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Lernfeld 3B (Subject) / Mundpflege,Ehtik,Ernährung,Expertenstandard,Hygiene,Kultur,Wissenschaft,Qualität (Lesson)

Hädrich,Zilles,Vogt,Böcher,Hofmann,Dimler,Wendler

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  • Was ist eine Endemi? Endemie: die ständige Bedrohung Eine Krankheit, die in bestimmten Regionen regelmäßig auftritt, wird als endemisch bezeichnet. Bei einer Endemie bleibt die Zahl der Erkrankungen über die Zeit relativ konstant. Sie ist höher als in anderen Gegenden, nimmt im Laufe der Zeit aber nicht weiter zu. In einem gewissen Zeitraum erkranken ungefähr immer gleich viele Menschen neu. Ein typisches Beispiel ist die Malaria, an der jedes Jahr 300 Millionen Menschen weltweit erkranken, hauptsächlich in den Tropen.  Bereits im Mai 2020 ging die Weltgesundheitsorganisation (WHO), davon aus, dass das Coronavirus zu einem endemischen Virus werden könnte. Die Delta- und Omikron-Varianten haben seitdem gezeigt, wie anpassungsfähig das Virus ist: ähnlich der Grippe. Das bedeutet, das Ding ist in der Welt, wir müssen in bestimmten Erdregionen lernen, damit zu leben. Verschwinden wird es nicht mehr.
  • Was ist eine Epidemi? Epidemie: nur in einer Region Von einer Epidemie wird gesprochen, wenn eine Krankheit in einer bestimmten Region und in einem begrenzten Zeitraum ungewöhnlich häufig vorkommt. Eine Pandemie ist eine Epidemie, die sich über die Grenzen eines bestimmten Landes oder auch eines Kontinentes ausbreitet. Das bedeutet vor allem, dass die erfolgreiche Kontrolle der Krankheit von der Kooperation der Gesundheitssysteme verschiedener Länder abhängt. Es bedeutet nicht, dass eine Krankheit besonders gefährlich oder tödlich ist. Wenn die Zahl der Erkrankungen in einer bestimmten Region über das normal zu erwartende (endemische) Level steigt, spricht man von einer Epidemie. Wenn die Krankheitsfälle lokal begrenzt sind, wird oft von einem Ausbruch gesprochen.  Eine Epidemie entsteht zum Beispiel, wenn sich die Virulenz eines bestimmten Erregers verändert: Ein Virus mutiert und wird dadurch ansteckender. Auch wenn Krankheiten in ein bestimmtes Gebiet neu eingeführt werden, kann das zu Epidemie führen. Voraussetzung ist, dass eine Krankheit von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. Ein Beispiel dafür sind die Pocken, die seit Beginn des 16. Jahrhunderts von den europäischen Eroberern nach Amerika eingeschleppt wurden. Weil die indigene Bevölkerung vorher noch nie mit den Erregern in Kontakt war, hatte sie keinerlei Abwehrkräfte. Einzelne Hochrechnungen gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent der indigenen Bevölkerung Amerikas den Pocken zum Opfer fiel.
  • Was ist eine Pandemi Pandemie: weltweite Ausbreitung Breitet sich eine Krankheit nicht nur regional, sondern über Länder und Kontinente hinweg aus, sprechen Experten von einer Pandemie. Laut WHO und CDC werden Pandemien meistens von neu auftretenden Erregern oder Virustypen verursacht. Das können zum Beispiel Zoonosen sein, also Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Wenn eine Krankheit für Menschen neu ist, werden nur sehr wenige Personen gegen das Virus immun sein. Impfungen gibt es in diesem Fall ebenfalls keine. Das kann dazu führen, dass sehr viele Menschen erkranken. Wie gefährlich oder tödlich die Erkrankung verläuft, hängt von dem spezifischen Virus und dem Gesundheitszustand des einzelnen Menschen ab. Selbst wenn eine Krankheit prozentual gesehen in den meisten Fällen harmlos verläuft, kann die absolute Zahl der schweren Erkrankungen bei einer Pandemie sehr hoch sein. Das liegt einfach daran, dass insgesamt sehr, sehr viele Menschen mit den Krankheitserregern infiziert sind.   Eine typische Krankheit, die immer wieder pandemische Ausmaße annimmt, ist die Grippe. An der Spanischen Grippe von 1918 starben mit 25 bis 50 Millionen Toten mehr Menschen als im 1. Weltkrieg. Auch die Schweinegrippe löste im Jahr 2009 eine Pandemie aus. Allerdings können auch bei einer Pandemie einzelne abgeschiedene Gebiete von der Krankheit verschont bleiben, Insel oder Berggebiete beispielsweise. Der Flugverkehr begünstigt allerdings die Ausbreitung von Pandemien. Die Begriffe Epidemie und Pandemie bezieht sich im Normalfall auf Infektionskrankheiten. Weil der einen dringenden Handlungsbedarf vermittelt, werden manchmal aber auch nicht übertragbare Krankheiten so bezeichnet. Diabetes-Epidemie, zum Beispiel.
  • Was ist das Infektionsschutzgesetz? Infektionsschutzgesetz - IfSG Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) trat am 01.01.2001 in Kraft und stellte das System der meldepflichtigen Krankheiten in Deutschland auf eine neue Basis. Das IfSG regelt, welche Krankheiten bei Verdacht, Erkrankung oder Tod und welche labordiagnostischen Nachweise von Erregern meldepflichtig sind. Weiterhin legt das Gesetz fest, welche Angaben von den Meldepflichtigen gemacht werden und welche dieser Angaben vom Gesundheitsamt weiter übermittelt werden. Zusätzlich werden die Meldewege dargestellt, Muster der Meldebögen und Informationen über Belehrungen sind abrufbar. Mit der Einführung des IfSG wurden in Deutschland Falldefinitionen zur routinemäßigen Übermittlung der meldepflichtigen übertragbaren Krankheiten eingeführt.
  • Was ist eine Meldepflicht? Definition Die Meldepflicht im Gesundheitswesen ist eine Rechtspflicht, die durch das deutsche Infektionsschutzgesetz (IFSG) definiert wird. Sie betrifft alle Ärzte und Krankenhäuser und erstreckt sich auf Infektionskrankheiten, die in der Regel hochansteckend und/oder hochgefährlich sind. Bei den meldepflichtigen Krankheiten müssen Erregernachweis, Infektionsverdacht, Erkrankung oder Tod dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Einige dieser Infektionskrankheiten erfordern eine namentliche, einige eine anonyme Meldung.
  • Was ist eine Expositionsprophylaxe? DefinitionAls Expositionsprophylaxe bezeichnet man alle nicht-medikamentösen Vorbeugemaßnahmen (Prophylaxe), mit denen man die Wahrscheinlichkeit senkt, dass ein Mensch oder ein Tier einem Erreger ausgesetzt und damit potenziell infiziert wird. Im engeren Sinn versteht man unter Expositionsprophylaxe die nicht-medikamentöse Vorbeugung einer Infektion in einem Endemiegebiet. MaßnahmenDie Expositionsprophylaxe versucht, Infektionsketten zu unterbrechen, indem sie die direkte oder indirekte Übertragung einer Krankheit verhindert. Unter dem Begriff werden sehr unterschiedliche, überwiegend hygienische Maßnahmen zusammen gefasst, z.B.: Mundschutz (Grippe, Tuberkulose)Repellents (Malaria)Moskitonetz (Malaria)Kondome (Aids, Syphilis usw.)Nutzung steriler Spritzen (Hepatitis)Wasserfilter (Cholera)Quarantäne (Seuche)Isolierung (Multiresistente Erreger)Vermeidung von Wasserkontakt (Bilharziose)
  • Was ist die Dispositionsprophylaxe? Definition Vorbeugende Maßnahmen um das Infektionsrisiko zu senken bzw. auszuschließenzielt nicht auf eine Vermeidung eines Erregerkontaktes, sondern auf den Ausbruch einer Erkrankung oder einen weniger schweren Krankheitsverlauf nach Infektion ab Beispiele/MaßnahmenImpfenPSAHygienische HändedesinfektionAntiinfektiva (Antibiotika, Malariaprophylaxe)Maßnahmen zur Steigerung der individuellen InfektabwehrBewegungErnährungpersönliche Hygiene
  • Was ist eine aktive Immunisierung? Die aktive Immunisierung Ziel der aktiven Impfung ist der Aufbau eines langfristig wirksamen Schutzes. Hierzu werden abgetötete oder auch nur Bruchstücke der Erreger bzw. abgeschwächte Krankheitserreger, die selbst keine ernsthafte Erkrankung mehr verursachen können, verabreicht. mRNA-Impfstoffe und vektorbasierte Impfstoffe sorgen dafür, dass der Körper selbst Teile des Erregers herstellt. Dem Körper wird so eine Infektion vorgetäuscht und er reagiert mit der Bildung von Antikörpern und so genannten Gedächtniszellen. Wenn man sich zukünftig einmal mit dem echten Erreger ansteckt, kann das Immunsystem schnell aktiv werden und die Erkrankung abwehren. Für den Aufbau des Impfschutzes sind in vielen Fällen mehrere Teilimpfungen nötig. Man spricht dann von Grundimmunisierung. Die einzelnen Impfzeitpunkte sind im so genannten „Impfschema“ festgelegt. Bei einigen Impfungen hält der Schutz danach ein Leben lang, andere müssen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Auffrischungsimpfungen bei Jugendlichen und im Erwachsenenalter dienen somit einer nochmaligen „Erinnerung" des Immunsystems und halten den Impfschutz aufrecht.
  • Was ist eine passive Immunisierung? Die passive Immunisierung Bei einigen Krankheiten besteht die Möglichkeit, durch eine passive Immunisierung einen schnellen Schutz aufzubauen. Dies kann notwendig sein, wenn ein Mensch aktuell mit einem Krankheitserreger in Kontakt gekommen ist und kein ausreichender Impfschutz gegen diese Krankheit besteht. Hierzu muss man allerdings merken, dass man sich angesteckt hat. Bei der passiven Impfung werden Konzentrate von Antikörpern gespritzt, die in der Regel von Menschen stammen, die z. B. durch Impfung gegen die Krankheit immun sind. Im Unterschied zur aktiven Impfung bietet die passive Impfung einen sofortigen Schutz, der jedoch nur für kurze Zeit – ungefähr drei Monate – anhält.
