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Lernfeld 3B (Subject) / Mundpflege,Ehtik,Ernährung,Expertenstandard,Hygiene,Kultur,Wissenschaft,Qualität (Lesson)
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- PEG -Kurze Gedanken Wenn bei einem Patienten Probleme im Zusammenhang mit einer ausreichenden Aufnahme von Trinkflüssigkeiten und Nahrung bestehen, ist die Anlage einer PEG/PEJ ein einfaches und sicheres Verfahren, um die teil- bzw. vollenterale Ernährung sicherzustellen. Nach Ausschluss der PEG/PEJ-Kontraindikationen erfolgt deren Anlage endoskopiegestützt am häufigsten als Fadendurchzugmethode. Nur in besonderen Fällen werden Ernährungssonden im Rahmen von chirurgischen Laparoskopien (PLG/PLJ) oder Laparotomien (FKJ) angelegt.
- Indikation PEG Indikationen Dauer der enteralen Ernährung Über die perku-tane endoskopische Gastrostomie (PEG) solltenPatienten ernährt werden, die aufgrund ihrerGrunderkrankung längerfristig keineoder nur unzureichende Mengen Nahrung aufdem oralen Weg zu sich nehmen können. Eine PEG ist indiziert, wenn der Patient fürmehr als 4–6 Wochen enteral ernährt werdenmuss. Auch wenn eine Ösophagitis als Nebenwirkungeiner Radiatio zu erwarten ist, kann eine prophy-laktische PEG-Anlage gerechtfertigt sein. Eineweitere Spezialindikation ist die Ableitungs-PEGbei ausgeprägter Peritonealkarzinose mit unstill-barem Erbrechen. Bei Magenausgangsstenose,Magenmotilitätsstörung oder Zustand nachGastrektomie kann in analoger Technik die perku-tane endoskopische Jejunostomie (PEJ) angelegtwerden. Alternativ kann man über eine vorhande-ne gastrale PEG endoskopisch eine Jejunalsondeeinlegen (Jet-PEG).
- Kontraindikationen PEG Kontraindikationen Absolute Kontraindikationen | Eine PEG solltenSie nicht anlegen bei: ▶ einer Lebenserwartung < 4 Wochen▶ fehlendem endoskopischen Zugang▶ schweren Gerinnungsstörungen (Quick < 45 %,Thrombozyten < 50 000 / μl)▶ Magenausgangsstenose oder Magenentlee-rungsstörung (PEJ oder Jet-PEG wählen)▶ einer Akutphase einer Erkrankung▶ Schockgeschehen▶ akuten Stoffwechselentgleisungen▶ Perforation des Gastrointestinaltrakts▶ Peritonitis Relative Kontraindikationen | Zu den relativenKontraindikationen zählen: ▶ fehlende Diaphanoskopie (s. u.)▶ größere Menge Aszites▶ Ulkusleiden oder Tumor (keine Punktion im Be-reich der Läsion)▶ gestörte Darmpassage (z. B. Ileus, Peritoneal-karzinose)▶ Malabsorption▶ sehr unruhige Patienten, die sich durch Zug ander Sonde verletzen könnten▶ geplanter Magenhochzug bei Ösophaguskarzi-nom (mit dem Chirurgen absprechen, ggf. pa-renterale Ernährung oder PEJ wählen)
- Was ist Trinken? Trinken bezeichnet den Vorgang, bei dem der Körper durch den Mund Flüssigkeiten aktiv aufnimmt. Derselbe Vorgang bei Tieren wird vorwiegend bei größeren Tieren teilweise als Saufen oder Tränken, teilweise ebenfalls als Trinken, bezeichnet. Mit dem Trinken wird der Durst gestillt oder für eine leichtere Aufnahme des Essens[1] gesorgt. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für wesentliche Körperfunktionen unverzichtbar. Üblicherweise trinkt man entweder aus Behältern (z. B. Glas, Flasche oder Tasse), aus der hohlen Hand, aus natürlichen Gewässern, aus der Wasserleitung oder beim Stillen aus der Mutterbrust. Föten und Embryos trinken das Fruchtwasser, in dem sie schwimmen.
- Was ist Nahrung? Nahrung dient der Ernährung von Lebewesen. Sie ist Grundlage für Stoffwechsel und damit für das Leben. Bei Heterotrophen (meist Tiere) sind für Nahrung energiereiche organische Verbindungen zentral. Bei Autotrophen (meist Pflanzen) spricht man auch von Nährstoffen – diese enthalten dann keine energiereichen organischen Substanzen. Bei Tieren mit Verdauungstrakt wird Nahrung nach der Aufnahme in den Körper meist mechanisch (z. B. durch Kauen) und chemisch (z. B. durch Magensäure) in ihre Bestandteile zerlegt. Die in bestimmten Nahrungsbestandteilen gespeicherte Energie wird im Energiestoffwechsel verwendet, um z. B. bei Warmblütern die Körpertemperatur konstant zu halten. Des Weiteren wird die Energie aus der Nahrung im anabolen Stoffwechsel (Anabolismus bzw. Baustoffwechsel) für Erhalt und Aufbau des Körpers (z. B. Wachstum bei Kindern oder Muskelaufbau bei Erwachsenen) eingesetzt. Aber auch Wasser und Salze gehören zur Nahrung, auch wenn sie nicht direkt im Energiestoffwechsel genutzt werden können. Der Mangel an Nahrung wird als Hunger bezeichnet und kann zum Tod eines Lebewesens führen (Hungertod).
- Warum spielt Essen eine so wichtige Rolle? 1. Baustoff«Gutes Essen verbindet. Beim Essen versorgen wir Körper und Geist mit Nahrung und erfüllen alle unsere Bedürfnisse», erklärt Kilien Stengel mit Verweis auf die Maslowsche Bedürfnispyramide. Diese ordnet die menschlichen Bedürfnisse in fünf Hierarchieebenen ein: physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung. 2. IdentitätUnsere Ernährung spricht Bände, handelt es sich doch um ein Element der sozialen und kulturellen Abgrenzung. Wie wir uns ernähren, offenbart einen Teil unserer Identität. «Wenn Sie für Gäste kochen, bringen Sie dabei Ihre eigene Identität ein: Sie überlegen, woran Sie selbst Freude haben, was Ihren Gästen wohl schmeckt und was Ihre Kochkünste zulassen. Sie tun dies in der Hoffnung, Anerkennung zu bekommen, und auf das Risiko hin, einen Misserfolg zu landen», sagt Kilian Stengel. 3. BelohnungEssen kann ein Mittel zur Beruhigung darstellen, was aus unserer frühesten Kindheit herrührt: Wenn ein Baby Hunger hat, weint es. Bekommt es etwas zu essen, beruhigt es sich. Es gibt jedoch auch andere – stärker psychologisch geprägte – Erklärungen, warum uns bestimmte Lebensmittel aufmuntern. Zum Beispiel unsere Erziehung: «Wenn wir in der Kindheit mit bestimmten Lebensmitteln belohnt oder getröstet oder auch durch deren Entzug bestraft wurden, kann es sein, dass wir diese auch im späteren Leben noch als Belohnung oder Trost wahrnehmen», so Muriel Jaquet. Essen kann auch schädlich sein. Zum Beispiel, wenn man zu viel zu sich nimmt. Stress, Zeitnot und Erschöpfung bringen unser Sättigungsgefühl aus dem Gleichgewicht. Wir ernähren uns unausgewogen. Langfristig erhöht dies das Krankheitsrisiko. Auch beim Einkaufen ist Vorsicht geboten: Viele Produkte, die wir in den Regalen der Supermärkte finden, enthalten zu viel Fett, Zucker oder Salz. 4. Chemisches ZusammenspielDie Ernährung ist nicht nur für einen gesunden Körper wichtig, sondern auch für unseren Geist. «Allgemein kann man sagen, dass ein Zusammenhang zwischen unserer Ernährung und unserer Gehirnleistung besteht», erklärt Muriel Jaquet. So gibt es Lebensmittel wie beispielsweise Kaffee, die das Zentralnervensystem stimulieren. Andere beeinflussen die Produktion bestimmter Neurotransmitter (chemische Substanzen, die als Botenstoffe unseres Gehirns wirken). Zucker zum Beispiel fördert die Bildung von Serotonin, einem Botenstoff mit beruhigender Wirkung. Neben einer guten Ernährung tragen aber auch noch andere Dinge zu unserem Wohlbefinden bei: Sport, Lesen, Meditation usw. 5. Soziale MomenteEssen ist eine zutiefst soziale Angelegenheit. Bei einer Mahlzeit in der Familie oder Gemeinschaft ist das Essen an sich eher zweitrangig. Es bietet nur den Rahmen für das Beisammensein. Was zählt, ist, dass alle zusammenkommen, um zu teilen und sich auszutauschen (was in der einen oder anderen Familie oder Gemeinschaft auch tatsächlich der Fall ist). Gleichzeitig bieten gemeinsame Mahlzeiten die Gelegenheit, von den Älteren und Anderen zu lernen. Über alle Völker hinweg ist das Essen von familiärer, sozialer, politischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Essen in Gesellschaft schafft Bindungen: «Man muss sich mit den anderen arrangieren, damit, wie und was sie essen. Das kann bei einigen Personen tatsächlich Unbehagen auslösen», so Kilien Stengel.
