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Psychologie (Subject) / Emotion & Motivation (Lesson)

Allgemeine Psychologie II

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  • Geben Sie die besprochene Arbeitsdefinition von Emotionen sinngemäß wieder. Welche Komponenten enhält die Minimalkonsens Definition von Emotion? Emotionen sind zentralnervös ausgelöste physiologische Reaktionsmuster, die eine spezifische Ursache haben, auf ein bestimmtes Objekt gerichtet und zeitlich relativ begrenzt sind. Komponenten: subjektive Erlebniskomponente kognitive Bewertungskomponente physiologische Komponente Verhaltenskomponente (wird oft nur teilweise ausgeführt)
  • Welche Grunddimensionen Emotionalen Erlebens nehmen dimensionale Theorien (Circumplex Modelle) an? Interaktion von: Valenz (Appetenz - Aversion bzw. positiv - negativ) Erregung (langweilig - erregend) Potenz/Dominanz (wird auch oft weggelassen)
  • Wie kovariieren peripherphysiologische Indikatoren mit diesen Dimensionen (Lang & Bradley)? Valenz: reduzierte Schreckreflex Amplitude (meistens als Lidschlussreflex am Musculus Orbicularis Oculi gemessen) beim Betrachten angenehmer Bilder potenzierte Schreckreflex Amplitude beim Betrachten unangenehmer Bilder Erregung: erhöhte Hautleitfähigkeit bei Erregung Interaktion von Valenz und Erregung: erregungsabhängige Abnahme der Herzfrequenz in unangenehmen Situationen erregungsabhängiger Anstieg der Herzfrequenz in angenehmen Situationen
  • Beschreiben Sie die James-Lange Theorie der Emotion. Emotionen haben physiologische Ursachen (z.B. viszerale Aktivität oder Erweiterung der Blutgefäße), diese körperlichen Veränderungen folgen unmittelbar auf die Wahrnehmung der erregenden Tatsachen. Emotion ist die Empfindung, also das bewusste Erleben, dieser Veränderungen zum Zeitpunkt ihres Auftretens (Wahrnehmung - körperliche Reaktion - bewusste Wahrnehmung der körperlichen Reaktion).
  • Welchen Emotionsaspekt wollte James erklären? Wie lautet – knapp aber präzise formuliert – die von James vorgeschlagene Erklärung in seiner ersten Formulierung? (2 Sätze) James wollte die Unterschiede zwischen Gefühlen und die Unterschiede zwischen Gefühlen und anderen Wahrnehmungen erklären. Er behauptete, dass die körperlichen Veränderungen den Gefühlen vorausgehen und dass Emotionen auf peripherphysiologische Reaktionen reduzierbar sind.
  • Berichten Sie die Kritik von Cannon an James‘ Theorie (5 Aussagen). James behauptete, viszerale Veränderungen seien hinreichend und notwenig für Emotionen, Cannon widersprach dem, indem er anmerkte, dass: die vollständige Trennung der Viszera vom Gehirn zu keiner Veränderung im emotionalen Verhalten führt dieselben viszeralen Veränderungen bei sehr verschiedenartigen und auch bei nichtemotionalen Zuständen auftreten die Eingeweise relativ unempfindliche Organe sind viszerale Veränderungen zu langsam sind, um als Ursache des Gefühleserlebens infrage zu kommen die künstliche Herbeiführung der für starke Emotionen typischen viszeralen Veränderungen nicht zum Auftreten dieser Emotionen führt
  • Fassen Sie knapp zusammen, ob Studien zum emotionalen Erleben Querschnittsgelähmter Cannons Kritik bestätigen (4-5 Sätze). Hohmann befragte 25 Querschnittsgelähmte und fand ihr emotionales Erleben reduziert, was gegen Cannons Kritik spricht, jedoch auch auf veränderte Lebensumstände zurückzufühen sein könnte. Weitere Experimente mit standardisierten Tests (im Gegensatz zu Interviewdaten bei Hohmann) fanden keine Reduktion des emotionalen Erlebens bei dieser Patientengruppe. Cannons Kritik ist also durchaus berechtigt.
