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Sozialpsychologie (Subject) / Zusammenfassung (Lesson)
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- Was ist Sozialpsychologie Erleben und Verhalten von Menschen in Interaktion mit ihrer sozialen Umwelt Forschungsgegenstand: Individuum alleine und Einzelne im Kontext der Gruppe.
- Was ist soziale Umwelt? andere Personen, Situationen, Objekte (sowohl tatsächlich vorhanden oder auch nur vorgestellt = imaginiert)
- Welche Forschungsthemen hat die Sozialpsychologie - Aggression- Konflikt & Krieg- Hilfeverhalten- Zivilcourage- Urteilen & Entscheiden- Eigenschaften des Selbst und der Selbstwerterhöhung- Gruppen- und Massenphänomene- Stereotype (Generalisierungen)- Vorurteile- Rassismus
- Geschichte der Sozialpsychologie Ursprung - französischen Massenpsychologie – Gustave le Bon (1895) - Frühes 20. Jh. Erste Abhandlungen in Buchform (McDougall, 1908; Ross, 1908) - Beginn der experimentellen SP -> Floyd Allport (1924 – Werk Social Psychology) - Tripletts Studien zur sozialen Erleichterung (Triplett 1898) – Menschen setzen zusätzliche Energie frei, reagieren schneller, wenn sie sich in einer Gruppe befinden - ALLPORT -> methodologischer Individualismus: massenpsychologische Phänomene können durch das Verhalten von Individuen erklärt werden – man schließt vom individuellen Verhalten auf übergreifende soziale Phänomene GRUND/ANNAHME Allports: das Individuum verhält sich in der Gruppe genau so wie alleine – nur in der Gruppe intensiverè Individuum zum Forschungsgegenstand, das sich experimentell untersuchen ließè bis heute ein beliebtes Vorgehen in der SP Stichproben von Probanden zu untersuchen – mit dem durchschnittlichen Verhalten der Einzelpersonen als Hauptfokusè zentral: das menschliche Verhalten mit naturwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen è Allport galt als Behaviorist (in seinen Theorien waren aber auch viele kognitive Merkmale zu finden)è Allport gilt mit seinen Konzepten der sozialen Projektion + der pluralistischen Ignoranz (heute aktuell!) als Pionier der sozialen Wahrnehmung
- Was ist soziale Projektion Wahrnehmung, dass sich die meisten anderen Menschen genau so verhalten oder so denken wie man selbst
- Pluralistische Ignoranz: Idee, dass unter bestimmten Bedingungen viele Menschen ihre Ähnlichkeiten unterschätzen. Andere Personen bzw. deren Reaktionen werden als Informationsquelle genutzt, um für einen selber uneindeutige soziale Situationen einschätzen zu können. Keiner sagt etwas zu einer Frage, weil man sich dem Schweigen der anderen anschließt und annimmt, dass nur man selbst die Antwort nicht kennt. (und Angst hat, sich bloßzustellen)è Orientierung am Verhalten anderer, um die Situation am Verhalten anderer einschätzen zu können è Führt häufig zu einer Unterschätzung der Gemeinsamkeiten! (veiel siehe Bspl. oben könnten die Antwort nicht wissen – dies unterschätzt man aber aufgrund des allgemeinen Schweigens) Notsituation mit mehreren Meschen und jeder geht davon aus, das kein Problem entsteht, da keiner der Beobater betroffen wirkt oder Anzeichen von Panik zeigt.
- Gegenstand der Sozialpsychologie 1. Behavioristischer Ansatz (am Verhalten orientiert) – Stimulus (Reiz)-Response (Reaktion)-Schema2. Kognitiver Ansatz (Denken) – was denkt Person X in einer Situation3. Emotionaler Ansatz (Fühlen) – was fühlt Person X in einer Situation è die SP geht davon aus, dass die gezeigten Gedanken und Gefühle das später beobachtbare Verhalten am besten vorhersagen Starke Prägung neben dem Behaviorismus von Allport auch durch den Nationalsozialismus (1933-1945). è situative Faktoren können erklären, warum sich Menschen gut oder böse verhaltenè Menschen lassen sich von ihrem sozialen Umfeld sowohl positiv als auch negativ beeinflussen -> können also prosoziales als auch grausames Verhalten zeigenè Die Wechselwirkung zwischen Situationseigenschaften und Persönlichkeitseigenschaften erklärt menschliches Verhalten am besten Situationismus und Dispositionismus Heute: interaktionale Modelle häufiger = keine einseitige Betrachtungsweise, sondern beide Faktoren werden in Zusammenhang gesetzt (Interaktion zwischen Person und Umwelt) Merke: Ein tiefes Verständnis des menschlichen Sozialverhaltens erfordert das Studium von individuellem Verhalten im Zusammenhang! mit Situationen.
- Unterschied Europäische und amerikanische Sozialforschung Europäisch:Fokus auf den Einfluss von Gruppenzugehörigkeiten auf das Erleben und Verhalten.(eher gruppenorientiert) Amerikanisch:Stärker individuumorientiert. Im Fokus: Eigenschaften des Individuums in seiner Interaktion mit dem sozialen Umfeld.