- Was ist eine Fremdkörperaspiration? Was ist eine Fremdkörperaspiration? Gelangt Flüssigkeit oder ein kleiner Gegenstand in die Atemwege, sprechen Mediziner von einer Fremdkörperaspiration. Häufige Anzeichen sind plötzlicher Husten und Atemprobleme. Meistens schafft der Körper es, sich reflexartig durch Husten vom eingeatmeten Gegenstand zu befreien. Fremdkörper innerhalb der Atemwege können aber auch zu ernsthaften Komplikationen bis hin zum Tod führen. Rechtzeitige Erste-Hilfe-Maßnahmen, Diagnose und ärztliche Behandlung sind daher besonders wichtig. Zu den Betroffenen gehören vor allem kleine Kinder zwischen sechs Monaten und vier Jahren, Jungen häufiger als Mädchen. Fremdkörperaspirationen treten auch bei älteren Menschen, etwa ab einem Alter von 50 Jahren gehäuft auf, beispielsweise bei Schluckstörungen.Meistens schafft der Körper es, sich reflexartig durch Husten vom eingeatmeten Gegenstand zu befreien. Fremdkörper innerhalb der Atemwege können zu ernsthaften Komplikationen bis hin zum Tod führen. Rechtzeitige Erste-Hilfe-Maßnahmen, Diagnose und ärztliche Behandlung sind daher besonders wichtig.Der folgende Text informiert über Anzeichen, Diagnostik und Maßnahmen, wenn kleine Kinder Gegenstände einatmen. Auf die Beschwerden Älterer wird nicht eingegangen.
- Vorgang einer Aspiration Entstehung Beim Schlucken wird im Kehlkopf automatisch der Eingang zur Luftröhre verschlossen. So sind die Atemwege vor dem Eindringen von Fremdkörpern geschützt. Bei Kindern ist dieses Zusammenspiel noch nicht ausreichend koordiniert, sodass Gegenstände leichter in die Atemwege gelangen. Umgangssprachlich spricht man vom Verschlucken. Kleinkinder verschlucken sich häufig an Nahrungsmitteln wie Nüssen, Weintrauben oder Obstteilen. Kinder stecken häufig kleine Spielzeugteile und Gebrauchsgegenstände wie Schrauben, Münzen, Murmeln, Legosteine oder (Näh-)Nadeln beim Spielen in die Nase oder in den Mund. Dadurch können kleine Gegenstände auch in die Luftröhre gelangen. Der Fremdkörper kann in die verschiedenen Abschnitte der Luftwege gelangen. Je nachdem, wie weit er in die Verästelung der Atemwege vordringt, hat dies unterschiedliche Auswirkungen.Manche Gegenstände bleiben aufgrund ihrer Größe im Kehlkopfbereich oder im oberen Abschnitt der Luftröhre stecken. Wenn das der Fall ist, kann der Luftweg vollständig verschlossen sein (komplette Atemwegsverlegung): Dann bekommt der oder die Betroffene keine Luft mehr und erstickt, wird der Fremdkörper nicht schnell genug entfernt. Häufiger dringt ein kleinerer Fremdkörper in die tiefen Atemwege vor. Während ein Teil der Lunge von der Frischluftzufuhr abgeschnitten ist, kann die restliche Lunge normal atmen (inkomplette Atemwegsverlegung).
- Symtome bei Aspiration Krankheitszeichen Gelangt ein Fremdkörper in die Atemwege, kommt es in der Akutphase meist zu plötzlichem Husten. Mit diesem Abwehrmechanismus versucht der Körper, den Gegenstand aus den Atemwegen herauszukatapultieren. Betroffene zeigen Atemnot, in manchen Fällen sind die Beschwerden nur schwer von einem Asthmaanfall oder anderen Ursachen einer Luftnot zu unterscheiden. Eine plötzlich auftretende pfeifende Atmung, gegebenenfalls mit Zeichen von Atemnot, kann auf eingeatmete Gegenstände hinweisen. Bei Luftnot können Betroffene durch den zunehmenden Sauerstoffmangel blau anlaufen und schließlich das Bewusstsein verlieren. Außerdem kann sich durch die Sauerstoffunterversorgung ein Herz-Kreislauf-Stillstand einstellen. Ein kleiner Fremdkörper, der in die tiefen Lungenabschnitte gerät, verursacht manchmal nur geringe Beschwerden. Akute Symptome wie starker Husten fehlen in solchen Fällen oder verschwinden schnell. So kann das Einatmen über Stunden bis Wochen unbemerkt bleiben. In der Folge kann im betroffenen Bereich eine Infektion entstehen und die Lunge dauerhaft geschädigt werden. Deshalb sollte bei einem Verdacht auf eine Fremdkörperaspiration immer ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, auch wenn die Symptome nicht bedrohlich wirken.
- Erste Hilfe bei Aspiration Erste Hilfe Leichtes Klopfen zwischen die Schulterblätter kann das Abhusten erleichtern. Hilfreich ist es, dabei den Oberkörper des Kindes nach unten zu beugen. Kleinere Kinder können an den Beinen gefasst und mit dem Kopf nach unten gehalten werden. Ältere Kinder können mit dem Oberkörper nach unten gelagert werden (zum Beispiel über einen Stuhl), um einen ähnlichen Effekt zu erzielen.Kinder, die quellende Gegenstände wie Samen eingeatmet haben, sollten besonders aufmerksam beobachtet werden. Durch die allmähliche Vergrößerung der Substanz innerhalb der Atemwege können zeitverzögert Komplikationen eintreten. Kann das Kind weder sprechen, schreien noch husten, ist von einem ernsthaften Notfall auszugehen. Im Rahmen der Ersten Hilfe sollte der Rettungsdienst verständigt werden. Wenn das betroffene Kind starke Luftnot hat und die Atemwege komplett verschlossen sind, kann mit dem Heimlich-Handgriff versucht werden, den Fremdkörper aus den Luftwegen zu pressen. Hierbei können innere Organe geschädigt werden, daher ist der Heimlich-Handgriff nur gerechtfertigt, wenn andere Maßnahmen, das Abhusten zu erleichtern, keinen Erfolg hatten. Hierbei wird das Kind mit beiden Armen von hinten umschlossen. Dann werden die Hände ruckartig in die Magengrube gedrückt. Dadurch steigt der Druck in den Lungen und in der Luftröhre, sodass der Fremdkörper herausgeschleudert werden kann. Diese Maßnahme kann wie andere lebensrettende Sofortmaßnahmen in Erste-Hilfe-Kursen unter fachlicher Anleitung erlernt werden. Wegen der Gefahr für innere Verletzungen sollte auch dann eine Arztpraxis aufgesucht werden, wenn der Fremdkörper auf diese Weise entfernt worden ist. Bei Kindern unter einem Jahr wird vom Heimlich-Handgriff abgeraten.Im Falle des Atemstillstandes kann eine Mund-zu-Mund/Nase-Beatmung notwendig sein.
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- Behandlung bei Aspiration Behandlung Verbleibt der Fremdkörper trotz Erster Hilfe in den Atemwegen, haben Rettungsdienst und Ärzte verschiedene Möglichkeiten, den Gegenstand zu beseitigen. Liegt der Gegenstand im oberen Bereich des Kehlkopfes, versucht das Rettungsdienstpersonal, ihn durch den Mund unter Zuhilfenahme einer langen Fasszange zu erreichen. Wenn der Fremdkörper weiter unterhalb liegt und nicht mit der Zange gegriffen werden kann, kann er durch künstliche Beatmung weiter nach unten in einen tieferen Lungenabschnitt verlagert werden. So behindert er einen kleineren Lungenabschnitt und der Rest der Atemwege ist wieder frei. Im Krankenhaus kann der Fremdkörper mit einer Bronchoskopie entfernt werden. Fremdkörper im Bereich des Kehlkopfes können durch eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) erkannt und entfernt werden.Als letzte Möglichkeit werden unter Umständen ein Luftröhrenschnitt oder eine operative Öffnung der Brusthöhle notwendig.