  • Inwiefern ist die Studie von Strack, Martin & Stepper (1988) ein Beispiel für eine Neo-Jamesianische Theorie? (1 Satz) Beschreiben Sie das Experiment knapp (4-5 Sätze). Mit der Studie sollte getestet werden, wie Gesichtsausdruck und Gefühl zusammenhängen, wobei Strack et al. postulierten, dass eine bestimmte Mimik Rückwirkungen auf das Emotionserleben habe, was mit James' Theorie übereinstimmt, dass erst physiologische Veränderungen und dann die (bewusst erlebten) Emotionen kommen. Bei der Studie mussten Versuchspersonen mit den Lippen (Lachmuskeln nicht aktiv), den Zähnen (Lachmuskeln aktiv) oder der Hand (Kontrollgruppe) einen Stift halten und verschiedene Aufgaben ausführen, unter anderem sollten sie die Lustigkeit von Cartoons auf einer Ratingskala einschätzen. Wenn der Stift mit den Zähnen gehalten wurde, lächelten die Versuchspersonen eher und fanden die Cartoons lustiger, Mimik wirkt sich also auf Gefühle aus.
  • Schildern Sie knapp das wesentliche Ergebnis der Studie von Maranon (1924) mit Bezug auf Cannons Kritik (2-3 Sätze). Marañón injizierte Versuchspersonen Adrenalin und beobachtete die Auswirkungen. Es zeigte sich, dass Adrenalininjektionen nur bei 30% zu echten Gefühlen führte, 70% berichteten von "als-ob-Gefühlen". Emotion ist also ein Verbund aus einem Gedanken und einer physiologischen Reaktion. Dies passt zu Cannons Kritikpunkt, dass die künstliche Herbeiführung viszeraler Veränderungen nicht zu Emotionen führt.
  • Welches sind die zwei Faktoren in Schachters 2-Faktoren-Theorie der Emotion? Welche spezifische Funktion hat jeder der Faktoren für die Emotionsentstehung? (2 Sätze) zwei Faktoren: physiologische Erregung bestimmt Intensität der Emotion Kognition bestimmt Qualität der Emotion (emotionsrelevante Einschätzung der Situation, z.B. als bedrohlich, Überzeugung, dass die Erregung auf die Situation zurückgeht)
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  • Skizzieren Sie den Normalfall und den Sonderfall der Emotionsentstehung nach Schachter in je 2-3 Sätzen. Im Normalfall lässt sich wahrgenommene physiologische Erregung auf die Situation (emotionsrelevante Kognition) attribuieren. Beim Sonderfall der Emotionsentstehung ist die physiologische Erregung zunächst unerklärlich, sodass ein Erklärungsbedürfnis etsteht und man nach einer "Bewertungshilfe" in der Umwelt sucht und die physiologische Erregung auf eine gefundene emotionale Einschätzung attribuiert. Auf diese Weise kann es zu Fehlattributionen kommen.
  • Beschreiben Sie das Schachter und Singer Experiment. Was sagt es über die Rolle von Kognition und Erregung bei der Emotionsenstehung? Hypothesen: der gleiche physiologische Erregungszustand kann sowohl als Freude als auch als Wut erlebt werden, je nachdem, auf welche Ursache die Person ihre Erregung zurückführt physiologische Erregung, für die es eine plausible (nicht-emotionale) Erklärung gibt, führt nicht zum Erleben einer Emotion eine Person reagiert nur dann emotional auf eine Situation, wenn sie auch eine physiologische Erregung wahrnimmt UVs: physiologische Erregung: Adrenalin- oder Placeboinjektion mit Coverstory (Adrenalin bewirkt sympathische Erregung) Erklärungsbedürfnis für die Erregung: Adrenalin-Gruppe erhielt entweder korrekte, falsche oder keine Information über die Wirkung der Injektion Kausalattribution der Erregung: während einr 20-minütigen Wartepause mimte ein Konfident entweder Freude oder Ärger AVs: Verhaltensbeobachtung durch einen Einwegspiegel: "Euphorie-Index" und "Ärger-Index" Selbstbericht auf Rating-Skala Ergebnis: die Hypothesen der Zwei-Faktoren-Theorie konnten nur teilweise bestätigt werden (unerwartet hohe Werte der Placebo-Gruppe und nur sehr kleine Unterschiede in den Selbstberichten) Das Experiment zeigt, dass die Wahrnehmung von physiologischer Erregung nicht unbedingt notwendig für Emotionen ist, es reicht, wenn Kognitionen vorhanden sind.
