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Biwi (Subject) / Entwicklungspsychologie (Lesson)

Einführung

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  • Definition Entwicklung relativ überdauernde intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens über die Zeit hinweg
  • Gegenstand der Entwicklungspsychologie (EP) Beschreibung, Erklärung und Modifikation von Entwicklungsprozessen im menschlichen Lebenslauf von der Zeugung bis zum Tod
  • Grundlagenorientierte Aufgaben der EP Beschreibung von Entwicklungsverläufen Erklärung von Entwicklungsveränderungen
  • Anwendungsorientierte Aufgaben Bestimmung & Prognose Entwicklungsstand Suche nach Interventionsmöglichkeiten
  • Zeitstrecken der Entwicklung Anthropogenese, Phylogenese, Ontogenese
  • Leitfragen der EP Anlage vs Umwelt, kontinuierliche vs diskontinuierliche Entwicklung, Mechanismen von Veränderungen, Normative vs idiographische Ansätze, Bereichsübergreifende vs bereichsspezifische Entwicklung universelle vs kulturspezifische Entwicklung
  • Aufgrund welcher Faktoren kommt menschliche Entwicklung zustande? Sowohl Anlage, als auch Umwelt
  • kontinuierliche Entwicklung kontinuierlicher Verlauf mit quantitativen Entwicklungszuwächsen (z. B. Lerntheorie nach Skinner, Informationsverarbeitungstheorien)
  • Diskontinuierliche Entwicklung Stufenförmiger Verlauf mit qualitativ unterschiedlichen Entwicklungsstadien (z. B. Kognitive Theorie nach Piaget, Psychoanalyse nach Freud)
  • Zentrale Konzepte der Lebesspannenentwicklung Multidimensionalität, Multidirektionalität, Plastizität
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  • Multidimensionalität in der Lebensspannenentwicklung Untersuchung unterschliedlicher Faktoren (z.B. biologische, psychische, soziale) zur Beschreibung und Erklärung der Lebensspanne
  • Multidirektionalität in Lebensspannenentwicklung Entwicklung verläuft in mehrere Richtungen, Gewinne und Verluste, nonlineare Entwicklung, Stabilität
  • Platizität in der Lebensspannenentwicklung Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrung beeinflussen zu lassen
  • Arten der Veränderung in der Lebensspanne linear abfallend/aufsteigend, Stufig abfallend/aufsteigend, stabil, ansteigend-abfallend
  • Verlauf über die Lebensspanne von Alltagswissen und Wortschatz linear aufsteigend
  • Verlauf über die Lebensspanne der Denkgeschwindigkeit und Konzentration? ansteigend-abfallend
  • Verlauf über die Lebensspanne der Emotionsregulation? ansteigend-abfallend
  • Einflussfaktoren der Entwicklung Altersabhängig (normativ), Historisch (normativ), Non-normativ (idiosynkratisch) 
  • Wichtigkeit Altersabhängige Einflussfaktoren absteigend-aufsteigend
  • Wichtigkeit historische Einflussfaktoren aufsteigend-absteigend
  • Wichtigkeit non-normativer Einflussfaktoren linear aufsteigend
  • Forschungsdesigns Querschnitt, längsschnitt, Sequenzanalyse, Mikrogenetisches Design, Experiment
  • Datenerhebungsmethoden in der EP Beobachtung, interviews und Fragebogen, spezielle Methoden im experimentellen Setting
  • Querschnittsstudie Vergleich von Stichproben aus unterschiedlichen Altersgruppen
  • Längsschnittstudie Eine Stichprobe zu verschiedenen Zeitpunkten
  • Vorteile Querschnitt schnell, ökonomisch, nützlicher Vergleich zw. Altersgruppen
  • Nachteile Querschnitt keine intra-/ bzw. interindividuelle Unterschiede und Merkmalsstabilitäten erkennbar, Verwechslung von Alter und Kohorte, Übertragbarkeit auf andere Erhebungszeitpunkte fraglich, Altersstichproben möglicherweise nicht vegleichbar
  • Vorteile Längsschnitt intra- und interindividuelle Veränderungen und Entwicklungsverläufe erkennbar Merkmalsstabilitäten erkennbar
  • Nachteile Längsschnitt Testungseffekte möglich, Alters- und Testzeiteffekte nicht trennbar bzw. konfundiert, Generalisierbarkeit fraglich, Selektive Stichprobenausfälle möglich, Hoher Zeit-/Personalaufwand
  • Sequenzanalyse Kohortenvergleiche, Querschnittvergleiche, Längsschnittvergleiche zusammen über längeren Zeitraum
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  • Mikrogenetisches Design Engmaschige Beobachtung um erwartete Entwicklungsveränderung herum Längsschnittdesign mit sehr kurzen Zeitabständen
  • Vorteile Mikrogenetisches Design sehr detailreiche Veränderungsprozesse erfassbar
  • nachteile Mikrogenetisches Design keine längerfristigen Veränderungsmuster sichtbar
  • spezielle Datenerhebungsmethoden im Säuglingsalter Präferenzparadigma Habituationsparadigma Erwartungs-Induktions-Paradigma Erwartungs-Enttäuschungs-Paradigma Paradigma der verzögerten Nachahmung
  • Habituations-Dishabituations-Paradigma Gewöhnung an einen Stimulus wird überprüft
  • Problem von Erblichkeitsstudien keine Aussagen über Modifikationsbreite eines Merkmals keine Kenntnis der Bandbreite des Merkmals
  • Pränatale Entwicklungsstadien 1. Zygotenstadium (1. und 2. Woche) 2. Embryonalstadium  3. Fötalstadium (9. Woche bis Geburt)
  • Risiken pränatale Entwicklung Teratogene: Alkohol, Drogen, Nikotin, spezielle Medikamente, Umweltgifte, Strahlen, Infektionserkrankungen
  • Postnatales Körperwachstum 1. Lebensjahr: 18 bis 25 cm 2. Lebensjahr: 10 bis 13 cm Folgejahre: 5 bis 6 cm Ende: zw. 14 und 18 Jahren.
  • Cephalocaudaler Wachstumstrend körperliches Wachstum und motorische Kontrolle verläuft vom Kopf zum Steiß (Kopf-Rumpf-Verhältnis)
  • Proximodistaler Wachstumstrend Wachstum und motorische Kontrolle verläuft von der Mitte des Körpers nach außen
  • Gehirnentwicklung Synapsenbildung und Synapseneliminierung als Basis für Plastizität des Gehirns
  • Erfahrungserwartende Plastizität erst nach dem Input kommt es zur Entwicklung bestimmter Funkionen
  • Erfahrungsabhängige Plastizität neue Synapsen abhängig von Umwelterfahrungen
  • Myelinisierung Signalsendegeschwindigkeit zwischen Synapsen (Cephalokaudaler Trend)
  • Reflexe (Arten) Saugreflex, Blinzeln, Rooting-Reflex, Greifreflex, Schreitreflex, Schwimmreflex, Moro-Reflex
  • Saugreflex ab Geburt bis 4-6 Monate zur Aufnahme von Nahrung
  • Blinzeln ausgelöst durch Licht, permanent, Schutz vor Reizung
  • Rooting-Reflex Ausgelöst durch Berührung an der Wange: Zuwendungsreaktion in Erwartung von Nahrung von Geburt bis 4 Monate Hilft, Nahrungsquelle (Brustwarze) zu finden
  • Greifreflex Berührung der Handinnenflächen: Umgreifen des Gegenstands, Pränatal bis 9. Lebensmonat, Überlebenssichernd