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ReWi (Subject) / Vorlesung 4 (Lesson)
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- Problem der Kategorisierung: Historisch Systematisch Phänomenologisch Historisch: deskriptiv (und Beobachtung von bestimmten religiösen Kontexten)Systematisch: analytisch, also interpretierend, unterteilen und vergleichenPhänomenologie: Wesen der ReligionWiderspruch: Kann man Religion einfach nur beschreiben, ohne das Empfinden der religiöser Menschen mit einzubeziehen?historische Verschränkung von historisch, systematisch und phänomenologisch Müllers Unterscheidung zwischen zwei Bedeutungen von Religion: historisch und phänomenologischVergleich Beispiel Sprache und Sprecher unterschiedlicher Sprachen
- Wichtige Unterscheidung systematisch ←→ funktionalistisch(vgl. Beispiel aus mit der ekstatischen Frau)
- Warum Müller als Ausgangspunkt (2 Punkte) Historischer Hintergrund- Wissenschaftlichkeit - Neukantianismus - bestimmt Religion als Innerlichkeit - Bezug auf Schleiermacher (Religion als Innerlichkeit) Wirkung- Existenz des Unendliche/Absoluten (Gottesgedanke) - zentraler Aspekt d. religiöser Erfahrung
- Rudolf Otto (1869 - 1937): 1 liberal-systematischer Theologeumfassende, philosophische Begründung eines Religionsverständnisses der Innerlichkeitgreift auf Kant zurück (aber nicht Neukantianismus)versucht philosophisch-metaphysischen Beweis der transzendenten Realität religiöser Erfahrung
- Rudolf Otto (1869 - 1937): 1 liberal-systematischer Theologe Bezug auf Schleiermacher und seine Rezeption durch die Geisteswissenschaften und liberale Theologie Politiker im preußischen Landtag umfassende, philosophische Begründung eines Religionsverständnisses der Innerlichkeitgreift auf Kant zurück (aber nicht Neukantianismus) versucht philosophisch-metaphysischen Beweis der transzendenten Realität religiöser Erfahrung
- Die Numinose Erfahrung Religiöse Erfahrung = bezieht auf das Numinose Numinose Erfahrung:Erfahrung sui generis (einzig, eine Klasse für sich selbst bildend) qualitativ anders als analoge Gefühle tremendum und fascinans Begriffe und Prinzipien verbinden das Numinose mit unserem Denken und unseren Handlungsmaximen (daraus entsteht bzw. ist gleich das Heilige) Das Heilige ist Kategorie a priori (= verborgene Anlage des menschlichen Geistes, die durch Reize geweckt wird, aber vorher schon da war)
- Nathan Söderblom (1866-1931): (Gottesbeweis durch Religionsgeschichte lutherischer Bischof und TheologeSchwerpunkt alt-iranischer ReligionProfessor an theologischer Fakultät in Uppsala Beweis Gottes durch eine Religionsgeschichte Religion als Innerlichkeit (nicht an Konfession gebunden) Religionsphänomenologie bewiesen durch Religionsgeschichte Religionswissenschaft losgelöst von kirchlichen Charakter, umgekehrt hat die Kirche von der ReWi nichts zu befürchten
- Nathan Söderblom (1866-1931): 2. Zentrum Begegnung Mensch und Gott Aufgreifen der Kritik Schleiermachers an der so genannten natürlichen Religion: Natürliche Religion sei die Negation alles Charakteristischen (oder Guten & Positiven), und somit ein gehaltloses und formloses Ding Man solle sich daher den positiven, zu charakterisierenden Religionen zuwenden, wenn man Religion in ihrer bestimmten Gestalt betrachten will Und im Zentrum steht dann die Begegnung zwischen Menschlichem und Göttlichem Wahrnehmung des Übernatürlichen ist eine Vorahnung dieser Begegnung, deren Höhepunkt Mystik Heilige das bestimmende Wort von Religion, Erfahrung die nicht wegerklärt noch auf einen rationalen Begriff gebracht werden kann
- Gerardus van der Leeuw (1890-1950): Lehrstuhl für Religionsgeschichte und Ägyptologie in Groningen Einführung in die Phänomenologie der Religion (1924) Phänomenologie zuerst von Daniel Chantepie de la Saussaye um Religionsgeschichtlich zu kategorisieren, anstatt im Kontext philosophischer Erörterung zu reflektierenprägend war van der Leeuw 1933: Durchbruch der Disziplin Relogionsphänomenologie
- Van der Leeuw: 2 Prinzipien Rezeption zweier methodischer Prinzipien: Epoché: Verzicht auf ein Urteil (Objektivität)Eidetische Reduktion: die Wesensschau (begreifen des Wesens der Gegenstände) Ziel: Objektivität und Einklammern der eigenen Glaubensüberzeugungen und der Wahrheitsfrage Gleichzeitig: intuitives Verstehen Attraktivität durch eine konkrete Methodologie Verhältnis zwischen Göttlichen, Macht und Menschenstrukturelle Beschaffenheit dieser Beziehung erlaubt Kategorisierung von ReligionenPhänomene nicht “an sich” greifbar, sondern werden rekonstruiert