  • Beschreiben und interpretieren Sie kurz das Valins-Experiment. Männlichen Versuchsperonen wurden Pin-up-Fotos gezeigt. Während der Hälfte der Fotos hörten die Versuchpersonen angeblich ihre eigenen Herztöne. Einer Gruppe wurde bei fünf Bildern eine ansteigende Herzrate rückgemeldet und einer anderen Gruppe eine abnehmende. Anschließend sollte die Attraktivität der Frauen beurteilt werden. Es zeigte sich, dass ein vermeintlicher Anstieg der Herzrate zu höheren Attraktivitätseinschätzungen führte. Das zeigt, dass reale Erregung nicht notwendig ist, um emotionale Reaktionen zu beeinflussen, es reicht die subjektive Überzeugung, dass man erregt ist, wodurch es zu Fehlattributionen kommen kann.
  • Worin unterscheiden sich die Darwinsche und Lamarcksche Evolutionsthoerie zentral? Welcher moderne Ansatz der Evolutionstheorie kann eine rationale Erklärung für einen Teil von Lamarcks Ideen geben? Die Darwinsche Evolutiontheorie geht davon aus, dass Veränderungen bzw. die Entstehung neuer Arten durch natürliche Selektion vonstattengeht, da Individuen, die besser an ihre Umwelt angepasst sind, einen Überlebensvorteil und dadurch auch mehr Nachkommen haben. Die Lamarcksche Evolutionstheorie geht hingegen davon aus, dass durch Erfahrung erworbene Eigenschaften direkt an die Nachkommen vererbt werden und dass es auf diese Weise über viele Generationen zu kumulativen Veränderungen und letztendlich zur Entstehung neuer Arten kommt. Die moderne Epigenetik zeigt, dass bei der Vererbung das Vorhandensein der Gene zwar nicht verändert werden kann, jedoch können Gene durch Umwelteinflüsse "an- und ausgeschaltet" werden und das kann an die Nachkommen vererbt werden, somit hatte Lamarck zumindest ansatzweise recht.
  • Nennen Sie die 6 Forschungsmethoden, die von Darwin für einen Beleg der Universalität des Ausdrucks vorgeschlagen wurden (6 Stichpunkte). intrakulturelle Beurteilung des Emotionsausdrucks interkulturelle Beurteilung des Emotionsausdrucks Beobachtung des Emotionsausdrucks von Kindern Vergleich des Emotionsausdrucks von Menschen und Tieren Beobachtung des Emotionsausdrucks von Blindgeborenen Beobachtung des Emotionsausdrucks von Geisteskranken
  • Was fand Ekman auf Papua-Neu Guinea? Wie ging er in seiner Studie vor? (3-4 Sätze) Ekman stellte fest, dass Emotionen bei den Menschen auf Papua-Neu Guinea von den gleichen Gesichtsausdrücken begleitet werden wie in westlichen Kulturen. Daraus folgerte er, dass Gesten und Gesichtsausdrücke nicht durch die Kultur geprägt werden, sondern dass es universelle Baisemotionen und -gesichtsausdrücke gibt. In seiner Studie sollten Personen verschiedener Kulturen Gesichtsausdrücke von Europäern benennen und umgekehrt. Es ergab sich eine intrakulturelle Übereinstimmung von 70%, die interkulturelle Übereinstimmung war nicht signifikant verschieden.
  • Wie lauten die (durch Gesichtsausdruck indentifizierbaren) Basisemotionen nach Ekman? Furcht Ärger Ekel Trauer Freude Überraschung (Verachtung oder neutraler Ausdruck)
  • Erläutern Sie das Konzept der Darbietungsregeln (3-4 Aussagen). Kulturen unterscheiden sich nicht im emotionalen Ausdrucksverhalten bzw. -vermögen an sich, sondern in den Regeln darüber, unter welchen Umständen das Ausdrucksverhalten gezeigt wird. Eine Teilklasse der menschlichen Gesichtsausdrücke (in der Phylogenese durch natürliche Selektion entstanden) ist eng mit Emotionen verbunden, sodass diese Gesichtsausdrücke automatisch aktiviert werden, wenn die Emotion vorliegt. Allerdings treten sie nicht immer in Erscheinung, da sie (teilweise) kontrolliert werden können.
