangapraxie: Schlurfen U.: CT oder MRT: Liquorräume erweitert + Rindenatrophie, Liquorentnahme 40ml Th.: Bei Ansprechen auf Liquorentnahme mit Verbesserung des Gangbildes -> ventrikuloperitonealen Shunt anlegen Formen: idiopathisch (Korrelation mit jahrelangem Hypertonus) und sekundär (nach SAB, Meningitis, OP)