- Aspirationsprophylaxe Risikofaktoren Aspirationsprophylaxe Risikofaktoren Der natürliche, spontane Reflex auf das Verschlucken ist kräftiges Husten. Doch alte, gebrechliche und schwache Menschen können nicht oft mehr so gut abhusten, dass die Fremdkörper wieder aus der Luftröhre geschleudert werden. Normalerweise schützen ein Hustenreflex und eine schnelle Schluckreaktion vor Aspiration. Bei bettlägerigen Menschen oder solchen, die körperlich geschwächt oder dementiell beeinträchtigt sind, besteht Aspirationsgefahr. Bei ihnen kann der Hustenreflex nicht mehr genug ausgeprägt sein oder die Muskulatur ist nicht mehr stark genug, um ein Abhusten zu ermöglichen. Auch bei Schluckstörungen und motorischen oder neurologischen Beeinträchtigungen besteht eine Aspirationsgefahr. Unter Aspirationsgefahr versteht man das Risiko, dass ein Patient oder eine Patientin zum Verschlucken neigen kann. Die Aspirationsgefahr spielt eine wichtige Rolle in der Altenpflege. Hier ist die Aspirationsprophylaxe besonders wichtig, denn man muss unter allen Umständen verhindern, dass Betroffene sich an Lebensmitteln verschlucken. Fremdkörper in den Atemwegen können bei älteren Menschen fatale Folgen haben.
- Warum ist Aspiration so gefährlich? Warum ist Aspiration so gefährlich? Die Aspiration ist gefährlich, weil Fremdkörper in die Atemwege eindringen und dort die Schleimhaut reizen und schädigen. Im Magen werden Keime aus der Nahrung oder aus den Sekreten durch die Magensäure unschädlich gemacht. Die Atemwege und die Lunge sind dagegen den Keimen ziemlich machtlos ausgeliefert. An der geschädigten Stelle wird die Schleimhaut empfindlich und Bakterien können leichter eindringen. Das kann zu Entzündungen der Atemwege, einem bronchialen Infekt bis hin zur Pneumonie, einer Lungenentzündung oder Aspirationspneumonie, führen.Dabei ist die Aspiration nicht gleich eine Lungenentzündung. Mit Aspiration wird der Prozess des Einatmens von Fremdstoffen in die Atemwege beschrieben. Erst nach einer gewissen Zeit kann daraus eine Lungenentzündung entstehen.Gut zu wissen: Verschlucken klingt harmlos, die Folgen können allerdings – gerade bei älteren Menschen – dramatisch sein. Eine häufige Folge von Aspiration (Verschlucken) ist die daraus entstehende Lungenentzündung, die Aspirationspneumonie.
- Die Ursachen der Aspiration Die Ursachen der Aspiration Das Aspirationsrisiko ist bei älteren Menschen aus verschiedenen Gründen erhöht, wenn sie einen Schlaganfall erlitten haben und unter Schluckstörungen leiden,längere Zeit nichts gegessen haben,über einen längeren Zeitraum intubiert waren und sich erst wieder an die Schluckbewegungen gewöhnen müssen,an Demenz leiden und damit motorische Unsicherheiten oder Störungen einhergehen,an Parkinson erkrankt sind,aufgrund langer Bettlägerigkeit körperlich geschwächt sind,an einem Infekt leiden und viel Sekret abhusten müssenschlecht sitzende Zahnprothesen.
- Welche Maßnahmen dienen der Aspirationsprophylaxe? Welche Maßnahmen dienen der Aspirationsprophylaxe? Bei der Pflege gibt es ganze Reihe von umfassenden Maßnahmen, die das Risiko einer Aspiration minimieren und für Gelassenheit, gerade bei den Mahlzeiten, sorgen. Dabei ist es wichtig, dass ein Patient oder eine Patientin mit Aspirationsrisiko nie allein sein Essen zu sich nimmt, sondern immer eine Betreuungsperson an seiner Seite hat. Wichtige Bausteine der Aspirationsprophylaxe sind: KörperhaltungNahrungsformenDarreichungSchlucktechnikenHilfsmittelZeitMundpflege
- Aspirationsprophylaxe – Beispiele Aspirationsprophylaxe – Beispiele KörperhaltungZum Essen sollen die Betroffenen in eine aufrechte Position gebracht werden. Der Oberkörper wird so hoch wie möglich gelagert, am besten ist eine sitzende oder halbwegs sitzende Position. Wichtig ist auch, dass der Kopf möglichst nach vorn geneigt wird. Gerade bei Getränken sollte man auf diese Haltung achten, da beim Schlucken von Flüssigkeiten schnell etwas in den „falschen Hals“ geraten kann. Deshalb ist es bei der Aspirationsprophylaxe sinnvoll, dass der, die Betreuende auf Augenhöhe mit dem Patienten sitzt. Beim Unterstützen sollte er, sie darauf achten, dass die Kopfhaltung des Patienten, der Patientin nach vorn gebeugt bleibt, also niemals der Kopf – beispielsweise beim Trinken – in den Nacken gelegt wird. Die aufrechte Haltung sollte auch nach dem Essen für mindestens 20 Minuten beibehalten werden, da in dieser Zeit immer noch Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre aufsteigen kann. Gut zu wissen! Gegessen und getrunken wird nur in einer aufrechten Position. Beim Trinken den Kopf bewusst nach vorn beugen. NahrungsformenEin Risikofaktor in der Aspirationsprophylaxe ist die Nahrung selbst. Das Essen muss von der Form und Konsistenz her gut zu schlucken sein. Am besten eigenen sich natürlich breiige Zusammensetzungen, nur kann das auf die Dauer natürlich langweilig werden. Gar nicht gereicht werden dürfen krümelige Lebensmittel, also kein Zwieback, kein Knäckebrot, kein krümeliger Trockenkuchen. Alles, was sich in kleine Stückchen auflöst, kann nur zu schnell in die Atemwege geraten. DarreichungZur Aspirationsprophylaxe gehört es auch, nur kleine Essensmengen zu reichen und im Falle des Fütterns, nur kleine Bissen und Schlucke zu geben. Der Mund muss leer sein, bevor der nächste Bissen gereicht wird. Nach jedem Bissen eine kleine Pause machen. SchlucktechnikenEine wichtige Maßnahme zur Aspirationsprophylaxe ist das richtige Kauen. Man sollte darauf achten, dass der, die Patient oder die Patientin gut kaut, den Mund zum Schlucken schließt und noch einmal nachschluckt. Sind immer noch Speisereste im Mund, sollte ein bis zwei Mal nachgeschluckt werden. HilfsmittelFlüssigkeiten können mit einem geschmacksneutralen Pulver angedickt werden. Zum Trinken von dickflüssigen Nahrungsmitteln ist eine Schnabeltasse gut geeignet, für Getränke ist ein Trinkhalm nützlich. Der Patient, die Patientin sollte nach Möglichkeit selbständig trinken können, das reduziert die Gefahr des Sich-Verschluckens. ZeitEin Aspirationspatient oder eine Aspirationspatientin darf nicht allein essen, eine Betreuungsperson sollte immer zugegen sein. Dabei ist es besonders wichtig, zur Aspirationsprophylaxe genügend Zeit einzuplanen. Der Patient, die Patientin darf nicht unter Druck essen müssen, er, sie bestimmt das Ess-Tempo. Als Betreuende(r) sollte man darauf achten, während des Kauens keine Fragen zu stellen. Angesprochen wird der Patient, die Patientin erst, wenn der Mund leer ist. Es ist wichtig, dass die Betroffenen sich ganz auf das Essen konzentrieren können und nicht durch Plauderei abgelenkt werden. MundpflegeVor der Mahlzeit sollten Prothesen auf ihren korrekten Sitz kontrolliert werden. Nach jeder Mahlzeit ist die Mundpflege wichtig. Noch vorhandene Speisereste müssen aus den Mundtaschen und den Zahnzwischenräumen gut entfernt werden.
- Was ist eine Dysphagie Der Fachbegriff Dysphagie steht für die schmerzfreie Störung beim Herunterschlucken von fester Nahrung und Flüssigkeiten. Je nach Schweregrad kann diese Schluckstörung die Nahrungsaufnahme erschweren oder sogar gänzlich unmöglich machen, wenn Nahrung und Flüssigkeiten nicht mehr in die Speiseröhre und den Magen transportiert werden können. Davon abgegrenzt wird die Odynophagie, die schmerzhafte Schluckstörung. Beide Formen der Schluckstörung sind eigentlich ein Symptom unterschiedlicher anderer Erkrankungen.Schluckstörungen führen zu starken körperlichen Symptomen bis hin zu Mangelernährung und Austrocknung (Dehydration). Deshalb ist es wichtig, eine Dysphagie frühzeitig zu erkennen und die Pflege sowie die Ernährung im Alter entsprechend anzupassen.