- Wissenschaftstheoretische Grundlagen: der Sozialpsychologie Sozialpsychologie ist grundsätzlich an der Kausalität von Erlebens- und Verhaltensweisen interessiert. (Ursachenforschung/Gründe/Begründungen). - warum zeigen Menschen in bestimmten Situationen ein bestimmtes Verhalten) Grundlegende wissenschaftliche Einstellung: Empirismusè empirische Daten/Beobachtungen lassen Schlussfolgerungen über theoretische Hypothesen zu (einfachste Form des Empirismus: Auszählung/Enumeration/Auflistung) Induktionsproblem: durch David Hume (1748) begründet:Keine Hypothese lässt sich durch Auszählung beweisen – Verifikatonsprinzip: Hypothese gilt als verifiziert/bestätigt, wenn die Beobachtungen mit den Vorhersagen (in einem Toleranzbereich) übereinstimmen. Alternative zum positivistischen Empirismus (auf Bestätigung ausgerichtet): è Karl Popper (1934): Kritischer Rationalismus Verwerfen und widerlegen von Hypothesen, wenn unstimmige Beobachtungen vorhanden sind -> Falsifizieren In der SP findet sich in der statistischen Auswertung das Prinzip des Falsifizierens wieder. Die meisten Hypothesen bestimmen daher nur die Richtung, nicht aber die Stärke der Kausalbeziehungen. MERKE: In der Wissenschaft kann nichts bewiesen, sondern nur falsifiziert (widerlegt) werden.
- 5 verschiedene Methoden in der Sozialpsychologie: 1. Qualitative Befragung bzw. Interview (individuell)2. Quantitative Befragung 3. Verhaltensbeobachtungen4. Korrelationsstudie, Feldstudie bzw. Quasi-Experiment5. Echtes Experiment
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- Qualitative Methoden: Qualitative Befragung = Befragung ohne! quantitative statistische Analyseè wird für explorative/forschende Zwecke eingesetzt oder wenn andere Methoden nicht eingesetzt werden können. è Versuchspersonen werden mittels spezifischer Fragen interviewtProblematisch: kann keine Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge untersuchen -> daher auch keine Rückschlüsse auf mögliche Ursachen ziehen + anfällig für subjektive Verzerrungen (Wohlgeformtheit der Antworten) + liefert keine quantifizierbaren und objektiv! vergleichbare Daten/Ergebnisse Individuum steht in seiner subjektiven Realität im Mittelpunkt.
- Verhaltensbeobachtung: Beobachten von Verhalten – teils mit Teilnahme des Forschers und ohne (sog. Nichtreaktive Methoden/verdeckte Methoden = erschließen von menschlichen Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften aus dem beobachteten Verhalten) Vorteile: Realitätsnah, unmittelbar, verhaltensbasiert Nachteile:Bestimmte Verhaltensweisen (Liebe, Intimität) sind nur schwer beobachtbar; Schlussfolgerungen können leicht Verzerrungen unterliegen (es liegt oft im Auge des Betrachters(Beobachters, was ein bestimmtes Verhalten ist oder nicht); keine Aussage über Ursache und Wirkung; keinen Aufschluss darüber, was Menschen denken und fühlen, bevor, während oder nachdem sie ein bestimmtes Verhalten gezeigt haben
- Quantitative Befragungsmethode Numerische Darstellung eines empirischen (auf Erfahrung beruhend) Sachverhalts; Zahlen!; Angaben werden auf Messskalen erfasst; Statistische Methoden zur Auswertung (Mittelwertvergleich; Korrelationsanalyse; Varianzanalyse, Faktorenanalyse) – um diese Skalenwerte dann den psychologischen Konstrukten (Aggressionspotenzial, prosozialeEinstellung z.B.) zuzuordnen und dann zu analysieren; Vorteile: Quantifizierbarkeit von Aussagen; geringerer Kosten- und Arbeitsaufwand; Möglichkeit der Introspektion (Personen können nach ihren Gedanken und Gefühlen befragt werden) Nachteile:Leichte Verfälschbarkeit der Antworten (beschönigen); fehlende Erkennbarkeit von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen; Unklarheit ob den befragten Personen die psychologischen Prozesse überhaupt bewusst sind und sie deshalb die Fragebögen nicht valide/wirksam beantworten können
- Korrelationsmethode bzw. Quasi-Experiment Herstellung statistischer Zusammenhänge zwischen Variablen Statistisches Zusammenhangmaß = Korrelation rZusammenhang r kann zwischen -1 und +1 liegen Maximaler Wert von r = +1 beschreibt einen perfekten positiven Zusammenhang zwischen den beiden gemessenen Variablen r = -1 beschreibt einen perfekten negativen Zusammenhang Korrelationskoeffiozient vom Wert 0: kein systematischer Zusammenhang der beiden Variablen vorhanden Vorteile:Leicht im Feld durchführbar (kein Labor nötig!); relativ kostengünstig; einige Phänomene können aufgrund ethischer Begebenheiten nur durch Korrelationsstudien untersucht werden (z.B. Zusammenhand von Rauchen und Lungenkrebs); Nachteile:Lassen keine Kausalschlüsse zu (also kein Warum!); Verantwortung von möglichen Drittvariablen für den Zusammenhang bleibt unberücksichtigt; Quasi-Experimente: Vergleich von Stichproben bereits vorhandener Gruppen VOR der Untersuchung (z.B. Nichtraucher, Raucher) können Drittvaiablen und ihre Verantwortung nicht ausschließen; einzige Ausschlussmöglichkeit von Drittvariablen = echtes Experiment
- Echtes Experiment: Königsweg für Informationsgewinnung von Ursache und Wirkung; nicht nur in der SP der Königsweg; Wilhelm Wundt (1874) = Gründervater der wissenschaftlichen Psychologie -> zeigte die Möglichkeiten der experimentellen Methoden: man variiert eine unabhängige Variable und misst ihre Auswirkung auf die abhängige Variable; Vorteile:Befunde lassen sich kausal interpretieren (warum sich Verhalten x in Situation x zeigt); Personen werden nach dem Zufallsprinzip den Bedingungen zugeteilt = Randomisierung; Vorteil: vor der Untersuchung mitteln sich Unterschiede der Teilnehmer heraus Unterscheidung zu den anderen Methoden:Interne Validität (Ist die Variation in der abhängigen Variable tatsächlich auf eine Variation in der unabhängigen Variable zurückzuführen?) Problem:Externe Validität (Kann ein experimenteller Laborbefund auch tatsächlich in der wirklichen Welt beobachtet werden?)
