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Psychologie (Subject) / 2. Differentielle Psychologie (Lesson)

Vorlesung 8 (Intelligenz) und 9 (Motivation)

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  • Was sind die Vor-und Nachteile von - sozialer - individueller - und kriterialer Bezugsnorm? Soziale Bezugsnorm:+ Motivationsförderlich für die Besten | Identifikation von Förderungsbedürftigen- gruppeninternes Bezugssystem | Lernzuwachs und Erfüllung Standards unsichtbar | stabile Rangreihe Individuelle Bezugsnorm:+ Lernverlauf sichtbar | motivationsförderlich | reduziert Misserfolgsfurcht/Prüfungsangst | mit Lernzielorientierung verbunden- Leistungsunterschiede werden ausgeblendet | Erfüllung Standards unsichtbar | unsinnige Konsequenzen für Berechtigungsfunktion Sachliche/Kriteriale Bezugsnorm: + Überprüfung von Kompetenzen | hoher Informationsgehalt- Lernzuwachs ausgeblendet | ohne sozialen Bezug keine Folgerung über Schwierigkeit des Kriteriums möglich
  • Was ist fluide Intelligenz? - weitgehend unabhängig von Lernerfahrungen- umfasst: Abstraktionsvermögen, schlussfolgerndes Denken, intellektuelle Geschwindigkeit- „Mechanik“ der Intelligenz (Baltes, 1984) - genetisch bedingte Grundfähigkeit des Denkens
  • Was ist kristalline Intelligenz? - repräsentiert die Auswirkungen von Erfahrung und Bildung auf die Intelligenz- wird gemessen mit: Wortschatztests | Rechentests | Tests zu Allgemeinwissen- „Pragmatik“ der Intelligenz (Baltes, 1984) - kulturbedingtes Wissen, Lernerfahrungen
  • Was ist der Flynn-Effekt? -  systematische und intensive Beschulung → genereller Intelligenzanstieg→ schulische Förderung von kognitiven Verarbeitungsprozessen und fundierter Wissensbasis
  • 5. Welche Bezugsgruppeneffekte gibt es? Wie wirken sie? Big-fish-little-pond-Effekt (Fischteicheffekt)Schüler definierter Leistungsstärke hat:- relativ niedriges Selbstkonzept in leistungsstärkeren Gruppen (kleiner Fisch im großen Teich)- relativ hohes Selbstkonzept in leistungsschwächeren Gruppen (großer Fisch im kleinen Teich) Basking-in-reflected-glory-Effekt (Assimilations-, Labeling- oder Identifikationseffekt)- Selbstkonzeptsteigernd: Mitglied in prestigeträchtiger Gruppe (Katze, Raubkatzen)- Selbstkonzeptmindernd: Mitglied in prestigearmer Gruppe (Nordstadtkinder)→ BIRG-Effekt kann BFLP-Effekt jedoch nicht kompensieren
  • 10. Was sind Motive? - Verwandte Begriffe: Triebe, Instinkte- Definition: überdauernde Präferenz für bestimmte Verhaltensklassen bzw. die damit einhergehenden Anreize (v.a. emotionale Anreize) → Aufmerksamkeitslenkung auf Möglichkeiten, motivrelevante Anreize auskosten zu können (z.B. Stolz erleben, wenn schwierige Aufgabe gemeistert wurde)  → Förderung des Erwerbs von Fähigkeiten, die für die Befriedigung des betreffenden Motivs relevant sind (z.B. Gesprächstechnik)  → Energetisierung, sodass angestrebte Zustände durch eigenes Handeln herbeigeführt werden können (z.B. fremde Personen ansprechen) Annahme: Interindividuell variabel, aber intraindividuell stabil: PersönlichkeitsmerkmalMotiv ≠ aktuelle MotivationMotive sind nicht notwendigerweise bewusst
  • Welche Motive gibt es? Und was zeichnet diese aus? Leistungsmotiv   - Präferenz: Aufgabe meistern, Messung an Leistungsstandart, Überwindung von Schwierigkeiten, Konkurrieren und Übertreffen von anderen Personen - Subkomponete: Hoffnung auf Erfolg, Angst vor Misserfolg Anschlussmotiv (Affiliationsmotiv) - Präferenz: Nähe, Bekanntschaften schließen, Kooperation, Freundschaft, Liebe, Loyalität - Subkomponete: Hoffnung auf Anschluss und Angst vor Zurückweisung Machtmotiv - Präferenz: Kontrolle der sozialen und gegenständlichen Umwelt, Beeinflussung und Führung von Anderen -Subkomponete: Hoffnung auf Kontrolle, Angst vor Kontrolle