  • Schildern Sie das Bowlingexperiment von Kraut und Johnston (1997) (4-5 Sätze). Was soll es zeigen? In dem Experiment wurde die Häufigkeit des Lächelns während eines Bowling-Wurfs und beim Zurückdrehen zu den Zusehern ermittelt. Es zeigte sich, dass beim Erblicken der Zuseher mehr gelächelt wurde. Das Experiment soll zeigen, dass mimischer Ausdruck durch die Anwesenheit von anderen verstärkt wird und dass Lächeln nicht unbedingt Ausdruck von Emotion, sondern von sozialer Interaktion ist.
  • Zur Annahme von Basisemotionen. Nennen und erläutern Sie drei Kriterien, die zu einer Einordnung von Emotionen als biologisch grundlegend führen könnten (3 Aussagen). Gesichtsausdrücke der Basisemotionen finden sich in verschiedenen Kulturen, auch Kinder zeigen sie bereits zum Teil überlebenswichtige Funktion, z.B. geweitete Augen bei Überrachung, um mögliche Gefahren besser wahrnehmen zu können peripherphysiologische Erregung, die Emotionen begleitet, bereitet z.B. auf Flucht oder Kampf vor
  • Beschreiben Sie neurologische Evidenz für die Existenz der Basisemotionen Angst und Ekel. Eine Patientin mit Urbach-Wiethe Syndrom hatte verknöcherte Amygdalae, was ein Defizit in der Furchtverarbeitung, bei erhaltenen sprachlichen emotionalen Konzepten und Sprachverarbeitung verursachte. Beim Betrachten emotionaler Bilder sah sie vor allem auf die Nase, während gesunde Kontrollperonen vor allem auf die Augen und den Mund sehen. Dies könnte daran liegen, dass Furcht für die Patientin nichts bedeutet. Außerdem können Personen mit bilateraler Amygdalaläsion nur explizit konditioniert werden, sie zeigen also keine antizipatorische physiologische Angstreaktion. All dies spricht dafür, dass die Amygdala für die Basisemotion Angst zuständig ist. Die Insula ist vor allem für die emotionale Verarbeitung der Basisemotion Ekel zuständig. Bei Patienten mit Chorea Huntington ist ein "Ekeldefizit" zu beobachten, was durch eine verringerte Aktivität der Insula verursacht wird.
  • Was besagt die Theorie der ‚somatischen Marker‘? Welcher klassischen Emotionstheorie ähnelt sie? Die Theorie besagt, dass man seinen Körperzustand abliest, um künftige Entscheidungen zu bewerten, was vor allem durch persönliche Präferenzen und soziale Normen beeinflusst wird. Sie ähnelt der James-Lange-Theorie, nach der Emotionen das bewusste Erleben physiologischer Veränderungen sind.
  • Beschreiben Sie kurz den Fall des Phineas Gage. Wie kann man sein Problem neurologisch erklären? Bei einem Unfall durchbohrte eine Eisenstange den Frontallappen (vor allem den präfrontalen Cortex) von Phineas Gage. Als Folge davon veränderte sich seine Persönlichkeit, er war unfähig, zukünftige Ereignisse angemessen zu planen, seine Impulskontrolle war gestört und er missachtete (gesellschaftliche) Regeln. Dies lässt sich damit erklären, dass der präfrontale Cortex unter anderem für die Fähigkeit zuständig ist, die Zukunft vorwegzunehmen und zu planen.
  • Wie sind Trieb und Habit miteinander verknüpft? Wie kann sich das in Experimenten zeigen? (3-4 Aussagen) Nach Hulls Motivationstheorie ergibt sich die Verhaltensstärke aus dem Produkt von Trieb und Habit. Wenn eins von beidem null ist, resultiert kein Verhalten, ansonsten steigt die Verhaltensstärke monoton mit Trieb bzw. Habit. Hull führte Experimente mit Ratten durch, die mithilfe operanter Konditionierung lernten, einen Hebel zu drücken, um Futter zu bekommen. Anschließend wurde die Löschungsresistenz gemessen. Dabei zeigte sich, dass die Löschungsresistenz umso größer war, je mehr Verstärkungen vorangegangen waren und dass Ratten nach 22 Stunden Deprivation etwa drei Mal größere Löschungsresistenz zeigten als nach drei Stunden Deprivation.