- Theorie der Kognitiven Dissonanz: (Festinger, 1957) è eine der einflussreichsten Theorien der SPè Entscheidungen treffen zu müssen, sorgt oft für ein unangenehmes GefühlEin aversiver motivationaler Zustand, der das Individuum dazu motiviert, diesen unangenehmen Zustand abzubauen. (Festinger, 1957).Dissonanz = hochè je wichtiger die widerstreitenden Kognitionen (Denkrichtungen) für die Person sind
- 5 Möglichkeiten Dissonanz zu reduzieren: Addition konsonanter Kognitionen Hinzufügen von Argumenten, die meinen ursprünglichen Gedanken stützen oder meiner Empfindung entsprechen Substraktion dissonanter KognitionenVermeidung von Informationen (die mir Unbehagen bescheren) Substitution dissonanter durch konsonante KognitionenHervorheben/Betonen von positiven Bereichen (die mit der eigentlichen Dissonanz nichts zu tun haben) (Rauchen ist zwar nicht gesund, dafür lebe ich aber sonst sehr gesund) Erhöhung der Wichtigkeit konsonanter Kognitionen(Betonung, was mir besonders wichtig ist und damit relativiere ich das ‚Schädliche’) Reduktion der Wichtigkeit dissonanter KognitionenTrivialisierung = Verharmlosung/Banalisieren/Bagatellisieren
- 3 verschiedene klassische Forschungsparadigmen (grundsätzliche Denkweisen) 1. Forced Compliance = Forcierte EinwilligungPersonen, die dazu gebracht werden, ein einstellungsdiskrepantes Verhalten zu zeigen, versuchen, die Dissonanz durch eine Einstellungsänderung in Richtung des gezeigten Verhaltens zu verändern. Effekt ist besonders stark: wenn die Personen nur geringe Rechtfertigungsmöglichkeiten für ich einstellungsdiskrepantes Verhalten haben Free-Choice-Paradigma = WahlfreiheitMenschen sollen Entscheidungen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad treffen. Dissonanz entsteht hier, weil eine Entscheidung getroffen werden muss. Dissonanz wird reduziert, indem die gewählte Alternative auf- und die nicht gewählte Alternative abgewertet wird; (spreading apart of alternatives); Effekt ist stark: je schwieriger die Entscheidung ist bzw. je ähnlicher sich die beiden Alternativen sind = hohes Ausmaß an Dissonanz Selective Exposure = Selektive InformationssucheBevorzugen von Informationen, die dem Selbstwert, den eigenen Einstellungen, Erwartungen, Entscheidungen etc. entsprechen. Hier wird die Dissonanz durch eine schwierige Entscheidung zwischen 2 Alternativen erzeugt; die Personen wählen dann mehr entscheidungskonsistente als dissonante Informationen aus, um ihre Entscheidung unterstützen (man sucht sich die Infos, die zu der Entscheidung passen) = verzerrte Wahrnehmung (Ausblenden der Infos, die auch zum Thema aber nicht zu der Entscheidung passen) zugunsten konsistenter Informationen. Risiko für Fehlentscheidungen (mangels Übersicht aller Betrachtungsweisen) è Besser: Ausgeglichene Informationssuche!Menschen erleben nach getroffenen Entscheidungen Dissonanz und reduzieren diese, je mehr sie sich auf die passenden Informationen stürzen.
- Groupthink-Phänomen è ausgewogene und umfassende Betrachtung der Tatsachen wird zugunsten des Gruppenerhalts (einer einheitlichen Meinung) aufgegeben. è Kollektive Dissonanzminderung (einer sozialen Gruppe) (Bsp. Kuba-Invasion)è Widersprechende Informationen werden konsequent ignoriert
- Dissonanzereduktion motivationale und kognitive Prozesse sind entscheidend- kognitive Dissonanz bedingt auch erhöhte physiologische Erregung- Dissonanz wird als unangenehmer psychologischer Zustand empfunden –> somit ist Dissonanzerregung mehr als einfach nur ein Zustand erhöhter physiologischer Erregung New Look Model Of Dissonance:Wird die Dissonanzerregung (unspezifischer physiologischer Erregungszustand) als negativ empfunden, kommt es zur Dissonanzmotivation = Bedürfnis, die erlebte Dissonanz zu reduzieren.