  • Nenne 5 Gründe für das Impfen 1. Eine Impfung schützt die eigene GesundheitImpfen schützt vor Infektionen mit Krankheitserregern, die kaum oder gar nicht behandelt werden können. Beispielsweise sterben noch immer 10 bis 20 Prozent an einer Infektion mit dem Tetanus-Erreger. Und auch wenn eine Maserninfektion meist ohne Folgen verläuft, so kann sie doch zu weiteren Infektionen wie einer Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung führen. Selten kommt es auch zu einer Hirnhautentzündung, die tödlich verlaufen kann. 2. Eine Impfung schützt die Gesundheit der anderenNicht jeder Mensch kann sich impfen lassen. Manche Impfstoffe sind beispielsweise nicht für Säuglinge oder Kinder zugelassen, sodass eine Impfung nicht infrage kommt. Auch Menschen, die aufgrund von Krankheit, Medikation oder Alter immungeschwächt sind, erreichen oft keinen ausreichenden Impfschutz. Diese Personen sind darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind. Haben sehr viele Menschen die Impfung gegen eine Krankheit erhalten, profitieren so gegebenenfalls auch Ungeimpfte von der Impfung der anderen. 3. Impfen hilft, Krankheiten auszurottenNoch bis vor einigen Jahrzehnten waren Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten oder Kinderlähmung in Deutschland weit verbreitet und vor allem für Kinder gefährlich. Neben einer verbesserten Hygiene haben besonders umfassende Impfprogramme dazu geführt, dass viele oft sehr ansteckende Erkrankungen ihren Schrecken verloren haben. Ende der 1940er-Jahre etwa starben in Deutschland jedes Jahr noch mehrere Tausend Menschen an Diphtherie, Keuchhusten oder Kinderlähmung. Kinderlähmung kommt seit vielen Jahren in Deutschland nicht mehr vor und eine Diphterieerkrankung stellt ein seltenes Ereignis dar. Bei Keuchhusten wurde im Jahr 2013 eine Meldepflicht wegen erneut ansteigender Fallzahlen eingeführt. 4. Eine Impfung birgt weniger Risiken als das Durchleben einer KrankheitBietet eine Infektion einen besseren Immunschutz als die Impfung? Fakt ist, dass beides, also sowohl die Erkrankung als auch die Impfung, das Immunsystem aktivieren und einen Schutz aufbauen. Der Vorteil der Impfung: Das Immunsystem hat es mit einem ungefährlichen Gegner zu tun, an dem es trainieren kann. Infektionen dagegen können zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. 5. Für die Entwicklung von Impfstoffen gelten strenge RegelnEin Impfstoff wird in Deutschland nur dann zugelassen, wenn er nachweislich wirkt, wenn er sicher und außerdem verträglich ist. Dafür muss der Impfstoff eine ganze Reihe von Untersuchungen durchlaufen und auch an Probanden getestet werden. Die Ergebnisse dieser Studien wiederum werden von offiziellen Stellen geprüft. Erst wenn die Ergebnisse bestimmte Kriterien erfüllen, kann eine Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) oder auch beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beantragt werden. Dann beginnt die Arbeit der Ständigen Impfkommission (STIKO), die vom Robert Koch-Institut koordiniert wird. Die STIKO ist eine unabhängige Gruppe von Experten, die Impfempfehlungen für bestimmte Impfungen aussprechen kann. Wird eine Impfung von der STIKO empfohlen, werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet. Bei der Bewertung steht das öffentliche Interesse an einer Schutzimpfung neben dem Nutzen für den Einzelnen im Vordergrund.
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  • Was ist ein U-Heft -und was steht darin? Was ist ein U-Heft?Nach der Geburt eures Kindes bekommt ihr noch im Krankenhaus ein gelbes Heft ausgehändigt, das sogenannte U-Heft. Darin werden die Ergebnisse aller kinderärztlichen U-Untersuchungen von der Geburt bis zur U9 (kurz vor der Einschulung) dokumentiert. Falls ihr eine Hausgeburt hattet oder im Geburtshaus entbunden habt, wird euch das Heft von eurer Hebamme oder Kinderärzt*in überreicht. Ihr müsst dafür nichts bezahlen. Was steht im U-Heft?Ins U-Heft schreibt die Kinderärzt*in die Ergebnisse der 10 Früherkennungs-Untersuchungen: von der U1 direkt nach der Geburt bis zur U9, wenn das Kind ungefähr 5 Jahre alt ist. Damit wird die körperliche aber auch die psychische und soziale Entwicklung des Kindes dokumentiert. Auffälligkeiten werden so oft rechtzeitig erkannt und können ggf. behandelt werden. Um euch auf die Untersuchungen vorzubereiten, könnt ihr im Kinderuntersuchungsheft jeweils nachlesen, was genau die Ärzt*in dieses Mal untersucht und welche Impfungen evtl. anstehen. Wenn ihr Fragen habt oder euch etwas an eurem Kind aufgefallen ist, könnt ihr im U-Heft Notizen eintragen. Hinten im Heft findet ihr die sogenannten Perzentilkurven. Daran könnt ihr ablesen, wie groß und schwer euer Kind im Vergleich zu Gleichaltrigen ist.
  • Was sind Basishygienemaßnahmen? Basishygienemaßnahmen Die Basishygienemaßnahmen stellen die Grundlage allen „hygienischen“ Handelns dar und sollten in allen Medizinischen Einrichtungen bei allen Handlungen am oder für jeden Patienten eingehalten werden, unabhängig von dem Verdacht auf eine Kolonisation oder Infektion mit bestimmten Erregern. Sie werden in den Abschn. 5 und 6 vorausgesetzt. Welche Maßnahmen zur Basishygiene zu zählen sind, wird unterschiedlich gesehen. Als Mindestanforderung (tätigkeitsunabhängige Maßnahmen) gehören auf jeden Fall dazu: -Händehygiene (Händedesinfektion, Händewaschen)-Persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Kittel)-Korrektes Verhalten bei Husten und Schnäuzen-Korrekte Reinigung und Desinfektion der Patientenumgebung-Sichere Handhabung kontaminierter Gegenstände inkl. Wäsche und Abfall Ebenso zur Basishygiene wird von manchen Autoren auch das korrekte Verhalten bei regelmäßig wiederkehrenden Routinemaßnahmen (tätigkeitsabhängige Maßnahmen) gezählt, wie zum Beispiel: -Tragen von Handschuhen bei Blutentnahmen-Sichere Injektions- und Infusionstechnik-Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) bei Anlage eines zentralen Venenkatheters bzw. bei einer Lumbalpunktion Damit wird deutlich, dass bestimmte Utensilien, die Bestandteil von Isolierungsvorgaben sind (wie Schutzkittel, Handschuhe, MNS), auch Bestandteil der Basishygienemaßnahmen sind bzw. sein können. Insofern wird verständlich, dass auch bei „infektiösen“ Erkrankungen – und erst recht bei alleinigem Nachweis einer Kolonisation mit multiresistenten Erregern (MRE) – durch eine disziplinierte Beachtung der Basishygiene die meisten Übertragungen vermieden werden können. Die verschiedenen, darüber hinausgehenden Isolierungsvarianten, insbesondere die der räumlichen Isolierung (z. B. in einem Einzelzimmer), gehören jedoch nicht zu den Basishygienemaßnahmen.
  • Was ist eine Kohortenisolierung? Eine Kohortenisolierung (auch Gruppenisolierung) ist eine seuchenhygienische Maßnahme zur Expositionsprophylaxe, um ein weiteres Ausbreiten einer Infektionskrankheit oder multiresistenter Erreger zu verhindern. Im Gegensatz zur Einzelisolierung, bei der nur ein Patient räumlich und durch hygienische Schutzmaßnahmen vom Kontakt zu weiteren empfänglichen Personen abgeschieden wird, beruht die Kohortenisolierung auf einer gemeinsamen räumlichen Unterbringung der Infizierten. Die Kohortenisolierung wird immer dann angewendet, wenn bei einem Ausbruchsgeschehen bzw. einer Epidemie nicht ausreichend Einzelräume zur Verfügung stehen oder die gleichartige Betreuung der Patienten in der Isolierung einfacher möglich ist. Die Isolierung einer Gruppe von Personen, die nicht erkrankt sind oder bei denen keine Keimbesiedelung festgestellt wurde, die jedoch als Kontaktpersonen möglicherweise infiziert sind, wird nicht als Kohortenisolierung, sondern als Quarantäne bezeichnet.