  • 6. Was ist Motivation? (u.a. Definition) - Motivation = psychischer Prozess, der die Initiierung, Steuerung, Aufrechterhaltung und Evaluation zielgerichteten Handelns leistet | aktivierende Ausrichtung auf bestimmten Zielzustand       - Verhalten wird begonnen, aufrechterhalten (...) gesamter Prozess betroffen -Hypothetisches Konstrukt - Kennzeichen des modernen Verständnisses von Motivationumfasst gesamten Handlungsprozess - kognitive Prozesse bedeutsam- soziale Prozesse bedeutsam
  • 8. Was sind intrinsische und extrinsische Motivation? Ryan & Deci (2000) - Intrinsischer Wert einer Tätigkeit: Aktivität für sich selbst ist befriedigend bzw. belohnend - Extrinsischer Wert einer Tätigkeit: Handlungen werden durch die Erwartungen an die Ergebnisse bzw. deren Folgen ausgelöst - Intrinsischer und extrinsischer Wert schließen sich nicht gegenseitig aus - Art der Motivation oft weniger von der Person als von den situationalen Umständen beeinflusst:Klassenarbeit bestehen: hohe extrinsische MotivationUnterrichtsthema selbst wählen: hohe intrinsische Motivation
  • 8. Wie kann man selbstbestimmte Motivation fördern? (Schiefele, 2004) - Förderung der Automomie (Mitbestimmung, Selbstbewertung, Aushandeln) - Föderung von Kompetenzerleben (Feedback, Instruktion, Unterstüzung und Einbringung) - Föderung von sozialer Eingebundenheit (Gruppenarbeit, partnerschaftliches Verhältnis, Lernfortschritte sind für Lehrperson von persönlicher Bedeutung)
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  • 1. Was ist Persönlichkeit? Was ist Disposition? Persönlichkeit - Unterschiede zwischen Menschen - nicht krankhafte Einzigartigkeit von Menschen im Vergleich zu anderen (im gleichen Alter und aus gleicher Kultur) - Unterschiede in körperliche Erscheinung, Verhalten und Erleben - Summe aller Persönlichkeitsmerkmale, Merkmale durch die sich Individuen unterschieden Disposition - mittelfristig stabil - in bestimmten Situationen wird bestimmtes Verhalten gezeigt
  • 1. Welche Paradigmen gibt es in der differentiellen Psychologie? Eigenschaftsparadigma - Individualität im Vergleich zu vergleichbaren Personen - Je mehr Eigenschaften betrachtet werden, desto besser lässt sich Individualität beschreiben   - z.B. 5-Faktoren-Modell der Persönlickeiten Informationsverarbeitungsparadigma - Unterschiede im Verhalten und Erleben basieren auf Informationsverarbeitung - z.B. Itensität einer Reaktion (Bildung von Vorurteilen) ----------- Fokus auf Entwicklung---------------------------- Dynamisch-interaktionistisches Paradigma - Behaviouristische Betrachtung: Welche Konsequenzen folgen? (Lernen an Erfahrungen) Molekulargenetisches Paradigma (z.B. Intelligenzminderung durch Gene) Evoltionspsychologisches Paradigma
  • 2. Was ist Intelligenz? Intelligenz: - zusammengesetzte Fähigkeit: Zweckvolles Handeln, vernüftiges Handeln, wirkungsvolle Auseinandersetzung mit der Umwelt - zentral: koginitve Prozesse und Operationen, die Verhalten steuern ("intelligentes Handeln") - Adaptives Verhalten: Problemlösung, Anpassung an neuen Bedingungen (auf Grundlage verangehender Erfahrungen und Wissensbestände) --> hypothetisches Konstrukt - hat Auswirkung auf Ausbildung (Noten, Leistungstest), Einkommen, Erfolg im Beruf, Gesellschaftsposition - 50% genetisch beeinflusst