- Dissonanz und selbstbezogene Inkonsistenz (Widersprüchlichkeit; Unbeständigkeit) Revision der Dissonanztheorie (Aronson, 1968, 1999):Es kommt nur dann zu Dissonanz, wenn mindestens zwei Denkweisen (Kognitionen)eine auf sich selbst bezogene (selbstbezogene) Inkonsistenz = Widersprüchlichkeit hervorrufen. Dann kommt es auch erst zur Dissonanzreduktion. è es ist also nicht ausschlaggebend, dass sich Verhalten und Einstellung widersprechen, sondern dass das einstellungsdiskrepante Verhalten (das nicht zu der eigenen Einstellung passt) zentrale Werte! einer Person betreffen (stören!).Selbstaffirmationstheorie – kognitive Dissonanzè Ursache für Dissonanz (und deren Reduktion) das Bestreben nach einem positiven Selbstbild è Wenn Personen nach Dissonanzerzeugung die Chance haben, ihre Selbstintegrität zu bekräftigen, bleiben Reduktionsprozesse aus
- Urteilen / Entscheiden Grundsätzlich:Menschen sind motiviert möglichst korrekte Entscheidungen und Urteile zu treffen. Entscheidungsprozesse sind ein zentrales Forschungsgebiet der SP.è denn die Qualität menschlicher Urteile und Entscheidungen ist oft nicht optimal (eher das Gegenteil)
- Urteilsheuristiken Heuristik = Daumenregel (Faustregel)Kunst mit begrenztem Wissen möglichst schnell und einfach zu wahrscheinliche Aussagen und Lösungen zu kommen. Mindestanforderung: Heuristik führt zu Urteilen, die besser sind, als wenn man schlicht auf das Zufallsprinzip zurückgreifen würde. Ist ein Urteilsproblem zu kompliziert, löst das heuristische Denksystem ein ähnliches, aber einfacheres Problem.
- Expertenheuristik Wird am häufigsten angewandt. Experten gelten hier als Vermittler zwischen uns und dem ‚gesicherten’ Wissen. Man verlässt sich hier schlicht auf die Experten.
- Urteile der Masse: Sich auf das kollektive Urteil (Massenurteil) verlassen; wird auch als Massenpsychologie abgetan; Mehrheitsurteile sind nicht immer richtig -> haben aber einen hohen Vorhersagewert -> besonders bei Schätzungen (physischer Eigenschaften).So kann ein Mittelwert einer Gruppe als Heuristik dienen. Entziehen soziale Heuristiken (z.B. Nachahmungsheuristik -> kann zu problematische kaskadenhaften Verhalten führen: alle rennen in die selbe Richtung) dem Menschen seine Autonomie?è Heuristiken führen häufig zu systematischen Entscheidungsfehlern – weil sie verzerren!
- Ankerheuristik: Urteile werden in relativer Abhängigkeit von einem situationalen und informationalen Bezugsrahmen getroffem. è bereits bestehende Hypothesen lenken oft unsere Wahrnehmung und entsprechend auch Urteils- und Entscheidungsprozesse.è Prototyp des intuitiven bzw. heuristischen Denkens (Gegensatz: Analytisches Denken)è Expertenmeinung oder Mittelwert einer Menge X kann als Anker dienen, um sich zu orientieren und so zum Urteil führenè Falsche Anker = falsche EntscheidungenEs gibt Kontrast- und Assimialtionseffekte (Empfinden von Unähnlichkeit und Ähnlichkeit) Beispiel: Supermarkt 1,99 Euro - wir fokussueren uns auf die 1
- Verfügbarkeitsheuristik: Je höher die Verfügbarkeit von Informationen bezüglich eines Ereignisses (je mehr Infos im Gedächtnis gespeichert sind und je leichter sie abzurufen sind), desto höher die subjektive Wahrscheinlichkeit für ein Auftreten des Ereignisses. (Menschen schätzen die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Ereignisse höher ein, je mehr Infos sie dazu im Gedächtnis haben)Je mehr ich abrufen kann, desto richtiger bewerte ich z.B. eine Hypothese. -> sytematische Fehler bei der Vermittlung bzw. Speicherung von Infos können entsprechend zu Verzerrungen und Fehlbeurteilungen führen. Wer macht wieviel im Haushalt Frau 71 % , Mann 63% Man erinnert sich an die eigene arbeit besser als an die des anderen. Wird mehr über Flugzeugabstürze gesprochen, haben die Leute mehr Angst vorm flegen
- Repräsentativitätsheuristik: Beruht auf Wahrnehmung und Vergleich. Idee: Menschen werden beim Urteilen stark von wahrgenommenen Ähnlichkeiten beeinflusst. Man schreibt ein Objekt einer Kategorie zu, wenn es Merkmale aufweist, die typisch für diese Kategorie sind. Best Raste Neglect:Urteilsverzerrungseffekt dieser Heuristik: Personen unterschätzen die grundlegende Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Kategorie, wenn sie zu sehr auf den Ähnlichkeitstest (duck test) achten. Integration von Fallinformation und statistischer Kategorieinformation erfordert Arbeit und Wissen -> führt zu besseren Urteilen. Beispiel Wahrscheinlichkeit Lottozahlen. Wir wetten eher auf Zahlen die Durcheinander sind 12,36,45, etc. als 1,2,3,4,5
- Pseudodiagnostizität: Tendenz: Personen berücksichtigen oft nicht, dass Beweise für eine Hypothese auch dan auftreten können, wenn diese gar nicht zutrifft. è dies kann zu schwerwiegenden Entscheidungsfehlern führen (Challenger Absturz 1986)è man schaut nicht auf Alternativhypothesen und berücksichtigt nicht deren Wahrscheinlichkeit – sondern lässt diese außer Acht und konzentriert sich aufs falsche Pferd, ohne ein anderes auszuprobieren -> hier werden Alternativerklärungen nicht berücksichtigt
- Informationale Diagnostizität (Verwässerungseffekt) Einfluss nicht diagnostischer Informationen auf Urteils- und Entscheidungsprozesse. So werden diagnostische Infos durch diese verwässert. Sie haben mit der eigentlichen Sache nichts zu tun und können sowohl bei der Hypothese, als auch bei der Alternativhypothese auftreten. (hier muss man gut filtern!) Auch das Fehlen wichtiger diagnostischer Informationen wirkt sich negativ auf die Qualität von Entscheidungen und Urteilen aus. -> weil man dann auf Heuristiken zurückgreift! è Ungleichgewicht zwischen diagnostischen und nicht diagnostischen Informationen Dadurch das Informationen hinzukommen, auch wenn diese nicht relavant sind, können diese die Entscheidung verwässern.