  • Erkläre die Strikte Isolation so ausführlich wie möglich! Strikte Isolation Beschreibungstrengste Isolation Maßnahmenbei Erkrankungen mit hohem Infektionsrisiko (Übertragung durch Kontakt mit Patienten, Sekreten, Ausscheidungen, über kontaminierte Luft und Gegenstände) Wer wird geschützt?Umgebung, Besucher, Pflegepersonal und Mitpatienten werden geschütztBeispieleVirusbedingtes, hämorrhagisches FieberPockenDiphtherieMilzbrandPestCholera Verhalten des PatientenPatienten darf das Zimmer nicht verlassenTüre muss geschlossen sein Verhalten des Pflegepersonals und der AngehörigenBesucherkreis minimierenSchutzkittel, Handschuhe und Mundschutz erforderlich (laut Buch auch Haube?)Händedesinfektion vor Betreten und besonders nach Verlassen des ZimmersSteckbecken und Urinflasche müssen Patienten-bezogen verwendet werdenPflegeutensilien müssen Patienten-bezogen verwendet werdenSpezieller Wäschesack mit Plastiksack drumherum Zimmer und UmgebungEinzelzimmer mit Vorraumschleuse und eigener Dusche und ToiletteKennzeichnung des Patienten-Zimmers mit HinweisschildAufhängevorrichtung für Schutzkittel im Zimmer respektive VorraumAblagefläche im Zimmer in Türnähe schaffen für Handschuhe, MundschutzZimmertüre geschlossen haltenAbfall bei infektiösen Erkrankungen in den SonderabfallbehälterWäsche in farbig gekennzeichnete Wäschesäcke› Sicherheitstransportsack für benutzte Wäsche verwenden  Abwurf für Handschuhe, Mundschutz und AbfälleTägl. Gebrauchsgegenstände im Zimmer lassen. Was muss in der Umgebung beachtete werden?Regelmäßige Zimmer- und Händedesinfektion zur Keimverminderung auf Gegenständen im Zimmerbei Transporten bekommt Patienten Mund-/Nasenschutzfrisches Bettlaken übers Bett legen Laufende Desinfektionlaufende Desinfektion der patientennahen Flächen, der Pflege-, Behandlungs- und Untersuchungsmaterialien Schluss-Desinfektionlaufende Desinfektion der patientennahen Flächen, der Pflege-, Behandlungs- und Untersuchungsmaterialien
  • Erkläre die Standard Isolation so ausführlich wie möglich! Standard-Isolation Beschreibungleichtere Form der Isolationbei meldepflichtigen Erkrankungen, die nur durch direkten Kontakt und Kontakt mit infektiösen Sekreten übertragen werden könnenZimmer auf Normalstation reicht ausPatienten dürfen Zimmer nur mit ärztlicher Genehmigung verlassenPatienten darf kein anderes Patienten-Zimmer betreten Wer wird geschützt?Umgebung, Besucher, Pflegepersonal und Mitpatienten werden geschützt Beispiele unklare anhaltende Diarrhö (Salmonellose.)Meningokokken-Meningitis /-sepsisScharlachHepatitis A/BMasernVarizellen Verhalten des Patientenje nach Erkrankung darf Patient das Zimmer verlassenPatienten muss Händedesinfektion nach Toilettengang selbstständig durchführen Verhalten des Pflegepersonals und der AngehörigenBesuch muss sich vor Eintritt ins Patienten-Zimmer beim Pflegepersonal melden (Schild)falls kein WC im Zimmer› Nachtstuhl/ Urinflasche bereitstellenTür muss geschlossen bleibenBei Patienten-Kontakt Schutzkittel, ggf. Handschuhe und Mundschutz tragen, abhängig von der Erreger-AusscheidungKittel Austausch jeden Morgen und bei BedarfTägl. Bett frisch beziehen.Händedesinfektion vor und nach Patienten-KontaktAusnahme der Schutzmittelpflicht bei kurzem Informationskontakt zum Patienten, Gegenstände bringen und holen Zimmer und UmgebungKennzeichnung des Patienten-Zimmers mit HinweisschildAufhängevorrichtung für Schutzkittel im Zimmer respektive VorraumHändedesinfektionsmittelAblagefläche im Zimmer in Türnähe schaffen für Handschuhe, MundschutzZimmertüre geschlossen haltenAbfall bei infektiösen Erkrankungen in den SonderabfallbehälterWäsche in farbig gekennzeichnete Wäschesäcke› Sicherheitstransportsack für benutzte Wäsche verwendenAbwurf für Handschuhe, Mundschutz und AbfälleTägl. Gebrauchsgegenstände im Zimmer lassen. Was muss in der Umgebung beachtete werden?Regelmäßige Zimmer- und Händedesinfektion zur Keimverminderung auf Gegenständen im Zimmerbei Transporten bekommt Patienten Mund-/Nasenschutzfrisches Bettlaken übers Bett legen Laufende Desinfektionlaufende Desinfektion der patientennahen Flächen, der Pflege-, Behandlungs- und Untersuchungsmaterialien Schluss-DesinfektionScheuer-Wisch-Desinfektion
  • Erkläre die Protektive Isolation(Umkehr)so ausführlich wie möglich! Protektive Isolation BeschreibungSchutzisolation für Patienten, welche durch Immunsuppression besonders Infekt gefährdet sind Ziel: Soweit es möglich ist, alle Krankheitserreger vom Patienten fernzuhalten (auch apathogene und körpereigene Keime)drei Grundregeln:Reduktion der Keime in der Umgebung des PatientenVerminderung der körpereigenen Keime des PatientenFrüherkennung und Frühbehandlung trotzdem auftretender Zusatzerkrankungen Wer wird geschützt?Patienten wird vor Besuchern, Pflegepersonal und Umgebung geschütztBeispieleLeukämie-PatientenChemo- und Bestrahlungspatienten mit ausgeprägter LeukopeniePatienten nach OrgantransplantationenErkrankungen des Immunsystems (im fortgeschrittenen Stadium HIV) Verhalten des PatientenPatienten darf Zimmer nicht verlassenKontaktreduktionTägl. Ganz Waschung mit hautverträglicher Desinfektionslösung.Gutes Abtrocknen und EincremenTägl. Selbstbeobachtung auf Risse, Rötungen, Druckstellen und Blutungen.Zweimal tägl. Temperaturkontrolle (nicht rektal)auf Erkrankung-Symptome achtenHändedesinfektion nach jedem ToilettengangIntimpflege mit desinfizierender Lösung und HandschuhenTägl. Wechsel der Leibwäsche und Handtücher. Verhalten des Pflegepersonals und der AngehörigenPflegepersonal trägt Mundschutz, Kittel, Handschuhe, wie folgt anziehen:MundschutzHändedesinfektionKittelHandschuhePatienten- und Angehörigen-Information über   InflationsmaßnahmenKittel Austausch und Bettwäschewechsel morgens und bei BedarfGute Koordination, um unnötiges Rein und Herausgehen zu vermeidenBesucher dürfen keine ansteckenden Krankheiten habenUntersuchungs- /Behandlungs- und Pflegematerialien dürfen nur Patienten gebunden eingesetzt werden Zimmer und UmgebungKennzeichnung des Patienten-ZimmersKeine Blumentöpfe (Keimreservoir)Benutze Wäsche, Müll sofort aus dem ZimmerAufhängevorrichtung vor das ZimmerSchränkchen mit Mundschutz, Handschuhen in verschiedene Größen im Patienten-Zimmer. Was muss in der Umgebung beachtete werden?Essen: kein ungekochtes Gemüse, rohes Fleisch, rohen Salate, Mayonnaise, Eier, Schimmelkäse, Müsli, Nüsse und Mandeln, nicht schäl bares Obst, Joghurt, Frischmilch vermeidenKeine aufgewärmten, warmgehaltenen SpeisenTransporte des Patienten: Mundschutz und nur in Ausnahmefällen Laufende Desinfektiontägl. Wisch Desinfektion der Patienten nahen Flächen oder bei Bedarf. Schluss-DesinfektionScheuer, Wisch, Desinfektion, ansonsten nur nach Anordnung (Vernebelung und Versprühung von Formaldehyd) der Hygienefachkraft
  • Was sind Antibiotika? Antibiotika sind Arzneimittel, die gegen Bakterien, nicht jedoch gegen Viren wirksam sind. Die ersten Antibiotika, die in der Medizin eingesetzt wurden, waren Stoffwechselprodukte verschiedener Bakterien und Pilze, wie beispielsweise das Penicillin. Mittlerweile werden aber auch teil- oder vollsynthetisch oder gentechnisch produzierte antimikrobielle Chemotherapeutika als Antibiotika bezeichnet. Doch nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen jedes Bakterium. So gibt es unterschiedliche Substanzen, die je nach Erregerart zum Einsatz kommen. Breitspektrum- oder Breitband-Antibiotika wirken gegen viele verschiedene Bakterien, Schmalspektrum-Antibiotika dagegen gezielt gegen bestimmte Bakteriengruppen. Sogenannte Reserveantibiotika werden nur eingesetzt, wenn die Erreger resistent, das bedeutet widerstandsfähig gegen andere Substanzen sind, oder sehr starke Infektionen vorliegen. 
  • Wie wirkt Antibiotika? Antibiotika unterstützen das Abwehrsystem des Körpers bei der Bekämpfung von Bakterien, indem sie die Erreger abtöten (bakterizide Antibiotika) oder sie in ihrem Wachstum hemmen (bakteriostatische Antibiotika). Der Wirkmechanismus beruht darauf, dass die Substanz unter anderem die Zellwand oder den Stoffwechsel der Mikroorganismen angreift. Antibiotika wirken nur bei Erkrankungen, die durch Bakterien verursacht sind. Dazu zählen beispielsweise Mandelentzündungen, Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen oder Blasenentzündungen. Gegen Erkältungskrankheiten und Grippe (Influenza), die durch Viren hervorgerufen werden, sind Antibiotika dagegen wirkungslos. Ist der Organismus jedoch durch eine Virusinfektion geschwächt, haben Bakterien es leichter, in den Körper einzudringen und sich zu vermehren. So kann es beispielsweise bei einem viralen Infekt der Atemwege in Einzelfällen zu einer bakteriellen Lungenentzündung kommen. Bei Anzeichen einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, medizinisch auch bakterielle Superinfektion genannt, kann dann der Einsatz eines Antibiotikums notwendig werden.
  • Was ist bei der Einnahme von Antibiotika zu beachten? Ganz wichtig: Wenn Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein Antibiotikum verordnet hat, muss es genau nach Vorschrift eingenommen werden. Die Ärztin oder der Arzt stimmt den verordneten Wirkstoff, die Anwendung, die Dosierung und die Einnahmedauer auf die vorliegende Infektion ab. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über vorliegende Begleiterkrankungen, weitere Arzneimittel, die Sie einnehmen, sowie eventuell vorhandene Allergien, da diese bei der Auswahl des Antibiotikums berücksichtigt werden müssen. Frauen müssen ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt auch unbedingt vor der Behandlung mitteilen, ob sie schwanger sind oder stillen. Nehmen Sie das Antibiotikum in der verordneten Dosierung und in den vorgeschriebenen Zeitabständen ein, um einen ausreichend hohen und gleichmäßigen Wirkstoffspiegel im Körper zu gewährleisten. Beachten Sie zudem, ob das Medikament vor, zu oder nach den Mahlzeiten zu verabreichen ist. Trinken Sie dazu am besten Leitungswasser (ca. 250 ml). Milch oder auch Mineralwasser können die Wirkung mancher Antibiotika beeinflussen. Das Antibiotikum muss unbedingt so lange eingenommen werden, wie es Ihnen verordnet wurde. Dies kann je nach Erkrankung für mehrere Tage, manchmal auch für einige Wochen erforderlich sein, um sämtliche Krankheitserreger zu beseitigen. Nur so kann einem erneuten Aufflammen der Infektion vorgebeugt und der Gefahr der Resistenzentwicklung des Erregers entgegengewirkt werden. Verwenden Sie außerdem niemals ein Antibiotikum, welches einer anderen Person verschrieben wurde. Geben Sie auch niemandem Ihr Arzneimittel – auch dann nicht, wenn Sie glauben, dass es sich aufgrund der ähnlichen Krankheitszeichen um die gleiche Erkrankung handelt.