- Unterscheidung: Schluckbeschwerden und Schluckstörungen Unterscheidung: Schluckbeschwerden und Schluckstörungen Schluckbeschwerden treten häufig in Folge einer Mandelentzündung oder ähnlichen Infekten auf und verursachen Schmerzen beim Schluckvorgang. Allerdings kann, von den Schmerzen abgesehen, der Schluckvorgang relativ normal ausgeführt werden. Deshalb spricht man hier nicht von einer Schluck-Störung oder Dysphagie, sondern eben von Schluck-Beschwerden. Die Beschwerden treten in der Regel nur vorübergehend auf und können oft mit einfachen Hausmitteln wie Halspastillen oder entzündungshemmenden Tees behandelt werden.
- Dysphagie-Arten Dysphagie-Arten Wenn wir schlucken, sind zahlreiche Organe und Muskeln an diesem Vorgang beteiligt: Lippen, Kiefer, Zunge, Gaumen, Kehlkopf und der Schließmuskel der Speiseröhre sorgen im Zusammenspiel für einen reibungslosen Ablauf beim Schlucken. Daher können Schluckstörungen (Dysphagien) im Alter an ganz unterschiedlichen Stellen und in vielfältigen Formen auftreten. Je nach Phase des Schluckvorgangs. Diese Phasen beinhaltet ein Schluckvorgang: Oral: betrifft den Mund und den Weg zum RachenPharyngeal: betrifft den Rachen und den Weg zur SpeiseröhreÖsophageal: betrifft die Speiseröhre und den Weg zum MagenGrundlegend wird bei einer Dysphagie zwischen zwei Arten entschieden: Oropharyngeale Dysphagie: Schluckstörung in Mund und RachenÖsophageale Dysphagie: Schluckstörung im Bereich der Speiseröhre
- Schluckstörung im Mund- und Rachenraum (Oropharyngeale Dysphagie) Schluckstörung im Mund- und Rachenraum (Oropharyngeale Dysphagie) Störungen im Mundraum während der „oralen Schluckphase“, das heißt an Zunge, Lippen oder Kiefer, führen meist dazu, dass Nahrungsbrei nicht ausreichend zerkleinert wird, im Mundraum bleibt und wieder austritt. In diesem Fall spricht die Medizin von einer oropharyngealen Schluckstörung. Weitaus gefährlicher ist es, wenn der Kiefer oder das Gaumensegel falsch stehen, so dass sich Betroffene ernsthaft an der Nahrung verschlucken können. Schließt der Speiseröhren-Schließmuskel nicht richtig oder verkrampft, fühlt sich das an, als würde die Nahrung im Hals „stecken bleiben“. In diesem Fall müssen Betroffene häufig würgen oder sogar erbrechen.
- Schluckstörung in der Speiseröhre (Ösophageale Dysphagie) Schluckstörung in der Speiseröhre (Ösophageale Dysphagie) Normalerweise wird Nahrungsbrei mit aktiven, aber unbewussten Muskelbewegungen der Speiseröhre Richtung Magen befördert. Sie „rutscht“ nicht einfach runter. Bei einer ösophagealen Dysphagie kann dieser Prozess nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden. Oft ist die Speiseröhre permanent verengt oder komplett verstopft. In anderen Fällen ist die motorische Funktion der Speiseröhre gestört, es wird also keine Nahrung mehr weiterbefördert.
- Dysphagie Symptome -Mögliche Anzeichen für eine Schluckstörung Dysphagie Symptome Genau genommen ist Dysphagie selbst nur das Symptom einer anderen körperlichen oder psychischen Fehlfunktion und keine eigentliche Diagnose im medizinischen Sinn. Allerdings ist bei Schluckstörungen schnelles Handeln gefragt, sonst droht Mangelernährung, Dehydrierung oder eine Lungenentzündung. Deshalb sollten Sie bei bestimmten Anzeichen hellhörig werden. Im Verdachtsfall testen Sie einfach auf die folgenden Anzeichen einer Schluckstörung. Mögliche Anzeichen für eine Schluckstörung „Kloß im Hals“, Räuspern und Husten beim Essen und TrinkenSpeichel oder Nahrung läuft aus dem Mund oder der NaseProbleme beim Kauen und Zerkleinern von NahrungVerzögerter SchluckreflexVerbliebene Speisereste im MundraumVermehrtes Husten und RäuspernAngst vor Mahlzeiten oder NahrungsverweigerungBeim Schlucken veränderte Haltung (zum Beispiel Vorneigen des Kopfes)Versehentliches „Einatmen“ von Nahrungsmitteln (Aspiration)Nasale Stimme und Heiserkeit, SprechstörungSchmerzen in Hals und BrustbeinUngewollte GewichtsabnahmeIn schweren Fällen von Schluckstörungen können Sie diese zweifelsfrei erkennen: Nahrung, auch Flüssigkeit, gelangt vom Mund nicht oder kaum mehr in den Magen. Es gibt aber auch weniger eindeutige Fälle. Genau diese Fälle sind aber gefährlich, weil eine Dysphagie ohne Gegenmaßnahmen schwerwiegende Folgen haben kann.
- Schluckstörung nach Schlaganfall Schluckstörung nach Schlaganfall Ein Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Schluckstörungen im Alter. Jeder zweite Schlaganfall-Patient leidet an einer Schluckstörung in der Akutphase, jeder vierte dauerhaft.(2) Grund dafür ist das funktional beeinträchtigte Nervensystem, welches das Zusammenspiel von Zunge, Kehlkopf, Gaumen und Speiseröhren-Schließmuskel stört. Gerade die im Zusammenhang mit einem Schlaganfall diagnostizierte Schluckstörung birgt besondere Risiken: So ist das Risiko für einen Schlaganfall-Patienten hoch, in Folge seiner Dysphagie an einer schweren Lungenentzündung (Aspirations-Pneumonie) in Folge einer Aspiration (Verschlucken und Einatmen von Nahrung und Flüssigkeit in die Atemwege) zu erkranken.
- Schluckstörungen bei Demenz Schluckstörungen bei Demenz Viele Menschen, die an einer Demenz erkranken (häufig Alzheimer-Demenz), entwickeln über die Zeit ein verändertes Hunger- sowie Durstgefühl. Durch demenztypische Verhaltensmuster wie beispielsweise einem erhöhten Bewegungsdrang, benötigen Demenzpatienten jedoch umso mehr Kalorien und Flüssigkeit am Tag. Verlernt ein demenzerkrankter Mensch seine Fähigkeiten zur Nahrungsaufnahme, wie etwa den Umgang mit dem Besteck oder die Bewegung vom „Löffel zum Mund“, können Probleme bei der selbstständigen Nahrungsaufnahme und Schluckbeschwerden die Folge sein. Aus diesem Grund benötigen gerade Menschen mit fortgeschrittener Demenz, insbesondere bei einer vorliegenden Schluckstörung, eine bewusste Anleitung über die notwendigen Schritte beim Essen und Trinken.
- Schluckstörungen bei Parkinson Schluckstörungen bei Parkinson Etwa jeder zweite Parkinson-Patient leidet unter Schluckbeschwerden durch die reduzierte Muskelbeweglichkeit.(3) Während des Essens ist die Gefahr groß, sich zu verschlucken, und damit steigt das Risiko für Husten- und Erstickungsanfälle in Folge von sogenanntem Leaking: Dabei gelangen Nahrung und Flüssigkeit in den Rachen, bevor der Schluckreflex überhaupt ausgelöst wird. Damit dies nicht zu Appetitverlust, Ablehnungsverhalten sowie Gewichtsabnahme führt, müssen Sie bei der Pflege gezielt gegensteuern.
- Schluckstörungen bei MS Schluckstörungen bei MS Bei Multipler Sklerose (MS) ist Dysphagie eine häufige Begleiterscheinung.(1) Ein erstes Anzeichen ist oft, dass der Betroffene nach dem Trinken husten muss oder sich allgemein oft verschluckt. Oft können logopädische Trainings für Zunge und Lippen, sowie Sprech- und Atemübungen die Schluckstörungen bei MS lindern. Auf jeden Fall sollten Sie stets auf eine aufrechte Haltung von Kopf und Körper beim Essen und Trinken achten, um die Nahrungsaufnahme nicht unnötig zu erschweren.