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- Gewinn- und Verlustszenarien ...und die Bedeutung für Entscheidungen und Urteile die Art wie Informationen dargestellt werden, nehmen Einfluss auf Entscheidungen- Personen sind risikobereiter, wenn identische Entscheidungsalternativen in Form von Verlusten anstatt von Gewinnen dargestellt werden (framing)- Personen verhalten sich im Verlustbereich riskanter – weil sie sich über Verluste stärker ärgern, als sie sich über Gewinne in gleicher Höhe freuen würden
- Motivationale Einflüsse und Urteilsverzerrungen Kognitive Determinanten – unbewusst, unbeabsichtigtMotivationale Determinanten – beabsichtigtè Menschen neigen dazu, Ereignisse, Objekte oder Personen entsprechend ihrer Wunschvorstellungen zu beurteilen. è Wünsche und Bedürfnisse entstehen auf Basis dispositionaler (Persönlichkeit) und situationaler Faktoren: Verteidigungsmotive & WahrheitsmotiveSchutz des Selbstwertes; Erhöhen des Selbstwertes; Überschätzen der eigenen Kontrollmöglichkeiten; Above-Average-Effekt = Überschätzung der eigenen Fähigkeiten;
- Prosoziales Verhalten / Hilfeverhalten / Zivilcourage Albert Schweitzer – altruistisches Verhalten (selbstlos) + prosoziales Verhalten (für andere!)
- Prosoziales Verhalten: Oberbegriff/SammelbegriffZwischenmenschliche Unterstützung, die gewinnbringend/vorteilhaft für andere ist.Umfasst Verhaltensweisen wie Hilfeverhalten/Kooperation/Dienstleistungen/Teilen etc. HilfeverhaltenIst spezifischer. Verhaltensweise, die eine Person mit der Absicht ausübt, das Wohlergehen einer anderen Person zu verbessern. Das Verhalten kann unterschiedlich motiviert sein: nie beruflich motiviert! ZivilcourageMan zeigt Hilfeverhalten auch dann, wenn das Einschreiten mit erheblichen physichen, psychischen und sozialen Folgen verbunden sein kann. Situative Faktoren und personale Faktoren prosozialen VerhaltensEinteilung: Merkmale der Situation und Merkmale der Person
- Bystander-Effekt Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in einer Notsituation eingreift und einem Opfer hilft, sinkt mit zunehmender Anzahl von anderen Personen, die auch in der Situation anwesend sind. 5 Stufen-Modell von Latané und Darley (1970)è 5-stufiges psychologisches Prozessmodell1. Wahrnehmen der kritischen Situation2. Richtiges Einschätzen 3. Verantwortlich fühlen4. Verfügung über entsprechende Fähigkeiten zur Hilfe5. Entscheidung zu helfenè auf jeder der Stufen können Faktoren ein späteres Eingreifen verhindern 3 Psychologische Prozesse, die bei einer hohen Zuschauerzahl auftreten und verhindern, dass alle Stufen durchlaufen werden1. Pluralistische Ignoranz (wenn keiner hilft, helfe ich auch nicht) (Orientierung an den anderen, um die Situation einschätzen zu können)2. Verantwortungsdiffusion (es sind genug andere da, die helfen könnten/Verteilung der Gesamtverantwortung auf alle)3. Bewertungsangst (Angst, von anderen negativ bewertet zu werden)Der Bystander-Effekt zeigt sich auch in einfachen Hilfe-Situationen. (z.B. einer anderen Person die Türe aufzuhalten.è stärker in städtischen Gegenden (höhere Ablenkung)è in uneindeutigen Situationen è wenn besonders viele Zuschauer anwesend sindè abgeschwächt, wenn die Bystander befreundet sind, über ausreichendes Wissen zum Einschreiten verfügen oder wenn es sich um eine Notfallsituation handelt
- Persönlichkeit – Altruismus und Empathie Hier geht es um die Person und nicht um die Situation (wie oben beschrieben) als entscheidende Einflussgröße für prosoziales Verhalten. Altruismus: Selbstloses, uneigennütziges Handeln (kann mit mehr Nachteilen als Vorteilen verbunden sein) -> Gegenteil egoistischen Verhaltens
- Empathie-Altruismus-Hypothese (Batson, 1991) bekanntesten Forschungen von Batson und Kollegen - er sieht Empathie als wichtige Persönlichkeitskomponente für prosoziales Verhalten anEmpathie:Fähigkeit, Gedanken und Gefühle anderer verstehen und nachempfinden zu können.è Menschen handeln nur dann altruistisch und uneigennützig, wenn sie in einer bestimmten Situation Empathie empfinden. Helfen sie ohne Empathie, sind andere Faktoren (Erwartung negativer Konsequenzen z.B.) entscheidend. Kritik:Hilfeleistung unter hoher Empathie und niedrigen Kosten kann neben Altruismus auch andere Ursachen haben: Selbstwert steigern durch Helfen)Neben den Merkmalen von Situation und Person haben auch biologische Fakoren, Kosten-NutzenÜberlegungen, Ursachenzuschreibungen und Moralvorstellungen Einfluss auf prosoziales Verhalten.Evolutionspsychologische/biologische Perspektiveè Genweitergabeè Emotionale Nähe (Familie, Verwandtschaft, Ähnlichkeit)Theorie des sozialen Austauchs – Kosten-Nutzen-Analyseè Personen helfen immer dann, wenn die Kosten-Nutzen-Bilanz positiv für sie ausfällt è Negative-State-Relief-Hypothese: Menschen helfen in schlechter Stimmung eher als in guter, weil sie dadurch ihre Stimmung hebenVerantworungsattributionè Hilfe wird vor allem dann geleistet, wenn das Opfer nicht für seine Situation verantwortlich ist è Ist die Person selbst Schuld an ihrer Lage?