  • Wechselwirkungen von Antibiotika Die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika mit anderen Arzneimitteln kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen. Wirkungen der einzelnen Medikamente können verstärkt, abgeschwächt oder sogar ganz aufgehoben werden. Beispielsweise kann die Einnahme mancher Antibiotika dazu führen, dass die Zuverlässigkeit der Anti-Baby-Pille nicht mehr gewährleistet ist. Auch Magen-Darm-Probleme unter der Antibiotika-Therapie können die Sicherheit des Verhütungsmittels oder die Wirksamkeit anderer Arzneimittel einschränken. Manche Antibiotika können die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken. Einige Mittel gegen zu viel Magensäure oder gegen erhöhte Blutfette können andere Arzneistoffe an sich binden und daher die Wirkung von Antibiotika verringern. Informieren Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt daher unbedingt über die Einnahme aller verschriebenen und ohne Rezept gekauften Arzneimittel sowie über Nahrungsergänzungsmittel oder diätetische Lebensmittel. Es empfiehlt sich, eine Liste der regelmäßig eingenommenen Präparate bei Arztbesuchen und in der Apotheke dabei zu haben.
  • Neben Arzneimitteln können auch bestimmte Nahrungs- und Genussmittel die Wirkung von Antibiotika beeinflussen.? Neben Arzneimitteln können auch bestimmte Nahrungs- und Genussmittel die Wirkung von Antibiotika beeinflussen. Während einer Antibiotikatherapie sollten Sie mit dem Konsum von Alkohol sehr zurückhaltend sein. Bei der Einnahme von Antibiotika kann es unter Einfluss von Alkohol beispielsweise zu Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen sowie Übelkeit, Erbrechen und Blutdruckabfall (Antabus-Effekt) kommen. Bestimmte Antibiotika können mit dem Kalzium aus Milchprodukten (Milch, Quark, Joghurt, Käse etc.) Verbindungen eingehen, die der Körper nicht mehr ausreichend verwerten kann. Damit wird die Wirkung des Medikaments vermindert. Kann man während einer Antibiotika-Therapie dennoch nicht auf Milchprodukte verzichten, sollten zwischen der Einnahme des Medikaments und dem Verzehr dieser Lebensmittel mindestens zwei Stunden Abstand liegen. Auch Nahrungsergänzungsmittel, die Magnesium, Kalzium oder Eisen enthalten, können die Wirkung bestimmter Antibiotika beeinträchtigen, indem sich die Mineralstoffe fest an das Antibiotikum binden. Auch hier gilt: Während der Antibiotika-Therapie auf die Einnahme derartiger Nahrungsergänzungsmittel verzichten oder zumindest zwei Stunden Zeitabstand einhalten. Zu beachten ist auch, dass einige Antibiotika bei Genuss von Kaffee und Cola sowie Tee die Wirkung von Koffein verstärken und Herzrasen, Erregung, Unruhe und Schlaflosigkeit begünstigen können. Lesen Sie daher grundsätzlich die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin / Ihren Arzt oder Apothekerin / Apotheker, auf welche Nahrungs- und Genussmittel Sie während der Therapie verzichten sollten.
  • Welche Nebenwirkungen können nach der Einnahme von Antibiotika auftreten? Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! Auch deswegen gilt für die Einnahme von Antibiotika der Grundsatz: So oft wie notwendig und so selten wie möglich! Antibiotika wirken nämlich nicht nur gegen die krankmachenden Erreger, sondern auch gegen Bakterien, die für uns nützlich sind, wie beispielsweise viele Darmbakterien. Im Allgemeinen werden Antibiotika gut vertragen. Dennoch können sie wie alle Arzneimittel auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall. Auch allergische Reaktionen der Haut wie Rötungen und Juckreiz sind möglich. Darüber hinaus können manchmal Pilzinfektionen der Schleimhäute begünstigt werden. Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen sind abhängig davon, welches Antibiotikum eingenommen wird und wie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin ist (Begleiterkrankungen, Begleitmedikationen). Sprechen Sie deshalb unbedingt Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihren behandelnden Arzt auf Nutzen und Risiken der Antibiotika-Einnahme an. Sollten bei früheren Antibiotika-Einnahmen allergische Reaktionen aufgetreten sein, müssen diese auf jeden Fall erwähnt werden.
  • Was ist eine Antibiotika Resistenz? Der Begriff „Resistenz“ bedeutet „Widerstand“. Bakterien werden als resistent bezeichnet, wenn sie gegenüber äußeren Einflüssen - speziell gegenüber Antibiotika - widerstandsfähig sind. Bei einer Infektion bleibt dann das Antibiotikum, gegen das der Erreger resistent ist, wirkungslos. Eine fehlerhafte Anwendung von Antibiotika oder der vorzeitige Abbruch der Behandlung begünstigt die Entstehung resistenter Bakterien, da sie dadurch überleben und sich weitervermehren können. Besonders kritisch wird es dann, wenn Bakterien nicht nur gegen einen Wirkstoff, sondern gegen mehrere Antibiotika unempfindlich werden. Es entsteht eine sogenannte Multiresistenz. Keime der Gattungen Streptokokken und Staphylokokken zählen zu häufigen Vertretern der resistenten Keime. Dazu gehört auch der „Methicillin-resistente Staphylococcus aureus“, kurz MRSA. Dies sind Bakterien, die Abwehrmechanismen gegen Antibiotika wie Methicillin bzw. Oxacillin entwickelt haben. Infektionen mit MRSA sind daher besonders schwer therapierbar. Multiresistente Bakterien können - wie andere Erreger auch - durch direkten Kontakt, insbesondere über die Hände, oder über Tröpfchen, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Sprechen, von Mensch zu Mensch übertragen werden. Aber auch eine Übertragung zwischen Tier und Mensch ist möglich. Die sorgfältige Einhaltung von Hygienemaßnahmen ist bei multiresistenten Erregern besonders wichtig.
  • Was ist Chlostidium difficile? Was ist Clostridium difficile? Clostridium difficile ist ein Bakterium, das weltweit vorkommt. Es findet sich in der Umwelt und auch im Darm gesunder Menschen und Tiere. Die Clostridien können jedoch in den Vordergrund treten, wenn durch eine längere Einnahme von Antibiotika die gewohnte Darmflora verändert oder sogar zerstört wird. Clostridien können Giftstoffe ausscheiden, die unter Umständen eine Darmentzündung mit schweren Durchfällen verursachen. Am häufigsten treten Clostridium difficile-Erkrankungen bei Krankenhauspatienten auf.
  • Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit? Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird durch Viren ausgelöst und geht mit einem Ausschlag im Mund sowie an den Handflächen und Fußsohlen einher. Gesäß, Genitalbereich, Knie oder Ellenbogen können auch betroffen sein. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kommt weltweit vor.
  • Was ist die Cytomegalie? Erkrankung und VerlaufBei der Cytomegalie handelt sich um eine durch das Cytomegalievirus (CMV) verursachte Erkrankung des Menschen. Das Cytomegalievirus gehört in die Familie der Herpesviren und persistiert im Menschen nach Infektion lebenslang. Die Durchseuchung in der Bevölkerung ist bis zur Pubertät auf relativ gleichbleibendem Niveau, um dann mit Aufnahme sexueller Kontakte bis auf etwa 70% im Erwachsenenalter anzusteigen. Die Infektion erfolgt durch Speichel, Blut, Tränen- und Samenflüssigkeit sowie Zervixsekret. Das Virus ist auf Speichel- oder Urin-kontaminierten Gegenständen bis zu 48 Stunden infektiös. Die Erstinfektion verläuft im Allgemeinen harmlos, meist unbemerkt, ohne oder nur mit geringen Krankheitssymptomen. Es kann aber auch zu Fieber und grippeähnlichen Symptomen kommen. Gelegentlich treten erhöhte Leberwerte auf.
  • Was ist VRE? Was sind VRE?Enterokokken sind Bakterien, die zu der normalen Darmflora des Menschen gehören.Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen dem Erreger Enterococcus faecalis (E.faecalis) und dem Erreger Enterococcus faecium (E. faecium). Beide Erreger besiedeln den Darm, ohne Beschwerden hervorzurufen, und erfüllen eine wichtige Rolle im Verdauungssystem. Gelangen Enterokokken in andere Körperregionen,können sie dort Infektionen verursachen und neben Wund- und Harnwegsinfektionenauch schwere Infektionen wie zum Beispiel eine Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen.Infektionen durch Enterokokken werden mit Antibiotika behandelt. Bei Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) handelt es sich um Enterokokkenmit einer Resistenz gegenüber dem Antibiotikum Vancomycin. Man spricht auch vonGlykopeptid-resistenten Enterokokken (GRE). VRE können dieselben Infektionen wiedie antibiotika-empfindlichen Enterokokken hervorrufen. Die Therapie von VRE-Infektionen gestaltet sich aufgrund der Unempfindlichkeit gegenüber verschiedenenAntibiotika schwieriger.