  • Beschreiben Sie kurz die Feldtheorie nach Lewin (Komponeneten, Anwendungen, Person, Umwelt) Nach Lewins Feldtheorie ist Verhalten eine Funktion von der aktuellen Person und ihrer aktuellen Umwelt. Komponenten: Konstrukte, die sich auf die Person beziehen (internale Repräsentation von Zielen) Konstrukte, die sich auf die Umwelt beziehen (physikalische Welt) dynamische Konstrukte (Vektoren, welche die Richtung eines Verhaltens angeben) Anwendungen: Konflikte (Annäherung - Annäherung, Vermeidung - Vermeidung, Annäherung - Vermeidung) Erinnern unerledigter Handlungen (Zeigarnik-Effekt) Wiederaufnahme unerledigter Handlungen (Ovsiankina-Effekt) Ersatzhandlungen Anspruchsniveau Person: Bereiche mit Grenzwänden: Ziele benachbarte Bereiche: ähnliche Ziele Umwelt: Bereiche: Handlungen benachbarte Bereiche: konsekutive oder alternative Handlungen Grenzwände: Hindernisse
  • Wie sind bei Lewin Valenz und Kraft definiert (2 Definitionen, gerne auch als Formel)? Valenz ist eine Fuktion von Spannung und ZIelobjekteigenschaften. Valenz = f(Spannung, Zielobjekteigenschaften) Kraft ist die Stärke der Verhaltenstendenz und lässt sich als Funktion von dem Quotienten aus Valenz und psychischer Distanz definieren (keine lineare Funktion, da die Kraft von Nahzielen sehr viel größer ist als die Kraft von Fernzielen). Kraft = f(Valenz/psychische Distanz)
  • Was ist laut Lewin ein Konflikt (eine Definition)? Ein Konflikt ist psychologisch zu charakterisieren als eine Situation, in der gleichzeitig entgegengesetzt gerichtete, dabei aber annähernd gleich starke Kräfte auf das Individuum einwirken.
  • Geben Sie Beispiele für verschiedene Konflikte nach Lewin. Welche Konfliktarten sind leicht bzw. schwer lösbar? Annäherung - Annäherung: z.B. Pizza oder Pasta im Restaurant (leicht zu lösen, durch irgendeinen Zufall wird man in die eine oder andere Richtung gelenkt) Vermeidung - Vermeidung: z.B. Lernen oder Zimmeraufräumen (schwierig zu lösen, man macht z.B. lieber gar nichts) Annäherung - Vermeidung: z.B. muss sich eine Ratte entscheiden, ob sie Futter bekommt und dafür einen Elektroschock in Kauf nimmt, oder ob sie nichts tut (schwierig lösbar)
  • Worin besteht der Zeigarnik Effekt (1 Satz)? Was ist der Ovsiankina Effekt und welche Faktoren beeinflussen seine Stärke (2-3 Sätze)? Der Zeigarnik Effekt besteht darin, dass man sich besser an unerledigte als an erledigte Aufgaben erinnert. Der Ovsiankina Effekt besteht darin, dass man die Tendenz hat, unerledigte Aufgaben wieder aufzunehmen. Faktoren, die seine Stärke beeinflussen: Dauer der Unterbrechung (Wiederaufnahme sinkt mit der Zeit) Zeitpunkt der Unterbrechung (kurz vor dem Ziel ist die Wiederaufnahme am größten) Art der unterbrochenen Aufgabe (Wiederaufnahme höher bei klar definiertem Ziel) innere Einstellung (Ehrgeiz fördert die Wiederaufnahme)
  • Stellen Sie die Anspruchsniveausetzung unter Verwendung der Begriffe Zieldiskrepanz, Zielerreichungsdiskrepanz, Erfolg und Misserfolg, typische und atypische Anspruchsniveausetzung dar. Zieldiskrepanz: Unterschied zwischen vorheriger Leistung und gesetztem Anspruchsniveau dann erfolgt nächste Leistung Zielerreichungsdiskrepanz: Unterschied zwischen neuem Anspruchsniveau und Leistung positive Zielerreichungsdiskrepanz: Bewertung als Erfolg negative Zielerreichungsdiskrepanz: Bewertung als Misserfolg typische Anspruchsniveausetzung: wenn die letzte Leistung ein Misserfolg war, wird nächstes Mal eher ein niedrigeres Anspruchsniveau gewählt und wenn die letzte Leistung ein Erfolg war, wir das nächste Mal eher ein höheres Anspruchsniveau gewählt atypische Anspruchsniveausetzung: wenn die letzte Leistung ein Misserfolg war, wird das nächste Mal eher ein höheres Anspruchsniveau gewählt und wenn die letzte Leistung ein Erfolg war, wird das nächste Mal eher ein niedrigeres Anspruchsniveau gewählt Anspruchsniveausetzung gibt Informationen darüber, unter welchen Umständen Personen eine Leistung als Erfolg oder Misserfolg erleben
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  • Wie kann man das Leistungsmotiv als Personeneigenschaft messen? Murray verwendete den Thematischen Apperzeptionstest, um das Leistungsmotiv zu messen. Dabei werden mehrdeutige Bilder präsentiert, die unterschiedlich interpretiert werden können. Aufgabe der VP ist es, zu jedem Bild eine Geschichte aufzuschreiben, was einiges über Wünsche, Befürchtungen und Einstellungen der VP offenbart.
  • Der Anreiz von Erfolg bzw. der negative Anreiz von Misserfolg: Worin besteht er laut Atkinson inhaltlich (2 Stichworte), und wie ist er formal bestimmt (2 formale Bestimmungen)? Anreiz von Erfolg: Stolz negativer Anreiz von Misserfolg: Scham Anreiz von Erfolg ist proportional zur Schwierigkeit der Aufgabe (Ae=1-pe) Anreiz von Misserfolg ist proportional zur Leichtigkeit der Aufgabe (Am=1-pm)
  • Wie sind in der Leistungsmotivationstheorie von Atkinson Te, Tm und Tr definiert (3 formale Bestimmungen)? aufsuchende Tendenz: Te = Ae x pe x Me vermeidende Tendenz: Tm = Am x pm x Mm resultierede Tendenz: Tr = Te - Tm (+ Textr) Textr: extrinsische Motivation Anreiz von Erfolg: Ae=1-pe Anreiz von Misserfolg: Am=1-pm pe: Erfolgswahrscheinlichkeit pm: Misserfolgswahrscheinlichkeit Me: Motiv, Erfolg anzustreben Mm: Motiv, Misserfolg zu vermeiden
  • Stellen Sie (z.B. als Diagramm) den Zusammenhang zwischen Aufgabenschwierigkeit und aufsuchender bzw. meidender Tendenz dar (setzen Sie Me und Mm auf 1). Welche Vorhersagen ergeben sich für die Aufgabenwahl? (1-2 Sätze) identische symmetrische Parabeln mit dem Definitionsbereich [0;1] und dem Extrempunkt (Maximum) E(0,5I0,25) bei Erfolgsorientierten ist die aufsuchende Tendenz bei mittelschweren Aufgaben am größten, also wählen sie voraussichtlich mittelschwere Aufgaben bei Misserfolgsorientierten ist die meidende Tendenz bei mittelschweren Aufgaben am größten, also wählen sie voraussichtlich einfache und schwere Aufgaben
  • Wie verändert sich nach fortgesetztem Erfolg (oder Misserfolg) die subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit bei gleichbleibender objektiver Aufgabenschwierigkeit? (1 Satz) Nach fortgesetztem Erfolg wird die subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit immer höher und nach fortgesetztem Misserfolg wird sie immer geringer.
  • Welche Rolle spielen Emotionen bei der Leistungmotivation? Welche Emotionen sind dabei nach Atkinson zentral? Emotionen sind die Erlebniskomponente von Motivation. Hoffnung auf Erfolg stärkt die Leistungsmotivation, Furcht vor Misserfolg schwächt sie. Nach Atkinson wird Erfolgsstreben durch einen positiven Anreiz, nämlich Stolz, motiviert, während Misserfolgsvermeidung durch einen negativen Anreiz, nämlich die Vermeidung von Schamgefühlen, motiviert wird.