è Ist die Lage für die Person kontrollierbar oder nicht?Zivilcourage/Heldentum/gesellschaftliche Verantwortung- Frage: warum helfen Menschen und setzen dabei sogar ihr Leben aufs Spiel- Entscheidend für Zivilcourage: prosoziale Werte + die Gefährlichkeit der Situation- Persönlichkeitsunterschiede + Gefährlichkeit der Situation = Faktoren für zivilcouragiertes VerhaltenPathologischer Altruismus:- fehlgeleitet – krankhaft übersteigerte Form – Selbstaufopferung - kann auch Nachteile für Dritte haben (z.B. für die Familie, wenn sich der Vater plötzlich überengagiert für andere und dabei seine eigenen Kinder vernachlässigt – z.B. Geld spendet, Erbverträge ändert etc.)- Kosten des eigenen Verhaltens werden hier nicht mehr berücksichtigt
- AGGRESSION Absichtliches Schädigen. Ziel: ein anderes Lebewesen zu schädigen. (Bandura, 1973).Man spricht nur davon (wissenschaftlich), wenn das potentielle Opfer bestrebt ist, dem drohenden Schaden zu entkommen. Neueste allgemeine Def.: von Baron und Byrne (2002)Aggression als absichtliches Zufügen von Schaden gegenüber anderen.è willentliches Handeln des TätersArten:Instrumentelle Aggression:è zielgerichtetfeindselige Aggression:è nicht zielgerichtet; dient nur dem reinen Zufügen von SchadenPhysische, verbale, direkte (direkt auf eine Zielperson gerichtet) und indirekte Aggression (Täter versucht sein schädigendes Verhalten zu verschleiern – auf andere zu schieben –andere führen für ihn aus)
- Ansätze zur Erklärung Triebtheoretischer Ansatz (Freud 1930) – Annahme A. ist angeboren – es gibt nur einen grundlegenden Trieb mit zwei Ausprägungen : sexuell und aggressiv è viele Frustrationen führen zum Überlaufen/Platzen des Dampfkessels è Katharsishypothese = Hydraulikprinzip (A. staut sich im Laufe der Zeit automatisch an und kann durch aggressive Ersatzhandlungen abgebaut werden)(dies hat wenig empirische Unterstützung gefunden; sogar das Gegenteil ist gezeigt worden: dass A. sogar noch ansteigt, nachdem aggressives Verhalten ausgeübt wurde)
- Biologischer Ansatz Fitnessvorteil in der Evolution- Starke kommen durch- Konrad Lorenz (1966)- Kampfinstinkt = Kampf ums Überleben - Biologische Ansätze betrachten neurochemische und hirnphysiologische Korrelate von aggressivem V. (Amygdala ist bei der Kontrolle von A. beteiligt)- Serotonin – hemmt aggressives Verhalten = geringer Serotonin-Spiegel begünstigt es eher Frustrations-Aggressions-HypotheseJegliche Frustration macht sich im Verhalten bemerkbar; eine der Ausdrucksformen von Frustration ist Aggression. Subjektives Erleben von Frustration: Ausgrenzung/Isolation = Grund für aggressive Kognitionen, Emotionen und Verhaltensweisen.Hoher Selbstwert führt NACH Frustration häufig zu Aggression. (nicht umgekehrt)Long Hot Sunmer Effect – Personen sind an heißen Tagen aggressiver als an kühleren Tagen.Zustand erhöhter Frustration -> sinken der Schwelle durch Zugang zu aggressiven Gedanken aggressives Verhalten zu zeigen(Waffeneffekt: Waffe ist in Versuch zugegen -> erhöhtes Aggressionspotential)
- Soziokognitiver Ansatz Aggressives Verhalten wird im Laufe der Sozialisation erlernt. Durch Beobachten aggressiver Modelle kann eigenes aggressives Verhalten gelernt werden. Operante Konditionierung (Skinner, 1977) – Verhalten kann durch Belohnung und Bestrafung gelenkt werden. Beobachten und Nachahmen aggressiver Modelle aus Cliquen, Familien, TV, Computerspielen etc. Unmittelbare Beobachtung einer aggressiven Modellperson führt bei zuschauenden Kindern zur höchsten Nachahmungsrate. Aggressive Massemedien = situative Aggressionsstimuli/Aggressionsmodelle für Zuschauer Aggressive Videospiele –sehr realistisch = stärkerer Media-Violence-Effektè sie stehen im Verdacht, das Aggressionsniveau bei den Spielenden zu erhöhenGeneral Aggression Model – einflussreichstes theoretisches Modell zur Erklärung des Media-Violonce-Effektes GAM: 2 Arten von Einflussvariablen (Inputvariablen). dispositional + situative Faktoren führen im Zusammenspiel nach dem Konsum zu einem internen psychologischen Zustand mit verstärkten Emotionen + erhöhte Zugänglichkeit aggressionsbezogener Gedanken (PRIMING) bzw. Verhaltensskripts + höhere physiologische Erregung (erhöhtes Arousal) -> diese interne Zustand lenkt die jeweiligen BewertungsprozesseGAM: soziokognitive Prozesse können in Zusammenhang mit Mediengewalt sowohl kurz- als auch langfristig zu gesteigerter Aggression führen.