  • Definiere "Desinfektion" und wonach werden sie eingeteilt? DefinitionDie Desinfektion ist eine Hygienemaßnahme, die dazu dient, Krankheitserreger abzutöten bzw. zu inaktivieren und dadurch ihre Anzahl auf oder in einem Objekt bzw. auf einer biologischen Oberfläche deutlich zu reduzieren. Angestrebt wird dabei ein Zustand, in dem eine Infektion nicht mehr wahrscheinlich ist. Bei einer wirksamen Desinfektion werden mindestens 84 bis 99,9% der Keime abgetötet bzw. inaktiviert. Einteilung nach Desinfektionsobjekt -Hautdesinfektion/Händedesinfektion-Wäschedesinfektion-Lebensmitteldesinfektion-Instrumentendesinfektion-Flächendesinfektion-Raumdesinfektion nach Methode -Chemische Desinfektion-Physikalische DesinfektionThermische DesinfektionDampfdesinfektion-Strahlendesinfektion nach Applikationsverfahren -Wischdesinfektion-Sprühdesinfektion-Scheuerdesinfektion-Eintauchdesinfektion nach Zeitpunkt-laufende Desinfektion (routinemäßige Desinfektion, während des Arbeitstages)-Abschlussdesinfektion
  • Was ist ein Desinfektionsmittel? -Was muss dieses können? -Wie wirt dieses? Was ist ein Desinfektionsmittel genau?Die Gesamtheit der Desinfektionsmittel kann als Substanz bezeichnet werden, die durch ihre chemischen Eigenschaften mikrobizid wirken. Das bedeutet, sie inaktivieren beziehungsweise töten Mikroorganismen ab, die Krankheiten und/oder Infektionen hervorrufen.Im Gegensatz zur Sterilisation werden nicht sämtliche mikrobiologischen Organismen eliminiert, sondern eine bestimmte Variante von Keimen reduziert. Der Sinn dahinter sind etliche Bakterienstämme, die für den Menschen lebensnotwendig beziehungsweise nicht pathogen (also nicht krankheitserregend) sind. Die Infektionsgefahr von Mikroorganismen ist an eine spezifische Populationsdichte gebunden. Erst wenn eine Untergrenze von Krankheitserregern erreicht ist, wird es für den Menschen gefährlich. Anforderungen an DesinfektionsmittelDesinfektionsmittel sollen folgende Anforderungen erfüllen:Sie sollen die Anzahl der Keime schnell und umfassend reduzieren.Desinfektionsmittel müssen eine ausreichende Eindringtiefe erreichen.Die Wirkungsbeständigkeit gegenüber organischem Material muss gegeben sein.Desinfektionsmittel sollten nur gering systemisch toxisch (nicht auf den gesamten Organismus) wirken,Die Verträglichkeit gegenüber Haut, Schleimhaut und offenen Wunden muss gewährleistet sein.Das Desinfektionsmittel muss lange haltbar sein und gleichzeitig biologisch abbaubar sein.Letztendlich sollte die Geruchsbelastung im medizinischen Bereich gering gehalten werden.Desinfektionsmittel töten spezifisch diejenigen Mikroorganismen ab, gegen die sie eingesetzt werden. Dabei dürfen sie keine Wirkstoffe enthalten, die das umgebende organische Material schädigen oder verändern. Wird bei einer Operation ein Desinfektionsmittel in die Wunde gegeben, darf es weder die intakte noch die offene Haut oder das darunterliegende Gewebe beeinträchtigen. Wirkung von DesinfektionsmittelnDesinfektionsmittelwirken denaturierend, das heißt sie verändern die eiweißhaltigen Strukturen der Mikroorganismen und zerstören sie somit. Einige Desinfektionsmittel schädigen zusätzlich die Lipidmembranen (zum Beispiel die Hülle der Viren) oder die Nukleinsäuren der Keime. Neben dem spezifischen Wirkstoff verfügen Desinfektionsmittel über sogenannte Hilfsstoffe, die dafür sorgen, dass der Wirkstoff an den Wirkungsort gelangen kann. Anhand der Wirkungsweisen lassen sich Desinfektionsmittel in nachfolgende Kategorien einteilen:ProteindenaturierungOxidationSenkung der OberflächenspannungEnzymhemmungVeränderung der Nukleinsäuren Jede Wirkung der Desinfektionsmittel wird durch spezifische Inhaltsstoffe ausgelöst, wobei unter Umständen mehrere Kombinationen verwendet werden. Die Proteindenaturierung wird beispielsweise durch Desinfektionsmittel erreicht, die Aldehyde oder Alkohole enthalten - egal ob es sich um ein basisches oder saures Medium handelt. Sollen Mikroorganismen oxidiert werden, spaltet unter anderem Wasserstoffperoxid die Elektronen der Keime ab. Die Anfälligkeit der Krankheitserreger wird durch das Herabsetzen der Oberflächenspannung erreicht, wofür dem Desinfektionsmittel zum Beispiel Phenole beigemengt werden. Zur Zeit der Syphilis wurden vermehrt Desinfektionsmittel mit Schwermetallverbindungen eingesetzt, um die Enzyme der Erreger zu hemmen. Die letzte große Gruppe der Desinfektionsmittel beinhaltet Persäuren (Peroxydcarbonsäuren) und verändert somit den Aufbau der Nukleinsäuren, im Prinzip wirken sie dabei wie ein Oxidationsmittel.
  • Was ist eine sterilisation?(Hygiene) DefinitionSterilisation ist eine Hygienemaßnahme, mit welcher Medizinprodukte oder pharmazeutische Zubereitungen in den Zustand der Sterilität, also der Keimfreiheit, versetzt werden. Das entsprechende Verb heißt sterilisieren. HintergrundInstrumente, mit denen invasive Eingriffe durchgeführt oder Arzneimittel, die parenteral verabreicht werden, müssen steril sein, da sonst die Gefahr einer Infektion besteht. Sterilität ist definiert als die Abwesenheit vermehrungsfähiger Mikroorganismen. Mikroorganismen können entweder entfernt oder zerstört werden. Das Entfernen erfolgt mittels Sterilfiltration; das Zerstören erfolgt zum Beispiel über Autoklavieren. Pilze, Bakterien und Viren können in Anwesenheit von Wasser bei > 50°C, Sporen nach Quellung bei 120°C abgetötet werden. In Abwesenheit von Wasser benötigt man für ihre Zerstörung mehr als 150°C. Auch die Pyrogenfreiheit ist für parenterale Arzneiformen vorgeschrieben. Diese kann durch trockene Hitze bei 250°C für 30 Minuten oder durch Verwendung pyrogenfreier Ausgangsstoffe erzielt werden. Der Bioburden, also die mikrobielle Ausgangslast der Zubereitung, sollte so gering wie möglich sein. Grund ist, dass für die Sterilisation standardisierte Verfahren verwendet werden. Die Standardisierung erfolgt über den D-Wert (Dezimalreduktionswert), welcher die Zeit, um die Keimzahl um eine Zehnerpotenz zu verringern, angibt. Ist der Bioburden erheblich höher als der Grundwert, der für die Standardisierung angenommen wurde, können in der fertigen Zubereitung noch überlebensfähige Keime enthalten sein. Ziel einer Sterilisation ist ein SAL-Wert von 10-6. Dies bedeutet, dass theoretisch unter 1 Million (106) Zubereitungen maximal eine nicht steril ist.
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  • Was sind Mineralstoffe? MineralstoffeUnter Mineralstoffen versteht man Mikronährstoffe, die der Mensch neben Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten (Makronährstoffe) sowie Vitaminen benötigt, um Stoffwechselvorgänge zu regulieren. Mineralstoffe spielen unter anderem eine große Rolle im Elektrolyt- und Wasserhaushalt, sind für das Immunsystem sowie für den Aufbau und die Funktion von Knochen, Muskeln und Zähnen unverzichtbar. Sie werden für den Sehvorgang und das Nervensystem gebraucht und sind auch an der Blutgerinnung und an Prozessen der Fortpflanzung, Zellteilung und Zelldifferenzierung beteiligt. Mineralstoffe sind anorganische Nahrungsbestandteile, die in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vorkommen. Da der Organismus diese in unterschiedlichen Mengen benötigt, werden sie in Mengen- beziehungsweise Spurenelemente eingeteilt. In größeren Mengen werden Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, Phosphor und Magnesium benötigt. Einen besonders geringen Anteil an der Körpermasse haben die Spurenelemente Eisen, Jod, Fluorid, Zink, Selen, Kupfer, Mangan, Chrom und Molybdän. In Deutschland sind Unterversorgungen mit Mineralstoffen bei gesunden Menschen mit einer abwechslungsreichen Ernährungsweise sehr selten. Über die normale Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Brot, Fleisch und Käse ist eine ausreichende Zufuhr an Mineralstoffen gewährleistet.
  • Nenne mindestens 5 Mineralstoffe CalciumBedeutend für die Gesundheit der Blutgefäße, die Blutgerinnung sowie Herzfunktion, Stabilisierung des Skelettsystems, Knochen- und Zahnbildung, Ausschüttung von HormonenChlor/ChloridBedeutend für den Wasserhaushalt, Säure-Basen-Gleichgewicht, die Produktion von Magensäure und Aufrechterhaltung der OsmoseKaliumBedeutend für die Ausschüttung von Hormonen, Bildung von Eiweiß und Glykogen, Aufrechterhaltung des Membranpotentials und Regulation des Wasserhaushalts sowie des BlutdrucksMagnesiumBedeutend für Knochen und Zähne, Enzyme sowie energiereichen Phosphatverbindungen, für die Speicherung und Freisetzung von Hormonen und BlutgerinnungNatriumBedeutend für die Aufnahme und den Transport von Nährstoffen, die Regulation des Wasserhaushaltes und des Säure-Basen-Gleichgewichts PhosphorBedeutend für den Energiestoffwechsel und Säure-Basen-Haushalt. Bestandteil von Knochen und DNA-MolekülenSchwefelBedeutend für Stoffwechselprozesse (besonders Knochenstoffwechsel) und den Zellaufbau. Untersuchungen außerhalb des Organismus deuten auf eine antientzündliche und antioxidative Wirkung hinDer Bedarf an Schwefel wird mit einer ausreichenden Zufuhr von schwefelhaltigen Aminosäuren (Cystin, Cystein, Methionin) gedeckt
  • Was sind Spurenelemente? Spurenelemente heißen alle Mineralien, die unser Körper nur in sehr geringen Mengen – eben in Spuren – benötigt. Eisen, Jod, Zink, Fluorid, Selen und Mangan gehören zu dieser Gruppe. Man bezeichnet sie auch als essenzielle Spurenelemente, da sie lebensnotwendig sind. Als Bestandteil von Enzymen und Hormonen haben sie wichtige Aufgaben und sind für den normalen Ablauf vieler Vorgänge im Organismus von Bedeutung.Was sind Spurenelemente?Spurenelemente sind kleinste Mikronährstoffe aus der Gruppe der Mineralstoffe. Hierunter fallen nicht-essenzielle und essenzielle Spurenelemente. Nicht-essenzielle Spurenelemente, das heißt für den Menschen nicht lebensnotwendige Elemente, sind unter anderem Aluminium, Barium, Bismut, Brom und Germanium. Hingegen können wir auf essenzielle Spurenelemente nicht verzichten. Dazu gehören unter anderem Eisen, Jod, Zink, Fluorid, Selen und Mangan. Sie werden mit der täglichen Ernährung eingenommen und können nicht vom Körper selbst hergestellt werden.