- Dysphagie Stufen Dysphagie StufenSie haben die Diagnose bekommen, können aber mit der Klassifikation von Schluckstörungen in Stufen wenig anfangen? pflege.de hilft Ihnen zu verstehen, was eine Dysphagie-Stufe bedeutet. Das Wichtigste hierbei: Anders als gewohnt, entspricht Stufe 1 der schwersten Art der Dysphagie, Stufe 4 hingegen bedeutet, dass kaum Einschränkungen vorliegen.(5) Dysphagie-Stufe SchweregradErnährung Stufe 1Schwere Dysphagie mit hohem Risiko, Nahrung in die Atemwege zu bekommenErnährung über Nase- oder Magensonde Stufe 2Mittlere Schluckstörung mit mäßigem Risiko, Nahrung in die Atemwege zu bekommenBreiförmiges Essen, angedickte Getränke, Sondenernährung möglich Stufe 3Leichte Dysphagie mit geringem Risiko, Nahrung in die Atemwege zu bekommenWeiches Essen, schluckweises Trinken, möglicherweise angedickte Getränke Stufe 4Keine bis sehr leichte DysphagieGewohnte Ernährung
- Dysphagie Behandlung und Schlucktherapie Dysphagie Behandlung und SchlucktherapieWie kann man Menschen mit einer Schluckstörung beim Essen und Trinken unterstützen? Abhängig von der Ursache und der Schwere der Dysphagie gibt es unterschiedliche Übungen, Maßnahmen und Ernährungsempfehlungen. Über die genauen Methoden können im Einzelfall nur Ärzte und Logopäden entscheiden. Die wichtigsten allgemeinen Maßnahmen kennen auch Pflegekräfte. Folgende Maßnahmen können bei Dysphagie helfen: Korrekte Körper- und KopfhaltungÜbungen für Muskeln und OrganeLogopädisches TrainingMedikamenteOperationen
- Hilfsmittel für Betroffene von Schluckstörungen Hilfsmittel für Betroffene von Schluckstörungen Mit herkömmlichem Geschirr und Besteck zu essen, ist für Menschen mit Dysphagie eine besondere Herausforderung. Je nach Art der Schluckstörung können praktische Hilfsmittel eine echte Erleichterung sein. Geeignete Trinkhilfen bei Schluckstörungen und andere Hilfsmittel: Trinkbecher mit Nasenausschnitt (Trinken, ohne den Kopf nach hinten zu legen)Trinkdeckel für Gläser und Tassen (verhindert Verschütten)Strohhalme (Behutsames Trinken, ohne das Gefäß hochzuhalten)Flexible Dysphagie-Löffel (Schlucken auch mit Löffel im Mund) Mit herkömmlichem Geschirr und Besteck zu essen, ist für Menschen mit Dysphagie eine besondere Herausforderung. Je nach Art der Schluckstörung können praktische Hilfsmittel eine echte Erleichterung sein. Geeignete Trinkhilfen bei Schluckstörungen und andere Hilfsmittel: Trinkbecher mit Nasenausschnitt (Trinken, ohne den Kopf nach hinten zu legen)Trinkdeckel für Gläser und Tassen (verhindert Verschütten)Strohhalme (Behutsames Trinken, ohne das Gefäß hochzuhalten)Flexible Dysphagie-Löffel (Schlucken auch mit Löffel im Mund)
- Ernährung über klinische Sonden Ernährung über klinische SondenBei schwerer Dysphagie oder wenn die orale Nahrungsaufnahme blockiert ist, bleibt oft nur die Ernährung über klinische Sonden. Hier gibt es zwei Varianten: Die nasogastrale Sonde (NG-Sonde): Über einen Schlauch in der Nase wird eine Nährlösung durch die Speiseröhre in den Magen transportiert.Die Magensonde (PEG): In einem kleinen operativen Eingriff wird ein Schlauch direkt durch die Bauchdecke gelegt, der Spezialnahrung in den Magen transportiert.Beide Varianten können auch in der häuslichen Pflege eingesetzt werden. Gerade die Magensonde sollte allerdings regelmäßig von einem ambulanten Pflegedienst beaufsichtigt werden, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
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- Pflegemaßnahmen bei Schluckstörungen Pflegemaßnahmen bei Schluckstörungen Essen und Trinken ist nicht nur wichtig für die körperliche Gesundheit, sondern auch ein Akt des Genusses, der viel mit Lebensqualität zu tun hat. Gleichzeitig ist die Nahrungsaufnahme für Dysphagie-Betroffene ein anstrengender Vorgang, der Ruhe und Konzentration erfordert. Ein Kern-Ziel im Pflegealltag sollte es sein, ein Mindestmaß an Appetit und Freude am Essen sowie Trinken zu erhalten. Pflege-Tipps für pflegende AngehörigeBei der Zubereitung Bereiten Sie ausgewogene Mahlzeiten zu und sorgen Sie für Abwechslung.Berücksichtigen Sie die Vorgaben vom Fachpersonal zur Ernährung.Haben Sie keine Scheu, auch Ungewohntes zu pürieren (Fleisch, Fisch).Nutzen Sie Andickungsmittel, wenn es nötig ist.Vor der Mahlzeit Nehmen Sie sich Zeit und sorgen Sie für eine ruhige Umgebung ohne Ablenkung.Speise- und Luftröhre müssen frei sein (keine brodelnden Atemgeräusche).Brille und Hörgerät sollten getragen werden, um alle Sinne zu aktivieren.Sorgen Sie für eine aufrechte Sitzhaltung im Bett oder auf einem Stuhl.Beim Essen Richten Sie das Essen appetitlich an und stellen Sie den Teller ins Blickfeld.Setzen Sie sich vor oder neben die Person und stellen Sie Blickkontakt her.Verabreichen Sie das Essen in kleinen Mengen und im Tempo der Person.Vor jedem Bissen oder Schluck muss der letzte heruntergeschluckt sein.Aktive Anleitung zum Kauen und Schlucken kann helfen.Der Betroffene sollte nur sprechen, wenn der Mund leer ist.Brechen Sie sofort ab, wenn sich die Stimme der Person verändert oder die Person würgen muss.Nach dem Essen Entfernen Sie Nahrungsreste und führen Sie eine Mundpflege durch.Belassen Sie den Betroffenen noch eine Weile in aufrechter Haltung.(4)
- EBN -Kurze Gedanken Evidenzbasierte Pflege heißt für uns das kritische Hinterfragen der täglichen Pflegemaßnahmen und das Suchen nach der bestmöglichen Pflege zusammen mit dem Patienten. Kritisches Denken in der Pflege und das Reflektieren von pflegerischem Handeln wird durch evidenzbasierte Pflege (Evidence-based Nursing) gefördert. "Evidence-based Nursing ist die Integration der derzeit besten wissenschaftlichen Belege in die tägliche Pflegepraxis unter Einbeziehung theoretischen Wissens und der Erfahrungen der Pflegenden, der Vorstellungen des Patienten und der vorhandenen Ressourcen." (Behrens; Langer 2006) Um diese Haltung zu entwickeln und zu fördern, damit unsere Pflege wirksam, nachhaltig und wissenschaftlich begründet ist, arbeiten wir in der Pflegeentwicklung in folgenden Wissensfeldern:
- Wissen in der Pflege -Kurze Gedanken Die Pflegewissenschaft beschäftigt sich mit dem methodischen Sammeln, Beschreiben und Ordnen von Erkenntnissen über die Pflege. Die Erkenntnisse stammen dabei aus verschiedenen Wissensbereichen: EthikPersönliches WissenEmpirisches Wissen (der wissenschaftlich abgesicherte Bereich der Pflege)Intuition (die "Kunst" des Pflegens) Diese vier Bereiche stehen untereinander in Beziehung. Durch das Zusammenspiel entsteht das Wissen, das die Grundlage des pflegerischen Handelns bildet.
- Expertenstandard -Kurze Gedanken Um die Qualität in Pflegeeinrichtungen für die Pflegebedürftigen spürbar zu verbessern, sollen neben betriebsinternen Pflegestandards auch evidenzbasierte Qualitätsinstrumente in die Pflegepraxis einfließen, die von Pflegeexperten erarbeitet wurden und Konsens in der Berufsgruppe sind. Diese Instrumente werden als Expertenstandards in der Pflege bezeichnet. Die Expertenstandards werden durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege (DNQP) in Kooperation mit dem Deutschen Pflegerat und mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. Die Expertenstandards werden laufend aktualisiert und vom DNQP veröffentlicht.