- Reduktion von Aggression? keinen Zugang zu gewaltverherrlichenden Medien- Reduzierung gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten- Reduktion von Frustrationsstimuli- Anti-Aggressionstraining (Umgang und Abbau von A.)
- Einstellungen und Verhalten Meinungen und Einstellungen haben Menschen zu unterschiedlichen Themenfeldern.Teilweise gibt es klare und auch unsichere Ansichten. Einstellung nach Eagly und Chaiken (1993)Psychologische Tendenz, die durch positiven oder negativen Bewertungsprozess gegenüber einer Person, Sache oder Situation ausgedrückt wird.3 Komponenten:1. Auffassung als psychologische Tendenz (innerer Zustand der Person; variabel)2. Bewertungsprozess (Bewertung/Evaluation des Objektes)3. Einstellungsobjekt (gegenüber dem wir eine Haltung entwickeln)Bewertungen & Einstellungen können sich auf 3 Ebenen manifestieren:Kognitiv – Affektiv – Verhaltensmäßig Wir verhalten uns oft gegenteilig zu dem, was wir sagen. Verhalten und Einstellung müssen sich nicht entsprechen.
- Theorie des geplanten Verhaltens Verhalten wird am besten von einer konkreten Verhaltensabsicht vorhergesagt.Theorie: Beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Einstellung und Verhalten.Als beste Prädikatoren für die Verhaltensabsicht gelten die eigene Einstellung gegenüber dem Verhalten, die soziale Norm und die wahrgenommene Verhaltenskontrolle.Azjen 1985è persönliche Motivation das jeweilige Verhalten auszuführenDaumenregel (Heuristik): Je stärker die Motivation bzw. Intention, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten des entsprechenden VerhaltensVerhaltensintention – wird durch 3 Faktoren vorhergesagt:1. subjektive Einstellung der Person gegenüber einem bestimmten Verhalten(Gedanken & Emotionen, die eine Person gegenüber dem Verhalten erlebt)2. subjektive soziale Norm gegenüber einem bestimmten Verhalten(Einstellung persönlich wichtiger anderer Personen gegenüber einem bestimmten Verhalten – Familie, Gruppe, Gesellschaft)3. subjektiv wahrgenommene Verhaltenskontrolle(Person fühlt sich dazu fähig, ein bestimmtes Verhalten überhaupt ausführen zu können)
- Theorie des geplanten Verhaltens Zusammengefasst:Eine Einstellung führt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu entsprechendem Verhalten, wenn: - es sich um eine positive Einstellung gegenüber dem Verhalten handelt- persönlich wichtige Personen ebenfalls eine positive Einstellung zu diesem Verhalten haben- der subjektive Eindruck besteht, das Verhalten auch ausführen zu könnenAber: Einstellung und Verhalten müssen sich nicht immer entsprechen. Denn in manchen Situationen kann wahrgenommene Verhaltenskontrolle DIREKT zum jeweiligen Verhalten führen. Auch dann, wenn man selbst oder andere das Verhalten negativ bewertet. Dann spricht man vom direkten Wirkungspfad -> dieser betrifft v.a. impulsivere Verhaltensweisen.Uneinheitliche Befunde!Insgesamt sind die Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von Einstellung & Verhalten sehr uneinheitlich. Laut Azjen 1985, sind methodische Unterschiede die Hauptursache für die uneinheitlichen Befunde. Unterschiede sind auch durch Moderatoren erklärbar = Faktoren, die einen Effekt in unterschiedlicher Weise beeinflussen/verändern könnenè beruht eine Einstellung z.B. auf direkter Erfahrung oder wird sie mit hoher Sicherheit vertreten, so ist der Schluss auf künftiges Verhalten leichter möglichEinflussfaktoren auf den Zusammenhang von Einstellung & VerhaltenDiese Moderatoren erleichtern den Schluss von Einstellung auf Verhalten:- Einstellungssicherheit- Zugänglichkeit und Stabilität der Einstellung (wichtigste Moderatoren!)- Direkte Erfahrung als Einstellungsursache- Entsprechung kognitiver und emotionaler Grundlagen der EinstellungStabilität von Einstellungen wird v.a. durch 2 Faktoren erhöht:- einseitige Informationen (beinhalten diese nur die positiven oder negativen Aspekte des Einstellungsobjektes)- Korrespondenz zwischen Einstellung und Verhalten (Einstellung sollte sich auf das jeweilige Verhalten beziehen und nicht genereller Art sein)3 Faktoren, die die Einstellungssicherheit begünstigen- häufiges Nachdenken über die Einstellung- direkte Erfahrung als Einstellungsbasis- einseitige InformationssucheSozialer Einfluss spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Einstellungen.