  • Welches sind typische Ursachen von Ergebnissen in Leistungssituationen und wie können diese auf den Kausaldimensionen der Lokation, Stabilität und Kontrollierbarkeit eingeordnet werden (z.B. 1 Tabelle) Ursachendimensionen: Lokalisation (internal oder external) Stabilität (zeitlich stabil oder zeitlich variabel) Kontrollierbarkeit (kontrollierbar oder unkontrollierbar) Intentionalität Globalität typische Ursachen: Intention: internal, zeitlich variabel, kontrollierbar Anstrengung: internal, zeitlich variabel, kontrollierbar Fähigkeit: internal, zeitlich stabil, (eher) unkontrollierbar Aufgabenschwierigkeit: external, zeitlich stabil, unkontrollierbar Zufall: external, zeitlich variabel, unkontrollierbar
  • Welche Folgen haben Lokation, Kontrollierbarkeit und Stabilität? (3 Aussagen, z.B. Lokation wirkt sich aus auf ..) Lokalisation wirkt sich aus auf selbstwertbezogene Gefühle (Kompetenz, Stolz, Unfähigkeit, Scham), also den Wert eines Erfolges oder Misserfolges. Kontrollierbarkeit wirkt sich aus auf interpersonelle Urteile (lobens- oder tadelnswert), man kann eine Person nur loben oder tadeln, wenn sie ihre Handlungen kontrollieren konnte. Stabilität witkt sich aus auf Erwartungsänderungen, also die Erwartung von Erfolg oder Misserfolg.
  • Nach Atkinson ist das Leistungsmotiv eine emotionale Disposition. Wie ist das Leistungsmotiv bei Weiner konzeptionalisiert? Welches Attributionsmuster haben Erfolgs- und Misserfolgsmotivierte? (2-3 Sätze) Nach Weiner ist das Leistungsmotiv keine emotionale, sondern eine kognitive Disposition, genauer gesagt eine Attributionsvoreingenommenheit (eine Neigung, ganz bestimmte Arten von Attributionen vorzunehmen). Erfolgsmotivierte neigen dazu, Erfolg auf internale Ursachen und Misserfolg auf variable Ursachen zurückzuführen. Misserfolgsmotivierte neigen dazu, Erfolg auf externale Ursachen und Misserfolg auf stabile Ursachen zurückzuführen.
  • Wie hoch ist die Diagnostizität einer Aufgabe für die Fähigkeit X, wenn alle X-Könner erfolgreich sind und alle X-Nichtkönner versagen? (1 Zahl) 100% bzw. 1
  • Von welcher Kausaldimension hängt Hilfeleistung und die Beurteilung von Stigmata ab? Welche Emotionen spielen hier eine Rolle? (2-3 Sätze) Man leistet eher Hilfe bei Attribution auf externale, unkontrollierbare Ursachen. Man beurteilt Stigmata eher als richtig bei Attribution auf internale, stabile, kontrollierbare Ursachen. Bei Hilfeleistung spielt Empathie eine Rolle.
  • Stellen Sie das Rubikon-Modell der Handlungsphasen schematisch (als Diagramm) dar. Motivation             Volition            Volition        Motivation prädezisional     präaktional   aktional       postaktional abwägen             planen            handeln      bewerten                          Il                         Il                     Il             hier wird Rubikon       Intentions-    Intentions-             überschritten               initiierung    deaktivierung             (Intentionsbildung)
  • Welche Art von Planungsverhalten erhöht nach Gollwitzer die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung von Plänen in Handlungen? Nach Gollwitzer sollte man zunächst eine Zielintention festlegen, die den angestrebten Zielzustand spezifiziert. Anschließend bildet man Vorsätze, die spezifizieren, wann und wie das Ziel erreicht werden soll. Dadurch werden beabsichtigte Handlungen und spezifische Auslösebedingungen verknüpft, sodass die Handlung automatisch durch die Auslösegelegenheit aktiviert wird.