  • 2. Welche grundlegenden Aspekte hat Intelligenz? (Intelligenzmodelle) Intelligenzmodelle Faktorenanlytische Modelle 2-Faktoren-Modell (Spearman) - G-Faktor: Generalfaktor (kann nicht alle Beziehungen der I-Tests erklären) - S-Faktor: spezielle Faktoren Mehr-Faktoren-Modell (Thurstone) - Ablehnung eines Generalfaktors - (z.B. space, perceptional speed, numercial ability, memory, reasoning, word fluency, verbal relation) Hierachische Modelle Faktoren 2. Ordnung (Cartell) Synthese von Spearman und Thurstone - übergeordnete Faktoren: fluide und kristalline Intelligenz Intelligenzstrukturmodelle (z.B. Würfel- und Berliner Intelligenzmodell) - weiter ausdifferenziert - Unterscheidung in Inhalte und Operation Synthese Thres Stratum-Theorie (Carroll) - Alle Modelle, die es gab zusammengeworfen - Hilfreich für die Theorie: Welche Aspeke gibt es? - Zusammenfassender Faktor und spezifische + fluide und kristaline Intelligenz
  • 3. Was ist Kreativität? Und welche Rolle hat sie als menschliche Eigenschaft? Kreativität - Schaffung von etwas Neuem, Orginellem, Nützlichem - hängt nicht mit Intelligenz zusammen (niedrige Stabilität) - hängt eher mit: nicht-autoritärem Elternhaus, intellektuelle Interessen, unabhängiges Eltern-Kinder-Verhältnis (Autonomie) zusammen - kann nicht trainiert werden, aber trainiert werden Rolle - Nicht mehr als Eigenschaft - Fokus eher auf Prozess und Produkt - nicht einfach zu Greifen: Was ist kreative Leistung?
  • 4. Welche unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale gibt es? (5-Faktoren-Modell der Persönlichkeit) 5-Faktoren-Modell der Persönlichkeit - Persönlichkeitsstruktur von Menschen beschreiben - NEO-PI-R Persönlichkeitstest -Neurotizismus, Erleben von negativen Emotionen (Ängstlichkeit, Reizbarkeit...) -Extraversion, Begeisterungsfähigkeit (Geselligkeit, Aktivität...) -Offenheit für Erfahrungen, Intresse an Neuem (Fantasie, Werte...) -Verträglichkeit, zwischenmenschliches Verhalten (Altruismus, Vertrauen...) -Gewissenhaftigkeit, Kontrolle über eigenes Verhalten (Kompetenz, Pflichtbewusstsein...)
  • 5. Was ist ein Selbstkonzept? Woraus besteht ein Selbstkonzept? - mentale Vorstellung der eigenen Person - Reihe an Vorstellungen über uns selbst - Bereichsspezifisch: Mathe, Sport, schüchtern... - IST NICHT: Selbstwertgefühl (globale, emotionale Bewertung der eigenen Person)
  • 5. Wie entsteht ein Selbstkonzept? (Globales) Selbstkonzept umfasst: Schulisches Selbstkonzept (Fächer)    -  = Fähigkeitsselbstkonzept, beruht auf Kompetenzerfahrung   - Quellen dafür: Soziale (Mitschüler), dimensionale (Schulfächer), temporale (Früher) und kriteriale (Anforderung) Vergleichsinformationen Nicht-schulisches Selbstkonzept     - Soziales Selbstkonzept (Freunde, Andere)     - Emotionales Selbstkonzept (Gefühle)     - Körperlichen SK (Körperliche Fähigkeiten, Aussehen) --> Bildung über die Wahrnehmung in konkreten Verhalten in spezifischen Situationen
  • 6. Wie ist Motivation im Lernprozess eingebettet? Aktuelle Motivation wird beeinflusst von: - Personale Dispositionen: Motivationalen Tendenzen und Überzeugungen (z.B. Selbtskonzept) - Lehr-Lern-Kontext: Welche Ziele werden gesetzt? Welche Erwartungen gibt es? Beinflusst/wird beeinflusst von: - Erleben (Emotionen, bsp. Spaß oder Angst) - Verhalten (z.B. Persistenz) - Denken (z.B. Attribution)
  • 11. Wie prägen Erwartung und Wert die Motivation? - sind beide direkte Bedingungen für aktuelle Motivation (Erfolgs-)Erwartung (subjekte Erfolgwahrscheinlichkeit) - Einschätzung der Person, wie wahrscheinlich eine Handlung mit Erfolg ausgeführt werden kann --> Wie realisierbar ist es? - umfasst: Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit Wert (subjektiver Anreiz) - Einschätzung der Person über den Nutzen und Kosten einer Handlung --> Wie wünschenswert ist es?     - abhängig von: (sub.) Bewertung bisheriger Leistungserfahrungen + entwicklungspsy. und sozio-kulturelle Konstrukte - umfasst: extrinsische und intrinsische Motivation, Aufgabenwert, Leistungsmotiv, -ziel, Intresse