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- Van der Leeuw: 2 Prinzipien Rezeption zweier methodischer Prinzipien: Epoché: Verzicht auf ein Urteil (Objektivität)Eidetische Reduktion: die Wesensschau (begreifen des Wesens der Gegenstände) Ziel: Objektivität und Einklammern der eigenen Glaubensüberzeugungen und der Wahrheitsfrage Gleichzeitig: intuitives Verstehen Attraktivität durch eine konkrete Methodologie Verhältnis zwischen Göttlichen, Macht und Menschenstrukturelle Beschaffenheit dieser Beziehung erlaubt Kategorisierung von ReligionenPhänomene nicht “an sich” greifbar, sondern werden rekonstruiert Ziel: Verstehen, daher:Phänomene klassifizieren und benennen (Ritual, Mythos)Einleben in fremdes Leben, da das Nachempfinden notwendig für das Verstehen istEpoché (Zurückhaltung ermöglicht ein Schauen des Phänomens selbst) Zusammengehöriges zusammengestellt und nach einem idealtypischen Zusammenhang gesucht -> auf das Wesen rückübertragen werdengehe um die reine Sachlichkeit
- Van der Leeuws Methodologie: Probleme aber die Probleme liegen eben darin: enorm weitreichende interpretative Leistung Neutralität ist unmöglich, die eigenen Vorannahmen und Sichtweisen lassen sich nicht einfach ausklammern
- Micea Eliade (1907-1986): 1928-1931 Aufenthalt in Indien und Studium der indischen Philosophie 1930ern Engagement für die faschistische Legion des Erzengeln MichaelPhilosoph; Yoga universalistischer Ansatz: Grundlage die Unterscheidung zwischen heilig und profan Heilig offenbart sich im Profanen (Hierophanien)beeinflusst von europäischer Esoterik Betonung der religiösen Erfahrung als Ort der Hierophanien Geschichte der Religion = Geschichte der Hierophanien unterschiedliche Abstufungen von Hierophanien (etwa der Manifestation des Heiligen in irgendeinem Gegenstand bis zur höchsten Hierophanie, der Reinkarnation des Heiligen in Jesus)Zentraler Gedanke die Offenbarung des Göttlichen
- Eliade und Verflechtungsgeschichte: 1. Schamanismus = elementare und universale Form der religiösen ErfahrungEliades Idee vom Schamanismus/maßgeblich für die Ausbildung des globalen Schamanismus2. maßgeblicher Beitrag zum Yoga Verständnis des 20. Jahrhunderts 3. beeinflusst von indischen Yoga-Diskursen4. Eliades artikulierte religiöse Ziele trugen viel dazu bei, dass die Religionsphänomenologie immer mehr unter Beschuss geriet und praktisch nicht mehr als wissenschaftlich vertretbar5. Metaphysische Spekulationen führten zu Theologieverdacht, Konflikt zwischen ReWi und Theologie
- Zusammenfassung: Phänomenologie übernimmt das Konzept von Religion als Innerlichkeit Religion als Innerlichkeit wird zum Gegenstand der Religionswissenschaft, weiter philosophisch systematisiert (Otto) und wirkt dann wieder auf religiöse Selbstverständnisse bestätigend zurück
- Es folgt: Das Religionsverständnis der Religionsphänomenologie bezieht sich auf herrschendes globales Verständnis von Religion als Innerlichkeit (Grund für Plausibilität) Religionsphänomenologie affirmiert ein historisch entstandenes Religionsverständnis und wird damit selbst positiver Teil der globalen Religionsgeschichte (Problem: keine kritische Reflexion dieser Dynamik) Religionsphänomenologische Gegenstandsbestimmung der Religionswissenschaft verschleiert die Abhängigkeit von einem historisch entstandenen globalen Religionsdiskurs (Verlust der historischen Referenz):
- Krise der Religionsphänomenologie → Bestimmung von Religion nun als rein analytischer Begriff, der rein philosophisch begründet wird → Analytische Definition von Religion in der Religionsphänomenologie = Transzendenz-Erfahrung, die sich jeweils in den historischen Religionen auf verschiedene Weise in Lehren, Riten, Institutionen, Moralvorstellungen ausdrückt → Entstehung eines Problems der Plausibilität: Plausibilität des zugrundeliegenden Religionsbegriffs steht und fällt mit der Plausibilität seiner philosophischen Begründung → Philosophische Begründungen sind nie zwingend, sondern hängen von Postulaten ab; die metaphysischen Behauptungen der Phänomenologen überzeugten nicht mehr → Krise der Plausibilität → Krise des Vergleichs → Der Niedergang der Phänomenologie hat offensichtlich nicht zu einem Niedergang des Vergleichs und der Systematik geführt. Häufig wird zwischen systematischer und historischen Religionswissenschaft unterschieden, aber: keine klaren Trennlinien! → Auch wenn diese über Jahrzehnte hinweg eng mit historischen und systematischen Ansätzen verflochten waren, werden Sie heute in diesen Bereich nur noch äußerst selten auf phänomenologische Ansätze treffen (zumindest nicht auf solche, die sich offen zur Phänomenologie bekennen)