  • Nenne mindestens 3 Spurenelemente EisenEisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffs, dem Hämoglobin, und notwendig für die Bildung roter Blutkörperchen. Damit übernimmt es eine essenzielle Funktion: den Transport von Sauerstoff durch den Körper. Einen erhöhten Eisenbedarf haben Kinder im Wachstum – für die Entwicklung des Gehirns – sowie menstruierende und schwangere Frauen. Das Spurenelement ist in Fleisch und Fisch enthalten. Dort liegt es in einer besonders gut für den Körper verfügbaren Form vor, als sogenanntes zweiwertiges Eisen. In pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Spinat und Erbsen liegt es als dreiwertiges Eisen vor und muss vom Körper erst umgebaut werden, um verwertet werden zu können. Vitamin C kann dabei die Aufnahme von Eisen fördern. Nehmen Sie eisenhaltige Nahrungsmittel deshalb mit einem Glas Orangensaft, schwarzem Johannisbeersaft oder in der Kombination mit Paprika oder Brokkoli zu sich. JodDas Spurenelement Jod ist am Aufbau zweier Schilddrüsenhormone beteiligt. Diese steuern fast den gesamten Stoffwechsel. Aber auch alle anderen Organsysteme, vor allem das Nervensystem, sind auf Jod angewiesen. In der Schwangerschaft ist eine ausreichende Versorgung mit Jod wichtig, denn die gebildeten Schilddrüsenhormone spielen für das Wachstum der Knochen und die Bildung von Synapsen und Nervenzellen während der Embryonalphase eine große Rolle. Außerdem produziert der Fötus bereits ab der zwölften Schwangerschaftswoche selbst Schilddrüsenhormone – auch hierfür wird Jod benötigt. Der Jodgehalt in Nahrungsmitteln unterliegt großen regionalen und saisonalen Schwankungen, die zuverlässigste Jodquelle ist deshalb jodiertes Speisesalz – aber in Maßen. Kommen Seefische und andere Meeresprodukte wie Seetang und Algen ein- bis zweimal wöchentlich auf den Tisch, trägt das zuverlässig zur Deckung des Jodbedarfs bei. Vorausgesetzt die Tiere sind gut mit Jod versorgt. ZinkBei dem Spurenelement Zink ist eine kontinuierliche Versorgung über die Nahrung besonders wichtig. Die Zinkspeicher im Körper sind bei einer Unterversorgung nur schwer mobilisierbar. Dabei ist Zink an vielen Vorgängen im Körper beteiligt: Es hilft beim Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Für das Immunsystem, die sexuelle Entwicklung und die Fruchtbarkeit sowie für den Geschmackssinn und den Appetit spielt Zink außerdem eine Rolle. Um sich vor freien Radikalen zu schützen, benötigt der Körper ebenfalls das Spurenelement. Tierische Produkte wie Fleisch, Eier, Milch und Käse sind Hauptlieferanten für Zink. Vollkornprodukte enthalten auch Zink – je gröber das Mehl gemahlen ist, desto mehr bleibt erhalten.
  • Was sind Fette? Fett – ein lebenswichtiger Nährstoff Fett ist ein lebenswichtiger Nährstoff, den es in vielen unterschiedlichen Formen gibt. Die chemische Grundstruktur der Fette aber ist gleich: einem Teil Glycerin sind drei Fettsäuren angelagert. Durch die Unterschiedlichkeit der Fettsäureketten, mit denen das Glycerin verbunden ist, entstehen verschiedene Fette (z. B. Butter, Öl, Speck, Talg, Schmalz). Es gibt „gesättigte“ und „ungesättigte“ Fettsäuren. Feste Fette (Speck, Talg) enthalten hauptsächlich langkettige, gesättigte Fettsäuren. Flüssige Fette (Öle) enthalten vor allem kurzkettige, ungesättigte Fettsäuren. Der Körper kann Fett aus Eiweiß und Kohlenhydraten selbst herstellen. Fett erfüllt im Körper viele wichtige Aufgaben. Es hüllt als Organfett z. B. das Herz, die Nieren und das Nervensystem ein und bietet damit mechanischen Schutz. Das Fettgewebe der Unterhaut schützt vor mechanischen Beanspruchungen, dient aber auch als Isolierung vor Wärme und Kälte. Als größter Energiespeicher im Körper ist das Depotfett bekannt. 1 kg Körperfett enthält fast 7000 kcal Energie. Fette sind Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Daher ist fettarme Milch auch vitaminärmer als Vollmilch. Es gibt Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, obwohl sie dringend benötigt werden. Das sind die mehrfach ungesättigte Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure. Sie dienen als Ausgangssubstanzen zum Aufbau der Zellmembranen, für Zellorgane und zur Herstellung von bestimmten Gewebshormonen. Diese Fettsäuren sind lebensnotwendig, also „essenziell“. Sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Ein Mangel führt zu Krankheiten. Der Linolsäurebedarf liegt bei ca. 4 g am Tag. Er kann mit gemischter Ernährung bequem gedeckt werden. Linolsäure ist in vielen Nahrungsmitteln, auch in Fleisch, Fisch und Milch, enthalten. Bekannt ist, dass die Linolsäure im Stoffwechsel einen wichtigen Gegenspieler benötigt. Dies ist die Linolensäure. Sie ist aber fast nur in Fisch enthalten. Man kann also davon ausgehen, dass Menschen, die keinen Fisch essen, zu wenig davon bekommen.
  • Worin werden Fette unterschieden? Nach ihrer Herkunft unterscheidet man tierische und pflanzliche Fette. Jede Zelle eines Lebewesens hat in ihre Strukturen Fett eingebaut. Deshalb enthält jedes Nahrungsmittel Fett, auch wenn z. B. in Obst und Gemüse nur Spuren davon vorhanden sind. Tierisches Fett enthalten: Fleisch und Geflügel,Fleischwaren (z. B. Wurst, Speck. Schinken),Fisch und Fischwaren (z. B. Lebertran),Milch, Butter undEier. Pflanzliches Fett enthalten: Ölfrüchte (z. B. Oliven, Avocados),Getreidekörner und Keime (z. B. Mais, Weizen, Sonnenblume, Raps),Öle,Pflanzenmargarine undNüsse. Für eine ausgewogene Ernährung ist es wichtig, den Fettgehalt von Nahrungsmitteln zu kennen. Sichtbares Fett (z. B. bei Eisbein) lässt sich auf den ersten Blick erkennen. Man kann sich für oder gegen den Verzehr entscheiden. Anders ist das bei versteckten Fetten. Die Gefahr einer überhöhten Aufnahme ist hier besonders groß. In unserer Nahrung sind die Hauptfettlieferanten von Fett Fleisch und Wurstwaren, gefolgt von Streich- und Kochfetten. Große gesundheitliche Bedeutung haben die Fischfette. Sie enthalten die lebensnotwendige Linolensäure. Diese hat günstige Effekte. Linolensäure senkt z. B. den Blutdruck und den Blutcholesterinspiegel, erweitert die Blutgefäße und verbessert die Blutflüssigkeit. Insgesamt wirkt Linolensäure vorbeugend gegen Herz- und Kreislaufkrankheiten. Sie kommt vor allem in Makrelen, Sardinen, Heringen und Lachs vor. In Deutschland werden ca. 1200 kcal täglich allein über Fett aufgenommen. Das ist die Hälfte der wünschenswerten Tagesgesamtzufuhr eines durchschnittlich aktiven Menschen! Dazu wird noch reichlich Zucker und Alkohol konsumiert, Übergewichtigkeit ist also vorprogrammiert.
  • Was für Funktionen haben Fette in unseren Körper? Physiologie Fette und Öle gehören zu den Grundnährstoffen des Menschen. Sie werden im menschlichen Körper unter anderem benötigt als: -Energielieferant-Isolatoren gegen Kälte-Lösungsmittel für nur fettlösliche Stoffe wie Vitamine-Schutzpolster für innere Organe und das Nervensystem-Bestandteil der Zellmembranen Fette sind neben den Kohlenhydraten (Zucker, Glykogen) die wichtigsten Energiespeicher der Zellen. Der physikalische Brennwert liegt bei ca. 39 kJ/g Fett und ist somit mehr als doppelt so hoch wie bei Kohlenhydraten und Eiweiß (17,2 kJ/g). Das Depotfett als Energiespeicher im menschlichen Körper stammt aus dem mit der Nahrung aufgenommenen Fett, oder aus in anderer Form dem Körper zugeführter Energie (Zucker und Eiweiß), die in Fett umgewandelt wurde. Es ist umstritten, in welchem Umfang diese Umwandlung zur Bildung von Fettgewebe beiträgt. Andere Säugetiere können gut aus einem Energieüberschuss in der Nahrung Depotfette bilden. Die lebensnotwendigen, mindestens zweifach ungesättigen Fettsäuren nennt man essentielle Fettsäuren (z.B. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, veraltete Bezeichnung: Vitamin F). Wobei die "6" oder die "3" der jeweils genannten Omega-Fettsäuren, die Stellung der ersten Doppelbindung, von der Methylgruppe aus gesehen, angibt. Diese müssen dem Körper über die Nahrung zugefügt werden, da sie nicht gebildet werden können. Die Dichte des menschlichen Fettgewebes liegt bei 0,94 kg/l, der physiologische Brennwert (Energiegehalt) bei rund 29.000 kJ/kg (7.000 kcal/kg). Im Blut des Menschen werden die Gesamttriglyceride bestimmt und zählen als solche neben dem Cholesterinwert zu den Blutfetten. Der Normalwert der Triglyceride im Blut beträgt 70 bis 170 mg/dl. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist eine Fettzufuhr von 60 bis 80 g pro Tag für einen erwachsenen Menschen ausreichend, was 25 Prozent der zugeführten Kalorien entspricht. Dabei kann es durchaus zu kleinen Überschreitungen kommen, sofern in den folgenden Tagen die Fettzufuhr ausgeglichen wird. Maximal sollten Frauen wöchentlich ca. 420 g und Männer ca. 560 g Fett zu sich nehmen. Pflanzen, die Fett für unsere Ernährung liefern, sind im Artikel Nutzpflanzen zusammengestellt. Gehärtetes Fett wird oft aus Pflanzenöl durch Hydrieren gewonnen und bildet so genannte Transfettsäuren. Diese Fette können den Körper belasten, da sie Gefäßschädigungen fördern.