  • 6. Was sind Attributionen? - Zuschreibung von Ursachen für Ereignisse- Ursachen, die Individuen zur Erklärung von Ereignissen, Handlungen und Erlebnissen in verschiedenen Lebensbereichen heranziehen- bewusste Attributionen bei überraschenden, wichtigen und/oder negativen Ereignissen
  • 6. Welche Bedeutung haben Attributionen im Schulkontext? - Erfahrungen subjektiver Unkontrollierbarkeit können auch im Leistungskontext motivationale, emotionale und kognitive Defizite nach sich ziehen und so zu Leistungseinbußen (insb. nach Misserfolg) führen - nach Misserfolgen sind bei Schülern unangemessene Ursachenerklärungen zu vermeidenVermeidung unangemessener Attributionen:   - Lokation: Tritt der Misserfolg nur bei mir auf oder auch bei anderen?   - Stabilität: Tritt der Misserfolg nur heute auf oder ist er auch schon häufiger in der Vergangenheit aufgetreten? Schüler*innen sollte deutlich gemacht werden, welche Schritte sie zukünftig zur Vermeidung von Misserfolgen unternehmen können
  • 6. Wir funktioniert Reattribution im schulischen Kontext? - Ziele: realistische Attributionen | motivationsförderliche Attributionen - Erfolge werden internal (Fähigkeit, Anstrengung) | Misserfolge variabel (v.a. Anstrengung) attribuiert  Lehrer/Trainer nutzen u.a. Kommentierungstechniken (auch: Modellierung | Operante Konditionierung):- Misserfolge: mangelnde Anstrengung oder Persistenz- Erfolge: Begabung oder Ausdauer
  • 10. Wie unterschieden sich Motive & motivationalen Tendenzen von aktueller Motivation? Motive/motivationale Tendenzen - überdauerende Präferenz - intra-individuell stabil - abstrakter Aktuelle Motivation - situationsabhängig - Zustand einer Person zu einem bestimmten Zeitpunkt
  • 9. Welche selbstbezogenen Ziele gibte es? verschiedene Arten von Zielen und Leistungssituationen (Zielorientierungen) Lernziele: - Ziel, eigene Kompetenzen zu erweitern, etwas neues dazulernen Annäherungsperformanziele: - Ziel, besser zu sein als andere und kompetent zu erscheinen Vermeidungsperformanzziel: - Ziel nicht schlechter zu sein als andere und nicht inkompetent zu wirken Arbeitsvermeidungsziel: - Ziel, mit möglichst wenig Arbeitsaufwand durch den Tag zu kommen
  • Wie kann man Lernziele fördern? --> Förderung von Lernzielen mit IBAS-System - Inhaltsdimension (Verständlichkeit, Interessantheit und Relevanz, Kog. Aktivierung, Leistungsdifferzenierung) - Bewertungsdimension (Individuelle Bezugsnormorientierung, positives und konstruktives Fehlerklima, Anstrengungsbezogenes Feedback) - Autonomiedimension (Adäquate Freiräume, Adäquate Strukturiertheit des Kontextes) - Soziale Dimension (Wertschätzender, fürsorglicher Umgang, positive Schüler-Schüler-Interaktion)
  • 12. Was sind Emotionen? Wie entstehen diese? Unterscheidung zwischen State und Trait State: Emotion als momentaner Zustand Trait: Emotion als persönlichkeitsbasierte Neigung, in versch. Situationen stärker oder weniger stark mit bestimmten Emotionen zu reagieren Entstehung durch Apprails (Interpretation) - Apprails als kog. Bewertungsprozesse von Situationen, Tätigkeiten oder der eigenen Person - Interpretation (=Apprails) von Situationen oder Tätigkeiten führt dazu das wir Emotionen erleben    -  z.B. gute Leistung wird milde Bewertung zugeordnet, fühlen von Dankbarkeit --> setzten sich zusammen aus subjektive Kontrolle (Kausalerwartung) und Wert