- Definition Mangelernährung Definition nach DGEM-Leitlinie „Terminologie in der Klinischen Ernährung“ (2013) Der Begriff der krankheitsspezifischen Mangelernährung umfasst die klinisch relevanten Mangelzustände, die entweder durch eine verminderte Nahrungsaufnahme, Malabsorption und Maldigestion, eine erhöhte Proteinkatabolie oder eine Inflammation entstehen. Je nach Ätiologie wird die krankheitsspezifische Mangelernährung in verschiedene Formen unterteilt (akutkrankheitsspezifische bzw. chronische Mangelernährung mit Entzündung oder krankheitsspezifische Mangelernährung ohne Entzündung).2 Gängige Definitionen weiterer Fachverbände Eine Mangelernährung ist ein anhaltendes Defizit an Energie und/oder Nährstoffen im Sinne einer negative Energiebilanz zwischen Aufnahme und Bedarf mit Konsequenzen und Einbußen für Ernährungszustand, physiologische Funktionen und Gesundheitszustand (DNQP Expertenstandard).3 Eine Mangelernährung ist ein Zustand der aus einer mangelnden Zufuhr oder Aufnahme von Energie und Nährstoffen über die Nahrung entsteht, zu einer veränderten Körperzusammensetzung führt und mit messbaren Veränderungen körperlicher und mentaler Funktion verbunden ist (DGE Praxiswissen: Mangelernährung in Klinken).4
- Quantitative/ Qualitative Mangelernährung Quantitative/ Qualitative Mangelernährung Man unterscheidet dabei zwischen der quantitativen und qualitativen Mangelernährung: Quantitative Mangelernährung:Viele ältere und hochbetagte Menschen leiden unter einer quantitativen Mangelernährung: Sie führen ihrem Körper über die Nahrung nicht mehr genügend Kalorien zu, wodurch es zu einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen, Gewichtsverlust, Schwäche und Infektionsanfälligkeit kommen kann. Qualitative Mangelernährung:Weitaus weniger sichtbar ist die qualitative Mangelernährung bei älteren Menschen: Werden wichtige Vitalstoffe wie Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in unzureichender Menge aufgenommen, lassen die Körperfunktionen auf kognitiv-geistiger, psychischer wie auch motorischer Ebene nach. Dabei stehen oftmals zu viele zuckerhaltige Lebensmittel, Weizenprodukte und Fleisch statt wertvoller Tier- und Pflanzeneiweiße, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse auf dem täglichen Speiseplan. Oder Senioren essen schlichtweg zu wenig. Die Folge: Ohne diese notwendigen „Lebensmittel“ baut der Körper ab, wird anfälliger für Infektionen und Krankheiten im Alter und das Immunsystem wird zunehmend geschwächt. Diese Form der Mangelernährung vollzieht sich oft schleichend – und wird von den Betroffenen, pflegenden Angehörigen und Pflegenden häufig nicht sofort wahrgenommen.
- Mangelernährung: Ursachen von Mangelernährung im Alter Mangelernährung: Ursachen von Mangelernährung im Alter Warum sich alte Menschen häufig fehlernähren, hängt mit einer Vielzahl von Faktoren zusammen. So spielen neben den Begleiterscheinungen des hohen Alters der persönliche Lebenszusammenhang, bestehende Krankheiten und akute Operationen tragende Rollen. Die häufigsten Ursachen von Mangelernährung im Alter sind: Altersassoziierte Ernährungsbesonderheiten Als häufige Ursache für Mangelernährung im Alter gelten altersassoziierte Ernährungsbesonderheiten. Dazu zählen: -Verändertes Kau-, Geschmacks- und Geruchsempfinden-Eingeschränkte Beweglichkeit und geringer Energieumsatz-Nachlassen von Appetit und Durstgefühl-Langes Sättigungsempfinden Persönlicher Lebenszusammenhang Hinzu kommt der persönliche Lebenszusammenhang des älteren bzw. hochbetagten Menschen. Das Risiko für Mangelernährung ist besonders erhöht: -wenn der Lebenspartner verstirbt und die Motivation bei der Auswahl und Zubereitung des Essens nachlässt. Einseitige oder unregelmäßige Nahrungsaufnahme sind die Folge, -die infrastrukturelle Versorgung mit geeigneten Lebensmitteln durch Einkaufshilfen oder den Wohnort nicht gegeben ist, -Depressionen und Einsamkeit zu Appetitlosigkeit führen, -auf Grund von Armut oder niedriger Rente das Geld für hochwertige, frische Lebensmittel fehlt, -neue Lebensumstände z. B. durch Pflegebedürftigkeit oder die Versorgung in einem Pflegeheim zu Ablehnung oder Scham bei der Nahrungsaufnahme führen oderkompetentes Ernährungswissen fehlt. Krankheitsbilder und Medikation Auch bestimmte Krankheitsbilder und Medikation können das Ernährungsverhalten älterer Menschen nachhaltig stören. Ein besonderes Augenmerk gilt Senioren -mit akuten Krankheiten wie z. B. Infektionen, Diabetes mellitus und Stoffwechselproblemen, Herz-Kreislauf- und anderen Organ-Erkrankungen, Tumorleiden und chronischen Schmerzen,-nach Stürzen, Unfällen sowie bei eingeschränkter Mobilität,-mit Demenz,-mit funktionellen Störungen wie Sehbehinderung oder Schluckstörung (Dysphagie) oder-mit umfangreicher Medikation und medikamentösen Nebenwirkungen wie Appetitverlust und Magen-Darm-Beschwerden. TippNahrungsergänzungsmittel bei DemenzUm einer angehenden Demenz entgegen zu wirken, können Nahrungsergänzungsmittel, wie Orthomol Mental oder Souvenaid, hilfreich sein. Diese Präparate können das Gehirn mit Mikronährstoffen wie Panthotensäure und Vitaminen versorgen und so zur Bildung neuer Verbindungen zwischen den Nervenzellen beitragen. Nach Operationen Größere Operationen gehen im hohen Alter mit verstärktem Stress und einem erhöhten Nährstoffbedarf einher. Nicht selten kommt es daher bei akut operierten Senioren im Krankenhaus zu einer Unterernährung oder Mangelernährung. Besonders gefährdet sind -Senioren nach einer Magen- oder Darmresektion und-Senioren, die auf der Intensivstation behandelt werden. InfoEnergie- und Nährstoffbedarf bei älteren MenschenGrundsätzlich gilt: Je älter ein Mensch ist, desto höher ist sein Risiko, über die Ernährung nicht mehr den vorhandenen Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Die oben genannten Krankheitsbilder und die bei vielen alternden Menschen unzureichende Flüssigkeitszufuhr verschlimmern die gesundheitlichen Auswirkungen noch.
- Mangelernährung: Symptome und Folgen von Mangelernährung Mangelernährung: Symptome und Folgen von Mangelernährung Alarmiert sein sollten Sie als Angehöriger vor allem dann, wenn Ihr Familienmitglied innerhalb kurzer Zeit ungewollt Gewicht verliert, die Nahrungsaufnahme offenkundig Schwierigkeiten bereitet oder der Appetit deutlich nachlässt. Besondere Achtsamkeit ist auch dann geboten, wenn es durch Darmleiden oder Erbrechen und Durchfall zu großen Nährstoffverlusten kommt. Müdigkeit und Schwäche können weitere Anzeichen sein, aber auch akute Infektionsanfälligkeit und ernst zu nehmende Störungen der Organfunktionen sollten Sie mit Blick auf den Ernährungszustand medizinisch abklären lassen. Mangelernährte Senioren haben nicht nur ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko, sie weisen auch einen allgemein schlechteren Gesundheitszustand auf: Ihre Muskelmasse baut ab und sie sind im Alltagsleben mit wachsenden Einschränkungen konfrontiert. Der Mangel an Proteinen und Mikronährstoffen schwächt außerdem das Immunsystem, verzögert die Wundheilung, die Reaktionsfähigkeit und erhöht das Risiko für Schwindel, Stürze und Brüche. Mangelernährung-Symptome auf einen Blick: -Ungewollter Gewichtsverlust, sichtbar bspw. durch plötzlich lose sitzende Hosen-Appetitlosigkeit-Müdigkeit und Schwäche-Infektionsanfälligkeit-Störung der Organfunktionen-Abbau von Muskelmasse-Verzögerte Reaktionsfähigkeit-Verlangsamte Wundheilung-Höheres Risiko für Brüche, Stürze und Schwindel
- Mangelernährung-Prophylaxe und Früherkennung Mangelernährung-Prophylaxe und Früherkennung Ein Fragenkatalog zur Überprüfung auf Mangelernährung (das sog. Screening oder MUST-Screening) ist ein hilfreiches Werkzeug für Angehörige und Pflegekräfte. Dabei werden die Ursachen für die Malnutrition und die speziell benötigten Nährstoffe festgestellt. Das Ergebnis lässt sich als Basis für ein maßgeschneidertes Ernährungsprogramm in der ambulanten oder stationären Versorgung verwenden. Neben dem Body-Maß-Index (BMI) können Sie auch Fragebögen aus dem Internet sowie Online-Services zur Ernährungsberatung heranziehen. 5 Warnsignale für MangelernährungWenn Sie eine der folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten können, sollten Sie einen Arzt konsultieren: 1. Verlieren Sie bzw. Ihr Angehöriger zunehmend Gewicht? Schlottern Ihre/seine Hosen und andere Klamotten? 2. Bemerken Sie eingefallene Gesichtszüge und knochige Hände? 3. Stellen Sie eine allgemeine Schwäche, Blässe und Antriebslosigkeit fest? 4. Ist der Blutdruck über mehrere Tage und Wochen hinweg konstant zu niedrig? 5. Ist der Urin über mehrere Tage bzw. Wochen dunkel gefärbt?