  • Was sind Fettsäuren und erläutere die Unterschiede Die FettsäurenFette sind durch ein gemeinsames chemisches Grundgerüst gekennzeichnet. Dabei sind die sogenannten Fettsäuren ein wesentlicher Bestandteil und Qualitätsmerkmal. Fettsäuren unterscheiden sich u.a. anhand ihrer Kettenlänge (kurz- und langkettige Fettsäuren),dem Sättigungsgrad (gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren),an welcher Stelle sie ungesättigt sind (z.B. omega-3, omega-6, omega-9) und ob sielebensnotwendig sind für den Organismus (essentiell oder nicht-essentiell). Gesättigte FettsäurenDiese Fettsäuren sind für den Menschen nicht essentiell, d.h. der Körper kann sie selbst auch aus anderen Nahrungsinhaltsstoffen wie Glukose (Zucker) oder Eiweißen herstellen. Vertreter der gesättigten Fettsäuren sind z.B. Butter-, Myristin-, Capryl-, Caprin-, Capron-, Palmitin- und Stearinsäure. Insbesondere tierische Nahrungsmittel enthalten diese für die Gesundheit eher ungünstigen Fettsäuren, so z.B. Butter, Schlagobers, Schweineschmalz, Fleisch und Wurstwaren. Nur wenige pflanzliche Nahrungsmittel enthalten in hohen Mengen gesättigte Fettsäuren, darunter fallen v.a. Kokos- und Palmkernfett. Insgesamt sollen gesättigte Fettsäuren unter zehn Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr ausmachen, das entspricht einem Drittel der über Fette zugeführten Energie. Gesättigte Fettsäuren können sich ungünstig auf die Blutfettwerte auswirken. Ungesättigte FettsäurenDiese Fettsäuren werden unterteilt in einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Der Körper kann sie nur zum Teil aus anderen Nahrungsinhaltsstoffen synthetisieren. Bestimmte Vertreter der ungesättigten Fettsäuren sind daher essentiell und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Insgesamt soll mit zwei Drittel der überwiegende Anteil der Gesamtfettzufuhr aus ungesättigten Fettsäuren stammen. Bekannte Vertreter sind z.B. Palmitolein- und Ölsäure (einfach ungesättigt) sowie Linol-, Arachidon-, α-Linolensäure (mehrfach ungesättigt). Ungesättigte Fettsäuren sind überwiegend enthalten in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Pflanzenölen, Ölfrüchten (z.B. Oliven), Nüssen und Samen sowie in fettem Fisch (z.B. Lachs, Makrele oder Hering). Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren können insgesamt (Ausnahme: Transfettsäuren) einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben, v.a. hinsichtlich der Blutfettwerte. Insbesondere die Aufnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren anstelle gesättigter Fettsäuren wirkt sich günstig auf den Cholesterinspiegel aus und kann das Risiko einer koronaren Herzkrankheit (KHK) senken. Besonderes Augenmerk gilt den mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Omega-3- und Omega-6-FettsäurenDie Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure und die Omega-6-Fettsäure Linolsäure zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die beide essenziell sind. Das heißt, sie können vom Körper nicht selbst aufgebaut und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Omega-3-Fettsäuren kommen u.a. in Raps-, Lein-, Soja- oder Walnussöl und in fettem Fisch wie Makrele, Lachs, Thunfisch, Hering und heimischem Kaltwasserfisch wie Saibling vor. Omega-6-Fettsäuren sind z.B. in Maiskeim-, Sonnenblumen-, Distel- oder Kürbiskernöl enthalten. Zwei weitere mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind in der Nahrung von besonderer Bedeutung: Dabei handelt es sich um die langkettige Eicosapentaen- (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), beide sind in o.g. fetten Fischen enthalten. TransfettsäurenTransfettsäuren gehören zwar zu den ungesättigten Fettsäuren, stehen jedoch im Gegensatz zu anderen ungesättigten Fettsäuren im Verdacht, gesundheitsschädigende Eigenschaften auf den Organismus auszuüben. Transfettsäuren entstehen u.a. bei der Härtung von Fetten – wie etwa in der Lebensmittelherstellung, um Produkte länger haltbar und streichfähiger zu machen. Beim Braten und Erhitzen in Öl kann es unter sehr hohen Temperaturen zur Entstehung von Transfettsäuren kommen. Transfettsäuren kommen auch natürlicherweise in Nahrungsmitteln vor, sie werden von Mikroorganismen im Pansen von Wiederkäuern gebildet. Werden Transfettsäuren häufig aufgenommen, kann das die Blutfettwerte ungünstig beeinflussen. Zudem können Transfettsäuren möglicherweise das Risiko für starkes Übergewicht (Adipositas) und koronare Herzkrankheiten erhöhen. Transfettsäuren sind z.B. in Backwaren, Fertigprodukten, Fast-Food-Produkten, Knabbereien und Snacks enthalten. Der Gehalt kann allerdings von Produkt zu Produkt schwanken. Neue Produktionsverfahren haben bereits zu einer Senkung des Gehalts an Transfettsäuren geführt. In Österreich gilt seit 2009 die „Österreichische Transfettsäuren-Verordnung“. Diese schreibt bestimmte Grenzwerte in Produkten vor. Auf Verpackungen müssen Transfettsäuren ausgewiesen werden (z.B. durch den Vermerk „enthält gehärtete Fette“ oder „pflanzliches Fett, z.T. gehärtet“). Nähere Informationen zur Transfettsäuren-Verordnung finden Sie unter www.ris.bka.gv.at. Hier erhalten Sie Informationen zu Transfettsäuren in Gebärdensprache.
  • Was ist cholesterin?wie wird dieser unterschieden? Was ist Cholesterin? Der Naturstoff Cholesterin ist ein Fett (Lipid) und ein wichtiger Bestandteil der Membranen, der äußeren Umhüllung von Zellen. Darüber hinaus ist es unverzichtbar für viele Stoffwechselprozesse, beispielsweise für die Bildung von Hormonen. Cholesterin wird zu 80 % von unserem Körper selbst gebildet, nur der kleinere Teil wird mit der Nahrung aufgenommen. Die Aufnahme aus dem Darm ist dabei ein aktiv regulierter Prozess. Vor allem in der Leber regulieren spezielle Rezeptoren auf den Leberzellen, die LDL-Cholesterin-Rezeptoren, die Konzentration von Cholesterin im Blutkreislauf. Cholesterin zählt zu den fettähnlichen Substanzen und hat zahlreiche wichtige Funktionen im menschlichen Körper. Es wird im Körper zum Aufbau von Steroidhormonen (z.B. Östrogen oder Testosteron), Vitamin D und Gallensäure benötigt. Außerdem dient es als Baustein für Zellmembranen und Lipoproteine. Cholesterin kann im Körper gebildet, aber auch mit der Nahrung aufgenommen werden. Enthalten ist die Substanz in tierischen Produkten wie Fleisch, Innereien, Eigelb, Butter sowie Milch- und Milchprodukten. Heute geht man davon aus, dass das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin nur teilweise (v.a. bei cholesterinempfindlichen Menschen) den Cholesterinspiegel im Blut beeinflusst. Entscheidender sind vielmehr die Menge der insgesamt aufgenommenen Fette sowie deren Qualität, also welche Fettsäuren enthalten sind. Dennoch orientiert man sich nach wie vor an dem Richtwert, täglich nicht mehr als 300 mg Cholesterin zu konsumieren. Blutfette – was sind Trigylzeride? Neben Cholesterin gehören auch Triglyzeride zu den wichtigsten Blutfetten. Diese sind Hauptbestandteil von Fetten, die aus der Nahrung aufgenommen werden, und sind wichtige Energielieferanten.Cholesterin ist als Fett – wie im übrigen auch die Triglyzeride – in wässrigen Flüssigkeiten wie Blut nicht löslich. Daher wird es für den Transport in kleine Partikel, die sogenannten Lipoproteine, verpackt. Lipoproteine bestehen, wie schon der Name signalisiert, aus Fett und verschiedenen Eiweißen (Proteinen). Dabei gibt es eine große Gruppe ganz verschiedener Lipoproteine, die grob nach ihrer Dichte eingeteilt werden. Bei dem im Blut gemessenen Cholesterin (Gesamtcholesterin) werden vor allem Low-Density-Lipoproteine (LDL) und High-Density-Lipoproteine (HDL) unterschieden. Mit Blick auf Gefäßerkrankungen kommt den Low-Density-Lipoproteinen (LDL) die zentrale Bedeutung zu. So konnte die wissenschaftliche Forschung inzwischen im Detail aufklären, wie das LDL-Cholesterin Gefäßverkalkungen verursacht und das Fortschreiten von Ablagerungen in den Gefäßen (Plaques) begünstigt. Und in bevölkerungsbezogenen Studien wurde bestätigt, dass die Höhe des LDL-Cholesterin-Wertes im Blut direkt mit dem Herzinfarktrisiko und der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauferkrankungen verbunden ist. Zudem wurde festgestellt, dass eine familiäre Veranlagung zu hohen LDL-Cholesterin-Werten das Herz-Kreislaufrisiko erhöht, während eine familiäre Veranlagung zu niedrigen LDL-Werten mit einem verringerten Risiko einhergeht. Die aktuellen Therapieempfehlungen zielen daher darauf ab, das LDL-Cholesterin im Blut zu verringern. Sehr gut dokumentiert ist dabei der cholesterinsenkende Effekt von Medikamenten aus der Gruppe der Statine. Deren Einnahme geht zugleich mit einer Verringerung des Herz-Kreislaufrisikos einher.