- Einstellungen durch Kommunikation und Überzeugung Yale Studie – berühmte Experimente von Hovland, Janis und Kelley (1953)(Untersuchte den Einfluss kommunikativer Faktoren auf die Entstehung und Änderung von Einstellungen)è Einstellungsänderung ist dann häufiger, wenn:- der Kommunikator als vertrauenswürdig wahrgenommen wird- die Kommunikation zweiseitig ist (Pro- und Contra-Argumente)-> die Einstellungsänderung ist wahrscheinlicher, wenn der Kommunikationsinhalt Unsicherheit aber keine Angst erzeugt. Auch die Wahrnehmung der eigenen Stimmung kann die Einstellung beeinflussen, indem sie als zusätzliche Informationsquelle genutzt wird.
- Erlernen von Einstellungen Entstehung von Einstellung hat auch biologische Ursachen. (Zwillingsforschung)Jedoch gilt: Die Entstehung von Einstellungen basiert hauptsächlich auf sozialen Lernprozessen und Erfahrungen. 3 Typen der Einstellungsbildung:1. kognitive Prozesse (begründen die Einstellung durch bewusstes Reflektieren)2. emotionsabhängige Prozesse (klassisches und operantes Konditionieren, das Einstellung durch Assoziationen schafft)3. verhaltensbezogene Prozesse bzw. Prozesse der Selbstbeobachtung, die Einstellungen vom eigenen Verhalten ableiten
- Selbstwahrmehnungstheorie Bern 1967,1972Der Mensch schließt aufgrund der Beobachtung und Analyse des eigenen Verhaltens auf seine zugrunde liegende Einstellung (sofern diese schwer zugänglich ist). Die Einstellung wird quasi rückwirkend, auf Basis des eigenen Verhaltens konstruiert. è Einstellungsbildung durch Selbstwahrnehmung ist ein nützliches Instrument der Selbsterfahrung è Einstellungen können aus dem eigenen Verhalten abgeleitet werdenè Ist man sich unsicher, kann die Analyse des Verhaltens zeigen, ob man sich eher konform oder gegenteilig zu einer bestimmten Einstellung verhalten hatè Hat man sich konform verhalten, wird man vermutlich diese Einstellung annehmenè Hat man sich gegenteilig verhalten, bezieht man eher eine GegenpositionFoot-in-the-door Technik- Selbstwahrnehmungstheorie für manipulative Zwecke- Ziel: Zustimmung für eine größere Forderung erreichen, indem zunächst eine kleine, kaum auszuschlagende Bitte gestellt wird. Wird diese erfüllt, erhöhen Prozesse der Selbstwahrnehmung die Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch bei der großen Forderung nachgegeben wird.
- Veränderung von Einstellungen Einstellungen sind im Sinne einer psychologischen Tendenz veränderbar.Einstellungsänderung lässt sich auch mithilfe der Dissonanztheorie erklären. Entspricht das gezeigte Verhalten nicht der Einstellung, so kann diese entsprechend angepasst oder geändert werden. Insofern ist Einstellungsänderung auch eine Möglichkeit der Dissonanzreduktion. Theorie der kognitiven Dissonanz (Festinger, 1957)(Einander widersprechende Kognitionen – Gedanken, Einstellungen, Absichten – lösen Dissonanz aus. Der Mensch ist kein rationales, sondern ein rationalisierendes Wesen und permanent bestrebt, seine Verhaltensweisen durch Anpassung der eigenen Einstellung zu rechtfertigen. (Rational wäre es, wenn sich Einstellungen und Verhalten stets einander entsprechen würden)Neuere Erkenntnisse:Einstellungsänderungen können durch Dissonanzreduktion dauerhaft sein und damit nicht nur auf eine konkrete Situation bezogen bleiben.
- Zwei-Prozess-Modelle Elaboration-Likelihood-Modell ELM; Petty & Cacioppo, 1986è klassisches Zwei-Prozess-Modell zur Vorhersage von EinstellungsänderungenZentraler und Peripherer Weg = zwei verschiedene Wege der ÜberzeugungZentrale Route:Bei hoher Motivation und hoher Verarbeitungsfähigkeit -> hier begünstigen Ausführlichkeit und hohe Qualität der Argumente eine EinstellungsänderungPeriphere Route:Bei geringer Motivation und geringer Verarbeitungsfähigkeit -> hier begünstigen situative und periphere/emotionale Hinweisreize (Informationen also eher oberflächlich; Heuristiken!) eine Einstellungsänderung Merke:Positive Stimmung begünstigt eine oberflächliche Informationsverarbeitung.Negative Stimmung führt v.a. zu einer tieferen Verarbeitung. Heuristisch-systematisches Modell (HSM) zur Vorhersage von EinstellungsänderungenHeuristc Systematic Model, Chaiken et al., 19893 Motive, die die Informationsverarbeitung beeinflussen können:1. Verteidigungsmotiv (Verteidigung/Schutz eigener Einstellungen bzw. Standpunkte vor anderen -> verzerrte Informationsverarbeitung)2. Wahrheitsmotiv (Streben nach korrekten Ansichten, Einstellungen, Entscheidungen -> vorwiegend ausgewogene Informationsverarbeitung)3. Motiv sozialen Eindrucks (Streben nach sozialer Akzeptanz, Anerkennung -> Informationsverarbeitung ist abhängig von den sozialen Zielen)