- Tipps für die Ernährung im Pflegealltag Tipps für die Ernährung im Pflegealltag Lassen Sie die Ursache/n und Schwere der Mangelernährung medizinisch feststellen und sprechen Sie mit Ihrem Angehörigen über die Ernährungsproblematik. Ggf. ist eine Versorgung mit spezieller Trinknahrung notwendig. Beurteilen und optimieren Sie gemeinsam mit dem Betroffenen und möglichen Hilfspersonen die infrastrukturelle Versorgung mit Lebensmitteln, die Auswahl und Zubereitung des Essens und die Anforderungen an das Essen durch Unverträglichkeiten oder spezielle Ernährungsformen bei z. B. Diabetes, organischen Problemen, vegetarischer Ernährung, usw.Planen Sie die Speisen im Voraus und sorgen Sie für eine angenehme Essensatmosphäre – idealerweise in Gesellschaft. Beugen Sie Flüssigkeitsmangel durch ein vielfältiges Getränkeangebot und einen Tagestrinkplan vor. Empfehlenswert ist vor allem leicht basisches Wasser mit einem pH-Wert von 7,0 bis 7,1, das zudem frei von Aluminium und Schwermetalle ist. Legen Sie Gesundheitsziele fest wie z. B. Gewichtszunahme oder mehr Bewegung im Alltag, und ebenso, mit welchen konkreten Schritten diese am effektivsten erreicht werden. Bestellen Sie ggf. Essen auf Rädern (Menübringdienste), um die regelmäßige Versorgung mit Essen zu gewährleisten und damit ein festes Ritual im Alltag zu schaffen.
- Teufelskreislauf Mangelernährung Was passiert mit dem Körper von Senioren, die mangelernährt sind? Durch Mangelernährung kann ein Teufelskreis entstehen: Bekommt der Körper nicht ausreichend Nährstoffe, wird Muskulatur abgebaut. In der Folge verliert der Mensch Kraft, bewegt sich weniger und wird unsicherer auf den Beinen. Der Bewegungsmangel wiederum führt zu Appetitlosigkeit. Um einem Sturz vorzubeugen ist eine ausgewogene Ernährung in Verbindung mit Bewegung daher äußerst empfehlenswert.
- Mangelernährung-Prophylaxe und Früherkennung Mangelernährung-Prophylaxe und Früherkennung Ein Fragenkatalog zur Überprüfung auf Mangelernährung (das sog. Screening oder MUST-Screening) ist ein hilfreiches Werkzeug für Angehörige und Pflegekräfte. Dabei werden die Ursachen für die Malnutrition und die speziell benötigten Nährstoffe festgestellt. Das Ergebnis lässt sich als Basis für ein maßgeschneidertes Ernährungsprogramm in der ambulanten oder stationären Versorgung verwenden. Neben dem Body-Maß-Index (BMI) können Sie auch Fragebögen aus dem Internet sowie Online-Services zur Ernährungsberatung heranziehen. 5 Warnsignale für MangelernährungWenn Sie eine der folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten können, sollten Sie einen Arzt konsultieren: 1. Verlieren Sie bzw. Ihr Angehöriger zunehmend Gewicht? Schlottern Ihre/seine Hosen und andere Klamotten? 2. Bemerken Sie eingefallene Gesichtszüge und knochige Hände? 3. Stellen Sie eine allgemeine Schwäche, Blässe und Antriebslosigkeit fest? 4. Ist der Blutdruck über mehrere Tage und Wochen hinweg konstant zu niedrig? 5. Ist der Urin über mehrere Tage bzw. Wochen dunkel gefärbt?
- ASSESMENT:SGA (Subjective Global Assesment) -Einschätzung des Ernährungszustandes Subjective Global Assessment (SGA)Der SGA ist eine einfache, reproduzierbare bed-side Methode zur Einschätzung des Ernährungszustandes bei ambulanten oder stationären Patienten. Es bedarf keinem apparativen Aufwand oder medizinischem Personal für die Durchführung. Auf Grundlage von Anamnese (Gewichtsveränderung, Nahrungszufuhr, gastrointestinale Symptome, Leistungsfähigkeit, Grunderkrankung) und klinischer Untersuchung (Unterhautfettgewebe, Muskelmasse, Ödeme) schätzt der Untersucher den Ernährungszustand des Patienten ein. - SGA A = Gut ernährt- SGA B = Mäßig mangelernährt bzw. mit Verdacht auf Mangelernährung- SGA C = Schwer mangelernährt Die Zuordnung ergibt sich allein auf Grundlage der subjektivenBewertung durch den Untersucher und nicht durch ein gewich-tetes Punkteschema. Das Hauptaugenmerk liegt dabei aufden Merkmalen Gewichtsverlust, verminderte Nahrungszufuhr,Verlust von subkutanem Fettgewebe und Muskelschwund. Dieanderen Fragen sollen dem Untersucher als Check-Listedabei helfen, den vom Patienten berichteten Gewichtsverlustund die veränderte Nahrungszufuhr zu erfassen.#
- ASSESMENT:NRS Nutritional Risk Score -Zur Einschätzung einer Mangelernährung Mit einer optimalen Ernährung soll eine Verschlechterung der geistigen und körperlichen Funktionen sowie Krankheits- oder Behandlungskomplikationen verhindert und die Rekonvaleszenz verkürzt werden. Der Zweck des «Nutritional Risk Screenings» (NRS) besteht darin, eine vorhandene Mangelernährung oder das Risiko einer Mangelernährung während einer Hospitalisation anhand eines Scores (Tabelle) zu erkennen. Falls das Erstscreening auffällig ist, wird das Hauptscreening durchgeführt. Die Durchführung des NRS wird von der «Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechsel» (ESPEN)» für alle hospitalisierte Patienten empfohlen
- Was ist der BMI? Was ist der BMI? Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist die gebräuchlichste Formel zur Bewertung des Körpergewichts. Er ergibt sich aus dem Verhältnis des Körpergewichts in Kilogramm und der Körpergröße in Metern zum Quadrat. Je nach Höhe des errechneten Werts unterscheiden wir in unserem Rechner genau wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) fünf Kategorien: Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht , extremes Übergewicht ( Adipositas ) und massive Adipositas. BMI = Körpergewicht : (Körpergröße) BMI auch abhängig vom Alter Ob Ihr Gewicht im grünen Bereich liegt, können Sie ganz einfach mit unserem BMI-Rechner testen. Dieser basiert auf der oben genannten klassischen Formel. Um eine bessere Einschätzung zum eigenen Gewicht abgeben zu können, haben wir in unserem Rechner neben dem Gewicht und der Körpergröße aber auch das Alter berücksichtigt. Das Alter ist deshalb relevant, da sich das Normalgewicht mit dem Älterwerden verschiebt. Etwa ab 40 Jahren verändern sich der Stoffwechsel und die Körperzusammensetzung. Die Folge: Wir nehmen ganz natürlich an Gewicht zu, das Normalgewicht verschiebt sich also und damit der empfohlene BMI. Beispiel: Ein 30-jähriger Mann mit einem Körpergewicht von 80 Kilogramm hat bei einer Körpergröße von 1,85 Metern einen BMI von 23,37 und ist damit normalgewichtig. Allerdings kann das Körpergewicht mit fortschreitendem Alter auch wieder sinken, denn ältere Menschen bauen verstärkt an Muskelmasse ab, die schwerer ist als Fett. Das führt zu einem geringeren Gewicht, sodass der BMI bei älteren Normalgewichtigen fälschlicherweise auf Untergewicht hindeuten kann. Welche Aussagekraft hat der BMI? Der BMI ist ein Richtwert mit einigen Schwächen. Neben der fehlenden Berücksichtigung des Geschlechts stößt der BMI vor allem auf Kritik, weil er lediglich die Körpermasse als Indikator für die Gesundheit zugrunde legt und dabei nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheidet. Wer viel Sport treibt und damit auch viel schwere Muskelmasse besitzt, kann mit der Berechnung des BMI fälschlicherweise als übergewichtig angesehen werden. Dennoch ist der BMI eine schnelle und einfache Methode, das eigene Körpergewicht einzuordnen. Neuen wissenschaftlichen Daten zufolge scheint neben dem BMI vor allem der Bauchumfang nützlich zu sein, um die Gesundheitsgefährdung durch Übergewicht besser einzuschätzen. Daneben gibt es weitere Methoden, um das Normalgewicht zu berechnen.