  • Was sind Nährstoffe?und wie werden diese Unterschieden? Ein Nährstoff ist eine Substanz, die mit der Nahrung zugeführt wird und die der Körper für seinen Aufbau und seine Funktion nutzt. Die Nährstoffe liefern ihm die Energie und das Material, das er benötigt, um seine Ausgaben zu erfüllen und die Zellerneuerung zu gewährleisten. Die Hauptnährstoffe kommen in der Nahrung in Form von Makromolekülen vor, die vom Verdauungssystem aufgespalten und so verwertet werden. Wasser ist der wichtigste Nährstoff: Es macht 60 % unserer Gesamtaufnahme aus. Zu den Makronährstoffen gehören Proteine, einfache und komplexe Kohlenhydrate sowie Fette, Fettsäuren und Ballaststoffe. Sie machen 98 % unserer Ernährung aus. Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien und Spurenelemente) werden in geringeren Mengen aufgenommen, spielen aber eine wichtige Rolle für die Funktion des Körpers.
  • Was sind essentielle und nicht essentielle Nährstoffe? Essentielle und nicht essentielle NährstoffeEinige Nährstoffe werden als essentiell bezeichnet, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Sie müssen daher unbedingt mit der Nahrung zugeführt werden. Dazu gehören zum Beispiel  bestimmte Fettsäuren (Omega 6 und Omega 3)Aminosäuren (Isoleucin, Lysin, Methionin…)Vitamine (A, B1, B2, B12, C, E…)Mineralstoffe (Natrium, Kalium, Phosphor…) Nicht essentielle Nährstoffe wie gesättigte Fettsäuren oder Einfachzucker werden ebenfalls verwendet, aber der Körper ist in der Lage, auf sie zu verzichten.
  • Wofür werden Nährstoffe verwendet? Verwendung von Nährstoffen Bei der Zufuhr von Nährstoffen wird der unmittelbare Bedarf durch die Oxidation der aufgenommenen Glukose gedeckt. Nicht oxidierte (überschüssige) Nährstoffe werden als Glykogen in der Leber und den Muskeln, als Triglyceride im Fettgewebe oder als Proteine in den Muskeln gespeichert. Der Nährstoffbedarf muss den Energieverbrauch decken und hängt daher vom Körperbau, der körperlichen Aktivität, den äußeren Bedingungen oder der Genetik des Einzelnen ab.
  • Diese Nährstoffe sind die wichtigsten und dienen als Energielieferanten (Makronährstoffe) Der Körper gewinnt Energie aus der Nahrung. Aber nicht alle Bestandteile der Nahrung, die wir aufnehmen, liefern dem Körper Energie. Als Energielieferanten dienen ihm sogenannte Makronährstoffe: die Kohlenhydrate und Fette. Im Bedarfsfall kann der Körper auch aus Eiweiß Energie gewinnen. Die drei genannten Makronährstoffe sind in bestimmten Lebensmitteln zu finden. Hier einige Beispiele: Kohlenhydrate kommen zum Beispiel in Form von Stärke (Mehrfachzucker) ‒ etwa in Mehl und mehlhaltigen Produkten wie Brot und Nudeln ‒ vor, außerdem in Kartoffeln und Reis. Kohlenhydrate als Einfachzucker wie Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose) sind in gesüßten Lebensmitteln und Früchten enthalten. Fette kann man beispielsweise in Form von Pflanzenfetten und -ölen oder aus Tierprodukten wie etwa Butter, Käse oder Sahne aufnehmen. Eiweiße (Proteine) finden sich zum Beispiel in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten und Milchprodukten. Auch Sojaprodukte sind reich an pflanzlichen Eiweißen.
  • Aufgaben von Kohlenhydraten Kohlenhydrate haben für den menschlichen Organismus die größte Bedeutung als Energielieferant. Bestimmte Kohlenhydrate kann der Körper besonders schnell verwerten: So nimmt der Darm zum Beispiel Traubenzucker direkt auf und überführt ihn ins Blut, sodass er Geweben und Organen schnell zur Verfügung stehen kann. Bestimmte Zellen, wie die Nervenzellen des Gehirns, sind besonders auf Kohlenhydrate als Brennstoff angewiesen. Leber und Muskelzellen können zudem eine Speicherform von Kohlenhydraten anlegen (Glykogen), die sie bei Bedarf bereitstellen können. Einen „Überschuss“ an Kohlenhydraten wandelt der Stoffwechsel zu Fett um und legt sie als Fettreserve an.
  • Aufgaben von Eiweiß Eiweiße verwendet der Körper überwiegend als Baustoff, kann sie aber auch zur Energiegewinnung heranziehen. Als Baustoff werden Eiweiße unter anderem für den Aufbau der menschlichen Erbinformation oder der körpereigenen Enzyme genutzt. Enzyme haben die Aufgabe, als „Katalysatoren“ die chemischen Reaktionen des Stoffwechsels zu beschleunigen. Auch zum Aufbau von Körpergeweben wie Haaren oder Gerüststoffen in Zellen oder als Transportmoleküle im Blut werden Eiweiße benötigt. Kann der Körper seine Energie aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Kohlenhydraten nicht ausreichend decken, kann er die Eiweiße auch als Energiequelle nutzen.
  • Aufgaben von Fett Fette sind beispielsweise unerlässlicher Bestandteil von Zellmembranen, wichtig für Aufbau und Funktion von Nerven und werden außerdem zur Bildung verschiedener Botenstoffe benötigt. Die größte Energiereserve des Körpers ist das Körperfett.
  • Was sind Ballaststoffe? Was sind Ballaststoffe? Ballaststoffe sind sogenannte unverdauliche Kohlenhydrate. Sie gehören zu den Nahrungsbestandteilen, die von unserem Verdauungssystem nicht oder nur teilweise aufgespalten und verwertet werden können. Ballaststoffe sind zum Beispiel in Vollkornbrot, Vollkornreis, Hülsenfrüchten, in Obst und Früchten oder auch vielen Gemüsesorten wie Möhren, Paprika, rote Bete, Kohl und Fenchel enthalten. Sie machen satt, aber nicht dick und wirken sich positiv auf die Darmtätigkeit und den Stoffwechsel aus. Dadurch tragen sie auch zur Minderung von Gesundheitsproblemen wie Verstopfungen, Hämorrhoiden oder zu hohen Cholesterinspiegeln und vielen weiteren Krankheiten bei.
  • Was sind Nährstoffe die der Körper zusätzlich braucht? Nährstoffe, die der Körper zusätzlich braucht Neben den energiespendenden Makronährstoffen benötigt der Organismus auch sogenannte Mikronährstoffe. Diese werden so bezeichnet, weil sie im Gegensatz zu den Makronährstoffen in deutlich geringeren Mengen benötigt werden. Sie liefern keine Energie, sind für den Körper aber ebenfalls lebenswichtig. Zur Gruppe der Mikronährstoffe gehören Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. Vitamine: Fettlösliche Vitamine (E, D, K und A); wasserlösliche B-Vitamine und Vitamin CMineralstoffe: Natrium, Chlorid, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphat, SulfatSpurenelemente: Eisen, Jod, Fluorid, Zink, Selen, Kupfer und weitereSekundäre Pflanzenstoffe: Karotinoide, Phytosterine und andere Der Körper benötigt die einzelnen Mikronährstoffe für ganz unterschiedliche Prozesse und Aufgaben. Sie werden mit unterschiedlichen Nahrungsmitteln, etwa Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreideerzeugnissen oder auch tierischen Produkten aufgenommen. Nur das Vitamin D kann der Körper auch selbst bilden. Lebensmittel enthalten die verschiedenen Nährstoffe in unterschiedliche Mengen. Um genug Nährstoffe zu erhalten, sollte man deshalb möglichst ausgewogen und abwechslungsreich essen.
  • was sind die Aufgaben von Vitaminen? Der menschliche Körper benötigt Vitamine zum Leben. Ohne Vitamine sind bestimmte Stoffwechselprozesse nicht möglich. Vitamin D sorgt zum Beispiel dafür, dass Kalzium und Phosphat besser aus der Nahrung aufgenommen werden können. Damit unterstützt das Vitamin D den Erhalt der Knochensubstanz. Vitamin D kann vom Körper selbst gebildet werden. Mit der Nahrung kann es zum Beispiel aus Salzwasserfisch oder Eigelb zugeführt werden. Vitamin A kommt im gelben Obst und Gemüse (Karotten) oder in Milchprodukten vor. Es ist unabdingbar für das Sehen und das Wachstum. Vitamin A sorgt auch dafür, dass sich verschiedene Zellen erneuern können.   Vitamin K fördert unter anderem die Blutgerinnung. Es kommt in größeren Mengen beispielsweise im grünen Blattgemüse vor. Allgemein gilt: Sowohl ein Vitamin-Mangel als auch eine Überdosierung können zu Krankheiten führen.
  • Was sind die Aufgaben von Mineralstoffen? Mineralstoffe Auch Mineralstoffe benötigt der Mensch zum Leben. Der Körper braucht sie für unterschiedliche Prozesse. Kalzium beispielsweise ist unter anderem zum Knochenaufbau und zur Stabilisierung der Zellmembranen wichtig. Das Mineral kommt beispielsweise in Milchprodukten vor. Kalium ist in großen Mengen in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, besonders in Hülsenfrüchten und Getreide. Im Körper ist Kalium an der Blutdruckregulierung und der Herzfunktion beteiligt.