- Der Flüssigkeitshaushalt Als Flüssigkeitshaushalt bezeichnet man die Aufnahme, Verteilung und Abgabe von Wasser und seinen Inhaltsstoffen durch den Organismus. Diese Prozesse im Körper sind eng verknüpft mit dem Elektrolythaushalt.Der erwachsene Mensch besteht zu etwa 60% aus Wasser. Rund zwei Drittel davon befinden sich in den Zellen. Durchschnittlich nimmt ein Erwachsener täglich 1 l Flüssigkeit durch Getränke und 0,7 l mit fester Nahrung auf. 0,3 l Wasser entstehen im Körper durch die Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten. Erwachsene sollten etwa 1,5 l Flüssigkeit durch Getränke und 1 l durch feste Nahrung zu sich nehmen. Stillende Mütter brauchen noch mehr Flüssigkeit. Bei Anstrengung oder großer Hitze kann sich der Flüssigkeitsbedarf verzehnfachen. Das Wasser wird zu zwei Dritteln vom Dünndarm und zu einem Drittel vom Dickdarm aufgenommen. Es wird mit den darin enthaltenen Mineral- und Nährstoffen über das Blut im Körper verteilt. Wasser dient außer zum Transport von Nähr- und Wirkstoffen der Wärmeregulation des Körpers und der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Wasser wird über Urin, Stuhlgang, Haut und Lungen ausgeschieden. Nimmt der Mensch zu wenig Flüssigkeit auf, verdickt sich das Blut. Dadurch wird der Transport von Nähr- und Wirkstoffen zu den Zellen verlangsamt, der Betroffene verliert an Leistungskraft. Beim Verlust von mehr als 10% der Körperflüssigkeit, zum Beispiel durch anhaltenden Durchfall, kann es zu Kopfschmerzen, Verwirrung und Bewusstseinstrübung kommen. Ein Verlust von mehr als 20% ist lebensbedrohlich. Der Flüssigkeitsbedarf wird vom Körper über das Durstgefühl geregelt. Durst empfindet man, wenn der Salzgehalt im Körper auf ein bestimmtes Maß absinkt, zum Beispiel durch Schwitzen. Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl weniger ausgeprägt, weshalb sie häufig zu wenig trinken. Weiterhin bewirkt ein Hormon, das im Hypothalamus, einer Struktur des Zwischenhirns, gebildet und von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet wird, dass die Nieren weniger Wasser ausscheiden. Bei Patienten auf der Intensivstation ist es im Rahmen der Pflege notwendig, eine Flüssigkeitsbilanzierung vorzunehmen, das heißt, dass die Flüssigkeitszufuhr durch Ernährung oder Infusionen und die Ausscheidungen durch Urin, Stuhl oder Erbrochenes protokolliert werden, um einen Verlust an Flüssigkeit oder eine zu starke Flüssigkeitszufuhr zu vermeiden oder auszugleichen.
- Dehydration und Exxikose Bei einem Flüssigkeitsmangel fehlt dem Körper die nötige Flüssigkeit. Je nach Ausmass führt der Mangel zu leichten bis schweren Störungen der Befindlichkeit oder Gesundheit. Bei einem beginnenden Flüssigkeitsmangel erscheinen häufig Durst, Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel und Hauttrockenheit. Der Urin nimmt eine dunklere Färbung an. Langfristig führt ein Flüssigkeitsmangel zur Austrocknung (Exsikkose). Sie kann weitere Störungen wie anhaltende Verstopfung und Nierenerkrankungen nach sich ziehen. Wenn der Mangel eine bestimmte Schwelle übersteigt, führt er zum lebensbedrohlichen Volumenmangelschock. Ein Flüssigkeitsmangel, auch Dehydration, Dehydratation oder Dehydrierung genannt, entsteht, wenn Personen zu wenig Flüssigkeit trinken, zu viel davon verlieren oder beides zusammen. Als Ursachen kommen ungünstiges Trinkverhalten, Erkrankungen, Verletzungen, die Einnahme bestimmter Medikamente und anderes infrage. Viele Menschen wissen auch nicht, wie viel sie pro Tag trinken sollten und was ihren Flüssigkeitsbedarf erhöht oder verringert. Bei einem Mangel müssen Betroffene vermehrt trinken oder sie erhalten die Flüssigkeit notfalls per Infusion. Oft müssen auch fehlende Salze (Elektrolyte) zugeführt werden.
- Symtome bei Flüssigkeitsmangel Symtome bei Flüssigkeitsmangel Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden, die bei einem Flüssigkeitsmangel früh erscheinen. Er kann sich allerdings auf viele Arten äussern: Der menschliche Körper besteht zu rund 70% aus Wasser, das beim Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt. Wenn Flüssigkeit fehlt, kann daher das ganze System leiden. Doch viele Betroffene bringen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten gar nicht mit einem Mangel an Flüssigkeit in Verbindung. Sie gehen eher von Erschöpfung aus – oft auch, weil nicht bekannt ist, welche Mengen an Flüssigkeit täglich notwendig sind. Darauf haben Gewicht, Klima, körperliche Anstrengung und andere Faktoren einen Einfluss. Man sollte über den individuellen Bedarf, der unter «Vorbeugung» angegeben ist, Bescheid wissen, um die häufig unklaren Beschwerden einigermassen sicher auf einen Flüssigkeitsmangel zurückführen zu können. Verbreitet zeigt er sich durch Symptome wie diese: Durst, trockener Mund und trockene ZungeKopfschmerzenKonzentrationsschwächeMüdigkeit, SchwächeSchwindelStark gefärbter bis dunkler Urin, Abnahme der UrinmengeTrockene, juckende HautSpröde bis rissige LippenGewichtsverlustBei Hitze, körperlicher Anstrengung oder bei beidem zusammen steigt die Gefahr für Hitzeschäden wie Hitzeerschöpfung und Hitzschlag, weil der Körper zu wenig oder gar keinen Schweiss mehr bilden kann.
- Exxikose(Anhaltender Flüssigkeitsmangel) Exsikkose: anhaltender Flüssigkeitsmangel Wenn für längere Zeit Flüssigkeit fehlt, trocknet der Körper aus (Exsikkose). Das Leitsymptom, also typische Kennzeichen, bei Exsikkose sind stehende Hautfalten: Kneift man die Haut auf dem Handrücken zu Falten zusammen, bleiben diese «stehen». Die Haut glättet sich nicht sofort wieder. Viele Körperfunktionen können gestört sein. Weil die Schleimhäute trockener sind, steigt beispielsweise das Risiko für Infektionen der Atemwege. Die Urinmenge nimmt ab, wodurch die Gefahr für Infektionen der Harnwege zunimmt. Auch Wunden heilen langsamer. Verbreitete Folgen sind weiter: Stark abnehmende UrinmengeNiedriger Blutdruck wegen Abnahme der BlutmengeChronische VerstopfungNierenschmerzen, Störungen der NierenfunktionMuskelkrämpfe, KrampfanfälleErhöhtes Risiko, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden und in Blutgefässen den Blutfluss behindern oder blockieren (Thrombose, Thromboembolie)
- Starker Flüssigkeitsmangel-Volumenmangelschock Starker Flüssigkeitsmangel Sobald der Körper ein Zehntel (10%) seiner Flüssigkeit verloren hat, besteht eine Gefahr für kritische Zustände wie ein Delirium. Dies kann sich etwa durch Störungen des Bewusstseins, der Orientierung, des Kreislaufs, durch Verhaltensänderungen und Halluzinationen zeigen. Ab 12% Flüssigkeitsverlust ist ein hypovolämischer Schock (Volumenmangelschock) möglich. Dann hat das Blutvolumen so weit abgenommen, dass der Blutdruck erheblich sinkt. Das Herz pumpt zum Ausgleich zwar verstärkt, kann das Gehirn und die äusseren Bereiche des Körpers aber nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen. Als Folge erscheinen Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit. Hände und Füsse sind blass und kalt. Weitere Symptome können auftreten. Nimmt die Körperflüssigkeit noch weiter ab, kommt es irgendwann zu Kreislaufzusammenbruch und Koma. Häufige Auslöser eines extremen Flüssigkeitsmangels mit Schock sind schwere Durchfälle, starkes Erbrechen, grosse Blutverluste und grossflächige Verbrennungen.